TEs Bundesliga-Check: Revolution fällt aus

Eine neue Saison, eine neue Kolumne. Das Fazit nach zwei Spieltagen: Wirklich neu ist diese neue Saison nicht. Eine Bestandsaufnahme der Liga plus ein paar Worte zu den Null-Punkte-Teams Schalke 04 und Werder Bremen.

Spielverlagerung-Autor TE sucht sich nach jedem Bundesliga-Spieltag drei Aspekte raus, die er kurz und knackig analysiert. TEs Bundesliga-Check ist eine Spielwiese für taktische Beobachtungen, die in den “langen” Spielanalysen keinen Platz finden. Der Analysehappen für Zwischendurch.

Der Start der Bundesliga-Saison in diesem Jahr war eher holprig. Erster Spieltag, dann eine Woche Länderspielpause, zwei Wochen später erst der zweite Spieltag – es fühlte sich ein wenig abgehakt an. Doch jetzt geht es so richtig los, Woche um Woche, mit allem Drum und Dran – also auch mit der Bundesliga-Kolumne.

Da vor zwei Wochen die Kolumne ausfiel (der Autor hatte die Doppelbelastung aus Liga-Alltag und Renovierung unterschätzt), startet sie jetzt nach zwei Spieltagen voll durch. In diesen zwei Wochen sollten sich doch massenweise Themen angesammelt haben! Oder? ODER?

Es tut mir Leid, euch enttäuschen zu müssen. Denn der Saisonstart hat mich enttäuscht. Das große Thema für die Taktikkolumne gibt es nach den ersten beiden Spieltagen nicht. Viele Teams haben sich in den Details verändert, die Grundstrategie bleibt aber ähnlich. Das verwundert umso mehr, als dass die Hälfte der Teams die Saisonvorbereitung 2016/17 unter einem anderen Trainer bestritten als die Saisonvorbereitung 2015/16. Doch gerade die neuen Trainer haben nicht die Revolution ausgerufen, sondern bauen auf der Arbeit des Vorgängers auf.

Carlo Ancelotti änderte viele Details, gegen Bremen und Schalke sprangen am Ende trotzdem Pep-mäßige 70% Ballbesitz heraus. RB Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl verzichtet (zunächst?) auf sein aus Ingolstadt bekanntes 4-3-3-System mit den vielen Mannorientierungen und lässt ein Rangnick’sches 4-4-2 spielen. Ingolstadt wiederum presste auch unter Neu-Coach Markus Kauzcynski im 4-3-3-System, wenn auch nicht ganz so intensiv und mannorientiert wie zuvor. Darmstadt verteidigte sich gegen Eintracht Frankfurt im altbekannten 4-4-1-1-System mit den tiefen Außenstürmern zum 1:0-Erfolg in letzter Minute, Anteil an langen Bällen: Dirk-Schuster-mäßige 31%. Apropos Schuster: Der lässt in Augsburg ein Weinzierl-mäßiges 4-2-3-1 spielen.

Es hat sich eine neue Langsamkeit in der Liga eingebürgert. Oft genug haben Trainer in der Vergangenheit kritisiert, man lasse ihnen zu wenig Zeit, ihre Ideen umzusetzen. Nun nehmen sie sich anscheinend Zeit. Radikale Revolutionen gab es aus taktischer Sicht bei keinem Bundesligisten. Das liegt wohl auch daran, dass gerade die Top-Teams lange Zeit auf ihre wichtigsten Spieler verzichten mussten, Stichwort: EM und dann gleich wieder Länderspielpause nach Spieltag 1. Wer also auf Spielverlagerung die Analyse eines völlig überraschend-neuen Systems lesen wollte, wurde also enttäuscht. Sorry, wir müssen mit dem arbeiten, was wir bekommen.

Blaukraut bleibt Blaukraut und Schalke bleibt Schalke

Ach, bei der Aufzählung habe ich ein Team vergessen: den FC Schalke 04! Ich glaube, viele Schalke-Fans hätten lieber darauf verzichtet, dass Markus Weinzierl auf der Arbeit von Andre Breitenreiter aufbaut. Die Änderungen musste man im ersten Spiel tatsächlich mit der Lupe suchen.

Weinzierl ließ sein Team in einem 4-2-3-1-System auflaufen. Defensiv agierten die Schalker in einem 4-4-1-1 mit zwei kompakten Viererketten. Anstatt selber die Initiative zu übernehmen, überließen sie den Frankfurtern den Ball. Mit schnellen Attacken über die Flügel sollten die Frankfurter geknackt werden. Klingt bekannt? Kein Wunder. Diese Grundformel hat ja auch schon Breitenreiter genutzt.

Natürlich gab es Änderungen im Detail. Schalke verteidigte kompakter und rückte gleichzeitig häufiger vor. Gerade die Stürmer bewegten sich immer wieder auf die gegnerischen Verteidiger, die Nachfolgebewegungen waren gut. Aber zumindest strategisch gesehen gab es wenig Neues zu erkennen. Geis ließ sich fallen, spielte den Ball auf die Flügel raus und von dort sollte dann irgendwas passieren. Nur: Meist passierte nichts.

