Donnerstag, 26.05.2016

Slapstick-Defensive und Ballbesitzkultur

borussia dortmund4:2mainz

Borussia Dortmund startet eine Siegesserie. Zumindest gewinnt der BVB in einem ereignisreichen Spiel gegen Mainz 05 und dreht dabei erstmals eine Bundesligapartie in dieser Spielzeit. In der Hinrunde begann einst bei den 05ern die große Krise. Vielleicht war der Sieg gegen Klopps Ex-Klub ein positiver Wendepunkt.

Klopp und Hjulmand an der Taktiktafel

Sicherlich wollte der BVB-Trainer erstmals seine Startaufstellung im Vergleich zum vorherigen Spiel nicht ändern. Allerdings musste Mats Hummels aufgrund eines Virusinfekts weichen und der Kapitän wurde durch Sokratis ersetzt. Ansonsten war das Dortmunder 4-2-3-1 personell genauso bestückt wie in der Vorwoche beim 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg. Jedoch war die Struktur insgesamt etwas abgeändert. Insbesondere İlkay Gündoğan rückte nicht unablässig nach vorn und forcierte ein 4-1-4-1. Der BVB-Spielmacher war tiefer eingebunden und dribbelte im Aufbau oftmals die Mainzer Pressingformation an, die eine wichtige Rolle in dieser Partie spielen sollte.

Kasper Hjulmand ging vom 4-2-3-1, was bei der Heimniederlage gegen Hertha zum Einsatz kam, zu einem 4-3-3 als Grundformation über. Gonzalo Jara musste nach schwacher Leistung gegen die Berliner für Niko Bungert weichen. Im Mittelfeld ersetzte Elkin Soto Angreifer Pablo de Blasis. Auf der linken Außenbahn rückte BVB-Leihspieler Jonas Hofmann für Schalke-Leihspieler Christian Clemens in die Startelf.

2015-02-13_Dortmund-Mainz_BVB-off

Dortmund im Aufbau

05er blockieren und rochieren

Bevor die Partie wirklich begann, stand es bereits 0:1. Dortmund blieb sich treu und sorgte für weiteres Videomaterial für den Saisonrückblick. In der ersten Minute spielten die Mainzer mehrfach lange Bälle nach vorn. Ein solches Zuspiel von Julian Baumgartlinger erreichte Shinji Okazaki im linken, offensiven Halbraum. Der Japaner konnte das Spielgerät gegen Neven Subotić behaupten und auf Yunus Malli ablegen, der wiederum seinen Sturmkollegen per Lupfer hinter den BVB-Verteidiger schickte. Roman Weidenfeller sprintete aus dem Kasten. Der BVB-Torwart faustete den Ball heraus, prallte allerdings an seinem serbischen Mannschaftskollegen ab und ging zu Boden. Soto ließ sich nicht bitten und schenkte den Dortmundern per 25-Meter-Heber das Gegentor ein. Wer nun glaubte, dass die Hausherren in ihre Einzelteile zerfallen würden, hatte sich getäuscht. Nach diesem 53-Sekunden-Schocker folgte eine halbstündige Dominanzperiode der Borussen. Doch der Reihe nach.

Die Mainzer hatten im Defensivverhalten einen klar ersichtlichen Plan. Gegen den Aufbau über Dortmunds Innenverteidiger standen sie in der ersten Anfangsphase in einer 4-4-2-haften Formation, indem Malli und Okazaki vorn anliefen und Hofmann auf der linken Seite etwas zurückgezogen agierte. Doch im weiteren Verlauf der Partie wurde es in der Praxis eher zu einem 4-3-3, indem beide Flügelstürmer – übrigens agierte Okazaki gegen den Ball nicht selten auf rechts – nach vorn schoben und die kurzen Passoptionen versperren wollten.

Jedoch schaltete sich Dortmunds Kreativzentrale in Person von İlkay Gündoğan und Nuri Şahin in der ersten großen Druckphase oftmals in den Spielaufbau ein, wobei der jeweils ballführende Sechser meist im linken Halbraum die Fäden im Aufbau zog, während sich der Partner etwas zentraler und balancierend verhielt. Gerade gegen das Andribbeln von Gündoğan stand Mainz in einem 4-5-1. Okazaki versperrte den kurzen Passweg auf Marcel Schmelzer. Malli fungierte im Zentrum als erster Raumbesetzer. Die Flügelstürmer oder später die beiden Achter rückten häufig erst dann heraus, wenn sich der Spielaufbau des BVB zeitlich hinzog und die Innenverteidiger wieder eingebunden wurden.

Dortmund agierte derweil diszipliniert in der Spielgestaltung. Sie griffen ganz selten zum langen Ball während der ersten Phase des Spiels, sondern eröffneten geduldig über eine saubere Ballzirkulation, wobei ihnen die tiefen 4-5-1-Mainzer auch im Zentrum einen gewissen Freiraum gewährten, dafür jedoch die Passwege in den Zwischenlinienraum versperren wollten.

„Wir haben uns fest vorgenommen, dass das, was uns gegen Augsburg passiert ist, auf keinen Fall noch einmal vorkommen darf. […] Es ist jetzt ein Riesenschritt nach vorne für uns, dass wir weiter Fußball gespielt haben, dass jeder den Ball wollte. Und dass wir nicht nur die Brechstange rausgeholt und den Ball lang nach vorne geschlagen haben in der Hoffnung, dass der Ball uns da irgendwie vor die Füße fällt.“ (Nuri Şahin)

Gefahr konnte die Heimmannschaft allerdings einmal mehr über das grandiose Gegenpressing ausstrahlen. Besonders die Doppelsechs war ein regelrechter Staubsauger, der immer und immer wieder die verlorenen Bälle mit kluger Zweikampfführung zurückeroberte. Logischerweise war besonders der Mainzer Dreierblock mit Soto, Baumgartlinger und Geis in diesen Szenen nicht derart kompakt, wie es in der normalen Defensivformation der Fall war. Die Dribblings von Nadelspielermaestro Gündoğan entfalteten in diesen chaotischeren Strukturen mit offenen Räumen vor der Mainzer Abwehr sowie mit übersichtlichen Diagonalkanälen ihr wahres Potenzial. Zusammen mit dem agilen Shinji Kagawa und Marco Reus‘ einrückenden Läufen wurde der BVB gefährlich. Allerdings verlagerten die Schwarzgelben im letzten Drittel weiterhin zu häufig auf die Flügel, sodass es zu viele Schmelzer-Flanken und Kagawa-Kopfbälle gab.

