Borussia Dortmund – FC Bayern München 2:0

Im Finale des deutschen Supercup 2014 siegte Borussia Dortmund verdient gegen den Double-Gewinner aus München. Der BVB zeigte dabei eine mögliche Blaupause, wie man das neue System von Trainer Pep Guardiola bespielen kann. Vor allem mit dem Dortmunder Pressing hatten die Bayern so ihre Probleme, deren eigenes Spiel aber auch noch formations- und personalbedingte Mängel aufwies.

Grundformationen

Aufstellung Borussia Dortmund - FC BayernDas Dortmunder Trainergespann aus Jürgen Klopp und Zeljko Buvac entschied sich gegen die Münchner für ein 4-1-3-2. Dabei erinnerten vor allem die Offensivbewegungen der Außenverteidiger und das Spiel mit der Doppelspitze an das BVB-System gegen Ende der letzten Saison.

Die Bayern liefen, wie schon in allen anderen Testspielen, mit ihrer 3-4-2-1-Formation auf, bei deren Umsetzung weiterhin taktische Defizite sowie Anpassungsprobleme bestanden und die sich bezüglich ihrer Erfolgsstabilität noch als wenig konstant erwies. Guten Spielen, wie gegen die mannorientiert verteidigenden Wolfsburger, folgten immer wieder schlechte Partien, wie diese jetzt gegen den BVB.

Bayerns Bewegungsmuster im Aufbau: breite Innenverteidiger und eine pendelnde Doppelsechs

Bereits im Aufbauspiel schoben die beiden Halbverteidiger Alaba und Boateng maximal in die Breite. Dadurch konnten Höjbjerg und Bernat auf den Flügelpositionen nach vorne schieben, ohne die Anbindung nach hinten zu verlieren, und ermöglichten dort einrückende Bewegungen von Müller und Shaqiri.

Gaudino und Rode agierten auf der Doppelsechs meistens leicht versetzt zueinander und kippten auch immer wieder in die letzte Linie ab. Hielt sich Gaudino vermehrt in höheren Räumen auf, fiel Rode öfter zwischen Dante und Alaba zurück. Dabei agierte vor allem der Ex-Frankfurter relativ ballfordernd, was sich auch bei seinen unterstützenden Läufen nach vorne zeigte.

Problematisch daran war, dass sich durch diese eher statischen Bewegungen und oftmals zu tiefen Positionierungen der beiden Sechser keine wirklichen Verbindungen nach vorne über die Mitte ergaben. Vielmehr blockierten Gaudino und Rode damit selbst den Sechserraum, weil sie Kirch und Mkhitaryan ermöglichten mit nach vorne aufzurücken. Die Folge war, dass Bayern schon im ersten Drittel kaum schnelle Kombinationen erzeugen konnte, nach denen z.B. einer der beiden Halbverteidiger durch ein ballschleppendes und raumgreifendes Dribbling das Spiel hätte eröffnen können, was andererseits aber auch effektiv durch das Dortmunder Defensivkonzept unterbunden wurde.

Dortmunds flexibles 4-3-1-2 / 4-1-2-3-0 gegen den Ball bereitet den Bayern Probleme

Dortmund Pressing

Dortmunds Pressing in den ersten 60. Minuten. Man erkennt die herausgerückte Stellung von Hofmann zwischen den beiden Stürmern und die losen Mannorientierungen der restlichen Spieler.

Indem sich beide Stürmer des BVB  gegen den Ball relativ breit positionierten, konnten Boateng und Alaba wenig mit Ball am Fuß aufrücken, weil sie schlichtweg zwei direkte Gegenspieler hatten. Vor allem Boateng wurde oft und früh angelaufen, sodass er sich immer wieder in isolierten Situationen am Flügel wiederfand. Alaba, der etwas eingerückter agierte, konnte sich zumindest einige Male durch kurze Dribblings zur Mitte gegen den ungestüm anlaufenden Aubameyang Platz verschaffen, wurde dadurch aber auch nicht richtig wirkungsvoll.

Um weitere Anspiele in den Sechserraum oder zentrale Mittelfeldbereiche zu versperren, rückte Hofmann von seiner Position auf der Zehn konsequent zwischen Aubameyang und Immobile. So konnte er Dante immer wieder anlaufen und gleichzeitig mit seinem Deckungsschatten zentrale Bereiche abdecken. Fielen Gaudino und Rode deshalb leicht seitlich heraus (wie in der Grafik dargestellt), konnten sie von den beiden Achtern Kirch und Mkhitaryan mann- oder zumindest optionsorientiert zugestellt werden.

Dabei wechselten die Dortmunder immer wieder aus ihrem hohen Mittelfeld- ins Angriffspressing. Beiden Pressingarten war dabei  der leitende Aspekt und die Isolationszonen am Flügel gemein. Mit der Mittelfeldaufteilung aus einem tieferen, absicherenden Sechser und den beiden Achtern stand man anschließend auch gegen lange Bälle, die vor allem Boateng immer wieder einstreute, sicher, weil gerade in diesen Szenen Kirch immer wieder zurückrücken konnte und eine situative Doppelsechs enstand. Dieser Umstand ermöglichte es den Dortmundern zudem, nach der leitenden Phase des Angriffspressings kompakt und weit zum Flügel zu verschieben, ohne gefährliche Räume im Zentrum zu öffnen.