Noch immer fehlen den Schalkern Mechanismen im Ballbesitz. Gegen Frankfurts komplett mannorientiertes Angriffspressing wurde dies schmerzhaft deutlich. Die Doppelsechs ließ sich sehr generisch fallen, die Frankfurter Mittelfeldspieler konnten sie einfach verfolgen. Niemand besetzte die frei werdenden Räume im Mittelfeld. Gerade in der Anfangsphase, als Frankfurt wahnsinnig intensiv presste, kam Schalke fast gar nicht aus der eigenen Hälfte heraus.

Formationen Schalke gegen Bayern München

Formationen Schalke gegen Bayern München

Zwei Wochen später sah die Welt auf Schalke schon ganz anders aus. Dabei hatte Weinzierl seine eigene Formel nicht großartig verändert. Schalke agierte wieder in einem 4-2-3-1-System, verschob mit zwei engen Viererketten über den Platz, agierte gerade im Mittelfeld sehr mannorientiert. Nur machte die passive, konterorientierte Spielweise – anders als gegen Frankfurt – Sinn und passte zu Gegner wie eigener Startelf.

Gerade im Mittelfeld konnte Schalke mit der engen Viererkette den Münchener Spielaufbau lahmlegen. Goretzka nahm Alonso aus dem Spiel, mal per Manndeckung, mal mithilfe seines Deckungsschattens. Dahinter konterte Schalke die Münchener Überladung des Sechser- und Achterraums durch die enge Rolle der Außenstürmer. Das war taktisch gar nicht so atemberaubend anders als das, was man gegen Frankfurt versucht hatte – nur funktionierte es in diesem Spiel. Zumindest für lange Zeit. Erst als Schalke müde war und keinen Zugriff mehr im Mittelfeld bekam, erarbeiteten sich die Bayern ein klares Chancenplus.

Gegen Frankfurt musste Schalke das Spiel machen und scheiterte daran. Gegen Bayern konnten sie es dem Gegner überlassen und überzeugten mit einer starken Defensive. Insofern bleibt trotz der starken Leistung gegen die Bayern die große Frage, ob Schalke auch in einer anderen Rolle als der des Underdogs überzeugen kann.

Positiv stimmen die Transfers: Die Doppelsechs Stambouli-Bentaleb harmonierte bereits im ersten Auftritt auf Schalke sehr gut. Stambouli gab den weiträumig-aggressiven Box-to-box-Abräumer, während Bentaleb tiefer blieb und die Viererkette im Aufbau entlastete. Dabei ließ er sich nicht plump fallen wie Geis, sondern besetzt auch oft den Sechser – oder Achterraum. Bentaleb könnte die Lösung für die Verbindungsprobleme sein. Konoplyanka positioniert sich mit seiner Quirligkeit nicht nur an der Seitenlinie, sondern oft auch in den Halbräumen. Das Zusammenspiel zwischen Bentaleb, Konoplyanka, dem cleveren Goretzka und dem schnellen Choupo-Moting könnte manche Synergie erzeugen. Warten wir mal ab, ob Schalke mit den Neuzugängen die alten Probleme in den Griff bekommt.

Werders Weg in die Bedeutungslosigkeit

Schalke ist das eine Bundesliga-Team, das nach zwei Spieltagen ohne Punkt dasteht. Werder Bremen das andere. Hier enden auch schon die Gemeinsamkeiten. In Bremen ist die Stimmung spätestens seit dem 0:6-Debakel gegen die Bayern auf dem Tiefpunkt angelangt. Das Spiel gegen Augsburg sollte die Wende bringen – am Ende stand es 1:2.

Zumindest muss man den Bremern zugutehalten, dass sie sich gesteigert haben (was angesichts des Ausgangswertes nicht besonders schwer war). Skripnik scheint sich durchaus der eigenen Stärken bewusst zu sein. Werder orientierte sich an der Erfolgsformel aus der ersten Skripnik-Rückrunde: schnell und flach kontern.

werder-augsburg

Formationen Werder Bremen gegen Augsburg

Mit Serge Gnabry hat Werder einen passenden Spieler für diese Strategie gefunden. Er wurde bereits bei seinem ersten Auftritt bei Werder fokussiert: Im Umschaltmoment wurde er häufig gesucht, narrte seinen Gegenspieler und leitete daraufhin Aktionen ein. Das funktionierte gegen Augsburgs mannorientierte Spielweise sehr gut, Gnabry zog mit seinen Dribblings Spieler auf sich und befreite wiederum andere. Bartels wiederum startete vom anderen Flügel aus ins Sturmzentrum – eine gute Aufgabenteilung.

Leider waren die Mängel bei Werder auch am zweiten Spieltag noch groß: Der Spielaufbau hakt an allen Ecken und Enden. Wenn der Gegner nicht gerade unsortiert steht nach einem Ballverlust, fehlen Werder Mittel und Wege, über das Mittelfeld nach vorne zu gelangen. Auf der Doppelsechs ist weiterhin kein Spielantreiber in Sicht, der sich clever vor der Verteidigung anbietet. So bleibt meist nur der Weg über die Flügel oder der lange Ball. Dem Spiel auf zweite Bälle fehlt es wiederum an Wucht, die Grundposition der Doppelsechs stimmt hier selten. Werder gelangt einfach nicht nach vorne.

