Standardtore und strategische Konsequenz entscheiden 4-4-1-1-Duell

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Mainz gegen Schalke, Schmidt gegen Di Matteo, 4-4-1-1/4-2-3-1 gegen 4-4-1-1/4-2-3-1.

Roberto Di Matteo rückt vom Di-Matteo-System ab

Normalerweise spielen die Königsblauen seit Amtsantritt Di Matteos vorrangig im 5-3-2, seltener auch in 5-2-3artigen Varianten. Di Matteo, ohnehin als sehr defensivorientierter Trainer verschrien, rückte nur selten in einzelnen Situationen davon ab. Dieser enorme Zentrums- und häufig durch eine klare Fünferkette in der ersten Linie erzeugte Defensivfokus wurden in gewisser Weise zu einem Markenzeichen der Schalker in den letzten Monaten.

Grundformationen

Grundformationen

In den letzten Wochen stellte Di Matteo allerdings um. Statt des 5-3-2 gab es vermehrt ein 4-4-1-1/4-2-3-1 zu sehen, welches nun auch gegen Mainz genutzt wurde. Farfan lief wieder von Beginn auf und spielte als rechter Flügelstürmer, das junge Talent Leroy Sane startete auf links, zentral bildeten Choupo-Moting und Huntelaar das Sturmduo. Diese Ausrichtung zeigte in gewisser Weise bereits, wie das Angriffsspiel der Schalker aussehen würde.

Auf der rechten Seite blieb Höwedes meistens tiefer und sicherte ab. Farfan gab oftmals die Breite, ging dann diagonal hinter die Abwehr, wenn er Schnittstellen durch seine breitere Position öffnen konnte, oder brach seitlich durch. Farfan probierte somit ein paar Dribblings und Hereingaben im letzten Drittel anzubringen, Huntelaar besetzte das Sturmzentrum. Interessant war die Rollenverteilung von Sane und Choupo-Moting.

Choupo-Moting fungierte als hängender Stürmer. Dies war allerdings deutlich klarer als es bei vielen Mannschaften im 4-4-1-1 ist; auch im Pressing stand Choupo-Moting deutlich tiefer als Huntelaar, rückte nur vereinzelt nach vorne auf und versuchte Geis entweder mannzudecken oder ihn in seinen Deckungsschatten zu nehmen. In Ballbesitz war es ebenfalls meist Choupo-Moting, der den Zehnerraum alleine besetzte. Seine tiefere Position im Vergleich zum Huntelaar war wohl auch ein geplantes Mittel im Konterspiel, um über den pressingresistenten und dribbelstarken Chuopo-Moting eine schnelle Anspielstation mit Kurzpässen nach Balleroberungen zu haben.

Sane auf links komplettierte die Offensive. Er schob immer wieder von der linken Seite in die Mitte bzw. bis hin zum rechten Halbraum, unterstützte die drei anderen Offensivspieler und überlud flexibel Zonen in der Spielfeldmitte. Obgleich diese Bewegungen interessant und potenziell durchschlagskräftig waren, fehlte es an den passenden Nachrückbewegungen. Die Sechser hielten sich zurück und auch die Außenverteidiger, insbesondere der bereits erwähnte Höwedes, in höheren Zonen tauchten selten im letzten Drittel auf.

Zwar hatte Schalke eine kleine spielerische Überlegenheit, erspielte sich aber wie Mainz kaum größere Chancen.

Mainz geizt nicht, sondern geist mit langen Bällen

Die Hausherren starteten in einem ähnlichen System wie die Schalker. Sie nutzten ein 4-4-1-1/4-2-3-1, in welchem Koo quasi Sanés Rolle übernahm, Malli als hängender Stürmer auflief, Okazaki das Sturmzentrum besetzte und Jairo sich wie Farfan eher breiter positionierte. Natürlich gab es in den genauen Laufwegen und Aktionen Unterschiede, dennoch gab es ein paar Parallelen zwischen den beiden Mannschaften.

Wichtig war auch, dass beide Mannschaften ein Mittelfeldpressing nutzten, hier wenig Räume offenbarten und insgesamt kompakt agierten. Gleichzeitig ließen sie dem jeweils anderen Team aber genug Zeit und Raum in der ersten Linie das Spiel aufzubauen. Nur: Beide Teams nutzten das nicht. Schalke suchte mit schnellen Flachpässen den Weg nach vorne, Mainz spielte häufig direkt lange Bälle in die Spitze.

