Kopflos statt Freilos: Hecking coacht Zidane aus

wolfsburg2:0real madrid

Wolfsburg besiegt Real Madrid im Champions-League-Viertelfinale. Eine starke Defensive und einige Nadelstiche über die Flügel machen den Unterschied aus. Wir sezieren Heckings Taktik.

Real Madrid gegen den VfL Wolfsburg, da dachten nicht wenige an eine eindeutige Sache. Der VfL Wolfsburg war von Anfang an gewillt, diese Einschätzung als Trugbild zu entlarven. Dieter Hecking schickte seine Mannschaft in einem 4-1-4-1 auf das Feld. Andre Schürrle übernahm die Rolle als tiefer Mittelstürmer. Zidane stellte seine Mannschaft taktisch exakt so ein wie im Clasico am Wochenende. Real startete im 4-3-3 mit Casemiro, Kroos und Modric als Dreier-Mittelfeld.

Flache und breite Wolfsburger

Hecking hatte sich vor allem gegen den Ball die ein oder andere Gemeinheit ausgedacht. Seine Mannschaft verteidigte nominell in einem 4-1-4-1, das aber immer wieder zum 4-3-2-1 oder gar zum 4-3-3-0 wurde. Die Formation war aber nicht das Entscheidende; viel wichtiger für die Wölfe war, dass sie zu jeder Zeit flach und breit verteidigten. Zwischen vorderstem und hinterstem Akteur waren manches Mal weniger als zwanzig Meter. Selbst Stürmer Schürrle fiel gegen den Ball oft auf eine Höhe mit den Achtern zurück. In der Breite jedoch stand Wolfsburg nicht kompakt, sondern deckte das ganze Feld ab.

Typische Wolfsburger Defensivstaffelung in der ersten Halbzeit: Die Achter sind etwas vorgeschoben. Gleichzeitig können die beiden Außenstürmer jederzeit Zugriff auf die Außenverteidiger erzeugen, sobald diese aufrücken.

Typische Wolfsburger Defensivstaffelung in der ersten Halbzeit: Die Achter sind etwas vorgeschoben. Gleichzeitig können die beiden Außenstürmer jederzeit Zugriff auf die Außenverteidiger erzeugen, sobald diese aufrücken.

Wolfsburg hatte damit Zugriff auf zwei wichtige Zonen: Auf den Flügeln konnte Wolfsburg durch die breite Staffelung Zugriff erzeugen auf Reals aufrückende Außenverteidiger. Viel wichtiger noch: Sie konnten um den Mittelkreis herum Druck aufbauen auf Modric und Kroos. Dazu schossen Arnold und Guilavogui oft auf der Formation; manches Mal waren sie sogar die schematisch höchsten Spieler in der Wolfsburger Formation.

Typische Szene: Kroos und Modric lassen sich fallen, machen aus der Tiefe das Spiel. Arnold und Guilavogui verfolgen sie dabei jedoch. In dieser Szene postieren sich die beiden sogar vor dem zurückgefallenen Stürmer Schürrle in der Mitte.

Typische Szene: Kroos und Modric lassen sich fallen, machen aus der Tiefe das Spiel. Arnold und Guilavogui verfolgen sie dabei jedoch. In dieser Szene postieren sich die beiden sogar vor dem zurückgefallenen Stürmer Schürrle in der Mitte.

Casemiros fehlende Funktion

Kroos und Modric fanden keine Zwischenlinienräume vor, in die sie hätten vorstoßen können. Sie reagierten oft wie in der Szene aus der Grafik und zogen sich zurück. Sie postierten sich im Aufbau oft im Halbraum neben oder vor den Innenverteidigern. Kroos und Modric agierten dadurch recht tief. Dadurch verlief auch Reals Ballzirkulation eher tief.

Die Formationen beider Teams. Casemiro schwebte im Nichts.

Die Formationen beider Teams. Casemiro schwebte im Nichts.

Etwas undefiniert war in diesem Zusammenhang die Rolle von Casemiro. Nominell agierte er auf der Sechs. Durch die tiefe Rolle von Kroos und Modric war seine Präsenz im Sechserraum selten erforderlich. Er rückte manches Mal nach vorne, aber eher halbherzig. Als Durchlaufstation im Zwischenlinienraum fehlte ihm die Ballsicherheit, im Sechserraum, wo er Zeit und Raum hatte, waren jedoch bereits genug Real-Spieler.

Auch gegen den Ball war seine Rolle eher unwichtig, schließlich spielte Wolfsburg ohne Zehner. In der mannorientierten Defensive Reals war er oft ohne Gegenspieler, da auch der hängende Stürmer Schürrle oft auswich oder direkt nach Ballgewinn in die Tiefe startete. Man hatte fast das Gefühl, er wäre so etwas wie der Blinddarm von Real – ein Überbleibsel aus der Vergangenheit, die jetzt aber keinen Sinn mehr hat. Seine Rolle mag in der vergangenen Partie gegen Barcelona passend gewesen sein, gegen Wolfsburg eher weniger.

Real läuft ins Abseits

Grundsätzlich hat eine angreifende Mannschaft drei Mittel, an der gegnerischen Defensive vorbeizukommen: Sie kann um die Defensivformation des Gegners herum spielen, also über die Flügel. Hier war Wolfsburg stets zur Stelle. Sie kann alternativ in die Formation des Gegners spielen, also in die Räume zwischen den gegnerischen Linien. Hierzu stand Wolfsburg zu flach, außerdem besetzte Real diese Räume gar nicht erst.

Bleibt nur noch der letzte Weg: der Pass hinter die gegnerische Formation. Genau diesen Pass versuchte Real, immer und immer wieder. Benzema, Ronaldo und Bale tauschten ständig die Positionen, um Wolfsburgs Defensive zu verwirren, starteten andauernd hinter die Abwehr. Genutzt hat es wenig. Wolfsburg blieb standhaft, verteidigte hoch – und stellte Reals Angreifer ins Abseits. Ganze sechsmal wurden Reals Stürmer vor der Pause weggepfiffen.

Einige Male gelang es Real jedoch, in Ruhe aus dem defensiven Mittelfeld heraus in die Spitze zu spielen. Wenn Kroos oder Modric nicht gestört wurden, nutzten sie diese Möglichkeit für direkte Pässe in die Spitze. Benaglio parierte jedoch die größte Real-Chance, andere gute Szenen machten die Real-Stürmer mit schlechten Entscheidungen zunichte.

Wolfsburg kontert über die Flügel

Wolfsburgs Angriffe wiederum waren vielversprechender. Sie suchten nach dem Ballgewinn direkt die Flügel. Draxler und Henrique starteten sofort und versuchten, sich hinter den gegnerischen Außenverteidigern in Position zu bringen. Von dort aus dribbelten sie diagonal ins Zentrum, um mit einem Diagonalpass oder einer Flanke in den Sechzehner den Angriff abzuschließen.