In Kombination mit den schlechten Freilaufbewegungen in der Mitte und rund um den Sechserraum führte die gute Ausführung von Dortmunds Defensivspiel dazu, dass die Bayern das Spiel nur sehr selten über zentrale Räume eröffnen konnten. In der Regel wurden sie schon von der ersten Dreierreihe auf die Außen gelenkt und dort isoliert oder mussten ihre Angriffe zu linear und schnell ausspielen, sodass keine vernünftigen Aufrückbewegungen zustande kamen.

Bayerns mangelnde Präsenz in hohen Räumen

Durch die Besetzung der Angriffsreihe entstand bei den Bayern in der Offensive eine leichte Asymmetrie. Auf links agierte mit Shaqiri ein dribbelstarker Akteur, der immer wieder viel zur Mitte arbeitete und sich dort am Kombinationsspiel beteiligen sollte. Lewandowski glich zum einen diese Bewegungen aus und diente zum anderen als Zielspieler für lange Bälle.

Dahingegen agierte Thomas Müller auf rechts relativ horizontal und aus höheren Räumen, orientierte sich aber auch viel zur Mitte, wenn Höjbjerg aufschob, um so das Zentrum zu besetzen. Hier nahm er dann Positionen im Halbraum ein, aus denen er Verbindungen nach vorne herstellen wollte. Ansonsten bot er sich aber auch immer wieder mit seinen horizontalen Läufen für Anspiele in die Tiefe an.

Dass Bayerns Offensivspiel kaum zur Entfaltung kam, lag stark an der schwachen Anbindung des Offensivtrios zum Rest der Mannschaft. Zum einen waren die Abstände in der Vertikalen einfach zu groß, sodass ein vernünftiges Aufrücken mit anschließender Ballzirkulation im zweiten Drittel schwierig zu gestalten war. Dieses Aufrücken dauerte vor allem dann zu lang, wenn Lewandowski lange Zuspiele behaupten sollte. Zum anderen kam hinzu, dass Bernat und Höjbjerg generell schlechte Momente für das Aufrücken suchten und hier etwas das Timing sowie die Abstimmung in den gruppentaktischen Bewegungen fehlten. Weil eben auch Rode und Gaudino zu tief positioniert waren, konnten auch sie diese Bewegungen nicht unterstützen.

Umschaltspiel und hohe Außenverteidiger beim BVB

Der Fokus bezüglich der Offensivbemühungen des BVB lag gegen Bayern wie gewohnt auf dem Umschaltspiel und der schnellen Finalisierung der Angriffe. Dabei agierten Aubameyang und Immobile, die nach einer Viertelstunde die Seiten wechselten, leicht ausweichend und gingen immer wieder in Räume hinter Bernat und Höjbjerg, wenn diese aufgerückt waren.

Hofmann agierte von seiner Position auf der Zehn fast schon als hängende Spitze und arbeitete viel mit nach vorne. Unterstützt wurden die Schnellangriffe des BVB dann noch durch den sehr vertikalen Mkhitaryan und den etwas zurückhaltender aufrückenden Kirch auf den beiden Achter-Positionen. Suchte der Armenier vor allem schnelle Dribblings, die durch die vertikalen (in der Regel durch Schmelzers Hinterlaufen) und horizontalen Bewegungen (von Hofmann, Aubameyang und Immobile) um ihn herum unterstützt wurden, um raumgreifend zu agieren, besetzte Kirch Positionen im rechten Halbraum oder in zentralen Bereichen, aus denen er absichernd wirken und die Ballzirkulation unterstützen konnte.

Durch diese Spielweise konnte man die 5-2-3- / 5-3-2-Defensivformation der Münchner relativ tief halten und zwang die Flügelverteidiger zum Zurückrücken. Gefährlich wurde es auf Seiten des BVB über links vor allem dann, wenn Mkhitaryan zu seinen vertikalen Dribblings im Halbraum neben den Sechsern ansetzte, oder aber über rechts, wenn durch Kirch Flügelüberladungen zustande kamen und der BVB zur Grundlinie durchbrechen konnte. Dort kam es dann auch hin und wieder zu Rochaden von Piszczek und Kirch, der situativ auf den Flügel ging, um dem Polen beim Aufrücken mit Ball am Fuß Platz in der Mitte zu öffnen.

Mit diesen Bewegungsmustern bespielte der BVB die Defensivformation der Bayern recht ordentlich, bei der problematisch war, dass die Räume neben Gaudino und Rode nicht konsequent geschlossen werden konnten.  Hier agierten die Bayern schon im Pressing zu unsauber, hatten vertikal zu große Abstände und waren teilweise schlecht abgestimmt.

Guardiolas Anpassungen zur zweiten Halbzeit

Bayern zu Beginn der zweiten Halbzeit

Bayern zu Beginn der zweiten Halbzeit

Zu Beginn der zweiten Halbzeit reagierte Guardiola mit der Einwechslung von Lahm für Müller auf die mangelnde Präsenz im Sechserraum sowie die Staffelungsprobleme um selbigen und stellte das System auf ein 3-5-2 mit Lahm auf der alleinigen Sechserposition um. Der Kapitän gab jetzt den tiefen Part im Spielaufbau, kippte zwar hin und wieder ab, versuchte aber generell höher zu agieren als Rode oder Gaudino in der ersten Halbzeit. Weil jetzt auch Gaudino deutlich weiter vorne agierte als in der ersten Halbzeit, entzerrte sich die Kompaktheit um den Sechserraum ein wenig und Bayern gelang es, bessere Aufbaustrukturen herzustellen.

