Wechselhaftes Stadtderby vom Punkt entschieden

real madrid*1:1atletico madrid

Zwei Jahre und vier Tage nach einem rein madrilenischen Duell im Champions-League-Finale war das Endspiel der Königsklasse erneut in der Hand der spanischen Hauptstadt. Und erneut war Real Madrid siegreich. Zinédine Zidane gewinnt als siebter Mensch in der Geschichte der Champions League und ihres Vorgängerwettbewerbs den Titel als Spieler und als Trainer.

Grundformationen in der ersten Halbzeit

Grundformationen

Vor dem Anpfiff stellte sich die Frage, ob der Real-Trainer im Mittelfeld auf eine defensivere Variante mit Casemiro auf der tiefen Sechserposition oder auf eine offensivere Variante mit Isco als vorstoßenden Achter setzen würde. Er entschied sich für Ersteres. Ansonsten gab es in der Startaufstellung der Blancos keine Überraschungen. Toni Kroos und Luka Modrić spielten auf der Doppelacht hinter der bekannten BBC-Angriffsreihe mit Gareth Bale, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo.

Diego Simeone traf derweil eine interessante Entscheidung hinsichtlich seiner Innenverteidigung. Der Montenegriner Stefan Savić erhielt den Vorzug vor dem oftmals überaggressiven 21-jährigen José María Giménez. Mit dem Innenverteidigerpärchen bestehend aus Savić und Diego Godín hatten die Rojiblancos während der Saison 10 von 14 Partien gewonnen. Abgesehen von der Abwehrzentrale sah Atléticos Startelf so aus, wie es die meisten erwarteten. Mit Koke und Saúl Ñíguez vertraute Simeone auf seine beiden variablen defensivstarken Flügelstürmer, während er folglich Yannick Ferreira-Carrasco auf der Bank ließ.

Im Übrigen schaffte es das kroatische Mittelfeldtalent Mateo Kovačić nicht einmal auf die Ersatzbank von Real Madrid. Bei Atlético kamen unter anderem Óliver Torres, Matías Kranevitter und Luciano Vietto nicht in den 18 Mann starken Finalkader. Das sagt schon einiges über die Qualität dieser beiden Mannschaften aus.

Reals Achter im Fokus der Deckung

Durch die von Zidane gewählte Grundformation waren Kroos und Modrić zunächst auf der Suche nach den für sie passenden Positionen in der ersten Aufbauphase. Atléticos erste Pressinglinie positionierte sich um Casemiro herum, bewachte den Brasilianer aber nicht zu eng. Aufgrund seiner limitierten technischen Fähigkeiten sorgte man sich nicht allzu sehr um den 24-Jährigen, wenn Real Madrid seine Spielzüge eröffnete.

Antoine Griezmann und Fernando Torres, die beiden Spitzen der Rojiblancos, ließen sich des Öfteren in den beiden Halbräumen zurückfallen, um dann in Zusammenarbeit mit den beiden Flügelspielern Kroos oder Modrić zu attackieren.

Ronaldo erfuhr auf der linken Seite nicht die Unterstützung eines Isco, wodurch die einrückenden Läufe des Portugiesen in anderer Form vorbereitet werden mussten. In der siebten Spielminute gab es dafür ein Anschauungsbeispiel. Bale arbeitete auf dem Flügel mit nach hinten und nach der Balleroberung wurde umgehend ein Konterangriff eingeleitet. Benzema wich auf Real Madrids rechte Seite aus, wodurch er eine Verlagerung auf Ronaldo vorbereiten konnte. Dieser lief in Richtung des Mittelkreises und wurde dort von Juanfran gefoult – unmittelbar bevor er das Spielgerät auf die geöffnete linke Außenbahn befördern konnte.

Atlético in ungewohnter Rolle

Bei Atlético waren zu Spielbeginn zwei Dinge auffällig: Hinter Griezmann und Torres verschob die Mittelfeldlinie fließend. Die beiden Flügelspieler klappten gelegentlich vor die beiden Sechser ein, wenn der Gegner den Ball noch sehr tief zirkulieren ließ. Oder der ballnahe Außenspieler rückte in Richtung des gegnerischen Außenverteidigers.

In einer zweiten Pressingphase zogen sich Atléticos Flügelakteure nach hinten zurück und bildeten zusammen mit Gabi und Augusto Fernández eine klassische Viererkette. Da Griezmann und Torres oftmals mannorientiert bei Kroos und Modrić standen und Real Madrids Angriffslinie zur Abseitslinie rückte, wo die Rojiblancos zumindest mit den Außenverteidigern die direkten Gegenspieler auch mannorientiert verfolgten, verschob die Mittelfeldlinie im Raum. Dabei variierten die Abstände zwischen den einzelnen Kettengliedern.

Außerdem war auffällig, wie Atlético von Beginn an versuchte, einen konstruktiven offenen Spielaufbau zu initiieren. Allerdings wurde dabei auch deutlich, dass die Verteidiger der Rojiblancos teils extreme Probleme hatten, wenn sie von den gegnerischen Stürmern frontal angelaufen wurden.

Nach dem Führungstreffer von Sergio Ramos in der 15. Minute war Atlético eigentlich umso stärker dazu gezwungen, von hinten heraus, torgefährliche Angriffe zu kreieren. Dabei hatte Simeones Mannschaft allerdings große Probleme, in die Zwischen- und Verbindungsräume zu gelangen. Griezmann ließ sich zumeist hinter Torres fallen oder pendelte entgegen der Richtung seines Sturmpartners. Gabi und Co. konnten vor der abwartenden gegnerischen 4-3-3-Defensivformation den Ball über die Breite des Spielfeldes zirkulieren lassen, verzeichneten aber sogar dabei einige Ballverluste, wenn bei Real Madrid Marcelo oder einer der Mittelfeldakteure diagonal nach vorn stieß und den Passweg richtig antizipierte. Bis zur Halbzeitpause blieb es für die Rojiblancos bei einigen eher ungefährlichen Distanzschüssen.

Bei langen Bällen der Blancos ließ sich Atléticos Abwehrlinie derweil häufig weit nach hinten fallen, wodurch der Raum vor der Kette offen für Ablagen des Gegners war. Diesen für die Rojiblancos eher untypischen Mangel an vertikaler Kompaktheit konnte Real Madrid einige Male nutzen, weil sich wahlweise Ronaldo oder Benzema in den Zwischenlinienzonen positionierten. Zudem wirkte Zidanes Elf seit dem Führungstreffer immer wieder bedrohlich, wenn sie frühzeitig den Ball eroberten und die drei gefährlichen Angreifer auf Atléticos Abwehrkette zustürmten.

Zweite Halbzeit

In der Halbzeitpause nahm Simeone einen einleuchtenden Wechsel vor: Er brachte Carrasco für Augusto Fernández. Der Belgier startete auf der linken Seite, weshalb Saúl Ñíguez auf die Sechserposition rückte.

Es dauerte nicht einmal 90 Sekunden, da erhielt Atlético schon die Chance, den Ausgleich zu erzielen. Torres wurde im Strafraum angespielt und während der versuchten Ballannahme von Pepe am Bein getroffen. Den fälligen Elfmeter knallte Griezmann an die Querlatte.

Zweite Halbzeit

Zurück zur Personalie Carrasco: Dieser bekam es nach der Verletzung von Daniel Carvajal mit Danilo als Gegenspieler zu tun, was natürlich ein Vorteil für Atléticos Linksaußen war. Carrasco klebte allerdings nicht ausschließlich auf dem linken Flügel. Aufgrund seiner Einwechslung spielten die Rojiblancos in einer Mischung aus 4-4-2 und 4-3-3. Griezmann bewegte sich häufiger zum rechten Flügel und stand mit Carrasco nahezu auf einer Höhe. Koke agierte folglich vermehrt von der rechten Achterposition oder komplett aus dem Zentrum heraus, wo sich ebenso Saúl Ñíguez aufhielt. Eben jener stieß mit zunehmender Spielzeit vermehrt in die Sturmspitze vor, um Torres zu unterstützen und eine weitere Anspielstation zu bieten, die Atléticos Offensivzentrum angesichts des Ausweichens von Griezmann zunächst entzogen wurde.

Real Madrid beschränkte sich spätestens nach der 60. Minute vollends auf die Sicherung des Resultats. Casemiro hielt sich knapp vor den Innenverteidigern auf. Kroos und Modrić, später Isco, waren vornehmlich mit Deckungsaufgaben und Verfolgungsläufen beschäftigt.

Viele Angriffe Atléticos erfolgten über die eigene linke Seite, wo Filipe Luís fast durchgängig weit aufgerückt stand. Der Brasilianer sowie Carrasco sollten die Schwachstelle namens Danilo ausnutzen, bekamen aber selten die notwendigen Verlagerungsbälle, um mit Tempo in offene Zonen eindringen zu können.

Carrasco griff trotzdem entscheidend ins Endspiel ein. In der 79. Minute lupft Gabi den Ball auf der rechten Seite hinter Marcelo. Juanfran flankt per Direktabnahme zum zweiten Pfosten, wo Carrasco das Spielgerät im Gehäuse von Real Madrid unterbringt. Erst Momente zuvor hatten die Blancos die Möglichkeit, bei einer wilden Szene in Atléticos Strafraum die Partie zu beenden.

Zweifelhaft war die Entscheidung Zidanes, den ballsicheren Kroos vom Feld zu nehmen, sofern dieser zum Zeitpunkt seiner Auswechslung nicht angeschlagen war. Isco konnte als frischer Läufer sicherlich für mehr Intensität im Pressing sorgen und Lücken füllen, aber seine Mannschaft war nur noch selten in der Lage, den Ball für eine ausgedehnte Phase in den eigene Reihen zu halten.

„Er ist ein großartiger Dirigent. Mit dem Ball am Fuß gibt es kaum einen besseren.“ (Jorge Valdano über Toni Kroos in der aktuellen SZ)

Real Madrid versuchte in der Schlussphase der regulären Spielzeit wieder mehr Druck auszuüben, tat sich aber sichtlich schwer, eine passende Struktur im Spielaufbau zu finden. Wenn man es genau nimmt, verhielten sich beide Teams zu diesem Zeitpunkt sehr mechanisch und blieben mehr oder weniger starr in ihrer Grundordnung, wodurch es selten Überladungen und Täuschungsmanöver bei Angriffen gab. Die Mehrzahl der Flanken war schlicht und ergreifend nutzlos.

Verlängerung

Im Gegensatz zum Endspielduell zwischen beiden Mannschaften im Jahr 2014 war es dieses Mal nicht Atlético, das nach 90 Minuten nur noch auf dem Reservetank lief. Vielmehr hatte Zidane bereits seine drei Wechseloptionen aufgebraucht. Seine Elf wirkte platt, weshalb er gefragt war, die passende Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden. Vereinzelte Entlastungsangriffe in der Anfangsphase der Verlängerung sorgten weiterhin für Gefahr, wenngleich Bale und Ronaldo mehrfach die falschen Entscheidungen im letzten Spielfelddrittel trafen. Später setzte sich Zidanes Team wieder häufiger in der gegnerischen Hälfte fest, spielte den Ball jedoch vornehmlich in die Breite und präferierte Hereingaben von den Flügeln aus.

Viel bleibt zur Verlängerung nicht zu sagen. Ähnlich wie beim DFB-Pokalfinale vor einer Woche schleppten sich einige Spieler nur noch über den Rasen. Das Elfmeterschießen gewann am Ende Real Madrid, nachdem Juanfran seinen Versuch an den Pfosten setzte.

Fazit

Größtenteils bekamen die Zuschauer ein hochklassiges Finale geboten. Real Madrid trat wohl seit langem nicht mehr so druckvoll und strukturiert wie in dieser ersten Halbzeit auf. Und von Atlético sah man in der Ära Simeone selten ein so starkes Ballbesitzspiel wie nach der Halbzeitpause. Die Rojiblancos hatten einen guten Rhythmus bei ihren Angriffen und waren meist defensiv abgesichert. Lediglich in vereinzelten Szenen passte der Gegenpressingzugriff nicht und sie wurden vom Stadtrivalen ausgekontert.