Hinten hat sich Bremen nach den teils haarsträubenden Fehlern gegen Bayern ebenfalls verbessert, ist aber noch entfernt von gut. Die Abstände zwischen Mittelfeld und Abwehr werden, gerade nach Pressing-Situationen, teilweise zu groß, auch wenn die Abwehr etwas proaktiver vorrückt. Nicht immer waren sich die Abwehrspieler dabei einig, wodurch Lücken innerhalb der Viererkette entstanden. Und Standards sind weiterhin ein großes Problem. Die eigene Manndeckung greift hier gegen bewegliche Gegner nicht, die diagonal einlaufen.

Fazit: Es wird eine laaaange Saison für Bremen.

Ausführliche Analysen des zweiten Spieltags

RB Leipzig – Borussia Dortmund 1:0Der Saisonstart von 1860 München

tobit 13. September 2016 um 16:21

Du könntest hier ja auch Mal auf diese Detailveränderungen eingehen.

Z.B. ist mir bei Schalke aufgefallen, dass die IV Naldo und Nastasic sich einige Male technisch hochwertig nach vorne befreien konnten. Daraus entstanden jeweils sehr gefährliche Situationen, in denen die beiden auch Richtung Strafraum zogen und so für eine ausgewogene Raumbesetzung im Schnellangriff sorgten.
Ist das ein Effekt des neuen Trainers mit anderen Detailanforderungen, oder war es purer Zufall?

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CH 13. September 2016 um 15:51

Die Kritik kommt zu früh und ist meines Erachtens unangebracht. Zu früh, weil man eher zur Hälfte der Saison die Entwicklung der Mannschaft beurteilen sollte und unangebracht, weil der Trend der letzten Jahre doch in Richtung vereinstypische Spielweise / „Spielphilosophie“ etc pp ging und sich daran auch die Kader und konsequenterweise die Jugendarbeit ausrichten. Wie soll also ein Trainer z.B. auf aufbaustarke Verteidiger setzen, wenn sein Sportdirektor Strafraumverteidigung und Konter ausbildet ?

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tobit 13. September 2016 um 16:31

Die Beispiele zeigen für mich auch, dass viele Deutsche Trainer mittlerweile gut ausgebildet sind und die Potentiale ihrer Teams ganz gut einschätzen können. Mit Darmstadt ist halt kaum was anderes als Bus parken und Langholz-Konter zu spielen, während man in Augsburg mit Verhaegh und Baier schon mehr Spielstärke vorfindet als im ganzen Darmstadt-Kader zusammen. Mich würde es also mehr schockieren, wenn sich die Spielweise da drastisch geändert hätte.

Eine echte Philosophie der Vereine sehe ich da aber nicht. Meist haben sie einige Fix-Punkte mit besonderer Verbindung zum Verein (Baier in Augsburg; Meier in Frankfurt; Gentner in Stuttgart) oder individuell sehr starke Spieler (Reus/Raffael/Kruse in Gladbach; Kalou/Darida in Berlin) um die temporär das Spiel ausgerichtet wird. Dazu werden dann die individuell Besten verpflichtet, die man gerade bekommt (Fabian, Huszti in Frankfurt; Fedetskyi in Darmstadt).

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pb 13. September 2016 um 19:10

Kalou hat in der Liga 16/17 allerdings noch keine Minute gespielt und das hatte nicht den geringsten Effekt auf die Spielweise der Mannschaft. Ich halte ihn auch für einen sehr hochwertigen Spieler, aber dass er für Hertha den Unterschied machen kann, ist statistisch kaum zu belegen und eine Ausrichtung auf ihn kann ich absolut nicht erkennen.

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tobit 13. September 2016 um 20:27

In den letzten 2 Jahren hat er schon für viel Durchschlagskraft gesorgt – was sonst keiner im Kader so konstant konnte. Diese Saison hatte ich Hertha noch nicht im Blick – Danke für die Aufklärung.

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Schorsch 13. September 2016 um 17:42

Zustimmung. Im Laufe der Hinserie wird man die Evolution der Teams beobachten und zur Winterpause ein erstes Fazit ziehen können. Gerade bei Schalke ist so vieles neu und die letzten Neuverpfklichtungen sind erst kurz vor Toresschluss gekommen, da muss man einfach abwarten, welche Richtung Weinzierl einschlagen wird.

Gespannt war ich auf die SGE. Die Kovacbrüder haben ihren ersten Aufgabenteil mit dem Klassenerhalt (wenn auch erst in der ‚Verlängerung‘) erfüllt, indem sie auf eine Stabilisierung der Defensive und Kompaktheit gesetzt haben. Wie die Mannschaft nun spielerisch weiterentwickelt werden soll, finde ich schon interessant. Im ersten Spiel war ich über das unbedingte mannorientierte Pressing (in HZ 1) schon etwas (positiv) überrascht und letztlich war dies wohl auch der Schlüssel zum Erfolg in diesem Spiel. Das Hessenderby war dann doch (erwartungsgemäß?) eine Enttäuschung; ein typisches 0:0-Spiel der weniger spannenden Art endete dann auch noch mit einer Niederlage für die SGE durch die abgerutschte Flanke eines eingewechselten Defensivspielers des Gegners kurz vor Spielschluss. Schaun mer mal, was sich da tun wird.

