Barcelonas simple Struktur bezwingt Atléticos komplexe Organisation

barca3:1atletico madrid

Nach dem Spitzenspiel in England folgt die Analyse des spanischen Spitzenspiels. In dieser Analyse blicken wir auf Barcelonas intelligente, wenn auch simple Struktur und die Probleme Atléticos.

Barcelona vereinfacht sich zur Stabilität

Grundformationen

Grundformationen

Die Katalanen hatten in den letzten Duellen gegen Atlético zahlreiche Probleme in der Offensive, im Aufbauspiel und bei der Kontrolle von Atléticos Kontern nach eigenen Ballverlusten. Was tun dagegen?

Eine Option wäre die grundsätzliche Verbesserung des Gegenpressings. Gegen eine Mannschaft wie Atlético ist man allerdings oft auch dann unterlegen. Desweiteren ist die Verbesserung des Gegenpressings leichter gesagt, als getan; insbesondere kurzfristig. Darum ging Luis Enrique den anderen Weg. Er vereinfachte sowohl die eigenen Angriffe und machte dadurch auch die Kontermöglichkeiten Atléticos in gewisser Weise schwieriger.

Barcelona baute extrem vorsichtig auf und stand asymmetrisch. Iniesta als linker Achter ließ sich im Aufbauspiel häufig weit zurückfallen und besetzte mit Busquets den Sechserraum. Teilweise stand gar Iniesta tiefer und baute das Spiel von hinten auf, Busquets schob schon frühzeitig auf die halbrechte Sechserposition. Rakitic als rechter Achter wiederum rückte in den Zwischenlinienraum vor und versuchte die zentralen Mittelfeldspieler Atléticos zu binden und Suarez als Mittelstürmer zu unterstützen.

Besonders interessant war aber der Rechtsfokus der Katalanen. Wenn sie über die rechte Seite aufbauten, stand Messi fast immer extrem breit und an der Seitenauslinie. Alves hatte eine situativ spielmachende, meistens aber raumöffnende, kombinationsorientierte und Messi freiblockende Rolle als Rechtsverteidiger. Extrem aggressiv sprintete Alves diagonal vor Messi durch den Halbraum, wodurch Messi sich vereinzelt zurückfallen lassen und den gegnerischen Außenverteidiger anlocken konnte. Die freien Räume im Halbraum nutzte Messi, um Fahrt aufzunehmen, sich per Dribbling durchzusetzen und gefährliche Pässe in die Mitte zu spielen.

Neymar und Alba auf der gegenüberliegenden Seite hatten hingegen eine orthodoxere Rollenverteilung. Alba gab Breite, Neymar rückte fast durchgehend und in jeder Situation in Richtung Mitte ein. Durch Neymars Rolle, Albas Zurückhaltung und die Planung dieser Rechtsdurchbrüche (nein, nicht dieses dämliche Pegida) konnte sich Barcelona sehr simpel und sauber für mögliche Ballverluste positionieren. Desweiteren konnte Atlético aus diesen Zonen und durch Alves’ meist erfolgreiches Mitziehen eines Spielers nach hinten kaum effektiv kontern und war insgesamt überraschend harmlos.

Dadurch dominierte Barcelona das Spiel. Ihr Aufbauspiel war auf sichere Pässe fokussiert, mit Busquets und Iniesta im Sechserraum waren sie stabil, dazu kamen die Bewegungen auf rechts und viele lange Verlagerungen von links auf die rechte Seite. Defensiv gab es nach wie vor einige Kompaktheitsprobleme, aber das 4-1-4-1 mit herausrückendem Achter (meistens Rakitic) war insgesamt besser als die 4-3-3/4-1-2-0-3-Formationen.

Barcelona breit und unorthodox

Barcelona breit auf der rechten Seite. In dieser Situation wird Alves Messi vorderlaufen, der den Ball erhält und in die Mitte zieht. Rakitic steht sehr hoch und zentral.

Die Kompaktheit war etwas verbessert, die Flügelstürmer arbeiteten verstärkt mit nach hinten und auch Messi als Rechtsaußen war häufig mehr oder weniger sauber in einer Linie mit den zentralen Mittelfeldspielern vorzufinden. Vom zu ihm schiebenden Busquets und dem herausrückendem Rakitic wurde er defensiv allerdings auch gut unterstützt. Vereinzelt überlief ihn gar Alves im Gegenpressing und attackierte weit vorne, einige Male schob Rakitic hinter Messi auf den rechten Flügel und es wurde eine (unsaubere und asymmetrische) 4-4-2-Formation gebildet.

