Nagelsmann mit Big Points im Abstiegsduell

eintracht frankfurt0:2TSG Hoffenheim

Im Abstiegskampf gab es ein Sechs-Punkte-Spiel: Frankfurt gegen Hoffenheim. Dabei ist das Momentum auf Seiten Hoffenheims, welche unter Julian Nagelsmann starke Leistungen zeigen und in der „Seit-Nagelsmann“-Tabelle nur hinter dem BVB und den Bayern sind.

Hoffenheims 4-1-4-1-Pressing

Grundsätzlich formierten sich die Hoffenheimer im Spiel ohne Ball in einem 4-1-4-1. Dies war aber kein übliches 4-1-4-1; wie schon oft unter Nagelsmann gab es interessante Details in diesem System zu beobachten. So stellte der Mittelstürmer mit seinem Deckungsschatten primär den gegnerischen Sechserraum zu; die Flügelstürmer konnten situativ die gegnerischen Innenverteidiger anlaufen und das aggressive Pressing starten. Ansonsten fokussierte man sich auf die Kontrolle der zentralen Räume mit Mannorientierungen der Achter und der Hilfe der Mittelstürmer sowie einer guten Kompaktheit.

Grundformationen

Grundformationen

Wenn die Flügelstürmer herausrückten – häufig war es Volland auf links –, wurden die Mechanismen zur Sicherung des Flügels und Intensivierung des Pressings sichtbar. Der ballnahe Flügelstürmer lief im Bogen den Innenverteidiger an und versperrte den Passweg auf den Außenverteidiger. Der Innenverteidiger konnte also quer zum anderen Innenverteidiger spielen, wobei allerdings Hoffenheims Mittelstürmer auf diesen Pass lauerte. Spielte er in die Mitte, war man sofort unter Bedrängnis. Einzig direkte Pässe eines der zentralen Spieler auf den Außenverteidiger umspielten dieses Pressing konstant. Geschah dies, rückte der ballnahe Achter kurzzeitig auf den Flügel und setzte das Pressing fort, gelegentlich auch mit Hilfe des Außenverteidigers. Die ballfernen Achter und Flügelstürmer schoben weit zum Ball und stellten große Kompaktheit her, während der aufgerückte Flügelstürmer sich zurückorientierte und Passoptionen zustellte.

In einzelnen Situationen konnte der Mittelstürmer ebenfalls das Pressing auslösen. Dies geschah meist, wenn die Innenverteidiger relativ breit auseinander standen und dadurch voneinander isoliert werden konnten. Auch bei Vorstößen der Innenverteidiger mit Ball am Fuß rückte meistens der Mittelstürmer heraus. Grundsätzlich war er hierbei nicht alleine. Ochs, der als rechter Achter agierte, konnte nicht nur den tiefsten Mittelfeldspieler decken (meist Hasebe), sondern auch nur Räume im Sechserraum sichern und aggressiv auf den zweiten Innenverteidiger herausrücken.

Eine ähnliche, wenn auch weniger komplexe und detaillierte Spielweise hatte die Eintracht im Spiel ohne Ball ebenfalls.

Die Eintracht zwischen 4-1-4-1 und 4-4-2

Die Rolle Ochs‘ übernahm bei Frankfurt Kittel. Nominell spielte im Spiel ohne Ball und in vielen Staffelungen als der linke Achter und Stendera gab den Pendant auf rechts. Ben-Hatira (und für eine kurze Phase Mittelstürmer Castaignos) und Aigner spielten als Flügelstürmer, Hasebe machte den Sechser vor der Viererkette. Allerdings waren klare Unterschiede – trotz ähnlicher Formation – zum System Hoffenheims erkennbar. So rückten die Flügelstürmer selten nach vorne und attackierten eigentlich nie die gegnerischen Innenverteidiger. Häufig ließen sie sich sogar tiefer zurückfallen oder verfolgten die Läufe der gegnerischen Außenverteidiger mannorientiert.

Kittel wiederum rückte nicht wie Ochs dynamisch nach vorne und versuchte direkt Zugriff im Pressing zu erstellen, sondern bewegte sich neben den Mittelstürmer und blieb dort in 4-4-2/4-4-1-1-Staffelungen, ohne unmittelbar Druck auf den Ball auszuüben. Diese Staffelungen waren allerdings unsauber. Generell zeigten sich gewisse Mängel bei Frankfurt, die z.B. Hoffenheim nicht so besaß.

