Blick über den Tellerrand – Folge 36

Die Themen diesmal sind unter anderem: Der Start von Peter Bosz bei Ajax, das taktisch komplexe Duell der Amsterdamer gegen Erik ten Hags Utrecht und die teils extreme Interpretation des 5-4-1 von Deportivo Alavés.

Wo es gut läuft: Deportivo Alavés (im 5-4-1)

Über die vergangenen Jahre hinweg durfte Deportivo Alavés – das Team, das international durch seinen kurzen Höhenflug um 2000 nicht ganz unbekannt ist – häufig nur sehr kurze, wenig stabile Abstecher in der ersten spanischen Liga bejubeln, meistens mussten die Blauen mit der Zweitklassigkeit Vorlieb nehmen. Nun gelang 2016 nach zehn Jahren Abstinenz wieder die Rückkehr. Beim Versuch, sich längerfristig im Oberhaus zu etablieren, sind die Basken ordentlich in die Saison gestartet, sorgten mit dem überraschenden Auswärtssieg bei Barca sogar für Furore.

blick-ueber-den-tellerrand-36-deportivo-alaves-541Trainer Mauricio Pellegrino – früher Innenverteidiger u.a. bei Valencia und kurz bei Barca, in diesem Sommer im Übrigen nicht der Aufstiegscoach – nutzte im bisherigen Saisonverlauf zwei unterschiedliche Ausrichtungen, die jeweils eng mit der jeweiligen Formation verbunden sind. Neben einem 4-3-3 spielte Alavés – gerade gegen die nominell offensivstarken, ballbesitzorientierten Teams – oft ein 5-4-1, das sich durch eine extremere Interpretation von der anderen Variante abgrenzt, ohne dass aber enorme Unterschiede bestünden. An dieser Stelle soll es nun ausführlicher um die 5-4-1-Variante gehen.

Zumindest in der Rollenverteilung zeigen sich kleinere Annäherungen zum 5-3-2, die sich zuletzt gegen Sevilla auch in der Grundordnung zwischen dem höher bleibenden Edgar Méndez und dem sich teilweise recht zentral zurückziehenden Camarasa andeuteten. Daran wird bereits deutlich, dass das 5-4-1 bei Alavés mit einer engen Staffelung der Mittelfeldreihe gespielt wird. Dadurch soll der Gegner auf den Flügel geleitet werden, wohin der Defensivblock dann im Anschluss nachschiebt. Zudem können diese Zonen vom ballnahen Außenverteidiger gefüllt werden, der als Teil einer pendelnden Viererkette – optional wird zurückhaltender die Fünferreihe beibehalten – herausrückt.

Probleme gibt es in diesen Fällen noch mit den zu großen Schnittstellen zu den Halbverteidigern, da diese nicht immer konsequent genug nachschieben und die Mannschaft dadurch bei jenen Umformungen anfällig wird. Ansonsten bewegt sich das Team aber prinzipiell sinnvoll und ausgewogen im Raum. Gelegentlich schiebt – anstatt der enger bleibenden Flügelakteure – der ballnahe Sechser zur Seite heraus und wird dann vom Außenspieler abgesichert. Unter anderem mit diesen Formen kommt Alavés zu einer flexiblen Staffelungsfindung. Gerade Daniel Torres bewegt sich im defensiven Mittelfeld klug. Die kollektive und gruppentaktische Aufmerksamkeit ist dabei aber nicht konstant gut genug.

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Szene gegen Sevilla: Aus dem 5-4-1 schiebt der ballnahe Sechser nach außen, der nominelle Außenspieler kann im Halbraum präsent bleiben und im Dreieck die Lücke zwischen den Sechsern (grüner Kasten) absichern.

Zum einen kann man sie mit Körpertäuschungen und angedeuteten Pässen schnell ins Verschieben locken und dann kleine sich bietende Unsauberkeiten und Lücken für Pässe in Zwischenräume nutzen. Überhaupt gibt es in der Rückordnung nach den angesprochenen Umformungen Probleme mit der horizontalen Kompaktheit zwischen den etwas langsam zurückkehrenden, zudem teilweise etwas unvorsichtig herausrückenden Sechsern und den gelegentlich etwas zu individualisiert verschiebenden Außenspielern. Zum anderen werden die einzelnen Formationsreihen mitunter im Laufe der Defensivphase zu passiv: So zeigt sich etwa die eigentlich präsent besetzte Abwehr für lange Bälle hinter die Kette recht anfällig. Dies alles sind Situationen, in denen Alavés dann überraschend unintensiv wirken kann.