Weil Dante leicht nach links versetzt agierte, ergab sich zudem eine leichte Asymmetrie zu dieser Seite, die Bayern jetzt auch vermehrt als Hauptangriffsseite nutzte. Shaqiri, der zu Beginn der zweiten Halbzeit auf dem rechten Flügel auflief, rückte von dort aber weiterhin zur Mitte und auch Lewandowski wich immer wieder auf diese Seite aus. Rode war in seiner neuen Rolle im Halbraum besser eingebunden, zeigte aber auch hier Schwächen in der Positionsfindung. Der zweite Achter Gaudino sorgte durch seine vertikale Interpretation der rechten Achter-Position einige unterstützende Läufe in die Spitze.

In der Konsequenz führte die Systemumstellung dann dazu, dass der BVB sein Pressing etwas tiefer anlegte und Bayern jetzt besser ins Mitteldrittel und die zweite Phase der Angriffe kam. Dabei entwickelten die Münchener jedoch weiterhin wenig Torgefahr und wurden gegenüber Durchbrüchen über die Flügel deutlich anfälliger.

Umstellungen nach dem zweiten Tor

In der 60. Minute kam bei den Bayern Mario Götze für Höjbjerg in die Partie, was wieder einige Positionswechsel nach sich zog. So bekleidete fortan Rode die Position des rechten Flügelverteidigers, Shaqiri ging auf die linke Achterposition und Götze übernahm die Rolle von Shaqiri, allerdings von der linken Seite aus. Die grundlegenden Abläufe blieben dabei aber ähnlich.

Nach dem zweiten Dortmunder Treffer durch Aubameyang, im Anschluss an einem Flügeldurchbruch über Piszczek, stellte auch der BVB um. Der Torschütze Aubameyang wurde positionsgetreu durch Neuzugang Adrian Ramos ersetzt.

Vor allem gegen den Ball änderten sich die Abläufe bei der Borussia jetzt doch deutlich, weil Klopp und sein Trainerteam die Defensivstrategie gegen die neue Grundordnung des Double-Gewinners anpassten. In der letzten halben Stunde der Partie spielten die Dortmunder ein flexibles 4-1-4-1, das oftmals ins 4-3-3 geschoben wurde, aber auch 4-1-3-2-Stellungen hervorbrachte. Die vielen und vor allem recht flexiblen Herausrückbewegungen der einzelnen Spieler passten dabei relativ gut und waren sehr effektiv, sodass Bayern weiterhin kaum zu Chancen kam.

Fazit

Dass der Sieg für den BVB schlussendlich verdient ist, zeigt allein schon die Torschussstatistik, nach der die Bayern am Ende nur drei Torschüsse verzeichnen können, wohingegen der BVB auf 24 Versuche kommt. Der BVB zeigt sich bereits jetzt in einer beeindruckenden Frühform und überzeugt durch sein Spiel gegen den Ball sowie gutes Umschaltspiel in beide Richtungen. Bei den Bayern fehlt es noch an der Feinabstimmung und der Sauberkeit der gruppentaktischen Abläufe, wobei hierbei berücksichtigt werden muss, dass wichtige Spieler der Mannschaft noch fehlen.

flamencodiabolico 23. August 2014 um 03:47

Ich hab die ganze Zeit gedacht, den Bayern fehlt genau ein Spieler wie Toni Kroos…

Antworten

Torsten 21. August 2014 um 11:07

Hallo,

vielleicht hat jemand Zeit mir kurz eine Anfängerfrage zu beantworten oder einen Hinweis zu geben, wo ich die Antwort finden kann.
Ihr bezeichnet die Aufstellung von Dortmund als 4-3-1-2, Klopp hat in einer Pressekonferenz von einem 4-4-2 mit Raute gesprochen. Wo ist denn der Unterschied zu einem 4-3-3 (wie z.B. bei Real)? Das einzige was mir als eingefallen wäre ist, dass Hoffmann von etwas weiter hinten startet, aber am Schluß habe ich doch eine 4-3-3 Formation, oder?

Verwirrte Grüße,

Torsten

Antworten

RT 21. August 2014 um 11:34

Ich hatte das System zuerst auch als 4-4-2 mit Raute drin, womit ein anderer Autor aber nicht einverstanden war…zu wenig kryptisch 😉 daher hab ich es als 4-3-1-2 deklariert.
Generell ist der Unterschied zwischen 4-3-1-2 und 4-3-3, dass es im 4-3-3 einen zentralen Stürmer mit zwei Außenstürmer gibt und die Mittelfeldaufteilung in der Regel so ist, dass es einen Sechser und zwei Achter gibt. Im klassischen 4-3-3 haben die Außenstürmer dabei die Aufgabe dem Spiel Höhe und Breite zu geben.
Im 4-4-2 gibt’s hingegen zwei klare Stürmer und dahinter einen Zehner. Restliche Aufteilung im Mittelfeld ist gleich, aber es gibt ne andere Aufgabenverteilung.

