Kurz ausgeführt: 4-5-0-1 gegen das Kroos-Isco-Tandem

real madrid2:0San_Lorenzo_de_Almagro.svg

Real Madrid hat die Klub-Weltmeisterschaft 2014 gewonnen. Das Finale im Stade de Marrakech war ähnlich wie eine Runde zuvor eine einseitige Angelegenheit zugunsten des europäischen Vertreters. Club Atlético San Lorenzo de Almagro wollte lange das 0:0 halten, was misslang.

Grundformation

Grundformation

Im Vergleich zum Halbfinalsieg gegen CD Cruz Azul nahm Carlo Ancelotti lediglich eine personelle Änderung vor. James Rodríguez rückte für Asier Illarramendi in die Mannschaft, wodurch die Madrilenen auf den ersten Blick noch offensiver wirkten. In der Realität war es aber lediglich ein kleiner Rollentausch. Isco erfüllte Illarramendis Aufgaben als halbrechter, tieferer Achter, während James nun der neue Isco war. Bei den Argentiniern änderte Trainer Edgardo Bauza die Startformation nicht. San Lorenzo hatte sich gegen den krassen Außenseiter Auckland City im Halbfinale erst in der Verlängerung durchgesetzt und dort bereits einige Schwächen im Angriffsspiel offenbart.

Bauzas Mannschaft verschwendete daran zunächst keinen Gedanken und konzentrierte sich vor allem auf die Verteidigung der eigenen Hälfte, indem die 4-1-4-1-Grundformation zu einem tiefen 4-5-0-1 wurde. Lediglich Sturmspitze Martín Cauteruccio verharrte in der Nähe der gegnerischen Verteidiger. Ansonsten zog sich der amtierende Copa-Libertadores-Titelträger mit einer Fünferkette an der Mittellinie zurück. Interessanterweise standen vor allem die beiden nominellen Achter oftmals etwas höher als Sechser Juan Mercier und auch als die beiden Außenstürmer. Beim ersten Anlaufen gegen Real Madrids Aufbau rückten die beiden Achter oder teilweise auch ein zentraler Dreierblock mit Mercier jeweils mannorientiert nach vorn und standen frontal vor Kroos, Isco und James, wodurch meist aus dem 4-1-4-1 erst mit zunehmender Dauer der madrilenischen Ballzirkulationen und kleineren Raumeroberungen ein 4-5-0-1 entstand.

Aufbau über Isco

Aufbau über Isco

Madrid baute wie gewohnt über Schaltzentrale Toni Kroos auf, der in dieser Partie aber auch einmal mehr sein Können im Pressing aufblitzen ließ. Der 24-Jährige stand zu Spielbeginn im Aufbau noch nahe der Innenverteidiger und damit zuweilen vor Cauteruccio. Mit zunehmender Spielzeit bot er sich meist hinter San Lorenzos Neuner an, wobei dieser wenig Intensität im Anlaufen zeigte, sondern lediglich als Kegel im Sechserraum fungierte. Kroos spielte in der ersten Halbzeit 44 Pässe bei einer Genauigkeit von 100 Prozent. Er verteilte in bekannter Manier auf seine Nebenleute oder spielte auf die Außenverteidiger, die zunächst noch auf Höhe des Sechsers standen und sich erst später im Angriff nach vorn hin einschalteten. Doch insgesamt waren beide Außenverteidiger nicht so stark eingebunden. Situativ nutzten sie allerdings die tiefe Positionierung der gegnerischen Außenstürmer. Vor allem Linksaußen Pablo Barrientos stand zur Verteidigung von Gareth Bale in der Nähe von Linksverteidiger Emanuel Más. Man wollte damit etwaige Ablagen des Walisers, nachdem er Diagonalbälle erhalten hatte, verhindern. Dies nutzte wiederum Daniel Carvajal, indem er nachstieß und in Eins-gegen-Eins-Duelle mit Más kam. Das war auf beiden Seiten, aber vor allem auf dem rechten Flügel das effektivste Offensivmittel für Real Madrid in der ersten halben Stunde.

