Entschlossene Hamburger verlieren gegen konsequente Bayern

Hamburger SV0:1bayern

Erst mit dem späten Treffer von Joshua Kimmich musste sich der Hamburger SV den Münchnern beugen. Vorangegangen war eine Partie, in der der HSV zwar kämpferisch überzeugte und über weite Strecken der Partie auch gegen den Ball solide auftrat, in der die aber Bayern gerade in der zweiten Halbzeit vermehrt zu sehr guten Torchancen kamen.

Das Spiel in der Kurzzusammenfassung:

  • Hamburgs Mischform aus Mittelfeld- und Abwehrpressing stellte die Bayern zwar im Aufbau kaum vor Probleme, führte aber in der ersten Halbzeit dazu, dass der HSV in der Strafraumverteidigung fast keine Torabschlüsse zulassen musste.
  • Erst nach diversen Anpassungen und einer insgesamt erhöhten Präsenz in der Offensive gelang es den Bayern im zweiten Durchgang passendere Strukturen im Angriffsdrittel herzustellen, was in einer stark gesteigerten Anzahl an Torgelegenheiten resultierte.
  • Bayerns passive Muster gegen den Ball führten dazu, dass der HSV selbst zu keinen Torchancen aus dem geordneten Aufbau kam und schnell den Weg auf die Flügel suchen musste.

Hamburger Mischform aus Mittelfeld- und Abwehrpressing gegen den Ball

20160925_robl_szenepressinghsv

Schematische Aufbaustaffelung der Bayern mit breiten und tiefen Achtern, eingerückten Flügelspielern sowie breiten Flügelspielern.

Aus der 4-2-3-1-Grundordnung der Hamburger im eigenen Ballbesitz wurde im Spiel gegen den Ball eine klare 4-4-2-Grundordnung, in der Holtby neben Wood in die vorderste Linie rückte. Dabei beschränkten sich die Hamburger über weite Strecken des Spiels auf eine Mischform aus einem passiven Mittelfeld- bzw. Abwehrpressing mit vereinzelten Phasen im Angriffspressing, in denen man bis zu den Münchner Innenverteidigern durchpresste.

Auf Kosten der Stabilität am eigenen Strafraum bekamen die Hamburger im Mittelfeldpressing allerdings keinen richtigen Zugriff auf den Aufbau der Münchner, weil diese mit den beiden Achtern Kimmich und Sanches sowie Thiago auf der Sechs tiefe Bereiche des Spielfeldes konsequent überluden. Gerade in den Halbräumen und am Flügel hatten Bahoui und Müller mit den beiden Münchner Außenverteidigern, den beiden Achtern sowie Hummels und Martinez jeweils drei Gegenspieler und erhielten lediglich vom ballnahen Stürmer Unterstützung. Die tieferen Positionierungen von Ekdal und Jung wirkten sich hier negativ aus. Aufgrund des relativ geringen Abstandes zwischen erster und letzter Pressinglinie waren beide Sechser allerdings in der Mitte gebunden und hatten keine Möglichkeit nach vorne herauszurücken, ohne Gefahr laufen zu müssen das Zentrum zu entblößen.

Insgesamt passte diese Ausrichtung der Hamburger gegen die Bayern aber nicht schlecht: Indem Müller und Bahoui im Pressing zunächst eingerückt standen und sich anschließend darauf fokussierten den inneren Passweg zu verteidigen, befeuerten sie den Trend der Münchner im zweiten Drittel, zunächst die breiten Außenverteidiger Lahm und Alaba mit ins Spiel einzubeziehen. Weil den Bayern aufgrund der zu tiefen Achter und der insgesamt sehr flachen Offensivstaffelungen die Verbindungen in den mit Ekdal und Jung doppelt besetzten Hamburger Sechserraum als auch die Anbindung nach hinten fehlte, entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine Partie, in der der HSV zwar nie wirklich Zugriff auf die Bayern bekam, selbst aber auch nur wenige Torchancen zulassen musste.

Konter, asymmetrische Außenverteidiger und einfache Kombinationsversuche als Offensivmuster des HSV

Aufstellungen und Offen

Aufstellungen und Offensivmuster.