Die Jagd nach dem Henkelpott bleibt für Atlético weiterhin eine vergebliche. Sie absolvierten in dieser Champions-League-Saison ein hartes Programm, unterlagen aber wieder dem großen Rivalen aus der eigenen Stadt. Dass gerade Ronaldo, der zuvor lange Zeit untertauchte, erneut den Schlusspunkt in einem Endspiel setzte, lassen wir an dieser Stelle unkommentiert.

credo 5. Juni 2016 um 03:30

Ich weiß dass, es sehr schwer ist den größten Klub der Geschichte beim Siegen zu gucken aber manche Kommentare hier sind einfach so amüsant wie zum Beispiel dass, Atletico den Sieg verdient hätte.
Atletico Madrid hat im gesamten Spiel genau eine Torchance herausgespielt und diese war dann das Tor.
Real Madrid hatte unzählige Chancen um das 2:0 zu erzielen und den Sack zu schließen. Das ist das wichtige im Großen und Ganzen, die Torchancen.
Atletico besser verteidigt gegen die Bayern? …meint ihr das Spiel wo die Bayern unzählige Chancen kreiert haben wobei sie zu unfähig waren um das Tor zu machen?
Kommt Leute, auf die Knie vor Real. ;P

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Isabella 5. Juni 2016 um 10:50

Es gibt Seiten für Ronaldo-Fanboys, warum feierst du dir nicht da einen ab und lasst die Leute, die nicht vor lauter Verliebtheit schon den Bildschirm nicht mehr richtig sehen, hier diskutieren? Mit guten Argumenten scheinst du eh schon nicht mehr erreichbar zu sein.. Aber was sagst du dazu, dass selbst Toni Kroos herrauswürgen musste, dass ein Unentschieden in Ordnung ist ? Da sind wohl selbst die Real-Spieler realistischer eingestellt als du.

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Jenlan 6. Juni 2016 um 12:03

Das hier ist mein erster Kommentar auf SV, aber ich möchte auch mal ein paar Worte loswerden.

Genau wegen solcher Kommentare, schränke ich in letzter Zeit meinen Konsum von SV und den Besuch diverser Kanäle auf twitter (von SV-Mitgliedern) ein. So provokant credo seinen Kommentar auch verfasst hat, ist schon ein Fünkchen Wahrheit dran.

Atletico hätte diesen Sieg niemals verdient gehabt. Sie haben den Elfmeter verschossen, ihre einzig gute Gelegenheit zum Tor aus dem Spiel heraus genutzt und sonst war da gar nichts. Real hat ihnen nach dem 1:0 den Ball gegeben, weil sie wussten, dass Atletico nicht viel damit anfangen kann. Stattdessen ist auf SV die Rede davon, dass bei Real da schon die Luft raus war. Dass Atletico nicht viel mit dem Ball anfangen kann, findet nur sporadisch einen Platz in diversen Texten hier.

Real hat seine Chancen auch nicht gut genutzt und es deshalb unnötig spannend gemacht, aber wenigstens hatten sie Chancen. Manchmal glaube ich, die Leute vergessen, dass es um Tore geht und nicht um Ballbesitz, etc.
Klar können Ballbesitz, gute Passquoten, etc. dabei behilflich sein Spiele zu gewinnen, aber letzten Endes entscheiden Tore. Wenn ich den Ball 85 Minuten schiebe ohne effizient zu sein und der Gegner in 5 Minuten mit Ball die Tore erzielt um das Spiel zu gewinnen, kann man nicht von einem unverdienten Sieg reden. Das ist eine generelle Feststellung und nicht auf das Spiel bezogen. Am Ende entscheiden Tore. An diesem Abend hat Real davon mehr als der Gegner erzielt und hätte das mit etwas mehr Erfolg im Abschluss früher und deutlicher entscheiden können. Das war nicht der Fall und deshalb ging es ins Elfmeterschießen. Nicht weil Atletico es „verdient“ hat, sondern weil Real es nicht früher entschieden hat.

credo hat CR nicht mal erwähnt, aber er wird direkt auf Seiten für Ronaldo-Fanboys verwiesen. Ist das wirklich noch SV oder mittlerweile Sport Bild? Wenn er eine Meinung hat, die euch nicht gefällt, argumentiert sachlich oder ignoriert es, aber kommt nicht mit so einem Stuss. Genau wie das Gebashe gegen Zidane, Real und andere Vereine wie City oder Paris. Alles was nicht von Guardiola oder Simeone trainiert wird, wird gebasht. Mit Ausnahme der beiden FCB.

Pepe wird für sein Verhalten im Finale – zurecht – massiv kritisiert. Barcelonas Siege in der CL (mit Ausnahme von 2015), die durch massive Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zustande kamen, ewiges Zeitspiel von Atletico in den Spielen vor dem diesjährigen Finale, das Balleinwerfen Simeones in der Liga um einen Konter zu unterbinden und all die versteckten Fouls von Atletico finden aber keine Erwähnung. Wieso ist das so? Wieso diese Doppelmoral?

Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass hier einige tatsächlich denken, es gäbe nur die eine richtige Spielweise um Spiele zu gewinnen. Wenn meine Taktik „anders“ und sogar in manchen Augen „schlechter“ als die des Gegners zu sein scheint und ich trotzdem meine Spiele gewinne, kann es nicht so schlecht sein was ich da mache. Leider sitzen hier manche mittlerweile auf einem derart hohen Ross, dass alles außer den beiden FCB und Atletico ihrer Meinung zum Antifußball gehört. Spielverlagerung scheint sehr festgefahren zu sein.

Versteht mich nicht falsch. Ich mag Atletico, mir gefällt Barcas Fußball, ich bewundere Guardiola. Trotzdem geht mir das Gebashe anderer Vereine durch SV und seine Leser mittlerweile mächtig auf den S***. Konstruktive Kritik gerne, aber nicht nach dem Halbfinale schreiben, dass das eigentliche Finale (Atletico – Bayern) schon gespielt ist und das Finale deshalb keinen mehr interessieren muss. Wenn die beiden besten Mannschaften Europas tatsächlich in diesem Halbfinale gestanden hätten, hätte Atletico das Finale gewinnen müssen. Das haben sie aber – verdient – verloren. Bayern verlor (zugegeben es ist schon etwas her und vieles sieht nun anders aus als damals) das letzte Aufeinandertreffen mit Real übrigens auch 4:0. Leider ist es immer das selbe. Wenn Bayern gewinnt, hat Guardiola alles richtig gemacht. Wenn Atletico gewinnt, ist es Wahnsinn was Simeone aus diesem Kader holt. Wenn Real gewinnt, hatten sie Glück oder die individuelle Qualität hat entschieden. Weil Bayerns Kader auch so viel schlechter ist als der von Real 😉

Vor Jahren habe ich diese Seite geliebt, da es zwar wenige Kommentare, aber sehr viel Inhalt gab. Zudem war die Berichterstattung fair und sachlich. MIttlerweile gibt es eine dreistellige Anzahl an Kommentaren unter einer Analyse und einige davon sind auf unterstem Stammtischniveau. SV ist wohl im Mainstream angekommen…

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koom 6. Juni 2016 um 12:30

Guter Kommentar!

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Random Walk 6. Juni 2016 um 12:34

Natürlich hast du recht, aber ich verstehe einfach nicht, wie man das „Zidane-Bashing“ nicht verstehen kann. Was er mit seiner Mannschaft anstellt ist ja wirklich traurig, wenn man mal auf das Potenzial schaut.
Dass Real Madrid aufgrund seiner individuellen Qualität Titel gewinnen kann, gerade bei Losglück, ist doch völlig klar. Taktisch ist das dann halt trotzdem ein mittelgrosser Totalausfall.
Von den Spielverlagerungsautoren redet niemand von einem unverdienten Finalsieg. Was in den Kommentaren steht hat halt nichts mit der Qualität von Spielverlagerung zu tun.

Ich glaube die berechtigten Kritiken von Spielverlagerungen werden nur deswegen so oft als „Bashing“ abgestempelt, weil die beleidigten Personen die Argumente nicht nachvollziehen, weil ihnen schlichtweg das notwendige Wissen fehlt.

Dass bei Real Madrid das Geschrei der Fanboys gefühlt immer am grössten ist, liegt wohl daran, dass bei dieser Mannschaft die Diskrepanz zwischen Inidividueller Qualität und Taktik (Vorgaben, Umsetzung) am grössten ist.
Als Sympathisant von Real Madrid ärgere ich mich jedes Mal über das verschwendete Potenzial dieser Mannschaft. Diese hässliche Art Fussball zu spielen, heisse ich nicht gut. Hässlich ist sie, weil sie viel, viel besser sein könnte.
Dass dann bei Kommentierenden mit einer persönlichen Abneigung gegen Real Madrid (von denen es auch unter den Autoren von Spielverlagerung mehrere gibt) der Eindruck von „Bashing“ gemacht wird, ist da nur logisch/menschlich. Wobei die persönlichen Abneigungen der SV-Autoren die Artikel auf SV nicht beeinflussen.

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Jenlan 6. Juni 2016 um 13:24

Das Zidane-Bashing kann ich ja – in Maßen – verstehen. Ich kann auch nicht all seine Entscheidungen nachvollziehen. Dennoch hat er als Trainer und ehemaliger Weltklassespieler eine andere Sichtweise als wir Amateurspieler/Fans vor dem Fernseher. Wir können nur vermuten, was er mit seinen Entscheidungen erreichen will und wenn wir keine Erklärung finden, wird wieder gebasht. Vielleicht geschieht das zurecht, vielleicht aber auch nicht.
Man könnte sagen er gewann in seiner Premierensaison die CL – top!
Man könnte sagen er holt nicht das ganze Potenzial aus dem Team heraus – flop.
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der MItte.

Fakt ist, dass der „schlechte Trainer“ Zidane, mit einem Team, das er in der Mitte der Saison übernahm, mehr erreicht hat als ein gewisser Herr Guardiola, der den FC Bayern 3 Jahre trainiert hat. Die Kader scheinen nahezu gleichwertig zu sein. Trotzdem wird Zidane gebasht und Guardiola gehyped. Ich bin einfach der Meinung, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

Jetzt wo Sommerpause ist, die Kader ergänzt werden können und Zidane zum ersten Mal eine Vorbereitung mit dem Team hat, wird man sehen ob sich da etwas entwickelt oder ob das taktischer Stillstand ist. Dann kann man immer noch urteilen.

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koom 6. Juni 2016 um 15:38

Diese „Diskussionen“ entstehen eigentlich immer, wenn Religionen aufeinander treffen und vermeintlich Fakten präsentiert werden können, welche Religion nun besser ist.

Das das bei Fußball immer bullshit bleiben muss, sollte eigentlich klar sein. Das Finale hat eigentlich nur bewiesen, dass jemand ein Spiel gewonnen hat. Das warum und wieso ist fraglich. Man kann nach sekundären Faktoren gehen und danach sagen, dass, wenn es nicht um Tore gehen würde, dann hätte dieses oder jenes Team gewonnen. Nimm FCB vs. ATL im Halbfinale: War vermutlich ein klarer Punktsieg beim Boxen für die Bayern, wenn es keine Tore gegeben hätte. Gabs aber und die Bayern lagen dadurch eben schlussendlich am Boden.

So muss man die Analysen hier verstehen, so muss man sowas wie ExpG verstehen. Es ist abstrakt und hat mit dem Ergebnis nur insofern was zu tun, weil ein Tor die Spielweise beider Teams verändert.