Das größte Problem für San Lorenzo blieb unterdessen der mangelnde Zugriff auf Kroos. Denn Madrids Spielmacher konnte so nicht nur immer wieder Isco einbinden, welcher sich seinerseits mit kleineren Dribblings im rechten Halbraum löste, sondern auch James profitierte von Kroos. Häufiger schlich sich der Kolumbianer hinter den horizontal recht kompakten Mittelfeldblock und wurde daraufhin mit seinen Fähigkeiten in engen Räumen durch die Schnittstellen angespielt. Da sich zudem Karim Benzema des Öfteren nach halblinks fallen ließen, entstanden hierbei kleinere Überladungen mit Cristiano Ronaldo, während Marcelo dahinter absicherte, aber auch teilweise zweite Bälle erneut ins letzte Drittel spielte.

Genau wie im Halbfinale gingen die Spanier schlussendlich durch eine Standardsituation und erneut durch Sergio Ramos in Führung. Die Torvorlage gab ebenfalls wieder Toni Kroos, dieses Mal mit einer Hereingabe von der Eckfahne. Nach der Halbzeit agierte San Lorenzo mit einer offensiveren Formation, indem die beiden Flügelstürmer höher positioniert waren und vor die eigenen Achter einrückten. Dadurch wurde die Formation im zweiten Drittel lockerer und Madrid konnte die ersten Aufbaupässe weiträumiger gestalten. Der zweite und entscheidende Treffer fiel bereits in der 51. Minute, wobei Torwart Sebastian Torrico der Schuss des blank stehenden Bale durchrutschte. Die Partie war damit quasi entschieden. San Lorenzo blieb nach dem Tor zum 0:2 über 25 Minuten offensiv komplett ungefährlich und verbuchte erst zum Schluss noch ein paar Fernschüsse.

Erkinho 21. Dezember 2014 um 17:00

CASLdeA hat offensiv einige Veränderungen hinnehmen müssen, Correa, Piatti, Romagnioli, Villalba oder Matos sind entweder weg oder außer Form…letzte Saison waren da schon einige gefällige Partien dabei im südamerikanischen 4-2-2-2 oder 4-2-3-1…
btw was hält ihr eig. von Esparza? hat mMn enormes Potential, krasser Dribbler (zu oft noch mit simplen Vertikaldurchbrüchen plus Flanken, aber hin und wieder mit einigen geilen Diagonaldribblings plus Überladungserzeugung in den Halbräumen, bei FIFA spiele ich mit ihm auf der 6 à la Dribbelsechser, mittlerweile aber „schon“ 21..

Antworten

CE 21. Dezember 2014 um 17:22

Unbestritten. Ich halte die Verluste von Correa, der nun zum Glück einen Vertrag bei Atlético unterschreiben konnte, und von Ignacio Piatti für derart schwerwiegend, dass man im Moment offensiv so limitiert wirkt. Hinzu kam natürlich gerade gestern die grundsätzliche Einstellung gegen den übermächtigen Gegner. Gentilettis Verlust tat ebenfalls richtig weh.

Antworten

Erkinho 22. Dezember 2014 um 04:01

Angelito hat wirklich Glück im Unglück gehabt mit der medizinischen Untersuchung im Frühjahr…klasse wie A. Madrid ihm während der Rehabilitation zur Seite stand und ihn nicht hat fallen lassen…erneut meinen größten Respekt an Diego Simeone..
für CASLdeA heißt’s jetzt: Nach dem Weltpokal ist vor der Torneo Final..

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 09:00

Ich habe mich diesmal gefragt, wann Ronaldo seinen Titel als Weltfußballer an Sergio Ramos abgibt.
Ich sehe von Real zwar nicht so viele Spiele, hauptsächlich die großen Finals usw. Trotz seiner vielen Tore Frage ich mich, ob Real ohne Ronaldo wesentlich schwächer wäre. Was steuert er sonst noch bei?
Real mal länger ohne Ronaldo zu sehen wäre sicher interessant. Für Freistöße wäre problemlos ein Ersatz zu finden (Bale usw.). Und ein anderer Stürmertyp würde ganz neue Aspekte ins Team einbringen. Tore schießen alle anderen im Team auch und Ronaldo hält auch nicht das Angriffsspiel am Laufen.

Ramos dagegen, der ist so oft für wichtige Tore da und fungiert als Dosenöffner. Real lebt quasi davon, wenn es aus dem Spiel nicht klappt, mit den Stärken bei Standards das Spiel zu öffnen. Ramos ist, was die Torgefahr betrifft, Reals MVP.