Im Aufbauspiel nutzten die Hamburger breite Innenverteidiger und halbhohe Außenverteidiger, die sich so positionierten, dass sie noch in die eigene Ballzirkulation miteingebunden werden konnten. Sowohl Jung als auch Ekdal agierten im Aufbau zunächst hoch, wobei sich Ekdal – gerade in Phasen oder Momenten, in denen Bayern höher presste – vor Spahic und Djourou zurückfallen ließ, um die beiden Innenverteidiger im Aufbau zu unterstützen.

Schon im Aufbau zeigte sich, dass Müller auf dem rechten Flügel deutlich weiter zur Mitte gezogen agierte als Bahoui auf der linken Seite. Dementsprechend rückte Sakai auf der Position des rechten Außenverteidigers schon früher nach vorne und beteiligte sich auch im zweiten Drittel an der Ballzirkulation, während Douglas Santos auf der anderen Seite erst später nachstieß und Bahoui mit Läufen an der Seitenlinie unterstützte.

Bzgl. des eigenen Offensivvortrags beschränkte sich der HSV auf einfachere Kombinationen in den Halbräumen oder auf dem Flügel, die Ausnutzung von Ballgewinnen in Umschaltaktionen und das schnelle Durchspielen der eigenen Angriffe.

Bayern in der Defensive: Passivität, Kontrolle des Zentrums und passende Abstände als Schlagworte

Auch gegen den HSV nutzten die Bayern standardmäßig ihre 4-1-4-1-Grundordnung gegen den Ball und interpretierten diese – im Vergleich zu den bisherigen Spielen der diesjährigen Bundesligasaison – gewohnt passiv. Dabei orientierten sich die Münchner in der ersten Phase des Pressings vornehmlich am Raum und nicht an ihren direkten Gegenspielern. Mit Lewandowski gab es in der Regel nur einen nach vorne geschobenen Akteur, der den Hamburgern die ungestörte Nutzung des Zentrums erschweren sollte, indem er Djourou und Spahic im Aufbau anlief, sobald diese nach vorne aufrückten. Gemeinsam mit den beiden Achtern, die im Vergleich zu den Flügelspielern immer wieder nach vorne rückten, wenn der HSV die Räume neben Lewandowski anvisierte, war der Pole dafür zuständig Anspiele der Hamburger in den zentralen Zwischenlinienraum zu verhindern. Der HSV sollte so idealerweise zum Flügel geleitet werden, aber auf keinen Fall in der Mitte durchbrechen können. Dabei lag der Fokus bei den Münchnern gar nicht so sehr darauf alle Anspiele der Hamburger in die eigenen Formation zu verhindern, sondern vielmehr in der Herstellung passender Abstände untereinander. Ballgewinne wollte man erst in der zweiten Phase – also nach Anspielen des HSV zum Flügel außerhalb der eigenen Formation oder nach Anspielen in die Tiefe im Bereich der Halbräume – erzielen.

20160925_robl_szenemittelfeldpressingfcbayern

Nach einem Anspiel in den Zwischenlinienraum können Hummels, Thiago und Alaba direkte Mannorientierungen zu ihren Gegenspielern herstellen. Coman kann nach hinten doppeln und der HSV eigentlich nur noch zum Flügel ausweichen.

Dass der Plan der Münchner aufging und sie selbst auch nur wenige Chancen zulassen mussten, lag auch am Hamburger SV. Die Mannschaft von Trainer Labbadia hätte mutige Anspiele in den Zwischenlinienraum mit direkten Ablagen fokussieren können, um anschließend direkte Wege zum Tor zu suchen oder aber den Versuch wagen können, im Anschluss an kurze Verlagerungen auf den Flügel über beherzte Dribblings der Flügelspieler zur Mitte durchzubrechen. Stattdessen suchten die Hamburger eher einfachere Wege auf die Flügel, kamen von dort aber aus sehr statischen Situationen nicht wirklich in gefährliche Räume.