Generell sollte man vllt. noch erwähnen, dass man zwischen Formation und System unterscheidet. Die bloße Grundordnung 4-3-3 ist die Formation, wie man diese Grundordnung aber interpretiert (d.h. welcher Spieler hat welche Aufgaben, läuft wohin, etc.), das ist das eigentliche System. Drum mach ich’s am Anfang von Artikeln so, dass ich kurz die Formation nenne, von der ausgehend ich dann das System beschreibe. Da verschwimmt dann vieles auch…

Ich denk da wird dann auch der Unterschied klar. Es gab sicher auch 4-3-3-Stellungen im Super-Cup, aber die sind dadurch entstanden, dass aus der Grundordnung 4-3-1-2 verschoben wurde, und nicht andersherum.

Antworten

RM 21. August 2014 um 11:59

4-3-1-2 und Raute sind doch genau das Gleiche. 4-4-2-Raute ist die Anordnung, die Klopp wohl meint, 4-3-3-Raute ist die Rollenverteilung, die man darin hatte.

Antworten

Torsten 21. August 2014 um 14:59

Vielen Dank für Eure Antworten, d.h. wenn die Immobilie und Aubemeang eher den 16er besetzen ist es 4-3-1-2 und wenn sie eher an der Eckfahne zu finden sind und damit Aussenstürmerrollen haben, habe ich ein 4-3-3?

Antworten

Torsten 21. August 2014 um 15:00

Es sollte heißen: … wenn die Stürmer, Immobile und …..

Antworten

fs984 20. August 2014 um 23:45

Da Rafinha verletzt ist und Lahm eher zentral spielt, vermute ich, dass Guardiola am Freitag auch mit einer Dreierkette beginnt. Vielleicht kann jemand die positiv Aspekte der Dreierkette gegenüber einer Viererkette einmal deutlich hervorheben. Sollte Wolfsburg mit einem 442 Abwehrriegel antworten. Welche Vorteile, welche Räume werden für die Bayern bespielbar sein, wenn sie 361 spielen.

Antworten

Koom 21. August 2014 um 13:30

Wenn ichs richtig verstanden habe:
Dreierkette ist defensiv gut, weil 1 Mann mehr im zentralen Bereich vorhanden ist. Dadurch können variabel Spieler aus der Dreier/Fünferkette rausrücken, ohne dabei die Abwehr zu entblößen (man gewinnt einen verkappten Libero).
Im Spielaufbau ist sie eigentlich auch recht gut, weil man sehr viel Breite gewinnt und die Aussenverteidiger können potentiell weiter aufrücken, werden von den jeweiligen Halbverteidigern abgesichert. In der Bundesliga hat man bspw. bei Mainz 05 oft gesehen, wie die beiden IVs extrem weit nach außen rückten und sich ein DM als dann zentraler IV positioniert hat. Dadurch hat man mehr Spieler vor dem Ball ohne Defensiv sich komplett zu entblößen. Bei der Dreierkette kippt nur eben (seltener) ein DM nach hinten ab, weil der Spieler dort fix vorhanden ist.

Wie jedes System lebt es aber von den Spielern und ihrer Interpretation. Aktuell scheint das 3-6-1 beim FCB noch nicht zu sitzen und individuell ist man „nur“ gut. Es ist was anderes, ob ein Martinez als zentraler IV einen Lahm und Schweinsteiger vor sich hat, die ihrerseits einen Thiago, Ribery und Robben bedienen können. Boateng und Dante ließen sich von Dortmund sehr gut pressen, die DMs Gaudino und Rode wurden gut abgeschnitten. Im Grunde kann man sehr vieles vom Supercup-Spiel schon darauf zurückführen.

Antworten

HW 21. August 2014 um 15:03

Wenn ich nur zwei Formationen gegenüberstellen, dann kann ich die Räume in denen eine Formation in über- oder unterzahl ist identifizieren.

4-4-2 vs. 3-5-2 bedeutet z. B. zwei Stürmer gegen drei Verteidiger (Vorteil 3er-Kette) aber auch zwei Flügelspieler gegen einen Flügelspieler (Vorteil von zwei 4er-Ketten) usw. Das 3-5-2 hat also mehr Spieler im Zentrum als ein 4-4-2.

Wenn ich nun 4-2-3-1 vs. 3-5-2 betrachte. Sehe ich schon fast eine Verschwendung bei der 3er-Kette. Entweder spielt man hinten 3 vs. 1 oder man läuft Gefahr die Abwehr in die Breite zu ziehen (3 mal 1 vs. 1) um die Gegnerischen Flügelspieler mit abzudecken. Mit einer 3er-Kette ist es also wichtig richtig zu verschieben. Die einzelnen Spieler müssen richtig bewerten wann sie auf den Flügel oder ins Mittelfeld rücken können (oder vom Mittelfeld in die Abwehr rückken müssen) ohne große Löcher entstehen zu lassen.