Stehen die Mannen von Pellegrino aber erst einmal am eigenen Strafraum, sind sie unangenehm zu bespielen und halten diese Ausrichtung konsequent durch. Zwischendurch gibt es immer wieder Momente, wo sich sogar die erste Reihe in der Rückzugsbewegung ganz kompakt hinten anschließt und fast gar keine festen Umschaltstationen nach vorne mehr da sind – höchstens breit ballfern. Das verweist bereits darauf, dass Alavés sich in der Ausrichtung mit Fünferkette extrem auf die Absicherung und Defensive fokussiert. Auch in eigenen Ballbesitzmomenten wird das sehr deutlich und realisierte sich in manchen Partien in einer fast skurrilen Risikovermeidung.

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Die stabilitätsorientierten Staffelungen bei langen Bällen auf Zielspieler Deyverson, der verlängern sollte

Das galt etwa als Underdog gegen Barcelona oder Sevilla: Haben die Blau-Weißen in ihrem Fünferkettensystem den Ball, verzichten sie fast vollständig auf Offensivpräsenz und bauen fast nur mit langen Bällen auf, meistens geschlagen vom Torhüter. Die Abwehrreihe und die Sechser rückten vertikal eigentlich kaum nach und konzentrierten sich allein auf Stabilität und Kohärenz. Allein die drei offensivsten Akteure zogen sich weit auf eine Seite, Deyverson agierte als Zielspieler nicht selten gar tiefer als die beiden anderen. Die Mannschaft spekulierte auf einzelne Weiterleitungen oder Abpraller, legte die Priorität aber auf die Verhinderung gegnerischer Gefahr.

Das ging teilweise  so weit, dass bei zu kurz geschlagenen Bällen, die eher auf Höhe des defensiven Mittelfelds herunterfielen, die hinteren Mannschaftsteile praktisch gar nicht reagierten, sondern einfach einer der Offensivleute umständlich weit zurücklief. In anderen Partien mit weniger klaren Favoritenkonstellationen war es nicht ganz so extrem: Die drei zentralen Verteidigern fächerten stärker auf, die zweite Linie rückte höher. Doch abgesehen von einigen Vorstößen der Halbverteidiger lief es auch hier letztlich auf lange Bälle, wenig Präsenz im Offensivdrittel und ähnliche Muster bei ihren Flügelangriffen hinaus. Nur eine stärkere Weiträumigkeit kam dazu, statt der sehr auf stabile Kompaktheit ausgerichteten Spielweise, die vermehrt auswärts genutzt wird.

Insgesamt kommt der Aufsteiger nur selten zu Szenen nach vorne, hofft auf einige wenige Chancen und setzt zu großen Stücken auch auf Unterzahldribblings und -aktionen. Die individuellen Eigenheiten der Spielertypen passen dazu nicht schlecht: Camarasas Timing im Nachrückverhalten, Ibais unterschätzten druckvollen Dribblings, Deyverson mit seinem großen Radius bei Ablagen und einigen artistischen Überraschungsaktionen. Auf der Sechs haben sie etwa Daniel Torres als Balltreiber oder den jungen Marcos Llorente, der einige gute, wenngleich schwankende Ansätze zeigte. Kleinräumig ist Alavés daher potentiell auch unter Druck durchaus spielstark, mit längeren Passstafetten in tiefen Zonen. Eine wichtige Rolle nimmt hier auch Athletikdribbler Edgar Méndez ein, der mit seinem guten Raumgefühl zwischen Gegenspielern hindurch Szenen verzögern und dadurch für weiterführende Anbindungen sorgen kann. Das hilft auch bei Kontern.

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Typische Positionierungen und Bewegungsmuster bei den (bevorzugt über rechts gefahrenen) Flügelangriffen

Überhaupt liegt für Alavés ein ganz zentraler Punkt darin, dass sie ihre teilweise sehr geringe Offensivpräsenz konsequent und bewusst annehmen: In den Szenen, die sie haben, bleiben sie sehr ruhig und fokussiert, lassen sich im Rhythmus kaum negativ beeinflussen. So kommt es auch, dass sie nach von den wenigen Offensivspielern gewonnen Abprallern oder nach halbfertigen Konteransätzen recht gute Übergänge in die Rückzirkulation finden. Das macht eine ihrer Stärken aus. In jenen Szenen bauen sie dann mit den drei zentralen Verteidigern kurze Zirkulationsphasen auf und verlagern den Ball solide in der ersten Linie. Man könnte fast sagen: Ballverteilung und Zirkulation ohne Aufbauspiel. Gerade rechts rückt dann auch mal Kiko Femenía – und teilweise Daniel Torres – unterstützend mit auf, so dass die Flügelüberladungen von neuem angespielt werden können.

Im Endeffekt handelt es sich dabei zwar oft um simple Mechanismen, die Abläufe kommen aber klar und recht abgestimmt daher: Das jeweilige Flügelpärchen startet die Aktion über die eigene Seite, rechts kann optional Daniel Torres punktuell für nachstoßende Läufe durch den Halbraum zur Grundlinie sorgen. Im Normalfall sind aber nicht mehr als vier Spieler wirklich aktiv eingebunden, neben den beiden ballnahen Akteuren noch der andere Flügel und der Mittelstürmer. Ersterer rückt sehr klar in den Zehnerraum ein, Deyverson lauert vorne zunächst im Sechzehner auf Hereingaben, kann sich aber im weiteren Verlauf ballfern absetzen, was prinzipiell aber gut getimt und eingebunden wird. Dieses Grundmuster findet sich bei den Blau-Weißen derzeit immer wieder.