Besonders Geis hatte wie üblich diese Aufgabe inne. Immer wieder gab es schon aus dem Sechserraum lange Bälle hinter die Abwehr der Schalker oder in den Zwischenlinienraum, wo die Flügelstürmer und Okazaki immer wieder für zweite Bälle gefordert waren.

Bis zum ersten Tor wirkte diese Ausrichtung der Mainzer ineffizient. Schalke hatte deutlich mehr Abschlüsse und mehr vom Spiel. Doch zwei Tore nach Ecken für die Mainzer sorgten innerhalb weniger Minuten für eine klare Führung; was Mainz natürlich in die Karten spielte.

Schalkes Reaktion auf den Rückstand

Schalke fand nämlich kaum ein Mittel, um die Mainzer Defensive zu überrumpeln. Die Mainzer überzeugten gegen den Ball. Sie versperrten die Passwege in den Sechserraum, agierten als Kollektiv kompakt und die Mittelfeldkette war auch horizontal sehr eng gestaffelt. Aus dieser Mittelfeldkette rückten sie situativ nach vorne, stellten Druck im Mainzer Mittelfeld her und zogen sich schnell wieder zurück, wenn es keine Chance auf einen Zweikampf gab.

Deswegen ließen die Schalker den Ball oftmals lange zirkulieren, ohne dass sich ein Loch im Mittelfeld auftat. Daraufhin folgten natürlich viele lange Bälle in Richtung Sturmzentrum, welche von den Mainzern durch ihre gute Staffelung und passende Pressinghöhe fast immer neutralisiert werden konnten. Nach der Halbzeitpause veränderte sich wenig.

Schalke hatte (viel) mehr vom Ball, aber fand wenig Raum im letzten Drittel und generell im Zentrum vor. Mainz verteidigte gut und wurde zunehmend tiefer, was wohl einerseits die Kräfte sparen und andererseits auch Räume für Konterangriffe öffnen sollte. Die Gäste aus Gelsenkirchen schoben zwar die Außenverteidiger verstärkt nach vorne und versuchten dadurch mehr Offensivpräsenz zu erzeugen, alles in allem sorgten sie aber nur für mehr Spieler in höheren Zonen. Die Verbindungen waren mangelhaft und Dynamik wurde kaum geschaffen.

Das Mainzer 4-4-1-1 wurde aber nicht durchgehend tief und konterorientiert gespielt. Schmidts Elf baute immer wieder kürzere, höhere Pressingintervalle ein oder hielt den Ball geduldig in den eigenen Reihen, anstatt sofort tororientiert auf Konter oder lange Bälle zurückzugreifen. Der Sky-Bundesliga-Kommentator bezeichnete die Ballstafetten gar als „provokant“. Vermutlich meinte er, dass es die Schalker zu einem höheren Pressing provozieren sollte. Doch Schalke ließ sich entweder nicht provozieren oder hatte keine Mechanismen, um ordentlich Druck zu erzeugen, weswegen sie auch in der zweiten Hälfte die meiste Zeit eher passiv und harmlos pressten.

Di Matteos Einwechslungen veränderten daran kaum etwas. Goretzka für Neustädter sollte wohl mehr Vertikalität und eine andere Aufteilung der beiden Sechser bringen. Aogo war nun tiefer und insgesamt gab es zwei dynamischere Sechser im zentralen Mittelfeld, die öfters die Position und Rolle tauschten.

Draxler für Farfan war einerseits wohl der Ermüdung Farfans geschuldet, andererseits sollte die Sturmreihe mit Draxler auf rechts, Chupo-Moting als ausweichendem Akteur und Sane auf rechts deutlich flexibler und dynamischer werden. Choupo-moting agierte phasenweise auch als linker Flügelstürmer und Draxler ging auf die Zehn, doch all diese Anpassungen brachten wenig. Mainz stand stabil, Mainz stand sicher und Mainz überstand bis zum Spielende alle Schalker Angriffe.

Fazit

Schalke mag zwar den Anschluss an die CL-Plätze verloren haben, doch mit dieser Niederlage könnten sie vielleicht den Anschluss nach unten an die Verfolger der EL-Plätze hergestellt haben. Das 4-4-1-1 funktionierte in der Anfangsphase eigentlich gar nicht so schlecht, doch der frühe Rückstand spielte natürlich Mainz in die Karten. Die Mainzer spielten mit der Führung im Rücken gut auf, wechselten zwischen schnellen Kontern und längerem Ballbesitz sowie unterschiedlichen Pressinghöhen, konzentrierten sich auf das Versperren des Zentrums und ließen Schalke wenig Raum.