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Dziwior 13. September 2016 um 14:30

Ich sehe das „Potenzial“ von Bremen in dieser Saison äußerst begrenzt. Das liegt vor allem am unterirdischen Spielaufbau. Sowohl IV als auch 6 sind in dieser Hinsicht äußerst schwach besetzt. Fritz und Grillitsch meist mit unpassenden Bewegungen und viel zu großen Abständen, Sané und Caldirola als sowieso eher spielschwache IV deswegen mit vielen schlechten Entscheidungen. Bei Fritz machen sich auch wieder die Schwächen im Passspiel bemerkbar, die in der letzten starken Saison nicht so deutlich zum Vorschein getreten sind. Bewegungsintelligente Spieler (Gnabry, Kruse, Pizarro, Bartels) haben sie nur im letzten Drittel, aber der Ball wird viel zu häufig schon vorher verloren, oder kommt so unpräzise bzw. in schlechten Positionen/ Situationen vorne an, dass ein gefährlicher Angriff nur noch schwer aufzuziehen ist. Es fehlt eindeutig an einer klaren taktischen Strategie für den Spielaufbau, die diese Schwächen kaschieren könnte. Es war meiner Meinung nach auch ein großer Fehler, dass sie auf der 6 keine Verstärkung geholt haben. Wenn sie am Ende der Saison nicht absteigen, wär ich froh.

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Schorsch 13. September 2016 um 21:42

Seit J a h r e n ist die 6 bzw. 8 d a s Problem bei Werder. Bargfrede hat seine Qualitäten, ohne Frage. Und mit Bargfrede spielt Werder besser als ohne ihn. Aber für das Spiel nach vorne ist er nicht unbedingt prädestiniert. Außerdem fehlt er fast verletzungsbedingt mehr, alsdass er spielen kann. Grillitsch ist im Prinzip in der letzten Saison auch nur umfunktioniert worden und zudem noch recht jung. Und aus dem eigenen Nachwuchs hat sich in den letzten jahren auch niemand angeboten. Ob er dann auch berücksichtigt worden wäre, ist dann ohnehin die zweite Frage. Warum man auf dieser so wichtigen zentralen Position nicht zu einer entsprechenden Verpflichtung gekommen ist, weiß ich nicht. Gálvez wurde ja auch mehr als IV eingesetzt, im Mittelfeld konnte er auch nur sporadisch überzeugen. Sicherlich sind entsprechende Spieler heißbegehrt, auch unterhalb des Spitzenniveaus. Und bei Werder gibt es nun einmal bestimmte finanzielle Umstände. Obwohl es dieses Jahr seit langen wieder einmal etwas anders war. Waren wirklich in den ausländischen Ligen oder in der 2. Bundesliga keine ‚typischen Werdertransfers‘ machbar für diese Position? Oder wollte man nicht? Eichin hatte doch selbst mehrfach angesprochen, dass hier Bedarf ist. Bezeichnend für mich, dass man Fritz überredet hat, doch noch eine Saison anzuhängen.

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tobit 14. September 2016 um 00:00

Dieses Problem hat aber nicht nur Werder. Die Sechs und Acht werden bei so manchem deutschem Team sträflich vernachlässigt. Dabei machen die ganzen kleinen Spanier jedes Jahr vor, dass man da durchaus starke Spieler für kleines Geld bekommen kann.
Gerade die Absteiger der letzten Saison haben entweder ihre Defizite im Zentrum konstant ignoriert (Stuttgart -> Gentner), Abgänge nicht ersetzt (H96 -> Stindl) oder vorhandene Spieler unheimlich schlecht bzw. gar nicht eingebunden (Die, Maxim).
Werder droht dieses Jahr ein ähnliches Schicksal, da ich sie im Zentrum mit am schwächsten von allen Bundesligisten besetzt sehe.

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Schorsch 14. September 2016 um 20:45

Sicherlich ist dies bei anderen Clubs auch ein Problem. Allerdings bei wenigen so konstant wie bei Werder seit X Jahren.

Ehrenspielführer Dieter Burdenski sieht übrigens die Entscheidung über Skripniks Zukunft bei Werder nach 6 Spieltagen. Dann müsse er mit seinem Team mindestens 6 Punkte erreicht haben. Gegner sind Gladbach, Mainz, Wolsburg, Darmstadt. Allerdings wird ein neuer Trainer das Problem mit der Besetzung des zentralen Mittelfeldes auch nicht so einfach lösen können…

So, jetzt klingelt’s, die Mitzuschauer kommen. Tuchels erstes CL-Spiel… 🙂

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Schorsch 18. September 2016 um 14:34

So, jetzt kann es ja doch noch zur ‚Revolution‘ in der Bundesliga kommen. Nämlich bei Werder nach der Entlassung Skripniks. Luhukay wäre ja jetzt frei und der neigt ja zu revolutionären taktischen Ansätzen… 😉

Sarkasmus beiseite. Ein Trauerspiel, ein ganz schlechtes obendrein. Zuerst drängt Ausichtsratschef Marco Bode den Geschäftsführer Sport Thomas Eichin aus dem Club. Nachdem dieser seine Aufgabe nicht fehlerfrei, aber unter dem Strich erfolgreich erledigt hatte. Um ihn dann durch den alten Werder-Spezi zu ersetzen. In Köln nennt man so etwas ‚Klüngel‘. Anlass (wohl weniger Ursache, denn es war ein Machtkampf) war die Trainerfrage. Eichin war zu der Auffassung gelangt, die neue Saison mit einem neuen Trainer anzugehen, Bode wollte partout am alten Werder-spezi Viktor Skripnik festhalten. Baumann hat dies auch gleich bekräftigt. Und gleich nach der ersten Desaster bei Bayern von 8 Spielen gesprochen, die Skripnik Zeit hätte. Nun ist er nach dem nächsten Desaster in Gladbach gleich auf der Rückfahrt gefeuert worden. Da stellt sich mir die Frage, warum Bode und Baumann jetzt nicht gleich mit zurücktreten, zumal die Neuverpflichtungen Baumanns bislang wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison (= Klassenerhalt) machen. Und eines der Kernprobleme, die unzureichende Besetzung des zentralen Mittelfeldes, gar nicht angegenagen wurde.