Antworten

CE 21. Dezember 2014 um 11:17

Ich stellte mir gestern die Frage, ob Real Madrid seit dem „Wechsel“ Kroos für Alonso in puncto Positionsspiel die sauberste Mannschaft (und alles, was dazu gehört) im europäischen Spitzenfußball ist. Würde Ronaldo quasi fehlen beziehungsweise durch James (oder vielleicht ab Sommer durch Reus…) auf der Position ersetzt werden, könnte dies vermutlich stimmen. Andererseits bringt Ronaldo immer wieder seine Durchschlagskraft ein und hat bereits für sehr viele Tore gesorgt, sodass es wiederum schwierig wird, eine Herausnahme Ronaldos ernsthaft zu diskutieren.

Antworten

elke 21. Dezember 2014 um 11:31

Jedes Mal, wenn ich Kroos im Real-Trikot sehe, kann ich nur den Kopf schütteln. Bereitet hier ein Tor nach dem anderen nach Ecken bzw. Freistößen vor … in München schlagen sie gefühlt eintausend Ecken ohne Torerfolg, seit Kroos weg ist. Ist, wie wenn Supermann nicht mehr fliegen könnte oder Mega Man seine Armkanone verhökert.

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 18:03

Ich muss um Entschuldigung bitten CE. Ich hätte wissen müssen, dass mit dem Gedankenspiel „wie würde Real ohne Ronaldo aussehen“ eine riesiger unsachliche Diskussion losgetreten wird.

Antworten

elke 21. Dezember 2014 um 11:24

Christiano schießt unheimlich viele Tore. Häufig dann halt auch mehrfach in einem Spiel und das 5:0 etc. Würde man all diese „unnötigen“ Tore abziehen, würde er wohl eine ganz gewöhnliche Trefferquote aufweisen. Nichtsdestotrotz ist er wertvoll für Madrid, eben aufgrund jener dann immer noch bestehenden gewöhnlichen Trefferquote und der permanenten Gefahr die erzeugt, sprich: eine Mannschaft, die keinen Lahm hat, muss enorm viel Federn lassen, um ihn zu verteidigen, was es zwangsläufig leichter für die anderen Madrilenen macht

Antworten

Brathuhn 21. Dezember 2014 um 11:26

Die Anmerkung kommt ja regelmäßig wenns hier um Real geht, dabei kommt dann m.M.n. seine Qualität als Abschlussspieler schon etwas zu kurz. Er hat über alle Wettbewerbe fast so viele Tore wie Benzema, Bale und James zusammen, nimmt man nur die Liga, übertrifft er die drei sogar und kommt auf 25 : 30 Tore gegen den Rest der Manschaft. Er hat außerdem die meisten Vorlagen. Interessant ist eben, dass Benzema, Bale und James etwa gegenüber den vier dominierenden Offensivleuten der Bayern nicht abfallen. Und bei denen kann man dann wohl wirklich nicht von weniger Qualität oder Dominanz reden.

Antworten

Koom 21. Dezember 2014 um 11:33

Die Relation kann man schwer ziehen. Würde Ramos so viele wichtige Tore, wenn Ronaldo nicht da wäre? Mit Ronaldos Physis bindet er in jeder Spielsituation eine Menge gegnerischer Aufmerksamkeit auf sich, dass sind dann auch gern mal die Centimeter, die ein Ramos dann braucht.

Ich denke, Ronaldos Wichtigkeit ist beispiellos. Er braucht wenig Chancen zum Toreschießen und das ist nun mal das wichtigste. Seine schon angesprochene Physis macht ihn immer gefährlich. Er ist extrem schnell, sehr antrittsstark, schussgewaltig und dazu sogar noch ein beachtlicher Kopfballspieler. Wenn man sich einen Angreifer backen könnte, käme Ronaldo wohl raus.