Jenlan 6. Juni 2016 um 16:19

Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass ich diese einseitige Sichtweise trotz aller nachvollziehbaren Kritik an Zidane, nicht in diesem Maße nachvollziehen kann.
Die Metapher mit dem Punktsieg beim Boxen finde ich ja ganz interessant, aber da es eben um Tore geht, kann man die Spielweise von Bayern und Atletico nicht mit anderen Teams vergleichen. Vielleicht wäre Reals Ausrichtung ohne die nötigen Tore eine ganz andere? Vielleicht würde man einen Ballbesitzfußball spielen, der die Bayern staunen lässt? Man weiß es nicht.
Was man weiß, ist, dass man den aktuellen CL-Sieger massiv kritisiert und ein Team, das 3 Jahre in Folge nicht die CL gewinnen konnte gleichzeitig lobt, weil es die vermeintlich „richtige“ Spielweise spielen lässt.

Nochmal: ich mag die Bayern, ich mag Guardiolas Verständnis von Fußball, ich mag auch Atletico und Simeone, aber deshalb muss ich nicht so schwarz-weiß denken und den Sieg einer Mannschaft mit einer anderen Herangehensweise als unverdient abstempeln.

In England hat man den Eindruck sie spielen nur Kick and Rush. Sie gewinnen damit absolut gar nichts obwohl sie mit Abstand die finanzstärkste Liga der Welt haben. Da würde ich die Kritik verstehen.
Real hat in dieser Saison allerdings den wichtigsten Pokal im Vereinsfußball gewonnen. Kritik ist super damit man sich weiterhin verbessern kann, aber es muss auch mal aufhören.

Zu Real Madrid: wie würdet ihr denn mehr aus diesem Team herausholen? Ich höre häufig von Casemiros Rolle und wie man ihn besser einbinden/ersetzen könnte. Was würdet ihr tun und wieso denkt ihr, dass Zidane das noch nicht getan hat?

koom 6. Juni 2016 um 16:43

Ich finde die Kritik an Real auch zu krass – vor allem das gleichzeitige Lobgehudel für Guardiolas Bayern. Wenn man es in schöner Regelmässigkeit nicht schafft, auswärts in KO-Spielen für Tore/Siege zu sorgen, dann langt es eben nicht für den CL-Sieg. Des Trainers Werk war dabei sicherlich sehr gut, aber er fand nicht die Lösung für das Problem, auch ohne einen Messi für die entscheidenden Momente zu sorgen. IMO schnürrte das exzellente Gegenpressing und Ballbesitzspiel den Gegner so sehr ein, dass er sich darauf einstellen konnte, wie Torchancen zustande kommen. Guardiolas FCBs brachte den Gegner selten wirklich zum Bewegen, wenn dieser es nicht wollte. Und selbst gegen körperlich ausgeknockte Spieler (DFB Pokalfinale) war der Gegner chancentechnisch gefühlt näher am Tor als die immer noch fein fintierenden Bayern.

So mutig sicherlich die hohe Spielweise von Guardiola ist: Es fehlt der Mut zum Risiko. Situationen zu schaffen, wo man selbst, aber auch der Gegner auf eine sich bewegende Abwehr angreifen kann. Und für die zuletzt flankenlastige Spielweise fehlte einer, der solche Bälle besser verwertet. Lewandowski ist ein exzellenter Allrounder, aber ein Ibrahimovic oder ein anderer etwas in der Luft präsenterer Spieler wäre idealer gewesen.

Zu Casemiro:
Vermutung: Zidane wollte eine Absicherung für Kroos und Modric, da beide zwar defensiv ordentlich sind, aber sich auch mal aus der Verantwortung stellen, wenn es um die „dreckige“ Endverteidigung geht. Hätte er einen spielstärkeren Akteur für diesen Posten, hätte er diesen gebracht, wichtig war aber die Defensiv/Ausputzermentalität des Spielers.

Aber nicht nur wegen Kroos und Modric – das wäre zu übertrieben. Man leistet sich eine Sturmreihe, die in Sachen Tempo und Wucht keinerlei Konkurrenz hat. Dort ein Spielsystem zu installieren, wo diese Sprinter dann auf Dribblings und Ballhalten reduziert werden, würde denen ihre Stärke nehmen. Zudem ist gerade Ronaldo ein Defensivverweigerer, Benzema und Bale auch nicht so fleissig. Es ist also schlüssig und logisch, dass man ein Stück weit Kick’n Rush spielen muss und dann mit Tempogegenstößen kalkulieren muss. Und Casemiro machte das als klassischer Staubsauger gut.

Ein Javi Martinez wäre auf dieser Position vermutlich das Maß aller Dinge, Casemiro fehlen dessen spielerische Mittel, Pressingresistenz.


Dr. Acula 4. Juni 2016 um 13:28

ein zusammenschnitt aller aktionen des „besten fußballers der welt“
https://www.youtube.com/watch?v=AWbRmEthmyA
lachhaft, nicht mal unter den top 10

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MM 5. Juni 2016 um 13:33

Noch immer traurig, dass deine Prognose, dass Real Madrid unter Zidane nichts gewinnen wird, kläglich gescheitert ist, und ausgerechnet sie statt deinen Super Super Bayern den wichtigsten Klubtitel im Fußball gewinnen konnten?

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Talisker 5. Juni 2016 um 21:33

Manchmal hat man schon den Eindruck, es gäbe einen Fussballgott. Beim Spiel Bayern – Atletico war es wieder soweit. Müller macht den 11er, Bayern spielt weiter überragend, Atletico kriegt weiche Knie, bis zur Pause mindestens vier Stück und noch Wochen später fragen sie sich, was über sie hereingebrochen ist. Aber nein, der Fussballgott hat das tapfer kämpfende Atletico beschützt. Soweit geht der Plan in Ordnung. Aber was hat ihn veranlasst, sie im Finale dann derart fallen zu lassen?

Aber im Ernst: So viel Glück, wie Real da hatte, wird ihnen an anderer Stelle wieder abgezogen. Dann hauen z.B. die Bayern eben bald mal Real völlig unverdient weg. Trotz Niederlagen habe ich übrigens die Bayernspiele der vergangenen CL-HF´s genossen. Von diesem ästhetischen Genuss der Bayern unter Guardiola ist Real meilenweit entfernt. Und wie sagte mal ein genialer Trainer: Titel sind Nummern.

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HK 6. Juni 2016 um 10:32

Ja manchmal hat man tatsächlich den Eindruck mit diesem Fußballgott. Allerdings weiß ich nicht ob ich ihn besonders mag. Sein Humor hat oft was zynisches. Und manchmal trinkt er eindeutig zuviel.

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savona 6. Juni 2016 um 18:47

Wenn es ihn geben sollte, hat er womöglich ein langes Gedächtnis, das bis zum 15. Mai 1974 in die 120. Minute (Schwarzenbeck) zurückreicht. Dann könnte man ihm folglich ein gewisses Gespür für Gerechtigkeit attestieren. 😉

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savona 6. Juni 2016 um 19:17

Und wenn man den Faden weiterspinnt, war das aktuelle Finale gar kein Fall für ausgleichende Gerechtigkeit, trotz des glücklichen Ausgleichs vor 2 Jahren. Denn diesmal hatte Atletico, gemessen am Chancenverhältnis, seinerseits Glück, die Verlängerung erreicht zu haben, in der zu meiner Überraschung deutlich mehr von Real kam, trotz der fehlenden Möglichkeiten nochmal zu wechseln.

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Isabella 1. Juni 2016 um 11:58

Also ich weiß nicht, wie das die anderen sehen, aber ich konnte dem Spiel nicht viel abgewinnen. Sicher war es ein gutes Spiel mit hochklassigen Spielern, aber für ein Cl-Finale kann man sich doch sicher mehr erwarten. Vill auch weil mit weniger Losglück schon anfang des Jahres raus gewesen wären…
Ich fand es schon intelligent von Zidane, Atletico den Ball derart zu schenken. Sie haben eben nicht die Vorraussetzungen, um in einem Spiel ein Ballbesitzspiel wie Barca oder Bayern zu entwickeln. Verwundert hat es mich auch, dass Real mit dem Spielermatierial nicht bessere Konter zusammengebracht hat oder stärker gepresst hat. Da sah ich gg dieses Atletico durchaus Möglichkeiten. Ebenso verwunderlich war es aber, dass Real es in so einem Spiel nicht angestrebt hat, offensiv zu brillieren. Ich hätte durchaus erwartet, dass sie Atletico verteidigen lassen und selbst versuchen sie aufzubrechen, nur um der Welt zu zeigen, dass sie, die Königlichen, auch die beste Defensive der Welt zermalmen können. Da ist wohl mit Zidane ein neues, realistischeres Selbstbild eingezogen. Schade eigentlich, die Selbstüberschätzung war für die Gegner eigentlich immer hilfreich 😛 Aber jetzt im Ernst, ich war auch etwas enttäuscht, dass Atletico nicht so gut reingekommen ist, wie etwa im Hinspiel gegen Bayern. Hätten sie sich über die Anfangsphase gerettet, hätte Real bestimmt am Ende noch viel mehr Probleme bekommen.
Ich sehe das wie angemerkt übrigens nicht so, dass Simeone den vielen Ballbesitz angestrebt hat. Er hat sicher iwann versucht, dass beste daraus zu machen, aber welche Vorteile hätten den so eine Taktik gehabt? Ich sehe Real nicht so stabil bei Konter, oder täusche ich mich da?

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koom 1. Juni 2016 um 14:19

ATLs Stärke ist es, tief zu stehen und zu kontern. Zidanes Taktik sah offensichtlich vor, dass man ein frühes Tor erzielt (mit Wucht). Insbesondere für diese Phase dürfte auch Casemiro wichtig gewesen sein, weil man dort noch mit ATLs Stärken umgehen muss. Das klappte aus mehreren Gründen recht gut, auch ein 2:0 wäre drin gewesen.

Der Wechsel danach auf ein eigenes tief stehen war dann clever. ATLs Ballbesitzspiel ist deutlich weniger gefährlich, Reals Konterspiel hingegen grundsätzlich sehr (BBC ist absurd gut). Beide Teams machten es hier insgesamt gut. ATL war in Ballbesitz sehr ordentlich (vor allem dann mit Koke im ZMF), Real konterte gut, ATL verteidigte das auch gut.

Das Finale hat eine andere Ästhetik als wenn eines der Ballbesitzdogmatiker-Teams dort steht, nichtsdestrotrotz war es sehr gut und ansehnlich. Der hohe Pragmatismus beider Teams stand im Vordergrund.

Btw: Ich finde es ein bisserl schade, dass die Schirileistung so wenig erwähnt wurde. Grundsätzlich fand ich Clattenburg sehr gut, aber… Ramos hätte bei der Notbremse kurz vor Ende der regulären Spielzeit mit Rot runter gemusst. Grätsche kam von hinten, traf auch nicht im Ansatz den Ball. Das Pepe nur einmal gelb überhaupt bekam ist auch lächerlich. Clattenburgs Gestik stellte klar, dass er sah, was Pepe da genau abgezogen hatte. Konsequent muss es hier Strafen geben. Aber nochmal: Abgesehen davon war die Schiri-Leistung sehr gut. Sehr präsent, sehr konsequent.

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Isabella 1. Juni 2016 um 16:43

Gut mag sein, dass beide aus ihren Möglichkeiten für so ein Spiel das meiste gemacht haben. Aber was soll ich machen, ich bin eben ein Fan von druckvollem Ballbesitzspiel. Atleticos Defensiv Leistungen und anschließende Konter finde ich auch immer wieder schön anzusehen. Von dem her kam meinem persönlichen Geschmack das Spiel wohl nicht so entgegen. War aber auch überrascht von erwähnten Pragmatismus. Die Offensive Reals habe ich mir aber noch durchaus stärker vorgestellt. Lag wohl auch daran, dass CR richtig schlecht war: https://m.youtube.com/watch?v=WeaR8YV37c8 bestätigt den Eindruck iwie, obwohl da sogar noch ein paar schlechte Aktionen ausgespart sind

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Talisker 5. Juni 2016 um 21:36

Manchmal hat man schon den Eindruck, es gäbe einen Fussballgott. Beim Spiel Bayern – Atletico war es wieder soweit. Müller macht den 11er, Bayern spielt weiter überragend, Atletico kriegt weiche Knie, bis zur Pause mindestens vier Stück und noch Wochen später fragen sie sich, was über sie hereingebrochen ist. Aber nein, der Fussballgott hat das tapfer kämpfende Atletico beschützt. Soweit geht der Plan in Ordnung. Aber was hat ihn veranlasst, sie im Finale dann derart fallen zu lassen?

