Später Real-Sieg im Clásico

barca1:2real madrid

Nachlässigkeiten in der Kohärenz auf beiden Seiten prägten diesen Clásico. Letztlich wirkten diese sich bei Barca gravierender aus, die in der Schlussphase viele Konter sowie Schnellangriffe zuließen und dadurch eine späte Niederlage kassierten.

Vorsichtig begann dieser Clásico, es dauerte über eine Viertelstunde bis zum ersten Abschluss überhaupt. Bei den zu Beginn besonders ballbesitzdominanten Hausherren orientierte sich in den anfänglichen Phasen Jordi Alba im Aufbau tiefer, bildete teilweise eine klare Dreierkette. Das könnte zur Absicherung gedient haben, sollte möglicherweise auch am Flügel Platz für das Ausweichen von Neymar oder Iniesta mit Folgeoptionen zum weiteren Raumöffnen schaffen. Eventuell könnte es auch zur Erhöhung zentraler Präsenz gedacht gewesen sein, da Real prinzipiell versuchte, in ihrem engen, im Mittelfeld lose mannorientierten 4-3-3 mit Benzema die Zone um Busquets zu versperren.

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Aufbaudreierkette und Reals 4-3-3

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Aufbaudreierkette und Reals 4-3-3

clásico 2016Schon bald agierten die katalanischen Außenverteidiger aber symmetrischer und Jordi Alba rückte höher auf als zuvor. Denkbar wäre, dass Luis Enrique dadurch die Aufbaudreierkette überflüssig machen wollte, indem die gegnerischen Außen etwas tiefer gelockt würden. Neben dem 4-3-3 formierte sich Real oft auch in einer flachen 4-5-1-Formation, aus der halblinks gelegentlich Kroos zehnerartig nach vorne rückte, um Benzema im Pressing zu unterstützen. Nur selten geschah das in Form eines wirklichen 4-4-2, vielmehr kurz dynamisch nachschiebend in den offensiven Halbraum.

Trotz etwas höherer Flexibilität im Mittelfeld boten die Hauptstädter mit jener Variante mehr Raum an. Die Dreierreihe in erster Linie war für den Raum um Busquets unangenehmer, zumal nun Benzema in individuellerer Einbindung mit der Zeit inkonsequenter wurde. Durch die passiven, nun lose mannorientierten Rollen der Madrider Außenstürmer hatten diese weniger Zugriff. Daher entstanden neben Benzema Aufrückchancen für die Innenverteidiger oder Ausweichräume für das Mittelfeldpersonal. Aus diesen Zonen konnte Barcelona das weitere Vorwärtsspiel organisieren.

Gerade um die 20. Minute offenbarten die Gäste Kohärenzschwächen zwischen den Mannschaftsteilen. Im Mittelfeld führte erhöhte Bewegung eher zu Unsauberkeit. In diesem Abschnitt hatte Barca oft Überzahl um den zentralen Dreierblock der Madrilenen, konnte einzelne Spieler herauslocken, Lücken öffnen, sie laufen lassen. Gleichzeitig war dies aus eigener Sicht ihre beste Phase, in der sie dies am konsequentesten forcierten. Iniesta schaltete sich aktiv ein, Suárez orientierte sich in den richtigen Momenten zu Neymar, tiefer fanden Busquets und Messi zwischenzeitlich ihre beste Abstimmung für Weiterleitungen und Ablagen, Dani Alves rückte ausgewogener ein. So kam Barca zu einem Zwischenspurt, in dem sich mehrere gute Chancen häuften.

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Hier kann Barca mal Modric durch Iniesta und den zum ballführenden Messi gerückten Casemiro vorbereitend herausziehen und am Ende einer Stafette den Zwischenlinienraum für Neymars Einrücken öffnen.

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In der Folgeszene gelingt es, gegen die losen Mannorientierungen mit Überzahl erneut Raum im Zentrum zu öffnen, hier für Messi halblinks.

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Mascherano mit Aufrückraum gegen das passive und teilweise zu mannorientierte 4-5-1, das nicht wirklich mit Herausrückbewegungen dagegen halten. Problematischerweise fehlt auch der Druck durch die zu simplen Rollen der Flügelspieler.

