Pressende Pariser gegen Barças Ballliebhaber

paris st germain3:2barca

Paris Saint-Germain ohne Ibrahimović und Thiago Silva fügt dem FC Barcelona die ersten Treffer und die erste Niederlage dieser Saison zu. Laurent Blanc überrascht mit einer fluiden Pressingformation.

PSG attackiert früh

Luis Enrique schickte die erwartete Elf auf den Rasen. Im Zentrum verteidigten Jérémy Mathieu und Javier Mascherano, während Dani Alves sowie Jordi Alba die Viererkette flankierten beziehungsweise in gewohnter Weise rasch nach vorn schoben. Zudem agierten im 4-3-3 Ivan Rakitić und Andrés Iniesta vor Barças Anker Sergio Busquets.

Grundformation zu Spielbeginn

Grundformation zu Spielbeginn

Beim amtierenden französischen Meister fielen, wie bereits erwähnt, weiterhin Zlatan Ibrahimović und Thiago Silva aus. Im Vergleich zum letzten Ligaspiel änderte Blanc seine Viererkette wieder stark. Lediglich David Luiz blieb in der Startformation. An seiner Seite erarbeiteten Marquinhos, Gregory van der Wiel sowie Maxwell die drei Punkte. Davor rückte der frühere Barça-Spieler Thiago Motta zurück ins Sechserzentrum. Marco Verratti und Blaise Matuidi flankierten ihn.

Davor war die Grundformation nicht direkt zu erkennen. Zunächst positionierte sich Javier Pastore eindeutig als zentraler Spieler. Edinson Cavani schob als linker Angreifer etwas weiter auf, während Lucas Moura rechts tendenziell tiefer und auch ausweichender stand, sodass sich häufiger eine Diagonallinie ergab, die durch die rechtslastigen Aufbaustrukturen der katalanischen Gäste über Mascherano und dementsprechend ballnahen Aufrückbewegungen noch zementiert wurden.

In diesem 4-3-3 wurde Busquets von Pastore und Motta in Gemeinschaftsarbeit bewacht. Während ersterer entweder aufrückte und versuchte, den katalanischen Spielmacher im Deckungsschatten zu behalten, rückte Motta immer wieder aus dem Mittelfeldblock heraus und nahm Busquets auf. Derweil versuchte sich Rakitić aus den Mannorientierungen der beiden Pariser Achter zu befreien, indem er in den zentralen Sechserraum abkippte, aber nachdem er den Ball erhielt, fehlten teilweise effiziente Anschlusshandlungen.

Insgesamt attackierte PSG sehr aggressiv die ersten Passwege und verzeichnete einige Balleroberungen im offensiven Drittel. Vor allem die offensichtlichen Anspiele auf Dani Alves wurden häufiger angelaufen. Daran folgend suchte Blancs Mannschaft stets direkte Zweikämpfe und konnte durch die recht klaren Mannorientierungen übersichtliche Zuordnungen schaffen. Es wurde bereits vor dem Spiel vermutet, dass Paris vor allem über die physische Stärke gegen Barcelona agieren könnte. Jedoch fehlte in der Anfangsphase bei Umschalt- oder Schnellangriffen mehrmals die Präsenz im offensiven Zentrum. Durch die ausweichenden Bewegungen von Lucas, wodurch er gegen Alba und Co. einige Durchbrüche erzeugen konnte, sowie durch die leicht tiefere blockende oder leitende Positionierung Pastores war Cavani im gegnerischen Strafraum auf sich allein gestellt.