Atléticos Defensivgenialität kommt kaum zum Tragen

Schon zur Halbzeitpause hagelte es bisweilen auf den „Social Media“-Kanälen herbe Kritik an Atlético. Untergangsszenarien wurden heraufbeschworen. Nach einer Niederlage (beziehungsweise einem frühen klaren Rückstand in einem wichtigen Spiel) ist das Kritisieren natürlich einfach.  Bei objektiver Betrachtung stellt man aber fest, dass Atlético keineswegs schwach war – nur ihre Stärken konnten sie kaum ausspielen. Die Zentrumskontrolle wurde von Barcelonas Flügelfokus ignoriert, die individuelle Überlegenheit der Katalanen wurde schlichtweg besser eingebunden als in den Partien von Simeone und Barcelona zuvor und die simplen, aber effektiven taktischen Mittel griffen gegen Barcelona.

Teilweise wurden sogar sehr gute Aspekte der Atlético-Defensivspielweise bespielt. Beim 2:0-Treffer rückte Atlético eigentlich sehr interessant nach. Der linke Außenstürmer rückte heraus, aus einer 4-1-4-1-Staffelung erzeugten sie ein interessantes, kaum definierbares Gebilde  wie in dem Bild zu sehen.

Herausrückender linker Außenstürmer nach Verlagerung und vorherigem klarem 4-1-4-1.

Herausrückender linker Außenstürmer nach Verlagerung und vorherigem klarem 4-1-4-1.

Das Herausrücken des Flügelstürmers funktionierte nicht, wodurch Barcelona letztlich zurückverlagern konnte. Atlético schob nun kollektiv nach, um Druck zu machen und an Höhe und Feldkontrolle zu gewinnen. Barcelonas Torwart Bravo erhielt den Ball, spielte lang nach vorne und Busquets bekam einen Abpraller. Sofort verlagerte Busquets wiederum auf Messi, der mit all seiner Klasse in den Zwischenlinienraum durchbrach. Suarez setzte sich gegen das ballorientierte Verschieben Atéticos ab, Messi legt auf ihn herüber und Suarez netzt ein. Neymar kreuzte dazu passend und zog zusätzlich Raum für Suarez auf.

Auch die vielen, flexiblen formativen Umformungen im Pressing Atléticos gingen nicht wirklich auf.

Atléticos skurrile Umformung des 4-2-2-2 im Angriffspressingverlauf.

Atléticos skurrile Umformung des 4-2-2-2 im Angriffspressingverlauf. Der ballferne Mittelstürmer steht beim Torwart.

Variables Herausrücken der Flügelstürmer und Außenverteidiger, 4-4-2-Staffelung mit einigen Mannorientierungen bei einem sehr hohen Pressing, 4-4-1-1-Staffelung im hohen Mittelfeldpressing, ein 4-4-1-1/4-5-1 bei tieferem Mittelfeldpressing und teilweise 4-1-4-1/4-5-1-Positionierungen in einem sehr tiefen Pressing.

4-4-2 in höherem Pressing mit antizipativ vorschiebendem Flügelstürmer.

4-4-2 in höherem Pressing.

Dieses 4-1-4-1/4-5-1 wurde mit fortschreitender Spieldauer vermehrt  genutzt und wurde in der eigenen Hälfte zur Hauptformation.

Atlético im 4-5-1 und eine der vielen Verlagerungen auf Messi.

Atlético im 4-5-1 und eine der vielen Verlagerungen auf Messi.

Einzig bei höherem Pressing gab es das 4-4-2/4-4-1-1 noch zu sehen, ansonsten gab es aus dem 4-5-1 extrem viele herausrückende Bewegungen. Spätestens nach dem 2:0 veränderten sich nicht nur taktische Aspekte, sondern auch grundsätzliche strategische Punkte.

Verkehrte Welt in Barcelona

Die Katalanen konzentrierten sich vor heimischen Publikum verstärkt auf hochabgesicherte Unterzahlangriffe, eine sehr tiefe und numerisch hochzahlige tiefe Ballzirkulation in der ersten Linie vor dem Pressingblock Atléticos und auf Konterangriffe nach Ballgewinnen. Besonders die vielen sehr dynamischen Konter über Messi, Neymar und Suarez waren potenziell gefährlich, auch wenn Atlético einige davon gut abblocken und wegleiten konnte.

7 gegen 3. Barcelona spielt Rondo in der ersten Linie.

7 gegen 3. Barcelona spielt Rondo in der ersten Linie.