Dies funktionierte auch deshalb so gut, weil Real sehr lange brauchte, um von Angriff auf Verteidigung umzuschalten. Eigentlich war ihr Pressing durchaus gut. Kroos rückte früh vor, es entstanden 4-2-3-1 oder gar 4-2-4-Staffelungen, die hohen Druck auf Wolfsburgs Verteidigung ausübten.

Wenn Wolfsburg diese Strukturen jedoch umspielte, waren sie bereits halb vor dem Tor. Real kehrte nämlich nicht schnell genug hinter den Ball zurück. Die Abstände zwischen dem vordersten und dem hintersten Spieler wurden zu groß, Real war das genaue Gegenteil von kompakt – und damit auch das genaue Gegenteil von Wolfsburg. Wolfsburg nutzte dies für Flügelangriffe und leitete darüber beide Tore ein.

Jese-Einwechslung bringt Umstellung

Bereits kurz vor der Pause musste Zidane das erste Mal eingreifen. Benzema verließ den Platz verletzt, es kam Jese. Mit Jese agierte Real nun starrer, die Angreifer tauschten nicht mehr wild ihre Positionen. Jese sortierte sich als Stürmer ein, wich jedoch oft nach Rechtsaußen aus. Bale kam nun über die linke Seite, Ronaldo startete vom halbrechten Halbraum in die Spitze.

Mit der neuen Aufteilung fand Real besser ins Spiel. Zum einen stellte man Wolfsburg vor neue Aufgaben: Vierinha musste plötzlich Bale statt Ronaldo bewachen, Rodriguez hatte oftmals keinen direkten Gegenspieler mehr. Zum anderen wurde Jese zum Fixpunkt im Offensivspiel, erlaubte er Real durch sein Ausweichen doch, ihn weiter vorne auf dem Flügel anzuspielen.

Wolfsburg wackelt – doch Zidane richtet sie wieder auf

Spätestens ab der 70. Minute kam Real zugute, dass Wolfsburg dem intensiven Verschieben Tribut zollen musste. Sie konnten die hohe Position der Viererkette nicht mehr aufrechterhalten. Wenn Real jetzt Jese auf dem Flügel fand, zog Wolfsburg sich passend zurück. Sobald er jedoch den Pass zurück ins Mittelfeld spielte, verpasste Wolfsburg es, wieder rauszurücken.

Durch die Hereinnahme von Isco (64., für Modric) war das Mittelfeld von Real zudem etwas offensiver ausgerichtet. Modric hatte zuvor schon stärker versucht, den Zehnerraum zu besetzen. Isco postierte sich nun auch häufig im rechten Halbraum. Real hatte mehr Präsenz in der Wolfsburger Formation, wodurch sie nun nicht nur um oder hinter, sondern auch in die Formation spielen konnten.

Eine der besten Szenen Reals: Von links aus spielten sie den Ball zurück zu Ramos, der weit aufgerückt war. Wolfsburg steht extrem umkompakt und unsortiert, Isco is völlig frei im rechten Halbraum. Er spielt einen feinen Pass auf Ronaldo. Wolfsburg hatte in der Schlussphase mehr und mehr mit solch schlechten Staffelungen zu kämpfen, sicherlich auch kraftbedingt.

Eine der besten Szenen Reals: Von links aus spielten sie den Ball zurück zu Ramos, der weit aufgerückt war. Wolfsburg steht extrem umkompakt und unsortiert, Isco is völlig frei im rechten Halbraum. Er spielt einen feinen Pass auf Ronaldo. Wolfsburg hatte in der Schlussphase mehr und mehr mit solch schlechten Staffelungen zu kämpfen, sicherlich auch kraftbedingt.

Kurz vor Schluss pokerte Zidane jedoch zu hoch. Rodriguez sollte als dritter Wechsel mehr offensive Präsenz bringen. Allerdings nahm Zidane dafür Kroos vom Platz und wechselte damit das Herzstück des Ballbesitzspiels aus. Real hatte nun keine Ballsicherheit mehr, verlor den Ball in gefährlichen Positionen – und Wolfsburg war plötzlich drauf und dran, das 3:0 zu erzielen. Das wäre am Ende aber zu viel des Guten gewesen. So oder so: Real fand nach dem Wechsel nicht mehr ins Spiel, Wolfsburg ließ das Spiel ausklingen. Am Ende stand es 2:0.

Fazit

Es war, da ist keine Übertreibung nötig, der beste Auftritt der Wolfsburger in diesem Jahr. Heckings Strategie, flach und breit zu verteidigen, ging vollends auf. Die Spieler gingen den Weg ihres Trainers mit und befolgten die taktischen Leitlinien, bis sie konditionell nicht mehr konnten. Herauszuheben sind Maximilian Arnold, der gegen den Ball viel Druck ausübte, und Henrique, der auf der rechten Seite offensiv für Entlastung sorgte und zugleich defensiv aushalf.

Wolfsburg profitierte dabei auch von einer Real-Mannschaft, die nicht gut eingestellt war auf das Wolfsburger Spiel. Reals Mittelfeld ließ sich sehr weit zurückdrängen, die langen Bälle hinter die Abwehr waren schlecht vorbereitet oder schlecht gespielt. Erst nach der Pause, als Wolfsburg den Druck zurückfuhr, konnte Real phasenweise Dominanz ausstrahlen. Da war es bereits zu spät. Real hatte auf ein Freilos gehofft. Am Ende waren es die Madrilenen, die kopflos in ihre Niederlage liefen.

Flo 12. April 2016 um 22:19

Tatsächlich wieder mit Pepe, Ramos, Casemiro, Modric und Kroos. Unfassbar, dass beim Spielaufbau Reals immer mindestens 5(!) Spieler vor dem ersten Wolfsburger stehen. Und die finden seltsamerweise keine Anspielstation in dem 5 gegen 10 vor ihnen. Man fragt sich, warum keiner der Verantwortlichen, sowohl Trainer als auch Spieler, was dagegen tut. Seit 165 Minuten.

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Flo 12. April 2016 um 22:38

…und es reicht trotzdem. Dann lernen sie’s nie! 😀

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Peter Vincent 13. April 2016 um 09:54

Das ist mE auch sehr strange. ZiZou wollte wohl Konter in tieferen Zonen bekämpfen, anstatt kompakt in höheren Zonen. Also das Gegenteil von Peps-Strategie.

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Koom 13. April 2016 um 10:30

Naja, von der Spielanlage macht es ja auch durchaus Sinn: Vorne Konter bekämpfen heißt, dass man auf engem Raum agieren muss. Die Abwehr des Gegners bleibt quasi stehen. „Lockt“ man ihn beim Konter raus, hat man die Möglichkeit, schnell umzuschalten. Und Ronaldo, Bale, Benzema sind höllisch schnell – aber nicht sooo dribbelstark.