So öffneten sie häufig den ballfernen Halbraum für Verlagerungen, weil die Flügelstürmer mit den Bewegungen der Achter nicht ideal verbunden waren und unsauber verschoben. Schon gegen die Bayern hatte man hier Probleme gehabt, ebenso wie in der Zwischenlinienraumkontrolle. Die Probleme in der Kompaktheit und die Feinheiten in den systemischen Ansätzen, ob mit oder ohne Ball, stimmen bei Frankfurt auch unter dem neuen Trainer Niko Kovac noch nicht.

Allerdings hatten die Frankfurter in diesem Spiel bis zur 60. Minute deutlich mehr Schüsse. Dies lag an einem großen Vorteil: Dem vielen Ballbesitz.

Hoffenheims Umschaltfokus: Kontraproduktiv?

Im Auswärtsspiel beim Abstiegsgegner formierten sich die Hoffenheimer zwar in einem Mittelfeldpressing, mit Ball agierten sie jedoch enorm vertikal. Zwar ließ sich der zweite Achter zurückfallen, wodurch eine Doppelsechs mit Rudy und Strobl im Ballbesitzspiel entstand, doch der Fokus lag eindeutig auf Vertikalspiel, schnellen Angriffen nach Balleroberungen und relativ wenig Ballzirkulation. Ein Indiz dafür war auch die Bewegung der zwei Sechser im Aufbauspiel. Natürlich gab es auch immer wieder Staffelungen mit nur einem Sechser, doch sehr oft blieben die zwei Sechser nicht nur eng vor der Abwehr, sondern bewegten sich auch gemeinsam zur Ballseite. Sie blieben hierbei eng aneinander und vermieden große Abstände zueinander. Dies war womöglich bewusst, um nach Ballverlusten direkt absichern und verteidigen zu können.

Dieser Umschaltfokus mit den schnell aufrückenden Flügelstürmern und der Suche nach Volland im Vorwärtsspiel scheiterte häufig. Frankfurt erhielt den Ball schnell wieder und stand schon häufig nahe an ihrer Positionsstruktur in eigenem Aufbauspiel.

Pressing im 4-1-4-1 mit dem Herausrücken des Flügelstürmers auf den Innenverteidiger.

Pressing im 4-1-4-1 mit dem Herausrücken des Flügelstürmers auf den Innenverteidiger.

Kreativloses Ballbesitzplus = lange Bälle und Standardchancen

Auffällig war, wie häufig die Frankfurter auf den Flügel gingen und von dort aus mit langen Hereingaben agierten. Sehr oft gab es Pässe außerhalb Hoffenheims Formation, dann Verlagerungen auf die lange Seite mit Flanken in die Mitte oder Einzelaktionen sowie lange Bälle in die Spitze. Vielfach formierten sich die Frankfurter mit zwei Spielern nahe aneinander auf einer Seite, Kittel und Castaignos besetzten die letzte Linie und wurden nach Hereingaben von den Flügelstürmern unterstützt. In den zentralen Räumen mangelte es Präsenz, die meisten Abschlüsse kamen bei den Frankfurtern ohnehin nach Standardsituationen.

Defensiv konnten die Frankfurter wiederum nicht nur wegen des Umschaltfokus Hoffenheims für schnelle Balleroberungen und eine relativ hohe Grundstabilität sorgen, sondern auch wegen hoher Aggressivität und Intensität. Offene Räume und schlechte Staffelungen wurden durch hohen Laufaufwand korrigiert, dazu wurde eine körperlich präsente Spielweise gewählt – ebenso wie von den Hoffenheimern. Insgesamt gab es in dieser Partie 43 Fouls, wobei Hoffenheim doppelt so viele Ballverluste und mehr als doppelt so viele Befreiungsschläge hatte.

Führungstreffer entscheidet das Spiel

Ein Konter nach einem Ballgewinn und Solo des eingewechselten Amiri nach einer Stunde veränderte das Spiel komplett. Zwischen 65. und Schlussminute hatte Frankfurt keinen einzigen Abschluss mehr. Geringere Aktivität der Frankfurter, ein etwas veränderter Rhythmus bei Hoffenheim mit mehr Absicherung bei gegnerischen Kontern und geschickte taktische Fouls im Verbund mit einer starken Abseitsfalle (11 in einem Spiel, sechs davon in den letzten 30 Minuten) sorgten dafür. Die 4-1-4-1-Formation Hoffenheims gestaltete sich mit einer engen Viererkette und vielen Fünferkettenstaffelungen davor. Frankfurt fand dagegen keinen Weg und in einer zerfahrenen Schlussphase konnte Hoffenheim den Sieg über die Zeit bringen. Mark Uth erzielte in der 90. Minute noch das 0:2.