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Das 4-3-3 beim Spiel in Valencia

Abschließend noch ein kurzes Wort zum 4-3-3/4-2-1-3, das defensiv oft zum 4-4-2 wird: Bei Ballbesitz liegt auch hier der Fokus klar auf langen Bällen, speziell auswärts. Die Sturmreihe soll für die Weiträumigkeit – für Verlagerungen oder nach langen Flügellinienpässen – sorgen, der Mittelfeldblock für die Kompaktheit auf Abpraller. Gegen Valencia tauschten in Aufbauphasen häufig Toquero und Deyverson, so dass Letztgenannter an der rechten Außenlinie zum Zielspieler wurde. Dass die Flügelverteidigung in dieser Formation – trotz des situativ weiterhin vorhandenen Herausrückens der Außenverteidiger im Pressing und trotz des weiten Herüberrückens der Sechser bzw. Achter – nicht so stark ist, macht sich schon bemerkbar, zumal die Flügelstürmer eher passiv verschieben bzw. doppeln, was dann den Sechsern wieder mehr abverlangt.

Spiel der Woche: Ajax – FC Utrecht 3:2

Mit der Verpflichtung von Peter Bosz als Nachfolger von Frank de Boer sorgte Ajax im Sommer für einen Paukenschlag. Einer der taktisch stärksten und modernsten Trainer der Vorjahre, der bei Heracles und vor allem bei Vitesse auf sich aufmerksam gemacht hatte, mit seiner dominanten Spielweise sollte nun die Talentschmiede aus Amsterdam – bekannt für eine offensive Ballbesitzphilosophie – wieder zu Erfolgen führen: eine sehr passende Kombination. Die große Euphorie musste zunächst aber einen etwas holprigen Start verkraften. Zuletzt gab es eine Siegesserie von wettbewerbsübergreifend acht Erfolgen, aber noch wirkt das neue Ajax-Team etwas instabil und ungeschärft, der Trainer leicht zurückhaltender oder konventioneller als gewohnt.

blick-ueber-den-tellerrand-36-ajax-utrechtEin sehr interessantes Duell stand nun kurz vor der Länderspielpause zuhause gegen Utrecht auf dem Programm. Die Mannschaft von Erik ten Hag gehörte zu den Positivüberraschungen der Vorsaison und ist weiterhin eines der taktisch interessantesten und wandelbarsten Teams der Eredivisie. Nach einigen – zum Teil unglücklichen, wie bei der späten Heimniederlage gegen Titelverteidiger PSV – Ergebnissen war ihnen erst am Vorwochenende der erste Saisonsieg gelungen. Formativ gab ten Hag für diese Begegnung der 4-3-1-2-Anordnung gegenüber der 3-5-2-Formation – dies sind seine zwei primären Varianten – den Vorzug. Die nominelle Zehnerposition der Raute wurde erneut durch den vielseitigen Halbstürmer Barazite besetzt, so dass – gerade im Pressingmoment – häufig Übergänge ins 4-3-3(-0) auftraten.

Die flache erste Linie sollte sich flexibel positionieren, die genauen Abstände und Staffelungen immer wieder kurz verändern und damit den Hausherren die Wege ins Mittelfeld versperren. So machten sie den Amsterdamern und deren Aufbau auch tatsächlich das Leben schwer. Darüber hinaus sollte Barazite hinter sich Lasse Schöne bzw. generell den Sechserraum im Deckungsschatten versperren, während die zwei vorderen Ajax-Mittelfeldspieler mannorientiert durch Utrechts Achter aufgenommen werden konnten. Zusätzlich gab es zwischendurch situationsbedingt aber auch Herausrückbewegungen auf den dänischen Sechser – entweder durch Ayoub, woraufhin Strieder dessen Mannorientierung übernahm, oder sehr weiträumig durch den ehemaligen Bayern-Spieler selbst.

Hier deutete sich bereits eine gewisse nach rechts tendierende Asymmetrie der Aufbaumomente Ajax´ an, die durch eigene wie gegnerische Strukturfaktoren bedingt war. Zum einen bewegte sich Haller bei Utrecht phasenweise etwas höher als Zivkovic und generell klarer im Passweg zwischen Innen- und Außenverteidiger. Zum anderen rückte auf Seiten der Gastgeber ohnehin Sinkgraven weiter auf als Veltman, der sich in Ansätze einer Dreierreihe eingliederte. So lief der tiefe Ballbesitz der Hausherren überwiegend auf die rechte Seite durch. Im weiteren Verlauf gab es bei Utrecht oft eine kleine Anpassung in den Mannorientierungen: Wenn sich Ziyech aus seinem nominellen Grundraum löste und Richtung halbrechts zog, folgte Amrabat kaum, sondern abermals rückte Strieder gegen diesen.

