Türchen 14: Klaudio Bizarro

Bayerns bester Spieler: Claudio Pizarro. Oder auch „Bizarro“, wie ihn der Buchautor (und Teil der wundervollen Collinas Erben) Alex Feuerherdt aka „Lizas Welt“ nennt. Dabei verschweigt er seine Vorgeschichte, denn Bizarro ist ein Arbeitsflüchtling in diesem Universum.

Klaudio: Verstoßen von Bizarro-World

Ursprünglich stammt Bizarro aus, na klar, Bizarro World. Kennt ihr ja. Kennt ihr nicht?! Bizarro World ist eine Welt, in der alles so ist wie in der normalen Welt, nur eben komplett anders. Batmans Doppelgänger in dieser Welt, Batzarro, ist zum Beispiel der schlechteste Detektiv der Welt. Und Klaudio Bizarro ist der eigentliche Doppelgänger vom realen Claudio Pizarro – einem übergewichtigen und absolut untalentierten Peruaner. Doch genau das war das Problem:

„Is big crime to make anything perfect on Bizarro World!“

Bizarro Code

Claudio Pizarro war so schlecht, dass sein Gegenstück Klaudio Bizarro unglaublich gut Fußball spielen konnte (und auch bei Tiles ist er ganz gut). Trotz zahlreicher Mühen dies zu verstecken zeigte er immer wieder herausragende Leistungen. Durch eine glückliche Fügung (DC Comics arbeitet an einer Geschichte dazu) konnten Pizarro und Bizarro ihre Identität tauschen; Pizarro wurde neulich zum „schlechtesten Spieler der 1. Bizarroliga“ gewählt (ein ehrenwerter Titel), Bizarro hingegen ist beim FC Bayern. Und zeigt dort, wie verrückt gut er eigentlich ist.

Der Dynamikdeuter

Vorab: Man muss wissen, dass sich in Bizarro World der Fußball anders entwickelt hat. Weil Ballverluste super geil und schlechte Entscheidungen lässig sind, entstehen unglaublich dynamische Fußballspiele (böse Zungen behaupten, dass die Spiele dort etwas an die Englische Premier League erinnern).

Bizarro ist dadurch ein einzigartiges Training durchlaufen – er musste nicht statische Staffelungen mit etwas Bewegung zum Ball bespielen, sondern dynamische und absurde Bewegungen, die sich ab und zu leicht statisch staffelten. Bizarr? Bizarro!

In unserem Universum hat Bizarro dadurch einen Vorteil. Das Deuten der spärlich vorhandenen Dynamiken in den rigiden Strukturen der normalen Welt ist simpel für ihn; deswegen deutet Bizarro auch nicht simpel den Raum wie sein Amateurkollege Thomas, sondern die Dynamiken. Er überblickt alle Bewegungen, die waren, sind und sein werden – und dies in allen Aspekten.

Mannschaftstaktisch positioniert sich Pizarro mit seinen Läufen zum Beispiel häufig so, dass er nicht nur für eine gute Staffelung und viele Verbindungen für sich selbst sowie seine Mitspieler sorgt, sondern auch den Gegner vor unangenehme Entscheidungen stellt. Wer übernimmt Bizarro? Wer ist für ihn zuständig? Wie soll man ihn am besten verfolgen? Und was hat Bizarro eigentlich vor? Und selbst wenn diese Fragen halbwegs gut beantwortet werden können, so erzeugt Bizarro dennoch eine für den Gegner unpassende Unwucht.

Seine starke Antizipation der eigenen Angriffe und der gegnerischen Reaktionen darauf ermöglicht es ihm auch, dass er sich mit seinen Bewegungen sehr kurzzeitig und schnell in Kombinationen einbinden kann. Durch diese dynamische Beteiligung an schnellen Angriffen kann er die Geschwindigkeit des Angriffs aufrechterhalten oder noch erhöhen. Fast schon genial kann er dann die von ihm geöffneten Räume und Optionen bespielen. Dies mischt er dann mit kurzen Verzögerungen, kleinen Dribblings oder dem schnellen Weiterleiten des Balles auch durch enge Schnittstellen und genau in den Lauf. Das macht ihn aus gruppentaktischer Sicht zu einem ungeheuer nützlichen Spieler.