Di Matteos Mannschaft fand keinen wirklichen Weg durch diesen Block. Viele Flanken, Distanzschüsse, Halbchancen und Ballverluste dominierten Schalkes Angriffsspiel. Die Mitte war bis zur Schlussphase weitestgehend versperrt und auch die Einwechslungen der frischen, dribbelstarken Goretzka und Draxler half nur bedingt. Man darf somit den Mainzern zum Klassenerhalt gratulieren.

Koom 23. Juni 2015 um 11:09

Da gerade der Geis-Wechsel verkündet wird (no hard feelings, Geis ist durchaus reif und gefestigt für einen Wechsel zu etwas „größerem“):

Schalke hat doch mittlerweile den jüngsten und talentiertesten Kader der Bundesliga, oder?

Nastasic (22), Ayhan (20), Kolasinac (22), Kirchhoff (24), Geis (21), Goretzka (20), Meyer (19), Sane (19), Draxler (21). Dazu noch SV-Lieblinge wie Höger, Neustädter, vorne Choup-Moting. Ein Hammerkader, blutjung. Letzteres mag vielleicht auch ein Grund (oder eher Ausrede) sein, warum die letzte Saison so meh war, aber die Jungs kommen jetzt eigentlich alle in das Alter, wo sie ihre PS auf den Boden bringen müssten.

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CE 23. Juni 2015 um 11:34

Kirchhoff (und Neustädter) kannst du wohl aus der Liste streichen. Aber das ist ein sehr interessanter Kader. Die BVB-Fans brauchen derweil nicht traurig zu sein, dass Geis nicht nach Dortmund wechselt.

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Koom 23. Juni 2015 um 11:39

Warum? Weil sie mit Castro den potentiell besseren (bzw. erfahreneren) DM sich geangelt haben?

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CE 23. Juni 2015 um 11:57

Castro und Geis haben doch nichts miteinander zu tun. Den Geis-Transfer hätte ich nur verstanden, wenn Şahin langfristig als zu verletzungsanfällig angesehen wird. Geis ist ein notorischer Abkipper mit großem Lang-Ball-Fokus. Der BVB braucht eher richtige Strategen anstatt einen Geis. Ich möchte ihm aber keinesfalls das grundsätzliche Talent absprechen, könnte sogar sehr gut zu Breitenreiter passen.

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Koom 23. Juni 2015 um 12:23

„Notorischer Abkipper mit Lang-Ball-Fokus“. Klingt nach Alonso. 😉
Wobei das Abkippen hat Geis unter Schmidt etwas ausgetrieben bekommen, Hjulmand forderte es hingegen sehr. Auch ohne Abkippen kam Geis insgesamt sehr gut rüber, dann auch torgefährlicher. Eindrucksvoll finde ich zudem, dass Geis in Mainz praktisch keine Anlaufzeit benötigt hatte.

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CE 23. Juni 2015 um 16:05

Die Analogie zu Xabi Alonso war nicht grundlos gewählt. 😉

HK 23. Juni 2015 um 11:47

Kirchhoff ist wieder weg. Die anderen müssen ihr Talent erstmal konstant beweisen. Das gelang, teilweise auch verletzungsbedingt in den letzten 1 oder zwei Jahren nur bedingt.
Draxler und Meyer hielt ich für sensationell. Heute bin ich etwas skeptischer. Diese jungen Spieler brauchen definitiv immer noch ein paar erfahrene Korsettstangen. Das was Boateng wohl sein sollte, aber nie leisten konnte.
Geis kann den Schalkern sicher deutlich weiterhelfen. Er ist ein Spielertyp der dort noch gefehlt hat. Ich kann ihn mir gut mit Neustädter vorstellen.

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Koom 23. Juni 2015 um 12:24

Korsettstangen müssen nicht mal erfahrene Spieler sein. Es hilft auch schon, wenn ein Trainer da ist, der ein klares Korsett und Konzept vorgibt. Daran krankt es aber in Schalke aber auch schon seit Jahren.

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Koom 23. Juni 2015 um 15:39

Und der Gegenschlag: Fabian Frei kommt aus Basel. Meinungen dazu? Auch und gerade in Verbindung mit Baumgartlinger und Danny Latza?

