Rasenball Darmstadt

SV Darmstadt2:1borussia dortmund

Der BVB kriselt vor sich hin. Derweil entdeckt Darmstadt den Fußball und überrascht mit RB-artigem Pressing, starken Neuzugängen und sogar etwas Spielkultur.

Der Blick auf die Aufstellungen ließ schon ein bisschen die schwarzgelben Alarmglocken läuten: Die sehr jungen und noch sehr inkonstanten Burnic und Mor starteten beide, dazu noch mit Durm und Ginter zwei potentielle spielerische Schwachstellen.

Darmstadt v DortmundAuf der anderen Seite rückte Abräumer Niemeyer in die Verteidigung zurück und wurde immerhin durch Hamit Altintop ersetzt. Rosenthal, Gondorf, Sam und Boyd lesen sich auch nicht gerade schlecht, solange man nicht dazu neigt, Fußballer oberflächlich nach ihrem Status und ihrem Karriereverlauf zu beurteilen.

Darmstadt im RB-Modus

So war dann auch die erste Auffälligkeit des Spiels, dass Darmstadt richtig gut auftrat – jedoch nur in zweiter Linie individuell, sondern vor allem taktisch: Das altbekannte Tiefstehen und Bolzen wurde bei den Lilien mittlerweile durch ein ziemlich gutes Mittelfeldpressing ersetzt, aus denen sie viel öfter zu flachen Kontern kommen (wenn der Gegner es zulässt).

Das Verhalten der Flügelspieler hat sich um 180 Grad gewandelt: Wo sie früher oft in eine Sechserkette zurückwichen und sich eng an den gegnerischen Außenverteidigern orientierten, spielen sie nun sehr kompakt und mutig. Aus einer sehr engen Grundposition beteiligten Heller und Sam sich diszipliniert am Pressing und versperrten die Wege ins Zentrum.

Die Grundstellung erinnerte sehr stark an das 4-2-2-2 von RB Leipzig, RB Salzburg und Roger Schmidts Leverkusenern. Darauf schienen die Borussen nicht vorbereitet. In den letzten Spielen agierte Darmstadt zwar schon kompakter in der Horizontalen, aber doch in einem recht klaren 4-4-2 und mit mehr Zurückweichen als Vorschieben.

Ungefähre Grundstruktur bei Dortmunder Ballbesitz. Das Zentrum wird von der Kompaktheit versperrt, die drei Dortmunder Zentrumsspieler dazu noch mannorientiert bewacht - schwierig.

Ungefähre Grundstruktur bei Dortmunder Ballbesitz. Das Zentrum wird von der Kompaktheit versperrt, die drei Dortmunder Zentrumsspieler dazu noch mannorientiert bewacht – schwierig.

Mannorientierte Anpassungen

So ganz „RB“ war das Darmstädter 4-2-2-2 dann doch nicht, was an diversen Mannorientierungen lag, die aber gut auf Dortmund angepasst waren. So orientierte sich Rosenthal – vor allem in der Rückzugsbewegung – an Weigl und nahm so den wichtigsten Dortmunder Zirkulationsspieler aus der Partie. Gondorf und Altintop orientierten sich lose an Mor und Guerreiro, sobald diese anspielbar werden konnten. In Dortmunds sehr klar geplanter Positionsstruktur, konnte dann kein Spieler in temporär entstehende Lücken rochieren.

Besonders bei Flügelangriffen wurde das für die Borussen zum Problem. Hier agierte Darmstadt defensivstrategisch deutlich weniger konsequent als beispielsweise Leipzig. Die Außenverteidiger – ohne festen Gegenspieler – rückten ähnlich aggressiv heraus, um Durm und Pulisic zu stellen. Die Innenverteidiger sicherten aber nicht durch, um den Raum dahinter zu schließen, sondern orientierten sich meist an Reus bzw. Aubameyang. Die resultierenden Räume zwischen Innen- und Außenverteidiger konnten die Borussen dann aber eben nicht nutzen.

Und das Konzept, wenn der Ball auf dem (in dem Fall rechten) Flügel war.

Und die typische Situation, wenn der Ball auf dem (in dem Fall rechten) Flügel war.

Läufe in diese Räume konnten strukturell bedingt relativ leicht verfolgt werden. Am häufigsten versuchte Mor nach rechts zu starten, wie Dembele das gegen Leipzig oft erfolgreich tat. Er startete diese Bewegungen aber etwas zu spät, sodass Gondorf ihm folgen konnte, er daher nicht frei wurde und er ein schlechtes Sichtfeld (zur Seitenlinie) hatte.

So entstand das 1:1 auch recht logisch, als einmal Durm den Raum links nutzte, um nicht Guerreiro oder Reus, sondern Mor einzusetzen, während Reus ausweichend den Raum öffnete, in den Guerreiro mit einem „Zwischenlauf“ vorstoßen konnte. Diese schnellen Passmuster über mehrere Positonen hinweg zeigten die Borussen aber fast nie.

Dortmund wie gehabt – aber mit Ballbesitz

Man kann da jetzt natürlich bei den ganzen Vergleichen leicht fragen: Hey, wenn Dortmund Leipzig gerade erst geschlagen hat, warum werden die von Darmstadt mit der gleichen Taktik deklassiert? Zudem setzten die Borussen weitestgehend auf die gleiche Formation. Aus dem nominellen 5-3-2 pendelten die Mittelfeldspieler zwischen den Positionen: Mor zwischen Zehner und rechter Achter, Guerreiro zwischen Sechser und linker Achter, Reus zwischen zweiter Zehner und zweiter Stürmer. Dieses Mal war in der Defensive die 5-2-1-2-Staffelung etwas häufiger als das 5-3-2 oder das 5-2-2-1, aber die Unterschiede diesbezüglich waren marginal.

Neben der offensichtlich geringeren individuellen Qualität auf dem Feld, lag es schlichtweg an der Ausgangssituation, die psychologisch und in der Folge strategisch völlig anders war. Gegen Leipzig fokussierte sich die Borussia massiv auf das Umschaltspiel, wie das schon in den ersten Spielen der Rückrunde der Fall war. Es gab recht viele lange Bälle, wenig Risiko beim Spiel ins Mittelfeld und der Plan war – wie das dann auch gelang – stabil zu sein und über Kontersituationen die Tore zu erzielen.

Nun versuchten die Borussen jedoch, aus dem Spielaufbau nach vorne zu kommen, was gegen die übliche passive Spielweise der Darmstädter auch logisch und notwendig gewesen wäre. Dabei traf man aber eben auf ein überraschend starkes Pressing und offenbarte die taktischen Schwächen, die Dortmunds Ballbesitzspiel besonders in der Rückrunde aufweist. Die Positionen wurden zu statisch interpretiert, Verlagerungen waren zu langsam, Pässe wurden meist zu kurz und vorhersehbar zwischen den angrenzenden Positionen ausgetauscht, statt gegnerische Linien zu durchdringen. Zudem ist ein 4-2-2-2 nun mal naturgemäß nicht leicht zu knacken.

Beispielhafte Situation für Darmstadts massive Ballorientierung. Der nominelle Rechtsaußen Sam schiebt enorm weit nach links. Das ist nicht so sauber wie bei anderen 4-2-2-2-Teams große Abstände hinter dem ballnahen Block), aber eben auch sehr intensiv und sehr schwer zu knacken.

Beispielhafte Situation für Darmstadts massive Ballorientierung. Der nominelle Rechtsaußen Sam schiebt enorm weit nach links. Das ist nicht so sauber wie bei anderen 4-2-2-2-Teams große Abstände hinter dem ballnahen Block), aber eben auch sehr intensiv und sehr schwer zu knacken.

Darmstadts Konter, Dortmunds Dilletantismus

Aufgrund der starken Darmstädter Kompaktheit und Dortmunds ambitioniertem, aber ungut strukturierten Aufbauspiel entstanden überaus viele schwarzgelbe Ballverluste in gefährlichen Mittelfeldzonen. Durch die hohe, tornahe Position der Flügelstürmer konnte Darmstadt dann auch schnell in die seitlichen Räume neben der Dortmunder Dreierkette kommen, zumal sich Rosenthal geschickt als Verbindungsspieler zwischen den drei restlichen Angriffsspielern bewegte und Gondorf einige Male mit absurden Vorstößen entscheidend für Überzahl sorgte.

Vor dem 1:0 musste Guerreiro erst Sam abschütteln und dribbelte anschließend auf Altintop und Rosenthal (oben angesprochene Rückzugsbewegung) zu, die den Ball abfingen. Sam konnte durch seine enge Position sofort in den Raum hinter Guerreiro dribbeln, Heller hatte großen Vorsprung vor Pulisic und kam problemlos durch den Außenverteidiger-Raum zur Grundlinie durch.

Wie es Dortmund dann allerdings gelang mit vier Spielern vor dem eigenen Tor einen völlig auf sich allein gestellten Stürmer frei abschließen zu lassen, ist etwas schwer nachzuvollziehen. Der BVB hatte bei diesem Tor insgesamt eine 7-gegen-2-Situation im Strafraum (plus Bürki). Guerreiro raste nach seinem Ballverlust aber völlig panisch und genau im falschen Moment an Boyd und Bürki vorbei auf die Torlinie, während Sokratis, Durm und Burnic zu dritt den möglichen Pass in den Torraum verhinderten, während der Rückraum völlig offen blieb.

Tiefe Außenverteidiger und Switch-IV

Dortmunds Struktur zu Beginn des zweiten Durchgangs.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs.

Im zweiten Durchgang warf Tuchel die Dreierkette über Bord – zumindest so halb. Pulisic rückte ins Mittelfeld und Burnic spielte nun links, Durm rechts neben den beiden gelernten Innenverteidigern der Dortmunder Abwehr. Das nominelle 4-1-2-3 wurde aber immer mal wieder zum 3-2-2-3, indem sich Ginter neben Weigl nach vorne schob. Das sollte wohl zusätzliche Zentrumspräsenz erzeugen, um Räume auf den Flügeln und für Guerreiro zu öffnen.

Konstant in diesen beiden Strukturen war, dass Durm und Burnic ihre Positionen sehr tief interpretierten. Die Achter schoben indes weit nach oben, postierten sich häufig wie zwei breite Zehner im Rücken der gegnerischen Doppelsechs; man ging aus dem 4-1-4-1 also nicht wie üblich in eine Art 2-3-2-3, sondern eher in ein 4-1-0-5.