Das sollte vermutlich ein dynamischeres Zugriffsmoment ermöglichen, während statt konstanter Besetzung des defensiven Mittelfelds nur die Wege dorthin blockiert wurden. Vor allem aber konnte dadurch Amrabat tiefer in seinem Halbraum bleiben und entweder Verlagerungswege von Ajax´ halbrechtem Bereich blockieren oder bei Bedarf schneller gegen den dribbelstarken Younes auf außen helfen. Das funktionierte auch recht gut: Raumöffnende Seitenwechsel gelangen selten und gegen die erste Dreierlinie Utrechts tat sich Ajax zunächst schwer, den Ball nach vorne zu tragen. Teilweise wurde Veltman etwas zu tief angespielt und hatte dann unangenehm Druck gegen das Herausrücken von Zivkovic.

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Aufbau Ajax, Pressingsituation Utrecht: Probleme hatten die Gäste, wenn die Dreierreihe vorne beim Verschieben zur Seite nicht mehr adäquat Schöne abdecken konnte, entweder Ayoub oder Strieder daher herausrücken mussten bzw. herausrückten und dadurch – je nach Konstellation – Klaassen oder Ziyech frei wurden, insbesondere halbrechts. Dort konnte das Zurückfallen Bertrand Traorés weitere Räume öffnen. Durch Direktpässe nach klugen Staffelungsveränderungen Veltmans oder über Weiterleitungen von Schöne oder Bertrand Traoré konnte der Ball dorthin gelangen.

Allerdings hatte Utrechts Asymmetrie trotz ihres Jonglierens mit den Mannorientierungen, bei denen sie im Mittelfeld eigentlich gut anpassten und die Zuordnungen situativ auflösten um wieder die Grundposition einzunehmen, eine Kehrseite: Das geringe Nachschieben Amrabats nach rechts schwächte dort die Präsenz und damit auch die Anpassungsfähigkeit der Zuordnungen. Im Verschieben gegen Veltman konnte die erste Linie der Gäste Schöne nicht immer abdecken, so dass dann Ayoub oder Strieder riskanter herausrücken oder diesen gewähren lassen mussten. Zwei Möglichkeiten fand Ajax schließlich, um sich doch immer mal nach vorne zu lösen: Bertrand Traoré unterstützte zurückfallend und dribbelte nach innen oder einer der Achter konnte sich gegen die Mannorientierungen nach außen freilaufen.

Beispielsweise: Ayoub musste gegen Schöne herausrücken, Strieder konnte wegen Ziyechs zentraler Position nicht zu weit gegen Klaassen im äußeren Halbraum folgen und dieser fand dort eine kleine Lücke. In Kombination mit dem Zurückfallen von Bertrand Traoré war dieses Vorgehen gegen die – wenn auch flexiblen – Mannorientierungen noch effektiver. Diese Momente brachten primär aber nur Raumgewinn für Ajax, noch keine unmittelbare Gefahr: Der Weg zum Tor war eben noch weit, Utrechts Innenverteidiger rückten gut heraus und zudem hatte Ajax mit den Folgeaktionen noch Probleme. Bei Schnellangriffen hatten sie gute Ideen, aber agierten oft unsauber. Das neue Achter-Duo zeigte gute Kombinationsansätze, aber vom Bewegungsspiel her scheint diese Mittelfeldpaarung noch nicht optimal.

In Momenten, in denen Klaassen die Dynamikübergänge nach vorne suchte, zog Ziyech noch etwas zu oft in Ausweichräume. Auch vom Rhythmusgefühl – etwa bei einer Tempodrosselung – scheint die Zusammensetzung eher disharmonisch, Klaassen verliert zudem etwas an tiefer Präsenz. Die weitere Entwicklung im Mittelfeld des niederländischen Rekordmeisters, insbesondere der von Peter Bosz vorgesehenen Rollenverteilung, wird daher sehr interessant. In dieser Begegnung jedenfalls drifteten Ziyech und Klaassen in einigen Phasen noch zu sehr auseinander, ohne klaren Verbindungspol dazwischen. Auf kollektiver Ebene machte dieses Thema im dominanten Bereich halbrechts und insgesamt kaum Probleme.

