Atléticos späte Belohnung im Duell der Pressingmaschinen

atletico madrid1:0181px-Bayer_Leverkusen_Logo.svg

Eine interessante, aber chaotische Partie findet ein dramatisches Finale im Elfmeterschießen.

Atlético früher Druck zeigt indirekt Erfolg

Von Beginn an starteten die Rojiblanco mit einem sehr hohen und aggressiven Pressing. Dabei hatten sie eine überaus offensive Spielerbesetzung; anstatt einer relativ üblichen Doppelsechs mit zwei aus Gabi, Tiago und Mario Suarez rückte Koke auf die Position neben Suarez. Koke spielt unter Diego Simeone meistens als einrückender Flügelstürmer im 4-4-2, kann aber auch als Achter agieren. Diese Rolle hatte er gegen Leverkusen inne, auf dem Flügel agierten Neuzugang Cani und Arda Turan.

Grundformationen

Grundformationen

Dadurch bildete Atlético im Angriffspressing oftmals aus dem 4-4-2 eine Art 4-1-3-2. Koke schob nach vorne und besetzte den zentralen Raum hinter den beiden Stürmern, während Suarez seine raumfüllenden Vorstöße in der Mitte absicherte. Mit dieser Spielweise wollte man wohl das Bespielen des Sechserraums der Leverkusener im Spielaufbau verhindern. Da Koke diese Zone schon frühzeitig besetzte, konnten sich Bender und Castro hier nicht risikolos anbieten. Die Flügelstürmer und die beiden Stürmer machten Druck auf die Innen- und Außenverteidiger Bayers, wodurch die Werkself kaum konstruktiv aufbauen konnte.

Meistens hatten sie in den ersten zwei Aufbaulinien nur dann eine ruhige Ballzirkulation, wenn sie nach einzelnen Schnellangriffen, langen Bällen und/oder gewonnenen Gegenpressingaktionen Atlético zurückgedrängt hatten und den Ball nach hinten spielten.

Im tieferen Pressing formierten sich die Madrilenen meistens in ihrem gewohnten 4-4-2, welches sie wie üblich ungemein kompakt sowie mit engerer Mittelfeld- und breiterer Abwehrkette interpretierten. Nach Pässen in ihre Formation hinein waren sie außerdem wie immer extrem intensiv wie aggressiv beim Herausrücken auf den Ball.

Interessanterweise hatten sie im Mittelfeldpressing ein paar Mal eine Art 4-2-2-1-1, wo die Flügelstürmer etwas nach vorne schoben, Griezmann noch etwas höher vor ihnen in der Mitte bei den Leverkusener Sechsern stand und Mandzukic sich ganz vorne zwischen den Innenverteidigern des Gegners aufhielt.  Das schien allerdings eher aufgrund einzelner Verschiebebewegungen zu entstehen, meistens war eben das 4-4-2/4-4-1-1 oder das 4-1-3-2 im höheren Pressing zu sehen.

Im Verbund mit dem typischen Leverkusener Pressing- und Gegenpressingspiel entwickelte sich dadurch ein ungemein schnelles, dabei aber auch sehr zerfahrenes und desorganisiertes Spiel. Beide Mannschaften hatten Probleme mit dem Angriffsaufbau im Spielaufbau aus der Tiefe, fokussierten sich auf lange Bälle zum Raumgewinn, einem Fokus auf hohen Balleroberungen und auf zweite Bälle.

Atléticos hohes Pressing war dadurch nicht ganz so sehr erfolgreich in puncto hohen Balleroberungen im letzten Drittel, sorgte aber dafür, dass die Leverkusener Schnellangriffe kaum durchkamen. Interessant war auch, wie sehr die Leverkusener auf die Flügel geleitet wurden. Obwohl viele lange Bälle in den Zehnerraum gespielt wurden, landete Bayer unweigerlich auf der Seite. Hinter den entweder direkt nach den langen Bällen noch höher stehenden Flügelstürmern oder in den Räumen neben der engen Mittelfeldkette fanden sie Raum, wurden dort aber isoliert.

Leverkusen konnte dadurch kaum zu guten Chancen kommen, während Atléticos Konter meistens im Gegenpressing Leverkusens untergingen. Zur Halbzeit gab es darum trotz enorm viel Hin und Her, vielen Ballbesitzwechseln und einer enormen Hektik in der Partie nur sechs Schüsse; vier für Atlético, zwei für Leverkusen.

Auch die Rojiblanco hatten Probleme beim Erspielen von Angriffen. Einen geordneten Spielaufbau konnten sie ebenfalls nicht vorweisen, das Pendeln Griezmanns, die einrückenden Bewegungen der Flügelstürmer sowie das Ausweichen Mandzukics auf die rechte Außenbahn waren nicht wirklich effektiv. Ardas Hereinrücken und Mandzukics blockende Wirkung vor ihm als Zielspieler sowie Griezmanns Zentrumsbesetzung wurden nur selten gut eingebunden.

Auch die Standards – fast alle Ecken kamen scharf auf den überladenen ersten Pfosten – sorgten nur gelegentlich für Gefahr. Eigentlich schienen nur die Konter konstant gefährlich, doch das sehr riskante Spiel der Leverkusener in der Abwehr beim Herausrücken funktionierte lange gut. Die größeren Probleme in der Offensive hatte dennoch Leverkusen.

Überhastet, isoliert, zu flach und aus dem Spiel gegrätscht

Das Pressing Atléticos hinterließ Spuren. Bayer tat sich auch beim Konterspiel schwer, bis nach vorne durchzukommen, geschweige denn beim Spielaufbau. Wie schon angedeutet war durch das 4-1-3-2hafte Pressing Atléticos in der Anfangsphase kein wirklicher Angriffsaufbau möglich. Die wenigen Aufbauversuche Leverkusens sorgten für einige Fehlpässe beim Übergang ins zweite Spielfelddrittel oder auch nach überhasteten, ungenauen Ablagen zur Seite, welche dann in Einwürfen oder Balleroberungen für Atlético mündeten.