Bayern mit Ball: Alles wie gewohnt

Bei den Bayern scheint sich auch im Spiel mit Ball eine deutlich größere Routine einzuschleifen, als es noch unter Guardiola der Fall war. Wie in den vergangenen Spielen nutze man zeitweise die Überladung einer bestimmten Spielfeldhälfte. Mit Kimmich und Sanches gab es zwei tiefe Achter, die sich beide viel in die tiefen Halbräume bewegten, um diese im Aufbau zu überladen und den Hamburgern Zugriff im Pressing zu nehmen. Lahm und Alaba rückten im Aufbau schnell ins zweite Drittel auf, während Coman und Müller zeitig in die Halbräume schoben. Während Coman allerdings Bindung an den Aufbau hielt, rückte Müller quasi als zweiter Stürmer in die Mitte, ging aber gegen den Ball auf den rechten Flügel zurück. Comans Einrücken zur Mitte wurde zunächst von Lewandowski, im späteren Verlauf der Partie aber auch durch Sanches ausbalanciert, der ähnlich wie Morales bei Ingolstadt in den vergangenen Jahren von der Position des linken Achters bei Bedarf auf den linken Flügel rochierte, um dem Spiel dort Tiefe und Breite zu geben.

Bayerns Probleme im Angriffsdrittel

Zu erkennen sind die massive Besetzung des Zentrums durch die Viererkette sowie die zwei Sechser des HSV. Den Bayern fehlen Wege zur Mitte und nach hinten.

Zu erkennen sind die massive Besetzung des Zentrums durch die Viererkette sowie die zwei Sechser des HSV. Den Bayern fehlen Wege zur Mitte und nach hinten.

Obwohl es den Bayern fast durchgehend gelang die erste Linie des HSV mühelos zu überspielen, zeigten sich anschließend einige Mängel im Herausspielen eigener Torchancen.

In der ersten Halbzeit nutzten die Bayern im Aufbau zunächst Überladungen der linken Seite. Immer wieder versuchte man dort in die Formation des HSV zu spielen, um ein Einrücken der Hamburger zu provozieren und anschließende Verlagerungen zur rechten Seite zu spielen. In der Regel spielte man diese Verlagerungen nicht direkt auf Lahm, sondern bezog den ballnahen Innenverteidiger oder den ballfernen Achter Kimmich mit ein. Kimmich verlagerte das Spiel dabei wenn möglich nicht direkt, sondern rückte zunächst in anspruchsvollen Situationen einige Meter mit Ball am Fuß nach vorne, um im Anschluss an das folgende Zuspiel auf Lahm die Bindung zum Ex-Kapitän der Nationalmannschaft halten zu können. Diese Verlagerungen erzeugten aber selten passende Dynamiken, aus denen die Bayern direkt hätten durchbrechen können.

Dazu kam, dass aus statischeren Aufbausituationen oftmals die Anbindung der Achter nach vorne in den Zwischenlinienraum fehlte, weil Coman und Müller hinter den Hamburger Flügelspielern verschwanden, sodass die Bayern oftmals den Weg nach vorne über die Außenverteidiger suchten. Das führte zwar dazu, dass die Hamburger geschlossen nach hinten rücken mussten und die Bayern die Zirkulation im zweiten bzw. dritten Drittel fortführen konnten, allerdings war die Rückanbindung der Angriffe vom Flügel nach hinten oder zur Mitte aufgrund unpassender und oftmals zu flacher Staffelungen nicht ideal.

Erste Anpassungen im zweiten Durchgang

Weder Labbadia noch Ancelotti nahmen zur Halbzeit personelle Wechsel vor. Während der HSV keinerlei taktische Anpassungen vornahm, wechselten Müller und Coman bei den Bayern die Seiten. Coman agierte auf der rechten Seite von nun an breiter. Während Lahm vermehrt in die Mitte einrückte und wohl als Zirkulationsspieler im hohen rechten Halbraum dienen sollte, blieb Alaba zumeist breit am Flügel, um dort Breite und Tiefe herzustellen, weil Thomas Müller nahezu durchgehend im Sturmzentrum zu finden war. In dieser Phase gab es vor allem auf dem linken Flügel – später dann auch auf der anderen Seite – mehrere Szenen, in denen der Flügelspieler oder der Außenverteidiger von einem der Achter hinterlaufen wurde.

Grundsätzlich verbesserte sich die Ballzirkulation der Münchner nun im letzten Drittel. Immer wieder schafften sie es vom einen zum anderen Flügel zu verlagern, zu Torchancen kamen sie allerdings weiterhin nicht, sodass als Reaktion nach gut einer Stunde Ribery und Vidal für Coman und Sanches eingewechselt wurden.

