Algeriens aggressives 4-2-3-1

Algerien ist eines der Überraschungsmannschaften der Weltmeisterschaft. Nicht nur aufgrund ihres Status – auch taktisch und strategisch traten sie bisher unerwartet und mit unterschiedlichen Gesichtern auf.

Du wirst nur verarscht als Fußball-Analyst: Da kuckst du dir haufenweise Quali- und Testspiele von irgendeinem Underdog-WM-Teilnehmer an, für den sich eh kaum einer interessiert, schreibst dann mühsam eine Vorschau auf die Mannschaft – und am Ende stimmt das alles nicht mal, weil sich der Trainer mal kurz überlegt alles über den Haufen zu werfen! Nur ein außergewöhnlich tiefer Glücksgriff in die Rhetorik-Kiste erlaubt mir an dieser Stelle, meine Vorschau über die Algerier zu zitieren, ohne mich zu blamieren:

„Halilhodžić musste schon tief in die Trickkiste greifen, um mit seiner Auswahl über ihren Außenseiter-Status hinauszukommen.“

Hat er getan. Das sehr klare 4-3-3-System wurde schon im ersten Spiel über Bord geworfen. In einem 4-4-1-1 mit extremst tiefer Ausrichtung und konsequenten Mannorientierungen – immerhin ein beibehaltenes Element – ging man Belgien ganz schön auf die Nerven. So richtig was-zur-Hölle-ist-da-denn-los wurde es aber in der zweiten Partie.

Aggressiver Kombinations- und Gegenpressingfokus

Algerien vs Südkorea Offensiv

Algerien gegen Südkorea im Spielaufbau

In dieser Partie wurden die favorisierten Südkoreaner förmlich überrannt. Mit fünf Änderungen zum ersten Spiel trat die Mannschaft viel offensiver auf. Die rechte Außenverteidigerposition wurde mit Mandi offensiver besetzt und beide Flügel rückten im Spielaufbau weit auf – üblicherweise schob nur der Linksverteidiger vor. Die offensive Dreierreihe des 4-2-3-1 positionierte sich in der Folge überraschend eng und stellte gute Verbindungen her.

So überluden plötzlich zwei, drei, vier Spieler den Zehnerraum, der im 4-3-3 eigentlich eine tote Zone der Algerier war. Durch diese Grundstaffelung konnten sie bedeutend stärker kombinieren. Besonders Djabou, der viel diagonalen Zug einbrachte, und der quirlige Brahimi brachten Unordnung in den linken Halbraum. Feghouli rückte von rechts nach und konnte mit seinen technischen Fähigkeiten diese Dynamiken bespielen.

Diese Kombinationen wurden nicht in der gegnerischen Statik gespielt, sondern meist in Verbindung mit einer sehr aggressiven Vorwärtsbewegung. Durch diesen enorm zügigen Rhythmus wurden die geduldig raumorientiert agierenden Koreaner aus ihrer Spielweise gezwungen. Natürlich hatte der schnelle Vorwärtsgang auch Fehler und Ballverluste zur Folge, doch dann zahlte sich die enge Positionierung der Dreierreihe aus: Im defensiven Umschalten standen sie sehr kompakt und die Doppelsechs bekam guten Zugriff.

Die Bentaleb-Rolle

Besonders Tottenhams Nabil Bentaleb glänzte in diesen Szenen als nachstoßender Gegenpressing-Spieler mit hervorragender Antizipation und Entscheidungsfindung. Doch nicht nur sein Verhalten im Anschluss an die Ballverluste war hervorragend, er übernahm auch eine sehr wichtige Rolle in der Vorbereitung dieser Zugriffsaktionen.

So agierte sein defensiv ausgerichteter Nebenmann Medjani extrem statisch, wodurch er allerdings auch seinen Raum sicherte und im Umschalten schnellen Zugriff hatte. Diese statische Rolle hätte den Koreanern das Pressing sehr erleichtert – tat es auch in gewissem Rahmen -, doch Bentaleb gelang es sehr geschickt diese Statik auszugleichen und manchmal sogar auszunutzen.

Halblinks pendelte der 19-jährige vertikal und verhielt sich strategisch klug: Bei Bedarf fiel er eng vor oder zwischen die Innenverteidiger zurück und nahm Druck von diesen, verteilte die Bälle teilweise auch weiträumiger. Alternativ rückte er etwas weiter in eine vorgeschobene Achterposition auf. So band er die gegnerische Doppelsechs, schaffte Raum für Medjani und hatte noch direkteren Zugriff auf die Ballverluste im offensiven Mittelfeld.