Fazit

Etwas Glück, gute Endverteidigung und eine defensivstarke Spielweise nach der Führung reichten den Hoffenheimern für wichtige drei Punkte im Spiel gegen die Eintracht. Diese konnte vor heimischem Publikum zwar mehr vom Ball für sich vereinnahmen, allerdings hatten sie Probleme aus ihren vielen Schüsse qualitativ hochwertige Chancen zu gestalten. Aus dem Spiel heraus hatte Hoffenheim zu Spielende sogar mehr Abschlüsse; es waren die vielen Schüsse nach Standards, welche das Chancenverhältnis zugunsten der Hausherren auslegten.

studdi 11. April 2016 um 10:12

Was läuft den aus taktischer Sicht unter Nagelsmann besser als unter Gisdol? Ich habe eigentlich das Gefühl das sie doch sehr ähnlich spielen und bei Nagelsmann eben momentan die Ergebnisse passen und unter Gisdol am Anfang der Saison nicht. Oder gibt es da kleine taktische Feinheiten die ich als Laie nicht sehe?

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Ben 11. April 2016 um 14:48

Unter Nagelsmann wird hinten mehr kombiniert und flach gespielt, unter Gisdol gab es zu viele hohe Bälle. Zudem wird unter Nagelsmann mehr über die Flügel ausgewichen, Gisdol hatte Volland zentraler positioniert, wo er nicht so gut zur Geltung kam. Das Prinzip ist aber das selbe. So weit meine subjektive Beobachtung.

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TobiT 11. April 2016 um 22:07

Wo seht ihr Volland besser? Als Stürmer, rechts, oder – wie jetzt oft – links?
Wie ist Volland aktuell eingebunden? Aus den Analysen kommt finde ich raus, dass er weniger fokussiert wird und ihm das gut tut. Könnte er auch in einem dominanteren System spielen, z.B. als Wingback a la Schmelzer/Durm in Dortmund? Reichen seine defensiven Qualitäten dafür oder beschneidet man ihn dann offensiv zu sehr?
Könnte mir das irgendwie vorstellen, die aktuelle Formation in Dortmund offensiver auszulegen mit Mkhi und dann Volland auf den Flügeln – Mkhi hat ja im Derby in der Schlussphase den rechten Wingback gegeben und GG. Bremen auch.

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Ben 13. April 2016 um 14:10

Ich glaube, Volland braucht den Platz, den er in einem Pressingsystem hat, um seine Dynamik und Vielseitigkeit auszuspielen. Eine 3er-Spitze mit flexiblen Stürmern, in der er auf beide Flügel ausweichen kann, scheint mir optimal. Als WIngback vor einer 3er-Kette hat er auch gut schon gespielt und ich denke, dass er auch beide Außenverteidiger-Positionen spielen könnte – da wäre er allerdings je nachdem verschenkt.
Ich sehe ihn nicht so in einem dominanten System, auf einer zentralen Position oder einem gelben Trikot.

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RM 11. April 2016 um 18:12

Besseres Aufbauspiel, detailliertere Mechanismen im Pressing. Diese Analyse gesehen?: http://spielverlagerung.de/2016/03/22/julian-nagelsmanns-start-bei-1899-hoffenheim/

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studdi 13. April 2016 um 09:46

Ja danke das hatte ich auch gesehen. Ich habe eher das Hoffenheim unter Gisdol wohl nicht mehr so richtig auf dem Schirm. War das wirklich ein solches „gebolze“ im Aufbau?
Nagelsmann scheint ja im Moment auch noch ziemlich auf das Umschaltspiel fokusiert zu sein, hat allerdings schon teilweise neue und gute Ansätze im Aufbauspiel gezeigt. Glaubt Ihr das er nächste Saison mit Vorbereitung mehr auf Ballbesitzspiel setzen wird?

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TobiT 13. April 2016 um 20:37

Ich glaube, er wird weiterhin ein relativ vertikales Offensivspiel auf den Platz bringen.
ABER: anders als viele andere in diesen Tabellenregionen mit weniger langen Bällen und mehr schnellen Ablagen-Kombinationen. Das passt auch wesentlich besser zu den Hoffenheimer Leistungsträgern. Volland, Kramaric, Vargas, Amiri sind nicht gerade für die herausragende Behauptung hoher Bälle bekannt, können dafür aber sauber kombinieren und halbwegs dribbeln. Dazu kommen der/die technisch relativ starken Innenverteidiger (Süle, eig. auch Schär).
Für eine auf Ballbesitz ausgelegte Spielweise fehlen ihnen etwas die passenden (pressingresistenten) Zentrumsspieler. Die aktuellen könnten das vielleicht ab und zu stark umsetzen, aber wahrscheinlich nicht konstant genug. Holt Hoffenheim ein oder zwei Spieler für diese Stellen, kann das aber auch anders aussehen. Gleichzeitig kommen die Angreifer im Umschaltspiel sehr gut zur Geltung, Ausgang bei mehr Balldominanz ungewiss.