Barcelona glänzt nicht wie zuletzt

Im weiteren Verlauf gewannen die Gäste an Zusammenhalt, agierten etwas vorsichtiger und kompakter in der Mittelfeldlinie. Probleme gab es zwischendurch im Bereich halblinks, über den sich Barcelona nach vorne arbeiten konnte. Dort musste Modric immer wieder die verschiedenen gegnerischen Optionen um den dortigen Halbraum abschirmen. Dadurch ging bisweilen die Verbindung zu Bale etwas verloren, so dass sich Zwischenräume zum Aufrücken ergaben oder die Passwege nach außen einfacher zu öffnen waren. So konnte Jordi Alba die Bälle nach vorne schleppen oder Iniesta seitlich Freiheiten finden und dann Tempo ins Angriffsdrittel hin aufnehmen.

Trotzdem gelang es den Hausherren insbesondere ab der 25. Minute immer seltener, sich gefährlich in den gegnerischen Strafraum durchzuspielen. Sie wirkten insgesamt in ihrer Spielanlage nicht ganz so harmonisch und dynamisch wie gewohnt, plagten sich mit verschiedenen kleineren Problemstellen in dieser Begegnung: In den Kombinationsversuchen gab es zwischendurch immer mal wieder unpassende hektische Momente, in denen sie zu früh den letzten Vorwärtspass suchten. Dadurch machten sie einige der besseren Szenen beim Übergang zum Strafraum selbst zunichte. Noch in der Szene vor dem 1:2 sollte sich das negativ auswirken.

Bei den Bewegungen zwischen Neymar und dem leicht ausweichenden, potentiell ablegenden Suárez fehlte es mitunter an Folgeoptionen. Die beiden bewegten sich gut für Vertikalpässe zueinander, aber die anderen Kollegen waren an einen etwaigen Mechanismus dort nicht richtig angeschlossen, die Achter beispielsweise teils zu passiv. Schließlich hatte Messi bei zurückfallenden Bewegungen häufig den dann weiter herausrückenden Casemiro in seiner Nähe und kaum ruhige Momente am Ball. Wenngleich die Gäste darauf schon einige Male sehr unsauber reagierten, konnten die Katalanen etwaige Lücken durch obige Probleme nicht konstant nutzen. Den etwas breiter spielenden Rakitic beispielsweise vermochten sie kaum wirksam einzubinden.

Nach hinten Stabilität gefunden

Zudem steigerten sich das Madrider Defensivspiel zum Strafraum hin, agierten recht diszipliniert. Im Abwehrdrittel bewegte sich das Mittelfeldtrio sehr gut, nutzte die naturgemäß engeren Horizontalabstände für eigene weiträumige Bewegungen. Auf der linken Defensivseite rückte mehrmals Marcelo weit aus der etwas breiter spielenden Viererkette nach vorne, um dort bei Pässen nach außen Rakitic oder gar den aufrückenden Daniel Alves zu stellen. Gegen die fast durchgehend zentrale Rolle von Messi und die eher tiefen Barca-Achter machte das Sinn und entlastete den etwas disziplinierteren, aber nicht ganz konstant zurückarbeitenden Cristiano Ronaldo in dessen passiveren Momenten.

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Marcelo war hier gegen Dani Alves herausgerückt. Auch zu sehen: Kroos verfolgt Rakitic, Casemiro rückt auf Messi, der gerade den Pass erhält.

Die Schnittstelle zu Ramos wurde dadurch vereinzelt mal zu groß, wurde wegen der diesmal auch eher linksseitigen Suárez-Einbindung allerdings nicht so konsequent anvisiert. Eine der wenigen Ausnahmen war der Abschluss des Uruguayers in der Schlussphase nach Messis verrücktem Zuspiel. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Grundordnung der Katalanen zunehmend in Richtung einer Raute – mit dann engerem Rakitic – bzw. später einer Mischformation – durch den teilweise sehr tiefen, teilweise ins 4-2-4 nach außen pendelndem Arda Turan – verwandelt.  Dagegen lebte das Herausrücken Marcelos wieder auf, wenngleich im Hinblick auf Suárez´ Rolle unter etwas veränderten Vorzeichen.