Diese Pendelbewegungen waren nicht so effektiv wie es eine ausgewogen flexible Doppelsechs gewesen wäre, wie sie es bei Südkorea eigentlich gibt, aber Bentaleb leitete damit das algerische Aufbauspiel strategisch an und sorgte für Variabilität. Das war eine simple und funktionale Lösung, um die sehr klare Vertikalität des Systems etwas anpassungsfähiger und überraschender zu gestalten.

Das vertikale Element bleibt bestimmend

Passenderweise entstand dann das 1:0 nach einem langen Ball Medjanis, der das Leder zuvor von Bentaleb in hochgeschobener Position abgelegt bekam und dadurch im Sechserraum ohne Druck in die Spitze spielen konnte. Auch die anschließende Ecke zum 2:0 wurde durch eine herausragende Balleroberung von Bentaleb eingeleitet. Vor dem 3:0 band er Han durch sein Vorschieben und im Raum hinter dem südkoreanischen Sechser holte Slimani den zweiten Ball nach dem gezielten langen Ball von Halliche.

Die Beschreibung dieser Tore zeigt schon, dass der grundsätzliche Fokus des algerischen 4-3-3 auch im 4-2-3-1 weiterhin präsent ist: Das sehr direkte Spiel in die Spitze wurde immer wieder zielgerichtet zwischen den Kombinationsansätzen eingestreut, was ein guter Gegenpol war. Slimani und situativ auch Djabou gingen immer wieder steil. Das funktionierte gegen Südkorea sehr gut, da sich deren Abwehr (an dieser Stelle: siehe WM-Vorschau – hurra!) relativ leicht nach hinten drücken lässt. So konnten die langen Bälle besser im Zwischenlinienraum unter Kontrolle gebracht werden. Alternativ schufen die Läufe dort Raum für flache Kombinationsangriffe.

Aggressives 4-2-3-1 und passives 4-4-2-0 im Pressing

Schematisches Beispiel beim Verschieben des 4-2-3-1 auf den gegnerischen Rechtsverteidiger in der ersten Hälfte gegen Südkorea.

Schematisches Beispiel beim Verschieben des 4-2-3-1 auf den gegnerischen Rechtsverteidiger in der ersten Hälfte gegen Südkorea.

Auch gegen den Ball agierten die Algerier in der ersten Halbzeit gegen Südkorea ungewöhnlich intensiv und aggressiv. Sie spielten das 4-2-3-1 auch gegen den Ball meist als „echtes“ 4-2-3-1 (nicht wie gewohnt als 4-4-2- oder 4-4-1-1-Variante). Durch die Keilwirkung der hintereinander gestaffelten zentralen Angriffsspieler drückten sie den südkoreanischen Spielaufbau zur Seite und rückten dann mannorientiert hinterher.

Die Koreaner zeigten sich auch davon sehr überrascht und kamen vor allem in der Anfangsphase nie richtig in ihren eigentlich so starken Spielaufbau. Die beiden spielerischen Säulen Ki und Kim erreichten zwar trotzdem sehr hohe Passquoten, doch ihre Nebenleute – vor allem Hong – ließen sich unter dem gegnerischen Druck immer wieder zu überhasteten langen Bällen zwingen. Bezeichnenderweise spielte Torwart Jung im ersten Durchgang nur fünf Pässe.

Dennoch schalteten die Algerier im zweiten Durchgang zwei, drei Gänge zurück. Nun formierten sie sich meist in einem tiefen Block hinter der Mittellinie. Slimani und Brahimi blieben kompakt zur Mittelfeldlinie. Die Koreaner kamen nun viel besser ins Spiel und erzielten auch ein schnelles Tor. Vor allem Kim konnte jetzt immer wieder unbewacht aufrücken.

In der letzten halben Stunde schlugen die Koreaner aber zu viele lange Bälle, um konstant für Durchschlagskraft zu sorgen. Die gelegentlichen Manndeckungen von Medjani und den Flügelspielern rissen zwar Lücken, doch diese wurden von Bentaleb meist gut kontrolliert. Diese unkonstante Spontanität in der algerischen Defensivarbeit sorgte auch dafür, dass es Südkorea schwer fiel, sich in einen druckvollen Rhythmus zu spielen.