Die wenigen Ballbesitze im und am Angriffsdrittel waren meistens auf dem Flügel, wo sie isoliert wurden. Zwar setzten sich Bellarrabi und Son gelegentlich mit Dribblings durch, doch das gab es nur selten. Noch fataler war jedoch, wie wenig Verbindungen Leverkusen in der gegnerischen Hälfte hatte und dass dadurch ihre Kombinationen nicht zum Tragen kamen. Die Staffelungen waren unpassend, weil die Außenverteidiger nur selten oder zu spät nachstießen, die Sechser sich ebenfalls tiefer hielten und die vier Offensivspieler phasenweise zu flach spielten.

Darum konnten sie kaum miteinander kombinieren und/oder Atlético erhielt Zugriff nach einigen wenigen Aktionen. Teilweise wirkte es so, als ob sie mit vier hängenden Stürmern agierten, weder den Raum dahinter noch davor ordentlich besetzten und die restlichen Spieler als zweites Grüppchen hinter ihnen spielten. Atléticos Kompaktheit und aggressives Verschieben war natürlich dafür ursächlich und es wäre vermutlich den meisten Mannschaften so ergangen.

In gewisser Weise haben die Rojiblanco der Schmidt-Elf die größte Stärke genommen: Das schnelle Kombinieren mit vielen Ablagen im letzten Drittel und das Ausnutzen von nur kurz vorhandenen, aussichtsreichen Schussgelegenheiten. Besonders das Gegenpressing Atléticos war dafür verantwortlich, Leverkusen schlug viele Bälle im offensiven Umschaltmoment einfach lang weg. Dadurch hatten sie kaum Strafraumszenen und in der zweiten Hälfte, als Atlético sich nach der Führung zurückzog und konstanter im 4-4-2 verteidigte, gab es eigentlich nur drucklose Ballzirkulation und Distanzschüsse garniert mit nicht ausgespielten offensiven Umschaltsituationen.

Atlético zog nämlich nach der Führung die Pressinglinie etwas zurück, hielt aber die –intensität jedoch hoch. Das war ein weiteres Problem für Leverkusen; Atlético ging rustikal zu Werke, grätschte viel, aber der Schiedsrichter pfiff nur wenige Fouls. Das nahm den Leverkusener Angriffen und insbesondere ihren Dribbelkünstlern ebenfalls einige wichtige Eigenschaften weg.

Schmidt brachte zwar später Kießling als Zielspieler für lange Bälle und Flanken sowie als Tiefegeber anstatt Drmic, einen wirklichen Effekt hatte es nicht.

Atlético wiederum wirkte druckvoller, als sie Raul Garcia für Cani brachten und Arda verstärkt auf links brachten. In der Verlängerung war es allerdings die Einwechslung Rolfes, der dank seiner Frische und Physis mit enormer Aktivität agierte und Leverkusen im Alleingang mehr Präsenz im zweiten Drittel besorgte. Die Verlängerung war insgesamt ähnlich zerfahren wie das Spiel.

Fazit

Ein merkwürdiges Spiel mit enorm viel Intensität, vielen Fehlpässen, einer Unmenge an Zweikämpfen und viel Chaos; obwohl beide Mannschaften eigentlich organisierter sind als 90% der anderen Teams auf diesem Planeten. Kein Team konnte sich konstant im Spielaufbau durchsetzen und beiden hatten auch im Konterspiel Probleme, wobei alles in allem Atlético wohl in allen Aspekten etwas überlegen war. Und letztlich auch die besseren Elfmeter schoss.

Ainnamela 18. März 2015 um 18:18

Leverkusen hat gestern sicher keine schwache Leistung gezeigt. Der Begriff „unflexibel“ trifft es wohl am besten. Unter Berücksichtigung des teamtaktischen Verhaltens beider Mannschaften, sind die angesprochenen Ballverluste im Aufbauspiel von Bayer zwar ärgerlich, aber nicht ausschließlich auf individuelle Fehler einzelner Spieler zu reduzieren. Die simple Wechselwirkungen zwischen beiden Teams, verhinderte Leverkusen die Besetzung wichtiger Halbräume. Atlético beraubte Bayer mit deren Auslegung eines 4-1-3-2, schlicht sich freie Räume zu erspielen. Bekamen Bellarabi, Calhanoglu und Son endlich einmal ein Zuspiel, oder eroberten den Ball, wurden sie umgehend isoliert. Der Versuch den Gegner im Gegenpressing in eine permanente Unterzahl in Ballnähe zu bringen, gelang Madrid recht konsequent. Produktive Angriffe konnte jedoch auch Madrid aus dieser Gegebenheit nur sehr selten ableiten.
Roger Schmidt erkannte diese Tatsachen sicherlich schneller und detaillierter als wir das nun hier tun (das hätten auch 80% aller anderen ausgebildeten Trainer erkannt). Der Respekt vor einem vorzeitigen K.O. durch ein 2:0 durch Madrid war schlicht zu hoch. Mit etwas mehr Mut und Risikofreude hätte Leverkusen sehr wohl dieser Negativspirale der Wechselwirkungen entkommen können und evtl. auch den Ausgleich in der regulären Spielzeit erzielt.

Antworten

Studinho 18. März 2015 um 14:15

Ich muss sagen ich war sehr enttäuscht von einer schwachen Leistung von Bayer 04. Mir haben sich einige Eindrücke bestätigt, die mir bereits in den vergangenen Spielen aufgefallen sind. Einerseits glaube ich, dass die häufig gespielten Fouls im Leverkusener Gegenpressing ein gewolltes taktisches Mittel sind. Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, die nach Ballverlust relativ schnell das Foulspiel sucht.
Auf der anderen Seite halte ich Bellarabi und Calhanoglu für zwei der überbewertesten Spieler der Liga. Bereits zu Beginn der Rückrunde hat mir HC überhaupt nicht gefallen – irgendwann machte er dann aber seine Standardtore. Seine gestrige Leistung war eine glatte 6! Mit was für eine Halbherzigkeit der Junge in die Zweikämpfe geht und wie viele Ballverluste (nicht nur gestern) auf seine Kappe gehen, ist unglaublich. Dann hat er aber aufeinmal seinen Freistoß und der Ball ist drin. Bei seinen Eckbällen muss ich sagen, die sind schwächer als sie gemacht werden und wenn man sieht wie viele Freistöße HC braucht, um zu treffen ist das auch jetzt keine Quote, die mich vor Stärke erschrecken würde.
Auch Bellarabi verliert im Leverkusener Spiel so viele Bälle. Seine Stärken kommen nur zur Geltung, wenn er Raum hat und zum Abschluss kommen kann. Deswegen hat Dr. Acula auch einfach Recht, dass Bayer mit dieser Mannschaft sowieso keinen Ballbesitzfußball spielen kann.

