Geduldige Gladbacher „sichern“ sich direkte CL-Qualifikation

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Im Topspiel der 32. Runde standen sich mit Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen der 3. und 4. der laufenden Bundesliga Saison gegenüber. Die Partie wurde im Vorfeld mit Spannung erwartet; es ging schließlich nicht nur um die direkte Qualifikation für die Champions-League, sondern mit Schmidt und Favre standen sich auch zwei absolute Fachmänner gegenüber, welche beide „Pep’s-Bayern Bezwinger“ auf ihrer Visitenkarte stehen haben.

Schmidt und Favre schickten ihre Mannschaften in den jeweils gewohnten Formationen aufs Feld, respektive 4-2-2-2 bei Bayer sowie das klarere 4-4-2 auf Seiten der Gladbacher.

Bild 1: Grundformation der beiden Mannschaften zu Beginn

Gladbach hatte wieder seine bekannten Pressingtrigger im Repertoire bei denen einer der beiden Stürmer (speziell Raffael) bei schwachen Rückpässen auf den Tormann aggressiv herausrückte und so versuchte, sehr schnell möglichst viel Druck auf die erste Linie des Gegners aufzubauen. Dabei hatte das Ganze allerdings wenig Verbindung in der Vertikalen, da das Mittelfeld teilweise gar nicht aufrückte. Ansonsten agierten die Gladbacher wie bekannt in ihrem 4-4-2 Block welcher in Sachen Kompaktheit und kluger Nutzung der Deckungsschatten seinesgleichen sucht. Bei Gladbach wird die Position der Flügel in Bezug auf den Nebenmann in der Mittelfeld-Viererkette äußerst diszipliniert und kompakt gehalten; dementsprechend oft konnte man sehen und hören wie Coach Favre von außen einforderte, dass die Abstände kurz bleiben. Für die Leverkusener war es dadurch schwer, eine kontinuierliche Spielentwicklung voranzubringen, denn wie viele Mannschaften zuvor wurden sie dabei vom zentral kompakten Block recht rasch auf den Flügel geleitet.

… Leverkusen mit der aktiveren Version eines ähnlichen Systems.

 Im Leverkusener System sind die mittleren zwei Akteure in der vorderen 2-2-2 Staffelung hingegen keine Flügelspieler, sondern werden von Roger Schmidt selbst als Zehner bezeichnet. Roger Schmidt musste hier, neben den verletzten Papadopoulus und Castro, den gesperrten Bellarabi ersetzen, der als Breitengeber und Dribblingmaschine durchschnittlich 34 Zweikämpfe pro Spiel bestreitet. Für ihn rutschte SV-Legende Julian Brandt in die Startelf, welcher die Position naturgemäß ein wenig anders interpretierte als sein gesperrter Kollege. Man konnte ihn vermehrt im Zehnerraum antreffen und seine Laufwege waren ballorienterter als die Bellarabis, der gerne mal als Breitengeber an der Seitenlinie bleibt und so die Breitenstaffelung des Gegners herausfordert. Doch auch wenn Brandt eher darauf bedacht war, Verbindungen herzustellen, ließ er sich hin und wieder, wenn auch selten, als Breitengeber blicken.

Leverkusen agierte gegen den Ball über weite Strecken im 4-2-4 und machte schon sehr weit vorne die Mitte dicht. Auch Bayer Leverkusens Ziel war es, dadurch das Spiel konsequent auf den Flügel zu leiten. Um das zu erreichen, wurde die Mitte mit teilweise allen vier offensiven Spielern (Brandt, Calhanoglu, Kießling und Son) massiv dicht gemacht. Die vier offensiven Spieler stellten dabei die Passwege ins Zentrum zu, teilweise schob mit Lars Bender auch einer der beiden Sechser mit auf um einen der beiden Stürmer abzusichern, wenn dieser beschloss, die gegnerischen Innenverteidiger anzulaufen. Dadurch entstanden gegen den Ball oftmals 4-1-3-2 bzw. 4-1-5 Staffelungen.