Das 4-2-3-1 hat sich Anfang des Jahrtausends vor allem wegen der Überzahl im Mittelfeldzentrum (3 vs. 2 gegen ein 4-4-2) durchgesetzt. Aber ein weiterer Vorteil war, dass die damals gespielten 3er-Ketten schwer die richtige Zuordnung gegen den einzelnen Stürmer, der vom Spielmacher und zwei klassischen Flügelspieler unterstützt wurde, finden konnten. Oft wurden die 3er-Ketten zu sehr defensiven 5er-Ketten. Valencia hat mit dem 4-2-3-1 gegen Marseille (mit 3er-Kette, zumindest bis zur Pause/zum Platzverweis) den UEFA Cup gewonnen. Zwar kein besonders spannendes Spiel, aber wenn ich mich richtig erinnere ein Beispiel für die Probleme, die eine 3er-Kette bekommen kann. (Es gibt nen alten Blogeintrag bei Spox zu dem Spiel).

Bayern wird mit dem Ballbesitzfokus natürlich immer etwas besonderes und schwer vergleichbares sein. Dabei würde ich die Formation nicht als 3-6-1 bezeichnen. Es gibt dort eine klare Teilung zwischen defensiven und offensiven Kräften, so dass 3-4-2-1 sicher besser passt (oder 3-4-3).

Antworten

RM 21. August 2014 um 16:22

Naja, Pep und Perarnau bezeichnen die Formation selbst aber als 3-6-1.

Antworten

HW 21. August 2014 um 17:07

Können sie gerne machen.

Antworten

bsg 22. August 2014 um 20:32

3-6-1 oder 3-4-3, telefonnummern hin oder her, sehe ich das richtig, dass in beiden die Flügelstürmer vom klassischen Höhe und Breite geben mehr oder minder befreit sind, weil das die MF/WB besorgen? Das klingt für mich nach einer Befreiung für Götze als Flügelstürmer. So kann er doch mehr in den zentralen Räumen hermunadeln oder?
Und als zweites vereinfacht oder erschwert sich dadurch der Angriffs-/Aufbaukreisel? Für mich macht gerade beides Sinn. einerseits erleichtert, durch flexiblere Winger andererseits erschwert, weil das letzte (Verteidiger-)Band ja nicht mit rotiert?? Ich bin einfach viel zu unbeschlagen in Aufgabenverteilung usw.

Dank im Voraus für alle Antworten, die da kommen.

Antworten

HW 23. August 2014 um 09:18

Ist schon richtig, dass die Angreifer rotieren und kein starres Positionsspiel verfolgen.
Wenn man aber von der Bezeichnung eines 6er Mittelfeldspieler ausgeht, dann bietet dies eine große Flexibilität, verschiedenste Staffelungen usw.
Man kann 3-3 (also Wingbacks + 1 DM und davor drei offensive Mittelfeldspieler), oder eine Doppel sechs mit noch offensiveren Wingbacks aufbieten ohne das Personal austauschen zu müssen. Dadurch verändert sich die Mannschaftsbalance aber völlig und kann dem Gegner angepasst werden.

Antworten

Vanye 25. August 2014 um 02:16

Also irgendwie sehe ich die Vorteile des 3-4-2-1 für Ballbesitzmannschaften noch nicht. Bei der WM haben das System, meiner Meinung nach, auch eher reaktive Teams, wie Costa Rica und Holland gespielt.
Manchester (gegen Swansea) und auch die Bayern (gegen Dortmund) hatten jetzt beide Probleme mit dem Spielaufbau über die 6er gegen ein klassisches 4-4-2 Pressing, was ja auch viele Mannschaften nutzen, wenn sie 4-2-3-1 spielen. Es scheint für mich, dass die ähnlichen Probleme entstehen, wie beim zwischen die Innenverteidiger fallender 6er. Ich gewinne eine zusätzliche Anspielstation in der Verteidigung und verliere eine Anspielstation im Zentrum (im 3-4-2-1 auf der Zehn, bei zurückfallendem 6er eben denselben). Das heisst, ich habe keine Überzahl im Zentrum, sondern kreiere eine Überzahl in der Abwehr, was zwar der Ballsicherheit hilft, aber wenig dem Spielaufbau.
Ich glaube auch nicht, dass zwei Stürmer einen Nachteil gegenüber drei Verteidigern haben. Mit dem Deckungsschatten kann man immer 1-2 Spieler zusätzlich aus dem Spiel nehmen, so dass Gleichzahl entsteht.
Was sehe ich da falsch?

Noch ein kurzes Statement zum neuen Design:
Nach dem ersten Schock, den jede Änderung des altgewohnten mitbringt, finde ich es gut. Insbesondere die Lesbarkeit auf meinem Kindle hat sich extrem verbessert. Ich hätte allderings einen Wunsch, nämlich, dass ihr es trotzdem noch irgendwo ermöglicht, die Beiträge in chronoligischer Ordnung zu sehen. Wenn man mal ein paar Tage nicht liest und mehr als vier Beiträge geschrieben wurden, muss man sich ansonsten mühsam in jeder Kategorie heraussuchen, welche Artikel geschrieben wurden und manche, wie der über das Guardiolabuch würde man wahrscheinlich gar nicht mehr finden, da sie nicht in die Standardkategorien fallen.

Antworten

HW 25. August 2014 um 08:36

Zunächst muss man die Formation vom System trennen. Ja, 3er/5er-Ketten sind auch ein Merkmal von defensiven oder „reaktiven“ Teams.
Die tatsächliche Ausrichtung des Systems hängt aber nicht von der Formation, sondern von den Fähigkeiten der Spieler und deren Einstellung ab.