Wie man vielleicht merkt, bin ich kein großer Fan der Philosophie von Roger Schmidt. Dass Drmic statt Kießling gespielt hat, erschließt sich mir nicht so ganz – auch wenn wie im Bericht richtig angemerkt kein großer positiver Effekt zu sehen war, hätte Kießling über 90 Minuten als Anspielstation zumindest mal einen Freistoß für HC rausgeholt. Drmic hat sich mir eigentlich kaum sichtlich gezeigt. Insgesamt finde ich, dass es falsch war im Hinspiel nicht auf das 2:0 zu spielen. Genauso kann ich es nicht nachvollziehen wie defensiv Schmidt gewechselt hat. Julian Brandt wäre mit Sicherheit eine Bereicherung für das Spiel gewesen – der Junge braucht langsam die Spielpraxis, dann kann er LEV in jedem Fall weiterhelfen.
Simeone hat vieles richtig gemacht. Die auf den ersten Pfosten geschlagenen Ecken erschließen sich mir nicht ganz. So viele Ecken wie Atleti hatte, wäre eine Variation vielleicht schwieriger zu verteidigen gewesen. Sei es drum – man hat auch gemerkt, dass Simeone immer im Hinterkopf hatte, dass den Gästen ein Tor reicht. Leverkusen daher für mich 120 Minuten zu passiv. Für die Elfmeter von HC und ÖT muss man alleine vom Anlauf und der Ausführung die Gehälter streichen.

Antworten

Dr. Acula 19. März 2015 um 08:37

dein Wort in Gottes ohr 😉

Antworten

Abakus 18. März 2015 um 12:18

Entscheidend war ebenfalls, dass Leverkusen nach eigenen Angaben (Trainer oder Manager nach dem Spiel) vorher kein Elfmeterschießen trainiert hatte. Als Grund wurde angegeben, man könne nicht die Situation im Stadion trainieren. Das ist natürlich zu kurz gedacht. Wenn die Spieler Sicherheit durch Übung gewonnen haben und die Elfmeter auch durch Übung besser schießen, so kann das spielentscheidend sein. Umso mehr gegen Mannschaften, deren Spiel eher ein gesamtes Unentschieden in Kauf nimmt, als offensiv das Risiko zu suchen. Elfmeterschießen als Lotterie zu charakterisieren ist selbstverständlich naiv.

Antworten

HW 18. März 2015 um 12:25

Ich weiß auch nicht wie viel es bringt vor so einem Spiel Elfmeterschießen zu trainieren (psychologisch bringt es wahrscheinlich etwas). Aber man sollte es irgendwann mal trainieren (Leverkusen hatte im Pokal schon ein Elfmeterschießen?) und vor einem KO-Spiel auch mal ansprechen. Es geht im Elfmeterschießen oft um die mentale Herangehensweise der Schützen und das kann man vorher nochmal thematisieren. Atletico hat selbst zwei Elfmeter nicht verwertet, die Chance war also da. Aber man muss auch selber konzentriert, überzeugt und ernsthaft an die Sache herangehen. Wenn man dann scheitert ist es keine Schande. Jeder halbherzig geschossene Elfmeter ist dagegen wie ein Eigentor.
Es ist die Aufgabe des Trainer die richtigen Schützen zu wählen und diese vor allem mit dem nötigen Selbstvertrauen zum Punkt zu schicken.

Antworten

Abakus 18. März 2015 um 12:52

Denke, es bringt in einer aufgeheizten stressreichen Situation sicher sehr viel, wenn sich der einzelne Spieler seiner technischen Fähigkeiten im Elfmeterschießen am Vortag mental vergewissert hat. Wenn ich richtig erinnere, hat Leverkusen zwar nur einen Elfmeter weniger verwandelt, doch zwei weniger überhaupt auf das Ziel gebracht. Natürlich ist das kein statistisch belastbarer Wert und man müsste die Ergebnisse von vielen Mannschaften, die Elfmeterschießen kurz vor dem Spiel trainieren vergleichen mit jenen, die dies unterlassen. Doch in fünf Versuchen zweimal weniger überhaupt das Tor zu treffen ist auch im Einzelfall deutlich.

Antworten

Abakus 18. März 2015 um 12:57

Bei der Vergewisserung am Vortag denke ich natürlich an das tatsächliche Durchführen der Elfmeter mit begleitender mentaler Einübung.

Antworten

HW 18. März 2015 um 13:10

Ich denke auch, dass es mental etwas bringt. Wollte nur sagen, dass diese mentale Stärke aber auch direkt vor dem Elfmeterschießen aufgerufen werden muss. Und da ist der Trainer gefragt, der muss das aktivieren.
Technische Fähigkeiten sind glaube ich weniger entscheidend als der Glaube an die Fähigkeit zu treffen. Elfmeter sind nicht technisch anspruchsvoll.
Ich finde es immer müßig wenn z.B. ein TV Kommentator wie JB Kerner vor Jahren irgendwelche allgemeinen Statistiken zitiert. ‚Die besten Chancen haben Schüsse ab 1,20 m Höhe, die aufs Tor gehen.‘ Ach ne, wenn ich alles raus rechne was drüber gedroschen wird, ist das logisch.
Jeder Spieler muss seinen Weg finden, seinen Fähigkeiten entsprechend. Thomas Müller macht das sehr clever und schaut auf den Torwart. Andere Spieler sind sehr präzise. Nicht treffen kann aber jeder mal. Wichtig ist auf dem Weg zum Punkt nicht an die ganzen Eventualitäten zu denken, sondern nur noch seinen Plan zu verfolgen und den Ball ins Netz gehen zu sehen. Wenn man diesen Tunnel erzeugen kann, dann hat man gute Chancen. Das kann man sicher trainieren. Ob es unter Druck funktioniert ist was anderes.

