Die „Streich-Raute“ stolpert in Köln

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Das unorthodoxe System der Freiburger war zu instabil – und das wurde von effektiven Kölnern bestraft.

Christian Streich hat an den ersten Spieltagen schon einiges geboten, etwa Fünferkettenversuche mit ambitionierten Achterrollen davor. Auch die sehr unorthodoxe Variante einer Raute aus diesem Spiel reiht sich dort ein. Diese Raute bestand als sehr breites, hohes und etwas brüchiges Gebilde:

Eine Art Raute und kein unpassendes 4-4-2

Bulut und Grifo waren aus den Flügelpositionen heraus so etwas wie die Achter – also 4-1-3-2-ähnliche Logik – und vor allem die Rolle von Mike Frantz wurde sehr offensiv angelegt. Der Allrounder bildete die vordere Spitze der Raute, spielte aber keinen Zehner aus einer vorstoßenden Mittelfeldrolle heraus, sondern interpretierte seinen Posten oft eher stürmerartig. In manchen Aufbauszenen zeigte er zwar zurückfallende oder umständlich-weiträumige herauskippende Bewegungen, aber im Normalfall bewegte sich der Kapitän – gerade  im Pressing – in enger Verbundenheit mit den Angreifern.

Formativ ließe sich das auch als breites 4-1-2-3 fassen. Statt Frantz pendelte situativ mal einer der Stürmer zum allein das Mittelfeld beackernden Höfler zurück und stopfte dort Räume, ansonsten suchten die Flügelspieler tiefer die Halbräume. Dafür hatte Philipp dann zwischenzeitlich einige Phasen breiterer Positionierung. Insgesamt prägte die offensive, vorwärtsgerichtete Besetzung diese Art der Raute entscheidend.

Köln dagegen setzte auf ein eher biederes, gut bekanntes 4-4-2/4-4-1-1. Das war aber in diesem Fall keine sschlechte Entscheidung. So eignete sich etwa die Viererkette gut dazu, die ungewöhnliche und potentiell unangenehme Freiburger Offensivstaffelung in einer sehr gleichförmig und ausgewogen verteilten Struktur zu kontern. Zudem war die Viererreihe in der ersten Pressinglinie sehr wichtig, um die Zirkulation der Freiburger breit genug zustellen zu können. Es ging nicht so sehr darum, besonders vielseitig herausrücken zu können, sondern um die disziplinierte Verhinderung bestimmter Vorwärtspässe.

Freiburger Optionsprobleme im Aufbau

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Köln im Pressing, Freiburg hochgeschoben und tlw. mit fehlenden Optionen im Aufbau

In der Folge hatten die Freiburger ein recht deutliches optisches Ballbesitzübergewicht, konnten das Leder oft aber nur zwischen Schwolow, den Innen- und teilweise auch den Außenverteidigern laufen lassen. Modeste und Osako konzentrierten sich geschickt darauf, die Überzahl gegen Höfler auszuspielen, wenngleich sie auch bei einzelnen Nachschiebebewegungen gruppentaktisch überzeugend agierten. Der hoch positionierte Frantz verschwand häufig hinter der Kölner Mittelfeldreihe, Grifo und Bulut boten sich zwar immer wieder einrückend zwischen gegnerischem Sechser und Flügelspieler an.

Oft konnten sie sich dabei aber nur als kurze Durchlaufstation betätigen, da gegen deren Überzahl im Zusammenziehen auf effektive Weiterleitungen oder wirksame Folgedribblings nur bedingte Erfolgsstabilität bestanden hätte. Im Grunde genommen hatte Freiburg mit Frantz´ Aufrücken letztlich Dreiersturmansätze und daher nur wenig präsente Verbindungen durch das Mittelfeld. Den Verteidigern fehlten unmittelbare Anspielstationen: Ging der Ball also zu Stenzel oder Günter, wurden diese vom Mittelfeldpressing der Kölner zugestellt und konnten sich nicht nach vorne lösen.

Es war nun nicht so, dass man sich über die Positionierungen von Grifo und Bulut nicht doch mal weiter nach vorne hätte spielen können, die große Wucht konnte Freiburg in der ersten halben Stunde aber nicht entfachen. Fast immer mussten sie irgendwann lange Bälle schlagen, wenn sie nach vorne kommen wollten. Nun hätte ihnen das mit der erwähnten Struktur theoretisch nicht so unlieb sein sollen. Auch hierdurch gab es den einen oder anderen Moment, in denen Niederlechner und Philip die Zuspiele mit verschiedenen Rochaden aufsammeln konnten. Jedoch wirkten solche Szenen in der Gesamtbetrachtung nicht so richtig durchschlagend.