Diese Struktur nutzte Tuchel bereits im Laufe des vergangenen Kalenderjahrs einige Male, angefangen mit dem Pokalspiel gegen Stuttgart im Februar und häufiger dann im Herbst. Die Idee: Die tief angespielten Außenverteidiger, sollen die gegnerischen Flügelstürmer herauslocken, dann soll es mit schnellen Vertikalpässen in die Offensivreihe gehen, wo man die gegnerische Abwehr quasi 5-gegen-4 bespielt bzw. mit dem hohen Achter und dem breiten Flügelstürmer den gegnerischen Außenverteidiger überspielen kann.

Das ging gegen Darmstadt nicht auf, weil die eröffnenden Pässe ausblieben und die Angriffe zu langsam ausgespielt worden – zumindest gemessen am Verschiebetempo der Darmstädter. Pässe direkt auf Guerreiro oder Mor waren fast nie möglich. Nach Pässen auf die Außenverteidiger zog sich das Darmstädter Mittelfeld schnell zurück, „schluckte“ die Achter, verzögerte den Angriff und brachte die eigenen Flügelspieler wieder in den Block zurück. Im Laufe der zweiten Halbzeit wurde das Darmstädter Defensivspiel dann auch zunehmend etwas passiver und die Flügelspieler hielten sich etwas tiefer; nun fehlte der Borussia die passende Struktur, um zwei tiefere Viererketten zu zerspielen.

Tuchel versuchte dann noch die Achter auszutauschen und mit Kagawa und Dembele auf diese Position mehr (offensive) Qualität zu bringen. Das änderte aber nichts daran, dass diese Positionen kaum einmal vernünftig ins Spiel gebracht werden konnten. So gab es dann noch eine Umstellung auf ein ziemlich simples, normales 4-2-1-3 mit Kagawa in der Doppelsechs und Dembele als Zehner. Die änderte aber nicht viel.

Eine zerrissene Mannschaft

Während sich die Borussen verzweifelt bemühten, irgendwie Chancen aus dem Spielaufbau zu generieren, mussten sie sich auch noch mit Darmstädter Angriffen herumschlagen – und taten das ziemlich leidenschaftslos. Oft taten sich im Defensivverbund riesige Lücken zwischen Weigl und der Offensivabteilung auf.

Gegen die zunehmenden langen Bälle von Darmstädt verteidigten die Dortmunder Innenverteidiger gewohnt passiv und setzten sich früh in die Tiefe ab. Die drei Angreifer und oft auch die Achter reagierten auf diese Rückzugsbewegung der Abwehr häufig kaum. So entstand um Altintop und Gondorf oft eine riesige Lücke, die sich auf die Flügel fortsetzte. Darmstadt hatte es dadurch recht leicht, die zweiten Bälle zu gewinnen – zumal Colak dabei glänzte – und vor allem hatten sie es leicht, diese zu verarbeiten. Sie konnten immer wieder problemlos offene Räume um den Defensivblock finden und die Dortmunder weiter zurückdrängen.

Die Schwarzgelben hatten dann auch nach Balleroberung keine gute Anbindung – und kein gutes Umschaltverhalten – nach vorne, um ihrerseits Konter zu setzen. So fiel das 2:1, nachdem Dembele in einer Kontersituation isoliert wurde und den Ball im Gegenpressing an Altintop verlor. In der Folge fiel ein simples Tor, indem Dortmund erneut planlos und „lazy“ verteidigte. Nachdem Altintop im 1-gegen-2 zu lasch angelaufen wurde und sich mit einem guten Lupfer befreite, rückten Ginter und Burnic heraus, um den freien Sam zu stellen, den Kagawa eine Sekunde später onehin mit weniger Risiko hätte attackieren können. Burnic ließ dann auch noch den simplen Pass auf den freien Spieler in seinem Deckungsschatten zu und komplettierte die Fehlerkette.

Fazit

Ohne all zu viele davon gesehen zu haben, wage ich die Vermutung, dass das wohl die stärkste Darmstädter Leistung seit dem Bundesliga-Aufstieg war. Auch gegen eine gute Borussia hätten die Lilien mit dieser Performance gut gegenhalten können. Weil es keine gute Borussia war, war es zum Schluss nicht nur ein Außenseiter-Sieg, sondern auch noch ein völlig verdienter Sieg der klar besseren Mannschaft mit den klar besseren Chancen.

Die lindernden Umstände für den BVB sind, dass sie einige B-Spieler einsetzten und dass sie den Gegner so nicht erwarten konnten. Die mangelhafte Defensivarbeit ist aber davon unabhängig und ist besonders deshalb enttäuschend, weil Dortmunds Fokus seit der Winterpause gerade auf dem Defensiv- und Umschaltverhalten liegt. Die Schwächen im Aufbauspiel wären in diesem Kontext sogar in gewissem Maße verzeihbar, zeigen jedoch wie problematisch ein sehr starker defensiver Fokus für eine nominelle Topmannschaft sein kann. Bei den Dortmundern sind im Laufe der Saison einige negative Dinge zur Gewohnheit geworden.

ES 14. Februar 2017 um 15:55

Mal jenseits der Taktik und weil Du es angesprochen hast: Diese 7 gegen 2 Situation vor dem 1:0, bei dem der Heller wirklich gar nichts macht außer den Ball zum einzig frei stehenden Mann in die Mitte zu spielen, der auch nichts Tolles macht, außer den Ball reinzustolpern, das hat mich extrem verblüfft. So was habe ich noch nie gesehen. Entweder kommen nicht alle Verteidiger rechtzeitig in die Position oder die Stürmer machen irgendwas aufregend Cooles. Ein tölperlhafter Elfer, weil irgendeiner überflüssig übermotiviert ist, wäre auch noch im Bereich der Vorstellung gewesen. Aber das?

Ich wüsste gar nicht, wie man damit als Trainer umgeht. ist das eine Frage der (schlecht) eintrainierten Organisation in solcher Krisensituation im eigenen Strafraum oder eine Frage der geteilten Verantwortung (eben zu viele Köche vor dem eigenen Tor), die immer schief geht, oder ob man doch (unbewusst) glaubt, es reiche gegen einen solchen Gegner ein bisschen Zustellen der Räume, und man kommt knöchelschonend wieder aus dem Spiel (das berühmte Defizit zu der 100%igen Leistungsbereitschaft). Ich wüsste es nicht.

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idioteque 15. Februar 2017 um 16:02

Für mich ist das schlechte Endverteidigung, wenn von sieben Spielern niemand den Rückraum sichert oder den einzigen mitgelaufenen Gegenspieler deckt. Das sind Abläufe, die man eigentlich trainieren können müsste. Mit der Endverteidigung hat der BVB unter Tuchel aber schon häufiger Probleme gehabt. Ich erinnere mich z.B. letzte Saison an das Rückspiel gegen Schalke, wo man sich ein sehr ähnliches Tor gefangen hat.

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Kotte-Weber-Müller 14. Februar 2017 um 12:59

Die Geschichte ist alt, sehr alt:
Ganz egal was der „Matchplan“ sagt, wenn ich nicht in der Lage bin, mich an einen „plötzlich“ unerwartet anders spielenden und agierenden Gegner anzupassen, hab ich das Spiel nicht verstanden!
Man kann grundsätzlich nur die Realität kontrollieren!
Weigere ich mich, diese zur Kenntnis zu nehmen und mich daran anzupassen, was Tuchel ganz offensichtlich macht, ist es eine permanente Multiplikation mit Null – was immer Null ergibt.
Unberechenbarkeit und Gefahr strahlt der BVB nicht im Übermaß aus, eben weil sie sich der Matchplan des Trainers (inkl. Aufstellung) an Interpretationen und Theorien der Realität (des Gegners & der eigenen Truppe) orientieren, die einer Überprüfung nicht standhalten.
Tuchel mangelt es offensichtlich an Konzepten, die den BVB zu einem „Killer“ machen.
(Spieler, die „Killer“ sind, hat er – mehr als genug.)

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August Bebel 15. Februar 2017 um 02:30

Wie MRs Analyse zeigt, hat Tuchel mit einer Umstellung zur Pause doch versucht, etwas anzupassen, insofern verstehe ich deinen Beitrag nicht so ganz.

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MR 15. Februar 2017 um 13:09

„zu einem Killer machen“ ist ebenfalls eine Interpretation und Theorie der Realität.

Generell gilt das für alle Hypothesen und Prognosen. (Und jede Leistungsbewertung ist eine Hypothese, jede Trainerentscheidung ist eine Prognose.)

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luckyluke 15. Februar 2017 um 16:33

Du kennst aber inlegitente Ausdrücke…du musst Recht haben!

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Mlisiewi 14. Februar 2017 um 10:16

Ich meine mail aufgeschnappt zu haben (Glaube gar hier im Kommentarbereich von SV), dass Pulisic aus Sicht der Dortmunder „Bosse“ in der Zentrale noch stärker gesehen werde als auf der Außenbahn, was auch ganz meiner Meinung entspricht. Jemand ne Idee zu einer passenderen Einbindung Pulisic‘ Stärken/Meinung dazu?

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RadicalEd 14. Februar 2017 um 17:50

Sehe Pulisic tendenziell auch stark als „Zehner“ oder zweite Spitze, noch eher als am rechten Flügel, er ist nicht der schnellste Flügelspieler (jetzt auch nicht langsam, aber Endgeschwindigkeit ist nichts womit er sich in der Bundesliga vom Durchschnitts-AV abheben kann) und im 1 gg. 1 zwar recht stark aber sehe seine Stärken noch mehr im lösen von Kombinationsituationen auf engstem Raum und kann ihn mir gut als „Nadelspieler“ vorstellen der von der „10“ viele Torbeteiligungen haben könnte.