Atlético erhöhte ungefähr nach einer Stunde nochmal das Tempo. Sie pressten nun sehr hoch, sehr aggressiv und es war wieder das 4-4-2 deutlicher zu sehen, welches außerdem mit vielen Mannorientierungen und herausrückenden Bewegungen im Angriffspressing versehen wurde. Hierbei spielte Atlético einmal mehr extrem fokussiert auf und kompakt in der Mitte, wenn sie sich nach fehlgeschlagenen Pressingversuchen neu formierten. Diese kamen überdurchschnittlich häufig vor, weil Barcelona in der ersten Linie geschickt aufbaute, viele Spieler wie erwähnt tiefer nutzte und auch einzelne lange Bälle in die geöffneten Räume hinter der ersten und zweiten Pressinglinie Atléticos bespielte.

Selten wurde Atléticos hohes Pressing so gut umspielt.

Selten wurde Atléticos hohes Pressing so gut umspielt. Über mehrere Anspielstationen und geduldige, lockende Zirkulation erzeugt Barcelona diese Situation.

Interessant war die Anpassung Barcelonas. Messi ging verstärkt in die Mitte und blieb dort, Suarez wich häufiger nach rechts aus, ebenso wie Rakitic. Dieser tat dies in Halbzeit eins bereits ein paar Mal, in der zweiten Halbzeit war es allerdings ein sehr gängiges Schema. Alves hielt sich dafür manchmal zurück, stieß aber nach wie vor häufig nach vorne, was er allerdings jetzt geradliniger und breiter tat. Der Verlust der Spiel-, Feld- und Ballkontrolle wurde von Barcelona also richtig beobachtet und die Strukturen auf rechts zwecks mangelnder Einbindungsmöglichkeit aufgelöst.

4-2-2-1-1 Atléticos.

4-2-2-1-1 Atléticos.

Trotz eines Elfmeters für Atlético zum 2:1 und einer sehr aggressiven und intensiven Schlussphase im 4-4-2 mit den Einwechslungen Raul Garcias und Fernando Torres‘ konnten die Rojiblanco das Spiel nicht mehr drehen. Letztlich war es ein Konter – mit breitem Rakitic und zentralerem Messi –, der das 3:1 besorgte.

Raketenflügel.

Raketenflügel.

Fazit

Barcelona überwindet die Krise (vorerst) mit einem sehr guten Spiel gegen Angstgegner Atlético Madrid und sammelt wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen. Atlético war nicht (viel) schwächer als sonst, hatte aber etwas Pech, leichtere Kompaktheitsprobleme und individuelle Mängel gegen den Ball. Dazu war Barcelona schlichtweg sehr passend und effektiv besetzt, um Atléticos Defensive zu bespielen. Das Grundproblem war aber die katalanische Stabilität und Atléticos Probleme in der Offensive. Eventuell könnte dies auch langfristig ein Problem bei den Rojiblanco werden, auch wenn sie über Standards und andere statische Situationen immer eine Waffe sind. Dass Barcelona wenig davon zuließ und das meiste davon gut verteidigte, war ein weiterer wichtiger Faktor für den Sieg.

Danke an laola1.tv für das Bildmaterial, Entschuldigung an die Leser für mein schlechtes Internet.

rodeoclown 12. Januar 2015 um 15:15

Ich fand das Spiel von Barca nicht sooo überzeugend wie einige Kommentatoren hier. Messi und Neymar beide mit herausragenden Dribblingerfolg an dem Abend (Messi laut Whoscored glaub ich 12!! abgeschlosene Dribblings) waren neben einer der besten Saisonleistungen von Busquets für mich eher ausschlaggebend. Klingt im Artikel ja auch ähnlich an, entscheidend war wohl eher die individuelle Qualität.

Eine Frage noch anlässlich des zweiten Screenshots: Das Aufrücken von Atleti wird im Artikel wertneutral als „sehr interessant“ – ich habe mich da durchaus ein paar mal gewundert was für Stellungen beim Gastteam da hin und wieder entstanden sind. Gerade in der ersten Halbzeit meine ich mich neben den obigen 4-1-5 auch an 4-0-6 Stellungen erinnern zu konnen. Der Zwischenlinienraum war oftmals doch sehr offen und in meinen Augen auch bespielbar (auch wenn diese Stellungen nie zu sehen waren wenn Iniesta tief am Ball war und es auch kaum gefährlich ausgespielt wurde). Haben das andere auch so gesehen und falls ja was könnte der Gedanke dahinter bzw. die Ursache dafür gewesen sein?