Wenn der Pass auf den Flügel dann kam, wurde viel aggressiver gegen den Ball gearbeitet als es die Gladbacher auf der Gegenseite taten. Neben den ballnahen Zehner und Stürmer attackierte auch der ballseitige Außenverteidiger der Leverkusener weiträumig und wurde dabei vom ballseitigen Innenverteidiger durchgesichert. Nachdem auch der ballferne Innenverteidiger extrem ballorientiert verschob, blieb dabei oft ein großes Loch im ballfernen Halbraum, dieses wurde aber bewusst freigelassen bzw. in der weiteren Entwicklung von den Sechsern aufgefüllt.

Vor allem in den ersten 20 Minuten klappte das Spiel von Roger Schmidts Mannschaft ausgezeichnet und man konnte den Gegner fast permanent aus der eigenen Hälfte fernhalten. Wenn man über den eigenen Spielaufbau nicht zielstrebig genug nach vorne kam, so setzte man auf die altbekannten langen Bälle im Spielaufbau, die in strategisch gut gewählte Räume geschlagen wurden, wo der Kampf um den 2. Ball oft zugunsten der Leverkusener ausging (siehe Bild 2) .

Bild 2: Leverkusener Gegenpressing nach weitem Abschlag von Leno.

So konnte man sich immer wieder weit in der gegnerischen Hälfte festsetzen. Nur ganze 18 Zuspiele konnte Borussia Mönchengladbach im 1. Viertel der Partie in der Leverkusens Hälfte spielen. Ein beeindruckender Wert, welcher stellvertretend für die Dominanz der Werkself in der Anfangsphase steht.

Leverkusen spielte selber mit einem starken Fokus auf den Flügel – einerseits weil man dort viele Ballgewinne verzeichnen konnte und andererseits weil man sich im Spielaufbau oft auf den Flügel leiten ließ. Vor allem wenn die Leverkusener mit ihrem starken Gegenpressing den Ball in der Hälfte der Borussia erobern konnten, schien der ballferne Flügel aufgrund der Kompaktheit der Gladbacher kurz bespielbar. Doch die Borussia konnte schnell nachschieben und die Leverkusener kamen, obwohl sie sich in der gegnerischen Hälfte festsetzen konnten, schwer ins letzte Drittel. Durch das Gegenpressing und die individuelle Klasse von Brandt und Son konnte man trotzdem ein paar Flügeldurchbrüche erzielen, welche dann jedoch nicht immer zielstrebig zu Ende gespielt wurden –gegen Gladbacher, bei denen man bekanntlich nur ein kurzes Zeitfenster besitzt, um gefährlich zu werden.

Geduldig aufbauende Gladbacher …

Die Mannschaft von Lucien Favre versuchte im Spielaufbau selber sehr konsequent über tiefe Ballzirkulation Angriffe vorzubereiten. Dabei war es scheinbar das Ziel die Leverkusener anzulocken, um dann schnell in die Spitze zu kommen. Man ließ sich von diesem Plan auch nicht abbringen, nachdem die ersten 20 Minuten klar an Leverkusen gingen. Oft blieb den Gladbachern dabei nur der Pass zwischen Tormann Sommer und den beiden Innenverteidigern (Sommer zu Jantschke bzw.  zu Brouwers waren daher auch die am häufigsten gespielten Pässe im ganzen Spiel). Diese wurden, vor allem zu Beginn, so gut wie nie von den Leverkusenern angelaufen denn, wie eingangs erwähnt, war es das Ziel von Bayer 04, das Spiel im zweiten Drittel nach außen zu leiten.

Obwohl Gladbach einen ruhigen Spielaufbau pflegte, wollte man in Drucksituationen um jeden Preis prekäre Umschaltsituationen verhindern und verstand es ausgezeichnet, unter Druck mittelstarke Chipbälle aus der Gefahrensituation zu spielen. Man hatte dann mit Kruse meist einen Spieler, der die Tiefe besetzte; das Ganze ging dann eher in Richtung 4-4-1-1, vor allem wenn man gezwungen war, näher am eigenen Tor zu verteidigen, und dort dann den Ball erobern konnte. Mit dieser tiefen Anspielstation versuchte man dann über vertikale Spielverlagerung (Pässe in die Tiefe – meist über zwei Linien des Gegners – gefolgt von einer direkten Ablage eine Linie zurück) nach vorne zu kommen und hatte damit, je länger die Partie ging, auch immer mehr Erfolg.