BVB-Pressing lauernd, nicht jagend

Das Dortmunder Pressing war eine Mischung aus dem klassischen 4-4-2, wobei sich meist ein Flügelspieler nach vorn und damit neben Kagawa und Aubameyang bewegte, wodurch das wiederum klassische, asymmetrische 4-3-3 zumindest vereinzelt entstand. Doch genauso gab es vermehrte 4-2-2-1-1- oder 4-2-2-2-Pressingformationen. Kagawa und Aubameyang bewegte sich in der Regel zwischen der Mainzer Aufbaureihe und dem Sechser-/Achterraum. Allerdings war das Anlaufen der Aufbauspieler keineswegs aggressiv, sondern der BVB lauerte vor allem auf abfangbare Bälle und man baute kurz Druck auf den Ballführenden auf, um schlechte Pässe ins Mittelfeld zu erzwingen.

Mainz im Aufbau

Mainz im Aufbau

Die 05er hatten in der eigenen Hälfte vor allem Probleme, wenn von der Außenbahn der Rückpass ins Zentrum erfolgte. Dann lauerten Aubameyang und Kagawa in der Nähe vom Mainzer Ballzirkulationsknotenpunkt Geis, während die BVB-Sechser auf Soto und Baumgartlinger herausrückten.

Mainz wurde zunehmend schwächer und konzentrierte sich nur noch auf vereinzelte Konterattacken. Interessant waren die Bewegungen von Baumgartlinger. Der Österreicher verteidigte immer wieder unterstützend auf der rechten Seite gegen die Steilpässe auf Reus. Doch zugleich sorgte er für kurzzeitige Überladungen, um Malli und Rechtsverteidiger Daniel Brosinski zu helfen.

Was fiel in der ersten Halbzeit sonst noch auf? Sokratis‘ situatives Aufrücken im Aufbau, um eine neue, zu verteidigende Konstellation für die Mainzer Defensive zu schaffen, wurde von Şahin sehr gut abgesichert, indem sich der 26-Jährige auf die linke Innenverteidigerposition zurückfallen ließ.

Derweil wurden in der Viertelstunde vor der Halbzeitpause die Bewegungen der Mainzer Achter und Flügelstürmer druckvoller. Besonders Hofmann und Okazaki taten sich durch herausrückende Bewegungen auf die Dortmunder Innenverteidiger hervor, während Soto Gündoğan mannorientiert verfolgte. Malli blieb als Pressingspitze gefährlich, weil er im Umschaltmoment seine quirligen, individualtaktischen Qualitäten einbringen konnte.

Der BVB verhielt sich unterdessen immer hektischer und suchte zu schnell den Weg direkt in den gegnerischen Strafraum, anstatt im letzten Drittel, nach einem Mittelfelddurchbruch, nochmals in die Zirkulation überzugehen, obwohl mit den einrückenden Läufen von Reus und Kampl sowie den Bewegungen von Kagawa und Aubameyang die passenden Strukturen in den ersten 45 Minuten gegeben waren. Außerdem streute Şahin einige verwirrende Läufe und Pässe im Zentrum ein, wodurch er teilweise sogar Gündoğan im Spielaufbau behinderte.

Halbzeit-Fazit: Es war eine der besten Halbzeiten des BVB in dieser Saison, die sich in Pressing und vor allem Gegenpressing von der alten Seite zeigten. Mainz offenbarte nach Ballverlusten einige Lücken, während sie mit dem defensiven 4-5-1 doch sehr auf die Verdichtung des Zentrums beziehungsweise des Zwischenlinienraums fokussiert waren. Die Rheinhessen schlugen sich mit der Führung im Rücken trotzdem alles in allem gut.

Der BVB verzeichnete zur Halbzeitpause einen Ballbesitzanteil von 63 Prozent und hatte insgesamt zehn Abschlüsse. Allerdings kamen nur drei Versuche direkt aufs Tor von Stefanos Kapino. Auch die Passquote von 80 Prozent verdeutlichte die höhere Spielkultur im Vergleich zu den vorherigen Partien in der Rückrunde.

Schlagabtausch nach der Pause – Dortmund hat den längeren Atem

Die zweite Halbzeit begann mit dem direkten Ausgleich der Dortmunder. Bei einer Ecke übersprang Subotić den Mainzer Linksverteidiger Pierre Bengtsson und traf per Kopfball.

Bereits wenige Minuten später hatte der BVB das Spiel komplett gedreht. Dabei dribbelte Sokratis von links nach innen. Die Mainzer verharrten im 4-5-1, wodurch vor dem Mittelfeldbogen der Raum frei war. Kampl lief von rechts außen nach innen und wurde direkt von Sokratis angespielt. Der Slowene drehte sich und steckte auf Reus durch. Der Dortmunder Starspieler, mit neuem Arbeitsvertrag im Gepäck, umkurvte Kapino locker.

Doch der nächste Nackenschlag folgte sogleich. Bell durchstach mit einem Laserpass die BVB-Formation aus dem offenen Spielaufbau heraus. Okazaki erhielt das Spielgerät im Raum vor der Abwehrreihe, wurde vom herausrückenden Sokratis umgegrätscht. Trotzdem konnte der Pass auf Malli erfolgen, der sich halbrechts an der Strafraumgrenze befand. Mit einer einfachen Drehung um die eigene Achse nach außen, ließ er Schmelzer aussteigen. Weidenfellers schwache Positionierung machte es dem Mainzer Angreifer noch einfach, den Ausgleich zu besorgen.

2015-02-13_Dortmund-Mainz_Kampl-Passing

Zuletzt noch für seine Passquoten kritisiert, dieses Mal mit 90 Prozent die höchste Genauigkeit aller Feldspieler: Kevin Kampl | Quelle: Squawka

Mainz wurde anschließend aggressiver in der Ausrichtung. Ja-Cheol Koo kam für Hofmann. Die Gäste agierten von der 60. bis 70. Minute im 4-3-3, wobei beide Flügelstürmer auf einer Höhe mit der Sturmspitze standen und die beiden Achter weiträumiger nach vorn schoben. Dadurch öffneten sich für den BVB größere Räume, die gerade Reus und Kampl nutzen wollten. Doch die Ballbesitzdominanz der Hausherren war für eine kurze Phase dahin. Die höher agierenden und leicht eingerückten Mainzer Flügelstürmer verhinderten unterdessen mehrfach Vertikalpässe der Dortmunder Innenverteidiger auf Gündoğan und Şahin.