Einzig bei den selteneren Angriffen über links waren die horizontalen Verbindungen bei den Amsterdamern nicht optimal. Zur Unterstützung von Younes und Sinkgraven schob Ziyech häufig meistens mit auf den Flügel herüber, die anderen Akteure blieben aber klarer auf ihre eigenen Räume und die davon ausgehenden Vertikalkanäle zum Aufrücken bezogen. Insbesondere Klaassens gewohnt strafraumfixierte Rolle bei ballfernen Situationen im Angriffsdrittel wirkte wiederum etwas unpassend. Links funktionierte durch Utrechts Asymmetrie auch das Aufrücken über den häufig als Breitengeber fungierenden Younes nicht so gut. So zeigten sich die Negativseiten von dessen Rolle: Der Dribbelkünstler blieb eher unpräsent, seine Qualitäten für Unterzahlaktionen in den Halbräumen kaum genutzt.

Für die vielversprechendsten Momente über halblinks war in Halbzeit eins Nick Viergever verantwortlich.  Der Innenverteidiger hat sich – nach einigen Instabilitäten zu Beginn seiner Ajax-Zeit – bereits seit Ende der vergangenen Saison zu einem Schlüsselspieler im Aufbau entwickelt, nicht zuletzt mit weiterer Bedeutung durch die Versetzung Veltmans auf den Außenverteidigerposten. Auch in dieser Partie brachte Viergever einige gute Diagonalpässe durch den linken Halbraum in die Spitze, wo sich etwa über Ablagen Dolbergs weitere Szenen entwickeln konnten. Diese Zuspiele waren ein wichtiges Mittel, um Utrechts Defensivkonzeption aufzureißen und mal dynamisch und überraschend Räume zwischen den Linien zu überwinden.

Darüber hinaus zeigte Viergever – ballnah wie ballfern – sogar mehrmals weiträumige Aufrückbewegungen an den Strafraum heran, wenn etwa bestimmte Bereiche nicht gut besetzt waren oder sich gewisse Lücken zwischen Mannorientierungen ergaben. Diese Läufe gestaltete er konsequent, erzeugte damit häufig Gefahr und Unruhe, erzwang letztlich auch den Handelfmeter vor dem 2:1. Abgesichert waren diese Vorstöße jedoch nicht immer optimal, sondern zu sehr improvisiert und unsauber. Überhaupt zeigte sich Utrecht vor allem im Umschaltmoment gefährlich, wo ihnen ihre sich vielseitig anordnende Sturmreihe entscheidend zugutekam.

Ansonsten konnten die Gäste aber nur Ansätze ihres eigentlichen Offensivpotentials anbringen und offenbarten dabei auch ein wenig die Schwächen, die für ihr bisher eher mäßiges Abschneiden in der noch jungen Saison mitverantwortlich zeichnen. Im Aufbau agierte Utrecht etwas asymmetrisch, indem Conboy tiefer in einer schiefen Dreierkette blieb, während Troupée sehr weit aufrückte. Dagegen hielt Ajax das 4-3-3 aber relativ gleichmäßig und fokussierte sich auf die Aufnahme der Gegenspieler im Zentrum: Dolberg reagierte auf die häufige Zentrumsunterzahl mit einer etwas tieferen Grundposition vor Strieder, dahinter gab es Mannorientierungen gegen die Halbspieler der Gäste und Schöne übernahm entsprechend Barazite, wenn dieser sich im Mittelfeldbereich bewegte.

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Ballbesitz Utrecht, Pressingsituation Ajax: Durch das Mittelfeld konnten sich die Gäste auch wegen der hohen Rolle Barazites schwer lösen. Vielversprechend waren Direktpässe hinter die Achter auf Hallers Zurückfallen (roter Raum), wo auch direkte Ablagen auf Troupée möglich waren.

Zumal Ajax einige recht gute Pressingübergänge ins 4-4-2 zeigte, fand Utrecht nicht in den Kern ihrer Raute hinein. Zwar hatten sie längere und geduldige Zirkulationsphasen in der ersten Linie, aber schafften es kaum, die Bereiche formativer Präsenz durchspielen: Zwischen den Achtern fehlte etwas die Bindung, die Freilaufmechanismen wirkten eher ungewohnt und so musste man sich auch viel auf Ayoubs Engenfähigkeiten und Dribblings verlassen. Entsprechend versuchte Utrecht aus der halben Dreierkette häufig direkt auf die Stürmer zu eröffnen und an den Achter-Mannorientierungen vorbei in den Raum zu spielen. Die Ausrichtung in der Offensive zeigte sich in dieser Hinsicht ambivalent:

Das umtriebige Sturmtrio stellte unterschiedliche Staffelungen her, bewegte sich viel, Barazite wich oft auch ballfern auf die Flügel aus. Jedoch verloren sie in dieser Flexibilität teilweise die Bindung zueinander, waren neben Phasen guter Staffelung für Abpraller nach langen Bällen zwischenzeitlich auch mal kaum anspielbar. Vielversprechend waren zurückfallende Bewegungen Hallers in die offensiven Halbräume hinter den Ajax-Achtern: Von dort konnte er einige Bälle nach vorne treiben und einstartende Läufe Zivkovic´ bedienen oder – insbesondere rechts – Flügeldurchbrüche vorbereiten. Wurden diese dynamisch ausgespielt, konnte Utrecht dort noch am ehesten Gefahr ausstrahlen.