… gegen geschickt restverteidigende Leverkusener

Ansonsten konnte man durchgehend sehen wie einer der beiden Flügelspieler Herrmann/Johnson die Breite hielt, um die Kompaktheit der Leverkusener auszunutzen. Wurde dies zu Beginn der Saison noch als Schwachstelle ausgemacht, so hatte man in den letzten Wochen inklusive der ersten Halbzeit gegen Gladbach alles im Griff und konnte über Deckungsschatten und Druck aus dem kompakten Block den ballfernen Flügel beruhigt freilassen.

Im eigenen Ballbesitz agierte Bayer 04 mit einer Restverteidigung, die sich an der Zahl der Gegenspieler orientierte, welche für den offensiven Umschaltmoment abgestellt wurden. In diesem Fall sicherten Toprak, Jedvaj gemeinsam mit einem Außenverteidiger (häufig Hilbert) zu dritt gegen den gegnerischen Zwei-Mann-Sturm, bestehend aus Raffael und Kruse, ab. Die Restverteidigung stand dementsprechend auch über weite Strecken sicher. Erst ein paar fehlerhafte Versuche der Leverkusener, das Spiel flach aufzubauen, brachten die Gladbacher wieder zurück in die Partie und ließen sie im weiteren Verlauf auch die Überhand gewinnen. Einmal rutschte der absichernde Außenverteidiger Wendell schlicht aus und brachte Max Kruse so aus seiner zunächst ballfernen Positionierung in eine exzellente Abschlussposition, welche Bernd Leno jedoch vereiteln konnte.

Im Laufe der Partie ließen sich die beiden Leverkusener Stürmer dann gegen den Ball immer öfter rauslocken und zum Anlaufen der Innenverteidiger bzw. zum Stellen von Torhüter Sommer hinreißen. Sie entblößten zwischenzeitlich das Zentrum, wo dann Kramer und Xhaka anspielbar wurden. Diese Anlaufbewegungen waren immer wieder schlecht abgestimmt und dementsprechend nicht gefolgt vom, in der Anfangsphase noch üblichen, Rausrücken Lars Benders, was wiederum in einer mangelnden vertikalen Kompaktheit resultierte, so dass sich die Gladbacher gut befreien konnten. Auch wenn die Leverkusener Endverteidigung dann oft funktionierte, war es für das Spiel von Bayer wenig förderlich wenn durch das Zentrum so viele Spieler kurzzeitig aus dem Spiel genommen wurden. Die mangelnde vertikale Kompaktheit Bayers spiegelte sich auch in einer immer stärker werdenden Borussia wieder.

Außerdem wurde das weiträumige Anlaufen der Außenverteidiger von der Mannschaft nicht mehr so gut durchgesichert wie noch zu Beginn – nicht nur einmal konnte man beobachten wie Raffael oder Kruse diesen Raum für sich hatten. Hierbei waren es vor allem die Auffüllbewegungen von Rolfes die nicht ausreichend waren um den durchsichernden Innenverteidigern, den Rücken freizuhalten (Siehe Bild 3).

Bild 3: Leverkusener Angriffspressing mit durchsichernden Innenverteidigern.

Dass es dann schließlich zwei Standardsituationen waren, welche die Entscheidung zugunsten der Gladbacher herbeiführten, war auf der einen Seite unglücklich, auf der anderen Seite aber stellvertretend für die Schwachstelle der Leverkusener in dieser Saison. Während man aus dem Spiel heraus sehr wenig Tore kassieren musste, blieben Standardsituationen bislang die große Schwäche der Mannschaft von Roger Schmidt. Beim 1. Tor schalteten die beiden Sechser ballnah zu früh ab und vor allem die Außenverteidiger stellten sich in der Strafraumverteidigung wenig geschickt an. Auch das 2:0 war einerseits unglücklich, da dem Freistoß Gladbachs ein eigentlich sauberes Tackling von Jedvaj voraus ging (beim Treffer von Herrmann stand dieser auch noch leicht im Abseits), doch auch hier erkannte man Mängel bei Leverkusen, die zu lange brauchten, um vom Standard-Verteidigungsmodus wieder auf den normalen Spielfluss zu schalten.