Diese Phase wurde jedoch in der 71. Minute quasi beendet. Der BVB kombinierte sich dabei sehr geschickt in der eigenen Hälfte aus dem Mainzer Pressing. Der Ball gelangte zu Schmelzer, welcher den Angriff mit einem Vertikalpass die Linie entlang beschleunigte. Reus spielte anschließend mit dem Außenrist eine Weltklassevorlage diagonal hinter die Mainzer Innenverteidiger. Aubameyang kam von halbrechts nach innen, konnte sich von Bewacher Bengtsson lösen und das Spielgerät an Kapino vorbei spitzeln.

Die Mainzer wurden im Anschluss natürlich noch wilder und offener im Zentrum. Jedoch war mit Aubameyangs Freistoß sowie dem verwandelten Nachschuss von Şahin die Partie mehr oder weniger beendet. Lediglich einmal musste Weidenfeller noch im Eins-gegen-Eins den Vorsprung bewahren.

Fazit

Eigentlich hätte diese Partie enden können wie zahllose Spiele zuvor. Der BVB gerät frühzeitig in Rückstand, kommt anschließend sofort zu einer Großchance (Reus mit dem Pfostentreffer), vergibt in einer Druckphase weitere Chancen, verliert in der zweiten Halbzeit langsam den Faden und kassiert noch einen Kontertreffer. Diesen Spielfilm haben wir schon häufiger in dieser Saison gesehen. Doch Klopps Mannschaft hat die kompakten Mainzer mit ungewöhnlich großer Geduld bespielt. Über ein konstruktives Kurzpassspiel wurde die Partie dominiert. Nur ganz selten sah man sinnlose, lange Bälle in die gegnerische Kompaktheit hinein.

Für Mainz geht unterdessen der Abwärtstrend nach der Heimniederlage gegen Hertha BSC weiter. Im schlechtesten Fall können sie heute noch auf Rang 15 abrutschen. Hjulmands Mannschaft braucht sich jedoch gar keine großen Vorwürfe zu machen. Die Defensivausrichtung funktionierte. Nachdem man die erste Druckphase des BVB überstanden hatte, wurden auch die Angriffe wieder gefährlicher. Lediglich in der zweiten Halbzeit, besonders nach dem Ausgleich durch Malli, konnte man die kurzzeitige Überlegenheit nicht nutzen und musste dem Tempo der Hausherren schlussendlich Tribut zollen, wie Kapitän Bungert nach dem Spiel konstatierte.

Alex 19. Februar 2015 um 00:26

Kirch ist ein sehr interessanter Spieler, der ein super Backup für Gündogan darstellt.
Sahin dagegen ist für mich ein anderer Spielertyp, der sich weniger über Dynamik sondern mehr über seine herausragende Antizipation ausdrückt. Gerade diese Antizipation macht ihn auch defensiv sehr wertvoll.

@Benny: In Sachen Spielintelligenz ist Sahin einem Kirch weit überlegen. Wichtig ist vorallem der kontrollierte Aufbau im defensiven Mittelfeld. Sahin hat im Spielaufbau eine sehr geringe Fehlerquote, was der Mannschaft in dieser schwierigen Phase Stabilität bringt. Kirch mag vllt. öfters die vertikalen Schnittstellenpässe spielen, hat aber auch eine höhere Fehlerquote im Passspiel.

Sahin und Gündogan haben jetzt erst ein paar Spiele zusammen auf dem Platz gestanden und schon jetzt sichtbar Stabilität ins Team gebracht. Eine Umbesetzung auf dieser zentralen Position halte ich für nicht angebracht.

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BG 17. Februar 2015 um 23:23

Klassisches Spiel unter Hjulmand: Passende taktische Ausrichtung, gute Raumverdichtung, aber selten auf aggressive Balleroberung und Balljagd aus, was die 05er unter Tuchel immer ausgezeichnet hatte. Man hatte wie so oft das Gefühl, dass die Mainzer gut vorbereitet und ganz gut im Spiel drin waren, aber ihnen das Selbstverständnis im Spiel fehlte. Eigentlich schade, mit Park, Koo und Geis beispielsweise hat man schon gute Kicker im Kader, da fand ich es interessant, dass man einen Trainer verpflichtet hatte, der auf gepflegten Ballbesitzfußball zu spielen schien!

Ansonsten gewohnt gute Analyse. Cool fand ich den Laserpas von Bell vorm 2:2 durch die Dortmunder Linien; das hatte fast schon Boateng-Niveau! 😀

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Koom 18. Februar 2015 um 09:58

Ein paar der Aussagen zu Saisonbeginn lassen darauf hindeuten, dass man mit Hjulmand ganz bewusst einen Trainer verpflichtet hat, der nicht zwingend ein Pressingspezialist ist. Der Cotrainer Bordinggaard sagte bspw. sinngemäss, dass man jetzt auf ein Ballbesitzsystem umlernen müsse, bevor man den Anschluss verpasst. Ein wenig wirkt das wie an der Börse, bei der man auf eine Entwicklung setzt, die bislang noch keiner gesehen hat.

Ist auch nicht ganz falsch: Das reine Pressing/Gegenpressing-Spielsystem, das vor 2-3 Jahren seinen Höhepunkt erreicht hat, wird mittlerweile durch viele taktische Entwicklungen (bspw. Dreierkette) wirkungsloser gemacht. Sieht man ja auch an den (fachlich unbestritten guten) Klopp oder Roger Schmidt, beides Verfechter eben jenes Stils (der auch nicht tot ist, nur sich eben weiterentwickeln muss).

Heidels Idee mit Hjulmand einen Guardiola-light zu verpflichten, um bei diesem Trend vorne mit dabei zu sein, ist aus meiner Sicht auch richtig. Leider ist sowas bei kleineren Klubs, wo das Leistungsgefälle größer ist, nicht so einfach umzusetzen. Verletzungen und Abstellungen, manchmal auch einfach nur Ergebnispech sorgten dafür, dass eben Ergebnisse fehlen. Und ein Abstieg in dieser Saison ist unnötig, da bewerben sich andere nachhaltig und verdienter darum.
Und für den vielzitierten Plan B hatte Hjulmand keine Lust, seine Philosophie zu verbiegen – was auch sein gutes Recht ist: Man stellt keinen Konditor ein, um ein Schnitzel zu braten, auch wenn die Kundschaft das so möchte und braucht.