Eine Pep-Guardiola-Taktik wäre bei Real Madrids Struktur nicht ideal.

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Flo 13. April 2016 um 10:45

Bei gegnerischem Ballbesitz nicht geschlossen ins Gegenpressing zu stürmen, ist ja schön und gut. Aber beim Spielaufbau müssten dann doch zumindest Modric und Kroos auch merken, dass es nichts bringt, wenn quasi die halbe Mannschaft abkippt. Die beiden standen sich mit den beiden IV ja zum Teil auf engstem Raum auf den Füßen. Da versuche ich doch, ein paar Meter in die gegnerische Formation reinzugehen und mich dort anzubieten. Gerade Modric sollte doch dort auch noch problemlos den Ball behaupten und weiterverteilen können. Ich bin nun wirklich kein Taktik-Genie, aber das tat ja gestern beim Zuschauen weh, dass dieses riesige Potential so wenig ausgeschöpft wird.

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luckyluke 13. April 2016 um 11:50

Wenn wir schon von verschwendetem Potential reden (bei Real wohl für jeden zu sehen), muss man aber glaub auch Wolfsburg erwähnen. In der zweiten Halbzeit vor dem 3:0 hatten die ja wieder Quadratkilometer Platz hinter den Außenstürmern Reals, aber bei einer so miserablen Entscheidungsfindung hat eine Mannschaft es auch einfach nicht verdient ein Tor zu schießen… Als Beispiel gerne den Abschluss(?) Schürrles anschauen, als er versucht mehr oder weniger am Strafraumeck den Ball ins lange Eck zu „schaufeln“ anstatt irgendwas anderes zu machen (alles andere wäre besser gewesen). Oder Vierinha der sich zentral Platz verschafft und dann kläglichst aus der zweiten/dritten Reihe abzieht, anstatt den Ball durchzustecken…ich weiß nicht, ob Wolfsburg vor dem Tor überhaupt mal eine sinnvolle Entscheidung getroffen hat gestern…das war echt auch schwach

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Gh 13. April 2016 um 12:44

Ok, hatte jetzt nicht gedacht, dass real sooo begrenzt im eigenen Aufbau ist und ging davon aus, dass es trotz fehlender Konter wegen Wolfsburger guter Verteidigung deutlich für Real ausgeht. Nun ist nur noch Atletico da, die keine Konter zulassen, Bayern, City und Barca sind alle drei für dieses Real machbar… mit etwas Glück holen die den Pott!


Peter Vincent 12. April 2016 um 17:49

Für das heutige Rückspiel erwarte ich Wolfsburg mit einer sehr ähnlichen Taktik, wie im Hinspiel.
Die flache und breite Staffelung ist Real nicht bekommen und gleichzeitig ermöglicht sie gefährliche Konter der Wolfsburger über deren Flügelspieler.

Vielleicht wird Zidane auch mit James (und Isco) reagieren und für mehr Kreativität (aus der Zentrale) sorgen. Dann wird es für Wolfsburg mE ganz schwer. Casemiro sollte jedenfalls nicht spielen, da Real gg. die Wolfsburger Ausrichtung wohl auch heute (Wette) keinen DM braucht. Dafür brauchen sie mehr Kreativität.

Ich würde also mit Kroos-Modric-James im ZM auflaufen.

Tipp: 3:1

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Koom 12. April 2016 um 18:05

Real hat an sich schon alle Mittel, um auch mit 3 oder 4 Toren zu gewinnen. Ob sie die aber nutzen können, ist wieder ne andere Frage. Wolfsburg sollte eventuell überlegen, hinten mit Fünferkette zu spielen, um den Zwischenlinienraum besser schützen zu können, indem sie die herausrückenden Spieler absichern.

Und vorne erneut schnelle Spieler hin, die mal weh tun können.

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Daniel 12. April 2016 um 18:19

Da im Gegensatz zum Hinspiel Varane wohl spielen wird halte ich die Hinspielformation für riskant. Die Innenverteidiger hatten schon sehr viel Platz letztes Mal und Varane würde das denke ich besser nutzen können als Pepe oder Ramos. Eine Fünferkette wäre denk ich eine überlegenswerte Variante. Dann würde wohl Knoche für einen der offensiven (wahrscheinlich Schürrle) spielen. Aus dem 4-1-4-1 würde dann ein 5-4-1. Ganz unproblematisch ist das aber auch nicht…hier wird es schwierig, die Außenverteidiger zuzustellen, ohne im Mittelfeld Lücken zu öffnen, die gegen Kroos und Modric schnell tödlich werden können.

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DerHorst 9. April 2016 um 13:38

Sensationelle Analyse, weil sie auch von weniger taktiknerdigeren Personen nachvollzogen und verstanden werden kann. Andere Autoren der Seite verrennen sich für meinen Geschmack immer etwas in Details was das Verständnis der makro- und mikrotaktischen Vorgänge innerhalb eines Spiels manchmal etwas unnötig erschwert, es besuchen ja nicht nur Sporthochschulstudenten eure Seite sondern zu nicht geringem Maße sicher auch „normale“ Fußballinteressierte wie ich. Insofern finde ich, dass diese Analyse sich unter diesem Gesichtspunkt deutlich positiver von denen anderer Autoren dieser Seite abhebt.

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RM 10. April 2016 um 18:19

Das stimmt. Allerdings sieht sich Tobias auch als Journalist und wir anderen nicht. Tobias hat diesen Anspruch und erfüllt ihn, wir erfüllen ihn (u.a.) nicht, weil wir ihn nicht haben. Zumindest TR und ich.

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TobiT 10. April 2016 um 18:52

Finde beide Stile Klasse. Wenn ich das Spiel gesehen habe finde das nerdige oft sogar besser, weil das „tiefer“ rein geht und ich dann weniger Spielberichterstattung brauche. Da verstehe ich dann auch nicht jeden Absatz, aber finde die meist sehr verständlich geschrieben/bebildert.
Wenn ich einfach nur so Artikel lese – ohne das Spiel gesehen zu haben – sind die von TE meist leichter zu verstehen und näher am normalen Journalismus (gefallen mir aber um Welten besser als Kicker & Co.), gewürzt mit taktischen Details.
Großes Lob an alle Autoren hier!

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Koom 12. April 2016 um 18:06

Ihr könnt es euch vermutlich denken: Die Leute lesen eigentlich jede Variante sehr gern. Auch wenn man manchmal was nicht versteht, nimmt man hinterher immer gutes neues Wissen mit.

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HW 7. April 2016 um 17:53

Andere, kreativer Teams als Real, hätten entweder einen weiteren kreativen Mittelfeldspieler gebracht. Oder zumindest einen Spieler der vor Kroos Löcher reißen und Zweikämpfe gewinnen kann.