Für Skripnik tut es mir leid, da er ein anständiger Kerl ist. Er ist mMn aber mit dem Cheftrainerposten bei einem Bundesligisten überfordert. Im Nachwuchsbereich ist er gut aufgehoben und er fühlt sich dort auch wohl. Man hätte zum Saisonwechsel alles elegant und unter Gesichtswahrung lösen können (Skripnik zurück in den U-Bereich und einen neuen Trainer verpflichten), aber jetzt hat man im Prinzip alle Beteiligten beschädigt, vor allem Skripnik. Und zieht selbst keine Konsequenzen. Irgendwie typisch… 🙁

Apropos ‚Revolution‘. Vielleicht überspringt man diese ja auch und beginnt gleich mit der Phase der ‚Restauration‘. Und holt Thomas Schaaf zurück…

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Gh 13. September 2016 um 12:27

neben der alten weisheit never change a running system besteht ja auch die des never change a downrunning system. da bleibt nun mal wenig raum für veränderung

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pb 13. September 2016 um 00:03

Das Pressing der Ingolstädter war gegen Hertha schon mehrere Klassen schlechter als in der letzten Saison. Inzwischen ist ja bekannt, dass man eigentlich nur das Dreieck aus Jarstein und den beiden IVs isolieren muss und damit schon fast gewonnen hat. Das hat der FCI aber nicht mal versucht und Hertha konnte zumindest in der ersten Halbzeit sogar ungewohnt direkt und schnell von hinten in die gegnerische Hälfte gelangen.

Bei Hertha scheint sich allerdings wirklich gar nichts verändert zu haben. Der Ansatz ist immer noch extrem reaktiv, man verlässt sich immer noch allein auf die Effizienz vorm Tor und die ersten 14 Spieler sind in Beton gegossen. Deswegen wird der Verein wohl auch zum wiederholten Mal eine gute Hinrunde spielen und danach abstürzen.

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Dirk45 14. September 2016 um 12:46

Bei Hertha hat sich ja auch wenig verändert. Sinan Kurt ist immer noch nicht so weit, dass er spielen könnte, Esswein wurde als Ergänzung geholt, nicht als Stamm, Alan kam, weil er in England keine Arbeitsgenehmigung hat und muss auch erst mal lernen, und Duda ist verletzt. Dafür sind aber alle Stammspieler der letzten Saison da, auch Brooks und Darida haben keine Megaofferten aus England bekommen, was mich gerade bei Brooks gewundert hat. Dardai lässt seit eh und je mit einer sehr dem Gegner angepassten Taktik spielen. Gegen Freiburg Ballbesitzfußball, gegen Ingolstadt hat er eine Ballbesitzquote von 40% als Ziel ausgegeben.

Die Frage ist, ob Schieber (quasi auch Neuzugang ggü. der letzten Saison), Alan, Duda und Co. genug Power in der zweiten Saisonhälfte geben können, so dass die Kräfte besser eingeteilt werden können.
Ansonsten gilt für Hertha weiter, dass alles, was Abstand zu den Abstiegsplätzen hat, gut genug ist. Ohne Kühne, RB und Co. musst du langsam aufbauen.

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Koom 14. September 2016 um 12:56

Passend dazu: Das (interne) Mainzer Motto ist: Sich jedes Jahr um 5% verbessern. Die Hertha scheint das im Wesentlichen auch zu befolgen. Und ich denke, die fahren gut damit.

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Alfie 12. September 2016 um 22:33

Hallo, schön das es trotz mangelnden Neuerungen wieder den Bundesliga-Check gibt.
Kann ich bitte jemand aufklären, welches Potential Werder Bremen hat?
Einerseits sieht MR in der ersten Elf Potential für internationale Plätze und Dustin Ward von statsbomb.com tippt auf einem 9. Platz und unterlegt das mit guten Stats aus der letzten Saison.
Andererseits sieht Goalimpact Werder als heißen Abstiegskanidat und der Saisonstart war eine Katastrophe.
Wie passt das zusammen?

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Schorsch 12. September 2016 um 23:37

Mit dem Potential ist das so eine Sache. Weil es eine theoretische Größe ist, bei der die subjektive Einschätzung trotz aller Daten, die man bei der Einschätzung zugrunde legen mag, immer eine große Rolle spielen wird. Ich traue mir eine Einschätzung des Werderpotentials jedenfalls nicht zu. Ich hoffe auf den Klassenerhalt und einen Platz im Mittelfeld in der Endabrechnung, ich fürchte (wie in den letzten Jahren immer) den Abstiegskampf.

Zu ’statsbomb.com‘: Die Statistiken Werders in der letzten Saison mögen ‚gut‘ gewesen sein. Nichtdestotrotz wurde der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag geschafft, genauer gesagt 2 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Da muss ich mMn schon mit sehr viel Konjunktiven argumentieren, um da einen neunten Platz für diese Saison zu tippen.