Während Vidal Sanches positionsgetreu ersetzte, wechselte Müller abermals auf die rechte Seite, um Platz für Ribery auf der linken Seite zu machen. Ribery agierte dabei ähnlich zur Mitte eingerückt wie Coman, zeigte sich aber stärker spielmachend und vor allem deutlich aggressiver im Andribbeln von Gegenspielern und im gegnerschlagenden Dribbling.

In Kombination mit dieser neuen Komponente führte die personell erhöhte Präsenz der Bayern in der Offensive (nachstoßende Innenverteidiger, sehr hohe Außenverteidiger, Belegung der letzten Linie mit Müller und Lewandowski, Unterstützung der Achter) dazu, dass der HSV sich nicht mehr aus der Strafraumverteidigung befreien konnte und auch zunehmend ungünstigere Umschaltstaffelungen in die Offensive vorfand.

Die Bayern suchten aus der konsequenten Ballzirkulation zunehmend Durchbrüche zur Grundlinie, um anschließend flache Zuspiele zur Mitte zu forcieren, nutzten aber auch das Stilmittel der Halbfeldflanke oder vertikale Chipbälle hinter die Kette des HSV. Dabei waren die Chipbälle das am wenigsten effiziente Stilmittel, weil es sich lediglich auf die individuelle Qualität Lewandowskis stützte und kaum in gruppentaktische Muster eingebunden war.

Fazit

Dass am Ende doch noch der Siegtreffer für die Münchner fiel, mag aufgrund des späten Zeitpunktes auf ein glückliches Ende für die Münchner schließen lassen, die hohe Anzahl an Torchancen und die Konsequenz, mit denen sich die Münchner diese erarbeiteten, relativiert diese Einschätzung aber wieder. Dass der HSV lange ein Unentschieden halten konnte, beruht nicht nur auf der eigenen Defensivleistung, sondern auch auf der Tatsache, dass die Bayern erneut Probleme im Angriffsspiel offenbarten, in der zweiten Halbzeit aber trotzdem zu vielen Torchancen kam, die Adler teilweise sensationell entschärfen konnte.

Eisenkarl 27. September 2016 um 09:24

Der HSV hatte Glück im Unglück. 0:1 gegen diese starken Bayern zu verlieren ist keine Schande. wenn statt der 3 Jungspunde im Mittelfeld die Topspieler, Alonso und Vidal statt Kimmich und Snchez aufgelaufen wäre, wäre das Spiel schon zur HZ z.G. der Bayern entschieden gewesen und den genannten Spielern – vor allem Alonso – fehlte die nötige Pause vor dem anstehenden CL-Spiel

Antworten

HUKL 26. September 2016 um 14:46

Lieber TE,

mit Deinen vielleicht etwas zu langen und ausführlichen Kommentaren zu den unterschiedlichen, doch immer wiederkehrenden Techniken, wie „gegen den Ball treten“, Angaben über sich ständig verändernde Spielsysteme, das (fast) sinnlose „Packing“, „Ballbesitzzeiten“ oder „Pressing“ usw. erntest Du viel Lobeshymnen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass hier und da Deinerseits etwas mehr persönliche, kritische Meinungen zum jeweiligen Spiel und natürlich auch zu mancher zu treffenden oder bereits getroffenen Entscheidung von „ganz oben“ im direkten Umfeld der um sportliche sowie wirtschaftliche Hilfe ringenden Vereine eingebaut wären!

Natürlich muss man im Fall der Münchener schon vom Glück reden, wenn sie den Ball kurz vor dem Abpfiff eben doch noch im Tor des überragenden Torhüters Adler unterbringen konnten. Andererseits hätten sich andere Gästemannschaften mit dem drohenden Unentschieden längst begnügt…..

Das Dilemma der Abstiegsangst wird sich vermutlich auch nach dem sich schon seit Wochen abzeichnenden „feigen“ Trainerwechsel fortsetzen. Interessant wäre allerdings noch zu erfahren, was den von mir geschätzten Gwisdol veranlasste, in letzter Sekunde doch die Hamburger gegenüber den ebenfalls bettelnden „Bremer Stadtmusikanten“ vorzuziehen!