Problematisch ist daran imo, dass Tuchel (derzeit) eher mit zwei Achtern und einem Sechser agiert und wenn jemand im Zentrum mal eine freie Rolle bekommen hat dann war es in letzter Zeit eher Dembele (der im Moment einfach noch einen Schritt weiter als Pulisic zu sein scheint, insbesondere was Durschlagskraft angeht). Als offensiveren Achter könnte ich mir Pulisic zwar perspektivisch vorstellen, aber weiß nicht ob er da schon wirklich groß Struktur geben könnte und ob man mit Leuten wie Götze/Castro/Guerrerio(/Kagawa halte ich weiterhin für sehr gut, aber bei Tuchel gibt das nix mehr) nicht komplettere Optionen im Kader hat. Auf dem rechten Flügel dagegen ist Dortmund gar nicht mal so breit gesetzt. Klar Dembele kann es spielen und hat es auch schon gut erfüllt, aber Reus und Schürrle tendieren klar zum linken Flügel und Passlack scheint (noch) keine offensive Rolle zugetraut zu werden. Von daher denke ich das Pulisic sich einfach am rechten Flügel festgespielt hat, weil die Kadersituation und Taktik dies hergeben, selbst wenn Tuchel mehr mit einer zweiten Spitze oder einem echten Zehner agieren würde könnte ich mir vorstellen, dass Reus/Götze/Dembele da derzeit die Nase vorne hätten.

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tobit 14. Februar 2017 um 19:23

Pulisic ist auch für einen Flügelstürmer ziemlich schnell. Nicht ganz so schnell wie Costa oder einige andere, nicht ganz so explosiv wie Neymar oder Dembéle, dafür aber mit einem wahnsinnig guten Timing (besonders für einen 18-jährigen mit rund 12 Monaten Profi-Erfahrung) in seinen Aktionen, was ihm dann oft einen kleinen Vorsprung verschafft. Dazu legt er sich den Ball meist sehr sauber vor, was gerade Costa (um Mal bei einem in der „Parade“-Rolle vergleichbaren Spieler zu bleiben) oft abgeht.

Aktuell hat er auf RA eine Kadernische besetzt, das sehe ich auch so. Ob er diese in Zukunft zwangsweise verlassen muss, sehe ich aktuell nicht mehr unbedingt. Er kann von dieser Position derart vielfältig agieren, dass ein Wechsel ins Zentrum sein Repertoire eher einschränken könnte (außer er bekommt eine totale Freirolle, was aktuell wegen der eher „mäßigen“ Durchschlagskraft noch kein Thema sein dürfte/sollte).
Er hat bereits bewiesen, dass er sehr sauber an der Linie verteidigen und angreifen kann, was ihn als Flügelläufer (die wir in zukunft wahrscheinlich wieder noch öfter sehen werden) qualifiziert. Gleichzeitig hat er aber auch Sanchez’eske Horizontalläufe an der letzten Linie drauf, wodurch ich ihn mir auch gut als breiten/ausweichenden Stürmer (mit einem Pendant auf der anderen Seite und „falscher Neun“ oder um einen eher stationären Typ herum wuselnd) vorstellen kann. Die dritte Rolle als einrückender Flügel a la Iniesta traue ich ihm auch zu, auch wenn wir davon bisher wenig gesehen haben.

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Taktikfüchsin 13. Februar 2017 um 21:32

Stimme MR zu, dass die Unerfahrenheit der jungen Mannschaft ein Faktor ist; für mich sogar der aktuell wichtigste, auch wenn das hier auf einer Taktik-Seite sicherlich anders eingeschätzt wird. Solche Leistungsschwankungen, die sich ja durch die durch gesamte Saison ziehen, sind eben typisch für junge Spieler.

Es war klar, dass nach dem Abgang der drei Leistungsträger ein Vakuum entsteht. Man hat sich dann bewusst für einen Umbruch mit vielen sehr jungen Spielern entschieden, was ich begrüße. Das ist nachhaltig gedacht und wenn man diese für BVB-Verhältnisse etwas rumpelige Saison noch auf einem direkten CL-Platz abschließt, wovon ich immer noch stark ausgehe, hat wurde alles richtig gemacht. Da nimmt man eine Saison ohne jegliche Meisterschaft halt mal in Kauf, um in den nächsten Jahren umso mehr die Bayern angreifen zu können, die ihrerseits vor einem Umbruch stehen.

Ausrutscher wie dieser in Darmstadt werden bald der Vergangenheit angehören. Dembele sehe ich als Spiegelbild der tollen Entwicklung, die Schwarz-gelb derzeit durchmacht. Ganz so schwierig hätten sich dieses Übergangsjahr vielleicht wenige vorgestellt, was für meine Begriffe stark an Götze und Schürrle liegt, die der Erwartung, das junge Team mit zu führen, bisher nicht gerecht werden konnte. Gut möglich, dass die beiden aber bald gar nicht mehr gebraucht werden, weil sich die Talente auch ohne ihre große Hilfe schnell entwickeln.

Und dann – darauf wollte ich hinaus – bin ich mir sicher, werden die Spieler die Vorgaben besser umsetzen. Ich glaube nämlich nicht, dass die relative Dortmunder Schwäche hauptsächlich am Trainer liegt, der falsche Vorgaben macht, sondern vielmehr an den Spielern, die diese noch (!) nicht umsetzen können. Gut Ding will weile haben.

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Patrick E. 14. Februar 2017 um 20:19

„Ausrutscher wie dieser in Darmstadt werden bald der Vergangenheit angehören.“

Ich befuerchte eher, dass einige Spieler den Verein verlassen werden, nach dieser Saison.

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Daniel 14. Februar 2017 um 21:55

Einige Reservisten bestimmt (Rode als offensichtlichster Kandidat, vllt auch Ginter). Aber von den Leistungsträgern wüsste ich jetzt keinen, gibt ja nicht viele Vereine die über Dortmund stehen und bei denen seh ich jetzt keinen zwingenden Bedarf nach einem BVB-Spieler. Dembele würde Bayern gut zu Gesicht stehen, aber das wäre ja letzten Sommer auch schon der Fall gewesen.

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tobit 14. Februar 2017 um 23:54

@Patrick E.
Das schließt sich ja nicht gegenseitig aus.

@Daniel
Ginter und Bender dürften sich am Ende der Saison um einen Platz streiten. Beide sind nicht außergewöhnlich schnell, kopfballstark (Bender zumindest relativ gut, Ginter eher schlecht, besonders für seine Statur) oder beweglich, dafür relativ passsicher und können theoretisch auch als DM (beide) und RV (bisher nur Ginter) auflaufen. Unterschied ist ihr Zweikampfverhalten. Ginter ist da insgesamt sehr passiv ohne eine absolut herausragende Quote zu haben, während Bender mir da trotz bisher kleiner Stichprobe je nach Trainer-Anweisung ziemlich variabel zu sein scheint.
Rode sollte schnellstmöglich entweder defensiv oder offensiv eine klare Steigerung im Training zeigen, sonst dürfte das Kapitel bei seinem Herzensverein schon nach einem Jahr wieder beendet sein. Defensiv traue ich ihm einiges zu, offensiv kommt er mit Engstellen und der geforderten Handlungsschnelligkeit überhaupt nicht zurecht. Daher würde ich auch in Anbetracht seiner mangelnden strategischen Fähigkeiten am ehesten eine Rolle in der 3er-Kette (was dann zu Lasten von Bender UND Ginter ginge) sehen. Da hat er aber bisher noch keine Tauglichkeit (mangels Einsätzen) oder Entwicklung (scheinbar auch nicht im Training) nachweisen können.
Bei den Talenten sehe ich die Möglichkeit von Leihen sowohl bei einem aus Isak und Mor (ziemlich unwahrscheinlich) und einem aus Passlack und Merino (je nach Zugängen und anvisierter Einbindung mittel bis sehr wahrscheinlich).
Insbesondere Sahin und Kagawa sehe ich von den etablierten Spielern auf der Kippe, da sie ihre Leistung nur in sehr bestimmtem Kontext und nur inkonstant abrufen können.
Abgeben würde ich auch Aubameyang bei entsprechendem Angebot >75 Mio (da bin ich vielleicht gerade ein wenig biased wegen seinem Dauerversagen bei 100%-igen in wichtigen Spielen), da seine Rolle auch von Schürrle ausgefüllt werden kann. Schürrle bringt dazu auch defensiv und im Gegenpressing Höhe Aktivität und ein sehr kluges, aggressives Verhalten gepaart mit sehr guter Körpersprache mit, die ich bei Auba zuletzt öfters vermisst habe. Ein Auba-Abgang würde auch sehr viel Kapital zum Nachbessern von Mittelfeld und Abwehr einbringen, da der Sturm nicht zwangsweise einen teuren Nachfolger benötigt (die Altersstaffelung und die grundlegende Spielanlage von Schürrle und Isak wären jeweils ziemlich ideal kombiniert). Viel mehr Kapital als das von Auba dürfte nämlich nicht reinkommen. Ginter vllt 15-20 Mio oder Bender 8-13 und Rode maximal 6-9 (wenn es überhaupt einen Käufer gibt und er nicht erstmal verliehen wird wie Immobile) – macht insgesamt wieder ca. 100-110 Mio. Kapitalzufluss aus Transfers, wovon 12 schon sicher in Toprak fließend, 25-35 für einen ZM (z.B. Dahoud) und je nach Leihen und Abgängen evtl. einem weiteren IV (8-10 oder 20-30), ZM (6-9 oder 13-16) und 0-2 Offensivspieler (12-16 und/oder 20-25).
Bleiben müssen auf jeden Fall Reus, Dembélé, Guerreiro, Weigl und Bürki, denen ich zutraue mit Sokratis/Toprak und Schmelzer eine echte Achse zu bilden. Diese Sieben sollten in allen wichtigen Spielen dabei sein. Gerade Schmelzer wird da zu oft vergessen, der sich mittlerweile zum Stabilisator, Organisator und Sprachrohr auf und neben dem Platz entwickelt hat.