Ich persönlich würde, solange man in KO Wettbewerben ist, einfach regelmäßig alle paar Wochen mal Elfmeterschießen „trainieren“. Jeder Feldspieler bekommt einen Versuch, wer nicht trifft darf den Trainingsplatz abbauen oder die Trikots waschen o.ä. Für die Torhüter ist es ein ganz gutes Training und die Spieler lernen vor allem wie es nicht geht.

Alles andere, Reihenfolge der Schützen usw, kann man vor dem Spiel nicht festlegen. Man muss einfach schauen wer nach 120 Minuten noch auf dem Feld ist und wer die Überzeugung ausstrahlt einen Elfmeter zu verwandeln.

Antworten

FAB 18. März 2015 um 13:30

„Die besten Chancen haben Schüsse ab 1,20 m Höhe, die aufs Tor gehen.“
Das ist gut. Allerdings vermute ich, dass Schüsse ab 2,40 m die schlechteste, weil überhaupt keine Chance haben in das Tor zu gehen. Die andere Frage ist natürlich welche Höhe hat der Schütze anvisiert bzw. hat er überhaupt irgendetwas anvisiert. Welche Höhe hat z.B. Calhanoglu anvisert, vielleicht irgendetwas unter 0 m?

Antworten

ES 18. März 2015 um 17:38

Es ist statistisch nachgewiesen, dass die besten Chancen ein Ball hat, der oberhalb von 1, 72 und unterhalb von 2,44 bzw. ca. 70 cm. jeweils zur Pfosteninnenseite platziert wird.

Antworten

HW 18. März 2015 um 17:57

Tja, hängt wohl auch vom Schützen ab.

Wie viele Schützen versuchen den Ball in diesen Bereich zu platzieren und schießen übers Tor? Für mich ist das Statistik aus der falschen Richtung betrachtet. Man darf nicht danach gehen, wo die meisten Treffer erzielt werden, sondern wo die Schützen tatsächlich hinschießen wollten. Man denke an Baggio, Baresi usw., die wollten sicher nicht drüber schießen. Ich denke man darf nicht nur betrachten, wo der Torwahr wahrscheinlich den Ball nicht hält, sondern auch wo der Schütze wahrscheinlich(er) den Ball am Tor vorbei schießt. Ist aber nakte, sinnlose Theorie eine Statistik von tausenden Spielern anstatt die der nominierten Schützen und Torhüter zu betrachten. In der Realität schaut sich der Torwart darum die letzten Elfmeter der Gegner an anstatt sich eine allgemeine Statistik zu merken.

Ich würde einen Spieler nie mit so einer Statistik konfrontieren. Hat der Spieler das Gefühl (oder Selbstvertrauen) hoch zu schießen soll er es gerne machen. Schießt ein Spieler aber lieber flach, sollter das machen. Wichtig ist es gut zu schießen egal wohin. Es ist wohl nichts schlimmer als eine Trefferfläche vorgeschrieben zu bekommen.

ES 18. März 2015 um 18:30

Du hast vollkommen recht, mein Kommentar war ironisch gemeint.
Wer jemals selbst nach einem langen Spiel ausgezehrt einen Elfmeter geschossen hat, weiß, was passiert: Du weißt vorher genau und bist Dir 100% sicher, dass Du den Ball z.B. rechts oben hinhaust, er geht aber in die Mitte oder zwei Meter über den Kasten. Warum? Weil Du selbst nicht merkst, dass Du neuronal nicht mehr bei 100% bist, und damit Deine Aktionen nicht mehr so gut steuern kannst. Ein kleiner entwicklungsgeschichtlich wichtiger Selbstbetrug. Wäre ja auch blöd, wenn der Urmensch nach 120minütiger Dauerjagd den Speer nicht nach dem Säbelzahntiger schleudern würde, weil er denkt :“Nö, bin zu ausgelaugt, ich treffe den ja gar nicht.“

Ich fand es übrigens interessant, dass Leno ausgerechnet den Elfer gehalten hat, der am Besten geschossen wurde, nämlich den, der links unten ganz flach ankam. Ausgerechnet die Halbhohen (z.B. der von Torres), die eigentlich für den Torwart leichter sind, weil er nicht so tief in die Ecke tauchen muss, hat er nicht gekriegt. Das heisst, Leno ist ganz bewusst auf die ganz flachen Bälle gegangen, und ist deshalb unter den eigentlich etwas leichteren halbhohen druntergetaucht. Tja, Pech mit einer eigentlich gar nicht so dummen Strategie auf die „Unhaltbaren“.

HW 18. März 2015 um 19:15

Vielleicht ist es bei manchen Spielern sogar besser das ‚Ziel‘ vorzugeben. Dann müssen die nicht selber denken und keine Entscheidungen fällen. Weniger ist manchmal mehr.

HK 18. März 2015 um 13:23

Wer glaubt man könne Elfmeter nicht trainieren, glaubt wohl auch, dass Doping im Fußball nicht bringt. Das ist einfach eine technische Fertigkeit, die man durch Training erwerben und verbessern kann. Das die Situation im Stadion eine andere ist, ändert doch daran nichts.
Thomas Müller hat gerade in einem Interview geschildert, wie er über Jahre Elfer trainierte und perfektionierte bis er sie sich im Spiel zu schießen traute.

Antworten

HW 18. März 2015 um 15:47

Nun, jeder Profi sollte technisch in der Lage sein einen Elfmeter zu verwandeln. Deswegen sehe ich den technischen Aspekt nicht im Vordergrund, bzw. es geht mehr um den Ablauf als um banales ‚Schusstraining‘.

Polemisch muss man deswegen nicht werden.

Antworten

HK 18. März 2015 um 17:52

Das war weniger polemisch, als humorisch. Aber das ist wohl wie beim Elfmeter auch immer etwas Glück dabei.
Die Aussage, dass jeder Profi technisch in der Lage sein sollte einen Elfer zu verwandeln nervt mich allerdings schon seit Jahren. Bezeichnenderweise hört man sie eigentlich immer nur von Trainern die gerade ein Elfmeterschießen verloren haben.