Aber vor allem hätten die freien Innenverteidiger sich mehr eingeschaltet um ein Wechselspiel mit dem Mittelfeld zu erzeugen und um die vorderste Linie von Wolfsburg mit mehr Optionen ausspielen zu können.

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blub 7. April 2016 um 18:19

Ich sag mal: mit varane, der verletzt war, wäre es echt schwerer geworden die Innenverteidiger so frei zu lassen ohne massive probleme zu bekommen.

Mal sehen wie man das im Rückspiel löst.

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HW 7. April 2016 um 19:10

Mal abwarten. Es kann eigentlich alles passieren. Wolfsburg nervt Real noch mehr mit einer starken Abwehr und schießt vielleicht sogar das 1:0.
Oder der VfL kann das Ergebnis nicht nutzen und geht unter.

Vielleicht sehen wir auch ein Verlängerung. Ich denke Wolfsburg hat alles richtig gemacht, aber der Job ist halt noch nicht erledigt und der Gegner ist immer noch gefährlich.

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JSA 7. April 2016 um 16:28

Gleiche Aufstellung vom letzten Erfolgreichen Spiel… ja mach ich auch. Bei FIFA. Da funktioniert das auch.
Aber bei Real hab ich den Eindruck, dass die nur durch individuelle Klasse gewinnen.

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Dr. Acula 7. April 2016 um 17:21

ist auch so. schau dir mal ein beliebiges spiel von zB atletico an und danach ein beliebiges spiel von real unter zidane. also mir geht es dann immer so, dass ich den verdacht hege, dass es nicht die selbe sportart ist. gut, das sind auch die extreme wenn es um diszipliniertheit geht, nichtsdestotrotz wird zidane nichts gewinnen dieses jahr

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JSA 7. April 2016 um 18:30

das Gleiche auch nach dem Spiel, wenn ich Hecking mit Zidane vergleiche.

Wir haben mit Pep, (Kloppo, Favre,) Tuchel, Schmidt, Schubert und Hecking halt auch Qualität (und Frische 😀 ) in Deutschland. Jogi nicht zu vergessen…

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HW 7. April 2016 um 19:07

Oh nein, Jogi wurde gelobt. Jetzt geht alles den Bach runter.

So schlecht sind ein paar Trainer in Spanien auch nicht.

Zidane hat sich hier vertan. Passiert. Allerdings ist Real auch immer in der Lage so ein Ergebnis zu drehen.

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JSA 7. April 2016 um 19:27

Ja, dank unfassbar guter Einzekakteure, die es in Deutschland in der Form sehr selten (wenn überhaupt) gibt. Das ist das, was man in der BL vermisst.

Jogi kann man nix. 2006 war gut, ab dann immer 2. oder 3. und dann kam 2014.
Das dazwischen oft kacke ist, kommt uns dann im Turnier wieder zugute. Weil zwischendrin kaputtprobiert wird, die Quali geht dann trotzdem locker durch und vor dem Turnier wird im Trainingslager ein Team zusammengesetzt… es geht bei uns halt immer ums Team. Hat Vor- und Nachteile. Aber mehr vor als nach. Jedenfalls 2014.

(Ich hab mal alles wörtlich genommen und nicht analysiert, in wie weit Sarkasmus vorhanden ist…)

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Todti 7. April 2016 um 15:49

Vorneweg, ich habe das Clásico am Wochenende gesehen, diese Partie aber nicht.

Das grundsätzliche Problem bei Zidane ist doch, dass die Aufstellung und Aufgabe Casemiros gegen Barcelona richtig gewählt war, was impliziert, dass Zidane ihn sowie die Partie korrekt eingeschätzt hat. Gegen Wolfsburg scheint es aber das genaue Gegenteil zu sein, Casemiro bzw. seine ihm zugewiesene Rolle war im Prinzip überflüssig. Mit der Einwechslung von Isco scheint Zidane dann erkannt zu haben, dass eine technisch starke Option in der Wolfsburger Formation gefehlt hat, allerdings wechselt er Modric statt Casemiro aus und limitiert seine Mannschaft dadurch weithin, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Oder die Einwechslungen waren rein personeller Natur, also simpel neuen Offensivspieler nach etwa x Minuten, ohne großartige Hintergedanken, was man sich auf den Niveau eigentlich nicht vorstellen kann. Entweder die eigenen Spieler werden nicht korrekt eingeschätzt, was man nach dem Barcelonaspiel eher bezweifeln sollte, oder das Gegnerscouting hat versagt, was bei einem Verein der Größe Reals arg traurig wäre. Sprich, Zidane und/oder der Trainerstab hatten vermutlich zu wenig Vorwissen zu Wolfsburg und das wirft kein gutes Licht auf Zidane bzw. die Verantwortlichen insgesamt.
In jedem Fall beschneidet man mit der Wahl Zidanes das Nutzung des immensen Potenzials der eigenen Mannschaft, und wird ihm in näherer Zukunft mit der Entlassung am Ende der Saison auch keinen Gefallen tun. Real hätte nach der Entlassung Benitez‘ Zidane als Interimscoach präsentieren sollen, sodass er keinen Schaden nimmt, wenn seine Zeit nicht allzu erfolgreich verläuft, und man ihm die Zukunft im Verein nicht verbaut. Generell hat Real durch den ganzen Trainerhickhack den Fußball um eine Saison großen Sports gebracht, wenn man sich das Potenzial der Mannschaft anschaut. Allerdings tut Real dies mit seinen Personalentscheidungen ja schon seit geraumer Zeit.

PS: Erscheint der Artikel noch auf einer anderen Seite? Er klingt ein wenig einfacher als normal, mit allgemeineren Erklärungen als sonst. Oder liegt das am Spiel selbst sowie dessen Ausgang, da man vermutet, dass viele Zuschauer wissen wollen, warum Wolfsburg so deutlich gewonnen hat, und dann hier landen?

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TE 7. April 2016 um 16:23

Das liegt am Autor 😉 Ich habe nun einmal einen etwas anderen Stil als meine Co-Autoren. Ich gehe nicht ganz so stark ins Detail wie meine Kollegen (teilweise aus Unwillen, teilweise, weil ich einfach nicht so gut bin wie die Kollegen), schreibe dafür aber etwas einfacher. Gibt Leute, die mögen das eine lieber, und Leute, die mögen das andere lieber.