Barcas problematische zweite Halbzeit

Das jedoch suboptimale Ausspielen in dieser Phase fasste einen wenig durchschlagenden und etwas inkonsequenten Vortrag zusammen, den der Tabellenführer im zweiten Durchgang ablieferte. Während der eigenen Ballbesitzphasen zeigte sich zunehmend das Bild, dass die gegnerischen Achter in etwas vorgerückter Positionierung ihre katalanischen Pendants im Deckungsschatten halten und situativ Busquets beengen konnten, dessen Entfaltung dadurch nicht optimal gelang. Das reichte für die Gäste bereits, um das gegnerische Mittelfeld, das in die vorderen Zonen hinein ebenso wie die Außenverteidiger eher wenig Engagement in den Freilaufbewegungen zeigte, über viele Phasen zu neutralisieren.

Auch Messi fand sich in jenen Zonen nicht so gut zurecht, teilweise mit dem Herausrücken Casemiros konfrontiert. Insgesamt fehlte es dem Sturmtrio somit weiter an wirklicher Anbindung. Halblinks versuchte Neymar immer wieder in den Halbraum zu gehen, aber da das kaum mit anderen Bewegungen verbunden war, gelang es mannschaftlich nicht, dieses Movement im Rücken Modric´ auch so zu bedienen, dass Folgegefahr möglich gewesen wäre. Gegen die lose Mannorientierung von Carvajal konnte jenes Einrücken somit nur etwas Raum für Verlagerungen auf Jordi Alba schaffen.

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Die Offensivspieler bleiben beim Rückpass einfach hoch, gleich drei Mann stehen im Abseits und dann lässt die 4-2-4-artige Struktur fast nur noch den langen Ball zu. Hier auch das spätere 4-4-1-1 Reals angedeutet.

Gleichsam gab es zentral einige seltsam hohe Bewegungen von Messi und Suárez, die sich nun grundsätzlich oft als Pärchen formierten, von denen einer aber phasenweise im passiven Abseits für Unruhe zu sorgen versuchen schien, jedoch in unsauberer Umsetzung. Schlussendlich fanden sie auf die sich verändernden Gegebenheiten keine wirkliche Reaktion mehr, nachdem die Madrilenen die per Ecke erzielte Barca-Führung spät gedreht hatten. Der Siegtreffer hatte sich in den letzten Minuten sogar ein wenig angedeutet, nachdem die Offensivabteilung der Königlichen zunächst nur schleppend in die Partie gekommen und gerade vor der Halbzeit aus abwartender Haltung wenig gefährlich gewesen war.

Königliche mit Ball nicht überzeugend

Die Geschichte der Angriffsbemühungen Reals begann in dieser Begegnung also nicht gerade ruhmreich. Aus einer 4-3-3-Formation heraus zeichneten sie sich vor allem durch geringes Nachrückverhalten aus. Im geordneten Aufbauspiel brachten die Madrilenen nur wenige Spieler nach vorne, teilweise bloß die drei Angreifer mit vielleicht einem zusätzlich unterstützenden Kollegen, oft etwa Marcelo. Gerade im Mittelfeldbereich wirkten die Freilaufbewegungen und die Verteilung der Positionierungen untereinander mehrmals unsauber und unausgewogen. Teilweise bestanden zu große Abstände, etwa beim mäßig eingebundenen Kroos-Herauskippen nach links zum Aufrücken Modric´.

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Kroos und Casemiro schieben sehr nah an die tiefste Linie, der Abstand sowohl zu Modric halbrechts als auch zu den hohen Stürmern wird sehr groß.

So gehörte über viele Phasen, insbesondere im ersten Durchgang, auch der lange Ball auf das hochstehende Sturmtrio zu einem bevorzugten Mittel der Gäste. Theoretisch boten die insgesamt etwas inkonsequenten Katalanen aber schon in dieser Phase Angriffsfläche an, nur wurde diese noch nicht genutzt. Die 4-3-3-Formation der Gastgeber präsentierte sich auch gegen den Ball oft verschoben, da Messi immer wieder sehr zentral agierte, teilweise fast als eine Art tiefer Zehner. So schob im Pressing auf rechts Rakitic etwas nach außen und rückte dann beispielsweise lose auf Marcelo heraus, wenn dieser an den Ball kam. Das wirkte teils fast wie ein improvisiert asymmetrisches 4-2-3-1-haftes Pressing.