MR hat eine Startelf aufgezeigt, die seiner Meinung nach die beste für Werder wäre. Er führt dabei die nachvollziehbaren Stärken der einzelnen Spieler und die daraus resultierenden Möglichkeiten des Zusammenspiels in seiner Argumentation auf. Die Aussage, ist diesem Team könne man in der Nähe der CL-Plätze spielen, ist dabei eine subjektive Einschätzung, eine mMn sehr mutige. Einmal davon abgesehen, dass niemand weiß, ob dies alles in praxi auch tatsächlich so funktionieren kann, gibt es da einige andere Fragezeichen (wobei ich nicht den Trainer meine). Das größte Fragezeichen sehe ich in der Tatsache, dass recht viele der aufgeführten Spieler z.Zt. und auf längere Sicht verletzungsbedingt gar nicht spielen können. Jetzt fällt auch Caldirola noch etliche Wochen aus. MR selbst deutet indirekt an, dass der weitere Kader Werders eher weniger passend besetzt ist, um Ausfälle in ’seiner‘ Startelf adäquat ersetzen zu können und nennt einige Namen, deren Einbindung hier eher schwierig und die aufgezeichnete Spielweise infrage stellen würde.

Meine subjektive Einschätzung ist, dass Werders Kader durchaus für einen Platz im sicheren Mittelfeld reichen kann. Allerdings nicht nach dem Motto, voll auf die offensive Karte zu setzen. Die schaafschen Zeiten sind lange vorbei. Zum einen ist die individuelle Klasse der Offensivspieler nicht mehr die vergangener Tage. Außerdem hat man keinen Mertesacker mehr in der Defensive oder keinen Wiese mehr im Tor. (Dass der Vergleich vielleicht nicht ganz statthaft ist, weil heute anders gespielt wird als noch vor 10 Jahren, weiß ich auch.) Einige neue Spieler, die noch integriert werden müssen, machen das Ganze nicht einfacher. Ich persönlich würde ein kompaktes, konterbasiertes 4-4-2 als adäquate Möglichkeit ansehen, sich vom Abstiegskampf fernzuhalten und am Ende einen sicheren Mittelfeldplatz zu erreichen.
Aber wie gesagt, auch das ist nicht mehr als eine subjektive Einschätzung. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

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MR 13. September 2016 um 00:09

Schwacher zweiter Anzug und einige Spieler, die bisher ihr Potential nicht (auf hohem Niveau) ausschöpfen konnten [daher vielleicht vom GI unterschätzt].

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August Bebel 12. September 2016 um 22:04

Schön, dass es diese Kolumne diese Saison wieder gibt. Ich war etwas überrascht, dass Konoplyanka nominell rechts gespielt hat, denn ich meine, ihn bisher immer nur über links kommend gesehen zu haben (mit dem klassischen Robben-Move).
Dieses Fazit zu Bremen finde ich sehr viel treffender als das von MR im Mailbag-Artikel. Mein Tipp ist, dass Skripnik diese Saison als erster Trainer seinen Hut wird nehmen müssen.

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MR 13. September 2016 um 00:47

Ich hatte in dem Artikel auch kein „Fazit zu Bremen“.

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Peda 13. September 2016 um 09:49

Die Aufmerksamkeitsspanne der Leser dürfte noch kleiner sein, als gedacht! 😀

Es war die potentiell beste Werder-Formation gesucht.
Daraus lassen sich weder Rückschlüsse auf Skripniks Ablaufdatum, noch den abschließenden Tabellenplatz ableiten.

Ich fand die Aufstellung vor allem aufgrund Junuzovics Rolle interessant. Darauf muss man mal kommen, klingt aber von Mal zu Mal logischer. „Alaba für Arme“ sagt tobit dazu.

Apropos Alaba: der agiert ja im Nationalteam mittlerweile eher wie ein „Junuzovic für Arme“…

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tobit 13. September 2016 um 14:53

Ich könnte mir auch bei Österreich Juno und Alaba als AVs vorstellen, gerade in der Quali gegen schwache Gegner könnten die zwei unglaublichen Druck machen.
http://lineupbuilder.com/?sk=cx297 Irgendwie so, möglicherweise auch mit einem weiteren OM statt einem aus Baumi und Grillitsch.
Die offensiven Aussen bleiben erstmal breit, insbesondere Arnautovic auf links und reagieren in ihrer Positionierung auf Alaba bzw. Juno. Alaba kann tief oder hoch ins Mittelfeld rücken aber auch Arnautovic hinterlaufen, Juno rückt eher höher ein oder hinterläuft den RA.

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Wiley_E 14. September 2016 um 10:11

Interessante Variante. Nur wer soll die RA und die 10er-Position übernehmen?
RA: Harnik / Schaub / Lazaro, 10er: Schöpf / Sabitzer/ ? . So ganz gefällt mir keine der Möglichkeiten.

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tobit 14. September 2016 um 22:50

Kenne mich bei den Österreichern nicht wirklich aus, hatte einfach nur die Werder-Idee von MR mit Juno als RV auf die Nationalmannschaft übertragen.