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Lenn 7. April 2016 um 16:59

#Mainstreamescher 😉

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YA 7. April 2016 um 16:34

Ich stimme dir da voll zu. Ich hab auch das Gefühl, dass man den Gegner nicht gut analysiert hat und/oder zu oberflächlich. Ich hatte eher das Gefühl, dass man eine Mannschaft schickt vom der man glaubte, dass sie personell (vielleicht auch wegen den clasico-sieg) das Beste ist, was der Kader momentan besitzt, und dann darauf hoffte, dass diese Spieler schon das richten werden und das Spiel den Wolfsburgern aufzwingen. Während man im Clasico hingegen den ewigen Rivalen sehr gut kennt, und daher auch die richtigen Schlüsse gezogen hat.
Somit trägt auch das Trainerteam von Zidane zur Niederlage bei.
Was aber vielleicht auch mal passieren kann, aber natürlich nicht passieren sollte. Was aber inakzeptabel für einen Trainer von Real ist, dass dieser im Spiel nicht reagiert oder vielleicht nicht reagieren kann (wegen zu wenig Erfahrung ? Oder zu wenig Talent?).
Deswegen wäre eine Lösung als Interimscoach für beide Parteien die bessere Entscheidung gewesen. Man hätte ja auch bei Erfolg im Sommer verlängern können.

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Josef 7. April 2016 um 16:59

Wie kommst du darauf, dass man Real am Ende der Saison entlassen wird?

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Isco 7. April 2016 um 15:02

Hm, als Real Fan kann ich mit einem 2:0 gut leben, so schlecht ist das nicht, wenn man bedenkt, dass die Elferentscheidung nicht korrekt war und man 90 Minuten lang mit 10 Mann gespielt hat.. 🙂

Ok, Scherz beiseite. Aber wie kommt man auch nur irgendwie auf die Idee, dass Casemiro ein Fußballspieler ist? Viel hat er nämlich nicht mit einem solchen gemein. Dass er im Clasico gut war, weil er die Kompaktheit erhöht hat ist ein Trugschluss. Casemiro sah besser aus, weil die Kompaktheit höher war. Schon da wäre ein Kroos die weit bessere Wahl gewesen.

Seine Hauptaufgabe war es, Kroos nicht im Spielaufbau im Weg zu stehen und selbst das hat er nicht konstant geschafft. Wobei man auch sagen muss, dass da trainerseitig ordentlich was falsch gelaufen sein muss. Gefühlt ist Kroos mehr abgekippt als Casemiro, wodurch es dann oft so eine Struktur gab:
————–M
——–C
—-K

Dazu kam dann noch Schürrle, der ihn manngedeckt hat und ihn so in eine Situation gebracht hat, in der er absolut nicht wusste, wie er damit umzugehen hat.

Für mich hat er nichts in einer Startaufstellung verloren, schon gar nicht beim reichsten Verein der Welt. Mit Isco und Kovacic hätte man zwei weitaus bessere Alternativen im Kader gehabt.
Damit komme ich aber schon zur nächsten Problematik: Die Wechsel. Fehler passieren, aber aus ihnen muss man lernen und dann die richtigen Schlüsse ziehen. Das hat Zidane aber gestern nicht gemacht. Isco zu bringen war natürlich absolut korrekt, nur wäre Modric der letzte Spieler gewesen, den ich herausgenommen hätte, weil man dadurch die Struktur im ZM zerstört und zeitgleich kaum Vorteile in höheren Zonen bekommt.

Danach aber James für Kroos zu bringen, war noch einmal schlimmer. Es war das Äquvalent zum klassischen „ich hau mal einen großen Stürmer vorne rein, der wirds schon richten“, nur wäre ein großer Stürmer vermutlich noch die passendere Einwechslung gewesen bei der Herangehensweise mit Bale links und Jese rechts.

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Isco 7. April 2016 um 15:19

Aja und: schlechte Staffelungen mit Ball –> miese Staffelungen im Gegenpressing (who could have known?)

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Michael 7. April 2016 um 15:50

Danke. So habe ich das auch gesehen. Wie kann man sich nur so katastrophal vercoachen…

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Todti 7. April 2016 um 15:56

Ja, die Positionierungen im Aufbau sind mir schon häufiger aufgefallen, aber nicht nur bei Real, sondern z.B. auch gestern bei Paris-City. Wie kann so etwas denn bei derart großen Vereinen passieren? Und da muss man die Spieler dann auch hinterfragen. Ein Kroos oder Modric müssen das bei ihrer Qualität und ihrem Spielverständnis doch selbst einschätzen und lösen können.

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studdi 7. April 2016 um 16:45

Ja ich würde auch unglaublich gerne manchmal die Gedanken der Spieler und Trainer lesen können 😀 verstehen die Spieler nicht was der Trainer von ihnen will oder folgen die Spieler einfach strickt den Anweisungen vom Trainer obwohl Sie evtl. manche Sachen besser wissen bzw. eigentlich anders machen würden/wollen.
Gerade bei Kroos der doch bei Pep viel bezüglich des Positionsspiel gelernt haben muss.

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TobiT 8. April 2016 um 01:25

Da hast du dann aber das Problem, dass die eine Idee haben, die keiner weiterführen kann, weil vorne die Athleten auf Schnittstellenpässe warten. Das reicht halt meistens, wenn vorne Ronaldo steht und aus 15 Chancen irgendwie doch noch einen rein macht.
Vielen Trainern scheint das Ergebnis in den „normalen“ Spielen zu reichen, sie können dann aber für die großen Spiele nicht aus diesem Modus raus. Deswegen sind so viele Spitzenspiele auch „enttäuschend“, man sieht , dass mehr drin wäre – sowohl taktisch, als auch vom Unterhaltungsfaktor.

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Mananski 7. April 2016 um 14:37

Vielleicht wäre ja Ancelotti ein ganz guter Trainer für Real???

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JSA 7. April 2016 um 16:17

😀 ja

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karl-ton 7. April 2016 um 16:22

Nope. Nicht genug Wow-Faktor. Dieter Bohlen agrees!

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Dr. Acula 7. April 2016 um 19:38

quatsch, der kann nichts. ich meine, er hat eine titellose saison zu verantworten..

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Bernhard 7. April 2016 um 13:37

Freut mich, dass du wieder eine CL-Analyse verfasst hast.
Maxi Arnold gefiel mir gestern extrem gut. Finde den aber schon längere Zeit in guter Form.

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Schorsch 7. April 2016 um 12:22

Kürzlich wurde hier die Gefährlichkeit langer Bälle nach vorne durch den eigenen Torwart für das eigene Team thematisiert und diskutiert. Gestern ist mir aufgefallen, dass Benaglio oft den Ball lang und zentral nach vorne geschlagen hat und der Ball immer beim Gegner landete. Nur konnte Real mit diesen ‚Ballgewinnen‘ nichts anfangen. Das Spielchen ging dann halt wieder von vorne los. Verstärkt geschah dies in der letzten Spielphase, als Wolfsburg nicht mehr so hoch verteidigte / verteidigen konnte und man Benaglio in eine tiefe Ballzirkulation immer öfter miteinband / miteinbinden musste.