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JayJay 11. April 2016 um 10:07

Nochmal ein ähnlicher Kommentar wie unter dem letzten Spiel von mir in abgewandelter Form. Für mich ist das eigentlich die talentierteste Eintrachtmannschaft seit Ewigkeiten (Stendera, Fabian, Ayhan, Gacinovic etc.) und ich kann nicht glauben, wie schlecht und ideenlos sie sich in dieser Saison präsentiert. Genannte Talente werden auch nur sporadisch eingesetzt oder mussten (im Fall Stenderas) im Mittelfeld praktisch alle Aufgaben außer dem gebetsmühlenartig geforderten „Kämpfen“ und „Zweikämpfegewinnen“ alleine erledigen. Daher nochmal meine bange Frage: Wie könnte man eurer Meinung nach das vorhandene Potential gescheit verbinden und zu einem passenden eigenen Spielstil finden, der über das „Kompaktstehen und Grasfressen“ hinaus geht? Oder hab ich einfach meine dicke Eintrachtbrille auf und die von mir ach so gelobten, interessanten Spieler sind eigentlich Gurken?

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ReDs 11. April 2016 um 10:48

Ayhan hat doch leider gezeigt, warum er kaum auf Einsatzzeit kommt. Bislang ist seine Karriere nur ein Versprechen.

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Schorsch 11. April 2016 um 12:51

Marc Stendera und Sonny Kittel z.B. halte ich persönlich schon für überdurchschnittlich talentierte junge Spieler. Und gerade die beiden haben in der letzten Saison unter Schaaf nach ihren schweren Verletzungen und den langen Rekonvaleszenzzeiten deutliche Entwicklungsschritte gemacht. Kittel hatte sich erneut schwer verletzt und man muss abwarten, ob sein Körper überhaupt den Belastungen des Profifußballs gewachsen ist. Momentan sehe ich bei ihm in der spielerischen Entwicklung eher eine Stagnation. Bei Stendera meine ich in dieser Saison ebenfalls eine Stagnation in der Entwicklung zu sehen, vielleicht sogar eine leichte Rückentwicklung. Veh hat ihn mMn nicht richtig eingesetzt. Wie er individuell mit ihm gearbeitet hat, weiß ich nicht. Im Falle eines Abstiegs der SGE dürfte er den Club verlassen, vielleicht auch bei einem Klassenerhalt. Unter einem Trainer wie Tuchel z.B. könnte er sich mMn wesentlich besser entwickeln, als es bei der Eintracht der Fall wäre. Wobe ich Kovac diesbezüglich nicht zu beurteilen vermag.

Alex Meier wird nicht wiederkommen diese Saison und damit wird es auch keine Tore ‚aus dem Nichts‘ geben. Was bleibt Kovac viel anderes übrig, als auf Kompaktheit und Stabilität zu setzen? Gut möglich, dass es auf ein ‚Endspiel‘ um den Relegationsplatz am letzten Spieltag gegen Werder in Bremen hinausläuft. Dort stellt man sich auch so einige Fragen, wie man die Klasse halten kann.

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FAB 11. April 2016 um 13:08

“ Für mich ist das eigentlich die talentierteste Eintrachtmannschaft seit Ewigkeiten“
Naja, das ist schon stark übertrieben. Letztlich ist aber das Problem der Eintracht weniger der Mangel an Talenten als vielmehr das Fehlen von Stützen um soetwas wie eine Spielstruktur zu bekommen. Die Eintracht ist mit einer recht guten Struktur bestehend aus Schwegler als 6er und davor Alex Meier als 10er aufgestiegen, mit Jung und Oczipka gab es daneben gute Außenverteidiger, Rode war zwar auch ein Leistungsträger, aber nicht bedeutend für die Grundstruktur. Seit dem Erreichen der Euro-League gab es aber überhaupt keine Weiterentwicklung, auch Schaaf hat nach anfänglicher Offensivausrichtung wieder auf die bewährte sehr simple 4-2-3-1 Ausrichtung umgestellt. Neben dieser sehr zweifelhaften Trainerauswahl (v.a. die Rückholaktion von Veh!!!) finde ich auch die Spielerverperpflichtungen höchst bedenklich. Stendera ist ja eigentlich der einzige, der seit dem Aufstieg als nennenswerter Spieler hinzugekommen ist, alle anderen Neuzugänge waren mehr oder weniger Flops (zwar dürften wenige wie Abraham und Hasebe sich Stammspielerspieler nennen, aber wirklich weitergebracht haben sie die Mannschaft nicht)
Ich finde es halt auch schade, dass man nach Vehs Entlassung nicht einfach mal einen Alexander Schurr ranlässt und mit Niko Kovac einen unerfahrenen und mit Kroatien erfolglosen Trainer holt. Nun gut so sei es, vielleicht gibts ja nun das Abstiegsendspiel in Bremen am letzten Spieltag.