Am beeindruckendsten ist aber, wie er sich individualtaktisch verhält und – noch besser – wie er individualdynamische Aspekte des Gegners ausnutzt. Das Stahlbad in der englischen, äh, Bizarroliga, scheint ihn zwar öfters zu einem unsauberen Spieler zu machen, doch fast immer behält er den Ball trotzdem. Ich bin absolut überzeugt davon, dass Bizarro absichtlich Mini-Stoppfehler und Unsauberkeiten einbaut, um den Gegner anzulocken.

Der Gegner ist fälschlicherweise davon überzeugt, er könnte den Ball erhalten, doch der Zugriff auf diesen wird ihm dann in einer fließenden Bewegung entzogen, wodurch Bizarro dann mehr Raum und die Möglichkeit zum simplen Ausspielen des Gegners hat. Taktikpsychologische Kriegsführung quasi. Das hört aber nicht bei Bizarros eigenartiger Motorik auf; er nutzt auch die kleinsten Mängel und Unmöglichkeiten des Gegners für seine Vorteile.

Der Realitätsmorpher

Bizarro sieht alle Dynamiken, die waren, sind und sein werden. Kennt ihr das Gefühl, wenn man nur knapp einen Pass nicht abfängt? Oder der Ball noch irgendwie aufspringt und einem so am Schienbein vorbeispringt, dass man unmöglich den Ball aufhalten könnte? Bizarro ist der einzige Fußballer der Welt, der bewusst solche Aktionen erzeugen kann. Es ist schier unglaublich, wie häufig Bizarro Pässe so spielt, dass ein Gegenspieler ihn genau nicht mehr erwischen kann oder beim Versuch den Pass abzufangen wegen seiner Schrittfolge am Ball vorbeistolpert. Auch seine schon erwähnten Dribblings funktionieren auf die gleiche Art und Weise. Der Gegner glaubt, er können den Ball bekommen, aber er kann es nicht. Das ist nicht nur auf das Deuten von Dynamiken und brillante, unsaubere Technik zurückzuführen, sondern auf eine einzigartige Mischung aus Realitätsveränderung, Hypnose, Voodoo und natürlich einem Schuss Sadismus.

„Ah, oh Gott, ich habe Zugriff auf den Ball!“ – „Neee, haste nicht.“ – Ein beliebiger Gegenspieler und Bizarro (in jedem Spiel)

Das ist nur logisch: Der echte Claudio Pizarro aus unserem Universum hat keine Superkräfte, deswegen hat Bizarro sie. Darum kann er die Realität morphen, er kann den Gegner durch seine Bewegungen hypnotisieren und von seinen schlechten Erfahrungen in der Bizarroliga rührt sein Schuss für Sadismus her. Und diese Mischung nutzt er besonders, wenn er bei Rückstand eingewechselt wird, um diese Spiele zu drehen. Dazu braucht man aber auch den passenden Trainer – Guardiola nutzt Bizarros Fähigkeiten auch; Pep ist übrigens ebenfalls aus Bizarro World, aber dazu ein anderes Mal. Obgleich Bizarro dies schon in einem Zitat zuletzt öffentlich andeutete:

„Pep gets me potatoes and we talk about football, he says ‚When you are a coach …‘ I tell him ‚I am not going to coach‘ „. „But Pep insists, ‚You’ll see, You’ll be a very good coach‘ right now I don’t plan coaching but to don’t rule it out“ [El Comercio] (Anm. d. Red.: Kartoffeln sind in Bizarroworld das Äquivalent zu Diamanten, was Guardiolas Wertschätzung für Bizarro zeigt)

Anmerkung: Ich habe mich beim Schreiben dieses Artikels unglaublich merkwürdig gefühlt. Fast wie in… Bizarro World. Und ich möchte mich bei allen Comic-Fans entschuldigen, dass ich keine Ahnung von DC Comics und dem dazugehörigen Universum habe. Hoffentlich habe ich nichts falsch wiedergegeben.

CF 16. Dezember 2014 um 12:25

Super Artikel! Für mich mit dem Maradonna Artikel einer der kreativsten Artikel von dir. Absurd geile Idee!

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PW 15. Dezember 2014 um 18:03

Es gibt immer stärkere und schwächere Artikel im Adventskalender, dieser gehört sicher ganz ans Ende dieser Rankings – an welches, daran scheiden sich wohl die Geister 🙂 Mir gefällt der Artikel sehr gut, liest sich unterhaltsam und wie Martin schon meinte, passt auch wunderbar zu dem Fußballer der hier porträtiert wird. Es stimmt schon, man hat bei Bizarro ständig das Gefühl, er würde Unsinn machen, ihm würden Fehler unterlaufen, aber seltsamerweise funktioniert das trotzdem fast immer, so einen in der Art kenne ich auch und in der Häufigkeit ist das sicher kein Zufall oder Glück.