Ansonsten überzeugte Ajax aber beim Übergang ins Abwehrpressing, wo sie die etwas unflexibel werdenden Mannorientierungen durch kompakte Rückzugsbewegung der Flügelstürmer auffingen. Unmittelbar nach der Führung aus einem Eckball hatte Utrecht Mitte der ersten Halbzeit noch eine Riesenkonterchance zum 0:2, danach ging aber nur noch selten etwas nach vorne. Demgegenüber entwickelte Ajax in Halbzeit zwei mehr Druck, die Gäste wurden in der ersten Pressinglinie unsauber. Sie rückten einige Male unbedacht heraus oder wurden von den besser auffächernden Verteidigern raumgreifender attackiert. Die zunehmenden Rochaden zwischen Schöne, der sich die Bälle tief abholte und nach vorne trieb, sowie den zentralen Defensivspielern zog die Abstände innerhalb der Dreierreihe der Gäste auseinander.

Zwar reagierte deren Mittelfeld dahinter, indem es sich enger und flacher im Raum zusammenzog, die diagonalen Passwege neben sich auf die Flügel konnten sie aber nicht zumachen. Direkt nach Wiederbeginn gab es eine Szene, in der Younes links in ein sehr klares 1gegen1 gegen Troupée freigespielt. Nachdem er sich im Dribbling durchgesetzt hatte, fand er viel Raum und konnte den Ausgleich per Eigentor vorbereiten, wenngleich dies nur sehr unglücklich abgefälscht zustande kam. In der Schlussphase fiel dann das angesprochene 2:1 für die Hausherren, die beiden weiteren Treffer wirklich unmittelbar vor Ende jeweils aus Standardsituationen.

Spieler der Woche: Yosuke Kashiwagi

Nur wenige Spieler waren für die 2016er-Ausgabe der japanischen J-League so prägend wie Mittelfeldakteur Yusuke Kashiwagi von den Urawa Red Diamonds. Auch im Vorjahr nahm er bereits eine wichtige Rolle im Feldzentrum seines Teams ein. In der Periode nach der WM 2014 brachte ihn das nach längerer Abstinenz auch wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurück, zuletzt erhielt er immer häufiger einen Platz in der Anfangself.

Insgesamt präsentiert sich Kashiwagi als wendiger Spielmacher aus der Tiefe, der diese Rolle aber trotz seiner eher filigranen Erscheinung komplett und allroundhaft interpretiert. Seine hohe Ballsicherheit wird durch ein sehr gutes Umblickverhalten – eine seiner wichtigsten Stärken – weiter stabilisiert. Zwar ist Kashiwagi grundsätzlich ein spiel- und kombinationsstarker Akteur, der das Spiel von hinten heraus an sich zu nehmen versucht und Präsenz entwickelt. Jedoch ist er kein durchgehend klassischer (Ganzfeld-)Antreiber, sondern hat – gerade dann im Angriffsdrittel – auch mal passive Phasen und ist kein konstant gestaltender Kreativkopf, sondern in Strafraumnähe auch mal unambitioniert und zurückhaltend.

Im Zusammenspiel fehlt ihm in diesen Momenten häufig die entscheidende körperliche Stabilität und Durchschlagskraft. Effekt entwickelt er zum Tor hin vor allem mit einzelnen entscheidenden Pässen hinter die Abwehr. Überhaupt zeigt sich Kashiwagi in dieser Disziplin auffällig und bisweilen spektakulär: Im Passspiel kann er die technische Ausführung sehr sauber abrufen und rollenstrategisch dominant agieren, wenn nötig. Zum Ankurbeln aus der Tiefe wählt er oft auch ambitionierte Zuspiele. Im Angriffsdrittel schließlich kann er vereinzelt sehr plötzlich Gefahr heraufbeschwören, andererseits hat er hier kleinere Schwächen in der unperfekten Entscheidungsfindung, da er Erfolgsstabilität nicht immer passend einschätzt.

Überhaupt: Bei seinen längeren Pässen zeigt sich Kashiwagi schwankend. Zum einen kann er weite Zuspiele auch problemlos aus sehr statischen Szenen anbringen – sehr wichtig, um schwierigen Situationen zu entrinnen. Da diese Bälle am Ende oft herunterfallen und daher zum Ende der Flugbahn langsamer werden, sind sie auch recht gut zu verarbeiten. Andererseits spielt der Mittelfeldmann die längeren Pässe jedoch bisweilen zu ambitioniert, gerade in tieferen Rollen gegen sehr passive, flache Pressingspielweisen des Gegners greift er quantitativ auch schon mal zu häufig dazu. Ansonsten findet er aber eine gute Balance aus weit- und kleinräumigen Aktionen.