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Daniel 15. Februar 2017 um 11:19

@tobit
Den Zweikampf sehe ich nicht, in meinen Augen kann sich Ginter gegen Bender nicht durchsetzen.Sven ist für mich in jeder Hinsicht ein sehr starker Innenverteidiger, selbst sein Kopfballspiel ist nicht unterdurchschnittlich (obwohl wahrscheinlich seine größte Schwachstelle). Wenn Bender fit ist ist er für mich mindestens auf Augenhöhe mit Sokratis, den ich ein wenig überschätzt finde (allein in den letzten Spielen eine Bewerbung für den dümmsten Platzverweis aller Zeiten gegen Hertha und in Darmstadt war er für mich auch mit der schwächste, hebt beim 2:1 einfach durch fehlende Gedankenschnelligkeit das Abseits auf).
Rode passt denk ich einfach nicht zum BVB unter Tuchel. Bei Bayern fand ich ihn oftmals stark-hier waren die Innenverteidiger, Xabi Alonso und die eingerückten AV für den Ballvortrag in die gegnerische Hälfte verantwortlich und dort haben dann vor allem Robbery und Thiago den kreativen Part übernommen, sodass sich Rode auf Pressing/Gegenpressing und kluge Läufe konzentrieren konnte. Beim BVB müsste er als Achter den Übergang ins Angriffsdrittel managen, da die IV (Bartra womöglich ausgenommen) und vor allem die AV (weder Piszcek noch Durm oder Schmelzer haben auch nur entfernt das kreative Potential von Lahm und Alaba) dazu nicht in der Lage sind und Weigl auch eher wenige Vertikalpässe spielt. Das entspricht aber gar nicht Rodes Stärken. Als Halbverteidiger kommt er für mich auch nicht an Bartra, Bender oder Sokratis vorbei. Ich denke eine Trennung im Sommer ist für alle Seiten das Beste.
Witzig, dass du zu Aubameyang die gleiche Meinung hast wie ich…ich dachte, ich steh damit ziemlich allein. Ich wüsste nur nicht, wer für Auba >75 Mio zahlen soll. In meinen Augen sind alle Vereine mit dem erforderlichen Kleingeld auf der Stürmerposition bereits besser besetzt als mit Auba…

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tobit 15. Februar 2017 um 19:10

Wenn man Ginter abgibt, hat man 4 IV zwischen 27 und 29 und Merino, das ist von der Altersstruktur total unpassend. Will man Bartra und Sokratis nicht abgeben, muss man eigentlich Bender ersatzlos ziehen lassen (und konsequent mit 4er-Kette spielen) oder Ginter durch einen herausragenden Jungverteidiger wie Süle ersetzen, was dann ein Hauptsystem mit 3 IV erforderlich macht. Ich würde aktuell klar eine Formation mit 3er-Kette bevorzugen.
Ich sehe Sokratis schon als klar stärksten Verteidiger (im Wortsinne) beim BVB, aber die andern bringen alle gewisse Extras mit, die Sokratis nicht bieten kann.
Bender ist ein unheimlich anpassungsfähiger Spieler, was ihn neben den sehr spezialisierten Positionskollegen in Dortmund so wertvoll macht. Er ist überall ziemlich gut, aber halt nirgends absolut herausragend, was einen (in Kombination mit seiner Mittelfeldstaubsauger-Vergangenheit) immer verleitet ihn etwas zu unterschätzen.

Zu Rode d’accord. Theoretisch könnte er auch eine Rolle wie Schmelzer (hoch und breit vorstoßen, eher passiv, einrückend im Gegenpressing) spielen, aber dafür hat er bisher zu wenig als AV gespielt.

Zu den einrückenden AV: Ich glaube, dass das Tuchels Idee für Guerreiro war/ist. Schürrle als Breitengeber auf links, der schnell nach hinten umschaltet und Guerreiro von links neben Weigl einrückend. Dazu würde dann auch die sehr hohe Positionierung der nominellen Achter passen, die dann zu 10ern im 3241 werden. Aktuell macht Piszczek das ziemlich oft (auch wenn er da eher ein „nachstoßender“ Halbverteidiger ist) und taucht dann zentral vor dem Strafraum auf. Schmelzer rückt in Gegenpressing und bei Kontern oft erstmal Richtung Sechserraum und überlässt dem LIV oder Weigl den Flügel, da deren Wege dorthin viel kürzer sind.

Bei Auba fehlt mir irgendwie die Teilnahme am Spiel und in anderen Momenten die Kaltschnäuzigkeit. Er ist ein außergewöhnlicher Finisher gegen kleine Teams, aber keine für die „einfachen“ Tore. Auch seine technischen und defensiven Fähigkeiten sind überaus begrenzt, was man gestern sehr deutlich nach der Schürrle-Einwechslung sehen konnte, der viel mehr Bindung zum und Aggressivität in seinem Spiel hatte, wenn auch nicht so klare Schussmöglichkeiten. Sollte es daher ein entsprechendes Angebot geben, das er annehmen möchte, eröffnet sich durch die Verpflichtung eines spielmachenden Stürmers (Bsp. Ben Yedder, den ich gern letzten Sommer schon gesehen hätte, der jetzt aber Sevilla wohl kaum verlassen wird) die Möglichkeit die Optionen ganz vorne zu komplettieren und gleichzeitig noch eine Menge Cash für andere Baustellen zur Verfügung zu bekommen.

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Schorsch 15. Februar 2017 um 20:21

Kagawa dürfte der wahrscheinlichste Abgang sein. Tuchels (bisheriger) Fußball sieht keinen zentralen offensiven Mittelfeldspieler vor, und seine Stärken scheinen auch nicht gefragt. Auf anderen Positionen und mit anderen Aufgaben betraut wird er mMn kaum konstant die erwünschte Leistung zeigen können. Kagawa gilt als Spieler, der das Vertauen des Trainers in besonderem Maße benötigt. Tuchel ist da sicherlich nicht die ‚Vaterfigur‘ wie Klopp es war. Verlängern dürfte der BVB seinen in der nächsten Saison auslaufenden Vertrag wohl kaum bei den aktuellen Gegebenheiten. Wenn der BVB noch eine Ablösesumme generieren will, dann muss man ihn zum Saisonende 16/17 abgeben. Außerdem hat der japanische Nationaltrainer Kagawa zu einem Clubwechsel geraten. Er brauche unbedingt Spielpraxis, wenn er seinen Platz im Nationalteam nicht gefährden wolle.

Sahin wurde jetzt vor der Winterpause als Top-Kandidat für einen Wechsel (zumindest als Ausleihe) angesehen. Er selbst wollte dies aber offensichtlich nicht und stattdessen sich beim BVB seine Chance erkämpfen. Diese Chance wird er unter Tuchel aber nicht bekommen, nicht nur aufgrund seiner Geschwindigkeitsdefizite. Ein Wechsel zur nächsten Saison ist da wahrscheinlich, auch wenn er eine Identifikationsfigur ist.

S. Bender ist ebenfalls eine Identifikationsfigur (so wie Schmelzer auch). Er ist unumstritten als IV (zu dem er erst unter Tuchel wurde (auch wenn er unter Klopp bereits einige wenige Spiele als IV-‚Notnagel‘ bestritten hat), fehlt leider zu häufig verletzungsbedingt. Ein Wechsel ist mMn sehr unwahrscheinlich.

Einen Wechsel Ginters halte ich dagegen für sehr wahrscheinlich. Bereits zu dieser Saison gab es ganz konkrete Angebote (BMG und WOB), aber der BVB wollte ihn partout diese Saison halten, auch weil Topraks Wechsel verschoben wurde. Nächste Saison kommt Toprak, was mMn eine Wechsel Ginters wahrscheinlich macht.

Sokratis könnte selbst fort wollen, auch einen Wechsel von Reus schließe ich nicht aus. Wie bei Aubameyang, alles eine Frage des Preises.

Rode, Bartra und andere wird man nicht abgeben nach erst einer Saison, Götze und Schürrrle erst recht nicht. Was danach kommt, weiß man nicht. Vielleicht könnte eine Ausleihe Rodes infrage kommen.

Der Umbruch beim BVB hat vielleicht gerade erst einmal begonnen, Spieler wie Piszczek werden auch nicht jünger…

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FAB 13. Februar 2017 um 16:56

Ich habe keine Ahnung welchen Abgang man durch welchen Zugang ersetzen wollte:
So oder so hat vieles an der Transferpolitik beim BVB keinen Sinn ergeben.
Leider hat man es halt so auch noch kommen sehen …

http://spielverlagerung.de/2016/08/28/bvb-neu-holt-ersten-saisonsieg/#comment-163384

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Simon 13. Februar 2017 um 18:57

Hi,

kannst du (oder jemand anderes) mir bitte genauer erklären, was du in diesem Beitrag mit Struktur meinst, bzw warum/womit ein Spieler einer Mannschaft eine Struktur gibt (wie kann ich mir das vorstellen), und aus welchen Gründen manch einer Spieler eben keine Struktur braucht, welche Eigenschaften er dann hat, bzw wieso ihm diese Struktur schadet?

Ich habe im Taktiklexikon dazu nicht viel gefunden.