Aber im Ernst: So viel Glück, wie Real da hatte, wird ihnen an anderer Stelle wieder abgezogen. Dann hauen z.B. die Bayern eben bald mal Real völlig unverdient weg. Trotz Niederlagen habe ich übrigens die Bayernspiele der vergangenen CL-HF´s genossen. Von diesem ästhetischen Genuss der Bayern unter Guardiola ist Real meilenweit entfernt. Und wie sagte mal ein genialer Trainer: Titel sind Nummern.

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Michi 30. Mai 2016 um 19:10

Hallo SV, kommt ggf. ein Porträt des Trainers Zidane?

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GIZEH–01 29. Mai 2016 um 20:50

Im Grunde hat Zidane alles richtig gemacht. Bis zum 1:0. Ganz gleich, ob das nun ein Abseits-Tor war oder nicht: verdient war es ganz sicher. Danach hat Zidane wohl seinen Spielern gesagt. „Lasst sie kommen – das können sie nicht. Sie werden Fehler im Aufbauspiel machen, seid wachsam und spielt schnell nach vorne. Im Kontern sind wir super.“ Damit hat er Atletico unterschätzt, die sich die Rolle des Spielmachers in den kommenden 100 Minuten erarbeitet haben.
Zidane hätte sein Real so druckvoll wie zu Beginn agieren lassen, um das Spiel zu machen. Stattdessen haben sie sich zurückgezogen. Das alles ist kein Problem einzelner Spieler. Völlig egal. Die Gesamttaktik war der Fehler. Bedeutet aber nicht, dass Atletico deswegen besser waren. Sie waren einfach weniger schlecht. Und haben die neue Rolle angenommen.

In der Vergangenheit hat der dreckige Fußball gegen den sauberen Fußball um den Fußball-Jesus Pep Guardiola gewonnen. Dieses Mal hat Atletico verloren.
Manchmal muss man eben dreckig werden, um gespielt zu haben. Und von daher: Real war besser und hat Atletico Spielweise gespiegelt, perfektioniert, ironisch den Wink gezeigt. Danke, Zidane.

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Sven 30. Mai 2016 um 14:58

Was ist den „dreckiger“ Fussball und was ist „sauberer“ Fussball? Ich finde so was immer sehr arrogant und beleidigend gegenüber Teams, die mit erlaubten taktischen Mitteln zum Erfolg kommen wollen. Defensiver Fussball ist doch nicht schlechter als offensiver Fussball. ATM und Simeone haben etwas gemacht, was man als Trainer beherzigen sollte: Schau dir dein Team an und lege dann fest, wie du mit dessen Potential am meisten ereichen kannst. Gute Trainer machen das, weniger gute Trainer versuchen aus einem Team was rauszuholen, was gar nicht passt. Und Guardiola hat bei den Bayern wiederholt gegen betont körperlich spielende Teams sehr „alt“ ausgesehen, auch schon in den Vorjahren, auch Barca unter ihm hatte dieses Problem. Und Fussball ist nunmal kein körperloses Spiel wie an der Playstation, sondern ein Zweikampfsport. Diese Schwachstelle hat Guardiola, auch wegen seiner egozentrischen Art, nicht ausreichend beseitigt. Trotz eines Vidals, den er mehr aus Not akzeptierte, der aber nicht in seine Sicht auf den Fussball passte. Simeone ist deshalb auch der bessere Trainer als Guardiola gewesen. Und Zidane? Er hat eben großes Glück gehabt. Landet der ATM-Elfer nicht am Pfosten, wird ihm seine Auswechsungstaktik um die Ohren gehauen. Real war in der 2. Halbzeit spielerisch tot. Glück gehört zum Fussball dazu, davon hat auch ATM im HF profitiert. Aber man sollte jetzt auch nicht den Trainer Zidane gleich wieder so in den Himmel heben.

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Mike 30. Mai 2016 um 16:20

Komischer Kommentar…
Letztes Jahr hat Barca gewonnen, eigentlich fast alles…dreckiger Fussball??

ZUm Spiel:
Sehr schön analysiert…danke dafür.
Was ich nicht verstanden habe, ist warum S nicht Torres statt Augusto rausnahm…Carrasso hätte zudem von Anfang spielen sollen statt Torres. Der ist viel zu berechenbar und schlichtweg NIE auf der Höhe (mM).
Carrasso kommt auch viel besser mit Griezmann klar, ähnlich gute Techniker, Carrasso evt noch nen Ticken technischer. Diese Kombo hätte VIEL mehr Probleme in der Abwehr Reals gegeben.
ZUdem ist Torres mE überhaupt nicht zu gebrauchen wenn raumorientiert gepresst wird…der kann nur mannorientiert spielen, so scheint es. Die Frage ist warum?
Während Griezmann nämlich einige Male recht clever raumorientiert presste, attackiert Torres seltsamerweise Modric (oder Kroos) je nachdem wie sie aufbauten und dies ohne auch nur eine kleine Erfolgsaussicht auf den Ball…
Koke hat Torres denn auch einige Male gestaucht deswegen…(zumind hab ich das so interpretiert).
Klar, auf einen Mann abzuwälzen ist zu einfach, trotzdem: Ohne Torres wäre dieses Spiel anders gelaufen…AM hätte gewonnen und ich wär definitiv glücklicher 🙂

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Sven 31. Mai 2016 um 10:45

Ja, aber unter Enrique und nicht unter Guardiola.

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dermomentderballannahme 30. Mai 2016 um 19:34

dreckiger und sauberer Fussball????????
haben nicht Bayern und Madrid mehr gefoult und gelbe Karten kassiert als ATM,
respektive dreckigeren Fussball gespielt.
ATM sauberst verteidigt wurde ich mal schwer behaupten.

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Sven 31. Mai 2016 um 10:41

Ja, aber unter Enrique und nicht unter Guardiola.

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Sven 31. Mai 2016 um 10:44

Danke, aber diese Klischees sind bei einigen eben sehr fest verwurzelt. Guardiola ist der Saubermann und steht für sauberen Fussball, Simeone und ATM stehen für dreckigen Fussball. Und körperbetontes Spiel bedeutet ja nicht gleich mehr Fouls. Deshalb ist ATM auch das bessere Team als die Bayern gewesen.

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Koom 31. Mai 2016 um 11:04

Ich finde diese linkischen „taktischen Fouls“ schon im Mittelfeld extrem ätzend und dreckig. Schön den Spielfluss zerstören…

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Bernhard 29. Mai 2016 um 20:05

Ich fand das Finale nicht so hochklassig wie CE, da würde ich mich eher TEs Beitrag bei 11Freunde anschließen.
Gegen die Bayern hat Atletico wesentlich besser verteidigt. Zugriff, Raumverknappung, Staffelung der Offensive waren im Hinspiel des Halbfinals besser als gestern. Das Ballbesitzspiel der Colchoneros überraschte mich ehrlich gesagt, das war ganz gut.
Es wurde zwar bereits erwähnt, beantworten wird es sich eh nicht lassen, aber was war Oblaks Plan beim Elfmeterschießen?

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CE 29. Mai 2016 um 20:29

Ich hatte hier schon mal die Spekulation angestellt, dass er wahrscheinlich auf einen Schuss in die Mitte wartete und nach ein paar Elfmetern in einem Teufelskreis gefangen war.

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Bernhard 29. Mai 2016 um 21:09

Ja, der Teufelskreis wird’s wohl gewesen sein.

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André 29. Mai 2016 um 18:22

Cool. Jetzt werden kritische Kommentare nicht mehr abgebildet. Die Seite wird dadurch fachlich sicher nicht besser.

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CE 29. Mai 2016 um 20:14

Ein gewisses Vokabular trägt sicherlich nicht zur Fachlichkeit der Seite bei. Kritische Kommentare sind immer erwünscht. Kommentare mit Wörtern wie „schwachsinnig“ jedoch nicht.

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André 30. Mai 2016 um 07:31

„Bei aller Liebe“, ich habe Niemanden persönlich beleidigt, sondern nur darauf hingewiesen, dass dein letzter Satz auf einer öffentlichen, scheinbar sachlichen Seite gar nicht geht – meinetwegen ist „schwachsinnig“ etwas krass, aber ihr seid doch zumindest irgendwie mit dem Fußball verbunden und da wird eben oft „Klartext“ gesprochen. Ihr erlaubt es euch teils Spieler und Mannschaften recht junger Altersklassen zu bewerten und damit viel zu früh öffentlich zu beurteilen und dann selektiert ihr Kommentare wegen eines Wortes!? Da bin ich sehr gern bereit mit euch kontrovers und sachlich zu debattieren, da ich viele Jahre professionell im Leistungssport gearbeitet habe. Wenn ihr euch durch etwas derbere Sprache immer gleich angegriffen fühlt grenzt ihr euch meines Erachtens sehr weit von der Mehrheit des Fußballs ab, denn auch intelligente Fußballer genießen in der Regel die „Einfachheit“ der „Branche“. Aber nun gut, soll es halt so sein. Meine, denke nicht ganz so Mainstream geprägte, Sicht der Dinge scheint ja trotzdem da gelandet zu sein, wo sie hin sollte – zu dir. Übrigens lese ich eure Berichte sehr gern, auch wenn manchmal Zusammenhänge missachtet oder besser, einfach nicht berücksichtigt werden – dadurch werden sie zumindest diskutierbar.

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CE 30. Mai 2016 um 09:46

Es hat wenig damit zu tun, sich angegriffen zu fühlen. Vielmehr sollte dieser Kommentarbereich nicht zu dem verkommen, was man heute vielfach auf Facebook oder unter Artikeln von Mainstream-Medien vorfindet. Nur weil andernorts jegliche Sitten abhanden gekommen sind, muss das nicht zwangsläufig gut sein. Etwas pathetisch gesprochen: Lass uns den hiesigen Kommentarbereich als Oase der mehrheitlich wohlformulierten Kritik/Meinung erhalten.

PS: Dein Kommentar ist wieder freigeschaltet.

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André 30. Mai 2016 um 15:47

Ich werde mir künftig Mühe geben und in anständigem Deutsch schreiben;). Danke für deine Reaktion.

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HK 29. Mai 2016 um 14:27

Die ersten 30 Minuten war ich von Real begeistert. Aber was ist dann passiert?
War die Aufgabe der Spielkontrolle jetzt wirklich so gewollt? Wurde das von Atleti erzwungen? Oder hat die Mannschaft nicht genug im Tank um so dominant über längere Spielphasen aufzutreten?

Der umstrittene Casemiro hat mir ausnehmend gut gefallen. So einen Spieler braucht eine Mannschaft wie Real vielleicht gerade in den großen Spielen für die Balance.
Auswechslung Kroos für mich völlig unverständlich, gerade in dieser Phase.

Und es hat sich wieder gezeigt, wie falsch eine so oft dahergeredete Phrase ist. „Wer den Cup will muss alle schlagen können, darum ist es sowieso gleich gegen wen man spielt.“
Gerade bei Auseinandersetzungen auf diesem Niveau, auf Augenhöhe spielen solche Faktoren wie Tagesform, Glück, Schirientscheidungen immer eine Rolle. D.h. wenn du ein paar Gegner auf Augenhöhe aus dem Wettbewerb werfen willst, muss irgendwann dieser Faktor zu deinen Gunsten wirken. Da er das aber nicht immer tun wird, ist die Chance des Scheiterns umso größer je öfter du solche Begegnungen hast, die du nicht nur durch sportliche Klasse entscheiden kannst.
Ergo, Atleti hat das was man Spielglück (gerade gegen solche Gegner) nennen kann in den beiden Runden vorher schon aufgebraucht, während Real dieses „Kapital“ bis zum Finale im Wesentlichen nicht anrühren musste.
Ist jetzt natürlich nicht sehr wissenschaftlich sondern eher intuitiv ((-;

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Sven 30. Mai 2016 um 08:39

Bzgl. Spielglück – das ist völlig richtig. Seltene hätte es eine Mannschaft schwerer gehabt, als Atletico: Barca, Bayern, Real – oh je.