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FAB 19. Februar 2015 um 14:16

Guardiola bzw. Ballbesitz ist aber kein Trend. Schau dir doch mal die Bundesligatabelle an und schaue dir die Ausrichtung der erfolgreichen Mannschaften an. Ich erkenne derzeit keinen Trend. Fakt ist, dass der Fokus auf Pressing nicht mehr erfolgreich ist (siehe BVB und im Prinzip auch Leverkusen).
Welchen Trend verfolgen denn Mannschaften wie Wolfsburg, Augsburg und ganz aktuell Werder und Eintracht? Aus meiner Sicht keinen, sondern sie spielen relativ einfach struktuktierter Fussball, von allem ein bißchen (bißchen Pressing, bißchen Ballbesitz, gute Raumaufteilung aber nicht zu diszipliniert sondern mit Raum für individuelle Interpretationen und unter Berücksichtigung des vorhandenen Spielermaterials) , auf jeden Fall ohne eindeutige Spezialisierung … Die einzigen die taktisch etwas besonderes machen und erfolgreich sind, sind: Bayern (können sowieso machen was sie wollen) und Schalke mit der Defensivtaktik. Bei Schalke will ich aber auch erstmal sehen, ob das langfristig funktioniert.

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CE 19. Februar 2015 um 14:38

Bayern presst also nicht? Und Gegenpressing ist kein Eckpfeiler in Guardiolas System?

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FAB 19. Februar 2015 um 14:57

Doch Pressing ist ein wesentliches Element des Guaridola’schen FC Bayern. Aber Bayern steht außer Konkurrenz in der Bundesliga. Mein Hinweis war, das Pressing in der Bundesliga kein Trend ist, sondern gutes Pressingspiel von fast allen Mannschaften umgesetzt ist, aber eben nicht in einer spezialisierten Form, wie ehemals der BVB. Am Beispiel Leverkusen kann man sehen, das die Spezialisierung auf Pressing derzeit keinen Erfolg bringt, sondern es scheint aktuell darum zu gehen, ausgewogen flexibel auf sämtliche Spielarten zugreifen zu können: geduldiges Passspiel aber mit Konteroptionen (der Hannover’sche Attackenfussball ist ausgestorben), aggressives Pressing aber mit guter Raumabdeckung (Chaospressing alla Stuttgart funktioniert nicht mehr).

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Koom 19. Februar 2015 um 16:57

Pressing gehört zur Basis des Fußballs, zumindest in Deutschland seit ein paar Jahren. Grob kann man aber trotzdem 2 „Religionen“ festlegen:
Guardiolas Ballbesitzspiel, bei dem eigener Ballbesitz über allem steht (und das Gegenpressing dazu dient, diesen zu erhalten). Und das Gegenpressingspiel, beispielhaft von Klopps BVB oder Schmidts Leverkusener, die eigenen Ballbesitz opfern, um den Ball in die gegnerische Verteidigungslinie zu bekommen, um dort den Ball zu erobern und schnellstmöglich zu einem Abschluss zu kommen.

Die meisten anderen Teams, IMO auch Heynckes Bayern in der Triple-Saison, spielen eine ausgewogene Mischung davon. Real Madrid würde ich auch dort verorten.

Es gibt aktuell (noch) nicht viele Extremverfechter von Guardiolas Spielweise. Hjulmand scheint das zumindest teilweise so handhaben zu wollen, Tuchel hatte Ambitionen in diese Richtung. Es einen Trend zu nennen ist also noch eher Hellsehen, aber hat eine Grundlage. Das Guardiolas Spielweise (allerdings bislang nur von Weltklasseteams umgesetzt) seine Stärken hat, ist unbestritten. Und das sich zumindest das Gegenpressing-Spielmacher-System etwas abgenutzt hat, mag diskutabel sein, aber es ist zumindest nicht mehr so erfolgversprechend.

Wie ich schon sagte: Es ist wie ein Zocken auf dem Aktienmarkt. Wenn man ein Mittel findet, um jeden Gegner auf 30% Ballbesitz und wenig Chancen zu reduzieren und gleichzeitig selbst recht beständig Chancen generiert, dann ist das sehr verlockend. Das das schwierig einzustudieren ist und eine feine Abstimmung benötigt, beweisen Guardiolas Bayern ja gerade auch. Trotz X Weltklassespieler stimmt dort die Balance gerade nicht und das Gebilde wird wacklig.

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king_cesc 19. Februar 2015 um 17:13

Rayo Vallecano setzt doch auch Guardiolas Spielweise (falls man das so allgemein sagen kann) um.
Trotz fehlender Weltklassespieler sind die Ergebnisse sehr gut.

Koom 19. Februar 2015 um 18:32

Ah, gut. Wobei man einschränkend sagen muss, dass die spanische Liga nicht so pressinglastig ist wie die Bundesliga (wobei keine Liga so pressinglastig ist).

Schorsch 19. Februar 2015 um 21:33

Ja. Und weil der BVB in der Hinserie nicht in der Lage war „ausgewogen flexibel auf sämtliche Spielarten zugreifen zu können“ ist man abgestürzt. Zumindest war dies einer der entscheidenden Gründe.

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Willibert 17. Februar 2015 um 11:36

Man könnte es mal mit Hummels als 6-er probieren. Für die Spieleröffnung ist er auf dieser Position prädestiniert. Zu der schlechten Hinrunde fällt mir ein, daß für mich der Hauptgrund darin liegt, das vorne die Chancen im Dutzend versiebt wurden, hier vor allem von Immobile. Der Mann ist der „Chancentod“ schlechthin. Und dafür wurden 20 Mio. verschleudert. Das man Ramos holte, versteh ich auch nicht. Der ist doch viel zu langsam, paßt überhaupt nicht zum BvB-Spiel. Aubameyang ist für mich als Spitze im Moment ohne Alternative. Und seitdem Reus wieder dabei ist, siehts ja schon wieder viel besser aus.

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Fabian 17. Februar 2015 um 12:21

Das Problem ist einfach, wenn du Hummels auf der 6 aufstellst kannst du nicht Hummels als Innenverteidiger aufstellen. Dort ist er nunmal weltklasse (wenn in Form). Defensiv in der Art wie er Zweikämpfe löst und seine Mitspieler unterstützt nochmal eine Klasse besser als Subotic oder Sokratis. Offensiv kann er aus dieser tieferen Position auch seine strategischen Pässe besser spielen, als mit Druck im Sechserraum, wo er sich ggf. auch noch zuerst drehen muss etc.
Nicht dass er auf der 6 zwangsläufig schlecht wäre und vielleicht sogar besser als Bender oder Kehl, weil etwas ausgewogener, aber den größten Mehrwert bietet er einfach als IV.