Man kann da gerne den Ablauf als Ganzes mit reinnehmen. Auch so was lässt sich in Grenzen simulieren. Aber jeder der sich selber schon mal irgendeine Technik antrainiert hat (wer nicht?) weiß das Sicherheit aus Übung und Erfahrung kommt.
Und die Tatsache, dass die Drucksituation im Ernstfall eine ganz andere ist unterstützt das noch. Gerade wenn die Umstände schwierig sind ist es um so hilfreicher auf antrainierte Automatismen zurückzugreifen.

HW 18. März 2015 um 18:00

Natürlich ist auch etwas Glück dabei. Ich denke es ist völlig richtig, dass jeder Spieler einen Elfmeter schießen können sollte. Aber das beziehe ich rein auf die Technik den Ball zu schießen, nicht auf den Druck den der Spieler spürt. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn der Ball mal nicht rein geht, solange der Spieler die Situation ernstgenommen hat und nicht arrogant oder albern an die Sache ran geht.

Leon 20. März 2015 um 18:07

Ein bekannter Basketballtrainer antworte einmal auf die Frage, was entscheidend sei im Basketball, u. a. „free throws when you are tired.“ Im Fußball gilt sicherlich das Gleiche. Allerdings sollte man im Training dann auch sicherstellen, dass der Puls beim Trainieren ebenfalls bei 160 Schlägen pro Minute liegt, denn das kann einen entscheidenden Unterschied machen und im schlechtesten Fall ist es nutzlos, wenn ein Spieler im Training, wenn entspannt, jeden Elfmeter verwandelt, seine Fähigkeiten aber nicht im Spiel zeigen kann.

Im Sommermärchenfilm gab es eine schöne Szene, wo Elfmeter geübt wurden, allerdings mit Ansage der Ecke. Hildebrand postiert sich dann bereits dort, aber Borowski schoss so hart und präzise, dass Hildebrand den Ball trotzdem nicht hielt.

HW 20. März 2015 um 18:21

Elfmeter zum Aufwärmen wäre sicher ungewöhnlich. Am Ende des Trainings, wie auch am Ende des Spiels, macht mehr Sinn.
Ansonsten gibt es sicher einigen Tricks um Elfmeter zu trainieren, wie beschrieben. Training soll auch abwechslungsreich sein.

Christian 18. März 2015 um 12:45

So eine Aussage kann eigentlich nur von einem aktiven nicht-sportler kommen. Im Training haut Calhanoglu wahrscheinlich 100 von 100 Schüssen exakt dahin, wo er ihn haben will. Es fehlt weder an Technik noch an Übung. Leverkusen ist generell eine mental sehr schwache Truppe und es werden gerne charakterlich einfache Menschen gekauft. Das sorgt für Ruhe im Bundesligaalltag aber bei heissen Spielen, Derbys, Duellen gegen Abstiegskandidaten etc. sieht es regelmäßig ganz übel aus. Besonders vor dem Hintergrund kann ich es nicht verstehen, wie man als Trainer dann auch noch auf einen angeschlagenen Milchbubi setzt, anstatt einen gestandenen Rolfes einsetzt.

Antworten

PNM 18. März 2015 um 14:38

Stimmt. Die Bayern mit ihren ganzen Haudegen Lahm, Schweinsteiger, Alaba und co. und Barca mit den Bad Boys Iniesta, Xavi, Busquets, Messi belegen deine These, dass man charakterlich schwierige Spieler für große Spiele braucht…

Antworten

HW 18. März 2015 um 16:12

Charakterlich „schwierig“ hat niemand gefordert. Aber man muss doch erwarten können, dass alle Spieler die Situation ernst nehmen und man keinen Kindergarten-Anlauf zu sehen bekommt. Sowas ist ein Zeichen von Unsicherheit.

Und die großen Bayern mussten auch erst ein Elfmeterschießen versemmeln. Das Interview mit Jupp Heynckes im 11Freunde Spezial zur Geschichte der Champions League ist in dieser Hinsicht aufschlussreich.

Antworten

HW 18. März 2015 um 16:39

PS
Das Interview ist nicht bezogen aufs Elfmeterschießen interessant, sondern darauf dass auch die Bayern sich immer weiter entwickeln mussten und Selbstvertrauen usw. nicht selbstverständlich vorhanden sind.

Atletico ist gegrnüber Leverkusen klar im Vorteil,sie sind nationaler Meister geworden und haben das Champions League Finale erreicht. Leverkusen dagegen sieht sich immer als aufstrebendes Team. Die Entwicklung muss also auch zu einem anderen Selbstverständnis hinführen.

Antworten

PNM 18. März 2015 um 23:21

Dass Selbstvertrauen nicht auf Bäumen wächst und man es sich erarbeiten muss, sehe ich ganz genauso.

Aber Christian sagte wörtlich: „…es werden gerne charakterlich einfache Menschen gekauft. Das sorgt für Ruhe im Bundesligaalltag aber bei heissen Spielen, Derbys, Duellen gegen Abstiegskandidaten etc. sieht es regelmäßig ganz übel aus.“

Das fordert ziemlich eindeutig „charakterlich schwierig“ und ist grade in der Hinsicht absurd, als man Spieler wie Calhanoglu in der Mannschaft hat.

HW 19. März 2015 um 13:02

Das Gegenteil von „einfach“ ist doch „komplex“, vielleicht sogar „kompliziert“. Aber das muss ja nicht „schwierig“ bedeuten.
Außerdem ist schwierig auch nicht immer schlecht, schwierig kann Baloteli-schwierig (also mit wenig Leistung) oder eben „beliebiger Superstar“-schwierig bedeuten. Wirklich große Spieler sind oft einfach fordernd, weil sie eben Leistung bringen und Leistung erwarten.

HW 19. März 2015 um 13:08

PS im selben Heft ist auch ein Interview mit Ballack der ein wenig kritisiert, dass Bayer heute die guten Spieler zu schnell abgibt (abgeben muss) und zu seiner Zeit mehr Bereitschaft da war die Leistungsträger zu halten.

Er selbst ging zwar auch nach München, aber was soll’s. Heute hat es Leverkusen sicher auch etwas schwerer Spieler zu halten als vor 15 Jahren. Es haben noch mehr Vereine viel Geld/mehr Geld als L’kusen und die Spieler sehen sich bei großen Clubs nicht als Bankdrücker, sondern als Teil eines tiefen Kaders.