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Fan 7. April 2016 um 10:13

Ich muss hier leider widersprechen

Das Problem bei Real war nicht Casemiro (auch Gustavo spielte eine 6-er ohne direkten Gegenspieler als Absicherung), sondern das starre 4-3-3. Zidane hat es verabsäumt, die Wolfsburger gezielter und intensiver auseinander zu ziehen. Das hätte er machen können mit einer Umstellung auf 3-1-3-3 (mit entweder Danilo/Modric/Kroos oder Modric/Kroos/Marcelo vor Casemiro)

Just my 2 cents

Antworten

TobiT 7. April 2016 um 12:53

Gegen den Ball hatten Casemiro und Gustavo sicherlich ähnliche Rollen/Funktionen. Ihre Einbindung in Ballbesitz war aber völlig unterschiedlich, da sich die Achter vor ihnen sehr unterschiedlich verhielten.
Während Guilavogui und Arnold häufig aufrückten, standen sich Casemiro, Kroos und Modric auf den Füßen.
Casemiro war vielleicht nicht das Problem, aber ein einfacher Weg, das Problem zu lösen. Ein defensiver 6er wäre für Real von allen Spielertypen auf dem Platz am ehesten entbehrlich gewesen (abgesehen von Ronaldo). da aber Benzema schon raus war brauchte man dann Ronaldo für die Torgefahr, gleichzeitig wollte Zizou wohl nicht so früh 2mal wechseln.
Das 3-1-3-3 hätte aber wahrscheinlich die selben Probleme gehabt, da sich Kroos und Modric beide in tiefen Zonen wohlfühlen. Hätte man das 3-1-3-3 so http://lineupbuilder.com/?sk=sx798 gespielt, wäre man auf Kosten von etwas Zweikampfstärke zumindest ein Problem losgeworden. Aber das 3-1-3-3 hätte auch bedeutet, relativ offen am Flügel zu sein gegen Vieirinha/Henrique und Rodriguez/Draxler. man hätte dann halt sehr dominant auftreten müssen und Konter mit gutem Gegenpressing unterbinden müssen, nicht unbedingt die Stärken Reals ;).

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Fan 7. April 2016 um 19:01

Werde ich mir durch den Kopf gehen lassen 😉 wobei ich festhalten möchte, daß Kroos bei der WM schon diese Rollen perfekt interpretiert hat

Antworten

mrb 7. April 2016 um 09:36

Was sind diese „Nadelsichten“, von denen der Autor im ersten Satz schreibt?

Schön, wenn man die Analyse gleich am Morgen nach dem Spiel lesen kann.

Antworten

Rasengrün 10. April 2016 um 11:14

Das ist scholastische Theologie, Fachausdruck für die Sichtung von tanzenden Engeln auf einer Nadelspitze.

Antworten

Sven 7. April 2016 um 09:21

„Wolfsburg besiegt Real Madrid im Champions-League-Achtelfinale“
Ich dachte, wenn man Gent im Achtelfinale besiegt, kommt man ins Viertelfinale 😉

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TE 7. April 2016 um 09:54

Danke, wurde verbessert.

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Schimanski 7. April 2016 um 08:54

Ich fand – neben den Schwächen von Real im defensiven Umschalten – eigentlich zwei Dinge auffällig und spielentscheidend:

Zum einen das situativ aggressive Rausrücken aus einer kompakten Formation (die so kompakt ist, dass sie dadurch nicht löchrig wird). CE hatte beim Forecheck ja das (zu) passive Verteidigen von Wolfsburg als größtes Problem gegen Kroos und Modric ausgemacht. Hier war eine Kehrtwende um 180° erkennbar.

Zum anderen fand ich es von Wolfsburg stark, dass sie immer mal wieder Phasen hatten, wo die eigene (tiefe) Ballzirkulation gelang. Das hing natürlich auch mit dem schwachen Gegenpressing von Real zusammen. Dadurch gelang es immer wieder die Formation der Königlichen zum (trägen) Umschalten zu bewegen, also den aufgefächerten, auf Ballbesitz ausgelegten, Zustand aufzugeben. Gleichzeitig konnte Wolfsburg in diesen Phasen auch etwas „Fussball spielen“, den Raum öffnen und damit die absolute Dominanz brechen.

Das nervte die feinen Herren, war gerade auch im physiologischen Bereich wichtig und relativ untypisch für eine Underdog-Kontertaktik (bei denen die Bälle oft schnell wieder weg sind). Hier sind mir die Wolfburger in der Dreiecksbildung und Ballsicherheit (An- und Mitnahmen) eigentlich sehr positiv aufgefallen (bis auch Schürrle und Vieirinha vielleicht).

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Onil 7. April 2016 um 08:11

Wieso Isco keine wirkliche Chance bekommt, erschließt sich mir nicht!? Er ist der einzige Mittelfeldspieler Reals, der sich in engen Räumen wohlfühlt und den Zwischenlinienraum sinnvoll bespielen bzw. überhaupt besetzen kann, um von dort Chancen zu kreieren. Exemplarisch hierfür der Pass auf Ronaldo nach seiner Einwechslung. Kroos und Modric hingegen haben irgendwie eine zu ähnliche Funktion und stehen meist beide tiefer (zu tief) und Casemiro ist nur als reiner Absicherer gut.

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Max 7. April 2016 um 09:01

Isco kann insofern schon wertvoll sein. Aber Zidane scheint als Trainer bis dato noch unfähig zu sein. Der bekommt ja eh nichts gebacken. Allein Casemiro hier aufzustellen.
Isco selbst hat aber auch große Schwächen, da er strategisch schwach ist, meist zu lange den Ball hält und somit einer schnellen Ballzirkulation entgegenwirkt. Jedoch ist er von seinem Naturell her passender als ein Dreier-MF aus Kroos, Modric und Casemiro – wie du sagst spielt er gerne in diesen engen Räumen.
Die Frage müsste aber eher lauten warum ein Kovacic nicht mal im Kader ist… Mit ihm wäre ein 4-3-3 super möglich!
Auch James, der sicherlich größere Qualitäten als Isco hat, sollte eher eingebunden werden als Casemiro. Da könnte man ja eher ein 4-2-3-1 bemühen. Und so stark wie James ist wäre das eine gute Idee.

Zidane ist einfach zu schlecht, ängstlich, dogmatisch, kein In-Game-Coaching. Aber sollte man ihm nicht vorwerfen. Das Problem sind die mangelnden institut. Strukturen RMAs die zu einem Diktator Perez geführt haben.

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Koom 7. April 2016 um 09:30

Mit Casemiro hätte er anders umgehen müssen: Zurückziehen in die Viererkette, die daraufhin zu einer Dreierkette umzufunktionieren und die AVs weiter vor oder ins Mittelfeld einrücken lassen. Kroos hätte dann etwas tiefer spielen können und hätte sich mit Modric nicht so auf den Füßen gestanden. Eigentlich eine logische Taktik…

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Max 7. April 2016 um 10:36

Hm, Kroos tut das was du für Casemiro vorschlägst doch eh häufig. Er spielt nun mal ungern tiefer. Modric hat hierzu auch die Tendenz. Zudem fehlt Casemiro die Klasse für konstant starke und schnelle Verlagerungen. Casemiro hätte zur HZ rausgemusst. Wäre die einfachste Lösung gewesen.