Mal angenommen, ich hätte Hinteregger und Dragovic als LIV und RIV dahin geschrieben, was hieltest du dann von der Idee? Könnte das im 5-2-3/3-4-1-2 zu den Spielertypen passen?

tobit 14. September 2016 um 22:51

Der Kommentar sollte hinter Peda landen

Peda 15. September 2016 um 14:33

3-4-2-1 wäre mir persönlich lieber.

Weder Harnik noch Arnautovic wären aus meiner Sicht brauchbare Wandspieler, das kann nur einer und zwar herausragend: Marc Janko. Zudem hat sich Harnik jetzt langsam aber sicher selbst aus der Startelf gespielt. Durch seine hohe Arbeitsrate war er ja schon immer anfällig für schwache Abschlüsse, mittlerweile ist er aber vollkommen wirkungslos. Und ganz grundsätzlich halte ich eine 2-1-Staffelung vorne für überlegen (frag MR was er vom 3-4-2-1 hält! ;-)).

Im Mittelfeld außen ging es ja um Alaba und Junuzovic, das war der Ausgang der Überlegungen. Rechts fände ich aber Lazaro sogar passender, wenn ich schon wählen könnte. Zentral kann man dem Gegner entsprechend wählen, Ilsanker ist ja auch noch da. Grillitsch kann ich zu wenig einschätzen, hab ihn von den U-Mannschaften noch als schlaksigen Stürmer in Erinnerung.

Die Verteidigung ist auch nicht so klar, wie ich dir vorgeworfen habe. Entweder Wimmer-Hinteregger-Dragovic, damit Hinteregger aus zentralerer Position vielfältigere Passwinkel und Zielräume vorfindet. Oder Hinteregger-Prödl-Dragovic, wobei Prödl das Andribbeln Dragos sowie das Herausrücken der beiden Halbverteidiger ausgleichen soll.

Wunschelf:
– – – – – – – – – – – – – – – – Janko
– – – – – Arnautovic – – – – – – – – – – Schöpf
Alaba – – Baumgartlinger – Grillitsch – – – Lazaro
– – – – – Wimmer – Hinteregger – Dragovic
– – – – – – – – – – – – – – – – Almer

Konzi 14. September 2016 um 14:07

So was wirds zwar unter Koller nie spielen, ein lustiges Gedankenexperiment ist es alle mal.

Zur Zeit krankt die Nationalmannschaft eher daran, dass sie massive Probleme mit starken Manndeckungen bekommt, die Abstände im Mittelfeld nicht mehr stimmen, und dass der rechte Flügel im Angriff nicht mehr einbezogen wird.

Diese Problemfelder haben sich allesamt nach der EM Quali herausgebildet, und konnten bis jetzt nicht wirklich behoben werden. Mit dem Teamrücktritt von Fuchs ist auch eine personelle Lücke auf der LV Position aufgegangen, die eigentlich nur von Alaba adäquat ausgefüllt werden könnte.

Meiner Meinung nach sollte Alaba als LV spielen, seinen Platz im Mittelfeld kann dann Ilsanker oder Grillitsch einnehmen. Ilsanker eher gegen übermächtige Gegener, Grillitsch wenn man das Spiel machen muss. So toll Alaba mit seiner Rolle als Freigeist auch den Spielfluss ankurbelt, er reißt damit im zentralen Mittelfeld oft gewaltige Lücken auf.

Auf der rechten Seite hängt Harnik mittlerweile völlig in der Luft, in das Spiel wird er eigentlich nicht eingebunden. Seine Position könnte der kombinationsstärkere und zentraler agierende Schöpf einnehmen, während dann ein offensiver RV wie Lazaro Breite gibt.

Ebenfalls von vielen Anhängern gefordert wird eine 3er/5erkette, die vom Spielermaterial auch Sinn machen würde. Österreich bringt im Schnitt einfach mehr Innenverteidiger als Außenverteidiger hervor.

Antworten

tobit 14. September 2016 um 14:34

Dass Fuchs zurückgetreten ist, ging komplett an mir vorbei. Dann sollte Alaba auf jeden Fall als LV spielen, da die Qualität im ZM deutlcih höher ist, als bei den sonstigen LV-Optionen.
Mit 3 IV könnte das z.B. so http://lineupbuilder.com/?sk=cx2h9 aussehen. Harnik und Arnautovic bilden ein sehr umtriebiges Sturmduo, das von Schöpf oder Sabitzer unterstützt wird. Dahinter hat man eine „High-Octan“-Mittelfeldreihe aus Juno, Baumi und Alaba, die von drei IV und Grillitsch oder Ilsanker abgesichert werden. Gelöst wäre auch das Problem des fehlenden Stürmers, da sich die drei vorne die Rolle quasi teilen.

Konzi 14. September 2016 um 16:38

@tobit
Ich antworte jetzt einfach mal auf meinen Beitrag, weil die Webseite keine längeren Kommentarketten zulässt.

Ich könnte mir das ganze schon recht gut vorstellen. Ich nehme mal an, dass in so einer Formation abwechselnd Arnautovic und Harnik die Sturmspitze geben, während die anderen beiden Angreifer vorwiegend in den Halbräumen bleiben und Alaba/Junuzovic die Außenbahnen besetzen (hier könnte bei Bedarf rochiert werden, da beide Wingbacks problemlos im Ballbesitz zentral agieren können). Die Frage ist dann natürlich, ob das direkte Spiel auf einen Stoßstürmer wie Janko, das die Mannschaft bis jetzt gerne praktiziert hat, mit so einer Aufstellung weiterhin eine Option bleibt.