Und nur selten wurde einer Mannschaft der CL-Titel so hinterhergeworfen wie Real: AS Rom, Wolfsburg, ManCity – das ist ja wie Deutschland zur WM 2002. Natürlich ohne Real Klasse in Frage stellen zu wollen, sie gehören zu den 3-4 stärksten Mannschaften Europas. Aber in all diesen Spielen sind sie 80%-Favorit, während Atletico ab VF „nur“ eine 50-50 Chance hat.

Was mir in der Analyse etwas zu kurz kommt ist die Tatsache, dass Reals Konter deutlich präziser waren. Keine Ahnung, wie diesmal die Expected Goals waren, aber ein 2:1 für Real wäre sicher im Bereich des Möglichen gewesen.

Atleticos Ballbesitzspiel fand ich nicht so eindrucksvoll. Das war zu viel durch die Mitte und dadurch ungefährlich. Ist halt nicht ihr Spiel. Aber sie haben natürlich die Klasse für 2-3 große Aktionen und eine davon – ein Flankendurchbruch mit perfekter Hereingabe – führte dann ja auch zum 1:1.

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Nutmeg messi 29. Mai 2016 um 14:25

Vielen dank für die Analyse. Die ersten 20 min sind sicherlich schwer taktisch zu begründen, so war FÜR MICH in diesen Zeitraum die extreme Emotionalität und Aggressivität die Hauptursache für die Überlegenheit Reals und natürlich deren extreme spielerische klasse. Was Kroos und offensiv carvajal mit bale und benzema veranstalteten war schon gigantisch. Atlethico wurde durch diese Unruhe und Hektik aus dem Konzept gebracht. Nach dem 1:0 sah ich real vorwiegend in einem 4-5-1 mit tiefem mittelfeldpressing. Dadurch wurde athletico gedrängt die Initiative zu ergreifen und die Mängel im Ballbesitzspiel wurden sichtbar. Nicht einmal wirklich gefährlich ins letzte Drittel gekommen, oder? Erst in der zweiten Halbzeit athletico besser mit einem zentraleren koke und vor allem einen extrem starken und schnellen dribbler über den Flügel mit carrasco.
In der Verlängerung hat dann auch eigl nur noch real gedrängt und Chancen für einen Treffer gehabt, von daher würde ich schon sagen verdienter Sieg.
Allerdings kann ich mir ein Kommentar zu Ronaldo nicht verkneifen:p Für mich der schwächste Real Spieler gewesen. Konnte zwar immer wieder Gegenspieler binden und durch seine läufe Räume öffnen, doch traf er am Ball häufig falsche Entscheidungen. So war er mal wieder zu häufig auf den eigenen Abschluss fixiert. Dribblings kaum effizient und dann auch noch ungewohnt viele vergebene Abschlüsse.

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Nutmeg messi 29. Mai 2016 um 14:27

Ach ja und Gabi will ich auch gerne noch erwähnen. Hat auch ein überragend gutes Spiel gemacht.

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HW 29. Mai 2016 um 14:04

Ich fand das Spiel gerade in der ersten Halbzeit phasenweise enttäuschend.
Am Anfang war das Tempo noch hoch. Aber nach der Führung hat Real nur noch verteidigt und damit fast das Spiel aus der Hand gegeben. Atletico hatte aber, wie beschrieben, einige Probleme im letzten Drittel. Sie wussten in der ersten Halbzeit nicht wie sie Chancen kreieren sollen. Sie sorgten nicht für Überzahl und ließen immer viele Spieler hinten. Real hatte es also einfach in der Verteidigung und tat in der Offensive zeitweise nicht viel (allenfalls Unterzahl-Konter).

In der zweiten Hälfte wurde es besser. Atletico hatte sich den Ausgleich verdient, weil sie mehr fürs Spiel taten. Auch wenn es auf beiden Seiten Chancen gab.

Insgesamt ein Finale, das hoffentlich niemandem in Erinnerung bleiben wird. Ein durchschnittliches Spiel.
Elfmeterschießen ist dann die Konsequenz, und da gibt es eigentlich nur Verlierer.

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Klaasen 29. Mai 2016 um 13:57

Um nochmal näher auf den zweideutigen kommentar von Marcel Reif einzugehen.

Er meinte das große Spiele von großen spielern entschieden werden also wäre ja ronaldo kein großer spieler da er noch kein großes spiel entschieden hat ^^

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ZY 29. Mai 2016 um 12:45

Danke für den schnellen Spielbericht. Mir sind ein paar Dinge aufgefallen:
1) Der Schiedsrichter hat extrem gut und souverän agiert, insbesondere im persönlichen Umgang mit den Spielern in strittigen, hitzigen Situationen.
2) Die Torhüter waren im Elfmeterschießen sehr schwach. Fast nie die richtige Ecke ‚geahnt‘, oft gar nicht reagiert. Dabei waren viele Elfmeter schlecht geschossen – lasch bzw. unplaziert.
3) Atletico hat (überraschenderweise) Probleme in der Verteidigung von Standards.
4) Atletico fehlt es insgesamt ein wenig an individueller Offensivqualität, bzw. Torgefährlichkeit. Die Abgänge von mittlerweile Falcao, Costa, Mandzukic, Garcia, Turan machen sich bemerkbar. Ich könnte mir in Zukunft z.B. Chicharito gut bei denen vorstellen…

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luckyluke 29. Mai 2016 um 14:38

Die Torwartleistungen bei den Elfmetern fand ich auch erschreckend schwach! Haben die Schützen genial angetäuscht oder können die beiden Torhüter das einfach nicht? Fühlt sich jemand in der Lage dazu eine Einschätzung abzugeben?

Und ich würde sagen, Atletico fehlt es insgesamt ein wenig an individueller Offensivqualität ODER einem besseren Plan. Gerade Torres wurde einfach gar nicht eingebunden und Griezmann musste sich den Ball überall holen, um wenigstens mal irgendwas zu initiieren, hat dann aber auch einfach als (vor)letzte Anspielstation gefehlt

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CE 29. Mai 2016 um 14:40

Ganz genau kann es niemand bewerten, aber gerade Oblak wartete wohl auf einen Schuss in die Mitte.

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HK 29. Mai 2016 um 14:52

Das wäre dann schon eine ziemlich fragwürdige Taktik.
Grundsätzlich finde ich den Ansatz gar nicht so schlecht, sich als Torhüter für eine Seite zu entscheiden und da konsequent reinzugehen. So Toni Schumacher 1982- mäßig.
Sich dann aber gerade die Mitte auszusuchen?

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Schorsch 29. Mai 2016 um 22:48

Nach meiner Einschätzung und Erfahrung ist weniger entscheidend, ob ein Keeper beim Elfmeterschießen eher auf Agieren oder eher auf Reagieren setzt. Sondern ob er sich streng regelkonform verhält oder nicht.

Beim Elfmeterschießen setzen viele Keeper auf eine bestimmte Strategie, wobei die Gefahr besteht, dass sich die gegnerischen Schützen darauf einstellen. Man hat zwar als Schütze einen Tunnelblick, aber so etwas entgeht den Spielern dennoch nicht. Oder man kennt die präferierte Ecke eines Schützen und versucht sich darauf zu konzentrieren. Gegen einen plaziert ins obere Eck geschossenen Elfmeter hat man ohnehin keine Chance als Keeper. Aber nicht jeder Elfmeter kommt hart, hoch und plaziert. Das ist die Chance des Keepers, aber bei regelkonformem Verhalten ist auch diese noch gering genug.

Vergleicht man einmal das Verhalten Oblaks bei den jeweiligen Elfmetern im gestrigen CL-Finale mit dem z.B. Bürkis im DFB-Pokalfinale, so fällt folgendes auf: Oblak bleibt grundsätzlich auf der Linie, bevor der Fuß des Schützen den Ball trifft, auch wenn er sich leicht zur Seite bewegt. So verlangt es auch die Regel. Bürki hingegen macht grundsätzlich 2, 3 Schritte nach vorn, bevor der Fuß des Schützen den Ball berührt. Das ist nicht regelkonform. Warum Bürki (Neuer übrigens auch, wenn vielleicht auch nicht ganz so extrem) dies so macht, liegt auf der Hand. Der Keeper verkürzt so den Winkel, um überhaupt eine Chance gegen den Schützen zu haben. Die einen Keeper versuchen dann durch Bewegungen des Oberkörpers den Schützen zum Schuss in eine bestimmte Ecke zu verlocken und konzentrieren sich dann auch voll darauf. Andere konzentrieren sich von vorneherein auf die vom Schützen normalerweise präferierte Ecke (sofern bekannt), wieder andere fokussieren sich auf die Fußhaltung des Schützen und entscheiden sich dann (auch im Vertrauen auf ihr Reaktionsvermögen) danach für eine Ecke (oder ‚Stehenbleiben‘). Wie auch immer, wenn sie nicht den Winkel verkürzen (also sich auf den Schützen zubewegen), sind die Chancen des Keepers minimiert.

Oblaks Strategie war vielleicht gar nicht so schlecht. Aber er war einfach zu ‚regelkonform‘ dabei. Macht er grundsätzlich diese 2,3 Schritte nach vorn, hätte seine Strategie durchaus aufgehen können. Wobei: Hätte, wenn und aber, alles nur Gelaber… 😉

Im übrigen meinte Kroos nach dem Spiel, das Remis als Ergebnis des Spiels ginge in Ordnung. Dem kann ich mich als Betrachter am TV-Gerät nur anschließen, das Unentschieden war mMn folgerichtig. Und Elfmeterschießen, nun ja, die Diskussion hatten wir schon und die wird es immer geben… 😉

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HK 30. Mai 2016 um 12:46

Bürki hat die allgemein tolerierte Regelüberschreitung aber imo zu deutlich übertrieben. Im Grunde muss der Schiri da jeden Elfer wiederholen lassen. Wenn die Schützen verwandeln o.k.
Aber den Kimmich-Elfer kannst du so nicht stehen lassen. Die beste Bemerkung dazu war: „Noch ein Schritt weiter und es wäre ein Pressschlag geworden.“

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Schorsch 31. Mai 2016 um 00:11

Die Bemerkung mit dem „Pressschlag“ ist nicht schlecht… 😉

Ich habe ja bewusst Bürki als Beispiel gewählt, weil er diese Taktik in sehr extremer Weise angewandt hat. Ob er letztlich Kimmich damit zum Verschießen genötigt hat, wird man nie herausfinden. Dessen Elfmeter war vor allem schlecht geschossen. Bürki hatte noch etwas Mühe seine Beine zusammenzubekommen, damit ihm der Ball nicht durch die Hosenträger geht. Am Schuss von Vidal war er noch mit einer Hand und den von Costa hat er auch fast erreicht. Genutzt hat es zwar letztlich nichts, aber ich bin mir sicher, dass er es beim nächsten Mal ähnlich machen wird.

Die Frage ist halt immer, in welchem Maße der Referee die (üblichen) Regelüberschreitungen zulässt. Neuer praktiziert dies wie andere Keeper auch. Wo genau ist die ‚Toleranzgrenze‘ überschritten? Regelüberschreitung ist Regelüberschreitung. Lässt der Schiri den Strafstoß von Kimmich wiederholen, muss er auch den von Sokratis wiederholen lassen. In diese Zwickmühle wollen die Referees nicht kommen, daher lassen sie diesbezüglich viel durchgehen. Zumal der Keeper ohnehin der Schwächere in diesem Duell ist. Bei Oblak ging es ja darum, dass er diese ‚tolerierte Regelüberschreitung‘ noch nicht einmal im Ansatz versucht hat auszunutzen.