Einige Kontermöglichkeiten für Köln

Zwei Punkte kamen in diesem Zusammenhang Köln zugute: Zum einen wurden ihre beiden Sechser von Freiburg nicht in den Achterräumen beschäftigt und konnten sich daher sehr frei dann nach hinten orientieren, wenn die Kette dort besondere Unterstützung benötigte. Zum anderen schien Freiburg sich mit der Masse an vorderen Spielern teilweise selbst etwas einzugrenzen. Eigentlich hätte das viel Präsenz bringen sollen, doch standen sich die drei vordersten Akteure vereinzelt schon fast auf den Füßen, so dass letztlich nicht die entscheidende Abstimmung und Kohärenz zustande kam.

Da der Übergangsbereich im Mittelfeld um Höfler herum von den Gästen häufig ohnehin überspielt und auch nur vereinzelt zur Rückzirkulation genutzt wurde, konnte Köln diesen im Übrigen auch mal etwas offener lassen. Das erlaubte den beiden Spitzen, situativ auf die Anschlusskompaktheit in der Rückzugsbewegung zu verzichten und einfach höher zu zocken. Die Folge waren defensive Umschaltprobleme für die Freiburger, die ihre Restverteidigung bei Kontern einige Male in riskante Gleichzahlen mit Osako und/oder Modeste schicken mussten. In diesen Momenten wirkten die Rheinländer schon früh gefährlich. In der Tat fiel das zweite Tor der Kölner dann auch nach einem sehr ähnlichen Muster.

Teilweise ungewöhnliche Struktur

Daneben sorgten zwei Standardsituationen für die weiteren Treffer und eine Vorentscheidung zur Halbzeitpause. Nach der Partie erinnerte Peter Stöger auch daran, dass das erste Drittel der Partie von den Kräfteverhältnissen noch relativ ausgeglichen war und sich keine Mannschaft entscheidend hatte einen Vorteil erarbeiten können. Es gab auch nur wenige klare Torannäherungen. Dennoch wirkte schon dieser Spielabschnitt vergleichsweise flott, keinesfalls spröde und strukturell auch etwas ungewöhnlich. Eine kleine Randbemerkung dazu:

Neben teilweise größeren Mittelfeldunterbesetzungen gerade von Freiburger Seite hatte die Partie zudem viele pendelnde Aufrück- und Rückzugsbewegungen, die in sehr breiten Zonen stattfanden. Das führte zu einigen überraschenden Momenten, in denen unkontrolliert wegspringende oder durchrutschende Bälle – von denen es durch die Abpraller nach den vielen längeren Bällen auch einige gab – nicht außerhalb der Kompaktheit gewöhnlich ins Aus durchgingen, sondern von einer solchen Vertikalbewegung plötzlich doch noch im Spiel gehalten wurde und sich dann seltsame Folgeszenen entwickeln konnten.

Högers Zurückfallen, Freiburgs Zustellen

Längere Zuspiele gehörten auch auf Seiten der Gastgeber zu einem recht häufigen und wichtigen Mittel. Dass sie dadurch insgesamt mehr Dynamik nach vorne erzeugen konnten, war dann doch ein Punkt, der schon im ersten Teil des Matches einen gewissen Vorteil für die Geißböcke andeutete – nur noch ohne die große Wirkung. Die Hausherren arbeiteten im Aufbau meistens mit einem zwischen die Innenverteidiger zurückfallenden Sechser, in der Regel Höger statt Lehmann. Freiburgs hochgeschobene Raute konnte dagegen ganz gut zustellen:

Die nominellen Angreifer arbeiteten solide gegen diese Dreierreihenbildung, einer von beiden sicherte auch mal etwas breiter ab und der dahinter weit nachgeschobene Frantz kümmerte sich mannorientiert um den im Mittelfeld verbleibenden Lehmann. So hatte Höfler im Zentrum recht weite Räume alleine abzudecken, wobei sich die nominellen Außenspieler insgesamt sehr anpassungsfähig zeigten und gut nach hinten und nach innen schoben, wenn nötig. Wenn Köln über Bittencourts freie Rolle oder den situativ mal einrückenden – jedoch dort kaum angespielten – Hector die Halbraumpräsenz zu erhöhen versuchte, konnte der Sportclub ganz gut dagegen halten.