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Mananski 11. April 2016 um 14:14

Ja, der Kader ist von den Spielern her echt stark, auch besser als 2012 mit Schwegler, Rode und Jung und nicht so viel schlechter als manche Mannschaften, die viel weiter oben stehen. 2012 hat beispielsweise komplett ein tauglicher Stürmer gefehlt.
Aber: er ist ziemlich unrund zusammengestellt. Ein Linksaußen hat die ganze Hinrunde gefehlt. Der Verkauf von Inui war nicht verständlich, auch wenn viel über ihn gemeckert wurde. So konnte man nie richtig Vehs 4-2-3-1 System spielen. Zudem fehlte ein guter Rechtsverteidiger, weil Chandler wohl total unten durch war bei Veh. Die Schwachstellen wurden im Winter eigentlich gut geschlossen, aber Veh hat ziemlich schnell der Mut verlassen. Reinartz wäre meiner Meinung nach entscheidend gewesen, mit ihm hätte man guten Fussball spielen können. Er, Stendera und Hasebe wäre schon ziemlich spielstark. Aber dann war Reinartz verletzt und außer Form. Unter den Kovacs wird halt gar nicht mehr spielerisch versucht zu gewinnen, obwohl es mit dem Kader möglich wäre. Ich glaube so muss die Eintracht wohl absteigen.

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CH 12. April 2016 um 09:35

Ich halte die Eintracht für durchgehend zu langsam. In einer Liga mit Umschaltfokus wie die BL ist das ein relevanter Malus. Und sie kann diesen Malus auch nicht durch stabilen Ballbesitz + Abschlussstärke (Meier ausgenommen) kompensieren. Das führt dann dazu, dass die Abwehr lieber tief steht und dadurch der Angriff nicht vernünftig abgesichert/ unterstützt wird oder wenn sie hoch steht, individuelle Fehler sich katastrophal auswirken (siehe Stendera ohne Ball langsamer als Amiri mit).
Anonsten fällt auf, dass die Neuverpflichtungen oft die ersten zwei, drei Spiele glänzen und dann abtauchen. Talente wurden generell nicht gut an die Mannschaft herangeführt (Veh ? keine U23 etc pp). Die Mannschaft besteht aus BL-Füllmaterial ohne echte Leistungsträger. Stendera ist m.E. zu jung, um den (zu hohen) Erwartungen im Abstiegskampf gerecht zu werden.

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MH 12. April 2016 um 19:45

Ja, stimmt alles. Neben Schnelligkeit als Qualität hatten sie lange auch jede Art von (Gegen-)Pressing ignoriert. Offenbar üben sie es seit ein paar Wochen, aber sind logischerweise noch nicht auf ordentlichem BL-Niveau. Von Strukturen im Angriffsspiel statt stumpfer Halbfeldflanken mal ganz zu schweigen…

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felixander 11. April 2016 um 09:48

In der Radioübertragung wurde immer wieder betont, wie aggressiv die Eintracht in die Zweikämpfe ging. Das passt ja schön ins „alles geben“-Narrativ von Kovac. Aber ist das der einzige Unterschied zu Schaaf?

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Schorsch 11. April 2016 um 12:25

Wieso Schaaf? Niko Kovac hat Armin Veh abgelöst. Schaaf hatte eine Offensivausrichtung zugrundegelegt und spielerisch war das gar nicht so übel, was die Mannschaft gezeigt hat. Es fehlte sicherlich an der Balance zwischen Offensive und Defensive (wen wundert’s…). Bei Veh habe ich persönlich eher kein wirkliches Konzept erkennen können.

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felixander 11. April 2016 um 13:12

Sorry, ich meinte natürlich Veh. Alles hinter Bayern hab ich halt nicht so aufm Schirm 😉

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