Nachlässige Rückzugsbewegung bei den Katalanen

Grundsätzlich arbeitete Neymar auf seinem linken Flügel mehr mit nach hinten als es die beiden anderen Stürmer taten, aber im zweiten Drittel und der weiteren Rückzugsbewegung gab es auch zahlreiche Szenen, in denen Barcelona nur in einer 4-3-Ordnung verteidigte und sich die gesamte Angriffsreihe höher halten durfte. Das ermöglichte manchen Konter, aber in Sachen defensiver Präsenz, Zugriffsmöglichkeiten und Kompaktheit an der Formation war es naturgemäß nicht ideal. Man musste auf außen einige Male Raum lassen, konnte dort nicht Druck machen oder hatte dafür lange Verschiebewege auf sich zu nehmen. Hinzu kam eine durchschnittliche Intensität in der Rückzugsbewegung zum Strafraum hin.

Diese etwas inkonsequente, nicht immer ausreichend intensive Vorstellung der Katalanen sorgte für einige flache Staffelungen und Lücken. In der Folge ergaben sich bei gegnerischen Flügelangriffen zwischendurch größere Rückraumschwächen, zumal Rakitic teilweise außen mit zurückfiel und dann die Präsenz vor der Abwehrreihe noch mehr sank. Beispielhaft wurde dies etwa bei Benzemas Direktabschluss kurz vor der Halbzeitpause deutlich. In diesem Gesamtkontext entstanden auch durch das weite – diesmal teilweise etwas zu hohe – Herausrücken Busquets´ indirekte Folgeschwächen. Die Raumsicherung im Rücken hatte Barcas Sechser fast immer im Griff, aber die Achter mussten teilweise etwas enger stehen und bei Abprallern nach langen Bällen waren die eigenen Rückwärtswege sehr weit.

Reals Konter sorgen für den Sieg

Trotz alledem entwickelten die Gäste ihre größte Gefahr bei schnellen Kontern – wie sie es über die letzten Jahre in vielen Clásicos zu fokussieren versuchten. Schon im ersten Durchgang deuteten sich in diesem Bereich gewisse Möglichkeiten an, wenngleich noch keine ganz große Chance heraussprang. Das Gegenpressing der Katalenen funktionierte zwar nicht schlecht, aber auch nicht immer besonders gut, so dass es gelegentlich umspielt wurde. Fand Real dann hinter dem ersten Gegenpressing-Schwall mal Raum, brach die Folgeintensität im weiteren Gegenpressing bei Barca aber ebenso einige Male ein wie im Rückzugsverhalten.

Die fehlende Konsequenz in dieser Phase wurde dann genauso problematisch wie in Szenen, in denen sich die Madrilenen aus dem Aufbau nach Raumgewinn nach vorne spielten. Sie stellten zunehmend auf eine Art 4-4-1-1 mit Kroos links und Cristiano als konterndem Halbstürmer um. Durch die zielstrebigen Vorwärtssprints von Cristiano Ronaldo und Bale, situatives Zocken und einige gute Bewegungen Benzemas wurde Real hier immer gefährlicher, hatte später teilweise Überzahlen in den Lücken zwischen Barcas sich zurückschleppenden Formationsteilen. Wichtig war dafür auch Marcelo, der sein vermehrtes Herausrücken gegen Verlagerungen und einige erhöhte Positionierungen dadurch nutzte, um im Konter zu unterstützen. Links gab es vereinzelt gar kleine Umschaltüberladungen für die Hauptstädter.

So war es dann auch der brasilianische Linksverteidiger, der quasi im Alleingang das zwischenzeitliche 1:1 einleitete. Vor dem späten 1:2 per Gegenstoß gab es noch einige weitere Szenen, in denen die Madrilenen große Lücken fanden und mit Tempo nach vorne attackierten. Dabei handelte es sich auch um Schnellangriffe gegen nun früheres, aber in unpassenden Abständen zu weit aufrückendes Barca-Pressing. Das restliche Mittelfeld konnte die Räume nicht sichern, was Real einige Male gut durch Vorstöße des ballfernen Mittelfeldakteurs in die Lücken nutzte. Auch wichtig war aus Sicht der Madrilenen, dass sie nach dem Platzverweis beim Dreiersturm im 4-2-3 blieben und nicht zu einem simplen 4-4-1 o.ä. wechselten.

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Vor Cristianos Aluminium-Treffer: Barcas hohes Pressing wird überspielt, indem Kroos den Raum freizieht und Casemiro hinter ihm in die Lücke startet. Nach Carvajals Pass in die Mitte kann der große Raum zu Barcas Abwehrlinie attackiert werden.