Im Gegenzug gab es in der ersten Viertelstunde bereits die ersten langen Passstafetten der Gäste, die den Ball mit zahlreichen Stationen zirkulieren ließen. Auffällig war aber das positionsgetreue Vorgehen und eine eher schwache Zirkulation im Besetzen der Räume, sodass PSG im Verschieben recht wenig Improvisieren musste, sondern die einzelnen Phasen nacheinander abarbeiten konnte. Denn nach dem hohen Anlaufen im 4-3-3 ging man in ein tieferes Mittelfeldpressing im 4-5-1 oder 4-1-4-1 über und zog sich zum Schluss oftmals noch in ein 4-2-4 zurück, wobei der ballnahe Achter stets etwas nach vorn schob. Cavani wiederum war mit seiner Rolle als nach links versetzter Blockspieler auf seiner Seite stärker leitend, wodurch Matuidi in die Flügelverteidigung gut eingebunden wurde.

Schlagabtausch und das italienische Kopfballungeheuer

Doch innerhalb dieser eigentlich hochklassigen Partie fielen immer wieder billige Tore. Der Reigen begann in der 10. Minute. Nach einem Halbfeldfreistoß von Lucas Moura nahm David Luiz im Duell mit Mascherano den Ball gut auf, brachte seinen bulligen Körper dazwischen, drehte sich leicht ein und schloss ins lange Eck ab. Postwendend glich Lionel Messi aus. Nachdem er im Zehnerraum einen Pass erhielt und leichten Abstand zur Viererkette hatte, passte der Argentinier nach links zu Iniesta, welcher direkt wieder auf Messi ablegte. Der Schuss landete ebenfalls im langen Eck. Es waren zwanzig Stationen nach dem Anstoß, die Barcelona bis zum Treffer benötigte. Nach einigen Pässen über die Abwehrspieler verlagerte Busquets auf rechts zu Rakitić. Auf der Seite konnte kurz Maxwell dazwischen gehen, doch die Katalanen eroberten den Ball. Über Mascherano in tieferer Position kam das Spielgerät dann zu Iniesta, der auf Neymar im linken Halbraum passte und zum Strafraum durchlief.

In der 26. Minute gingen die Franzosen wieder in Führung. Eine Ecke von Motta brachte Verratti – mit dem Gardemaß von 165 Zentimetern – den Ball im Tor unter. Marc-André ter Stegen ging nur halbgar aus seinem Kasten heraus, während Rakitić am langen Pfosten allein war und der Ball über ihn hinweg flog.

Nach der Pause ging es munter weiter. Erst gelang es dem stark aufspielenden Van der Wiel mit einer Flanke von rechts im Strafraum Matuidi zu erreichen. Im Gegenzug traf Neymar zum Anschluss. Bei der Hereingabe von Dani Alves, eine der wenigen guten im gesamten Spiel, orientierte sich jedoch Van der Wiel zu stark ins Zentrum, der Ball ging aber über den mittleren Pult hinweg, Neymar verwandelte mit technischer Finesse.

Barças Ansatz

Das Team von Luis Enrique trat grundsätzlich so auf, wie man es von ihm kennt. Jedoch fanden sie nur phasenweise Durchbrüche durch die Pariser Linien. Rakitić war wenig präsent und der Kroate diente meist nur eine Durchlaufstation in der Zirkulation. Die Flanken von außen brachten wenig ein. Gefährlich wurde es häufig bei kleineren gruppentaktischen Interaktionen über die vorderen drei Angreifer zusammen mit Iniesta.

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„Take Ons“ von Messi – Quelle: Squawka

Pedro rückte mit zunehmender Spielzeit vermehrt ins Zentrum, während Messi in seinen bevorzugten rechten Halbraum abkippte. Auch in der Arbeit gegen den Ball zog sich der Superstar nach rechts zurück, während Pedro und Neymar horizontal kompakt gegen den Spielaufbau der Hausherren anliefen. Doch besonders Verratti konnte immer wieder seine Überlegenheit gegenüber gegnerischen Balleroberungsversuchen ausspielen und dribbelte mehrmals in den verengten Raum, um dann das Spielgerät direkt rasch weiterzuleiten und Zugriff zu verhindern. Insgesamt fand das Anlaufen der Katalanen in höheren Zonen statt. Man wollte so schnellere Balleroberungen erzwingen, mit dem eigenen Kombinationsspiel kam man durch die geordneten Reihen der Hausherren nur selten durch. Aber einerseits befreiten sich Motta, Verratti und Co. befreiten in vielen Fällen aus der Umklammerung und andererseits wurde offensichtlich, dass man die Pressingwellen Barças situativ schnell überspielen kann und die Katalanen dann natürlich viele offene Räume in der eigenen Hälfte anbieten.