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Gh 12. Januar 2015 um 17:38

Ja, liegt aber daran, dass Messi und Neymar viele leckere 1:1 Situationen hatten, und das ist schon auch eine Teamleistung, seine Cracks in den richtigen Situationen zu lancieren.

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Gh 12. Januar 2015 um 17:44

was den Zwischenlinienraum angeht: ich glaub, dass Atleti wirklich ein bisschen überrascht war, dass Barca die Mitte nicht so richtig nutzen wollte. Fand, das übrigens auch eine strategische Schwäche von Atleti: die gute Staffelung in der Mitte nuzt mir halt nix, wenn der Gegener sie einfach ignoriert und den Flügel als Angriffskanal wiederentdeckt. Damit hat dann Barca auch die Linien Atletis auseinanderziehen können.

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AlexF 12. Januar 2015 um 10:14

Vielleicht liegt das Problem bei mir, aber ich kann auf den Bildern fast nichts erkennen. Vor allem nicht, wo gerade der Ball ist. Auch nach mehrmaligem neuem Laden der Seite hat sich das nicht geändert.

Ansonsten sehr gute Analyse.

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HW 12. Januar 2015 um 11:45

Irgendwo ist eigentlich ein heller Punkt als Ball zu erkennen, nur in ein paar Bildern ist der durch Spieler verdeckt.

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RM 12. Januar 2015 um 12:51

Mein Internet ist katastrophal, darum war die Bildqualität und somit auch jene der Screenshots schlichtweg sch….

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HW 12. Januar 2015 um 13:06

Das kenne ich leider auch.

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Gh 12. Januar 2015 um 08:33

Danke für die Analyse! Sehr treffend. Nur eines: ich fand das Gegenpressing von Barca in der ersten Halbzeit im Vergleich zu sonst in der Saison aussergewöhnlich gut, inkl. Messi. In der zweiten haben sie das dann gar nicht mehr gezeigt. Die Probleme Atleticos hast du sehr gut beschrieben, sie waren eher individueller als kollektiver Art. Allerdings gravierend. Hast du eine Statistik gelungene Dribblings/gestoppte Dribblings. Gefühlt hat Barca jedes offensive Dribbling gewonnen. Pech konnte ich auch in keinster Weise erkennen. Es gab eine Phase nach dem fragwürdigen Elfer, wo man das Gefühl hatte, es könnte Unentschieden ausgehen, aber eigentlich nur, weil man WUSSTE, wie stark Atletico bei Standards war und SAH, dass Barca keine hohe dominierende Ballzirkulation durchzieht. Noch ein Kritikpunkt an Atletico: die Härte von Atletico kippt langsam in sinnlose und irgendwie selbstdestruktive Aggressivität um, v.a. bei den Neuzugängen, dass zusätzlich dann Richtung Schiedsrichter lamentiert wird kostet irgendwie den Sympathiefaktor… fand übrigens sehr positiv, dass Barca sich in der Hinsicht diesmal nicht hat unterbuttern lassen.

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HW 12. Januar 2015 um 11:52

Ist halt das Problem einer Mannschaft, die viel über die Physis kommt. Wenn spielerisch wenig gelingt, dominiert der physische Aspekt. Und Barca, wenn es bei denen läuft, wird halt schnell mal „zusammengetreten“ weil die in jeder Aktion sehr handlungsschnell sind. War schon ein hartes Spiel. Würde mich auch wundern, wenn in Spanien bei Spitzenspielen mal keine Rudelbildung und strittige Entscheidungen passieren. Bei der Summe der Fouls hätte bei Atletico auch jemand vom Platz fliegen können und der Schiedsrichter hat ein paar mal eher daneben als richtig gelegen.

Was die Konter von Barca betrifft. So was war immer mal wieder zu sehen. Vielleicht war es mit der Führung im Rücken auch die beste Taktik, tiefe stabile Zirkulation, Gegner etwas locken und dann Kontern.