Auch eine 4er Kette sagt ja nichts über die Ausrichtung einer Formation aus.

Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass die Spieleröffnung mittlerweile standardmäßig durch die Innenverteidiger erfolgt. Zwei Innenverteidiger müssen, wenn sie unter Druck gesetzt werden, viel verschieben, um den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Drei Spieler bieten andere Winkel um den Ball in die zweite Zone zu bringen. Die Spieler können sich mit weniger Laufarbeit flexibler positionieren. Die (ehem.) Außenverteidiger sind bereits in der Spieleröffnung recht gut abgesichert, ohne, dass andere Mannschaftsteile ihre Positionen verlassen müssen.
Die Überzahl im Mittelfeld war im 4-2-3-1 durch den 10er und einrückenden Flügelspieler gegeben. Jetzt hängt sie von der Offensivreihe ab (daher die Frage ob das ein 6er oder 4er Mittelfeld ist). Wenn die offensiven Halbspieler, sich in zentrale oder Halbräume fallen lassen, dann hat man im Zentrum 4 anstatt 3 Spieler vor der 3er-Kette.
Betrachten wir nur die zentralen Mittelfeldspieler, haben wir mehr als ein Dreieck. Und man hat drei Verteidiger die dieses Zentrum bedienen können.

Nachteil ist, dass der Gegner zwei freie Außenverteidiger hat, wenn man die Mitte überlädt. Nur werden die wenigsten Teams ihre Außenverteidiger im gegnerischen Spielaufbau extrem aufrücken lassen. Sicher müssen sie nach schieben, wenn die Flügel vor ihnen ins Pressing gehen. Sie lassen dabei aber große Räumre hinter sich offen, die entweder durch defensiver Mittelfeldspieler oder durch Innenverteidiger abgedeckt werden müssen.

Jeder Formation hat ihre Vorteile. Wichtig ist es, die richtigen Spieler zu haben. Systeme mit Wingbacks können über die Flügel anfällig sein. Bayern verfolgt immer das Ziel die Spiele mit dem Ball zu kontrollieren und ist mit den 3er/5er-Ketten der WM (Extremfall: Nordkorea 2010) nicht vergleichbar. Die Bayern suchen die Ballzirkulation und Anspielstationen, nicht eine möglichst stabile 5er-Kette.

PS
Zum neuen Design. Die Übersicht auf der Startseite ist gewöhnungsbedürftig, das Eingabefeld für Kommentare ist mit zwei Zeilen etwas klein. Aber das Bediengefühl ist gut und flott.

Antworten

HW 25. August 2014 um 08:53

Oder kurz gesagt. Bayern gibt im Aufbau ein paar Räume im letzten Drittel auf, was aber vertretbar ist, weil sie sich mit dem Ball über das Feld bewegen. Überzahl in ballnähe, nicht nur horizontal sondern auch vertikal.

Antworten

Vanye 26. August 2014 um 12:33

Okay, scheint also, dass Dortmund nicht gerade der beste Gegner war, da die mit der Raute, mit vier Spielern im Zentrum und den offensiven Außenverteidigern relativ gut auf das neue System eingestellt sind.
Wenn ich es mir mal aufmale, scheint es auch so, dass das übliche, den Ball auf die Flügel umlenken beim Pressing, hier nicht so wirkt, da dort mehr Anspielstationen defensiv vorhanden sind, aber auch offensive und defensive Anspielstationen im Zentrum vom Flügel aus möglich sind, aufgrund der anderen Winkel, die du genannt hast.
Alles in allem schafft es also mehr Zuordnungsprobleme, insbesondere für Mannorientierungen, weil die Spieler offensiv zwischen Halbraum und außen pendeln und die Defensivüberzahl es für den Gegner riskant macht, mannorientiert zu pressen, weil man sonst zu viele Räume hinten läßt bzw. wenn man es nicht tut, das Pressing wirkungslos ist.

By the way, das mit den IVs gegen Stümer meinte ich eigentlich im Pressing. Zwei Stürmer sollten in der Lage sein, drei IVs zu pressen, ohne zuviel Probleme zu haben unter Nutzung des Deckunsschattens..

Antworten

blub 26. August 2014 um 15:38

Jein. zu zweit gegen 3 stürmer pressen funktioneirt nicht so gut, weil irgendwer dann immer nen vertikalen passweg offen hat und das will man eigentlich nicht.

das abkippen(und die folgende 3 erkette im aufbau) wurde ja entwickelt um gegen 442 pressing stabil aufbauen zu können, eben wegen der überzahl in letzter linie.

In der theorie geht das zwar, aber dafür sind die abstände doch zu groß um zuverlässig druck zu machen, außerdem funktioniert das abtrennen gegen Teams mit neuer im Tor noch schlechter als ohnehin.

HW 27. August 2014 um 10:20

Das mit den IVs im Pressing dachte ich mir schon. Aber auch hier ist das situationsabhängig. Natürlich hat man mit einem Spieler mehr immer mehr Optionen oder mehr Zeit für Aktionen. Andererseits müssen viele Stürmer gegen eine 4er-Kette zusätzlich Passwegen vom IV zum AV abdecken o.ä. daher ist dieser pauschale Vergleich immer schwierig.