Zweite Halbzeit

Nach der Pause nahm die Fluidität im Auftreten der Gastgeber etwas ab, indem PSG konstanter im 4-4-2 verteidigte. Der erste Block verhielt sich passiver, Moura rückte nach rechts, Matuidi agierte als Linksaußen. Damit fokussierte man vor allem auf die Komprimierung des Zwischenlinienraums vor der tiefen Abwehrkette. Die Wechsel nach einer Stunde waren zunächst auf beiden Seiten positionsbezogen. Jeweils wurde der rechte Achter getauscht. Xavi kam für Rakitić und damit zu seinem 143. Champions-League-Einsatz – neuer Rekord. Yohan Cabaye betrat für Verratti das Feld.

Der Altmeister der Katalanen forcierte einige Läufe über den rechten Halbraum bis in den Strafraum. Messi suchte derweil Anknüpfungen zu Xavi und lockte Motta sowie Matuidi mehrmals zu einer Doppeldeckung halbrechts, wodurch Messi durch kurze Anspiele wiederum seine Mitspieler bedienen konnte. Mascherano schob derweil als rechter Innenverteidiger weiter auf und wurde neben Busquets dominanter, öffnete aber auch die Seite, da Dani Alves sowieso bereits als breitegebender Rechtsaußen positioniert war. Eine Viertelstunde vor Schluss konnte Pastore diese Lücken bei einem Konter nicht nutzen und verlor im Dribbling den Ball. Luis Enrique warf zum Schluss noch Sandro Ramírez für Alves hinein. Barcelona stellte auf 3-1-2-4 um, wobei sich aus der vorderen Linie häufig Messi ins Mittelfeld fallen ließ. Aber bis auf einen Pfostenschuss vom ebenfalls eingewechselten Munir El Haddadi sowie einigen starken Aktionen der Pariser Abwehr – Marquinhos muss an dieser Stelle besonders hervorgehoben werden, er verhinderte in der 83. Minute spektakulär einen sicheren Treffer von Alba – ergab sich nichts mehr für die Gäste, die ohne Punkte die Heimreise antreten mussten.

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„Blocks“ von PSG – Quelle: Squawka

Fazit

Barcelonas Anfälligkeit bei Standardsituationen wurde in dieser Partie einmal mehr deutlich. Die Katalanen hielten sich in dieser Saison bisher schadlos, hatten aber auch noch keinen Gegner vom PSG-Format. In dieser Partie überzeugte Blancs Team nicht nur in puncto individueller Qualität, sondern auch die grundsätzliche strategische Ausrichtung sowie die gruppentaktischen Umsetzungen waren lobenswert. Sicherlich gab es immer wieder kleinere Lücken, in welche die gefährlichen Barça-Akteure eindringen konnten. Doch insgesamt war der erste Pressingansatz mutig und wurde intensiv betrieben. Bei der tieferen Verteidigung leisteten sich die Franzosen zudem nur selten Fehler. Derweil kann Luis Enrique auch einige Schlussfolgerungen aus dieser Partie ziehen. Die Gegenpressingstafellungen und –intensitäten wirkten überzeugend, jedoch steht selbst ein ambitionierter Gegner wie Paris Saint-Germain in vielen Phasen recht tief und kompakt. Diese Schwierigkeit wird sich für die Katalanen auch in dieser Saison nicht ändern.