Über kurze Distanzen agiert er teilweise sehr stark und kann viele überraschende Bälle in die Zwischenräume bringen. Vor allem glänzt Kashiwagi dadurch, dass er kleinräumig eine enorme Anpassungs- und Variationsfähigkeit in Sachen Passwinkel hat. Immer wieder spielt er die Bälle mit abgeknickten Fußstellungen, kann dadurch sehr präzise kleine Lücken anvisieren und auch entgegen seiner eigentlichen Körperhaltung überraschende Richtungswahlen vornehmen. Auch aus der Bewegung heraus kann er sehr schnell zu Passaktionen übergehen. Kashiwagi benötigt kaum Zusatzbewegungen, um aus einem Fluss ein Zuspiel vorzubereiten – eine wertvolle Qualität.

Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass er Ballmitnahmen bisweilen nicht optimal in Sachen Positionierung vorbereitet und dann überraschend wirkende Fehler oder disharmonische Unsauberkeiten macht. Ein weiteres wichtiges Kennzeichen für seine Rolle ist das gute Freilaufverhalten Kashiwagis, der sehr klug die richtigen Räume findet. Wenn er etwa nach einem Pass im Deckungsschatten eines herausrückenden Gegners verschwindet und der Passempfänger kaum passende Möglichkeiten hat, zeigt Kashiwagi gute Versuche, um sich mit vertikalen oder diagonalen Läufen wieder anspielbar zu machen. So gelingt es ihm, einzelne Spieler der gegnerischen Mannschaft aus dem Spiel zu nehmen und federführend deren Pressing zu umschiffen.

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Kashiwagi spielt einen Rückpass unter Druck, der Gegenspieler geht hinterher und attackiert den Keeper. Da Kashiwagi sich aus dem Deckungsschatten in den Freiraum löst und anspielbar wird, kann der lange Ball im Aufbau vermieden werden.

Auch im eigenen Pressing spielt Kashiwagi seinen Part klug. Mannorientierte Ausrichtungen kann er balanciert ausführen, vor allem bewegt er sich aber ausgewogen und leitend im Raum. Oft positioniert er sich etwas schräg zum Ball, stellt einzelne Passoptionen stärker zu und lässt dafür andere offen. Die Entscheidungen, wann er etwas mehr Intensität sucht, sind jedoch eher willkürlich. Teilweise wird er daher auch bei guten Staffelungen kurz gedankenlos und lässt in eigentlich sicher zugestellte Räume doch mal einen Ball durchrutschen. Diese kleineren Fehler kann er durch seine engagierte Rückzugsbewegung zum Strafraum hin aber oft noch wieder gerade rücken. Wie im Herausrücken geschieht das teils etwas ungestüm, aber grundsätzlich mit gutem Zugriffstiming.

So langsam neigt sich die aktuelle Spielzeit in der japanischen Liga dem Ende zu und es nähert sich die für dieses Jahr neu eingeführte Finalrunde. Kashiwagis Urawa Red Diamonds gehören zu den absoluten Titelkandidaten. Von Trainer Mihailo Petkovic ist die Mannschaft in einer flexiblen Switch-Formation sehr vielseitig eingestellt, überzeugt insbesondere mit Variantenreichtum und Ballsicherheit im Aufbau sowie mit ihren Herausrückbewegungen. Für Ersteres spielt Kashiwagi eine Hauptrolle und ist vielleicht zum primären Schlüsselspieler des Teams geworden. Da ihm auch viele gute Mitspieler – im Offensivbereich etwa der prinzipiell herausragende Bewegungsschaffer Shinzo Koroki – zur Seite stehen, kann Kashiwagi in dieser Saison bisher häufig glänzen.

Isco 8. Oktober 2016 um 18:15

Was hältst du denn von Marcos Llorente bzw. was meinst du mit „gute, wenngleich schwankende Ansätze“ genau?

Ich finde ihn ohne Ball eigentlich extrem stark; gutes Stellungsspiel, gutes Freilaufverhalten, geschickter, ruhiger Zweikämpfer, etc. Mit Ball ist er zwar recht pressingresistent, aber sein Passspiel empfinde ich als unfassbar simpel; er verteilt die Bälle hauptsächlich seitlich an die AV, vertikale Pässe zwischen die Linien sieht man praktisch nie.

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TR 9. Oktober 2016 um 23:58

Ja, das finde ich grundsätzlich eine gute Einschätzung von dir. Ich wollte im Text dann nicht so ausführlich auf die einzelnen Spieler eingehen, deshalb dieser etwas allgemein bleibende Verweis dort. Ich kann aber jetzt gerne meine ausführliche Einschätzung zu Marcos Llorente abgeben.