Fazit

Es ist eigentlich jammerschade, dass ein Duell, welches sich auf einem derart hohen taktischen Niveau befunden hat, schlussendlich durch zwei seltsame Standardsituationen entschieden wurde. Die Leverkusener konnten vor allem in der Anfangsphase dort ansetzen wo sie gegen die Bayern aufgehört hatten und dementsprechend auch die Anfangsphase kontrollieren. Die Gladbacher spielten ihr gewohntes Spiel geduldig weiter und konnten so, peu à peu, die Oberhand gewinnen. Dennoch war die Partie über weite Strecken ausgeglichen bis dann die beiden Standards das Spiel entschieden. Das zeigt uns vielleicht, dass trotz aller taktischen Raffinesse am Ende des Tages manchmal dann doch andere Aspekte ein Spiel entscheiden können.

el niño vertical 12. Mai 2015 um 15:09

dieser „MA“ hat bereits bei 90Minuten und bei abseits.at sehr gute Analysen geliefert, ist immer wieder eine Freude zum Lesen. Da hat sich Spielverlagerung ein großes Talent mit ins Boot geholt.

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Thore 12. Mai 2015 um 12:37

Bei der derzeitigen Leistung beider Teams bin ich gespannt, was sie nächstes Jahr in der CL reißen können.

Was ist der Unterschied zwischen „absichern“ und „durchsichern“?

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LM1895 12. Mai 2015 um 22:59

Absichern würde ich einfach als Bewegung zur Absicherung von Mitspielern sehen (Ballbesitz oder gegen den Ball), durchsichern als das komplette durchschieben der Kette um einen weit rausrückenden AV auf der Seite abzusichern, das halt gegen den Ball…

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Finanztrend 12. Mai 2015 um 10:56

Aus der Perspektive und mit dem Hauptfokus auf Leverkusens gerichtet ist der Artikel sicherlich gut geschrieben. Dieses mal fehlt mir im Artikel die Objektivität!

BMG hatte u. a. die meisten zwingenden Großchancen. Lediglich einmal hatte BMG Glück, es hätte gut und gerne auch 5:1 für die Borussia ausgehen können.

Leider wurde es nur ein 3:0 😉

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qwertz 12. Mai 2015 um 20:26

Das habe ich beim lesen des Artikels und vor allem dem Fazit auch gedacht.
Das Mimimi eines Leverkusen-Fans – allerdings auf hohem Niveau.
Die Ausgeglichenheit habe ich in der Form auch nicht bemerkt.
MMn hatte Gladbach das Spiel voll im Griff.
Und nach den ersten 10 Minuten war ich tiefenenspannt. Leverkusen mit max. Aufwand und keinem Ertrag. Und mit jeder Minute Powerplay ging es an die Kraftreseveren.
Die dann möglicherweise sich in der mangelnden Konzentration bei den falschen Freistoßentscheidungen die Folge waren.
Im übrigen interessiert es niemanden wenn ein Freistoß vom Schiri falsch entschieden wird und es fällt kein Tor. Zumindest der erste Freistoß ist als Fehlentscheidung nicht der Rede wert.

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MA 12. Mai 2015 um 21:12

Danke für das Feedback, werde es in kommende Analysen einfließen lassen.

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Michael Maier 13. Mai 2015 um 07:54

Gladbach hatte ein klares Chancenplus, und hat zudem in Minute 39 einen klaren Elfer nicht bekommen (Bender an Hermann). Trotzdem, bis zum entscheidenden 2:0 habe ich keinen Anlass zur Entspannung gesehen.

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nougat 12. Mai 2015 um 10:45

„Geduldige Gladbacher sichern sich direkte CL-Qualifikation “

Nö. Bei noch 2 ausstehenden Partien haben die Gladbacher zwar beste Karten gegen Leverkusen im Kampf um den 3. Platz, allerdings sind noch 6 Punkte im Topf und bei einem Abstand von derzeit 5 Punkten könnte es Leverkusen noch packen.

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Dr. Acula 12. Mai 2015 um 10:27

deckt sich zml mit meiner Sicht des spiels, besonders das intensive isolieren Auf die Flügel war beeindruckend, aber ob man das 90 Minuten durchhalten kann…
Also der neue Autor MA hat einen sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, gefällt mir

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Olm 12. Mai 2015 um 08:40

Es war Herrmann, der nach Wendells Ausrutscher die große Doppelchance hatte.
Und auch wenn es am Schluss zwei Standards waren, die das Spiel entschieden, hatte Borussia auch aus dem Spiel heraus die besseren Möglichkeiten, (Kruse frei vor Leno, Raffael nach Hereingabe von Herrmann, Herrmann nach Wendellausrutscher), während Leverkusen sehr wenige wirkliche Chancen kreieren konnte.