HK 7. Oktober 2014 um 11:17

Könnte eine Ansatz sein. „Die in der Bundesliga weithin übliche Spielweise bringt ein höheres Verletzungsrisiko als in den übrigen Topligen mit sich“. Wäre interessant die Laufleistungen, Sprint- und Zweikampfwerte europaweit zu vergleichen.

Kann man vielleicht mit einem anderen Gedanken in Verbindung bringen. Diese Tage ist Pedro Gonzales wieder aufgetaucht, der schon vor einigen Jahren mit seinen Fitness-Thesen in Bezug auf die BL Furore machte. Seine These ist kurz gesagt: „2/3 der auftretenden Verletzungen kommen ohne Gegnereinwirkung zustande (gefühlt würde ich dem zustimmen). Ein wesentlicher Grund für diese Verletzungen ist die mangelhafte athletische Ausbildung der Spieler. “ (Er wiederholt damit in Grunde das was er vor einigen Jahren schon vertrat. Interessanterweise stellte er damals dar, dass diese Form der Ausbildung in den anderen Ligen besser wäre.)

Halte ich grundsätzlich für plausibel. Bei Trainingsumfängen von 10-15 Stunden/Woche kann ich mir auch nicht vorstellen, wie man da noch groß gezielt an der Athletik arbeiten will.

Zusammengefasst könnte man schließen: Die Belastung der Spieler der Spitzenteams ist durch die gesteigerte Zahl an Spielansetzungen, intensivere Laufleistungen usw. in den letzten Jahren so weit gewachsen, dass die „historisch gewachsene“ Athletik da nur noch bedingt mitmacht.

BL-spezifisch wäre dabei ggf. der eigene Spielstil (=anspruchsvoll?) und die durchgeführte athletische Ausbildung (=mangelhaft?) in Verbindung zu betrachten.
Hypothese: Überproportional viele Verletzte in der BL

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Isco 2. Oktober 2014 um 10:43

Ist von außen natürlich schwer zu beurteilen, aber gefühlt haben die Bayern und der BVB dauerhaft mehr Verletzte als bspw. Real und Barca, die aufgrund der 20er-Liga und dem Pokalsystem eigentlich potenziell deutlich mehr Spiele absolvieren müssen und das schon über längere Zeit hinweg. Und ob das Zufall sein kann, muss jeder für sich entscheiden.

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CF 1. Oktober 2014 um 16:38

Guter Artikel mir fehlt etwas, dass das Pressing von Barcelona erläutert wird, welches ja schon stark verändert war und einige schöne Ansätze zeigte aber auch teilweise etwas unstabil wirkte. Für mich eines der interessanten Punkte in diesem Spiel. Generell war es ja schon ein ziemlich starkes lenken auf die Flügel im Pressing. Alves war komisch schwach und zeigte ein paar unpassende Entscheidungen, wodurch es nur selten zu dem typischen Barcelona Rhythmus im rechten Halbraum kam. Ansonsten wirkte mir die Zuordnung auf Messi von PSG etwas wacklig und gerade die Staffelungen um Messi hätten ein paar Pressingfallen zu gelassen, welche aber leider nie wirklich genutz wurden und größtenteils von Luiz Aktionismus etwas zerstört wurden. War aber gut abgesichert als auch nicht kontrproduktiv. Lob für Blanc und Enrique. Obwohl mir etwas die Apassungen gewählt haben. Mit einem 3-2-5 und dauerhaft abkippendem Busquets und situativ eingebundenem Ter Stegen im Passpiel hätte man das Pressing etwas effektiver umspielen können und die Formation gerade noch mehr strecken können.

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Koom 1. Oktober 2014 um 13:02

Wenn man die Diskussion bei den Bayern verfolgt, wo sich Guardiola mit den heimischen Ärzten und deren Vorgehensweise nicht anfreunden kann, könnte man diese Theorie spinnen: In Deutschland achtet man mehr auf die Gesundheit der Spieler. Es wird weniger mit Kortison gearbeitet, bzw. ein Spieler für ein Spiel fitgespritzt. Guardiola hat sich nach eigener Aussage gewundert, das ihm bestimmte Spieler nicht fürs Supercup Spiel gegen den BVB zur Verfügung standen, aber 2 Tage später wieder normal im Training standen.