Deine Einschätzungen zum Spiel ohne Ball teile ich im Wesentlichen: Teilweise hat er auch wirklich einzelne herausragende Momente in Sachen Antizipation, außerdem defensiv ein sehr gutes Timing bei der Zugriffsfindung. Durch die Statur mit den relativ langen, schlaksigen Beinen kann er da in Zweikämpfen oder bei Rückwärtsaktionen gegen den Ball auch in einem recht großen Radius den Zugriff suchen und auch aus recht schwierigen Positionen den Ball „erstochern“ („geschickter, ruhiger Zweikämpfer“ trifft das gut).

Überhaupt ist diese Staksigkeit so etwas wie ein zweischneidiges Schwert: Zwar kann er seine Bewegungen generell und Drehungen im Besonderen teilweise überraschend explosiv und dynamisch ausführen, er bleibt aufgrund seiner Statur aber immer ein wenig unsauber dabei. Zudem kommt eben auch generell so eine leicht tollpatschige Art dazu. Das zeigt sich dann auch in Sachen Pressingresistenz: Eigentlich ist er da, wie du gesagt hast, sehr gut, aber aufgrund gewisser koordinativer Schwächen kommt es dann zwischendurch mal zu sehr instabilen Aktionen. Bezüglich des Spiels ohne Ball noch eine kleine Anmerkung: Freilaufverhalten finde ich bei ihm prinzipiell auch ansprechend, gerade nach eigenen Pässen kommt eigentlich fast immer unmittelbar aktiv eine neue Anschlussbewegung, aber teilweise etwas zu mechanisch. Das scheint auch ein Grund dafür zu sein, dass seine Positionsfindung gelegentlich doch noch unsaubert ist (und das wiederum könnte auch mit einer gewissen strategischen Unklarheit zusammen hängen, siehe unten).

Auch deine Kritik am Passspiel geht in eine ähnliche Richtung wie meine Eindrücke, wenngleich ich ihn da nicht ganz so simpel sehe, aber es ist tendenziell schon eher einfach gestrickt, ja. Einerseits finde ich auch, dass er zwar ein sehr kluger und ballsicherer Spieler ist, aber so ein bisschen das strategisch geschärfte Element fehlt und er keine so wirklich definierte Rolle im Mittelfeld entwickelt. Er verteilt eben die Bälle – mit dynamischem Passspiel, recht großem vielseitigem Radius – und spielt dort irgendwie mit, oft noch zurückhaltend, aber ohne die klare, übergeordnete Richtung und Struktur. Von daher sehe ich da im Prinzip eine durchaus ähnliche Krux wie du es beschrieben hast. Es wird also sehr interessant sein, inwieweit er da noch ein klares Profil reinbringen kann.

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Isco 10. Oktober 2016 um 16:12

Vielen Dank für die Antwort 🙂

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Random Walk 10. Oktober 2016 um 17:15

Finde die Einschätzung von Llorente sehr spannend.
Die wichtigsten Punkte in meinen Augen:
– untypisches Zweikampfungeheur
– Sehr engagiert im Aufbauspiel (meistens auch richtig, auch wenn er tendenziell zu oft zu tief steht [kann auch den Trainervorgaben geschuldet sein])
– Eng im Zusammenhang mit dem vorherigen Punkt finde ich, dass er sich zu selten als offensive Anspielstation anbietet, wenn bspw. ein Mitspieler zurückgefallen ist
– Beim Rausrücken oftmals mit schlechtem Timing, gerade wenn er weiträumig herausrückt
– Bezüglich der Pressingresistenz und der tollpatschigen Art hätte ich dir vor drei Wochen noch widersprochen, aber gab jetzt die letzten Spiele doch einige Beispiele hierfür (https://www.youtube.com/watch?v=cIEtS-VeKcA ab Sekunde 27 ist z.B. ziemlich witzig)
– Technisch erinnert er mich in vielen Situationen an Kroos, kann mich gegen den Eindruck einfach nicht wehren. Beide sind da auf den ersten Blick unscheinbar, aber die Erfolgsstabiltät in ihren Aktionen ist sehr hoch
– Beim Passspiel sehe ich das gleich wie TR

Was bei der Analyse von Alaves nicht wirklich herausgeht (ist ja auch explizit nicht der Fokus der Analyse), ist, dass gegen die kleineren Gegnern der ruhige Rhythmus durchaus auch im Aufbauspiel zu sehen ist. Der Übergang vom ersten in das zweite Drittel klappt, auch dank Llorente, ziemlich oft, ziemlich gut. Im letzten Drittel läuft dann nicht mehr viel, hat doch Alaves, wie im Artikel korrekt festgestellt, einen starken Fokus auf die eigene Stabilität, weswegen nur sehr wenige Spieler wirklich ins Offensivspiel eingebunden sind.
Diese Ruhe im Aufbauspiel (insbesondere für so eine kleine Mannschaft) und die interessanten Momente in der Defensive, führen dazu, dass ich mir Alaves gerne anschaue. Insofern habe ich mich über die Analyse sehr gefreut.

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