Antworten

elke 21. Dezember 2014 um 11:41

soll keine Kritik an Christiano sein, aber puncto Chancenverwertung stimme ich Dir nicht ganz zu. vielleicht hat es sich mittlerweile geändert, aber in der Vergangenheit hatte er stets eine abnormal hohe Zahl an Versuchen bis zum Torerfolg. er versucht es halt aus allen Lagen und Distanzen. vor vielleicht 2 Jahren im Zuge einer Gomez-Diskussion tauchte mal eine Statistik auf, die dann darlegte, dass bei allen Spielern in Europa über 10 Tore oder so der vermeintliche Chancentod Gomez mit am wenigsten Chancen für seine Treffer benötigte und Christiano dagegen sehr sehr viele. eine andere Auslegung ist dann natürlich, dass Christiano sich in jedem Spiel enorm viele Abschlüsse erarbeitet

Antworten

Isco 21. Dezember 2014 um 12:12

Das sind halt leider alles Statistiken, die sehr schwer zu vergleichen sind, weil sie unglaublich abhängig vom gespielten System sind.
In Mourinhos Kontersystem waren Ronaldos Abschlüsse noch ein wichtiger Bestandteil des Spiels, einerseits weil es oftmals keine sinnvollen anderen Möglichkeiten gab, weil nicht genügend Mitspieler aufgerückt waren oder andererseits zur Verhinderung von Gegenkontern. Real hatte damals glaube ich durchschnittlich 3+ Schüsse mehr pro Spiel wie das zweitplatzierte Team in der Hinsicht (meistens der BVB).

Die Bedeutung der Abschlüsse aus größeren Distanzen hat jetzt abgenommen (was nicht heißt, dass es sie nicht mehr gibt), schon alleine weil es einen stärkeren Fokus auf eine Ballzirkulation in höheren Zonen gibt.

In den drei Hauptbewerben braucht Ronaldo diese Saison 5,44 Schüsse pro Tor, Messi (der sich in dieser Kategorie in den letzten Jahren mit Higuain und Gomez um die Krone gestritten hat) 4,49.

Rein subjektiv gesehen finde ich seinen Abschluss auf kurzer Distanz sehr gut, aber nicht top.

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 13:19

Von Messi will ich gar nicht anfangen. Da spricht folgender Artikel Bände:
http://fivethirtyeight.com/features/lionel-messi-is-impossible/

Mir geht es um Ronaldo, der ja unbestritten stärken hat. Aber sind die so ausschlaggebend wie oft angenommen. Anders ausgedrückt: Überstrahlen die Statistiken vielleicht manchmal den Nutzen für die Mannschaft?

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 13:50

PS
Ich weiß natürlich, dass meine Ausgangsfrage provokativ war und ein altes Thema neu aufrollt. Es kommt nur selten vor, dass obwohl eine Mannschaft gut spielt, ich mich Frage warum denn der beste Spieler dieses Teams nicht wirklich präsent ist. Dann trifft Ramos und es ist wie eine Erleuchtung: Real braucht Ramos mehr als Ronaldo.
Nicht weil Ramos besser wäre, sondern weil er entscheidender ist.

Isco 21. Dezember 2014 um 11:54

Freistoßschützen gebe es jetzt schon im Team einige bessere 🙂

RM hat zu dem Thema schon einen Artikel geschrieben (wozu hat er in letzter Zeit nichts geschrieben?): http://spielverlagerung.de/2014/11/16/cristiano-ronaldos-einbindung/

Interessant wäre es natürlich, Real einmal längere Zeit ohne Ronaldo zu sehen, aber ich glaube schon, dass das zu größeren Problemen führen würde. Cristiano und der Rest des Teams gehen eine Symbiose ein und 22 Siege am Stück sind vielleicht schon ein Anzeichen dafür, dass es nicht so schlecht klappt damit.
In den drei Hauptbewerben diese Saison hat er es bisher geschafft weniger als 1h für ein Tor zu brauchen, so etwas ist schon schwer durchs Kollektiv abzufangen, selbst wenn man einen anderen tororientierten Spieler wie Jese oder Chicharito für ihn einsetzt.