Fazit

Kein besonders guter, im Komplettpaket überzeugender Clásico. Letztlich waren es die Madrilenen, die im Laufe der Partie insbesondere im eigenen Abwehrdrittel etwas mehr Kohärenz und Konsequenz fanden. Die Nachlässigkeiten, die Barca in diesem Bereich in der Rückzugsbewegung zur Abwehr anbot, konnte der Gast mit einigen Kontern und Schnellangriffen von geschickter Präsenzverteilung dann in den Schlussminuten bestrafen.

Einmal mehr ein herzlicher Dank an laola1.tv für das Bildmaterial.

Boris 10. April 2016 um 17:58

Ich finde es grundsätzlich spannend, Artikel über spiele lesen zu können die etwas mehr tiefe bringen, als das was man so von den üblichen (kicker, Eurosport usw) gewohnt ist.
Da gehen die schreiber sehr oberflächlich auf die Schlüsselszenen ein und nicht mal dort werden genauere Analysen prsentiert, sondern nur berichtet wer den assist gegeben hat, wer getroffen, fertig (mehr oder minder).
Was mich bei eucch aber stört ist dass ihr ständig auf dem formationen-Wahn seid.
Wenn Marcelo mal nach vorne rückt um auf rackitics (kurz-zeitiges) ausweichen auf die Seite reagiert, sprecht ihr geich von 3-4-3 Umstellung usw.
Ein nicht-funktionieren der Ball-Staffete, oder ein nicht erfolgreicher Torschuss hat oft (kleinere) Gründe, als dass man die in der formation suchen müsste (zBsp. passivität der Mitspieler in wichtigen Momenten usw …)
Würde mich freune, wenn man mal auch dahingehend Analysenlesen könnte.
FG
Boris

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RM 10. April 2016 um 18:17

Was mich bei eucch aber stört ist dass ihr ständig auf dem formationen-Wahn seid.
Wenn Marcelo mal nach vorne rückt um auf rackitics (kurz-zeitiges) ausweichen auf die Seite reagiert, sprecht ihr geich von 3-4-3 Umstellung usw.

Da spricht auch keiner von einer Umstellung, sondern von einer Staffelung, die durch eine Bewegung kurzzeitig hergestellt wurde. Die Zahlenkombination dient wie bei der Grundformation auch bei den situativen Staffelungen nur als simple Beschreibung zum Verständnis, wie dies ungefähr so aussah. Das 3-4-3 durch Marcelos nach vorne rücken existiert nur kurzzeitig (und ist kein sauberes 3-4-3), sondern soll dem Leser vermitteln, wie weit Marcelo aus der Grundformation bei dieser Situation ungefähr herausschob. Insofern sind wir nicht in einem Formationswahn, sondern in einem Beschreibungswahn.

Ein nicht-funktionieren der Ball-Staffete, oder ein nicht erfolgreicher Torschuss hat oft (kleinere) Gründe, als dass man die in der formation suchen müsste (zBsp. passivität der Mitspieler in wichtigen Momenten usw …)
Ja, das stimmt.

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Bernhard 4. April 2016 um 14:33

Anfangs konnte ich mich mit TRs Stil ned so recht anfreunden. Die Monstersätze haben mich abgeschreckt. Mittlerweile lese ich seine Artikel sehr gerne.

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Todti 4. April 2016 um 12:42

Ich liebe Marcelo, für mich gibt es einfach keinen unterhaltsameren Spieler. Pressingresistenz, Kreativität, und dazu der etwas eigenwillige brasilianische Charakter, großartig. Das Spiel allerdings, na ja.
Kein besonders beeindruckender Clasico, aber wie Gh schon geschrieben hat, sprachen dieses Jahr auch nicht viele Faktoren dafür. Generell muss ich sagen, dass ich mit weniger Vorfreude in die Spiele der großen 3 in Spanien gehe als in Champions League-Spiele, da mir der Spielfluss wegen der ganzen Nickeligkeiten und des Dramas fehlt. Casemiro?
Wenn man böse und oberflächlich ist, könnte man von einer Anglisierung der Mannschaften, vor allem Barcelonas, sprechen. Geringere Kompaktheit und Intensität der (hauptsächlich externen) vorderen Reihe, unpassende Bewegungen zueinander. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es unter Guardiola so eine Partie gegeben hätte. Dazu dann noch die anfänglich vielen langen Bälle Reals. Zum Glück geht es unter der Woche direkt weiter.
Ich habe diese Saison, hauptsächlich aufgrund Benitez‘, wenige Spiele von Real gesehen, aber Casemiro scheint recht häufig zu spielen (und am Samstag anscheinend auch mit Erfolg). Kann mir jemand ihn sowie seine generelle Rolle bei Real genauer beschreiben? Danke schon mal vorab.