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blub 17. Februar 2015 um 12:36

kann man schon machen, ist dann halt kacke. Hummels ist zu langsam und fühlt sich in den weiten räumen auf der 6 bei BVB nicht wohl. wurde vor 5 jahren schon probiert.

Ramos ist also langsam. vielleicht sollte

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Euler 18. Februar 2015 um 22:23

Hummels ist mittlerweile auch von den körperlichen Vorraussetzungen reiner Innenverteidigung. Er hat selbst einmal gesagt, das er die Laufleistung die für die 6 nötig ist nicht mehr leisten kann. Ein Innenverteidiger muss eben in erster Linie robust sein.

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Schorsch 18. Februar 2015 um 23:25

Richtig. Hummels wurde nach einem Länderspiel einmal darauf angesprochen, als er in der Schlussphase des Spiels aufgrund vorheriger Auswechselungen und Verletzungen von Löw aus der IV ins DMF beordert worden war. Dabei wurde auch darauf verwiesen, dass er 2009 im U-21 EM-Finale gegen England eine exzellente Partie auf der 6 gezeigt hatte. In der IV spielten damals Boateng und Höwedes. Hummels gab eine klare Absage an eine solche Option, die er nur in einem Spiel wie dem absolvierten als Notlösung sah. Er betonte dabei, dass er außerdem ganz anders trainieren müsse, da die physischen Prämissen auf beiden Positionen andere seien und er halt nun schon seit Jahren seinen Körper auf die IV-Position hin trainiert habe. Das ließe sich nur über Jahre hinweg ändern. Wonit er Recht hat.

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HK 20. Februar 2015 um 13:39

Ein echter Hummels! Noch erstaunlicher wie gelassen solche Aussagen hingenommen werden. Er wäre körperlich nicht in der Lage auf der 6 zu spielen und müsste sich das über Jahre hinweg wieder erarbeiten??

Ich möchte mal irgendeinen anderen BL-Spieler sehen, den man mit so was ungestraft davon kommen ließe.

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CE 20. Februar 2015 um 14:36

Er sprach ja nur an, dass er selbst seine körperliche Verfassung, in dem Fall das Gewicht, für nicht passend für die Sechserposition hält. Das ist doch ein interessanter Einblick und besser als die sonstigen Phrasen bei Spielerinterviews.

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Koom 20. Februar 2015 um 16:36

Naja, große, schlaksige 6er hat es nur noch sehr wenige heutzutage. Bevorzugt werden auf dieser Position wendigere Spieler, die auch gegen 2 Gegner pressingresistent sind. Als IV hat man da doch ein deutlich anderes Anforderungsprofil, da geht es dann doch mehr um Zweikampfpräsenz.

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Schorsch 20. Februar 2015 um 22:16

Na ja, so Unrecht hat Hummels ja nicht. Wenn es um Aufbau bzw. Abbau von Muskelmasse geht oder um ‚Umbau‘ (um es einmal so auszudrücken), dann wird das so ab dem 25. Lebensjahr etwas schwieriger. Auch bei Hochleistungssportlern. Das dauert dann schon seine Zeit. Ein, zwei Spielzeiten bis zum gewünschten Ergebnis sind da schon einzuplanen, je Ausgangslage und Ziel. Es sollen ja keine Leistungsdellen entstehen.

Sicherlich gibt es Spieler, die auf beiden Positionen (also sowohl im DMF, als auch in der IV) spielen können und das sogar ohne große qualitative Unterschiede. Z.B. Luiz oder Mascherano. Je größer (und damit auch in der Regel schwerer = mit mehr Muskelmasse versehen) ein Spieler jedoch ist, desto seltener wird dies der Fall sein. Wendigkeit ist nicht jedem gegeben, ist im DMF aber auf jeden Fall von Vorteil. Eine bestimmte Muskelverteilung ist dabei von Vor- oder auch Nachteil.

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king_cesc 16. Februar 2015 um 23:39

Mir is grad noch was eingefallen:
Was spricht eigentlich gegen Mkhitaryan als Aussenverteidiger? Pisczcek kommt doch öfter in Situationen, die er nicht mit seiner Athletik lösen kann und man dann seine fehlende Kreativität bemerkt. Hier wäre der Armenier doch genial?
Defensivspiel beherrscht er ja…

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Koom 17. Februar 2015 um 09:12

In der Theorie nicht schlecht, in der Praxis natürlich schwer zu sagen, ob das funktionieren würde. Mkhitaryans Zweikampf- und Stellungsspiel kann ich nur schwer bewerten, offensiv wäre er natürlich dort schon eine exzellente Lösung und auch von Anspruch und Spielweise etwas, was dem BVB auf den Aussenpositionen sehr gut tun würde. Generell bräuchte der BVB auf mindestens eine der Aussenverteidigerpositionen einen, der den Spielaufbau konstruktiv machen kann.

Am Ende klauen sie meinen 05ern den Park. 😉

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Tomás 17. Februar 2015 um 13:21

Ich stimme zwar zu, dass dem BVB ein spielstarker Außenverteidiger, der sich konstruktiv in den Spielaufbau einschalten kann, gut tun würde. Mkhitaryan sehe ich in dieser Rolle jedoch überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich halte eine solche Versetzung für geradezu abwegig.

Ich habe erhebliche Zweifel, dass Mkhitaryan die für die Außenverteidiger-Position nötige Athletik, insbesondere die körperliche Robustheit, mitbringt. Hinzu kommt, dass Mkhitaryan von seinen Anlagen her ein offensiver Mittelfeldspieler auf Champions League-Niveau ist. Sicherlich hat er ein in der Hinrunde riesige Probleme in der Entscheidungsfindung gehabt und deshalb häufig nicht gut ausgesehen. Sowohl seine Zeit in Donezk als auch seine erste Bundesliga-Saison (mit 9 Toren und 9 Vorlagen) zeigen jedoch, dass er prinzipiell ein durchaus torgefährlicher Spieler ist. Darüber hinaus bringt sich Mkhitaryan eigentlich durchgängig in den Spielaufbau und das Kombinationsspiel ein, so dass ihm auch in dieser Hinsicht kein Vorwurf zu machen ist. Im Gegenteil: Dieses Engagement war selbst in den Zeiten zu sehen, in denen weder bei ihm noch in der Mannschaft irgendetwas funktionierte. Ich sehe keinen Grund, weshalb man einen Spieler mit diesen Fähigkeiten und dieser Mentalität aus dem (offensiven) Mittelfeld in die Verteidigung versetzen sollte.