Ich nehm hier einmal eine kleine Anleihe vom gestrigen Aguero-Artikel: „Vielleicht ist Agüero [Ronaldo] auch ganz einfach der Außerirdische bei Manchester City [Real Madrid]. Außerirdisch gut und außerordentlich anders. Seine Bewegungen abseits des Balles genauso wie mit dem Spielgerät am Fuß unterscheiden sich signifikant, wodurch er einerseits oftmals Freiräume auftut, die so nicht im Angriffsschema vorgesehen waren“

In letzter Zeit wirkt er eigentlich nicht richtig fit auf mich, ich denke nicht, dass es so klug ist, ihn jedes Spiel durchspielen zu lassen, jetzt wo der 30er vor der Türe steht, aber das ist ein anderes Thema 🙂

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 12:13

Ich will hier garnicht allen Antworten widersprechen, denn Ronaldos individuelle Qualität und seine Statistiken sind außergewöhnlich. Aber das beantwortet für mich nicht die Frage ob Ronaldo in den entscheidenden Spielen a) der wichtige Faktor ist (für mich sind Ramos, Bale und jetzt auch Kroos in diesen Spielen wertvoller) und b) das Spiel von Real mit einem anderen Klasse-Stürmer nicht variantenreicher und schlussendlich gefährlicher sein könnte.
Einige führen hier an, dass z. B. Bayern keine Gefahr bei Standards ausstrahlt. Aber Real ist beim ersten Tor auch ein wenig abhängig von diesen Standards. Dass Ronaldo Ramos Räume öffnet… Das ist aber ein teurer Raumöffner, und Ramos trifft auch für Spanien. Ich denke Ramos Stärke ist hier entscheidender als die Zuarbeiten seiner Mitspieler. Jeder weiß doch mittlerweile, wie gefährlich der Verteidiger ist.

Antworten

elke 21. Dezember 2014 um 12:39

klar ist Ramos ein toller Spieler. aber den Vergleich mit Offensivspielern aufzumachen, ist glaub ich nicht notwendig. jeder ist da auf seine Weise wichtig. Ramos hat in der Weltauswahl seinen Stammplatz fest gebucht. evtl neben Boateng dieses Mal.

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 13:41

Wieso ist der Vergleich nicht notwendig? Ich vergleiche nicht die Rolle, sondern ob der Spieler in wichtigen Spielen spielentscheidende Szenen hat, und Ramos (als Verteidiger!) hat die regelmäßig. Oder darf man Angreifer und Verteidiger nicht vergleichen weil der Verteidiger eh einen niedrigeren Status hat?
Wenn es nur um Quantität geht, reicht niemand Ronaldo das Wasser, bei der Qualität bin ich mir da nicht so sicher.

Antworten

Brathuhn 21. Dezember 2014 um 14:50

Es geht wohl eher darum dass der Vergleich nicht möglich ist. Du kannst kein perfekt objektives Set an Kriterien für die bemessung der Qualität formulieren. Und damit ist die ganze Diskussion dann müßig, weil auf Sichtweisen beschränkt. A findet Ronaldo besser, B findet Ramos besser und Spielverlagerung findet Daniel Baier besser, but who cares?
Das Problem besteht immer, wird aber offensichtlicher wenn man zwei Spieler mit vollkommen unterschiedlichen Aufgaben auf dem Platz betrachtet.

HW 21. Dezember 2014 um 15:26

Sorry sehe ich anders. Es geht nicht darum zu sagen: X ist besser als Y. Ich habe das zwar provokativ mit der Frage nach dem Titel Weltfußballer formuliert. Aber es geht doch um entscheidende Szenen und die kann man gegeneinander aufrechnen. Damit sagt dann niemand, dass Ronaldo schlecht ist.

Da man mittlerweile Statistiken für alles hat und aus diesen Statistiken noch andere Werte errechnen kann, die die Bedeutung eines Spielers ausdrücken, will ich nicht ausschließen, dass ein objektive Vergleich nicht möglich ist.
Es geht nie darum den Spieler zu finden, der alle Werte dominiert, sondern eher darum zu ermitteln, wer seine Rolle bestmöglich erfüllt UND eine besonders wichtige Rolle hat (MVP halt). Wenn ich bei jedem Standard der go-to-guy bin und dabei regelmäßig wichtige Tore erziele, dann ist meine Rolle sehr wichtig für mein Team. (Vor allem wenn diese Tore oft das 1:0 oder 1:1 sind.) Eine Rolle, die vielleicht schwerer zu ersetzen ist als andere Rollen.