Das ganze strategische Spektrum

Taktisch bleibt Algerien auch nach der Systemumstellung eine recht klar strukturierte Mannschaft ohne all zu viele Überraschungen. Strategisch ist das 4-2-3-1 bisher jedoch ein Chamäleon sondergleichen. Von der megadefensiven Herangehensweise des ersten Spiels über das eher balancierte Spiel gegen Russland bis zur krass offensiven Spielweise in der ersten Halbzeit gegen Südkorea deckt Halilhodžićs Auswahl das ganze strategische Spektrum ab.

Gegen Deutschland dürften sie wieder recht defensiv beginnen, doch der konkrete Rhythmus dieses Spiels ist nicht so leicht zu prognostizieren und kann sich jederzeit radikal ändern. Eine Vorschau zur Partie hat TE für Mercedes Benz geschrieben.

air force 1 1. Juli 2014 um 14:06

1. Wie hätte es gestern nach 20 Minuten gegen BRA gestanden wenn diese wie gegen CHI losgelegt hätten ? Genau, MINDESTENS 0-2.

2. BITTE, BITTE schießt Jogi Löw + Urs Siegenthaler SOFORT in den Orbit- one way
ticket.
Die taktischen Fehler vom Spiel gegen ALG zu besprechen würde einen Roman füllen.
Ist dass das Ergebnis von 8 Jahren Arbeit von Löw mit der DFB Auswahl?

3. Mein Vorschlag: mit Neuer, Hummels, Schweinsteiger und Müller setzen sich die Keyplayer am nachmittag zusammen, entmachten Löw / Siegenthaler und bestimmen die Spieltaktik von nun ab selber- ja, dies ist 100 % ernst gemeint.

Wenn ein Team aufgrund falscher Spieltaktik nur 50-60 % ihres Potentials abruft, dann MUSS gehandelt werden. Mit Glück, viel Kampf und besonders durch die große Hilfe von Neuer und Schürrle haben wir uns gestern noch mal über die Ziellinie gerobbt.
Der HSV oder Nürnberg ( Bsp. ) spielen auch mit viel Kampf und Herzblut gegen die Bayern. Mit der notwendigen Konzentration werden sie dann aber meist deutlich in die Schranken verwiesen.

4. Das Ergebnis des Gesprächs sollte klar sein:
Spielsystem 4-2-3-1 ( defensiv immer wieder 4-4-2 )
Lahm als RV, Schweinsteiger / Khedira auf die Doppelsechs, Schürrle und Poldi ( alternativ Draxler ) auf die Außenbahn
Grundlegend defensive Ausrichtung ( Hummels wieder rein + Merte auf die Bank )
Durm rein da Valbuena sicher für Höwedes sehr schwer zu verteidigen ist. Die zweikampfschwachen Özil / Götze auf die Bank.
Im Verlaufe des Spiels immer mehr die Kontrolle darüber gewinnen. Im späteren Verlauf der 2. Hz. dann über die Kombi Schürrle / Müller das Spiel entscheiden.
Nach dem Führungstor dann wieder auf Kontertaktik umstellen.

Neuer
Lahm – Boa – Hummels– Durm
Schweinsteiger Khedira
Schürrle – Kroos – Poldi ( Draxler, Großkreutz )
Müller ( Klose )

5. Gratulation an ALG die mit Glaube, Kampf und langen Bällen alleine praktisch jede taktische Vorgabe von Löw / Siegenthaler in HZ. 1 zu Nichte gemacht haben.
Sie haben in 2013 bei der Afrikameisterschaft ein mageres Pünktchen geholt und sind in der Vorrunde ausgeschieden. NIG hingegen hat das Turnier gewonnen und hat gestern gegen FRA gezeigt dass sie über sehr viel spielerische Qualitäten verfügen.

6. Gott sei Dank verfügen wir über die Weltbeste falsche 1. Danke.

7. Wahrscheinlichkeit eines Rückflugs der DFB Elf nach dem Spiel gegen FRA liegt mMn bei etwa 85 %. Wird das Duo Löw / Siegnthaler entmachtet dann sehe ich die Chancen bei 50 %.
Man hätte Sammer schon vor Jahren als Chefcoach für Löw installieren sollen.

Guten Rückflug….. goldene Generation….

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Schnix 1. Juli 2014 um 14:10

ah c’mon!