Etwas unpassend wirkten bei den Gästen die gelegentlichen Mannorientierungen: Einige längere aufrückende Läufe von Lehmann oder Höger wurden sehr simpel und weiträumig von den Freiburger Stürmern nach hinten verfolgt. Das öffnete zwischendurch mal etwas mehr Aufbauräume oder brachte die Ordnung durcheinander, wenngleich sich in keiner entscheidenden, gefährlichen Szene direkt negativ auswirkte. Weil sie im Aufbau also auch einige Male zugestellt waren, griffen die Kölner ebenso zu den längeren Zuspielen. Ihr Vorteil war dabei die gute, gezielte Einbindung der Ausweichbewegungen von Modeste und Osako.

Gefahrenansätze über Kölns Offensivmovement

Diese konnten sich etwa einige direkte großräumige Szenen gegen die Freiburger Innenverteidiger erarbeiten und damit Druck provozieren. Vermehrt zielten diese auf die linke Seite, wo sie die Bälle entweder festmachen oder Raum für das Einrücken Bittencourts öffnen sollten. Gegenüber diesem Fokus blieb Risse etwas passiver, durfte dann aber mit sehr weiten Einrückbewegungen liegengelassene Räume und Bälle im Zentrum oder ballfernen Halbraum nehmen. Im Ansatz erzeugten die Kölner immer mal dynamische Szenen, wo sie viel Bewegung erzeugten und kurzzeitig Platz schaffen konnten.

Anders als im Umschalten hatten die Freiburger nach überspieltem Pressing aber eine viel bessere, intensivere Rückzugsbewegung, die mehrmals in entscheidenden Momenten solche Kölner Versuche zumindest noch abbremsen oder abdrängen konnten. Da die Angriffe beim FC in der letzten Phase vornehmlich auf die vier Offensivkräfte konzentrierten und die Kollegen in die Strafraumaktionen nur selten nachrückten, wirkte das auch gut, weil Ausweichszenen schwieriger wurden. Viel mehr Zählbares als Risses Abschluss nach einer Viertelstunde blieb dann nicht mehr übrig.

5-4-1 gegen noch mehr Offensive

Zur zweiten Halbzeit sei hier nur auf die guten Chancen der Freiburger und die Umstellung Stögers eingegangen. Mit der Einwechslung von Olkowski formierte sich Köln fortan im 5-4-1, was möglicherweise als Maßnahme gegen die Freiburger Aufrückräume halblinks gedacht war – denn dagegen war das erst einmal eine sinnvolle Maßnahme, die auch entsprechend fruchtete. Die von Streich zur Halbzeit noch offensiver aufgestellten Breisgauer hatten Höfler in die Innenverteidigung, Frantz auf die Sechs, Philipp auf die seltsame zehnerartige Position gezogen und Petersen neu gebracht.

Das ging einher mit aggressiverem Auffächern in der letzten Linie und druckvollerer Ballzirkulation, durch die man sich etwas besser nach vorne schieben konnte. Zudem spielten die nominellen Flügelakteure nun leicht asymmetrischer, indem der jeweils halbrechte sich tiefer als Anspielstation einband, während der Kollege höher an das Offensivtrio anschloss. Einige Male konnte Freiburg am rechten Flügel über die Breite im Aufbau an Modeste und Osako vorbeikommen, um dann diagonal weiter zu verlagern. Im Zuge der Tatsache, dass sich die Kölner nach dem Seitenwechsel nun weiter zurückgezogen hatten, rückte Risse häufiger mannorientiert gegen Günter nach hinten, was dann defensiv bereits Fünferkettenphasen bedeutete.

Für Freiburg ging dadurch  aber Raum neben Lehmann auf, in den nach solchen Verlagerungen Höfler – aus der Innenverteidigung kommend – den Ball hinein tragen konnte. Das gab dann mal den Platz, um unbedrängter Pässe in die Ansammlung von hoch postierten Spielern zu bringen – und führte entsprechend zu einigen gefährlichen Aktionen mit Weiterleitungen usw. halblinks am Strafraumeck. Das 5-4-1 vonseiten der Kölner füllte die Mittelfeldlinie rechts wieder auf und sperrte diesen Raum für Höflers Einleitungen besser zu. Umgekehrt bedeutete das aber, dass Freiburg gegen den einzelnen Stürmer nun noch mehr dominieren und Köln zurückschieben konnte.