Klar kann man sagen es gäbe keine objektive Betrachtung. Aber oft ist es mangelnde Mühe eine objektive Betrachtung zu entwickeln. Allerdings kann man jeder Statistik ankreiden nicht 100% objektiv zu sein (daher ist der Vergleich zwischen Real und den Bayern eher unwichtig weil er strategisch bedingt ist). Da Standards bei Real wichtig sind und Ramos gerade in wichtigen Spielen oft trifft, finde ich es legitim ihm eine, vielleicht die wichtigste, Rolle zu zuschreiben. So wie Bale im Copa Finale trifft.
Wie gesagt, wenn es nur um die Tore ginge die Ronaldo nicht macht. Aber er ist einfach nicht präsent, er kurbelte nichts an. Das ist vielleicht nicht seine Aufgabe, aber das ist ein Grund mehr zu fragen: Wie wichtig ist Ronaldo tatsächlich?
Ich schätze er straft mich in den nächsten Spielen Lügen.

Brathuhn 21. Dezember 2014 um 15:58

Man kann entscheidende Szenen nicht gegeneinander aufrechnen, weil man dafür zweifelsfrei definieren müsste was solch eine Szene ausmacht. Wenn Ronaldo aus 60 Metern schießt und dadurch eine Ecke rausholt, die zum Tor führt, wie groß ist sein Anteil am Tor? War der Schuss entscheidend? War es überhaupt die richtige Entscheidung? „Entscheidende Szenen“ ist Alles und Nichts. Das gleiche gilt für alle Statistiken, solang man sich nicht in statischen Spielen bewegt (weswegen die Amis auch so große Fans von Zahlengewittern sind).

„Klar kann man sagen es gäbe keine objektive Betrachtung. Aber oft ist es mangelnde Mühe eine objektive Betrachtung zu entwickeln.“
Ist mMn deutlich seltener das Problem als das Gegenteil. Gibt den Fußball ja jetzt schon etwas länger, trotzdem diskutiert man überall ganz angeregt wer denn jetzt besser war. Nur weil sich Niemand mal anstrengt und endlich das objektive Bewertungssystem findet das wir alle brauchen?
Ich denke wir kommen da nicht zu einer Meinung, fehlt womöglich auch an objektiven Kriterien wer denn jetzt recht hat. 😉

HW 21. Dezember 2014 um 17:47

Eine Ecke ist ja nur dann wertvoll, wenn sie jemand verwertet. Natürlich ist eine Abstufung nicht einfach, außer man sagt: Entscheidend sind die Leute, die wichtige Tore und Vorlagen geben.
Würde mich wundern, wenn Real Spieler kauft, weil die so gut Ecken herausholen (und das können Bale, Rodríguez usw. sicher auch ganz gut).

Isco 21. Dezember 2014 um 12:41

a) kommt drauf an, wie man richtige Spiele definiert 🙂 Am Ende der Saison war er verletzt, eigentlich wäre es wohl besser gewesen ihn gar nicht spielen zu lassen. In den beiden Spielen gegen Bayern war er nicht schlecht, gegen Atletico sehr unscheinbar, aber gegen die hat es eh jeder schwer.

b) Ich denke eigentlich, dass es genau Ronaldo ist, der in Reals Offensiver den Spritzer Unberechenbarkeit einbringt. Ich glaube er passt so gut, weil er eben anders ist. Um das aber endgültig zu klären, müssen wir vermutlich noch ein paar Jährlichen warten.

Zu den Standards: RM hat diese Saison 8 Standardtore geschossen, Bayern 7. Bis auf 2 direkte Freistöße von Xabi waren alle nach Ecken und Hereingaben, so groß sind die Unterschiede nicht. Bei Standards hebt sich mMn ohnehin nur Atletico vom Rest der Welt ab.