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CE 23. Juni 2015 um 16:04

Perfekter Schachzug von Mainz. Da gibt es zusammen mit den anderen Mittelfeldspielern jede Menge Möglichkeiten.

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HK 23. Juni 2015 um 16:43

Seh ich auch so. Könnte sehr gut passen.

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RoyalBlue 26. April 2015 um 15:38

Eine Sache fehlt mir in eurer Analyse bzw. ist mir nicht ausführlich genug dargestellt. Es geht um die Rollen von Farfan und ganz besonders Höwedes. Ich fand es sehr auffällig, dass Höwedes im tiefen Spielaufbau der Schalker sich nicht an der Außenlinie orintiert hat, sondern immer in die Mitte rückte (ungefähr auf die Höhe eines Sechsers). Farfan positionierte sich dann etwas tiefer und besetzte als Einziger die rechte Seite. Höwedes wurde dann sogar einige Male in dieser Position angespielt, hat aber meistens den Ball verloren, weil er einfach nicht die technischen Fähigkeiten und die Pressingresistenz für diese höhere Position hat. Durch diese Ballverkuste entstanden auch einige gefährliche Szenen, da sowohl Höwedes als auch Farfan die rechte Seite nicht mehr richtig absichern konnten. Diese Schwäche hat Mainz meiner Meinung nach entweder nicht bemerkt oder nicht konsequent genug bespielt.
Zudem fand ich es interessant, dass Höwedes, wenn er sich mal nach vorne getraut hat, Farfan meist nicht hinterlaufen, sondern „vorderlaufen“ hat. Das könnte allerdings auch Zufall gewesen sein.
Hat das vielleicht noch jemand so beobachtet? Ich fand diese Idee von Di Matteo ja grundsätzlich interessant. Man könnte so z.B. im Spielaufbau Neustädter zwischen die IV abkippen lassen, der RV (wohl am besten Barnetta) bewegt sich wie Höwedes in die Mitte, stärkt den Sechserraum und positioniert sich im Halbraum, Farfan lässt sich fallen und der 10er sowie der linke Mittelfeldspieler rücken ein. So könnte man die rechte Seite super überladen und für ein wenig Verwirrung sorgen und endlich mal ein wenig Kreativität in unseren Spielaufbau bringen. Es bräuchte nur einen RV (oder auch LV) mit höherer Pressingresistenz. Was haltet ihr von der Idee?

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Joker 27. April 2015 um 08:19

Generell finde ich die idee von ‚royalblue‘ sicher nicht schlecht, aber es ist doch im schalker spiel mMn schon sehr lange so, dass es an eingespielten mechanismen mangelt die vor allem gegen tiefer stehende gegner für Überraschungen sorgen, durch die räume geöffnet werden, einen tempowechsel mit sich bringen, usw..
Und das dem schalker spiel hier die Kreativität abgesprochen wird find ich völlig richtig, aber wenn man Spieler, wie choupo-moting, sane, meyer oder draxler in seinen reihen hat, kann es nicht in jedem spiel daran liegen, dass die ihre Leistung nicht bringen, dann hat das ganze schon viel mit der ausrichtung des Trainers zu tun.

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RoyalBlue 27. April 2015 um 13:16

Ja, da hast du Recht, gegen tiefstehende Gegner tun wir uns schon sehr lange sehr schwer (das geht allerdings nicht nur uns so, sondern sehr vielen Mannschaften in der Bundesliga. Einzig die Bayern finden wirklich konstant Möglichkeiten gegen solche Gegner). Das liegt, wie du schon sagst, mit Sicherheit auch am Trainer. Trotzdem finde ich, dass Di Matteo hier zumindest schon mal etwas kreativer geworden ist ( im Vergleich zu Keller). Nur leider trägt das ganze halt noch keine Früchte, was man an mehreren Faktoren festmachen kann. Und einer davon ist auch das Personal. Klar haben wir Spieler wie Meyer und Draxler, aber die Spielen alle eine Linie höher. Wir haben seit Jahren weder einen wirklich spielstarken IV, noch einen DM. Da muss einfach eine Lösung her, sonst hat es jeder Trainer schwer ein vernünftiges Aufbauspiel auf die Beine zu stellen. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich gegen eine Verpflichtung von Khedira bin!

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Ein Zuschauer 28. April 2015 um 00:15

Aogo auf links wäre dafür eigentlich ganz gut geeignet.