Der BVB hat im Moment ein ganz gutes System gegen die Bayern, gegen Leverkusen dagegen nicht. Schaut man sich die Formation der Rheinländer an, dann hat man vorne eine Pressinglinie, dann fast nichts und dazu wenig Präsenz auf den Flügeln. Der BVB hätte mit seinem früheren 4-2-3-1 glaube ich besser ausgesehen. Dazu kommt, dass Miky als Halbspieler in der Raute nicht optimal aufgestellt ist. Ich denke Dortmund hätte es ganz gut getan einen Stürmer für einen Mittelfeldspieler zu opfern und Reus vor zu ziehen. Der zusätzliche Mittelfeldspieler hätte Miky mehr Freiheiten gegeben und der BVB hätte zumindest situativ mehr Breite ins Mittelfeld bringen können. (Das ist nur ein Papieranalyse.)

HW 25. August 2014 um 09:33

Bzgl. der Überzahl gegen zwei Stürmer (im Vergleich zu 2 IVs).
Das ist extrem situationsabhängig. Zwei gegen zwei in einer Kontersituation ist was ganz anderes als drei gegen zwei. Deckungschatten lassen sich gerade als Innenverteidiger nicht immer effektiv nutzen. Man darf die Abwehrarbeit nicht nur als Manndeckung verstehen. Die Verteidiger müssen Räume und Gegenspieler abdecken. Mit einem zusätzlichen Spieler kann ich also Räume absichern oder die Räume pro Spieler verkleinern. Das vereinfacht dann das Spiel gegen den Mann oder das Übergeben von Gegenspielern.
In der zwei gegen zwei Situation fehlt entweder die Absicherung, oder der ballferne Verteidiger muss für den ballnahen absichern und gleichzeitig den zweiten Angreifer decken (direkt oder im Schatten). Es kann aber zu Situationen kommen in denen die Erfüllung der einen Aufgabe die andere unmöglich macht. Wie gesagt, das ist extrem abhängig von der Situation.

Antworten

Dr. Acula 20. August 2014 um 21:27

Toll geschriebener Artikel, der anspricht! Inhaltlich kann ich dazu nichts sagen, weil ich leider (!!) zu dem Zeitpunkt des Spiels verhindert war.. Bin allerdings sehr gespannt, wie Bayerns Taktik & Strategie (dank SV kenn ich nun den Unterschied ;-)) aussieht, wenn alle wichtigen Spieler fit sind und der Martinez-Ersatz geholt wurde.. Finde es aus objektiver Sicht geil, dass ein Team den Bayern sportlich paroli bietet und Guardiola und die sportliche Führung immer wieder vor Herausforderungen stellt..
Grüße

Antworten

Martin01 20. August 2014 um 16:38

Gut finde ich, dass im Artikel gleich darauf aufmerksam gemacht wird, wie man gegen die neue Formation der Bayern spielen kann.
Der BVB hatte sich sehr gut darauf vorbereitet, das Ganze sieht aber sicherlich anders aus mit Ribery, Robben, Thiago und Schweinsteiger.
Das Pressing und Gegenpressing der Dortmunder, fand ich, war aber auch sehr laufintensiv. Das frühe Anlaufen der 3er-Kette und der 6er und das schnelle zurückziehen um defensive Kompaktheit herzustellen ist sehr aufwändig.

Antworten

HW 20. August 2014 um 19:33

Nun, was man im Pressing an Laufarbeit investiert, spart man sich in der Verteidigung weil die Bayern nicht ins Kombinationsspiel kommen. Außerdem ist der Weg zum Tor bei Ballgewinnen kurz. Bayern sollte grundsätzlich die gleiche Strategie verfolgen. Wenn das Pressing nach einer gewissen Zeit keinen Erfolg hat, zieht man sich in tiefere Positionen zurück.

Antworten

blub 20. August 2014 um 12:27

Long short story: 433-haftes pressing > dreierkette.

das völlig unerfahrene zweite band mit problemen bei der positionsfindeung war sicherlich auch ausschlaggebend dafür das bayern sich in der ersten halbzeit nicht durch bewegungen im zweiten band befreien konnte.

Antworten

AlexF 20. August 2014 um 12:21

Zwei Dinge sind mir noch aufgefallen.

Shaquiri war in dem Spiel eine Kombinationsbremse. Hatte viel zu lange Kontaktzeiten im letzten Drittel und hat dann noch häufig das Dribbling gesucht.

Bayern hat die Fähigkeit Lewandowskis den Ball zu halten nicht einbauen können, da Sokratis einen starken Job gemacht hat. Ich glaube aber, dass die Bayern dadurh langfristig noch eine Option mehr haben als in der letzten Saison.

Antworten

blub 20. August 2014 um 12:30

Shaquiri ist ganz klar ein spieler der die probleme nicht im Fuß hat sondern im kopf.

Antworten

Nisco 20. August 2014 um 12:13

Erstaunlich, man hat schon zur WM bemerkt, das die überall gesehene Formation 4-2-3-1 immer seltener zum Zuge kommt (3er Kette Bayern, Deutschland eher 4-3-3 usw.).

Dortmund hat klasse gespielt, immer gefährlich. Kann mir vorstellen das wir Sie mit der Formation auch in der Liga sehen mit dem Doppelsturm.