Ich halte Mkhitaryans derzeitiges Tief eher für eine temporäre Angelegenheit. Gerade für einen intelligenten und reflektierten (oder auch: sensiblen) Spieler wie Mkhitaryan ist die Dortmunder Krise alles andere als einfach. Ich denke jedoch nicht, dass es in Mkhitaryans Spiel und Einbindung radikalen Veränderungsbedarf gibt. Eine verbesserte Entscheidungsfindung und etwas mehr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten würden hier schon Wunder wirken. Das in Verbindung mit einer funktionierenden Mannschaft und Mkhitaryan könnte schon bald wieder in die Spur finden.

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CE 17. Februar 2015 um 15:25

Denken wir lieber darüber nach, wie Mkhitaryan als kombinative Neun auftreten würde. 🙂

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king_cesc 17. Februar 2015 um 16:00

Und dann Aubameyang als RV? 😀 Interssant wärs auf alle Fälle… warum kann man nicht in Paralleluniversen reisen 🙁

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Schorsch 19. Februar 2015 um 00:14

Sind ja immer nette Spielereien, wo man als Außenstehender welchen Spieler auf welcher Position aufgrund seiner Anlagen und Fähigkeiten, Stärken und Schwächen am besten geeignet sieht. Fragt sich nur, ob der Trainer oder der Spieler selbst das auch so sehen würde. Es ist etwas anderes, Spieler wir Piszczek oder Durm, die froh sein konnten überhaupt in der BL spielen zu dürfen, vom offensiven Außenspieler zum AV umzufunktionieren, als einen ‚Starspieler‘ wie Mkhtaryan vom OMF-Spieler zum AV zu machen. Würde Klopp ihm dies tatsächlich vorschlagen, würde Mkhtaryan wohl stante pede seinen Berater anrufen zwecks sofortigen Clubwechsels. Mein Eindruck ist sogar der, dass Mkhtaryan vielleicht gar nicht so einverstanden ist damit, dass Klopp ihm andere Positionen zuteilt als er selbst vorher gespielt hat.

Der Gedanke ‚kombinative 9‘ scheint mir schon eher realistisch zu sein; hängende Spitze hielte ich auch für eine Option.

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telly 14. Februar 2015 um 21:55

Ihr müsst eure media querys echt mal anpassen. Aufm iPad kann man die Seite nicht zoomen. Die Schrift der Kommentare ist viel zu klein.

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CE 14. Februar 2015 um 23:55

Die Beschwerde wurde ans zehnköpfige Technikerteam weitergeleitet.

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telly 15. Februar 2015 um 13:45

Danke. Lass den Sarkasmus doch einfach stecken.

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CE 15. Februar 2015 um 13:59

Nö, lasse ich nicht.

(Aber ernsthaft: Wird sich hoffentlich bald darum gekümmert.)

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Peda 16. Februar 2015 um 18:18

#dertechnikeristinformiert

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Robin 14. Februar 2015 um 14:10

Na endlich sah das mal nach Fußball aus. Wenn man jetzt mal schaut, wie Dortmund mit „konstruktiven Kurzpassspiel“ erfolgreich ist, dann wird umso klarer was für einen schlechten Ball die eigentlich die komplette Hinrunde über gespielt haben. Für mich steht außer Frage, dass diese langen Bälle ins gegnerische Niemandsland bewusst für ein schnelles Überbrücken der gegn. Reihen also zum Kontern genutzt wurden. Das war kein BVB-Fußball…ums mal ganz klar zu sagen: das war bisher unter Klopp noch nie erfolgreich. Man tut immer so als sei der BVB mit dieser Art Fußball zum Erfolg gekommen aber so ist es nicht. Dortmunds Umschaltspiel war immer dann gefährlich, wenn es mehrheitlich über kurze, schnelle Pässe ausgeführt wurde. Dieser Groschen ist wohl jetzt auch endlich an der Strobelallee gefallen (vermutlich hatte das Leverkusen-Spiel und die desaströse Fehlpassquote auch einen Anteil am Besinnungsprozess gehabt). Meiner Meinung nach sieht man Klopp sogar persönlich seine Geisteswandlung an bzw. man hört sie in den Pressekonferenzen raus. Nachdem man sich quasi die letzten 2 Jahre lang auf die Schultern geklopft hat und alles schön geredet hat, wurden endlich harte Fakten auf den Tisch gelegt. Klopps Pressing und Umschaltspiel sind ein gutes Stück weit an der Realität gescheitert. Die endlose Suche nach nicht vom Gegner besetzten Räume, in die man mit lange Bälle spielen kann, hat ein Ende gefunden. Mainz hat taktisch annähernd genau so gespielt, wie im Heimspiel der Hinrunde. Nur diesmal hatte Dortmund auch noch ein anderes Konzept parat und natürlich ebenso technisch stärkere Spieler in besserer Verfassung. Ich denke nach dem Dortmund ganz unten (im wahrsten Sinne mit Blick auf die Tabelle) angekommen war, wird es – und da bin ich mir seeeehr sicher- jetzt wieder bergauf gehen. Nicht mit der Brechstange sondern mit Ball- und Passsicherheit. Die Bundesligagegner haben sich eh auf das andere Konzept eingestellt. Im Gegensatz zur Vorsaison wird es so gut wie keine hoch stehenden Gegner mit abwartender Spielweise mehr geben. Ich bin froh, dass man sich gefunden und seine Spielweise angepasst hat. Dass das so lange gedauert hat – ist mit keinem Alibi-Argument zu entkräften. Es lag einzig an der Sturheit und der fehlenden Selbstreflexion der Verantwortlichen des BVB. Ohne überheblich werden zu wollen – ich hab diese Dinge schon seit dem DFB-Pokalfinale gesagt, geschrieben und sonstwie geäußert. Auch wenn man oftmals auf taube Ohren trifft, die ebenso wie die Hauptakteure des Vereins manchmal recht borniert auftreten. Ich bin froh, dass man jetzt einen großen Schritt weiter ist – auch wenn es dafür erst so eine „sportlich-existenzbedrohende“ Krise brauchte…

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blub 14. Februar 2015 um 14:29

Eispruch!
Dortmunds Umschaltspiel war durchaus auch mit langen Bällen erfolgreich, aber eben das Umschaltspiel, nicht das Aufbauspiel.
Im Umschaltspiel gibts auch Platz vor und hinter der letzten Linie, sowie auf den Seiten.