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mk 1. Juli 2014 um 14:27

Ganz amüsant deinem Hirn beim Arbeiten zuzugucken. Könnte man einiges zu sagen, aber meine Bitte an alle: lieber nicht…

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jayjay05 1. Juli 2014 um 14:48

Oha, ich stelle es mir wirklich schlimm vor, eine WM schauen zu müssen, wenn man sich so in eine Idee verrannt hat wie du.
Wenn man dann sogar einen Tag nach einem Spiel noch wild mit kruden Zahlen um sich wirft, sollte man ggfs. über eine Fernsehpause nachdenken…;-)

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Gatling 1. Juli 2014 um 14:55

der Grundtenor stimmt aber,
am Freitag wird die Truppe an Frankreich scheitern…

hoffentlich zumindest…vielleicht hat ja dann der DFB endlich ein Einsehen und gibt Looser Löw und seinen Kumpanen den Laufpass.

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tomci 1. Juli 2014 um 15:20

@Airforce 2: Da ist es mal wieder das typisch herablassende Kompliment, das unbekannteren Gegnern gönnerisch gezollt wird : „Gratulation an ALG die mit Glaube, Kampf und langen Bällen alleine praktisch jede taktische Vorgabe von Löw / Siegenthaler in HZ. 1 zu Nichte gemacht haben.“

Algerien haben durchaus gepflegten Fußball geboten. Mit langen Bällen, ja, aber auf technisch hohem Niveau.. das genauso unerlässlich war wie „Glaube, Kampf und lange Bälle“
Du stellst es immer so dar, als wäre die Defensivmannschaft (Costa Rica, Griechenland, Uruguay,…) nur durch das quasi Wunderwirken der beherzt-einfach-gestrickten Spielweise TROTZ ihre völlig beschrenkten spielerischen Möglichkeiten siegreich.. Das ist nicht wahr und ein sehr zweischneidiges Kompliment!

Ich glaube außerdem, du schaust/spielst extrem wenig Fußball, wenn es für dich so eine erstaunliche Erkenntnis ist, das, ja, in der Tat auch mal „Glaube und Kampf (OHNE hirnlos lange Bälle“) Berge versetzen können. Und wenn du denkst, man wäre unter Löw und mit ein zwei genialen 10ern (Kroos+1?) dazu verurteilt, vorne Angsthasenfußball und hinten mit Sollbruchstellen zu agieren, täuscht du dich meiner Meinung nach auch oder siehst immer nur Löws Fresse und kaum seine Mannschaften. Ja, D ist in gewissen Positionen limitiert, vll. überfordert Löws Strategie da so manchen ganz gewaltig… Aber es ist immer soo einfach Niederlagen vorherzusagen. Der eingebaute Pessimismus schützt vor Enttäuschungen. Ich hoffe auf ganz große Fußballfeste und bin dann auch oft enttäuscht, aber man, das ist halt die einzige Rechtfertigung überhaupt mal Fußball zu gucken, außer man schaut rein aus Nationalismus oder um schön pöbeln zu können? ^^

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dns 1. Juli 2014 um 16:59

Vielen Dank für dieses köstliche Stück deutscher Komödien-Kunst.

“ Im späteren Verlauf der 2. Hz. dann über die Kombi Schürrle / Müller das Spiel entscheiden.“ Da wird ich noch Tage lang drüber lachen.
„Hey Mesut, geh weg da, der Trainer hat angeordnet, dass der Thomas und ich jetzt das Spiel entscheiden.“ Muahahahahaha!

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tomci 1. Juli 2014 um 17:13

xDDD ja, ich weiß was du meinst! Göttlich.. aber nen Punkt hat er ja schon, dass es offensiv schon hakt.. Dass wir vorne keinen Fußballgott sondern zur Zeit im Wortsinne einen Götzen haben ist leider klargeworden (unabhängig davon dass stattdessen auf Özil rumgehackt wird).. Wir sollten air force vielleicht doch mal den DFB beraten lassen.. unter der Vorraussetzung, dass er nicht nur einfach der Avatar von Olli Kahn ist ^^

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Max 1. Juli 2014 um 12:13

Das interessante am Mertesacker-Interview war doch, dass man – so scheint es – vom „schönen Spiel“ weg geht, hin zu „der Erfolg zählt“.
Das klang so, als wäre das allgemein das Motto des Teams. Sprich: es gibt eine Änderung in Löws Prioritäten.

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sappydharma 1. Juli 2014 um 14:28

Das Interview so kurz nach so einem intensiven Spiel war despektierlich und Mertesacker hat aus der Emotion heraus gesprochen und ich würde es nicht komplett überbewerten, wobei mir eher Khediras Aussage vor der WM „wir spielen keinen Spaßfussball“ mehr Sorgen bereitet hat, denn erstens hat Deutschland nie Harakiri sondern eher kontrollierten Offensivfussball gespielt und zweitens hört sich das sehr nach seinen Real-Trainern Mourinho und Ancelotti an. Ich denke aber nicht dass Löw Khediras Aussage 100% teilt und Mertes Aussage war vom ungeschickten Interviewer provoziert worden.