Wer die entsprechenden Statements der beiden in großen Schwierigkeiten geratenen norddeutschen Vereinsbosse, Beiersdorfer und Sode, zu ihren Trainerproblemen, die für mich von anderen großen Versäumnissen in der Vergangenheit allerdings nur ablenken, verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass es auch in dieser Position vakante Unterschiede gibt und mit Labbadia wohlmöglich das falsche Opfer gefunden wurde, der übrigens vor genau einem Jahr mit seinem 1:0-Sieg gegen Hoffenheim u.a. eine der Ursachen war, dass sein jetziger Nachfolger indirekt in den überlangen Urlaub geschickt wurde……Mit seinem abgelehnten Vertrag über mindestens zwei Jahre hat er allerdings schon bereits die ersten persönlichen positiven Punkte auf seinem neuen Hamburger Konto sammeln können!

Wie in kaum einen Jahr vorher scheinen allgemein die „Lebenszeichen“ aller betroffenen und gefährdeten Trainer in der Praxis eine wesentlich kürzere Laufzeit zu haben als in den Verträgen festgelegt! Ganz schlimm sieht es natürlich auch auf Schalke aus, da beide dortige neue sportliche Verantwortlichen, die ihre unterschiedlichen Clubs vorzeitig verließen, um sich als „Retter“ feiern zu lassen, im „Pott“ mit noch 0-Punkten, also praktisch leeren Händen dastehen und noch aufregende und schlimme Zeiten vor sich haben dürften!

Antworten

TE 26. September 2016 um 17:19

Ich bin etwas verwirrt. Schließlich habe ich diesen Artikel gar nicht geschrieben?! Zum HSV äußere ich mich in meiner aktuellen Kolumne. Worauf Sie mit Ihrem ersten Absatz abzielen, verstehe ich allerdings nicht.

Antworten

HUKL 26. September 2016 um 20:36

Entschuldigung, natürlich meinte ich den Autoren „RT“ und nicht fälschlicherweise „TE“!

Im 1. Absatz wurde der (falsche) Kommentator von mir darauf hingewiesen, die ständig benutzten Sprachgebräuche doch möglichst etwas zu reduzieren! Mich interessieren doch neben dem jeweils erreichten Ergebnis in erster Linie die Dinge, die auch dazu führten und natürlich im besonderen Fall des Hamburger SV, was es dort gerade für aufregende Randerscheinungen gab, die die (falschen) Personalveränderungen zur Folge hatten!

Es ist schon anzuerkennen, dass die aufmerksame Leserin Isabella den Kommentatur aufruft, sich nicht von solchen Nebenbemerkungen verunsichern zu lassen, damit sie das etwas längere Konstrukt eventuell mit den Gedanken des jeweiligen Trainers gemeinsam „verarbeiten“ kann……

Antworten

RT 26. September 2016 um 21:13

Hallo HUKL,

ich kann deine Kritik nicht ganz nachvollziehen (weil ich sie auch nur teilweise verstehe). Die zitierten „Sprachgebräuche“ verwende ich doch gar nicht, oder?

Persönliche und kritische Meinungen versuche ich – solange sie sich nicht auf das beschränken, was auf dem Platz passiert – zu vermeiden. Ich kann nicht beurteilen, wieso Verein X Spieler Y kauft und Trainer Z entlässt und was hier die Beweggründe oder die Rahmenbedingungen einzelner Entscheidungen sind…

Ich versuche in meinen Analysen, die für mich logischen Kausalketten darzustellen und zu erklären. Weil ich mir die Spiele meistens nie öfter als zwei mal ansehe, hüte ich mich in der Regel auch vor allzu wertenden Aussagen. Außerdem fände ich das etwas vermessen…wer bin ich, dass ich die Arbeit eines Trainers oder die Leistung einer Mannschaft als „schlecht“ oder „miserabel“ betiteln darf?

Ich glaube anhand meines Artikels kann man – auf das vergangenen Spiel bezogen – nachvollziehen, wieso und warum das Ergebnis zustande kam. Und über alles andere muss sich der Leser selber eine Meinung bilden.