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 13:32

Ich habe den Link nochmal überflogen und vieles von dem beschrieben stimmt sicherlich. Aber, und das mag meine persönliche Vorliebe zu sein, ein Weltfußballer, der wertvoll ist weil er sich aus dem Spiel heraus hält ist schon etwas sonderbar. Dabei habe ich nichts gegen Stürmer, die wissen wann sie welchen Weg gehen müssen. Aber ich würde diese Spieler nicht als Kandidaten für den Titel Weltfußballer in betracht ziehen.
Anders gesagt, muss ein Ronaldo, um diesen Status zu verdienen, nicht mehr machen und zentraler für sein Team sein. Ich weiß natürlich, dass die Weltfußballerwahl oberflächlich ist. Es wundert mich nur, dass man manchen Teams vorwerfen kann zu sehr von einem Spieler abhängig zu sein, bei Ronaldo sehe ich dagegen keine Abhängigkeit (außer in der Nationalelf). Profitiert Ronaldo am Ende nicht viel mehr von dem funktionierenden Team, das ihm diese Freiräume ermöglicht?
Wie gesagt, ich sehe nicht so viele Spiele von Real und ich will nicht sagen, das Ronaldo schlecht spielt, nur, dass ich viele Spieler bei Real für wichtiger oder entscheidender halte als ihn.

Antworten

LMey 21. Dezember 2014 um 16:14

@HW Die Diskussion hier unten kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen. Sergio Ramos ist zweifelsohne ein Weltklasse Innenverteidiger, wobei er auch sehr von Pepe profitiert (gibt es bessere und fairere Zweikämpfer als Pepe?). Ramos hat auch mit Sicherheit das ein oder andere entscheidende Tor in Vergangenheit geköpft. Aber C.Ronaldo so darzustellen, als ob er immer nur das 4 und 5:0 macht, halte ich für aberwitzig.

Zitat elke: „Christiano schießt unheimlich viele Tore. Häufig dann halt auch mehrfach in einem Spiel und das 5:0 etc. Würde man all diese “unnötigen” Tore abziehen, würde er wohl eine ganz gewöhnliche Trefferquote aufweisen. Nichtsdestotrotz ist er wertvoll für Madrid, eben aufgrund jener dann immer noch bestehenden gewöhnlichen Trefferquote und der permanenten Gefahr die erzeugt, sprich: eine Mannschaft, die keinen Lahm hat, muss enorm viel Federn lassen, um ihn zu verteidigen, was es zwangsläufig leichter für die anderen Madrilenen macht“

*Cristiano übrigens

Denken wir dieses Gedankenspiel mal richtig, und streichen alle „unnötigen“ Tore, jedoch auch bei allen anderen europ. Topstürmern, dann ist seine Trefferquote im Vergleich schonwieder schier unfassbar.

Carlo Ancelotti sagte wohl nicht umsonst: „Mit Ronaldo beginnt jedes Spiel 1:0“

Ramos hat weniger wichtige Tore in den vergangenen 5 Jahren Real Madrid erzielt, als der Portugiese – also ist Ronaldo wichtiger für das Offensivspiel.
Ebenfalls halte ich die Mannschaft für nicht torgefährlich genug ohne Ronaldo. Jedes Topteam hat doch den „Einen“, der aus allen Lagen trifft. Lewandowski bei Bayern, Costa bei Chelsea, Mandzu bei Atletico, Messi bei Barca, Ibra beim PSG. Natürlich spielen in diesen Teams auch lauter andere Spieler die in einer Spielzeit zweistellig Jubeln können, aber das „Ende der Kette“ sind diese Akteure in ihren Teams.
Ein Madrid mit folgender vorderer Besetzung:
Isco–Modric
Bale–Benz—James
halte ich zwar immernoch für eines der besten 10 Teams Europas, aber dieser entscheidenden Unterschied zwischen 22 Spiele in Folge gewinnen, und ein herrkömmliches Topteam zu sein – der Unterschied ist doch CR7. Falls ihr euch von Madrid einen Tiki-Taka Fußball ohne Stürmer wünscht – ja vielleicht ist auch das gut, aber die Nationalmannschaft Spaniens zeigt immer wieder gerne, wie unausgereift dieser Gedanke noch ist. Ronaldo gibt extrem viele Torvorlagen, erzielt unfassbar viele Tore und scheint auch extrem wichtig für den Teamzusammenhalt zu sein.
Als kleine Randnotiz noch:
„Benzema und Ronaldo“ ist für mich das lässigste Sturmduo der Welt. Benzema, nominell Mittelstürmer, herauskippend und spielmachend, mit ungeheurer Ballbehauptung und beständiger Präsenz, und Ronaldo, der im 10-Sekunden-Takt in die geöffneten Räume geht, ganz egal ob er dafür 70 Meter sprinten muss, der aus allen Lagen und mit allen Körperteilen Tore erzielt und nebenbei auch immer ein Auge dafür hat, wann Benzema im 5er lauert.