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Julio 1. Juli 2014 um 11:48

Ok, diese WM, entschuldige, ist genauso sch… wie 2010 und 2006 und… , ich bin latino, und die Abschneiden ist gut, aber ey!!, das ist sch… fußball. Taktisch man kann über jede Partie interessant reden, von 5. Liga bis Champions, dass ist Schone an Taktik. Aber doofe ist, bevor du redest musst du diese Mist ankucken.

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wombat 1. Juli 2014 um 12:44

🙂 auf den punkt gebracht – und das als nicht-muttersprachler. hut ab!

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grasnarbe 1. Juli 2014 um 13:11

Wenn du Spiele sehen willst, Julio, in denen eine Mannschaft Zauberfußball spielt und eine andere dominiert, musst du die Testspiele eines 5.Ligisten gegen einen Champion´s League-Verein anschauen. Und wenn du ganz allgemein Spiele sehen willst, bei denen zwei Mannschaften super eingespielt ein Spektakel liefern, musst du ganz allgemein Vereinsfußball kucken.

Das ist hier ein Taktikforum, und uns macht es Spaß, über Taktik zu sprechen. Dir nicht? Dann komm nicht hierher.

!Qué lo pases bien!

Antworten

Julio 1. Juli 2014 um 13:18

Ey! Versteh nicht falsch, ich bin große Fan von Taktik und liebe diese Seite, aber ey, wenn mehr Spaß macht Bericht zu lesen als Spiel zu kucken, dann ist einfach Mist! Dann ich geh lieber in Stadion 5. Liga und les am nächsten Tag hier.

Antworten

tomci 1. Juli 2014 um 14:25

Tja, ist natürlich brisant hier Taktik zu relativieren.. Aber ich glaube da Arsene Wenger, der selber öfters gesagt hat, dass Physis, Mentale Stärke und v.a. große Momente großer Spieler wichtiger sind als Taktik. Die Selbstdarstellung als „Special one“ und Schuldübernahme für verlorene Spiele etc. von Mourinho sind da natürlich wie alles, was von ihm kommt viel unterhaltsamer.. Aber ich glaube halt, dass die Wahrheit etwas langweiliger, und zugleich komplexer (!!), ist als es die schönsten Taktik-Poetologen sich im Nachhinein in Sprache und Schaubildchen gießen. Bleibt trotzdem meine Passion hier zu diskutieren =)

Antworten

Julio 1. Juli 2014 um 14:33

Oh sch…! Ich wollte nicht troll sein! War nur getäuscht von WM!!

Antworten

grasnarbe 1. Juli 2014 um 14:59

Du, und paar andere U-Boot-Fußballfans, die natürlich wie jede 2 Jahre nur bei einem Turnier aus den Löchern gekrochen kommen, scheinst es nicht zu kapieren: Scroll nach ganz oben. Sieh dir das Seitenlogo an. Was siehst du? Richtig: „Spielverlagerung. Wo die Taktiktafel zum Leben erwacht“. Stell dir vor, auf einer Gesundheitsseite gibt es ein Ernährungssubforum. Stell dir weiter vor, du postest ständig in dem Ernährungsforum und laberst andere voll, wie wichtig doch Ausdauertraining ist, und dass Ausdauer als Komponente von Gesundheit wichtig sei (was keiner bestreitet, wie auch hier jeder weiß, dass es andere Faktoren außer Taktik.) Siehst du nun, wie bescheuert das ist?

Na also. Ändere deinen Fokus oder halt dich von SV fern und besuche doch ein anderes Forum, bei dem man alle Komponenten so bespricht, wie es dir am Herzen liegt – gibt sehr viele, die eher deinen Fokus haben.