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Anonymous 12. Mai 2015 um 08:27

„Das zeigt uns vielleicht, dass trotz aller taktischen Raffinesse am Ende des Tages manchmal dann doch andere Aspekte ein Spiel entscheiden können.“

Ähnlich wie bei Barca-Bayern.
Auch dort standen die Bayern gut, bis ein Messi kam.
Es kommt halt doch, jenseits aller Taktik, auf die individuelle Klasse an. (leider) 😉

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Peda 12. Mai 2015 um 07:39

MA ist mir schon bei 90minuten mehrmals positiv aufgefallen.

Angenehm zu lesen, mit dem Blick für das Wesentliche. Guter Mann! 🙂

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HK 12. Mai 2015 um 13:41

Kann ich mich nur anschließen. Kann das zwar vom Spiel her nicht beurteilen, da ich das nicht gesehen habe.
Aber das liest sich wirklich gut, ist strukturiert und informativ.

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a_me 11. Mai 2015 um 23:35

Danke für den Artikel MA, hoffe auf mehr in Kürze 😉

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rodeoclown 11. Mai 2015 um 22:26

Danke für den Artikel, war sehr angenehm zu lesen. War dieses starke Einrücken des ballfernen Außenverteidigers wie inBild 3 häufiger zu sehen? Und wäre die Absicherung etwas breiter nicht besser?

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studdi 12. Mai 2015 um 09:15

Das frage ich mich auch. Und wieso ist der Hauptfehler bei Rolfes? Müsste nicht auch Bender noch tiefer stehen um die zentrale abzusichern?

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Joker 12. Mai 2015 um 13:24

Ich hab mir auch gedacht, dass bender tiefer hätte stehen müssen, sodass er kruse in seinen deckungsschatten hätte nehmen können. Dazu hätte brandt dann zentraler und tiefer stehen können.

@rodeoclown, im laufe der saison hab ich auch schon öfter festgestellt, wie weit der ballferne AV einschiebt, wenn die beiden IV’s auch zur ballseite schieben. Ob eine breitere Absicherung besser ist, hängt wohl von der situation ab und ist v.a eine Philosophiefrage, und roger schmidt will anscheinend, dass seine Spieler sehr weit durchschieben.

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MA 12. Mai 2015 um 21:15

Ich kann schwer Schuldzuweisungen machen, nur beschreiben was der Plan von Bayer 04 war. Dieser sah vor ,dass Bender hoch steht und Rolfes auffüllt.

Bzgl. was besser wäre: Siehe Joker-Kommentar

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Michael Maier 13. Mai 2015 um 11:41

Ich denke auch, dass das „System Schmidt“ beschreibt. Schmidt will Ballbesitz und Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte erzwingen. Dafür müssen möglichst viele Spieler hoch stehen, und hinten wird häufiger mit einer „Restverteidigung“ agiert. Wenn Bender in dieser Situation (Bild 3) tiefer bzw. bei Kruse steht, und Brandt auch tiefer positioniert ist, wäre das (vorausgesetzt das Korb hier tatsächlich Kruse anspielen konnte) defensiv natürlich besser gewesen – aber es hätte nicht dem System entsprochen. Man kann nicht in jeder Situation alles haben…

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August Bebel 13. Mai 2015 um 16:35

Ich finde außerdem, dass die Abwehr auch etwas zu tief steht, zumindest wenn die Graphik die Abstände einigermaßen akkurat wiedergibt. Vom tiefsten bis zum höchsten Spieler wären das ja ca. 50 Meter.

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Michael Maier 14. Mai 2015 um 09:35

Du hast völlig recht, Jedvaj und der Aussenverteidiger müssten in dieser Situation systemgerecht höher stehen, konkret kann bzw. muss Jedvaj hier auf Kruse rausrücken. Korb hat dann nur den Rückpass auf Jantschke, denn den Flankenwechsel auf Johnson oder Raffael hat er nicht in seinem Repertoire.

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