Da gibt es ganz wenige Ausnahmen als Dortmund mit langen Bällen aus der Abwehr heraus gefährlich wurde (z.B. damals (2013?) gegen Freiburg: Hummels spielt Lewa über 50m in den Fuß).
Schon vor der ertsen Meisterschaft hat Dortmund meist mit tiefer Zirkulation begonnen aus der meist Sahin einen langen Ball gespielt hat, den aber eben nicht in eine massierte Struktur hinein wie das diese Saison passierte. sowas war noch nie erfolgreich.

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sdf 20. Februar 2015 um 13:25

nun, das hatte damals aber auch Hand und Fuß und wurde nur angewendet, wenn es auch entsprechende Räume gab. In dieser Saison war es mehr ein äußerst uneffektives Stilmittel als ein wirklicher Ansatz zum Gewinnen.

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malte 14. Februar 2015 um 17:49

das versteh ich jetzt alles nicht so.

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Euler 14. Februar 2015 um 21:30

Ruhig aufbauen kann man aber nur wenn die Abwehr und das defensive Mittelfeld nicht verunsichert ist. Die gravierenden Fehler im Aufbauspiel waren aber in den Hinrunde das Markenzeichen von Dortmund. Da ist es schon verständlich das man gegen eine pressingstarken Gegner erst einmal Ball wegdreschen als Devise ausgibt.

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sdf 20. Februar 2015 um 13:22

das Ball-Wegschlagen ist doch lein Rezept dafür Sicherheit zu gewinnen. In gefährlichen Situationen ist es manchmal besser den ball wegzuschlagen als noch mal quer zu passen. Aber Dortmund spielte das in einer Häufigkeit die nicht mehr ansehnlich war und auch nichts wirklich nichts zur Steigerung der Sicherheit beigetragen hat.

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Paddi 15. Februar 2015 um 13:41

Aber das liegt doch primär daran, dass man jetzt anderes Spielermaterial auf dem Platz hat. Es ist eben ein riesiger Unterschied, ob man mit Kehl/Bender oder Sahin/Gündogan in der Zentrale spielt. Das war meiner Meinung nach sowieso eines der Hauptprobleme des BVB in der Hinrunde, dass die Gegner das Aufbauspiel – zurecht – als größte Schwäche ausgemacht haben und dann durch frühes Attackieren immer wieder Fehlpässe provozieren konnten.

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Euler 15. Februar 2015 um 20:50

Ich denke es ist zu kurzsichtig das nur auf die Spieler zu schieben. Die Doppelsechs Kehl/Bender kann funktionieren, und hat in der Vergangenheit auch funktioniert. Das Problem war eher das die Mannschaft darauf überhaupt nicht eingespielt war und Bender die Vorbereitung gefehlt hat. Es ist schon etwas dran wenn Klopp Fehler (zum Teil) auf mangelnde Fitness zurückführt. Und Bender musste ständig ran. Jojic war überhaupt nicht in Form und damit gab es keine Alternative zu Bender.

Ich denke das die Verletzung von Kirch (und zuvor Sahin) den BVB sehr hart getroffen hat. Damit konnte man die Raute, die in der Vorbereitung trainiert wurde nicht mehr spielen. Die Mannschaft lebt aber von Automatismen und die waren im alten System scheinbar nicht mehr im ausreichendem Maße da. Dann kam die Verunsicherung und die schlechten Spiele.

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fluxkompensator 14. Februar 2015 um 13:13

gündogan war schon supa-supa gestern. praktisch keine ballverluste, sieht die tollen pässe, im gegenpressing grandios!

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blub 14. Februar 2015 um 12:44

Dortmund war heute echt ein unangenehmer Gegner für Mainz. So viel Qualität in der Zentrale hat vielleicht noch Augsburg *g* zu bieten, aber Schweini/Alonso hätte dem heute durchaus zum Opfer falln können.

Mir fiel noch auf wie häufig sich Kampl zurückfallen lies. Eine gute Rolle für ihn, aber es wurde häufiger durch unsaubere bewegungen der doppelsechs(v.a. Sahin) erzwungen. wär mir lieber das könnte man besser machen.

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dermomentderballannahme 14. Februar 2015 um 12:24

Man kann immer wieder sehen wie wichtig Hummels für den BVB ist.
Ich hab den Eindruck, dass Subotic und auch Sokratis mit Hummels an ihrer Seite einfach besser spielen.
Dann kommt noch hinzu, dass Sahin und Gündogan entlastet werden weil das Pressing des Gegners sich nicht auf die beiden Sechser beschränken kann.
Das offensive Mittelfeld und der Sturm ist jetzt schon richtig super, mal sehen wie das in ein paar Wochen aussieht wenn die sich eingespielt haben.
Gegenpressing war super auch das Pressing gegen den Mainzer Aufbau.
So kanns weitergehen, mir ist jedenfalls ein Stein vom herzen gefallen.

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Alexandru 14. Februar 2015 um 11:34

Guten Tag!

In der PK nach dem Spiel ist mir das Wort „Kurzkompaktheit“ haengen geblieben:
„In den Phasen, in denen wir Kurzkompaktheit aufgegeben haben, hat man gesehen, wie stark haette Mainz sein koennen, wenn wir im Team weniger gut gewesen waeren…“
Kann damit i-jmd etwas anfangen, bzw. mag es der geneigten Leserschaft erklaeren?

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CE 14. Februar 2015 um 11:44

Klopp sagte: „In den Phasen, in den wir kurz Kompaktheit aufgegeben haben…“

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malte 14. Februar 2015 um 11:44

versuchs mal so:
“In den Phasen, in denen wir kurz Kompaktheit aufgegeben haben, hat man gesehen, wie stark haette Mainz sein koennen, wenn wir im Team weniger gut gewesen waeren…”

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Alexandru 14. Februar 2015 um 11:56

😀 …. macht scho sinn

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AlexF036 14. Februar 2015 um 11:28

Eine Frage, wo kommen die Spieler für eine 4-4-3 Formation her ?

Alles in allem wohl wirklich ein Fortschritt aus der Krise für die Broussia. Eigentlich bin ich auch kein Freund von Einzelspielerbewertung, aber das 2:2 geht 100% auf Weidenfeller. Wenn er sich da normal postiert, ist die Situation relativ ungefährlich.

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MR 14. Februar 2015 um 20:51

Man muss den Schiri gut einbinden.