Antworten

FAB 14. Februar 2017 um 15:03

Struktur ist tatsächlich kein Begriff der Taktik, eher aus der Soziologie, von daher gibt es dafür auch keine offizielle Definition für den Sport.
Aus der Taktiklehre kommen eher Begriffe wie Formation, Bewegungsabläufe, Abstände, Positionsspiel. Das sind wohl die Begriffe die ein Trainer in seiner gruppentaktischen Trainingsarbeit verwendet.
Dazu kommt aber noch die Individualität der Spieler, nennen wir es die Individualtaktik. Also alles was ein einzelner Spieler macht, eher aufgrund seiner Veranlagung und auch seiner Stellung innerhalb der Mannschaft. Speziell das Offensivspiel lebt davon, dass einzelne Spieler mit ihrer Individualität ausbrechen. Das kann entweder als Ablauf so einstudiert sein oder auch improvisiert. Hier kommt auf jeden Fall der Begriff Struktur ins Spiel:
Es gibt Spieler die selbst Strukturen schaffen, also Gelegenheiten für andere Spieler vorbereiten. Im klassischen Sinne waren das die Strategen, also die Spieler mit hohen Packingwerten, die einen Laserpass spielen, einen punktgenaues Pass oder eine Verlagerung. Zu diesen Strukturen / Gelegenheiten braucht es aber optimalerweise noch andere „flankierende“ Abläufe: Spieler die durch Bewegungen Gegenspieler weglocken um Räume zu schaffen oder umgekehrt Räume zulaufen um Überzahlsituationen herzustellen oder auch Spieler die einfach die Bewegungen von anderen ausbalancieren. Natürlich können solche Gelegenheiten auch durch Dribblings geschaffen werden, es muss also kein Pass sein. Auf jeden Fall gibt es Spieler, die solche Strukturen schaffen und andere die solche Strukturen nutzen.
Mit Gündogan und Mkhitaryan hatte man letzte Saison natürlich 2 herausragende Spieler in dieser Hinsicht. Gündogan halte ich für einen der stärksten Strukturspieler überhaupt. Er ist zwar kein „Stratege“ im Klassischen (um nicht zu sagen im altmodischen) Sinne wie Xabi Alonso oder auch Kroos und Özil. Gündogan schafft Strukturen einfach durch seine Präsenz und mit seiner Fähigkeit auch unter extremer Bedrängnis aufgrund seiner Ruhe und Technik bestehende Spielstrukturen aufrechtzuerhalten (Thiago hat übrigens ähnliche Fähigkeiten). Auch Mkhitaryan ist in dieser Hinsicht einzigartig, weil er es versteht sowohl Strukturen für andere zu schaffen, also auch selbst welche zu nutzen. Das man solche Abgänge nicht ersetzen kann war klar.
Aber das man stattdessen lauter Spieler holt, die in dieser Hinsicht ganz besonders limitiert sind, war dann doch überraschend:
Rode: Im modernen Fussball kann man alleine mit individueller Physis kaum mehr etwas erreichen bzw. den Gegner in Bedrängnis bringen, dazu sind die gegnerische Formationen zu gut gestaffelt. Solche Spielertypen sind Auslaufmodelle, selbst Pogba hätte den BVB wohl nur bedingt verstärkt. Rode sehe ich mit seiner Qualität nur noch bei den eher reaktiven Bundesligamannschaften, wie Köln, Hertha usw.
Castro: Hat fussballerisch eigentlich Potential, ist aber irgendwie ohne die nötige Ruhe und Sicherheit in den verschiedenen engen Situationen. Wenn das Spiel weiträumiger ist, kann er sich in einen Rausch spielen (Real Madrid war ein passendes Beispiel). In engen, taktikgeprägten Spiel schafft er es aber irgendwie nicht selbst kreativ zu werden. Genau das ist es aber was der BVB bräuchte.
Schürrle: Er hat eigentlich nur einen guten Move. Durchbruch auf der linken Außenbahn, nach innen stoßen und mit rechts den Abschluss suchen. Das hat er in Mainz gezeigt. Den Platz (die Struktur) die er damals hatte, wird er niemals wieder in der Bundesliga finden.
Kagawa und Götze: Beide sind in den Gegenpressingstrukturen von Klopp groß geworden. Ihre Aufgabe bestand damals darin als einäugiger (aufgrund ihrer guten Technik) unter all den „blinden“ Laufwundern wie Großkreutz, Pisczek, Bender und Kuba aus den günstigen Situationen, die aus dem Gegenpressing erzeugt wurden, in denen man selbst oft sogar Überzahl hatte oder in der der Gegner zumindest ungünstig abgesichert war, das Optimale herauszuholen. Bei Kagawa war es der tödliche Pass auf Barrios oder Lewandowski, bei Götze oft diese fiesen Kombinationen mit Reus, Gündogan oder Lewandowski in situativer Überzahl. Auch diese Strukturen gibt es so beim BVB unter Tuchel nicht mehr. Obwohl ich bei Götze eigentlich schon noch überzeugt bin, dass er aufgrund seiner Fähigkeiten, sich auch an andere Formationen anpassen könnte.
Ich hätte es mir halt gewünscht, wenn man wenigstens Spieler verpflichtet, bei denen die Hoffnung besteht, dass sie in die Fußstapfen von Gündogan hereinwachsen: Dahoud oder Mateo Kovacic. Ich meine wenn man sich die Verpflichtungen von Schürrle und Rode gespart hätte, hätte man dafür immerhin 40 Mio. ausgeben können!
Mkhitaryan hat man durch Dembele eigentlich noch vernünftig ersetzt. Auch wenn es natürlich vollkommen unterschiedliche Spielertypen sind. Das man jetzt aber notgedrungen versucht Guerreiro umzuschulen, um einen einigermaßen vernünftigen Ersatz für Gündogan zu haben, finde ich halt eigenartig.
Warum manch ein Spieler keine Struktur braucht? Damit sind Reus und Dembele gemeint. Sie sind einfach nicht abhängig von bestimmten Strukturen. Früher hätte man gesagt es sind einfach Straßenfussballer, die in jeder beliebigen Situation irgendeine Antwort finden. Anders als Mkhitaryan sind sie aber auch stärkere Einzelgänger und erzeugen für andere nicht wirklich viel.

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tobit 14. Februar 2017 um 20:35

@FAB
Zu deinem Absatz über Strukturgeber und Strategen:
Ein Stratege ist nicht zwangsweise ein Strukturgeber. Alonso z.B. hat bei Bayern sehr oft die Struktur durch sein überpräsentes Bewegungsspiel nachteilig beeinflusst. Auch in der Bayern-Triple-Mannschaft habe ich zwar Schweinsteiger als Strategen wahrgenommen, aber der Strukturgeber des Mittelfelds war für mich eher Martinez, der sich immer wieder als Kombinationspartner und Absicherer angeboten hat. Laserpässe oder einzelne „schneidende“ Pässe/Dribblings würde ich ebenso nicht als Kriterium des Strukturgebers sehen (außer man macht das so konstant und fokussiert wie Boateng unter Pep, Hummels mit seinen Vorstößen oder Messi in seinen Phasen neben Busquets), sondern als netten „Bonus“. Diese Pässe können nämlich die „Straßenfussballer“ oder „Strukturbrecher“ (die manchmal die eigene, aber öfter die gengnerische Struktur aufbrechen) auch (und teilweise besser) spielen.
Strukturgeber sind auch nicht unbedingt Vorbereiter. Sie sind meistens Spieler mit außergewöhnlichem Bewegungsspiel, hoher Präsenz in ihrem Wirkungsbereich und herausragender Übersicht und Reaktionsschnelligkeit. Gündogan, Hummels, Iniesta (etc.) weisen unheimlich wenige Scorerpunkte aus, obwohl sie ständig an Angriffen beteiligt sind. Es gibt genauso auch Strukturgeber, die gleichzeitig totale Scorermaschinen sind (Benzema, Mkhi, Özil, Sanchez, Sahin in der Meistersaison), weil sie ihre Strukturen auch selbst „benutzen“.

Die Dortmunder haben im Sommer tatsächlich drei ihrer fünf Strukturgeber verloren.
Hummels fürs erste Drittel, der mit seinen Pässen meist entschieden hat, ob nach einem Ballgewinn schnell gekontert oder gemächlich aufgebaut werden soll. Dazu kam seine dominante Ausstrahlung als Kapitän, der auch nach eigenen Fehlern schnell wieder zur Stütze für alle anderen wurde.
Mkhi für den Übergang ins und das letzte Drittel selbst machte sich herausragend stark anspielbar und war in der Lage dann Engstellen aufzulösen oder auf verschiedensten Wegen selbst durchzubrechen, was ihn zum ultimativen Partner der „chaotischen“ Abschlussspieler Aubameyang und Reus machte.
Gündogan für alle Bereiche, der durch schlichte Omnipräsenz den Ballbesitz auf ein teilweise Barca’eskes Level heben konnte. Er sammelte hinten den Ball ein, kombinierte oder dribbelte ihn nach vorne und bot sich dort dann als Engstellen- und Problemlöser an.
Verblieben sind die Strukturgeber des zweiten Drittels, bzw. des Übergangs dorthin: Weigl und Sahin, die sich leider nahezu ausschließen. Beide agieren auf ihre Weise als Überwinder der ersten gegnerischen Pressinglinie und danach als sichere Verteilstelle zwischen den offensiven Halbräumen (die wegen Aubameyangs Kombinationspassivität im Sturm oft nur so verbunden werden können). Sahin spielt dabei meist den Pass zur Überwindung der gegnerischen Stürmer (egal ob kurz oder lang), während Weigl meist hinter, zwischen oder knapp neben den gegnerischen Spitzen den Ball erhält und von dort nach Abschütteln des (Rückwärts-)Pressings weiterverteilt.

„Neu“ dazugekommen sind Guerreiro, Götze und situativ Reus, Bartra und Pulisic (sowie potentiell Merino). Alle fünf sind aber auf diesem Gebiet längst nicht so stark oder konstant, wie ihre „Vorgänger“. Guerreiro und Reus fielen dazu länger (bzw. immer wieder) verletzungsbedingt aus.
Götze scheint in seinem Profil noch unklar zu sein. Er könnte sowohl ganz nah am Strafraum als Engstellenlöser, oder auch als „Zweiter Mann“ im mittleren Drittel (das war letzte Saison Gündogan) agieren, aber (noch) nicht wie Gündogan beides übernehmen. Dazu fehlt es ihm noch an Präsenz, „Dynamik“/Weiträumigkeit und vielleicht auch an Selbstbewusstsein.
Guerreiro kommt Gündogan in vielen Dingen ziemlich nahe, hat aber bisher nicht die alles überragende Präsenz und Dribblingstabilität in/aus tiefen Zonen zeigen können (was wohl sonst nur Modric auf dem Niveau könnte).
Bartra hat zwar teilweise noch genialere Ideen als Hummels, kann diese aber nicht so dominant durchdrücken bzw. fehlt ihm darin die Stabilität. Daher ist sein Impact zu häufig auf einzelne Situationen beschränkt (z.B. lange Pässe auf den durchstartenden Guerreiro, die schon zu mehreren Toren geführt haben). Ihm fehlt dazu defensiv wohl das Organisationsgen (bzw. Erfahrung und Standing im Team) von Hummels.
Reus und Pulisic bewegen sich im letzen Drittel oft sehr intelligent und reagieren dabei gut auf die Aktionen der „Strukturbrecher“ Aubameyang und Dembélé (zu denen gehörten situativ auch Guerreiro und Castro). Ohne sie lassen sich die Angriffsversuche der Dortmunder nach dem Übergang ins letzte Drittel leichter verteidigen, da sie schnell(er) zuendegespielt werden (müssen) als mit ihnen. Reus versuchte in seinen wenigen Spielen auch durch tieferes Fallenlassen Einfluss zu erlangen, während Pulisic (auch wegen seiner oft sehr klar definierten Rolle) eher durch seine Entscheidungen an der letzten Linie (dribbeln oder nicht, Tiefenlauf oder Anspielstation, ballfern breit bleiben oder einrücken) den Angriffsverlauf subtil beeinflusst (auch wenn er nicht angespielt wird).

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Koom 17. Februar 2017 um 10:50

Finde den Strukturgeber gut erklärt von dir.