Pimp a Butterfly 18. März 2015 um 16:25

Messi hat es faustdick hinter den Ohren.

Antworten

Horst 19. März 2015 um 11:02

was genau denn eigentlich? Ich hab hier auf SV schon öfter so kleine Anspielungen auf Messis Charakter gelesen. Ist der wirklich so schlimm? Vielleicht kannst du kurz ein oder zwei Anekdötchen erzählen oder n paar links zum Selberlesen angeben? Würde mich freuen – danke! 🙂

Antworten

HW 19. März 2015 um 13:13

Kreativspieler/Angreifer müssen doch auch vom Typ Schlitzohr sein. Sieht man doch schon am Spiel.

Messi: Kasinobesuche, Steuerprobleme, der uralte aber gern zitierte Cola-Gate, wartende Fans fast mit dem Auto überfahren.

Eigentlich nichts besonderes für Profis. Man denke an Ronaldo und die Geschichte wie er zu seinem Sohn gekommen ist. An den Saubermann Giggs der jahrelang seine Schwägerin (war es glaube ich) gepi…. hat.
Man denke an Mario Balotelli. Oder an Mario Basler.

Gh 19. März 2015 um 16:24

@HW. ich hoffe du meinst mit Kasinobesuche nicht das „Bild“ wie Messi in Las Vegas einer drallen Blonden im Ausschnitt hängt. Das war nämlich mal lässig eine der übelsten Fotomontagen der Tabloid-Geschichte.

HW 19. März 2015 um 20:00

Nee, er war vor kurzem (angeblich) mit Fabregas im Kasino. Ich glaube sogar vor/nach einem CL Spiel.
Nicht jeder muss sowas gut finden. Aber eigentlich ist das eine mannschaftsinterne Sache und liegt in der Verantwortung des Trainers. Ist ja nicht so, als hätte Messi gegen City schlecht gespielt.

Bei den ganzen Fotomontagen usw. ist es allerdings schwer zu wissen welche Story echt ist. Ein Grund mehr das nicht zu verfolgen.

Gh 19. März 2015 um 20:29

Das war an einem Sonntag in London wo Messi offiziell frei hatte. Also weder nach noch vor einem Spiel, es sei denn dass nach dem Spiel immer vor dem Spiel ist.

August Bebel 19. März 2015 um 22:13

Steuerhinterziehung! Und Bockigkeit, wann immer er mal ausgewechselt wird oder nicht von Anfang spielt wie bei Barcas Niederlage Anfang des Jahres gegen Real Sociedad San Sebastian.

HW 20. März 2015 um 07:54

Das Thema Steuerhinterziehung ist schon ernst und keine Bagatelle. Aber die ganzen anderen Sachen sind mMn totale Nebensächlichkeiten und würden bei vielen anderen Spielern kaum jemanden interessieren.

„Bockigkeit“. Messi wird doch total selten ausgewechselt. Und mal im ernst, soll sich ein Profi darüber freuen? Vor allem wenn man DER Spieler ist. Ich will hier keine Beispiele von anderen Spielern bringen, aber da gibt es bessere Beispiele von überzogem bockigem Verhalten.

Koom 20. März 2015 um 08:49

Das Messi (wie die meisten anderen exaltierten Topstars) ein überbordendes Ego hat, sollte ja schon sehr klar sein. Gehört irgendwie dazu. Hilft auch sehr in Sachen Eigenwerbung – und man sieht ja, wie regelmässig Messi, Ronaldo & Co. auch in schlechten Jahren beim Ballon dOr dabei sind, während andere Spieler, wie bspw. Lahm, den ich vom Niveau mindestens gleichauf sehe, da komplett ignoriert werden.

Zu Messi noch: Naja, wenn Guardiola schon vor ihm flieht, wird das auch einen Grund haben. Und die immer wieder kolportierten Jammereien, dass er bestbezahlter Fußballer des Planeten sein will/muss… wobei das natürlich auch Presse-Blabla ist, aber kann mir schon vorstellen, dass Messi das irgendwo will und braucht als Wertschätzung.

HW 20. März 2015 um 11:19

Messis schlechte Jahre würde fast jeder andere Spieler mit Kusshand nehmen.
Das Guardiola vor Messi geflohen sein soll ist wohl nur eine Unterstellung. Der war ausgebrannt und ist eher vor dem Präsidium geflohen.


Abakus 18. März 2015 um 10:54

Die Art der Spielleitung war hier sehr entscheidend. Wie im sehr guten Artikel ausgeführt, ließ der Schiedsrichter – so wie im Finale 2014 – ein sehr hartes Spiel zu. Dies hätte auch beim Finale der WM, das er auch pfiff, zu einem Sieg Argentiniens geführt. Ein weiterer Vergleich ist die Leitung durch H. Webb im Champions League Finale 2010, das Bayern gegen Inter Mailand verlor. Webb ließ Dinge durchgehen, die üblicherweise mit mit einem Platzverweis geahndet werden. So aber konnte das Spiel der Bayern durch ungeahndete Fous zerstört werden.

Antworten

Abakus 18. März 2015 um 11:01

Korrektur dritter Satz: Dies hätte auch beim Finale der WM, das er auch pfiff, _fast_ zu einem Sieg Argentiniens geführt.

Antworten

PNM 18. März 2015 um 14:29

War es nicht eher so, dass er ein ziemlich klares Foul von Neuer an Higuain nicht gewertet hat, das Deutschland vermutlich den Titel gekostet hätte?

Antworten

DAF 18. März 2015 um 14:43

Ich kann die Kritik am SR im WM-Finale hier überhaupt nicht nachvollziehen, fand dessen Leistung damals im Wesentlichen tadellos. Fast zu einem Sieg Argentiniens hätte eine gute Leistung ihrerseits geführt (und ein katastrophaler Fehlpass von Kroos).

Neuer klärt den Ball und prallt dann mit Higuain zusammen. Für mich war das überhaupt nichts außer Einwurf.

Antworten

PNM 19. März 2015 um 02:51

Dem oberen Teil stimme ich soweit zu.