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Schorsch 14. Februar 2015 um 11:13

Treffende Analyse.

Nach der 1. HZ hatte ich auch den Eindruck eines déjà-vu. Frühes Slapstick-Gegentor, individuelle Abwehrfehler, Auslassen von Chancen, beginnende Hektik mit zunehmender Spieldauer. Auch wenn es in der Tat kein Gebolze gab und man sichtlich um Ballzirkulation bemüht war. Aber wie heißt es so schön? Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Standard her… Der Treffer von Subotic nach Eckball Schmelzer fiel genau zur richtigen Zeit. Ein Schlüsselmoment des Spiels für mich. Mit ‚hätte, wenn und aber‘ ist immer schlecht zu argumentieren. Aber man hat in dieser Saison schon zuviel an erfolglosem hektischem Hinterherlaufen des BVB nach einem Gegentor erlebt, als dass so etwas nicht auch in diesem Spiel möglich gewesen wäre.

Wichtig jedenfalls, dass die Borussen versucht haben Fußball zu spielen und das konsequent. Das waren eindeutige Fortschritte, die ich persönlich in dieser Form vor zwei Spieltagen noch nicht erwartet habe. Aber die Situation beim spiel gegen Augsburge war auch noch eine andere. Meine Vorbehalte gegen die Besetzung des DMF/ZMF mit Gündogan und Sahin haben sich diesmal nicht bestätigt. Insbesondere Sahin hat mir mit seiner Umsicht gut gefallen.

Deutlich verbesserte Ballzirkulation, geduldiges Aufbauspiel, kaum lange Bälle, aber auch das Tempo und ebenfalls verbessertes Gegenpressing waren für mich letztlich ausschlaggebend für den Erfolg des BVB, neben dem psychologisch günstigen Zeitpunkts des Ausgleichs. Reus spielte wie befreit auf und sein Außenristpass auf Aubameyang kann man wirklich nur mit Weltklasse beschreiben. Kagawa scheint sich ebenfalls weiter leicht verbessert zu haben und Aubameyang scheint sich als Sturmspitze etabliert zu haben.

Die Leistung einiger Abwehrspieler hat mir allerdings erneut nicht gefallen. Schmelzer trat zwar den Eckball zum Ausgleich und war auch sonst offensiv aktiv, aber er hat sich erneut in einigen (wie ich meine zu vielen) Abwehrsituationen ungeschickt angestellt. Piszczek agierte defensiv zuverlässig, offensiv war kaum etwas zu sehen von ihm. Sokratis unterlief beimAusgleich der Mainzer auch ein Patzer und im Spiel nach vorne ist er kein wirklicher Hummelsersatz. Auch Subotic agierte beim ersten Gegentor ungeschickt. Weidenfeller machte da auch keine glückliche Figur.

Insgesamt aber ein Sieg des BVB der absolut in Ordnung geht gegen lange Zeit defensiv kompakt stehende und geschickt agierende Mainzer. Erste Nagelprobe bestanden.

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Marcel 14. Februar 2015 um 18:25

„Wichtig jedenfalls, dass die Borussen versucht haben Fußball zu spielen und das konsequent. Das waren eindeutige Fortschritte, die ich persönlich in dieser Form vor zwei Spieltagen noch nicht erwartet habe“

Das ist , mMn, der Fortschritt schlechthin. Ich habe ja 1000.000 Gründe gelesen, weshalb die Hinrunde problematisch war. Aber richtig checken tu´ich´s einfach nicht. Warum das nicht vorher ging, oder man zumindestmal den Versuch unternommen hat, dieses Spiel zu forcieren. Den Grund dafür finde ich einfach nicht! Selbst wenn das nicht so angelaufen wäre, sie ständen kaum schlechter als jetzt. Und in den ersten 2/3 der Hinrunde waren die Gegener auch nicht dermaßen überlegen, dass dieses Spiel nicht hätte laufen können. Trotz eventueller Gegentore. Das die am Ende das aufgrund des braunen Flecken in der Hose nicht mehr hinbekommen, erklärt sich mir dann wieder von selbst. Für den Kram davor habe ich keine Erklärung. Das war alles andere als schöner , schneller, aggressiver Fußball, für den der BVB steht. Bleibt wohl wirklich nur die ominöse Form als Erklärung.

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MR 14. Februar 2015 um 20:50

Check mal die Aufstellungen Mitte der Hinrunde. Gegen Schalke vor allem. Und achte dabei auf die Besetzung der Sechserpositionen.

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Marcel 14. Februar 2015 um 21:29

Meinste die die Doppelsechs mit Bender und Kehl taugt zwar dazu, der gegnerischen Offensive ordentlich was auf die Knochen zu geben, aber verhindert im Gegenzug dafür auch effektiv den eigenen Spielaufbau?! Die jetzige Doppelsechs ist ja quasi 180° das Gegenteil, von dem was bisher auflief. Das sich das so krass auswirken sollte, wäre wirklich der Hammer , aber das ist ein Fakt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es aufgrund der Verletzungen, zu dieser Doppelsechs zu irgendeinem Zeitpunkt mal ´ne wirkliche Alternative gab..ich meine nicht…. Kirch, Gündogan, Sahin waren ja alle langezeitverletzt, nicht verfügbar bzw. mussten erstmal wieder in´n Tritt kommen. Mit Jojic ham´ses z Beginn ein paar mal versucht. Klappte eher schlecht als recht und dann gab´s im wesentlichen Kehl und Bender. Soll man jetzt drei Kreuze machen , dass es nun zufällig die beiden erwischt hat und nicht umgekehrt…

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Marcel 14. Februar 2015 um 21:38

Obwohl!! Quatsch mit Jojic! Ich habe mal die Ergebnisse bis dahin angeschaut. Nimmt man das Schalke Spiel als Wendepunkt, dann ist das eigentlich irre! Bis dahin lief´s vielleicht nicht dolle, aber man hat noch gewonnen. Nach Schalke hat Jojic auf der Sechs nicht mehr gespielt und es kamen im Prinzip nur noch Kehl und Bender zu Einsatz und die Saure Gurken Zeit nahm ihren Lauf!

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Benny 15. Februar 2015 um 02:08

Ich finde es schade, dass Olli Kirch keine Einsatzzeiten bekommt bei Klopp. Ich finde ihn wesentlich spielintelligenter als Sahin. Jetzt scheint sogar Ginter im DM-Ranking vor Kirch gelandet zu sein. Ich denke mit Kirch würde Dortmund den Ball noch besser laufen lassen.

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