Wie auch immer, sehr guter Artikel, auf jeden Fall einer meiner Favoriten bisher!

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HK 15. Dezember 2014 um 12:18

Schade, war vielleicht den Versuch wert (sage ich als jemand dem DC die Jugend bewußtseinserweiternd (?) mitgestaltet hat), ist aber ziemlich in die Hose gegangen.

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MrR 15. Dezember 2014 um 12:13

Etwas verwirrend am Anfang… Aber Abwechslung muss sein!

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Thore 15. Dezember 2014 um 10:49

Herrliches Teil,

wundert mich nicht, dass dem Rafelt das gefällt. Bei dem bizarren Bullshit-Schreibstil hätte ich eher noch ihn als Autor vermutet. Ganz große SV-Kunst! Überrascht mich auch nicht, dass der Artikel nicht jedem hier gefällt. Ist bewusst polarisierend. Einige lieben ihn, andere schütteln den Kopf. Auftrag erfüllt, rm!

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Stefan Gee 15. Dezember 2014 um 08:41

Toller Artikel!
Nicht ärgern lassen René – haters gonna hate.

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MR 15. Dezember 2014 um 01:31

Unfassbar guter Artikel. Einer meiner Lieblingsstücke der SV Historie. Besser hätt man DIESEN Spieler nicht porträtieren können.

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Bernhard 14. Dezember 2014 um 23:48

Ich schließe mich dem Großteil der teilweise recht unverschämt formulierten Meinungen an – der Artikel liest sich nicht sehr gut.

Die Idee ist zwar an sich sehr mutig und verdient demnach Anerkennung, doch die Lesbarkeit, die deinen Stil eigentlich auszeichnet, sehe ich hier kaum gegeben.

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Dr.Ball 14. Dezember 2014 um 21:43

Bestätigt meiner Meinung von gestern , dass eure Artikel an Qualität abnehmen.Statt so einen Nonsens zu posten hätten man den Platz für einer der User Wünsche verwenden können.Aber warte….gleich kommen die Heulsusen von SV und beklagen sich dass man seine Meinung äußert.

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Fred 15. Dezember 2014 um 00:07

Die Autoren machen das freiwillig und du liest hier freiwillig. Ich bin sehr dankbar, dass sich die Spielverlagerer so FÜR UNS ins Zeug legen. Für mich ist der Spielverlagerungs.de-Adventskalender jedes Jahr der schönste Adventskalender…
Dass du der Meinung bist, die Qualität hätte abgenommen, ist dein gutes Recht (auch wenn ich diese Meinung nicht teile), aber ihnen quasi vorschreiben zu wollen, was sie doch bitte zu tun, zu lassen und zu schreiben hätten, finde ich schon eine ziemlich Dreistigkeit.

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antipatico 15. Dezember 2014 um 14:15

Die Kommentare nehmen leider an Qualität ab!

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IchBinNichtMatthiasSammer 24. Dezember 2014 um 10:18

An Dr.Ball: http://spielverlagerung.de/2014/12/24/in-depth-spieleranalyse-manuel-neuer/

Abnehmende Qualität?

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Guergen 14. Dezember 2014 um 19:04

Ganz furchtbarer Artikel, schlimmer als einige bisherige Formulierungsungetüme. Jetzt fehlt auch noch der Links zu einem sehr guten Blog, weil sich mit bizarren gegen diesen Link gewehrt wurde. Obwohl ich Pizarro, Alex Feuerherdt, Comics und Pizarro mag, halte ich den Artikel für einen ganz miesen literarischen Versuch, der beweist, das man so was besser lassen soll. Schade um all die schönen Dinge, die der Artikel in seinem Versuch „kreativ“ zu sein zerstört.

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Coarl 14. Dezember 2014 um 21:00

In Bizarro-World sicher ein ganz mieser Artikel.

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Guergen 14. Dezember 2014 um 21:17

Guter Kommentar. Leider lustiger und besser als derArtikel.

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TonyS 14. Dezember 2014 um 19:00

Sehr unterhaltsamer und, wie schon gesagt, kreativer Artikel. Amüsant auch die Anspielungen auf die Premier League. Fehlt nur noch eine Erwähnung des Überspielers aus Bizarro World, Chermain Tschauns 😉

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JS 14. Dezember 2014 um 18:34

Gibt es eine YouTube compilation, die den Inhalt des Textes untermauert und einprägsam darstellt?