Kovacic‘ Verletzung hatte ich nicht mitbekommen, dann mea culpa.

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Koom 7. April 2016 um 10:55

Der Punkt war ja eher: Man kann ja mit ner schlechten Aufstellung ins Spiel gehen. Aber das dann einfach machen zu lassen ist eher ungut. Mit Casemiro, Kroos und Modric hatte man 3 Spieler in einem Bereich, wo einer es auch getan hätte. Das hätte man auflösen müssen – taktisch, wie angesprochen – oder einfach auswechseln.

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Tim 7. April 2016 um 10:00

Kovačić war verletzt/ angeschlagen, das Spiel am Dienstag kam für ihn wahrscheinlich zu früh. Er wäre sicherlich eine sehr gute Option gegen Wolfsburg gewesen.

Isco ist leider eine enorme „Konter-Bremse“. Dass es gegen Wolfsburg nicht viel zu kontern geben wird schien Zidane wohl nicht so klar zu sein..

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Dr. Acula 7. April 2016 um 07:39

mein kommentar wird net gezeigt 🙁

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Dr. Acula 7. April 2016 um 07:40

des war klar.. der richtige kommentar verschwindet, und der, der sagt, dass mein kommentar net gezeigt wird, wird gezeigt..

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Thomas 7. April 2016 um 08:08

Vielleicht wieder einmal gegen die Netiquette verstoßen? 😉

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TE 7. April 2016 um 09:50

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Dr. Acula 7. April 2016 um 12:58

Danke für den Hinweis. Hab mich zml geärgert, aber wenn mans weiß, ist es i.O und verständlich

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Dr. Acula 7. April 2016 um 07:28

Erstmal danke für den Artikel TE. hast einen super schreibstil!
dieses real ist sowas von lächerlich. wie sie über 70 min keine lösung gegen ein problem gefunden haben, spricht nicht gerade für zidanes trainer-fähigkeiten. wieso versucht man nicht die stürmer bisschen zu locken oder die achter um dann schnell IN die formation zu spielen? mit einem höheren modric, einem zurückfallenden benzema wäre das sicherlich möglich gewesen. aber nein, da verschenkt man halt mal einfach einen spieler (casemiro). als ich unter dem Rom – Real – Artikel schrieb, dieses real würde gegen wob rausfliegen (http://spielverlagerung.de/2016/03/08/real-mit-souveraenem-weiterkommen-trotz-kleinen-wacklern/#comments) wurde ich belächelt. genau so RM, als er twitterte, er gäbe real eine 55% chance auf den sieg gestern. offensive wie gesagt lächerlich, erst mit nachlassender kondition WOB wurds besser, aber das schien zidane zu einfach zu sein und er wechselt halt mal modric, den defensiv -gott, aus und dann noch kroos. aber das schreibt TE ja schon. die defensive war aber auch erschreckend.
JEDER WOB angriff lief über flügel-durchbrüche. Carvajal wäre vllt doch die bessere wahl gewesen, anstatt danilo. marcelo hat gut gespielt, wird im internet wegen seines verhaltens und angeblichen schwächen im defensiv-spiel beleidigt. aber man muss auch sagen, dass schürrle und henrique ein paar sehenswerte aktionen hatten… nachdem ich gestern atletico gesehen hab, kam mir diese defensive vor wie eine bambini-mannschaft, die nicht gerade von einem SV-autor gecoacht wird.

PS: isco, ich suche dich. unsere wette hinsichtlich eines wolfsburger weiterkommens gegen real, siehe link oben, steht doch oder?

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JSA 7. April 2016 um 16:23

Isco kommt nach dem Auftritt gestern nicht wieder 😀

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Isco 7. April 2016 um 16:30

Nicht meine Schuld, war ja eh einer der besten gestern.

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YA 7. April 2016 um 05:29

Genau solche Spiele verstärken meine Skepsis gegenüber Zidane als Trainer. Ich hab das öfteren des Gefühl, dass er die Mannschaft nicht gut (genug) auf den Gegner vorbereitete.
Schlussendlich geht es beim Matchplan immer darum gegen den Gegner eine passende Balance zu bilden und die Kontrolle zu finden. Die Lösungen, die da Zizou parat hat, finde ich aber oft zu einfach gedacht und nicht vollends durchdacht. Casemiro als Mann vor der Abwehr, der Kroos und Modric frei halten soll, während diese beiden mannorientiert gegenpressen sollen. Das Aufbauspiel ist vorhersehbar und Real wird im Grunde nur durch die Individuelle Klasse/ Einzelaktionen von BBC gefährlich und nicht durch spielerischen Akzente.
Was mich aber auch enttäuscht, dass Zidane oft dann nicht (gut) reagiert. Eine Auswechslung Casemiros war eigentlich bei diesem Spielverlauf zwingend nötig sowie eine höhere Positionierung von Modric, um mehr Platz für das tiefere Aufbauspiel zu lassen und die Mannorientierung von Arnold zu entweichen. Zwingend nötig wäre auch eine bessere Lösung für die Wolfsburgerkontern über die Außen. Insbesondere das ein Draxler diese freien Räume hatte und im Grunde 90min keine Lösung dafür gefunden wird (bzw es gar nicht versucht wird), ist unerklärlich…
An diesen Tagen vermisse ich einen Mourinho, der es wie kaum ein anderer verstanden hat, die Gegnerischen Stärken und Schwächen zu lesen und sie auszunutzen.
Und zu Wolfsburg kann man nur Chapeau sagen! Aus ihren Möglichkeiten das beste heraus geholt. Modric und (!) Kroos aus dem Spiel zu nehmen und dabei die Außenverteidiger nicht zu vernachlässigen, haben noch nicht viele Mannschaften geschafft! Und Draxler ist nun mal ein Spieler der Kategorie Spielentscheider. Elfer eingeleitet, 2:0 eingeleitet und Großchance von Kruse vorbereitet. (Verstehe immernoch nicht, dass es immerhin gegen ihn keine bessere Absicherung gab).

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AlexF036 7. April 2016 um 08:34

Stimme dir vollkommen zu, ich fand es erschreckend, was Real spielerisch Geboten hat. Das war ja sehr auf Durchbrüche von Bale oder Ronaldo fixiert, oder diese hinter die Abwehr zu schicken.

Ich bin eigentlich kein großer Freund von, die Einstellung stimmte nicht. Aber was Real in der ersten Halbzeit geboten hat, hatte meiner Meinung sehr viel mit Einstellung zu tun. Wie schon in der Analyse beschrieben, waren sie unfassbar unkompakt. Wolfsburg musste ja nichtmals zaubern bei ihren Kontern, die konnten sie ganz solide durchspielen.