Man könnte auch sagen: Es sind Spieler, die IHRE Positionsfindung durchsetzen und sich dabei nur wenig vom Gegner abbringen lassen. Gerade Martinez finde ich da toll genannt, speziell in dem CL-Finale gegen Dortmund: Wo die restlichen Bayern untergingen, stemmte sich Martinez im zentralen Mittelfeld mit seiner absurden Pressingresistenz gegen das Dortmunder Anlaufen und setzte damit dann nach und nach die Bayern-Struktur durch.

Also nochmal: Strukturgeber sind die, die die eigene geplante Mannschaftstaktik trotz gegnerischem Einfluss durchsetzen wollen und können. Sie weichen wenig aus, lassen sich nicht wegleiten oder „verführen“ und sorgen durch diese meist essentiellen Verbindungen dann dafür, dass die eigene Eingespieltheit und die eigenen Abläufe des Teams durchkommen.

Und ja, Hummels, Gündogan, Mhkytarian und auch Lewandowski sind da ziemliche Paradebeispiele.

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Simon 16. Februar 2017 um 22:28

Vielen Dank für die sehr ausführliche Erklärung, das bringt mich in meinem Verständnis weiter 🙂

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Schorsch 13. Februar 2017 um 20:14

„Da stehen insgesamt noch sehr viele Fragezeichen hinter dem BVB hinsichtlich dieser Saison. Was ja auch nicht verwunderlich ist, wenn 3 wichtige Spieler aus verschiedenen Mannschaftsteilen den Club verlassen haben und eben nicht 1:1 ersetzt wurden bzw. werden konnten. Einige neue Spieler sind zudem noch sehr jung (wobei man Passlack hier durchaus dazu zählen darf), andere Neuverpflichtungen (aber auch Spieler, die seit längerem im Kader sind) sind z.T erst sehr spät zur Mannschaft gestoßen (EM, Olympia, späte Verpflichtung). Und wie die körperliche Verassung und Form eines Götze tatsächlich ist, muss sich noch herausstellen. Da sollte man erst einmal das erste Saisondrittel abwarten, bevor man ein erstes Zwischenfazit zieht. Womöglich wird es die gesamte Hinrunde dauern, bis sich ein klares Bild ergibt. Wenn am Ende der Saison der vierte oder besser noch der dritte Rang (und damit die CL-Qualifikation) herauskommt, das Achtel- oder Viertelfinale der CL und vielleicht das Viertel- oder Halbfinale des DFB-Pokals (je nach Losglück) erreicht wird, dann wird man mMn von einer sehr erfolgreichen Saison des BVB sprechen können.

Außerdem bleibt abzuwarten, ob denn die so hoch gehandelten Mitbewerber tatsächlich alles halten, was sich viele von ihnen versprechen… 😉 “

Ein Auszug aus einem meiner Kommentare aus demselben thread (nach dem ersten Saisonspiel). Prinzipiell bleibe ich bei dieser Aussage.

Die ‚hochgehandelten Mitbewerber‘ wie B04, S04 oder BMG haben sich bislang tatsächlich nicht als das entpuppt, was man sich erhofft hatte. Nun gut, da könnte es ja nun eine Trendwende geben.

Die ’sehr vielen Fragezeichen hinter dem BVB diese Saison‘ haben sich mMn nicht aufgelöst, da hat die Hinserie nicht ausgereicht. Was Götze anbelangt, so haben sich die Fragezeichen eher noch verstärkt. Ich schrieb auch noch sinngemäß, dass niemand außer Tuchel weiß, wie er die Neuverpflichtungen einbauen will und welche Rollen und Aufgaben er ihnen zugedenken wird. Mittlerweile habe ich den Eindruck, Tuchel wusste das damals nicht und weiß es heute immer noch nicht… 😉

Nichtsdestotrotz hatte ich versucht, die Neuverpflichtungen aus Sicht ihrer Stärken zu sehen und wie sie so für den BVB von Nutzen sein könnten. So wie es jetzt ausschaut, war das bei der einen oder anderen Personalie wohl zu optimistisch. Aber die Saison ist ja noch nicht beendet… 😉

Eine andere Sache, die mich seit einiger Zeit umtreibt. Tuchel lässt eigentlich ohne einen ‚fixen‘ 10er spielen, wie er in einem 4-2-3-1 z.B. vorgesehen ist. Götze und auch Kagawa sind Spieler, die auf dieser Position (wenn auch in unterschiedlicher Interpretation) ihre jeweiligen Stärken am besten ausspielen können. Mittlerweile habe ich große Zweifel, ob beide oder einer von beiden sich zu einem effektiven 8er wird/werden entwickeln können. Beraubt sich Tuchel da nicht einer Chance? In seiner ersten Halbsaison als Trainer beim BVB ließ er zwar auch schon bevorzugt ein 4-1-4-1 spielen. Dies war allerdings derart offensiv ausgerichtet, dass Kagawa eigentlich als 10er agiert hat – und das sehr erfolgreich. In der Rückrunde war man zur besseren Konterabsicherung deutlich defensiv kompakter ausgerichtet, und quasi damit einhergehend ließen Kagawas Leistungen deutlich nach. Ich frage mich, ob eine Systemänderung und damit verbunden eine leichte bis größere Änderung der Spielweise nicht dem aktuellen Kader eher angemessen wäre. Z.B. ein 4-4-1-1 oder ein 4-3-2-1, vielleicht auch ein klar strukturiertes 4-2-3-1 (nicht nur als Option für ein Spiel). Das Spiel gegen Leipzig hat gezeigt, wo nach wie vor die Stärken des BVB liegen. Klar, so wie Leipzig spielt kaum eine andere Mannschaft. Aber wer so schnelle Spieler wie Dembélé, Reus oder Aubameyang in seinen Reihen hat, muss doch diese Schnelligkeit besser ausnutzen als es bislang unter dem Strich passiert ist, oder?

Nun ja, jetzt geht es erst einmal gegen Benfica im schönen Lissabon und dann gegen die Wölfe vor einer leeren Südtribüne. Man darf gespannt sein…

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csp 13. Februar 2017 um 21:49

Wenn mir die Achse mit Hummels etc wegbricht, warum nicht einfach ma „ohne“ Achse?
Wie wärs mit einem 3-6-1 oder, wenn der Gegner tief steht, den „Kreisläufer“ auflösen und 3-1-6?
Manchmal erscheint mir der BvB Kader nahezu darauf ausgerichtet. Hätte auch den Vorteil, dass die Spieler, die noch die alte Achse kennen, diese nicht mehr (unterbewusst) suchen müssten?

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tobit 13. Februar 2017 um 23:52

Wie würdest du denn ein 361 oder ein 316 spielen? Und was meinst du mit dem Kreisläufer?
Offensiv gibt es ja oft genug 3241 und 3142 zu sehen (was einem 361 wohl so nah kommt wie sonst nur Sevilla manchmal), würdest du also die Defensivformation tatsächlich als 361 wählen?

Im 361 würde ich aggressiv vorschiebende Breitengeber und einen spielmacherisch begabten Stürmer als essentiell betrachten.
Daher würde Aubameyang für mich nicht in die Mannschaft passen – was wohl nie passieren wird, dass man ihn aus taktischen Überlegungen rausnimmt. Lässt man ihn drin, bekommt man ein massives Problem entweder beim Ballvortrag oder bei der Konterabsicherung (oder beides). Er ist fast nie anspielbar, und wenn, trifft er abseits des Strafraums keine wirklich konstant guten Entscheidungen im Passpiel (und bringt seine Pässe auch eher schlecht zum Mann). Möchte man ihn nicht anspielen, braucht es für einen effektiven Ballvortrag entweder ein sehr schnelles Aufrücken von zwei der Zentral-/Halbspieler oder sehr frühe 1vs1-Duelle von Dembélé und Co., die quasi nur von der 3er-Kette abgesichert werden können. Schlussfolgerung: Reus oder Mor als Stürmer, die sich fallen lassen können und dann auch eine Idee mit dem Ball haben.
Um diesen eher tieferen Stürmer auszugleichen und den Gegner vertikal zu strecken müssten die Flügel schnell weitvorrücken, zumindest eine gewisse Gefahr im 1vs1 und eine Menge Dynamik mitbringen, aber gleichzeitig auch defensiv den Flügel verteidigen können. Dafür sehe ich im Kader Pulisic und Schürrle als perfekte Kandidaten, mit Passlack und Durm als Rotationsmöglichkeiten (die dann offensiv schon wesentlich ungefährlicher sind). Schmelzer hätte daher ebenfalls aktuell keinen Startplatz, könnte aber als Halbverteidiger (wie von SV.de schon früher mal vermutet) ins Team rutschen.
Dembélé und Götze könnten die Halbspieler im Mittelfeld geben, während Guerreiro und Weigl das Zentrum besetzen (oder man tauscht Guerreiro und Götze).
In der Abwehr gibt es dann etliche Variationsmöglichkeiten, je nach dem, ob man eher schnelle, zweikampfstarke oder aufbaustarke Spieler bringen möchte. Außer Bartra haben alle zur Verfügung stehenden Verteidiger jedoch maximal zwei dieser Schlüsselattribute. Sokratis ist für mich gesetzt, da er der bei weitem stabilste Verteidiger ist, die Halbverteidiger müssten dann zwischen Schmelzer, Piszczek, Passlack, Bartra, Rode und Bender ausgewählt werden – Ginter spielt aufgrund seines passiven (Verteidigungs-)Stils nur als Antithese zu Sokratis eine Rolle in bestimmten Spielen.
http://lineupbuilder.com/?sk=dy09p
Insgesamt würde ich wegen Götze, Reus und Guerreiro auf einen klaren Linksfokus setzen, an dem sich Dembélé frei beteiligen könnte, oder halbrechts an die letzte Linie stößt. Generell würden Dembélé und Schürrle im Pressing oder bei Ballgewinnen als erste aus dem 6er-Block vorstoßen. Pulisic könnte dadurch gelegentlich tiefer in den rechten Halbraum einrücken und sonst als 1vs1-Spieler nach Verlagerungen bereit stehen. In der Abwehr würde ich gerne Passlack oder Rode rechts sehen, da sie technisch relativ stark (zumindest für „IV“), dynamisch und aggressiv sind. Diese Aggressivität ist wichtig, um die 1vs1-Duelle auf rechts weiträumig absichern zu können.