Bei der Neuer-Higuain-Szene bin ich mir aber nicht sicher.
Er springt in den Gegner rein, trifft ihn mit dem Knie im Gesicht, und gefährdet damit seine Gesundheit, müsste man mal nachgucken wie genau sowas ausgelegt werden soll, da er andererseits ja schon vorher am Ball ist. Würde tendenziell aber eher sagen, dass er da trotzdem zu gefährlich spielt.

Ansonsten war, abgesehen von der strittigen Kramer-Szene vielleicht, die Leistung gut.

Antworten

Goalimpact 19. März 2015 um 20:54

„Er springt in den Gegner rein, trifft ihn mit dem Knie im Gesicht“

Das wird oft behauptet, stimmt imho so aber nicht. BEIDE gehen klar zum Ball. Es stimmt, dass Neuer sein Knie angezogen hat, aber er geht nicht auf den Körper sondern zum Ball. Da er eher als Higuain am Ball ist, rast dieser ungebremst seitlich in Neuer rein. Wären beides Autos, so wäre Neuers Beifahrettür eingedellt und Higuains Schnauze hätte eine Beule. Da würde auch keiner Behaupten das Neuer mit seinem Auto schuld hatte. Es ist klar Hinguains Schuld, weil er einfach Später war.

Toc 18. März 2015 um 16:13

Möchte auch mal wissen, wie man diese Kollision als Foul bewerten kann. Neuer ist zuerst am Ball und kollidiert dann mit Higuain, der sich in seinen Laufweg gestellt hat.

Antworten

HW 18. März 2015 um 19:19

Der Vorwurf war, dass Neuer bewusst mit dem Bein oder der Hüfte in den Gegner gesprungen ist und damit übertrieben hart gespielt hat, Verletzung in kauf genommen hat usw. Aber das ist kalter Kaffee.

Antworten

HW 18. März 2015 um 11:15

Hat Webb in England überhaupt diesen besonders guten Ruf?
Völlig fehlerfrei fand ich ihn nie.

Antworten

Abakus 18. März 2015 um 13:07

Jedenfalls hat er mehr Charisma als andere Schiedsrichter und kann wohl mit Spielern i. d. R. gut kommunizieren. Fehlerquoten müsste man mal statistisch auswerten. Eine defensive Mannschaft freut sich jedoch bestimmt auf Webb oder Rizzoli.

Antworten

Abakus 18. März 2015 um 13:18

Der Unterschied zwischen Webb und Rizzoli ist m. E.: Webb pfeift oft klare Fouls nicht und zeigt selten Karten. Rizzoli pfeift versteckte Fouls und überharte Spielweisen zu wenig. Karten verteilt Rizzoli häufig – gestern aber ohne konsequente Linie. So wie auch im WM-Finale. Zu Beginn kleinlich (z. B. gegen Schweinsteiger) am Schluss ließ er zu viel durchgehen (viele gelb- bzw. gelb-rot-würdige Fouls durch Argentinien). Ich bin gegen generelle Schiedsrichterschelte. Sie machen den schwersten Job mit der größten Verantwortung im Spiel und bekommen bei Weiterm das wenigste Geld hierfür. Sie benötigen viel mehr Unterstützung: technisch, finanziell und durch Auswertung von Fehlerquoten, damit ein besseres Pfeifen ermöglicht wird.

Antworten

HW 18. März 2015 um 19:23

Charisma? Der ist halt groß. Wenn man bei Fehlern mit den Spielern redet bleibt das ein Fehler. Ich habe auch keine Szene im Kopf, wirklich glücklich bin ich aber nicht wenn er pfeift.
Fehler macht jeder Schiedsrichter mal, finde ich auch nicht so schlimm. Aber die Linie muss irgendwie passen.

Antworten

HK 18. März 2015 um 13:30

Die Foulspielkönige der Bundesliga (oder war das doch der HSV?) werden durch die Art der Spielleitung benachteiligt. Hat fast schon was von Gerechtigkeit an sich?! Ich glaube am Ende hatte Bayer drei mal so viele Fouls auf der Karte wie Madrid.

Antworten

Markus 18. März 2015 um 09:17

Was für ein schreckliches Spiel! Nach solchen Spielen frage ich mich, ob ich überhaupt noch Fussball schauen soll…

Antworten

FAB 18. März 2015 um 08:30

Habe ich mich da eigentlich verguckt oder hat Roger Schmidt in der Verlängerung tatsächlich Papadopoulos als zentralen Mittelfeldspieler eingewechselt und Julian Brandt auf der Bank gelassen?
Für mich nicht durchschaubar, die Atletico Außenverteidiger sind nur noch auf den Felgen gelaufen. Etwas mehr Mut hätte hier durchaus belohnt werden können. Ähnliches Problem wie in der Endphase vom Hinspiel …

Antworten

HW 18. März 2015 um 11:02

Ohne das Spiel gesehen zu haben und basierend auf dem Bericht. Hätte es für Leverkusen nicht Sinn gemacht einen weiteren zentralen Mittelfeldspieler zu bringen, bzw. hätte Calhanoglu nicht nahe an Bender und Castro spielen müssen? Madrid spielte mit nur einem DM und der Spielaufbau flach durchs Zentrum, möglichst schnell, hätte eine Chance für Leverkusen sein können. Natürlich ist das risikoreicher als die lange Spieleröffnung wenn man Fehlpässe fürchtet. Vielleicht hatte Leverkusen ein wenig zu viel Ehrfurcht und wollte das Hinspielergebnis nur über die Runden bringen.
Für eine noch recht unerfahrene Mannschaft ist das normal, auch der BVB unter Klopp hatte in Europa Probleme.

Antworten

FAB 18. März 2015 um 13:19

Es wurde ja durch die Einwechselung von Rolfes ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler gebracht und Leverkusen hat dann im Prinzip 433 gespielt. Das war sicherlich eine Reaktion auf Atleticos EInwechselung von Garcia, die dann auch 433 gespielt haben. Allerdings hat dieser Wechsel Leverkusen mehr geschadet als Atletico, weil Leverkusens Stärke ja gerade das Zusammenspiel von Bellarabi und Calhanoglu ist. Durch das 433 waren die aber zu weit auseinander. Dazu kommt natürlich dass Kiessling nur noch ein Schatten früherer Tage ist und viel weniger helfen konnte als zuvor Drmic. Soweit so gut, ich hätte mir aber gewünscht, dass Leverkusen in der Verlängerung nochmal zum 4231 zurückkehrt und nochmal Dampf macht um das 1:1 zu erzielen. Atletico war zu diesen Zeitpunkt eigentlich platt und hätte meines Erachtens große Schwierigkeiten gehabt gut ausgespielte Seitenüberladungen abzudrängen bzw. aufzuhalten …

Antworten

Michael 18. März 2015 um 13:40

Richtig. Dazu kommt die mentale und spieltaktische Bankrotterklärung Papadopolus zu bringen, anstatt mit Brandt die platten Außenverteidiger zu beschäftigen. Wer so wechselt, schießt dann auch genau solche Elfmeter. Der Trainer hats vorgelebt.