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Gh 12. Januar 2015 um 12:00

Ja, seh ich genauso, sie haben ja, wie RM ja auch schreibt, das spätere hohe Pressing von Atletico z.T. gut überspielt, wenn auch die Konter dann nicht mit letzter Konsequenz (sondern halt als Unterzahlkonter) weitergespielt wurden. Wegen der tiefen Ballzirkulation kams dann halt immer wieder zu Ecken/Freistössen für Atletico. Die haben gester faktisch nicht soooo gefährlich gewirkt, man hat halt immer Bammel, wenn Atletico eine Ecke tritt. Was die Härte angeht fand ich, dass es gestern eher zur Verwirrung/Deskonzentration von Atletico beigetragen hat als ihnen geholfen hat. Die agressive Grundeinstellung hat auch die erfolgreichen Dribblngs von Barca begünstigt (man ist zu erpicht auf den schnellen Ballgewinn gewesen und ging zu aktiv in den Zweikampf anstatt mal abzudrängen). Hartes Spiel ans sich ist ja ein Mittel, aber es sollte dann schon so eingesetzt werden, dass es einem hilft.

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Rabona 12. Januar 2015 um 01:11

Inwiefern hatte Atleti denn Pech?

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Michael 12. Januar 2015 um 13:43

Ich verstehe diese Aussage auch nicht. Insbesondere in Halbzeit 1 war das die stärkste Vorstellung von Barca seit langer, langer Zeit. V.a. das Pressing war stark verbessert. Auch in allen Statistiken war Barca am Ende ganz klar vorne.

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Gh 12. Januar 2015 um 14:28

Man hatte mehr so das Gefühl nach dem 2:1, mit etwas Glück holt Atletico auch noch ein Unentschieden, was man als ziemlich unverdient angesehen hätte

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Magic_Mo 12. Januar 2015 um 00:59

Danke für die schnelle Analyse und vor allem für die zusätzliche Formationsgrafik! Tolle Arbeit.
Ich hab so den Eindruck, dass Luis Enrique vielleicht eher der Trainer für die simpleren Strukturen ist und das Team sonst an Stabilitätsmangel leidet… seht ihr das auch so?
Wobei er ja schon ab und zu einen interessanten Kniff auspackt… den engen Dreiersturm gegen Anfang der Saison, das 3-4-3/3-3-4 im Rückspiel gegen Paris, jetzt Alves‘ Halbläuferrolle (die den kaum aufzuwiegenden Vorteil hat, dass er nicht flanken kann!)

Was meint ihr, kann Luis Enrique noch eine einigermaßen stabil hochwertige Ausrichtung schaffen (und dabei die Strukturintelligenz von Busquets und Co. vernünftig einbinden), oder wird er sich auf bloße individuelle Durchschlagskraft der drei vorne verlassen müssen?

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Peda 12. Januar 2015 um 08:05

Auch wenn es auf Spielverlagerung nicht gerne gelesen wird, aber ich denke, dass die Beziehung zwischen den Spielern und ihm mittlerweile dermaßen beschädigt ist, dass er gar nicht mehr die Möglichkeit hat eine komplexere Ausrichtung mit passenden Einbindungen zu installieren – falls er dazu überhaupt in der Lage wäre.

Ich denke er wird an simpleren Strukturen und für Barcelona unüblich starken Gegneranpassungen festhalten, solange er durch die Ergebnisse noch im Sattel sitzt.

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Markus 12. Januar 2015 um 08:43

Sehe ich genau umgekehrt: Wie Messi gestern die taktischen Vorgaben umsetzte deutet doch auf alles Andere als ein Beziehungsproblem hin…!

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Koom 12. Januar 2015 um 09:25

Kann auch ein Trugschluss sein. Messi ist ja durchaus auch ein emotionaler Typ und vielleicht wollte er wegen diverser Gerüchte einfach mal ein Zeichen setzen, dass es auch anders geht. Ist aber viel Kaffeesatzleserei.

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HW 12. Januar 2015 um 10:16

Messi hat sich nach dem Spiel zu den Gerüchten geäußert, was er sonst nicht macht. Er meinte er hätte nie eine Entlassung gefordert, nicht jetzt bei Enrique und auch nicht bei anderen Trainern, und er wäre enttäuscht, weil die Gerüchte diesmal aus Barcas Umfeld kommen würden, er wäre nur ein weiterer Spieler und würde den Club nicht leiten.

Es ist natürlich immer schwer einzuschätzen was an Gerüchten und auch an den folgenden Reaktionen dran ist. Wenn es nicht perfekt läuft – und Perfektion war man bei Barca gewohnt – dann ist natürlich Unruhe da. Viel Unruhe bei Barca kommt aus der Chefetage und nicht aus dem Team, das darf man nicht vergessen. Dass aber Spieler, die ständig den Verein mit ihren Leistungen tragen, auch Leistung von den Führungsebenen verlangen, ist nur logisch.
Enrique muss kein Guardiola 2.0 sein, er muss nur ein stabiles Team auf den Platz bringen. Gestern sah das ganz gut aus.

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