Defensiv muss man sich fragen, wie man das Pressing aufziehen will, und wie man ausreichend Zugriff im Mittelfeld erzeugen kann. Möglich wäre ein 5-3-2, wo sich Schöpf zurückfallen lässt, und mit den zwei Sechsern die Mitte zumacht. Parallel dazu müsste Harnik vorne eine ähnliche Rolle einnehmen wie Junuzovic, das physische Rüstzeug für so etwas würde er mitbringen. Arnautovic agiert dann eher passiv und läuft bei Bedarf den gegnerischen Keeper an (ähnlich wie Janko jetzt). So leitet man den Gegner auf die Außenbahnen, wo dann Alaba/Junuzovic gemeinsam mit dem ballnahen IV und eventueller Verstärkung aus dem Mittelfeld die Pressingfalle zuschnappen lassen.

tobit 14. September 2016 um 16:55

Im Pressing könnte ich mir auch ein 5-2-3 mit weit herausrückenden Wingbacks und relativ engem Dreiersturm vorstellen.

Die Stürmer könnten in Ballbesitz auch sehr weit nach außen ziehen und Alaba und Juno die Halbräume überlassen – gerade Arnautovic könnte dann seine Dribblings wie gewohnt einbinden. Oder halt asymmetrisch mit Arnautovic und Juno breit, Alaba und Schöpf in den Halbräumen und Harnik als Sturmspitze.

Auch auf das Spiel auf einen Stoßstürmer müsste man nicht völlig verzichten, da Harnik und Arnautovic beide auch mal mit dem Rücken zum Tor einen Ball behaupten können. Eine Fokussierung wie tlw. auf Janko wäre natürlich nicht mehr möglich.

Peda 14. September 2016 um 22:31

Sorry, tobit, allein aufgrund deiner IV-Aufstellungen kann ich das nicht wirklich ernst nehmen.
Wimmer vor Hinteregger und rechts?

Aber es freut mich, dass die mich wirklich brennende Frage auch hier diskutiert wird:
welche vielversprechenden Möglichkeiten gibt es nach dem Fuchs-Rücktritt?
Bringt Alaba als LV im Nationalteam mehr Vorteile (bester LV) als Nachteile (Fokussierung auf strategisch beschränkte Position)?
Ich werd Mal eine Frage für den nächsten Mailbag formulieren…

August Bebel 13. September 2016 um 10:51

Fazit habe ich von TE übernommen, bei dir war’s eher die Einschätzung einer hypothetischen Bestformation, das stimmt. „In der Nähe der Champions-League-Plätze mitspielen“ halte ich aber selbst im Optimalfall für übertrieben.

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RoyalBlue 12. September 2016 um 20:33

Schön, dass es die Kolumne auch in diesem Jahr wieder gibt. Ist doch immer wieder ein sehr angenehmer Lese-Happen zum Ende eines Spieltags.

Allerdings möchte ich kurz noch auf den Abschnitt zum Schalker Saisonstart und speziell die Leistung gegen die Bayern eingehen. Sooo ähnlich zum Spiel gegen Frankfurt wie es die Formation vielleicht vermuten lässt war es nämlich gar nicht. Zumindest wenn man sich die konkreten Verhaltensweisen im Pressing anschaut, vor allem die der Außenstürmer. Choupo-Moting und Konoplyanka agierten nämlich auch im Pressing immer wieder recht zentral bzw. aus dem Halbraum heraus und pressten entweder die seitlich herauskippenden Sechser der Bayern (womit vor allem Renato Sanches so seine Mühe und Not mit hatte) oder manchmal sogar die Innenverteidiger. Die bayrischen Außenverteidiger hatten dafür relativ viel Platz und wurden von Baba und Höwedes auch erst bei der Ballannahme zaghaft angelaufen. Da man das Zentrum aber ganz gut kontrollierte und die Bayern außen erstmal isoliert waren konnten Choupo und Kono sich schnell zurückfallen lassen und den gegnerischen AV übernehmen. So hat man es ganz gut geschafft den bayrischen Spielaufbau zusammen mit Goretzka und Huntelaar früh zu stören, kompakt zu bleiben und gleichzeitig die zentrale Rolle von Müller zu kontrollieren, da einer der Sechser (meist Bentaleb) oft keinen direkten Gegenspieler hatte und Müllers Bewegungen mitgehen oder die Viererkette unterstützen konnte.

Wie gesagt, im Vergleich zum wirklich biederen ersten Spiel mit dem bundesligatypischen 4-4-2 Mittelfeldpressing, wenig Intensität, mittelmäßiger Kompaktheit und miserablem Spielaufbau war das schon eine deutliche Steigerung und auch gar nicht so „Standard“ wie man vielleicht vermuten könnte. Am Ende sind es aber in erster Linie nicht die Spiele gegen Bayern oder Dortmund, in denen Weinzierl seine Klasse zeigen muss, sondern die 15 anderen Spiele gegen schwächere oder ähnlich starke Teams. Besonders der Spielaufbau könnte in dieser Hinsicht leider wieder das ganze Jahr über ein Thema sein. Das Spiel gegen die Bayern war aber zumindest ein Anfang, auch wenn ich weiterhin skeptisch bleibe.

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