PS: Schöne Struktur des Artikels, eher systematisch als chronologisch. Die Idee gefällt mir.

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Gh 4. April 2016 um 15:19

Ja, ich habe mir bei RMs Artikeln über Enriques Barca auch manchmal gedacht: was will er jetzt eigentlich, von wegen Unsauberkeiten und so. Aber jetzt gegen Real hat man das was RM da subtil angedeutet hat wie durch ein Vergrößerungsglas gesehen. Die Frage ist halt, ob diese Inkohärenzen und das nie wirklich optimale Pressing auch für den Gegner bespielbar sind wenn MSN top spielen und den Gegner auf ihre Art so beständig unter Druck setzen. Ich finde Enriques Ansatz nicht uninteressant, dass letzlich das ganze Gefüge von Bewegungen der Stürmer getriggert wird und nicht aus dem MIttelfeld raus. Bei aller Guardiola-Nostalgie darf man glaub ich auch mal an die (seltenen) Gurkenpartien unter Pep erinnern, die waren zwar nicht inkohärent, aber von zementartiger Zähigkeit.

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Todti 4. April 2016 um 17:23

Ja, da bin ich bei dir. Hier wurde ja in der Hinrunde schon erklärt (was bei der beeindruckenden Offensichtlichkeit vielleicht nicht mal nötig war), wie gefährlich dieses komplettere Barcelona unter Enrique in Topform sein kann. Möglicherweise mussten sie dafür aber Einbußen in anderen Bereichen hinnehmen, sodass unter dem Strich ein ähnliches Niveau herauskommt, trotz der personellen Investitionen und der veränderten Priorisierung.
Ich glaube, letztlich haben sie dabei ein Stück weit ihre Einzigartigkeit eingebüßt. Die mit deiner Alliteration so schön beschriebenen Spiele waren ja das Ergebnis eines Festhaltens an Guardiolas Doktrin, lieber in Schönheit zu sterben als sich zu verbiegen (um das mal überspitzt zu formulieren). Davon ist man natürlich ein Stück weit abgekommen. Die Frage ist, ob das am Ende ein Rolle spielt, wenn sie dann trotzdem die Titel gewinnen.

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Fan 4. April 2016 um 12:11

Bei Real funktioniert das 4-3-3 besser als das 4-2-3-1. Welch eine Überraschung. PS: Bei welcher Mannschaft nicht?

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Dr. Acula 4. April 2016 um 16:18

Unter Mou war das 4-2-3-1 net schlecht. Finde deinen Beitrag arg verallgemeinert.
Chelsea zB nutzt seit längerem das 4-2-3-1

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IWannaFmyDad 4. April 2016 um 11:06

Wow, was ein gurkenkick. Wie im Artikel erwähnt wird; ein Spiel betont bestimmt von beidseitigen Inkohärenzen. Um das zu verdauen musst ich mir erstmal ein clasico aus der guardiola-Mourinho-Zeit anschauen. Ich hätte es im Leben nicht für möglich gehalten, dass Barca gegen DIESES Real verliert..

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Gh 4. April 2016 um 11:24

ich würde mal auf der einen seite real nicht so schlecht sehen und dann diesen classico nicht so hoch hängen. barcas sturm hatte komplett südamerika-kater und war nur für 60 minuten fit. da die drei von der torstelle der angelpunkt von enriques barca sind ist das fatal gewesen. übrigens schöner beweis wie sich barcas spiel unter le verändert hat – das mittelfeld ist nicht mehr das herz, sondern nur noch zulieferer für den msn. andererseits hat barca die viel wichtigeren spiele gegen atletico vor sich, fokus der vorbereitung mit der lästigen länderspielpause ist halt nicht der classico gewesen. was real noch in der cl reißen kan wird man sehen, ein angenehmer gegner ist real nur für kleine teams mit bissiger strafraumverteidigung. alle teams die selber spielen wollen sind durch die real konter gefährdet. also… kann real atletico in der cl vermeiden, können sie gut und gern die cl gewinnen.