Schöne Grüße
RT

Antworten

Isabella 26. September 2016 um 22:39

Hukl, also entweder bin ich zu blöd, oder deine Sätze haben ihre anfängliche Verworrenheit behalten- aber was genau willst du mir eigentlich sagen? Du hast also anfangs RT dazu aufgefordert, mehr psychologische Spekulationen hineinzubringen und weniger davon zu schreiben, wie ein taktisches Mittel vielleicht auch Nachteile bringen kann z.B. Frage meinerseits: Warum? Was genau erwartest du denn von einer Taktikanalyse? War es bisher nicht immer so, dass SV die Vorgänge auf dem Spielfeld und dessen spielerische Konsequenzen aufzeigt und das „warum“ wie „hat etwa die schlechte Beziehung zwischen Trainer und Spieler zur Auswechslung geführt“ oder „warum gewinnt CR7 schon wieder den Ballon D’or, wenn Messi noch lebt“ entweder der Bild oder den Kommentaren unten überlassen? Was du suchst, gibt es übrigens im Doppelpass. Dinge wie die breiteren Außenverteidiger werden dort auch erkannt und noch dazu gibt es einen haufen Spekulatius darüber wie „back to the roots“ Ancelotti ist und ob die Gemütlichkeit die Champions League gewinnen kann. Noch dazu brisante Diskussionen mit Rudi Völler, wer den Fußball je geliebt hat … just sayin‘ … Aber du dürftest mir doch noch schnell für dumme erklären, warum ich nicht darum bitten darf, dass sich nicht ein weiterer Autor um kurze Artikel bemüht ? Ich checks nicht

Antworten

HUKL 28. September 2016 um 14:59

Isabella,

ohne zu wissen, was Du für persönliche, praktische Erfahrungen zu dieser Fußballsportart und ihren verschiedenen Systemen nachweisen kannst, verrät zumindest Deine Beantwortung zu diesem Themenkomplex, dass es wohl von Vorteil wäre, sich etwas mehr damit auseinanderzusetzen, statt die Meinungen verschiedener Leute nur zu ignorieren! Hier gibt es noch einige Defizite zu beseitigen, Sportkameradin Isabella!

Die Sendung „Doppelpass“, die übrigens von mir gern angeschaut wird, ist sehr interessant, weil sie Spaß und reale Einschätzungen von mehr oder weniger anwesenden echten Experten tatsächlich vereint. Es wäre abschließend nett, wenn Du mir tatsächlich z.B. noch mitteilst, warum der (unbekannte) Erfinder der „Sechs“ oder „Doppelsechs“ den „Fünfer“ (…der früher der rechte Läufer war) regelrecht aus den Mannschaften verbannt hat. Oder hast Du die Bezeichnung in den jeweils nachplappernden Kommentaren irgendwo schon einmal nachlesen oder hören können? Ich jedenfalls nicht……

Antworten

Ein Zuschauer 28. September 2016 um 16:23

Lieber HUKL,

Was bedeutet es wenn Lebenszeichen eine kürzere Laufzeit haben? Wieso sind die „echten Experten“ beim Doppelpass nur mehr oder weniger anwesend? War nicht der „Vierer“ der rechte Außenläufer? Bist du sicher, dass der Erfinder der Doppelsechs wirklich jemanden verbannt hat? Wo findet sich im Artikel der Begriff „Packigng“? Oder der Begriff „Ballbesitzzeiten“? Wo findet sich, auf Spielverlagerung, die Formulierung „gegen den Ball treten“? Warum sind wir jetzt auf einmal alle Kameraden? Und welche Kommentaren plappern was wo nach? Und welche Erfahrungen im Bereich „dieser Fußballsportart und ihren verschiedenen Systemen“ ermöglicht es einem die Relevanz der rein fußballspezifischen Probleme der Beziehungen von Vorgesetztem und Untergebenem und Tradition vs Evolution nachzuvollziehen, die ausschließlich im Fußball auftreten? Und was geht einem verloren wenn man sich nicht die Frage stellt ob „Gemütlichkeit die Champions League gewinnen kann“?

Das könntest du noch genauer beschreiben.

Dein Zuschauer.

tobit 28. September 2016 um 23:08

Ich muss sagen, dieser Post – speziell „der Erfinder der Sechs“ – erinnert mich an einen anderen Kommentator hier vor einiger Zeit, der sich als simpler Troll herausstellte.
Was dieser Sechser (und der verschmähte Fünfer) mit der eigentlichen Diskussion damals wie heute zu tun hat, würde mich schwer interessieren. Auf einigen Positionen setzte sich halt die Nummer (Sechser, etc.) als gängige Bezeichnung – übrigens auch bei den DoPa-Experten – durch, während man bei anderen auf die Rollenbezeichnung (Aussenverteidiger, etc.) auswich.

gs 27. September 2016 um 09:58

@HUKL:
Ich finde es auch schwer zu verstehen, wie man auf einer auf Taktikanalysen spezialisierten Website beklagen kann, dass – ausführlich und bestens nachvollziehbar, dafür meinen ausdrücklichen Respekt an RT – aus der Taktik und deren Umsetzung im Spielverlauf heraus das Spielergebnis als zutreffend analysiert wird.