Ansonsten warte ich immer noch auf 5-3-2 mit Farfan und Draxler als Wingbacks und Meyer und Boateng als 8er. Dahinter noch Neustädter auf der Sechs. Das wär schon recht geil. 3-1-4-2 Staffelung wäre das dann offensiv und Wingbacks doppeln zu müssen öffnet schon krass Räume, die Moting und Hunterlaar besetzen könnte, Boateng könnte auch in die letzte Linie vorstoßen, Meyer in den Zwischenlinienraum. Das wäre offensiv wirklich sehr stark.
Defensiv übrigens glaube ich gar nicht so viel schlechter. Man hätte immer noch die saustarke Dreierinnenverteidigung, im Gegepressing potenziell sogar noch mehr Zugriff und defensiv sind Draxler und Farfan eigentlich auch nicht so schlecht.

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Ein Zuschauer 28. April 2015 um 00:16

Wenn wir ganz verrückt werden wollen: Ayhan + Aogo als Halbvertdiger! Dann wartet die Weltherrschaft auf uns.

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blub 28. April 2015 um 02:11

Du musst noch den Kolasinac unterbringen 😉

Draxler sehe ich noch nicht als Wingback. Dessen Art in Dribblings zu gehen provoziert eine gewisse Art von Ballverlusten die als Wingback schwer verkraftbar sind, besonders da die von dir präferierte 3142 staffelung in diesem fall offene Räume hinterlässt.
Außerdem sehe ich noch nicht das Schalke ihm konstant gute Situationen geben kann, so wie Bayern das mit Robben gemacht hat.
Man kann auch Chupo-Moting und Draxler als stürmer im 3142 spielen, auch genannt: „Gib dem IV besser nen Kompass mit, damit er nacher noch weis in welche richtung seine Füe zeigen“.
Kannste Hutelaar verkaufen, der trifft eh nix im Moment 😉

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Ein Zuschauer 28. April 2015 um 09:33

Draxler und Choupo wären als Doppelsturm glaube ich auch für sich selbst zu desorientiert.

Draxler geht halt häufig in 3 gegen1 Situationen rein oder versucht umbedingt am Gegenspieler vorbeizukommen. Wenn da aber die entsprechenden Laufwege da sind (zum Beipsiel beim ersten spiel von Boateng auf schalke gegen Leverkusen) spielt er auch schneller ab. Draxler dribbelt halt isoliert und gegnerorientiert, weil bei uns die Flügel halt immer isoliert sind – ist da mehr Bewegung hat er auch viel weniger Ballverluste durch Dribblings. Gab’s auch noch einige andere Beispiele. Es stimmt, dass Draxler dann nicht wie Robben gegen As Rom zuschlagen könnte (ist ja sowieso kein inverser, der Draxler) aber er würde halt einfach sehr viel Raum öffnen, den dann Meyer als halblinker Achter sehr gut nutzen könnte.

ES 28. April 2015 um 22:09

Ich finde es momentan ziemlich egal, wer auf den Außen steht. Das ist nicht das Problem. Schalke hat unter RDM nach wie vor noch keine gute Idee gefunden, wie man über die Mitte spielen soll. Weder Draxler noch Farfan tragen da relevant was bei. Ohne Neustädter und Meyer als Schaltstationen geht sowieso nichts, und ideal wären Neustädter, Meyer und Goretzka als Dreieck in der Mitte im (offensiven) 3-1-4-2. Die lassen den Ball kreise(l)n, sind die maximalen Verbindungsspieler und erspielen die Lücken, auch dann auf Außen (z.B. durch schnelle Verlagerungen). Ob dann Außen der vorgerückte Kola oder Draxler da ist, ist nicht kriegsentscheidend. Übrigens würde ich gerne wieder Barnetta auf hinten rechts sehen, fast noch lieber als Farfan. Ich habe verstanden, dass Höwedes gegen Wolfsburg defensiv mehr gefragt war, aber gegen Mainz? Da wäre doch die beweglichere Variante Banetta angebracht.
Was mir auch noch zur Mitte hin fehlt, sind Akltionen der IV, insbesondere in der 5er-Kette. Da können doch mal ein Matip oder Nastasic situativ nach vorne schieben, und einer der AVs bleibt entsprechend zurück. Wäre mal was bewegliches. Aber bei RDM haben die IV und Neustädter striktes Ausgehverbot, nur die AV müssen bis an die Grundlinie. Das ist dann, wenn es genau so prinzipiell und unbeweglich gespielt wird, auch leicht zu verteidigen.