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csp 14. Februar 2017 um 17:19

da Fussball zumindest für mich immer häufiger so ähnlich wie Handball aussieht, bin ich gedanklich etwas in die Richtung Handball abgedriftet – deshalb Kreisläufer (ein Spieler der am Kreis = 16ner steht und u.a. als Zielspieler fungiert).
Der Gedanke war dass mit schnellen Spielern wie Reus, Dembélé, Auba, Schürrle, … eigentlich ein Durchbruch/Konter aus tieferer Ball-Zirkulation möglich sein sollte. Wenn die offensiven Spieler aber eher auf einer Linie stehen – so die Idee vllt, wieder vom Handball beeinflusst – sollte dieser Durchbruch an mehreren Stellen und somit überraschender möglich sein.

Deine lange Antwort (danke) hat auch meine Bedenken bzgl der Defensive des BvBs bekräftigt.

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tobit 15. Februar 2017 um 00:17

Okay, wenn du quasi aus dem Aufbau kontern möchtest, dann muss die Sturmreihe ja so stehen, dass sie auch durch kurze Pässe erreichbar ist, also eher ein 316(0) ohne Stürmer (bzw. Kreisläufer), der den Gegner nach hinten drückt. So ähnliche Staffelung es gibt es ja immer wieder, nur lassen sich daraus schwer Chancen erspielen, da die Angreifer durch ihre flache Staffelung trotz räumlicher Nähe voneinander isoliert sind. Ein weiteres Problem im 316(0) ist die Möglichkeit des Gegners, vertikal sehr kompakt zu bleiben und damit den Beschleunigungsvorteil der Angreifer zu negieren.
Ich halte 6 Spieler an der letzten Linie auch für zu viel – 3-5 reichen völlig aus, um die gegnerische Abwehr zu beschäftigen. Die „gewonnenen“ Spieler sind wohl im Aufbau für konstante Überzahl wichtiger und besser zu gebrauchen. 6 Mann ganz vorne lohnt sich nur, wenn man daraus viel Starfraumpräsenz und gut vorbereitete Flanken machen möchte, was jetzt nicht gerade zum BVB-Kader passt.


Patrick 13. Februar 2017 um 10:43

Guter Artikel!

Aber selbst als BVB Fan muss ich sagen finde ich diese Aussage: „Die lindernden Umstände für den BVB sind, dass sie einige B-Spieler einsetzten und dass sie den Gegner so nicht erwarten konnten.“ etwas verwirrend. Es wurden doch vor der Saison Spieler fuer viel Geld gekauft, die den Kader verbreitern sollten. Da finde ich halt, darf so etwas keine Ausrede sein. Wir haben genug Spieler um auch in so einer Situation eine 11 auf den Platz zu bringen, die den Darmstaedtern ueberlegen ist.

Genau wie die unglaublich schwankenden Leistungen schwankt meine Meinung zu Tuchel momentan auch sehr. Spieler wie Sahin oder Kuba (fuer einen Fan war der Abgang echt schwer) koennte man doch in diesen Phasen gut gebrauchen. Sahin hat diese „laserpaesse“ ja auch mal beherrscht. Tuchel wurde ja auch viel fuer seine taktische flexibilitaet gelobt aber auch in dem Gebiet fehlt mir gerade sehr viel.

Insgesamt ist unser Spiel einfach viel zu sehr auf Einzelaktionen oder Flanken ausgelegt im Moment. Ich vermisse, dass man das Tempo mal mit nimmt und einen Angriff zu ende Spielt. (Nicht Blind 😉 )

(Sorry fuer fehlende Umlaute, habe auf der Arbeit eine US Tastatur)

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MR 13. Februar 2017 um 13:59

Das Argument ist ja auch nicht, dass man deshalb individuell überlegen war, sondern es sind eben „lindernde Umstände“. Wenn man Mor, Durm, Burnic mit Dembele, Schmelzer, Bartra tauscht, dann wäre so ein Spiel eben noch mal deutlich weiter weg von der Erwartungshaltung.

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Marcello 13. Februar 2017 um 16:36

Ich meine zu erahnen, dass Tuchels Kritik nach dem Spiel eben nicht an die Führung gerichtet war, wie alle so gern interpretieren, sondern an die Mannschaft. Die beschriebenen Defizite sind ja so auch schon in der Hinrunde aufgetreten und ziehen sich so durch den gesamten Saisonverlauf. Die Argumente, warum dem so ist gehen scheinbar nur so langsam aus bzw. ist das ganze Gebilde viel zu komplex um den Sachverhalt mit nur einem Oberbegriff erschlagen zu können. Verletzung , Fitness, Alter der Spieler, Defensive Intensität etc. pp. All das ist schon benannt worden und auch bearbeitet worden. Die Probleme bleiben aber und sind den Jungs gegen ein unerwartet starkes Darmstadt voll auf die Füße gefallen. Ich erinnere mich an den Weggang von Lewandowski und die Saison danach. Vieles im Dortmunder Spiel stütze sich auf ihn, was nach seinem Abgang offensichtlich wurde. So einfach zu ersetzen war halt nicht. Man schüttelt scheinbar keine neue Spielidee so einfach aus dem Ärmel. Das ist wohl viel Klein-Klein, habe aber beim BVB diese Saison den Eindruck, dass es manchmal an den Basics hapert. Die Saison hat man Hummels , Gündogan und Micki verloren. Also 3 Spieler des Lewandowski Kalibers. Selbst wenn man Gündogan aufgrund seiner Anfälligkeit für extrem langewierige Verletzungen „raus rechnet“, sind Hummels und Micki extrem herbe Verluste auf dem Platz, die allein schon durch ihre Präsenz für gewisse Strukturen sorgen. Klar erklärt das nicht immer alles, aber ich bin da schon ein bisschen bei Tuchel. Letztes Jahr hatte er eine wunderbare Frucht mit ´nem starken Kern, dieses Jahr blieb im nur das „Drumherum“. Vielleicht dauert es schon noch etwas , bis sich so´n neuer Kern bildet.

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Lambert Dinzinger mit Sohn Lambert 15. Februar 2017 um 16:50

Bin da bei dir, auch wenn es „mildernde“ Umstände heißt…

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Robert Heinen 13. Februar 2017 um 08:09

Hallo,
Taktik hin Taktik her.
Das Problem ist doch viel einfacher die Ballsicherheit, Übersicht und Pässe von Hummels fehlen total.
Die Mannschaft hat keinen wirklichen Leader mehr die Mischung stimmt nicht mehr zu viel junge ungeduldige Talente die einen Gegner nicht ausgucken können sondern Kopflosen Hurra Fußball spielen.
Das schlimme ist das Tuchel Spieler hat die führen könnten aber die bekommen nicht das Notwendige Vertrauen vom Trainer und damit ist Ihr Standing in der Mannschaft dauerhaft beschädigt!
Die Mannschaft hat nicht die Notwendige Hierarchie und Erfahrung um stabil zu spielen oft halt schön anzusehen aber es gibt keinen Schönheitspreis im Fußball halt A Jugend Niveau.

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Koom 13. Februar 2017 um 10:04

Wenn 3 Weltklasse-Stammspieler verloren gehen, dann ist das ein harter Verlust. Damit hat Tuchel auch motivationstechnisch zu kämpfen. Darmstadt wurde zudem auch klar unterschätzt, von Trainer (Aufstellung) wie Mannschaft.

Nichtsdestotrotz: Das Spielermaterial des BVB ist immer noch sehr gut. Aber es passt noch nicht zusammen. Es wurde bspw. noch kein 6er als Entlastung neben Weigl gefunden, der wiederum das Rückgrat des BVB zu sein scheint – und als solches eliminiert werden kann.

Was sicherlich auch ein Problem ist: Tuchel ist wegen der Zusatzbelastung DFB-Pokal + CL sicherlich auch sehr am Lernen. Man darf nicht vergessen, dass Tuchel trotz alle der Zeit bei Mainz 05 noch ein junger, teilweise auch unerfahrener Trainer ist. Der sehr sehr viel im Kopf hat, was sicherlich manchmal auch Schaden kann, wenn man im Kopf 2 Schritte weiter ist als die eigentliche Umsetzung.

Persönlich denke ich, dass der BVB Geduld haben und/oder lernen sollte. Tuchels Arbeit ist IMO sehr gut, aber der Kaderumbau hat nicht geklappt. Dem Kader geht momentan etwas die Intensität ab. Das betrifft auch Weigl, der natürlich kein „intensiver“ Spieler ist, sondern ein Spiel sehr gut strukturiert und leitet. In der IV würde ein fitter Bender gut tun.

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FAB 13. Februar 2017 um 13:03

Auch nicht zu vergessen, dass Niveau der Liga ist ein anderes als noch vor ein paar Jahren.
Man erinnere sich an 2012/13 als Bayern und der der BVB in der Endphase euphorisiert durch die CL auch mit B Teams alles abgeräumt haben. Das geht jetzt einfach nicht mehr!
Überhaupt war es ein interessanter Spieltag:
7 Duelle obere Tabellenhälfte gegen untere Tabellenhälfte: 6 x hat der „Favorit“ verloren, nur Bayern war der Spielverderber.
Allerdings glaube ich, dass auch die Bayern ihre Spiele nicht mehr mit B-Teams durchbekommen, sowie beim letzten Spieltag mit Rafinha und Bernat in der Startelf gegen Schalke.
Letztlich ist es am Ende aber genau das, was den Bayern in dieser Saison in die Hände spielt. Während Bayern zumindest noch 4-5 Spieler in der Hinterhand hat um eine A-Elf zu stellen, hat der BVB ein Problem wenn einzelne Schlüsselspieler wegfallen.

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Marcello 13. Februar 2017 um 17:32

Greift als Vergleich und/oder Erklärung ein wenig zu kurz, wenn man – rein nominell – betrachtet , wer beim BVB diese Saison auf der Bank sitzt. Erstaunlich, dass ein Durm und Ginter jedoch in der Startelf stehen.