Ich glaube, zum Start der Liga werden wir die Bayern wieder im 4-1-4-1 sehen. So wirklich überzeugen konnte die 3er Kette recht selten (Pep versuchte die Formation ja schon gegen Ende der letzten Saison)

Antworten

a_me 20. August 2014 um 12:49

Im Pokalfinale wurde die 3-er-Kette aber gelobt, oder?

Antworten

Nisco 20. August 2014 um 13:08

Ich habe ja gesagt selten, nicht nie 😉

Ich persönlich war nie ein Fan der 3er Kette.

Antworten

Koom 20. August 2014 um 14:33

Pauschale Urteile über die Dreierkette sind schwer zu machen, eigentlich unmöglich. Hat ja verschiedene Ursachen. Guardiolas Dreierkette hat ja generell eher wenig mit den Dreierketten bei der WM zu tun, weil die FCB-Kette eher offensiverer Natur ist, weniger als regelmässige 5er-Kette angedacht ist.

Allgemein, aber auch zum Spiel:
Guardiolas Spielvarianten setzen Weltklassespieler voraus. Hat man diese, ist das Ballbesitzspiel nur schwer zu knacken. Fehlen diese, bzw. hat man „nur“ gute Spieler, die aber nicht das gewisse Etwas mitbringen (Robbens Speed, Thiagos Dribbling & Pässe, Schweinsteigers Pässe und Tordrang bspw.), dann entsteht keine Torgefahr aus dem Spiel heraus (gegen gleichwertige Gegner).

Klopps Spielweise hingegen kann auch mit schwächeren Spielern funktionieren. Es ist quasi weniger anfällig beim Einsatz von individuelle schwächeren Spielern, weil der Erfolg über Teamleistung erbracht wird. Da braucht es dann vielleicht auch mal 20 Versuche für ein Tor, aber es entsteht eigentlich immer was.

Das ist im übrigen nicht wertend gemeint, nur beschreibend.

Antworten

HW 20. August 2014 um 14:58

Ich finde es übrigends sehr positiv, dass Guardiola versucht Spielweisen umzusetzen, die nur mit herausragenden Spielern (selbst auf dem Niveau) möglich sind. Er wählt nicht Schema F und setzt auf die individuelle Überlegenheit, sondern fordert das Maximum vom Einzelnen um das beste Kollektiv zu formen. (Natürlich setzen auch andere Mannschaften auf’s Kollektiv.) Sein Kollektiv ist dabei nicht möglichst simpel Organisiert, sondern fordert Präzision und Geschwindigkeit vom Einzelnen in den Bereichen Technik und Intelligenz. Guardiola versucht damit kein Talent und keine Fähigkeit seiner Spieler brach liegen zu lassen. Er verschwendet damit möglichst wenig mit dem Ziel wirklich guten Fußball zu kreieren.

Antworten

HW 20. August 2014 um 13:56

Bayern will die Spiele dominieren und eine 3er Kette ist da ein gutes Mittel. Vor allem, wenn in der Abwehr Spieler stehen, die das Spiel eröffnen können (also defensive Mittelfeldspieler mit ein wenig kreativem Potential). Dann fällt Martinez aus und … hätte gedacht Badstuber wird eingewechselt. Mal sehen wie lange Badstuber noch braucht um auf Champions League Niveau zu kommen.

Bei Gegner auf dem Niveau vom BVB (also CL Niveau) sehe ich auch noch die Probleme für die Bayern. Wenn man nicht den Ball hat, dann kann die 3er-Kette sehr anfällig sein. Entweder wird man überrannt oder man steht plötzlich mit fünf Mann hinten drin und bekommt keine Kontrolle nach Ballgewinnen. Wichtig wird es also für Bayern das Pressing zu verbessern, die Abstände der Mannschaftsteile anzupassen und damit den Gegner unter Druck zu setzen. So wie Dortmund Bayern unter Druck setzen konnte, kann die neue Formation nicht funktionieren. Bayern war reaktiv in der Abwehr und Passiv vorne. Dabei müssen sie aktiv das Spiel gestalten, mit und ohne Ball.

Natürlich hat Bayern ein besseres Mittelfeld, als das hier aufgebotene. Das darf man nicht vergessen. Allerdings haben sie auch ein paar Verletzungssorgen (der BVB übrigends auch wieder/noch).

Antworten

HW 20. August 2014 um 14:06

PS
Bzgl. der Passivität im Angriff. Ich meine damit den verwaisten 10er Raum. Der muss entweder umspielt oder dynamisch besetzt werden. Bei zwei tiefen „6ern“ ist ein Loch im offensiven Zentrum. Bayern wurde nach außen gelenkt und war nicht kreativ. Selbst wenn sich Stürmer in dieses Loch fallen lassen, hat das eine andere Qualität als wenn dort Tiago oder Kroos aufrücken. Diese Lücke auf der 10 ist systemisch. Entweder löst man dies über die Formation (3-4-1-2, 3-1-4-2, Mittelfeldraute usw.) oder man nutzt Bewegung/Verschiebung mit den richtigen (!) Spielern.

Antworten

a_me 20. August 2014 um 12:00

Sehr interessant! Ich freue mich zu sehen, wie sich die 3-er-Abwehr der Bayern weiterentwickelt. Vermutlich wird das zentral/defensive Mittelfeld zum ersten Ligaspiel trotz Verletzungssorgen deutlich anders aussehen, als in diesem Spiel, oder?

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*