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HW 7. Juni 2016 um 10:38

Ich denke es ist für Torhüter von Vorteil wenn sie sich schon vor dem Spiel mit den möglichen Schützen beschäftigt haben. Wenn sie dann die Regeln ‚mutig‘ interpretieren, haben sie auch eine Chance ein oder zwei Elfmeter zu halten. Mit dem Vorwissen sollte man eigentlich eine bessere Quote haben als wenn man sich nur für eine Seite entscheidet und auf schwache Schüsse hofft (was einen ausrechenbar werden lässt). Es geht darum etwas besser als die Durchschnittsquote zu sein.

Regelüberschreitungen tun erstmal nicht weh. Was soll passieren, außer, dass der Elfmeter wiederholt und man evtl. verwarnt wird? Dann hält man sich einfach etwas zurück. Gleiches gilt für die Schützen, wenn sie abstoppen.

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Klaasen 29. Mai 2016 um 12:31

Ich bitte darum Sergio Ramos als besten Fussballspieler der Welt nennen zu dürfen liebe Sv Freunde

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L 29. Mai 2016 um 12:45

Wieso?

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Klaasen 29. Mai 2016 um 13:16

Es war nicht schwer diese frage kommen zu sehen. Für mich ist er der kompletteste spieler den es zurzeit gibt natürlich kann ich mich auch irren, aber der mann kann im großen und ganzen einfach alles von von verteidigen über Unruhe beim gegner stiften bis hin zu tore schießen ( ich weiß war nur zwei in 2 Jahren aber das waren auch die 2 tore wichtigsten tore die man für real in den letzten jahren hätte erzielen können vllt übertreib ich mit dem Begriff bester spieler der welt auch aber wenn es nicht ramos ist wer soll es dann sein

Antworten

Nutmeg messi 29. Mai 2016 um 13:56

Naja. Nicht übertreiben. Ohne Frage Ramos ist ein überragender verteidiger, aber der beste Spieler der welt? Für mich ist er nicht mal der beste Verteidiger, erst recht nicht der kompletteste. Seine technischen Mängel waren sehr gut zu beobachten, als er als 6 er aufgeboten wurde. Da ist ein Boateng sehr, sehr viel kompletter.

Antworten

Klaasen 29. Mai 2016 um 15:28

Dafür ist ramos eindeutig torgefährlicher aber nehmen sich beide nicht viel

Antworten

Ralf 29. Mai 2016 um 18:53

Ramos verschuldet pro Saison wetterbewerbsübergreifend locker mehr als 5 Tore.
Auf die Saison betrachtet ist er nicht mal ansatzweise der beste IV der Welt. Mag sein, dass er in einzelnen Spielen herausragend ist. Er hat aber (leider) auch viele Ausschweifer in die andere Richtung.
Dazu kommen noch 2-3 Platzverweise in der Saison.

Torgefährlich ist er. Enorm wichtig für Madrid auch. Bester IV der Welt never ever.

Bernhard 29. Mai 2016 um 16:46

Du kannst jeden Kicker der Welt dieses Attribut anheften. Dürfte nicht viele stören.

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Truu 29. Mai 2016 um 11:31

Möchte auf den Artikel und die dazugehörigen Kommentare vom Spiel Wolfsburg und Real verweisen, als Zidane verrissen wurde wegen Casemiro und dessen „fehlende Funktion“, weil „Wolfsburg ohne Zehner“ gespielt hatte, Casemiro „wäre so etwas wie der Blinddarm von Real – ein Überbleibsel aus der Vergangenheit, die jetzt aber keinen Sinn mehr hat.“ Was man nicht erkannt hat: Casemiro war und blieb DER perfekte Balance-Geber im Spiel der Madrilenen.

Falsch gedacht, liebe Leute. Zuviel Hipster-Sein ist einfach nicht gut. Da kann Guardiola etwas von Zidane lernen: Nicht JEDER Spieler muss immer an defensiven oder offensiven Aktionen beteiligt sein. Wichtig ist nur, dass Spieler ihre Funktionen erfüllen. Manchmal sind diese langweilig, klar, aber nichtsdestotrotz nicht unwichtig. Nicht alles muss immer hip sein und glänzen. So als Tipp an die SV-Redaktion und die Dackeln, die der SV hinterhecheln und jeden Kritiker angreifen: Mehr Rehhagel und weniger Guardiola würde nicht schaden, un die ganz grossen Titel zu gewinnen.

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RM 29. Mai 2016 um 11:52

Ähm, die Ausgangslagen in beiden Spielen waren komplett anders. Casemiro war für dieses Spiel, insbesondere nach dem 1:0, eine überaus passende Option. Gegen Wolfsburg nicht. Oder würdest du sagen, dass Casemiro und Real gegen Wolfsburg brillierten? Fußball ist nicht Schwarz-Weiß. Die eine Ausrichtung kann in einem Spiel perfekt funktionieren, im anderen aber die falsche Entscheidung sein. Außerdem hat sich Casemiros Rolle etwas gewandelt, insbesondere eben im Aufbauspiel. In puncto Funktionserfüllung stimme ich dir übrigens zu. Ich wüsste auch nicht, wo wir uns dagegen ausgesprochen haben. Aspekte wie das Erfüllen einer gewissen Grundstabilität durch gewisse rein defensive Rollen (oder Durchschlagskraft in die andere Richtung) können natürlich siegbringend sein, auch sehr individuell angelegt. Sollten wir dies mal übersehen, möge man es uns verzeihen. Nur wusste ich nicht, dass man das Fehlschlagen davon in einem bestimmten Spiel nicht kritisieren darf. Übrigens hat Real gestern gegen eine individuell klar unterlegene Mannschaft eigentlich nur zum Unentschieden geschafft.

Antworten

Truu 29. Mai 2016 um 17:41

In der Tat spielte Real kein berauschendes erstes Spiel gegen Wolfburg. Das lag nicht an Casimero, sondern an 1) den überraschend starken Wolfburger und 2) der fehlenden Harmonie der beiden 8-er zu den Aussenverteidigern (sowie im Spiel nach vorn als auch nach hinten). Hier eght es auch nicht um das Spiel der Madrilenen, sondern um die Begründung und Bewertung der taktischen Formationen. Und damals fand ich die Schwächen nicht bei Casimero.

Warum Zidane an ihn festhielt, hat mMn mit seinen eigenen Erfahrungen zu tun. Zum einen hatte kein Franzose nach der Niederlage gegen Deutschland bei dem WM 1982 trockene Augen, und damals wurde die Schuld an der Niederlage der fehlenden Defensivkompaktheit des Mittelfelds gegeben (als Reaktion darauf ersetzte Fernandez Genghini). Zum anderen gewannen die Franzosen die WM 1998 und EM 2000 mit einer 4-3-2-1/4-2-3-1-Hybrid, wobei der unscheinbare Deschamps die zentrale defensive Rolle inne hatte. Als dann 2002 die Mannschaft personell stärker nach Asien reiste, schied sie nach der Vorrunde aus, auch weil eben dieser Deschamps gefehlt hatten (aber ersetzt durch den CL-Sieger und damals vielleicht besten defensiven Mittelfeldspieler Makelele).

Sowohl Wolfsburg als auch Atletico spielten ohne echten Spielmacher, dafür situativ mit mehreren Spielern aussen bzw in der vordersten Linie. Entsprechend kam Casimero die Aufgabe zu, jene Räume zu schliessen, die durch das Aufrücken der Verteidiger entstanden waren . Aber noch wichtiger war ein anderes, neues Bewegungsmuster. Während im Spiel gegen die Wolfsbuger die drei Madrider Mittelfeldspieler in einer Kette agierten (und damit zwangsläufig zum einen die vertikale Kompaktheit vermissen liessen und zum anderen nicht die gesamte abdecken konnten (wie beim 2. Gegentor ersichtlich), verteidigten die Madrilenen gestern nach einem assymetrischen Reissverschluss-Prinzip (3-2-2-3), damit konnten sie die offenen Räume besser zustellen.

Und ja, Real hat gestern gegen eine individuell klar unterlegene Mannschaft eigentlich nur zum Unentschieden geschafft. Das gilt allerdings auch für Guardiola, der laut SV ja aber alles richtig gemacht hatte.

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CE 29. Mai 2016 um 18:15

„Das gilt allerdings auch für Guardiola, der laut SV ja aber alles richtig gemacht hatte.“ – Nö.

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TE 29. Mai 2016 um 12:12

Dein Zitat ist völlig aus dem Kontext gerissen. Ich hatte geschrieben, dass Casemiro im Wolfsburg-Spiel keine Funktion erfüllte, sondern dieselbe Rolle einnahm wie gegen Barcelona, was aber im konkreten Spiel gegen Wolfsburg keinen Sinn ergab. Die Blinddarm-Metapher war dementsprechend so gemeint, dass er in der Vergangenheit eine Funktion hatte (gegen Barcelona), in der Gegenwart aber nicht mehr (Wolfsburg-Hinspiel). Die Gegenwart war aber nicht das CL-Finale, sondern das CL-Viertelfinale, das Real gerade mit 0:2 sang- und klanglos gegen den Bundesliga-Achten Wolfsburg verloren hatte. Tut mir Leid, dass ich damals bei meiner Kritik nicht daran gedacht habe, dass es vielleicht zwanzig Spiele später wieder Sinn ergibt (zumal man auch darüber trefflich streiten kann, denn Casemiro hatte im Aufbau noch immer keine Funktion und war auf jeden Fall kein perfekter Balance-Geber).

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Thomas 29. Mai 2016 um 13:47

„(zumal man auch darüber trefflich streiten kann, denn Casemiro hatte im Aufbau noch immer keine Funktion und war auf jeden Fall kein perfekter Balance-Geber).“

ÄHM, vielleicht das nicht, aber Casemiro war für – wie für viele andere auch – der beste Mann auf dem Feld gestern. Casemiro wurde vor der Partie von Simeone über den grünen Klee gelobt. Der Mittelfeldspieler bestätigte den Atletico-Trainer mit einer starken Partie. Überzeugte mit vielen wichtigen Balleroberungen, sicherte seine bisweilen faulen Vorderleute ab und war auch in Reals schwacher zweiter Halbzeit immer noch der wichtigste Spieler.

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todti 29. Mai 2016 um 17:23

1) Im Aufbauspiel ist Casemiro immer noch keine Bereicherung, nur hat es Zidane geschafft, dass er die eigene Mannschaft nicht mehr behindert. Nur weil Casemiro nicht mehr als Fremdkörper auffällt, heißt es ja nicht, dass er einen positiven Beitrag leistet.
2) Sicherlich spielt Casemiro eine wertvolle Rolle als Absicherung seiner Vorderleute und ist einer der besseren Spieler dieses Spielertypus, und er war auch ein wichtiger Spieler im Finale. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass Casemiro unter einem besseren Trainer bzw. bei einer besseren Ausrichtung der Mannschaft überhaupt nicht notwendig wäre. Das soll nicht von seiner Leistung ablenken, nur sollte man die Leistung Casemiros per se von der Notwendigkeit seiner Aufstellung trennen.

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Manuel 29. Mai 2016 um 17:26

Casemiro war auch in meinen Augen gestern extrem wichtig für Real. Er hat defensiv einiges ausgebügelt was seine Vorderleute zugelassen haben. Das ist ein Grund, warum ich Kross nicht gerne als Sechser sehe, er hätte das nicht geschafft.

Antworten

Max 29. Mai 2016 um 17:48

Ich sage es ganz gerne sehr plakativ so. Von den 10 Bällen, die Casemiro richtig stark abfängt, sind 5 nur dann zustande gekommen, da Casemiro im Spielaufbau nicht geholfen hat.
Er war defensiv richtig stark, aber mit einem Kovacic hätte man defensiv ebenfalls einigermaßen stehen können und offensiv wäre man deutlich dominanter gewesen sowie ohne einige Ballverluste durch lange Bälle.