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Ein Zuschauer 28. April 2015 um 23:04

Wenn Kolasinac auf Außen den Ball hat läuft man den halt halbherzig an und er spielt einen Rückpass (zumindest aus dem Spielaufbau habe ich von kolasinac noch nix anderes gesehen) Wenn Draxler als Wingback im Spielaufbau den Ball erhält muss die gesamte Formation des Gegners halt viel mehr rüber schieben, da öffnen sich natürlich Räume auf dem anderen Flügel und dann nach einer gewissen Zeit auch selbstverständlich auch im Zentrum. Außerdem sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die Frage was auf dem Flügel passiert enormen Einfluss auf die Frage hat was im Zentrum passiert.
Spätestens seitdem es Leute gibt wie Kirch, Luis und Sakai. Wobei Draxler oder Farfan nicht so direkt ins Zentrum eingreifen können – aber eben indirekt sehr viel verändern (wie oben ausgeführt)

rodeoclown 28. April 2015 um 19:03

Klar kann man nie genug von spielstarken Defensivleuten haben aber mit Goretzka und Ayhaan hat man da doch schon ganz gute Nachwuchsleute im Angebot. Auch Matip liegt von seinen spielerischen Fähigkeiten sicher im oberen Viertel in der Buli.

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Mario 25. April 2015 um 07:55

Ich dachte mir während des Spiels, ohne offensivstarke Außenverteidiger und vielleicht etwas mehr Kreativität und spielerisches Geschick im Zehnerraum wird es Schalke nicht gelingen, Mainz auszuspielen. Was meint ihr: Wäre mit Meyer und Barnetta mehr drin gewesen?

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Mario 25. April 2015 um 07:58

Kleiner Nachtrag: Als ich eingeschaltet habe, viel grade das 1:0. Ich meine vor allem die Phase nach dem Rückstand, es war klar, dass Mainz sich zurückziehen konnte und Schalke für Tore spielerisches Geschick braucht, den Gegner vielleicht mit etwas Geduld ausspielen muss.

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NoST 25. April 2015 um 13:53

Was mich eh wundert ist, dass so konsequent auf Howedes als RV gesetzt wird und gestern sowohl optisch als auch laut der Heatmap auf Goal.com offensiv mehr über rechts lief und Höwedes dabei auch teils sehr weit mitaufrückte. Als Notlösung (Zitat Di Matteo) ist das ja akzeptabel, aber dann presse ich doch nicht komplett über diese Seite!? Zumal er ja defensiv gestern auch permanent überlaufen oder mit zwei Leuten überspielt wurde.

Seit Farfans Rückkehr wird anscheinend auf Biegen und Brechen das 4-2-3-1 versucht herzustellen, obwohl man mit dem eingeübten 5-3-2 eine teils sehr gut funktionierende Möglichkeit hat Uchidas Verletzung zu kompensieren (Farfan könnte dort denke ich auch problemlos als zweite Spitze auflaufen). Komisch, dass dieses System was monatelang genutzt wurde, plötzlich nicht einmal mehr als In-Game-Alternative angesehen wird. Genug 8ter hatte man auf der Bank ja schliesslich sitzen und Barnetta als defensivteilbefreiter Wingback hat seine Aufgabe ja eigentlich ganz gut gemacht.

Zusätzlich denke ich, dass der Wechsel Aogo/Höger auch einen gewissen Anteil an der nachlassenden defensiven Intensität hatte, aber das ist eher ein subjektives Gefühl als dass ich da gestern direkt drauf geachtet hätte.

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Petersen 24. April 2015 um 22:53

Beeindruckend kurz nach Abpfiff zu lesen, danke dafür.
Persönlich fand ich den letzten, etwas kürzeren Text spannender zu lesen.
Vielleicht wäre es für Sie / Euch eine Option, eine art Zusammenfassung ans Ende des Artikels zu stellen (ähnlich manchem Spiegel Online Artikel)? Finde dies sehr bequem, wenn ich mir unterwegs nicht ganz soviel zeit nehmen kann. Was denken Sie darüber? Oder wäre dies schwer zu formulieren?

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CE 24. April 2015 um 23:09

Ich hatte im Bayern-Porto-Artikel die wichtigsten drei Punkte am Anfang erwähnt. Kann man mal machen.

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