Ebenso ist es für mich explizit besonders erfreulich, dass eben gerade nicht die persönlichen Einschätzungen der Autoren über Schiedsrichterentscheidungen, Spielerkäufe und Trainerentlassungen breitgetreten werden (davon gibt’s ja anderweitig zu Hauf), sondern der Fokus wirklich auf dem Spiel liegt.
Auch wenn das Ergebnis natürlich oftmals per Glück / Pech von der Analyse abweicht, finde ich es sehr informativ, ob ein Spiel „zu Recht“ oder nur durch Zufall gewonnen wurde. Da ich selbst nur wenige Spiele in voller Länge anschaue(n kann), ist das für mich eine sehr nützliche Zusatzinformation, um das langfristige Potenzial von Mannschaften einzuschätzen.

Denn die Korrelation scheint es schon zu geben: ein Trainer mit klarem taktischem Konzept (entsprechende Fachkenntnis vorausgesetzt) hat mittel- und langfristig mehr Erfolg als ein reiner Motivator a la Beckenbauer (geht’s raus und spielt’s Fußball …).
Insofern sehe ich den Wechsel von Labbadia zu Gisdol schon als konsequent an. Bruno war der Richtige, um von jetzt auf gleich den Abstieg zu verhindern. Aber um eine Mannschaft weiterzuentwickeln, fehlen ihm wohl die Fachkenntnisse. Ob umgekehrt Gisdol sein ohne Zweifel vorhandenes Wissen in die Praxis umsetzen kann, sprich ob die Mannschaft mitzieht, wird sich zeigen.

Antworten

Lacksi Lucksi 28. September 2016 um 16:00

Was ich dazu sagen muss: so gut das ist, seine Persönliche Meinung da rauszunehmen… gerade von den Schreibern auf SV würde mich die persönliche Meinung sehr interessieren…

Antworten

Isabella 26. September 2016 um 17:28

Bitte lieber RT, lass dich von solchen Aufforderung nicht verunsichern. Es gibt auch auf dieser Seite schon viel genug Autoren, die ihre Artikel ins Unleserliche zusammengekürzt haben, weil die lesfaulen darunter gemosert haben. Bleib bei den langen Ausführungen und verknüpfe die einzelnen Punkte weiter zu einem Konstrukt, bei dem man sich denken kann, dass sich Trainer x das so oder so ähnlich gedacht hat. Und von den Autoren, die den gesehen Fußball mit dem ihrer Lieblingstrainer vergleichen, habt ihr auch schon genug. (Obwohl ich auch deren Artikel ab und an gern lese..)

Antworten

Felixander 25. September 2016 um 22:54

Blöde Frage : Wie kann man nach so einer Niederlage den Trainer entlassen?

Antworten

Schorsch 26. September 2016 um 00:24

Blöde Antwort: Weil die Entlassung schon vor dem Spiel feststand!

Der HSV hat das gespielt, was man in einem (Heim)Spiel gegen die aktuellen Bayern vom Team in seiner jetzigen Verfassung maximal erwarten konnte. Ordentlich in der Arbeit gegen den Ball, bemüht im Spielaufbau, druck- und einfallslos im letzten Drittel. RTs Artikel beschreibt und analysiert es mMn sehr treffend. Es gab hie und da auch eine Chance für den HSV und Bayern hat gerade in der 2. Halbzeit so einige Chancen liegen lassen. Mit einigem Glück und eventuell gegen 10 Mann hätte es auch zu einem 0:0 für den HSV reichen können. Hätte, wenn und aber… So kam es, wie es in früheren Zeiten so oft kam: Bayern nutzte kurz vor Spielende dann doch noch eine der Chancen. Ein Remis hätte aber an der Entscheidung der HSV-Verantwortlichen, sich von Bruno Labbadia zu trennen, nichts geändert.