Natürlich erklärt das nicht die diversen Langzeitverletzten, aber es sind ja auch nie alle Spieler langzeitverletzt. Da setzt der eine wegen einer Verhärtung aus, der andere wegen einem Bluterguß – mit beidem „könnte“ man spielen, riskiert aber eine schwerere Verletzung.

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Ralf 2. Oktober 2014 um 05:19

Laut dem Arzt der französischen Nationalmannschaft, ist genau das Gegenteil der Fall. Er hatte sich vor der WM beschwert, dass Ribery beim FC Bayern über Monate und Monate immer und immer wieder primär fitgespritzt wurde, was seine chronischen Rückenprobleme auf Dauer aber nur schlimmer werden ließ. Dieser Konflikt zwischen Frankreich und dem FC Bayern war im Übrigen auch ein Grund für Riberys Rücktritt aus der N11.

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Pablo1982 1. Oktober 2014 um 11:47

Ich bin mit der Analyse grundsätzlich einverstanden, möchte aber festhalten, dass die Partie gut auch ein anderes Ende hätte nehmen können, denn Barça hatte genügend gute Chancen. Insgesamt war es eine sehr unterhaltsame und technisch hochklassige Partie (zumindest was die technischen Fähigkeiten der einzelnen Protagonisten anbelangt), und beide Teams können auf ihrer gestrigen Leistung aufbauen. Bei Barça haben mich primär Alba (offensiv zu eindimensional und defensiv mit Schwächen), Busquets (zu statisch) und vor allem Pedro (unsichtbar) enttäuscht. Klar war auch Dani Alves einmal mehr nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin wirkt er im Kombinationsspiel der Katalanen nicht wie ein Fremdkörper. Persönlich würde ich aus heutiger Sicht Mathieu (als Abidal-Pendant) auf die linke Seite ziehen und an seiner Stelle Piqué in die IV stellen. Die Defensive würde damit gestärkt, die Anfälligkeit bei Standards gemindert, und Dani Alves könnte offensiver agieren. Den Verlust von Alba könnte man offensiv gut verschmerzen. Je nach Gegner könnte man zudem Busquets durch Bartra ersetzen und Mascherano ins defensive MF stellen. Vorne ist die Zeit von Pedro endgültig vorbei – technisch war er ja schon immer limitiert, aber heute fehlt ihm das Selbstvertrauen vollends, und er schiesst auch kaum mehr Tore. Bis Suarez kommt würde ich an seiner Stelle entweder Munir oder Sandro (oder sonst einen talentierten Nachwuchsspieler) einsetzen.

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Markus 1. Oktober 2014 um 14:37

Hast du diese Saison viele Barcaspiele gesehen. Denke es nicht, denn sonst würdest du kaum vorschlagen, Alba durch Mathieu zu ersetzen. Gestern spielte er (wie auch Busquets) ungewohnt schwach. Grundsätzlich gehörte Alba zu den besten Spielern in dieser noch jungen Saison und gerade offensiv hatte er vielmehr zu bieten als Alves (mit seinen ewigen nutzlosen Flanken). Busquets sollte sowieso immer Stammspieler sein.

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Pablo1982 1. Oktober 2014 um 16:14

In Bezug auf die Leistungen von Alba und Alves hast Du sicherlich recht, aber speziell gegen defensiv und kompakt agierende Topteams ist mir Alves als offensiver Aussen aufgrund seiner Kombinationsfähigkeiten (seine Flanken sind zugegebenermassen eine andere Geschichte) lieber als Alba. Was Mascherano als ersatz für Busquets im defensiven MF anbelangt, so sehe ich dies mehr als Option gegen bestimmte Gegner denn als Stammformation.