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luckyluke 13. Februar 2017 um 14:05

Ich verstehe nicht ganz, was der Satz „Taktik hin Taktik her“ hier bedeuten soll. Mindestens die Hälfte deines Beitrags verweist doch auf die Taktik (fehlende Übersicht, Passgenauigkeit und Ballsicherheit in der Abwehr; fehlende Struktur und deswegen Hurra Fußball…)

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Schorsch 13. Februar 2017 um 14:28

Was Hummels anbelangt stimme ich voll zu. Habe auch mehrfach schon geschrieben und bleibe dabei: Das war der schwerwiegendste Verlust, und man konnte ihn nicht annähernd kompensieren. Seit der Saison 11/12, nach dem Fortgang Sahins und als Gündogan sich noch nicht etablieren konnte, war Hummels der entscheidende Spieler in puncto Spieleröffnung und Spielaufbau inkl. genauer langer Pässe in die Spitze. Aktuell lastet alles auf dem defensiven / zentralen Mittelfeld, und das ist zum einen zu leicht auszuschalten (Weigl), zum anderen fehlt die Kreativität und auch die Vertikalität. Bartra zeigt mitunter schon Ansätze, einen Part à la Hummels zumindest in Teilen übernehmen zu können. Aber er ist nach wie vor zu unkonstant und warum er doch recht häufig so schlimme Fehlpässe spielt, ist mir unerklärlich.

Hummels fehlt im Defensivverbund übrigens auch mit seiner Kopfballstärke. Die Kopfballschwäche der Hintermannschaft, nicht nur bei Defensivstandards, finde ich persönlich erstaunlich für eine Spitzenmannschaft. Das hat schon einige Gegentore gebracht diese Saison. Ob Toprak da eine deutliche Verbesserung bringen wird, bleibt abzuwarten. In dieser Saison spielt er auch nicht überzeugend, aber B04 hat insgesamt so seine Probleme.

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Schorsch 14. Februar 2017 um 23:30

Nachdem ich das CL-Spiel bei Benfica so einigermaßen verdaut habe (was schwer genug war…), möchte ich das mit der Kopfballschwäche bei Defensivstandards und den Gegentoren noch einmal ganz dick unterstreichen. Und noch ergänzen, dass hoch hereingeschlagene eigene Ecken für die Katz sind, wenn man keinen Spieler hatm, der sich im Kopfballduell durchsetzen kann. Auch hier fehlt Hummels an allen Ecken und Kanten.

Dass man ein solches Spiel bei solchen Chancen gewinnen muss, braucht man nicht zu diskutieren. Ein Sportsfreund meinte, Aubameyang in bester Rückrundenform… 😉 Aber davon einmal abgesehen frage ich mich, was diese technischen Defizite bei Ballan- und -mitnahme sollen oder warum diverse Spieler sich so oft völlig unbedrängt den Ball zu weit vorlegen. Die Probleme bei Defensivstandards (Kopfballschwäche und Zuordnung) ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte bisherige Saison. So etwas kann und muss man trainieren. Ist zwar old-school-basic, kann aber bestimmt nicht schaden… 😉

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Em es 13. Februar 2017 um 01:11

Weigl macht das ja schon ganz gut dass er sich immer in den rücken des gegenspielers versucht zu bewegen oder im andere richtungen um passwege zu öffen oder sich eben noch tiefer anbietet. Der Gegner wird auch nicht jeden weg mitgehen sonst wird die struktur zu schwach.
Ich denke problematisch daran ist dass beni vielen erstligisten das aufbauspiel von wenigen abhängig ist und ein aus dem spiel nehmen dann schon fast zu strategieändeung führt zb hin zu längeren bällen.

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MB 12. Februar 2017 um 23:27

Sag mal versteht ihr warum Merino nie spielt? Ich fand ihn super gegen Augsburg. Überseh ich was?

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guesswhosbizzack 13. Februar 2017 um 16:20

Das würde mich allerdings auch interessieren, wie sieht sv.de den Spieler? Ist das nicht jemand, der die Lücke im Mittelfeld stopfen könnte und Weigl entlasten?

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Schorsch 15. Februar 2017 um 00:56

Das kann wohl nur Tuchel beantworten.

Merino hat 2 Bundesligaspiele bestritten, beide in der Abwehr. In einem baut er einen schlimmen Bock, steigert sich dann aber deutlich. Im anderen spielt er eine solide bis ansehnliche Partie und zeigt ein durchaus kluges Passspiel. Seine primäre Position ist allerdings im zentralen/defensiven Mittelfeld. Dort hat er allerdings von Tuchel bislang noch keine Chance erhalten.

Über die Gründe kann man nur spekulieren.

Als Grund immer wieder gerne genommen: Merino ist nicht Tuchels Verpflichtung, sondern die von Chefscout Mislintat. Also so eine Art Zickenverhalten. In meinen Augen albern, allerdings habe ich solche Verhaltensweisen schon selbst erlebt.

Auch eine Variante: Merino ist noch nicht an die Bundesliga oder generell an eine erste Liga gewöhnt. Dem widersprechen allerdings seine unter dem Strich positive bisherigen Auftritte.

Eine weitere Spekulation: Merino ist körperlich nicht fit. Kann aber eigentlich nicht sein; einen nicht fitten Spieler würde kein Trainer in einem CL-Spiel als Einwechseloption dabei haben.

Oder: Merino braucht erst mehr Spielpraxis, um eine echte Option darstellen zu können. Möglich, aber warum hat man dann nicht die Chance einer Ausleihe zur Winterpause wahrgenommen? Im Gegenteil, man hat diese sehr entschieden abgelehnt. Ob das nun Tuchel oder Zorc oder beide so gesehen haben, wissen nur die Beteiligten.

Desweiteren: Tuchels Vorstellungen von einem Spieler im zentralen Mittelfeld und das was Merino an Fähigkeiten mitbringt, decken sich nicht. Halte ich persönlich für nicht ganz unwahrscheinlich. Vielleicht setzt Tuchel auf dieser Position eher auf kleinere, wendige Spieler und nicht auf solche mit der Statur eines Merino (zumal mit Weigl bereits ein Schlaks im defensiven Mittelfeld agiert). Möglicherweise ist Merino für Tuchel zu langsam.

Und: Merino kann im Training nicht überzeugen. Nicht auszuschließen; Merinos Trainingsleistungen sind nur dem Trainerteam bekannt.

Am besten Tuchel selbst fragen… 😉

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Dr. Acula 12. Februar 2017 um 22:19

Mal ne ganz allgemeine Frage, die mir schon lange auf der Zunge liegt und mir grad spontan wieder ins Gedächtnis gerufen wurde durch dich: es ist zweifellos ein beliebtes Mittel bei wichtigen gegnerischen Aufbauspielern, diese entweder mannorientiert zu isolieren oder die Passwege auf sie zu versperren. Wird ja auch oft (erfolgreich) gemacht: Klopps BVB gegen Mous Real Alonso zugestellt. Regelmäßig Busquets bei Barca schon damals unter Pep (wobei Pep das als einer der wenigen ja noch bekämpfen kann). Oder eben Weigl beim BVB oft im 4-1-4-1. so, jetzt die Frage: das scheint doch insgesamt zml simpel und naheliegend zu sein. Dass es oft klappt, geschenkt. Aber wieso gibt es da seitens der Trainer keine Anweisung, was dagegen zu tun ist? Wie gesagt, es ist naheliegend und nicht selten der Fall: wieso werden dem betroffenen 6er nicht tipps an die Hand gegeben, wie er sich da befreit bzw an die Mitspieler wie das zu bespielen ist? Oder ist dies der Fall und es klappt nur nicht und ich kriege das net mit? Freue mich auf (erklärende) antworten.

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CHR4 13. Februar 2017 um 02:19

folgende Lösungsmöglichkeiten, die da in letzter Zeit hier aufgetaucht sind fallen spontan ein, wobei es natürlich darauf ankommt, wieviele potentielle Aufbauspieler da sind …
– eine Lösung von Ancelotti: zurückziehen der 8er (z.B. Vidal und Thiago)
– schnelles Über- bzw. Durchspielen mit langen Diagonalbällen auf die ballfernen Flügelspieler bzw. „Laserpässe“ durch die Schnittstellen
– eine der elegantesten Lösungen: geduldiges Umspielen des Pressings (ins-Leere-Laufen-Lassen) mit JdP ala Pep
– Ball schnell nach vorne auf Zielspieler ala Lewy beim BVB oder Bolzen und auf die 2. Bälle gehen

Je tiefer die Aufbauspieler und je mehr Optionen , desto eher tun sich ja dann woanders Räume auf, in denen zumindest Überzahl herrscht.

Solange man nur einen Aufbauspieler rausnhemen will, mag das noch relativ einfach sein, z.B. Zustellen eines aufbaustarken IV und Leiten auf den schwachen – aber spätestens wenn beide IV und der/die 6er was können wirds richig komplitziert die konstant unter Druck zu halten, ohne die eigene Absicherung aufzugeben.

Allerdings wird aus einem nicht so pressingresistenten Spieler ja auch mit Tipps nur schwer etwas anderes …

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FAB 13. Februar 2017 um 13:24

Genau da geht das Problem beim BVB los. Man ist einfach ohne 8er in die Saison gegangen und hat nicht wirklich Innenverteidiger, die im Spielaufbau ihre besonderen Stärken haben, weder spielerisch noch beim nach vorne bolzen. Das Guerreiro die einzige Verbindung zwischen Defensive und Offensive sein soll, ist ja irgendwie paradox.
Letztlich bleibt die Hoffnung auf die nächste Saison mit einem spielstarken Innenverteidiger (weiß nicht ob Toprak wirklich die erhoffte Verstärkung ist), aber v.a. einen spielstarken 8er !!!

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luckyluke 13. Februar 2017 um 15:43

Eigentlich hat man sich ja Götze geholt, der dieser spielstarke 8er sein könnte, gerade im Verbund mit Guerreiro hätte man da theoretisch die Abgänge von Gündogan und Mkhytarian gut abfangen können…jetzt nicht 1:1, aber immerhin grob

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csp 13. Februar 2017 um 18:35

Den Gedanke Götze finde ich interessant und würde noch weiter gehen: warum nicht mal einen Spieler wie Götze direkt auf der 6 neben Weigel auflaufen lassen.

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Paddy_22 13. Februar 2017 um 20:25

Die Version gab es schon in Ansätzen. Im Hinspiel gegen TSG 1899 bewegte sich Götze immer wieder im Halbraum von der 8er Position in den 6er Bereich und entlastete Weigl im Aufbau. Götzes Balancefähigkeit kam toll zur Geltung und ermöglichte der Borussia immer wieder Angriffe über Links. Ich verstehe auch nicht warum Tuchel diese Option danach nicht nochmal genutzt hat.

Patrick E. 14. Februar 2017 um 20:36

Vielleicht muss Tuchel auch einfach mal ‚die erfahrenen‘ Goetze, Schuerrle, Kagawa, Castro, Reus auch einfach mal ein paar Spiele rein werfen.

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