Nun als Markus Gisdol. Was heißt das für den HSV? Hohes Pressing, schnelles Umschalten? Defensiv anfällig? Interessant, dass der Vertrag Gisdols auf diese Saison (tatsächlich ‚auf eigenen Wunsch‘?) limitiert ist. Wobei mich eigentlich eher interessiert, warum Gisdol Werder ab- und dem HSV zugesagt hat. Ich habe da so eine Vermutung. Wäre in Bremen nicht eine ähnliche Frage aufgetaucht? So nach dem Motto: ‚Wie kann man nach so einem Sieg nicht mit dem (Interims)Trainer weitermachen?‘

Antworten

HK 26. September 2016 um 11:38

Blöde Antwort zu Gisdols Entscheidung: Er ist eben durch seine Erfahrungen in Hoffenheim schon investorentauglich!
Vielleicht versucht er es lieber bei den durch die Kühne-Millionen gepamperten Hamburgern als bei den eher klammen Bremern.

Antworten

Schorsch 26. September 2016 um 12:44

Da bin ich mir nicht so sicher. So ganz glücklich war Gisdol in Hoffenheim auch nicht darüber, dass der große Gönner und seine Entourage permanent auf den Kader Einfluss nehmen wollten. Gisdol hat die TSG mit einigem Glück in die Relegation gerettet und dort eindeutig den Klassenerhalt gesichert. Es folgten 2 Bundesligaspielzeiten, in denen er die TSG ohne jegliche Abstiegsbedrohung im sicheren Mittelfeld plazieren konnte. Als es dann zu Beginn der darauffolgenden Saison spielerisch und ergebnismäßig nicht funktionierte (17. Tabellenplatz nach dem 10. Spieltag), wurde er entlassen. Er hatte keinen Rückhalt im Club. Insofern ist er vielleicht wirklich „investorentauglich“, da er weiß, wie diese ‚ticken‘. Möglicherweise deshalb die Vertragslaufzeit nur für diese Saison.

Dass Werder ihm soviel weniger geboten hat, glaube ich nicht. Ob mögliche neue Kühne-Millionen für Spielerverpflichtungen den Ausschlag gegeben haben, weiß ich nicht. Die Entscheidung pro HSV und contra Werder ist nach den Spielen am Samstag (also auch nach dem Werderspiel) gefallen, so heißt es in Bremen. Wer die Werderfans nach Schlusspfiff mit ihren ‚Nouri-Sprechchören‘ erlebt hat, der wird sich schon überlegen, wie offen er dort als von außen kommender Trainer empfangen und welchen Rückhalt er bei bescheidenen Ergebnissen wohl haben würde. Dass man sich über die ersten Punkte der Saison freut, gerade wenn man den Spielverlauf betrachtet, ist klar. Man hatte aber im Weserstadion den Eindruck, Werder habe die Deutsche Meisterschaft gewonnen und Alexander Nouri sei dafür verantwortlich.

Aber warten wir es ab. Werder jedenfalls hat sich selbst ein Ei ins Nest gelegt, indem Klaus Filbry den Namen Gisdol als Kandidaten für die Trainerposition bestätigt hatte.

Antworten

felixander 28. September 2016 um 09:46

Das heißt, der HSV entlässt seinen Trainer nach 4 Spielen? Das ist doch erst recht lächerlich. Warum dann nicht gleich mit Gisdol in die neue Saison?

Antworten

Schorsch 28. September 2016 um 11:34

Weil man liebgewordene Gewohnheiten nicht so schnell ablegt. 😉 Bei Mirko Slomka war es das gleiche Spiel. Die Clubführung war nicht wirklich vom Trainer überzeugt, geht dennoch mit ihm in die Saisonvorbereitung und startet mit ihm in die Saison. Dazu werden noch Spieler verpflichtet, die nicht unbedingt vom Trainer gewünscht waren. Proferssionalität geht irgendwie anders.

Antworten

Dr. Acula 25. September 2016 um 22:47

Wow, geiler Artikel. Super zu lesen.
Zu meinen Bayern unter Carlo bleibt mir nur zu sagen: viel Spaß gegen Atlético 😒

Antworten

Isabella 25. September 2016 um 22:34

Ich weiß ja nicht, ob du jetzt immer die Bayernspiele machst, aber deine Artikel gefallen mir. Weiter so!

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*