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August Bebel 4. April 2016 um 16:22

Bei Barcas Stürmern bin ich mir nie sicher, ob die nicht fit oder faul sind bzw. halt nicht zurückarbeiten müssen. Furchtbar finde ich, dass sie nie ausgewechselt werden, selbst wenn es Sinn ergeben würde… Naja, ein schlappes Spiel.
Was genau sollen denn eigentlich Inkohärenzen bzw. Kohärenzprobleme sein?

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Dr. Acula 4. April 2016 um 22:40

da sind wir schon 2, die sich diese frage stellen. finde es immer fragwürdig, wenn ein oder mehrere spieler quasi über dem team stehen. auch wenns mit messi der beste aller zeiten ist. fußball ist in meinen augen ein teamsport, wer nicht mitzieht, sollte ausgewechselt werden. aber messi hat ja vor paar jahren, als er glaub martino signalisiert hat, dass er sich das mit seiner auswechslung nochmal überlegen soll, schon klar gemacht, wer bei barca die hosen an hat. gut, wenn er dann in der 90. kurz den god mode anschaltet und wieder verrückte dinge anstellt, redet keiner mehr darüber.. zähes thema

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Gh 5. April 2016 um 09:26

Man muss aber auch mal sagen, dass die Stürmeralternativen bei Barca derzeit nicht so hochwertig sind, so, Munir, jetscht geh mal rein und zeig, dass de bescher bischt alsch der Meschi? Barca ist ja schon lange auf der Suche nach einem neuen Hendrik Larsson.

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Michael 4. April 2016 um 19:19

Ich hatte eigentlich auch auf einen tollen Clasico gehofft, aber objektiv gesehen war der nicht zu erwarten. Der Vorsprung ist groß genug, dazu die Südamerika Spiele erst Mittwoch früh MESZ, dann Dienstag schon das wichtigere Spiel für Barca und irgendwann endet jede Serie, hier eben nach 40 Spielen. Insgesamt Real unglaublich defensiv in den ersten 20min und auch sonst kaum aus dem Loch gekommen, mal die letzten 15min ausgenommen. Barca aber auch kaum zwingend und vorne extrem lauffaul. Man muss aber auch sagen, dass ohne den sehr glücklichen Anschlusstreffer, kaum was angebrannt wäre, zumindest hatte ich nie das Gefühl das Real was reißen könnte. Aber wie das so ist mit Gefühlen.

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AkimboSlice 4. April 2016 um 09:47

Und da soll mir einer erzählen, dieses Barca wäre besser als Guardiolas… Da kann ich nur drüber lachen. 2009-2011 hätte Barca ein so inkonsequentes Real aus dem Stadion geschossen

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Dr. Acula 4. April 2016 um 09:43

Otto Rehhagel (sinngemäß): kroos‘ Rolle ist sehr anspruchsvoll. Aus einer 3er Mittelfeld Kette hoch pressen während man vor sich seine 3 Stürmer hat, die einfach nichts tun.

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Onil 4. April 2016 um 09:18

Erschreckend wie groß bei Barca die Räume in der zweiten Halbzeit waren! Sowohl im Aufbau, aber insbesondere auch im Gegenpressing war ein riesiges Loch im Mittelfeld und folglich null Tiefenstaffelung zu erkennen. Und das war bereits die letzten Spiele zu sehen. Ziel war es vermutlich den Gegner zu locken, um eigene Konter ausspielen zu können, was gegen Reals Konterstärke nicht unbedingt sinnvoll ist – und schon gar nicht, wenn es so extrem praktiziert wird.
Zweiter Punkt der auffiel war, dass Messi über weiter Strecken quasi als Zehner oder falsche Neun gespielt hat, aber ohne dass Rakitic dies wie üblich durch seine breitere Positionierung ausgeglichen hätte. Keine Ahnung warum, vor allem wenn Real mit Casemiro versucht das Zentrum dichter zu machen. Insgesamt ein Clasico auf sehr mäßigem Niveau und für mich als Barca-Fan erschreckend, dass man gegen ein noch nicht mal wirklich starkes Real völlig verdient verliert ;-(

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