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Maze 15. Dezember 2014 um 22:12

Klar: https://www.youtube.com/watch?v=LSQc6PQOg3k

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Johannes 14. Dezember 2014 um 14:53

Ich finde den Artikel relativ wirr und stilistisch eher anstrengend. So können die Meinungen auseinander gehen. Höchst interessante inhaltliche Ansätze, aber gerade der ganze bizarre kram am Anfang hat eigentlich kaum etwas ausgesagt und sollt wohl nur lustig oder unterhaltsam sein.
Schade

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Michael Fischer 14. Dezember 2014 um 15:41

#sign

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schafstall 14. Dezember 2014 um 18:32

für mich wars auch nix, aber comicfans hatten sicherlich (bzw. offensichtlich, s.u.) ihre helle freude daran, also warum nicht? zumal ich sonstige ausflüge ins humorige (auroritääh) sehr belebend fand.

jedenfalls schön, dass pizarro an dieser stelle gewürdigt wird. meine bisherige verwunderung warum und wie sich pizarro aus sehr engen und scheinbar aussichtslosen herausschltzohrt, hat mir der artikel genommen, weil ers schön erklärt. ich finde, er ist mit den jahren immer besser geworden und ich halte ihn für einen der komplettesten angreifer weltweit: er hat nicht DIE herausstechenden inselbegabungen, sondern kann einfach alles gut bis sehr gut. wie seht ihr das?

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Dr. Acula 14. Dezember 2014 um 11:34

Der vielleicht beste artikel auf SV. Inhaltlich eher nicht, aber stilistisch ganz großes Kino, chapeau!

„Ich bin absolut überzeugt davon, dass Bizarro absichtlich Mini-Stoppfehler und Unsauberkeiten einbaut, um den Gegner anzulocken.“
Ist das ernst gemeint oder nur ein Teil der bizarren Welt? Denn es gibt tatsächlich solche Kicker, die immer ganz knapp am Gegner vorbei spielen etc. hab in der F- bis C-Jugend mit so einem zusammen gekickt..

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Gh 14. Dezember 2014 um 12:45

Mehmet Scholl hat Pizarro mal als den technisch besten seiner Mitspieler in seiner Karriere bezeichnet. Ich glaube, dass er das definitiv absichtlich macht, im Wissen um seine spezifischen körperlichen Fähigkeiten, den Ball und sich immer durch den Gegner durchdrücken zu können.

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Michael Fischer 14. Dezember 2014 um 15:39

Afaik hat er das über Deisler gesagt

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DonFrantic 14. Dezember 2014 um 10:52

Der Artikel verbreitet doch gute Laune. Dann guck ich besser kein Doppelpass, um mir sie nicht zu versauen 😀
#Doppelpassausderbizarroweltwünsch

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Noar Glem 14. Dezember 2014 um 10:19

Echt bizarr der Text. *daumenhoch*

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SGIAI22 14. Dezember 2014 um 09:34

Was ein genialer Artikel. 🙂 Hat sich wirklich gut lesen lassen und die Eigenschaften trotzdem klar benannt und herausgestellt. Weiter so.

MfG

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Isco 14. Dezember 2014 um 09:28

Mene Rarik ist zum Glück APA-Schreiberling in der Bizarro World 🙂

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Izi 14. Dezember 2014 um 08:30

Ein wahnsinnig guter und kreativer Artikel! 😀 Daumen hoch!!!

Jetzt weiß ich endlich, warum Pizzaro so gut und oftmals kaum zu bremsen ist — er ist nicht von dieser Welt! 😉

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tutichtsderdsache 14. Dezember 2014 um 03:31

hey rene,
egal was du mit diesem link ausdrücken willst, er is defintiv falsch angebracht auf dieser seite. Zu meinungsbild, zu propagandistisch.

der artikel ist soweit in ordnung, aber politische Wegsweiser auf SV ist komplettes und sinnloses Neuland (auch wenn du ws. nur auf Fußballartikel hinweisen wolltest, aber sowas hat hier wirklich nichts zu suchen!),

Lg „bizarro-user“

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Michael Fischer 14. Dezember 2014 um 15:40

welcher link?

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tutnichtdersache? 14. Dezember 2014 um 23:58

Ja, echt ne Frechheit, wieviele Texte im Internet lauter Links beinhalten, politisch ist absolut viel mehr Rechts vonnöten!!1!

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Fred 14. Dezember 2014 um 03:09

ERSTER!

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