Antworten

koom 29. Mai 2016 um 19:47

Mag sein. Aber durch solche „Aufbaufehler“ kommt auch der Gegner gerne in Bewegung. Das ist der schöne Nachteil von Guardiolas Sicherheitsfußball: Der Gegner kann im wesentlichen im Strafraum parken. Und kann trotzdem irgendwann ein Tor machen, weil nicht jeder Unterzahlkonter abgefangen wird.

Wenn man 3 so schussgewaltige, torgefährliche Sprinter wie BBC vorne hat, halte ich es für eine sehr valide Taktik, dem Gegner gerne mal den Ball zu geben, ihm diesem dann im Mittelfeld abzunehmen und wieder mit Wucht nach vorne zu kommen.

Hätte Atletico trotzdem gewinnen können? Klar. Es war Risiko von Reals Seite. Und bei etwas peniblerer Schiedsrichterleistung hätte sich das gerächt mit Rot für Ramos und min. Gelb-rot für Pepe. Pokerspiel.

Max 29. Mai 2016 um 23:31

Hm, finde ich etwas zu sehr in Extremen gedacht. Nur weil man dann offensiv spielstärker wäre heißt das ja nicht eine derartigen Ballbesitz-Fanatismus a la Pep zu praktizieren. Und Aufbaufehler bedeuten ja einen schnellen, erneuten Gegenangriff (häufig mit Verlagerung) zu ermöglichen. Inwiefern das gut sein soll weiß ich nicht? Da spiele ich doch lieber mit starker Pressingresistenz einen guten Aufbau und verliere in einem eigenen Angriff den Ball – oder schieße das Tor.
Und sich zurückziehen kannst du auch machen wenn Casemiro nicht spielt.
Was heißt schon Risiko? RMA hat sich zu weit zurückgezogen, eben eine eher risikolose Spielweise an den Tag gelegt. Das aus einem verblödeten Standard eine Konter-Chance entsteht, die Ramos gelbwürdig beendet, bedeutet doch nicht per se eine risikoreiche Ausrichtung RMAs. Und Pepes individualtaktische Aussetzer bzw. Schauspiel hat doch auch nichts mit einer risikoreichen Spielgestaltung zutun.

Bajuware 30. Mai 2016 um 10:36

„Von den 10 Bällen, die Casemiro richtig stark abfängt, sind 5 nur dann zustande gekommen, da Casemiro im Spielaufbau nicht geholfen hat.“

Ich sage jetzt mal ganz plakativ, das halte ich für ein Gerücht. 😉
Es gab kaum eine Aktionen, durch die ein nicht handeln von Casemiro ein Ballverlust zur Folge hatte. Andersherum zweifel ich stark an das Kovacic auch nur ansatzweise so viele Bälle erfolgreich abgefangen hätte.

Koom 30. Mai 2016 um 10:41

Zidane war ein Ausputzer wichtiger als noch mehr Aufbauqualität. Thats it. Der Nationalmannschaft hätte gestern so ein Ausputzer vielleicht auch gut getan.

HK 30. Mai 2016 um 11:01

@Koom: Ich dachte gestern auch an Casemiro. Und an diesem Wochenende auch ein wenig an seine Vorfahren im Geiste, so in der deutschen NM z.B. die Herren Buchwald und Eilts.

Koom 30. Mai 2016 um 11:25

Man sagt ja, dass sich Geschichte immer wiederholt. Im Fußball ja offensichtlich auch. Dreierkette, Mannorientierungen (aka Manndeckung), Flanken – neuerdings Libero/Ausputzer. Warum nicht? Eigentlich eine logische Entwicklung, wenn man den Spielaufbau immer weiter nach hinten rückt und es selbst bei den IV langsam mehr auf deren Aufbauqualitäten als auf ihre Abwehrqualitäten ankommt. Hin und wieder brauchst du aber ein (defensives) freies Radikal, dass einfach dort (defensive) Überzahl schafft, wo es gerade benötigt wird. Vor allem für Teams, die eben nicht für alles einen Topspieler haben (bspw. keinen Busquets) oder sich eben den Luxus leisten, ein paar Spieler dabei zu haben, die nur einen Teil der Aufgaben (offensiv oder defensiv) übernehmen will.

Das besser/schlechter ist Ansichtssache. Es ist wohl immer eine Frage vom Kontext.

CH 30. Mai 2016 um 10:50

zu1) Ich fand’s schon auffällig, dass Kroos und Modric die gleichen Räume wie Casemiro ansteuerten und sich Bälle abholten, die ein normaler Sechser auch selbst verteilen kann (müsste). Auf dem Niveau qualifiziert das locker als „Behinderung“. Das nimmt aber nix von seiner individuellen Leistung: er hat seine Defensivaufgaben sauber erledigt und offensiv kann er vmtl. mehr als ihm zugetraut wird …

Antworten

Max 30. Mai 2016 um 13:10

Genau meine Gedanken. So fehlt halt immer wer im MF als Anspielstation, das schiebt sich dann ja durch.
Darüber hinaus gab es auch einige unnötige Befreiungsschläge, wo ein konsequent sich anbietender ZDM die Ballkontrolle hätte aufrechthalten können. In der Hinsicht sollte man sich vor Augen führen, dass Navas 26 Lange Bälle spielte (9 kamen an), Quelle ist whoscored. Natürlich ist das Spielerische eine grundlegende Schwäche Navas, aber mit einem spielstärkeren MF hätte man das doch häufiger vermeiden können. Und da ist Casemiro halt der Hauptfaktor.

Antworten

Koom 30. Mai 2016 um 13:33

Das ist ja auch unbestritten. Ich vermute einfach, dass ihm Kroos und Modric als Absicherung für BBC nicht ausreichend erschien bzw. ihm es lieber war, wenn diese beiden weiter aufrückten. Und wenn es dann keinen Busquets im Kader hat und er nur die Wahl zwischen Aufbauspielern oder Defensivknüppeln hat – naja, da hat dann das Sicherheitsdenken gewonnen. Letztlich auch nicht unbegründet. Es bleibt hypothetisch, wie es mit anderen Spielern gelaufen wäre.

Ich kann es persönlich zumindest verstehen, wenn man Kroos und Modric nicht als Defensivspieler sieht. Sicherlich sind beides tolle Spieler, aber defensiv zuzulangen ist bei beiden nicht die Stärke. Und Pepe und Ramos würde ich auch nur ungern öfter als notwendig die Endverteidigung überlassen.

Letztlich halt immer eine Frage der Situation und was im Angebot stand.

luckyluke 29. Mai 2016 um 14:32

„Dein Zitat ist völlig aus dem Kontext gerissen.“ Genau so funktioniert Populismus doch…

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Gh 31. Mai 2016 um 09:41

Denke im nachhinein wird die Redundanz, die mit Casemiro zu beobachten war, etwas verständlicher. Zidane wollte wohl die Defensive stabilisieren und gleichzeitig Kroos und Modric für die Offrensive wieder freier machen als uter Benitez. Das ging mitte in der Saison wohl nicht elregant gesamtstrukturell, also musste eine eher grobschlävhtige Lösung her. Also unpassrende Abdstände schlucken usw.. Stimme allrerdings zu, dass man solche Sachen etwas länger beobachten und beschreiben sollte bevor man sie kritisiert.

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Coenen 29. Mai 2016 um 11:04

Zunächst: Ich fand das Spiel als unparteiischer Beobachter interessant und spannend. Die erste Halbzeit war für mich überrraschend geprägt durch die Angriffswucht der Weißen. Ich habe nicht wirklich verstanden, warum die Rotweißen dem lange nichts entgegensetzen konnten. Zu keinem Zeitpunkt konnten sich die Rotweißen dem Pressing entziehen ,und ein Spielaufbau aus der Verteidigung heraus war unmöglich und von vielen Ballverlusten und Fehlpässen begleitet. Allerdings hatte ich erwatet, dass Simeone in Halbzeit zwei Umstellungen vornimmt und die Mannschaft eine andere Körpersprache spricht-was dann ja auch eintraf. Dennoch habe ich bis jetzt nicht begriffen, warum die Einwechslung eines einzelnen Spielers dermaßen das Kräfteverhältnis verschieben kann. Nun gut – die Weißen haben sich schon öfters darin schwer getan, einen Vorsprung ins Ziel zu bringen, zu viel Verwaltungsdenken.Immerhin ist für mich der moralische Sieger das Rotweiße Team, da das erste Tor aus Abseitsposition entstand.

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MK 31. Mai 2016 um 13:40

Durch die Einwechslung hat sich ja, wie im Artikel auch gezeigt, die ganze Formation verschoben und es wurde mehr ein 4-3-3. Es war also kein klassischer positions treuer Wechsel und hat einige Mechanismen verändert (zentralerer koke0 mehr qualität im Spielaufbau).

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August Bebel 29. Mai 2016 um 10:31

Ich fand enttäuschend, dass von Atletico bei Standards keinerlei Gefahr ausging, während Real hier oft brandgefährlich war. Weder beim Gucken noch durch die Analyse konnte ich so richtig ausmachen, warum Atletico nach der Halbzeit druckvoller war. Klar, sie haben taktisch umgestellt, aber das allein muss ja noch nichts heißen. Schade jedenfalls, ich hätte Atletico den Sieg mehr gegönnt, nicht zuletzt weil sie Barca und Bayern rausgeworfen haben.
Und wenn Verlängerungen jetzt immer so aussehen, sollte man vielleicht überlegen, sie zu verkürzen.

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Ph2 29. Mai 2016 um 08:10

„Dass gerade Ronaldo, der zuvor lange Zeit untertauchte, erneut den Schlusspunkt in einem Endspiel setzte, lassen wir an dieser Stelle unkommentiert.“

Diesen Satz lasse ich besser unkommentiert.

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blub 29. Mai 2016 um 02:48

„lange Zeit“ ist bei dir ein euphemismus für „seit anpfiff“?
Gut zu wissen.

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CE 29. Mai 2016 um 08:04

Stimmt ja so nicht. Ronaldo war genauso Teil der guten Anfangsphase wie jeder andere Feldspieler von Real.

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André 29. Mai 2016 um 09:11

Warum muss man einen solch abwertenden Satz in einer taktischen Analyse anbringen. Ich bin sicher kein Fan von Ronaldos Gehabe, aber man sollte nicht vergessen, dass das alles Sportler sind. Es ist doch Fakt, dass der eine oder andere Spieler im Laufe einer solch (sinnlos) langen Saison Substanz verliert. Und jeder der sich mit Sportwissenschaft und Periodisierung auseinandersetzt (da habt ihr sogar eine Artikelserie daraus gemacht) weiß, dass man erstens nicht das ganze Jahr den gleichen Fitnesslevel haben kann und zweitens Verletzungen diesen begrenzen können bzw. zeitlich den Höhepunkt schwer planbar machen. Vor diesem Hintergrund, sollte man nicht ala ZDF-Reporter ständig von ‚untertauchen‘ oder anderen abwertenden Vokabeln Gebrauch machen. Er hatte Szenen in denen man seine Klasse gesehen hat und hat durchgängig mindestens zwei Gegenspieler gebunden. In der Schlussphase, hat er defensiv natürlich eine andere, seinen läuferischen Fähigkeiten angepasste ‚Aufgabe‘ erfüllt als zu Beginn – es wirkte aber nie lust- oder teilnahmslos und gleich gar nicht unabgestimmt mit dem Rest des Teams. Das er offensiv ‚abgetaucht‘ war hatte auch ein wenig mit der Genauigkeit beim letzten Zuspiel zu tun. Grundsätzlich war er bei jeder Eingabe im 16er und es gab mindestens 5 Szenen in denen kurz vor ihm der Verteidiger doch noch den Kopf oder Fuß an den Ball bekam. Auch das Nachsetzen bei Torschüssen seiner Mitspieler war durchgängig zu beobachten – sprich er hat nicht gejammert, dass er das Zuspiel nicht bekommen hat, sondern ist hinterhergegangen um einen Abpraller zu erwischen. Den letzten Elfmeter zu schießen, ist alles andere als eine dankbare Aufgabe. Angenommen der Gegner verwandelt zuvor alle Elfmeter bzw es steht Unentschieden, dann ist der Druck gigantisch, speziell wenn dich viele Leute nur allzu gern straucheln sehen würden. Zusammenfassend kann ich nichts Negatives an seiner Leistung feststellen, die ich als großen Sport und einem Champions League – Finale angemessen bezeichnen würde. Persönlich mag ich sein häufig zelebriertes Theater nicht und ich hätte mir sehr gewünscht, dass es Athletico schafft, sich für die Arbeit der letzten Jahre zu belohnen. Aber Real war eben den einen Elfmeter besser.