Ich sehe Madrid derzeit als absolute Weltauswahl an – etwas an einem Team verändern zu wollen was jüngst 22 mal in Folge gewann ist mir unverständlich.

Ich möchte euch nicht unterstellen einfach etwas gegen die Person Ronaldo zu haben, aber genau das war mein erster Gedanke als ich die Kommentare gelesen habe.

HW 21. Dezember 2014 um 17:57

Du hast wohl nicht gelesen was ich geschrieben habe.
Ich habe nicht gesagt, Ronaldo würde oft nur das 5:0 machen. Kein Plan ob das so ist.

Es geht doch auch gar nicht um Siegesserien. Real kann die Liga auch gewinnen, wenn sie „nur“ 10 Spiele in Folge gewinnen. Real kann die Liga auch ohne Ronaldo oder ohne Benzema oder ohne Ramos gewinnen.
Mit geht es nicht um die 95% der Spiele, die Real eh gewinnt. Obwohl es, wie bei jedem Spitzenteam, auch mal einen Ausrutscher gegen kleine Teams gibt.

Mir geht es darum zu Fragen, ob Ronaldo wirklich das Zünglein an der Waage ist oder ob das nicht vielleicht ein anderer Spieler ist.
Wer meint, dass Ronaldo durch seine physische Präsenz mehr ausrichtet als Kroos mit exakten Freistößen, Ramos mit einem fast unbezwingbaren Kopfballspiel, meinetwegen auch Pepe mit seinem Zweikampf verhalten, der darf das gerne so sehen. Ich zweifel das aber an.

HW 21. Dezember 2014 um 19:55

Lewa, Mandzukic, Costa, Ibra usw. Ronaldo ist sicher besser. Aber das sind fast alles reine Stürmer und keine Hybriden aus Stürmer und Flügelspieler. Dazu, frag mal Ronaldo ob Mandzukic sein Vergleichs standard ist? Ich würde kaum einen dieser Spieler als den wichtigsten seines Teams bezeichnen oder als Titelanwärter für den Weltfußballertitel (auch Ibra nicht).

LMey 21. Dezember 2014 um 22:21

Gut, so ist es schon weniger provokant ausgedrückt.
Ich behaupte auch nicht, dass Ronaldo der wichtigste in der Mannschaft gibt, aber ich frage mich ob es den überhaupt gibt.
Klar ändert sich das System, wenn beispielsweise die Außenverteidiger durch Arbeloa und Coentrao ausgetauscht werden, aber es funktioniert trotzdem noch. Selbst Modric, und bei ihm wundert es mich tatsächlich, ist „ersetzbar“. Das System funktioniert ohne ihn. Interessant ist wohl, was passieren würde, wenn man Benzema konsequent weglassen würde. Chicharito kippt nicht viel ab und agiert sehr vertikal. Ich denke aber sogar, dass Ancelotti problemlos mit James oder Jese dort spielen kann, und es würde noch gut genug funktionieren.

Auf dem Niveau ist niemand unersetzbar – schau dir Bayern an, die spielen mit konsequent mindestens 5 Verletzten pro Saisonphase und kassierten mal gerade 4 Gegentore.

Ramos kann auch noch durch Varane ersetzt werden – klar können Standards wichtig sein – aber soviele Tore resultieren dadurch nicht, alsdass man es als Schlüsselaspekt betrachten kann, lediglich Atletico ist hier, wie oben schon erwähnt, die Ausnahme.

bobbycar 21. Dezember 2014 um 12:56

Mit 11 Ronaldos wird man nicht Weltpokalsieger. Ebenso nicht mit 11 Ramossen. Das klappt nur mit 9 Lahms und 2 Neuern

Antworten

HW 21. Dezember 2014 um 13:34

Darum geht es auch nicht. Niemand will die Klon-Kriege im Fußball.

Antworten

Isco 21. Dezember 2014 um 15:54

Natürlich nicht, variatio delectat.. außerdem weiß eh jeder, dass ein Team aus lauter Modricen (?) gewinnen würde

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*