Die gestrige Startelf erachte ich vor allem auch in Bezug auf Standards als suboptimal – mit Mathieu stand gerade mal ein kopfballstarker Spieler auf dem Platz. Klar geht z.B. das zweite Tor klar auf die Kappe von ter Stegen, aber ein zweiter einigermassen kopfballstarker Spieler wie Piqué oder Bartra wäre mit Sicherheit nicht schlecht.

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HK 1. Oktober 2014 um 11:43

Habe das Spiel nicht gesehen, aber bei den Aufstellungen kommt mir wieder, off topic, die Frage die mich schon seit einiger Zeit beschäftigt. Haben eigentlich nur die BL-Großklubs (die Cl, Nati, WM und wie auch immer betroffenenen Bayern, Dortmund, Schalke) dieses extreme Verletzungsthema?
Für diese drei Klubs ist das ja empirisch relativ leicht nachzuvollziehen (und das betrifft nicht nur diese Saison). Gerade bei Dortmund ist es überdeutlich wie der Übergang von einem nur BL-aktiven Klub (im wesentlichen) bzw. Spielern zu einem überall geforderten die Verletzungen regelrecht explodieren ließ.

Jetzt kann man das nur logisch finden und dem könnte ich teilweise beipflichten. Was mich aber dabei irritiert ist der Vergleich mit den ausländischen Klubs. Wenn ich mir z.B. Barca gestern anschaue, wer fehlt denn da groß? Oder PSG (jetzt mal außer den beiden genannten)?
Subjektiv habe ich den Eindruck, dass Klubs wie Real, Barca, ManU, Juve etc. damit viel weniger zu kämpfen haben (bei wahrscheinlicher annähernd gleicher Belastungssituation). Klar fehlen 1-3 Spieler immer, das würde ich als selbstverständlich ansehen, dass aber die deutschen Klubs über Jahre im Minimum ein halbes Dutzend Ausfälle zu verzeichnen haben, kommt mir schon arg viel vor.

Da ich allerdings die ausländischen Klubs nur mit Einschränkungen verfolge, ohne jetzt Buch zu führen würden mich Eure Einschätzungen interessieren.

Ist das mein subjektiver Eindruck? Gibt es ggf. interessante Theorien dazu?

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Peda 1. Oktober 2014 um 13:52

Ich weiß nicht ob es Unterschiede in den Behandlungsweisen und damit auch bei den Verletzungshäufigkeiten und -Dauern zwischen den großen Ligen gibt, aber aus der Ferne bleibt mir über die Verletzungsproblematik nur eins zu sagen: Buhu.

Jene, die im Fußball das Sagen haben – also UEFA, Deloitte Football Money League – , ordnen mit aufgeblasenen Wettbewerben (EM mit 24 Nationen), verbogenen Zugangslisten (bis zu fünf Teilnehmer eines Verbandes bei der „Champions“ League) und Preisgeldgestaltungen (CL >>> EL, Marktanteil wichtiger als sportlicher Erfolg), sowie sinnbefreiten Werbetouren (Asien-Tourneen, heuer: International Champions Cup) alles, aber wirklich alles der Gewinnmaximierung unter – und genau jene Vereine, die sich dadurch selbst mit Geld zuschei$en jammern dann über die Belastung?

Da beißt sich die vollgefressene Katze in den Schwanz.

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Koom 6. Oktober 2014 um 19:23

Wegen der Verletzungsproblematik kam mir noch eine andere Idee: Intensität. In Deutschland spielt praktisch jedes Bundesligateam mit Pressing, meistens sogar mit einer gewissen Qualität. Pressing bedeutet ja auch: Schnelle Antritte, Richtungswechsel, viele Zweikämpfe.

In den anderen Ligen, vor allem eben Spanien und England, wird Pressing deutlich weniger eingesetzt. Ich würde da also das Problem eingrenzen.

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