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Koom 29. Mai 2016 um 10:09

Naja, die Antithese Guardiolas hat quasi das CL-Finale gewonnen. Ronaldo, der taktische „Freigeist“, Casemiro, der 2016 einen klassischen Libero-Ausputzer gibt und den anderen Favoriten Modric und Kroos den Platz nimmt usw. Da muss man zumindest mal ein Nachtreten andeuten. 😉

Ich fand das Spiel übrigens unterhaltsam. Erfrischend, mal wieder 2 Mannschaften zu sehen, die nach einem Ballgewinn direkt nach vorne spielen.

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CHR4 2. Juni 2016 um 05:44

Eine Sache die großartige von guten Spielern (egal welcher Sportart) unterscheidet ist: Die Großartigen machen auch an schlechten Tagen das beste daraus und akzeptieren, dass sie nicht ständig bei 100% sein können. Sie kommen mit Widrigekeiten besser klar als die nur guten Sportler, die nur bei „Sonnenschein“ performen – ups, wie war das in der 2. Halbzeit des Test-Länderspiels? – Nein ich bin kein Ronaldo-Fan, ich finde sein Verhalten auch mitunter affig und ihn nicht besonders sympathisch, aber als Sportler und PROFI genießt er trotzdem meine Anerkennung und meinen vollsten Respekt!
Es gibt eben die absoluten Topprofis, die professioneller als andere LEBEN, nicht nur während des Trainings, sondern auch was Ernährung, Schlaf, Regeneration und Lebenswandel angeht. (auch z.B. Robben, Lahm …) Dass ein Max Kruse derzeit nicht mehr in der N11 ist, hat schließlich genau diese Gründe! (auch wenn ein Teil von mir den Zeiten hinterherweint, als ein Basler auf dem Platz stand … aber die Leistungsspirale ist mittlerweile dermaßen hochgedreht, dass man etwas spießig sein muss, um das alles auf TOP-Niveau durchzuhalten – Gott sein Dank, gibt es (noch) Typen wie CR7 und Ibra – man muss sie nicht mögen, aber sie bringen Farbe rein 🙂 )

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Sven 30. Mai 2016 um 14:06

Statistisch ist es natürlich schwach… ähm … unsinnig, einen so guten Schützen erst als 5. zu nominieren. Oft genug hat er keine Gelegenheit mehr, sein Können zu zeigen.

Ansonsten locker bleiben. Denn würde nicht auch ein jeder von uns gern bei Real spielen, die letzten 30 Minuten im CL-Finale über’s Feld traben dürfen, den 5. Elfmeter für sich reservieren, cool auf Per’s Eistonne thronen und spöttisch die Normalos betrachten weil sie sich in die Hosen machen wegen so’n bisschen Elfergeballere?

Alles nur Neid 😉

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fluxkompensator 29. Mai 2016 um 01:08

das fazit überrascht angesichts der angesprochenen mängel sehr. hochklassig war dieses spiel nur in kurzen phasen. für mich eines der schwächsten final-spiele der letzten jahre.

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Michael Meier 29. Mai 2016 um 08:52

Das, hier leider ignorierte, EL-Finale war deutlich interessanter. Die Königsklasse als Etikettenschwindel.

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Marcello 29. Mai 2016 um 13:23

Überrascht mich auch! Das Spiel als solches war nicht langweilig, aber es gab wenig zwingende Torszenen, wie ich fand. Interessant auch, dass Real Atletico das Spiel überlies und sich mit dem 1:0 scheinbar zufrieden gab. Dann die Auswechlung von Kross, die – mit Verlaub -völlig schwachsinnig war. Ich denke , Real hatte letzten Endes Glück, dass Atletico an dem Tag nicht sonderlich performant war. Aber hätten die den Elfer gemacht, hätte es durchaus eine Niederlage für Real werden können. Ich fand, insgesamt hatte beide Teams so ihre Probleme im Spiel. Richtig hochklassig war das nicht

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Patric 29. Mai 2016 um 01:05

Bin ich voreingenommen oder teilt jemand meine Beobachtung, daß Isco unzureichend im Pressing ist und zudem noch langsamer zu denken scheint, als er läuft.

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fluxkompensator 29. Mai 2016 um 01:24

fand isco nicht schlecht, zumal sichtlich bemüht, den 10er-raum zu besetzen. casimero ergab für mich keinerlei sinn; klar, pro forma defensive, absichernde variante; bei gegnerischen angriffen füllte er abet regelmäßig die vierer- zu einer fünferkette auf, wodurch der raum vor der abwehr für abpraller offenstand und von atletico regelmäßig eingesammelt wurden.

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Patric 29. Mai 2016 um 02:47

Vorweg besten Dank für die Antwort. Schon erstaunlich, wie unterschiedlich man die Dinge sehen kann; und das meine ich ganz ohne Ironie. Meines Erachtens hat Casemiro ein hochklassiges Spiel abgeliefert, ganz so, wie es Simeone im Vorfeld befürchtet hatte. Die Räume, die du ansprichst, sollten doch eigentlich von Modrić oder Kroos respektive Isco besetzt werden, wenn Casemiro die Lücken zuläuft, die durch den Innenverteidiger entstehen, der auf die Position des aufgerückten Außenverteidigers herausschiebt.
Das mit der Mißachtung der zweiten Bällen ist auch mir aufgefallen. Phasenweise schien es mir wie Fußball aus einer versunkenen Zeit, mit Verteidigern, die den Ball einfach nur wegdreschen anstatt zu versuchen, kontrolliert nach vorne zu spielen. So eine Art Real Atlantis gegen Atlético Cartago. Oder so ähnlich.

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Koom 29. Mai 2016 um 10:13

Sicherlich ist Casemiro kein Superspieler und die taktische Einbindung kann man auch besser machen. Aber er spielt IMO richtig klassischen einen Libero und das scheint mir für das eher invidiuell orientierte System Real Madrids sehr passend zu sein. Modric und Kroos fahren mit einer Absicherung besser und können ihrerseits BBC absichern (was notwendig ist). Das da manchmal Räume schlecht belegt werden – ach herrje, auch Guardiolas Favorit Alonso stellt sich Boateng auf die Füße, das ist im Grunde noch bescheuerter.

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Paul Essgut 29. Mai 2016 um 00:49

Eigentlich war ja schon von vornherein klar, dass es wieder mal ein unverdienter Sieg des Antifußballs wird.

Wenn man sich mal die CL-Sieger der letzten Jahre anschaut:
2009: Barcelona gewinnt – verdient
2010: Inter Mailand gewinnt – unverdient
2011: Barcelona gewinnt – verdient
2012: Chelsea gewinnt – unverdient
2013: Bayern gewinnt – verdient
2014: Real Madrid gewinnt – unverdient
2015: Barcelona gewinnt – verdient
2016: Real Madrid gewinnt – unverdient

Nächstes Jahr können wir dann wieder einen verdienter Siger bejubeln.

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AK59 29. Mai 2016 um 09:50

Woran machst du einen verdienten/unverdienten Sieg klar ? Real Madrid kann man doch nicht als Anti-Fußball bezeichnen ? Technische, sowie individualtaktische Fähigkeiten eines Modric, Kroos, CR, „Bewegungsmonster“-Benzema gehören zu der Weltklasse.
Außerdem würde ich defensiven Fussball per sé nicht als Antifussball bezeichnen. Antifussball sieht man in den Kreisligen, wenn der 10er keinen Ball richtig annehmen kann und jeder Pass daneben geht.
Ist es keine großartige Leistung Chelseas gewesen, von der Gruppenphase bis zum Finale alle Runden für sich zu entscheiden ? Oder bei Inter ?
Natürlich ist es für einen Laien nicht unbedingt interessant eine Mannschaft nahezu nur in der eigenen Hälfte zu sehen, aber jemand mit Blick für den Fußball, sieht Kompaktheit, Räume, Dynamik, Bewegungsmuster, Mann-/Raumorientierungen… und das ist interessant !
Um es mit den Worten Rehagels abzurunden, der mit Griechenland 04 die EM holte mit „destruktivem, altmodischen“ Fußball : „Modern spielt, wer gewinnt.“

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libano 29. Mai 2016 um 12:16

Ich finde dass Inter verdient gewonnen hatte gegen Bayern, die waren damals ganz klar besser.

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Klaasen 29. Mai 2016 um 12:54

Also vor 2 jahren hat real den henkelpokal meiner Meinung nach schon verdient gewonnen.. verdient bleibt im fussball natürlich Ansichtssache aber ich spreche natürlich von dem verdient wovon paul essgut spricht

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Isco 29. Mai 2016 um 13:26

Nicht böse sein, aber das klingt jetzt schon irgendwie so, als wäre jeder Sieg eines nicht-FCB Teams unverdient…

CL heißt aus gutem Grund nicht „wer ist das beste Team der Saison“-Pokal oder so. Real Madrid hat kein einziges Duell der KO-Runde unverdient gewonnen oder?

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ES 29. Mai 2016 um 00:48

Athletico konnte meiner Meinung nach kein starkes Ballbesitzspiel aufziehen. Viel mehr war es Real, die diese Ballbesitzspiel zuließen.
Ronaldo war wieder einmal in einem wichtigen Spiel ein Schwachpunkt im Offensivspiel und besonders im Defensivspiel der Madrilenen.
Athletico mit mehr Ballbesitz(!) hätte den Sieg verdient gehabt.

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LM1895 29. Mai 2016 um 00:44

Danke für die schnelle Analyse, die mir die Heimfahrt verkürzt 🙂
Atlético hatte in der ersten Halbzeit wirklich ungewohnte Kompaktheitsprobleme, wobei Real auch stark war. Außerdem waren da in eigenem Ballbesitz wirklich regelmäßig haarsträubende Fehlentscheidungen dabei, was die Passwahl betraf oder auch den Zeitpunkt des Abspiels…überhaupt hätte Atlético mit etwas konsequenterem, schnelleren Passspiel sehr viel mehr rausholen können. Einige Male wären gute Passmöglichkeiten durch die Schnittstellen in lokale Überzahlen drin gewesen, die nicht genutzt wurden. In der zweiten Halbzeit war das dann besser aber längst nicht optimal. Sogar vor dem Tor gefiel mir eigentlich die Verschleppung des Tempos so gar nicht, auch wenn es im Endeffekt noch klasse gespielt war.
Auch im Konter war ich zum Teil schockiert von der schlechten Entscheidungsfindung, die mich völlig überrascht hat. Beispielhaft der letze vielversprechende Konter in der Verlängerung, auch wenn man zu den Zeitpunkt natürlich den Kräfteverschleiß berücksichtigen muss. Hört man eigentlich, dass ich für Atlético war? 😉

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LM1895 29. Mai 2016 um 00:51

P.S.: Was genau qualifiziert Danilo eigentlich dazu, bei Real Madrid zu spielen?

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Ju 29. Mai 2016 um 10:02

Der überzogene Preis.

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CH 30. Mai 2016 um 10:57

Die 81 in FIFA16, d.h. genauso stark wie Carvajal …

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