Daher kamen sie nun andererseits aber mit Ruhe in zentrale Mittelfeldräume und konnten von dort gegen die zweite Kette der Hausherren anspielen. Frantz übernahm die Federführung dabei, teilweise füllte auch Grifo zurückfallend diesen Part aus, Petersen und Co. lauerten entsprechend zwischen den Ketten auf Zuspiele. Eigentlich machte Freiburg das in vielem wirklich gut: Sie ließen den Ball in ansprechendem Rhythmus laufen, das Timing der Tiefenpässe wirkte insgesamt gut und die Angriffsspieler suchten auch gezielt Positionierungen in den Zwischenräumen.

Unter anderem bei den Chancen für Niederlechner und Petersen funktionierte das – gegen das Herausrücken der gegnerischen Verteidiger – und hätte eigentlich mit einem Treffer belohnt werden müssen. Es hätten auch noch mehr Möglichkeiten werden können, wenn Köln beim Versperren der Passwege weniger anpassungsfähig gewesen, die Zwischenraumpositionierungen innerhalb von Angriffsverläufen noch häufiger und dynamischer im Kleinräumigen angepasst worden wären. Von daher war die Höhe des Sieges am Ende etwas ungerecht für die Gäste.

Fazit

In diesem Zusammenhang wirkte das von Christian Streich nach dem Spiel geäußerte Fazit, er sei mit dem Auftritt seiner Mannschaft eigentlich zufrieden und könne ihr wenig vorwerfen, ambivalent: Eigentlich mag man ihm angesichts des auch unglücklichen Zustandekommens eigentlich aller Gegentore und der Offensivaktionen in Halbzeit zwei zustimmen. Andererseits kann man aber die strukturellen Probleme, die die unorthodoxe Anordnung rund um die Frantz-Rolle im ersten Durchgang mit sich brachte, nicht außer Acht lassen und wegen der positiven Ansätze uneingeschränkt gute Zukunftsergebnisse prognostizieren.

So ansehnlich einige Spielzüge später waren, über weite Phasen der ersten Halbzeit litt das Aufbauspiel an Optionslosigkeit für die erste Linie und das war taktisch hausgemacht. Man kann also nicht hundertprozentig dazu ermuntern, die taktische Marschroute beim Spiel nach vorne genauso beizubehalten – etwas mehr Ausgewogenheit in den Übergangszonen des Mittelfelds wäre noch wünschenswert, wenngleich da die Rollen der Außenspieler schon gute Ansätze aufwiesen und keinesfalls schlecht waren.

Köln hat sich im Offensivmovement noch etwas verbessert, nutzt Ausweichbewegungen und auch weiträumige Dribblings effektiver. Momentan schaffen sie daher auch mit recht wenig personeller Angriffspräsenz viel Wucht – vor allem nach langen Bällen, losen Bällen, Schnellangriffen usw. Mal schauen, wofür das in den kommenden Wochen so reichen wird und wie sich das weiter entwickelt.

SW90 20. September 2016 um 21:13

Grifo wird den Freiburgern wohl viel Geld einbringen. Individuell — vor allem Dribbling, Pass- sowie Schusstechnik — sehr gut unterwegs. Kaum berechenbar.

Ich fand die Leistung von Freiburg durchaus ansprechend und war positiv überrascht. So effektiv und teils glücklich wird der FC in den nächsten Monaten wohl kaum ein zweites Mal auftreten. Die Raute war schon nicht unklug, da die Doppel-Sechs Lehmann/Höger eine der spielerisch limitiersten in der Bundesliga sein dürfte. Die Verteidigung der Freiburger war jedoch dem schnellen Tempo nicht gewachsen.

Ohne Bittencourt wird es sehr schwer, die Ergebnisse zu halten. Der FC hat eindeutig zu wenig investiert.

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August Bebel 21. September 2016 um 14:42

Ich würde eher sagen, die Verteidigung der Freiburger war den Kölnern körperlich nicht gewachsen. Überlaufen worden sind sie ja nicht unbedingt.
„Der FC hat eindeutig zu wenig investiert.“ Kommt auf den Anspruch an: um um die Europa-League-Plätze mitzuspielen, wahrscheinlich schon, aber für einen Platz im gesicherten Mittelfeld sollte es wohl reichen. Mal sehen, was Guirassy so kann, wenn er fit ist, der war der teuerste Neuzugang. Davon abgesehen ist es für einen Mittelfeldverein meiner Meinung nach schon eine starke Leistung, Verträge mit Leistungsträgern wie Hector und Bittencourt zu verlängern bzw. diese überhaupt zu halten. Dick zu investieren (und entsprechend große Ansprüche zu formulieren), kann auch schnell nach hinten losgehen.