Antworten

PNM 18. März 2015 um 14:32

Ich liebe Julian Brandt auch und hätte ihn wie eigentlich in jedem Spiel, auch gerne von Beginn an gesehen, aber in diesem Spiel hätte seine Einwechslung mMn nicht viel gebracht.
Leverkusen ist durch Atleticos Pressung und die eigene Spielweise und Limitiertheit gar nicht so weit gekommen, die Flügelspieler passend einzubinden, da war es klüger, mit Papa eine Absicherung zu bringen, die auch noch stark bei Standards ist.

Von diesem Wechsel auf die geschossenen Elfmeter zu schließen, halte ich für Westentaschenpsychologie.

Antworten

HW 18. März 2015 um 15:53

Rolfes ist nicht unbedingt der Spielertyp an den ich dachte. Ich hatte eher die Staffelung im Sinn. Also 3 vs. 2 im Zentrum mit einem Spielmacher.
Schlussendlich scheint es nur ein Frage zu sein wo man riskiert den Ball zu verlieren. Drischt man ihn nach vorne und setzt auf Pressing, spielt man halt sowas wie Kick and Rush. Der Gegner ‚gewinnt‘ den Ball dann weit weg vom Tor.
Spielt man dagegen flach von hinten raus, riskiert man Ballverluste näher am Tor. Also brauch man spielstarke Verteidiger und Anspielstationen im Mittelfeld. Wenn das unter Druck nicht funktioniert, sollte man tatsächlich besser den Ball schnell raushauen.

Antworten

PNM 19. März 2015 um 02:54

Absolut richtig. Und Leverkusen verfolgt ja ziemlich klar eher den zweiten Ansatz. Da wäre es unvernünftig, ausgerechnet gegen einen Gegner wie Atlético mit ihrem starken Pressing auf zu versuchen zu kombinieren.

Antworten

HW 18. März 2015 um 08:13

So paradox es klingt, Leverkusen hat diesen Vergleich eigentlich schon im Hinspiel verloren. 1:0 ist als Außenseiter oft ein Tick zu wenig um auswärts das Spiel zu überstehen.
Andererseits haben sie es immerhin ins Elfmeterschießen geschafft. Aber auch hier hat Leverkusen, verglichen mit Madrid, zu wenige Champions League Erfahrung.

Antworten

Christian 18. März 2015 um 12:48

Das sehe ich ganz genauso. Nach der roten Karte im Hinspiel haben in Leverkusen alle durchgeatmet und den Schlusspfiff herbeigesehnt um die 3 virtuellen Punkte im Sack zu haben… DA wurde das weiterkommen verloren. Hier hätte man alles riskieren und auf ein 3:0 gehen müssen. Hinterher ist man immer schlauer ich konnte das Spiel nur sporadisch im Radio verfolgen aber nach dem 0:1 dachte ich nun ist der Druck weg und der Weg frei für ein 4:4. Leider ist bei den Leverkusenern nie der Knoten geplatzt, es fehlen richtige Männer und keine erfurchtsvollen Talentbubis.

Antworten

PNM 18. März 2015 um 14:34

Grade wenn ich das Spiel nicht gesehen hätte, würde ich mir nicht so ein Urteil erlauben.
Ist auch gegen zehn Colchoneros nicht so ganz einfach `n Tor zu machen und „alles riskieren“ heißt dann auch mal schnell alles verlieren.

Antworten

HW 18. März 2015 um 16:26

Vorwerfen oder verurteilen will ich nicht. Ein 1:0 war ja kein schlechtes Ergebnis. Trotzdem war die Chance auf ein 2:0 im Hinspiel höher als auf das Auswärtstor gegen diesen Gegner.
Ich finde den Gegensatz der Situationen in denen sich Schalke und Leverkusen befanden sehr interessant.
Schalke hatte gerade durch das 0:2 im Hinspiel die Chance auf ein „Wunder“. Hätten sie nur 0:1 verloren, hätte Real wahrscheinlich nicht so verpennt gespielt.
Gleichzeitig hatte Leverkusen die gute Ausgangslage. Aber gegen Atletico ist dieser Sieg eigentlich das Minimum um in Madrid eine Chance zu haben. In Madrid hat man gegen diesen physisch starken Gegner bei einer extremen Atmosphäre ohne einen Sieg in der Hinterhand keine Chance. (Außerman ist Bayern oder Barca.)
Dazu ist Schalke zwar nicht besonders stabil, aber wesentlich erfahrener wenn es um high scoring Games in Europa geht.

Antworten

PNM 19. März 2015 um 02:57

Richtig.
Leverkusen hat aber auch über 120 Minuten ziemlich wenig zugelassen, und das Tor war sehr unglücklich, daher kann man schon sagen, dass der Plan hätte aufgehen können. Ist er ja sogar fast.

Antworten

Dr. Acula 18. März 2015 um 08:08

Das ist die taktische version meines Eindrucks vom Spiel.. ‚Zerfahren‘ ist das perfekte Wort, denke aber das war so gewollt, Leverkusen konnte und atletico wollte kein Ballbesitz spielen, daher wohl dieses hin und her. Fand es aber beeindruckend wie die madrilenen immer diesen perversen willen zeigen, zu gewinnen. Sieht man ihnen in jeder Szene an.. Dass Atletico trotz gefühlt 20 Ecken kein Tor Gemacht, war für mich auch ne Sensation.. An godins fehlen allein kann das wohl kaum liegen

Antworten

otto_paede 18. März 2015 um 09:23

… oder vielleicht doch!

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*