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Koom 7. April 2016 um 09:32

Eigentlich ein „klassisches“ Zeichen für einen eher nicht so guten Trainer, wenn er seine erfolgreiche Taktik und Aufstellung aus dem einen Spiel direkt im nächsten Spiel versucht. Wobei Wolfsburg und Barcelona unterschiedlicher nicht sein könnten. Gruselig. Das ist Trainerarbeit rund um die Jahrtausendwende.

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AlexF036 7. April 2016 um 10:01

Habe ich beim Lesen auch gedacht. 🙂 man könnte es auch andersrum sehen, erstaunlich, was wir dank einigen wenigen Spitzentrainern mittlerweile an Niveau von allen Trainern erwarten.

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YA 7. April 2016 um 14:15

Ich finde es ja nicht mal so schlimm, dass man die gleiche Aufstellung aufs Feld schickt. Die taktische Ausrichtung war ja auch anders als im Clasico. Allerdings war es trotzdem eine falsche Ausrichtung. Was ich viel schlimmer finde, ist das Zidane eben dann nicht reagiert. Spätestens nach dem 2:0 müsste eine Reaktion kommen.
Wieso nicht einfach mal etwas asymmetrischer spielen. Danilo hoch (noch höher) positionieren, damit hätte man Draxler mehr in defensiv Aktionen gebunden, ihn so müder gemacht und aus dem Spiel herausgenommen. Casemiro dann die Rolle geben (damit er irgendeine Rolle hat und nicht im toten Raum verhungert), den Raum hinter Danilo/Bale zu füllen, um Kontersituationen zu verhindern. Dann noch Modric auf den rechten Halbraum/Zehnerraum schicken, und Kroos und den zwei IV das tiefe Aufbauspiel zu überlassen. Damit hätte man es geschafft, die rechte Seite zu überfluten und gebenfalls Überzahlsituationen herstellen zu können, ohne dabei an Absicherung zu verlieren und man hätte zusätzlich Draxler aus dem Spiel genommen.
Und naja falls es dann nicht klappt, könnte man immernoch in dir Grundausrichtung zurück wechseln bzw noch besser: Eine andere Ausrichtung probieren.
Schaut euch mal Guardiola, Mourinho oder auch Tuchel an: Die wechseln teilweise innerhalb einer Halbzeit 4, 5 ihre taktische Ausrichtung. Während Zidane gestern erst mit der Einwechslung Iscos zum ersten Mal etwas mehr ins Spielgeschehen einwirkte…

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Koom 7. April 2016 um 14:56

Naja, man braucht ja nicht mal die Taktikwirbler wie Tuchel und Guardiola. Es würde schon reichen, eine gute Taktik auf den Platz zu bringen, die zum Team passt. Real schwimmt so ein bisserl zwischen den Systemen und gewinnt vor allem wegen individueller Klasse.

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YA 7. April 2016 um 16:44

Klar. Stimme dir ja da zu. Wenn man von Anfang an, die richtige Ausrichtung findet und diese auch erfolgreich ist, dann muss man auch nichts verändern. Ich spreche nur den Fall an, dass wenn man sich eben falsch entscheidet (wieso auch immer) dann im Spiel reagieren muss.

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Isco 7. April 2016 um 01:09

Vielen Dank für die schnelle Analyse 🙂

Kleiner Fehler bei Iscos Hereinnahme „Isco (64., für Kroos)“

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Isco 7. April 2016 um 13:17

Es ist noch nicht vorbei 🙂

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Dr. Acula 7. April 2016 um 13:45

Darum gings auch nicht. Nur ob du dich erinnerst 😉

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TE 7. April 2016 um 09:49

Danke, wurde korrigiert.

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Marc 7. April 2016 um 01:09

Wie wird eignetlich die Formation erstellt?
Ich habe eher das Gefühl, als ob Marcelo viel offensiver aggiert hat , als Danilo. Phasenweise dachte ich, dass Marcello als Linksaußen spielt. Trozdem hat er einen kürzeren Pfeil als Danilo.

Die Formation von Wolfsburg war eher ne 5er als ne 4er Kette mMn.

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TE 7. April 2016 um 09:56

Wer wäre bei Wolfsburg deiner Meinung nach der fünfte Spieler in der Kette? Ich denke, Wolfsburgs Formation war schon so wie dargestellt. Siehe dazu auch die beiden Spielszenen aus der ersten Halbzeit.

Bei Außenverteidiger-Pfeilen kann man trefflich streiten. Ich fand, Danilo stand zwar nicht immer schematisch höher, er wurde aber in höheren Zonen ins Spiel eingebunden. Marcelo geht ja auch schon einmal tief in den Halbraum, um den Ball zu bekommen.

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FAB 7. April 2016 um 10:59

Ab dem Zeitpunkt zu dem Bale auf links außen gewechselt ist, stand doch Marcelo für seine Verhältnisse sehr tief. Dafür stand dann Danilo zunehmend höher. Ich glaube Real hat, wie auch Hecking andeutete, Henrique nicht auf der Rechnung gehabt. Er hat Marcelo sowohl defensiv sehr gut gebunden, als auch häufig gestoppt als er zu einem Offensivlauf ansetzen wollte. Bale war häufig auf sich alleine gestellt. Das Ronaldo nicht mehr die Spritzigkeit alter Tage hat, ist mir schon beim Classico aufgefallen. Er ist eigentlich nicht mehr in der Lage seine Gegenspieler einfach zu überlaufen sondern muss mittlerweile schone sehr extrem fintieren um in Position zu kommen. Letztlich hat das Wolfsburg sowohl defensiv als auch offensiv schon ziemlich clever gemacht, mit Kruse von Anfang an, wäre vielleicht sogar ein 3:0 drin gewesen. Das 2:0 ist halt dann doch wieder eine enge Kiste, bei der für Wolfsburg im Rückspiel nichts schief gehen darf.

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_DC_ 7. April 2016 um 00:59

kleine Korrektur: Isco kam für Modric, nicht für Kroos. 😉

ansonsten muss ich sagen „Casemiro fehlende Funktion“ trifft den Nagel auf den Kopf.
Gefühlt hat noch nie ein einzelner Spieler es so effektiv geschafft, Modric UND Kroos in der eigenen Hälfte festzusetzen… Casemiro betreibt geradezu „Spielabbau“ :-/
Trotzdem bleibt es eine respektable und sehr starke Leistung der Wolfsburger!

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August Bebel 7. April 2016 um 11:43

„Spielabbau“ – sehr schön!

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Isco 7. April 2016 um 13:43

Casemiros Funktion im Spielaufbau war es, Kroos die Passwege nicht zu verstellen und selbst das hat er nicht konstant geschafft.

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