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Fragensteller 18. September 2016 um 19:55

Wirds eine Analyse zu Bayern-Ingolstadt geben? Interessiert mich sehr!

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Buchling 18. September 2016 um 13:08

Im Stadion habe ich es durchaus ähnlich wahrgenommen wie TR. Ein sehr schöner Bericht!

Freiburg spielt in der Tat taktisch sehr interessant – kommt mir aber deutlich zu gut weg. Wenn man nämlich ehrlich ist, hätte Köln zur Halbzeit sogar höher als 3:0 führen können. Und nach der Verletzung von Bittencourt hat der FC praktisch die gesamte zweite Hälfte nur noch gemauert und Kraft für die englische Woche gespart. Natürlich war die Überlegenheit der Freiburger gegen das Kölner 5-4-1 bombastisch – und trotzdem sprang kein Tor raus. Wer hier nur von „unglücklichen Gegentreffern“ redet und ansonsten von einem tollen Freiburger Spiel redet, streut sich ein wenig Sand in die Augen (das ist zumindest meine Wahrnehmung des Spiels).

Schön beschreibt TR, wie der „Effzeh“ einfach ein klassisches 4-4-2 auspackte, anschaute, was die Freiburger da treiben, um dann Punkt 30. Minute das Tempo anzuziehen. Das unterschlägt IMHO TR: Schon die Szene, die zur Ecke führte, offenbarte, dass die Freiburger Verteidigung (wohl verletzungsbedingt) dem erhöhten Tempo der Kölner nicht wirklich gewachsen war. Die Kölner brauchten eigentlich nur mal 15 Minuten Vollgas geben und das Spiel war gelaufen.

Ach ja: Die merkwürdigen Bewegungen von Frantz und Co kamen meiner Beobachtung dadurch zustande, weil die Breisgauer sowohl Hector auf außen als auch die beiden 6er zentral zustellten. Grifo hatte daher mehr Freiheiten. Und ja: Grifo ist der stärkste Freiburger Spieler, aber Sörensen hat ihm viel seiner Effektivität genommen.

Mein persönliches Fazit: Freiburg hat mich ein wenig an Stuttgart in der letzten Saison erinnert – auf dem Platz und nach dem Spiel auch dem neben dem Platz. Köln hingegen scheint personell und taktisch in der ersten 11 sehr gut aufgestellt zu sein, kann aber bei der aktuellen Verletztenlage nur wenig von der Bank bringen und ist daher auch taktisch aktuell etwas eingeschränkt.

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Björn 18. September 2016 um 11:27

Ich glaube, dass Köln sich darauf konzentriert hat, die Freiburger Taktik zu neutralisieren und im Gegenzug die eigenen physischen Vorteile zu nutzen. Hat ja auch funktioniert.

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August Bebel 18. September 2016 um 10:51

Sehr treffende Analyse. Freiburg hat das Mittelfeld etwas verwaisen lassen und der FC war eiskalt. Osako hat sich öfters schön gelöst, z.B. bevor er auf Hector geflankt hat.

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tobit 17. September 2016 um 23:16

Interessante Besetzung für eine Raute.
Hätte jetzt instinktiv erstmal Grifo und Frantz getauscht, da man dann Frantz‘ Weiträumigkeit und Grifos finale Pässe vielleicht besser hätte einbinden können. Damit wäre möglicherweise auch kein so deutlcihes Verbindungsproblem entstanden.
Wie macht sich denn Grifo insgesamt in dieser Saison?

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TR 18. September 2016 um 00:30

Hab jetzt bisher nur dieses Spiel hier ausführlicher gesehen, aber so individuell war er schon überzeugend am Freitag und einer der besten Freiburger da. Nutzung von Dribblings und Drehungen einige Male sehr geschickt, ermöglichte damit ein paar gute Ballsicherungen oder konnte nochmal Dynamik rausnehmen oder neuen Fluss reinbringen. Es gab also in diesem Spiel einige Ansätze, die schon ganz gut aussahen, da sollte man sich auf eine gute Saison von ihm einstellen können.

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