Antworten

grasnarbe 1. Juli 2014 um 15:12

[Post „Du, und paar andere…“ ist gerichtet an tomci, nicht an Julio.]

tomci 1. Juli 2014 um 16:33

grasnarbe, ja, ich gebe zu, dass es vergeudete Mühe ist, aber nur weil Leute wie du die Grenzbereiche niemals sehen werden, in denen auch mentale Aspekte mit hineinspielen und (eben nur!) teilweise auch mit einkalkuliert werden müssen in Taktik. Eine algerische, , chilenische, costaricanische, mexikanische Mannschaft hätte sich vor den Achtelfinals beispielsweise meiner Meinung nach intensiv damit beschäftigen müssen, welche Taktik die richtige ist um auf eine Führung und das daraufhin unvermeidliche Muffensausen zu reagieren. Die reine Defensive Chiles war da offensichtlich ein Misgriff

wombat 1. Juli 2014 um 13:36

@grasnarbe
ruhig, brauner!
natürlich ist dies eine taktikseite.
ich komme aus einer anderen sportart ( schwimmen)
aber ich brauche auch nicht über die renneinteilung eines schwimmers über 400 lagen zu reden, wenn am start die badehose reißt, im wasser die brille verrutscht und er auf der 2ten bahn wasser schluckt.

will sagen: ich habe selten solche mängel bei grundfertigkeiten, die den fußball ausmachen, gesehen, wie in der letzten woche bei der deutschen mannschaft.
wenn ein spielzug nach 3 bis 4 stationen im mittelfeld wieder beendet ist, und das nicht etwa, weil der gegner ein erfolgreicher fallensteller ist, sondern aus gründen, die ich nicht kenne, wird die ausschließliche taktische betrachtung die partie kaum erklären können.
neuer als keepero war bestimmt auch nicht so vorgesehen.

Antworten

grasnarbe 1. Juli 2014 um 15:11

1) Doch, jeder Blinde sieht, wenn Müller ein Ball verspringt. Zur Diskussion dessen wurde diese Seite nicht ins Leben gerufen.

2) Du argumentierst ein Strohmann-Argument, denn die Leistung der Mannschaft, wenn auch nicht gut, war schlicht nicht passend für dein Schwimmerbeispiel. Deine Einschätzung ist völlig subjektiv und entbehrt jeder objektiven Grundlage:
Schau dir ohne Rethy-Ton das Spiel nochmal an und führ dir die Statistiken zu Gemüte, zB in aller Kürze hier: http://www.sueddeutsche.de/sport/deutsche-nationalelf-bei-der-fussball-wm-konfuser-auftritt-im-siesta-modus-1.2025292 Absoluter Vorteil auf Seiten Deutschlands in allen Belangen. Hohe Passsicherheit (wenn auch nicht so EXTREM hoch wie in den Spielen zuvor), mehr Torschüsse, mehr gewonnene Zeikämpfe, mehr Laufkilometer. Übrigens durch das gesamte Turnier GER in allen wichtigen Kategorien oben mit dabei, nachzulesen zB hier: http://www.fifa.com/worldcup/statistics/teams/shots.html
Und natürlich weiß jeder, dass eine sehr hohe Abwehrlinie und langsame IVs nur mit einem Mann wie Neuer funktioniert. Hör dir die Interviews mit Köpke an, der ganz klar damit gerechnet, ja sogar damit trainiert hat.

Antworten

jstfrfn 1. Juli 2014 um 16:21

Danke, für deine deutlichen Worte! Ich sehe es ähnlich.

Natürlich gewinnen Statistiken keine Spiele. Aber dieser „Deutschland spielt so schlecht“-Modus geht davon aus, dass alle anderen Mannschaften Luschen sind. So auch der Medientenor vor dem Spiel. (SV war da eine Ausnahme.) Und dann fragt man sich immer: Warum gewinnen wir gegen diese Luschen nicht?

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wombat 1. Juli 2014 um 17:19

@grasnarbe
danke für die antwort. die statistiken kenne ich.
natürlich ist mein eindruck subjektiv. ich weiß aber auch, wie man statistiken flexibel erstellen kann, je nach zu beweisendem.
das torwartspiel von neuer war sehr modern, keine frage
glaube aber nicht, dass man sich als trainer

ex post interviews höre ich mir nicht so gern an, weil sie allesamt von hrn. dr. schönfärber verfasst wurden, oder von jemandem, der es schon immer besser gewusst hat – je nachdem.

bei manchen szenen hat es mir die zehennägel aufgedreht – auch anderen, die nicht sportartfremd sind.

ich empfinde die rein taktisch betrachtungsweise etwas monomanisch.

den mannschaftssport sehe ich als pyramide.
grundlegende athletische fähigkeiten
spezielle sportartspezifische fähigkeiten
individualtaktische fähigkeiten
gruppentaktische fähigkeiten
matchplan

wenn auf einer niedrigeren ebene schon deutliche defizite vorhanden sind ( empfand ich so), ergibt es wenig sinn, über die höheren ebenen zu reden.

Antworten

vanGaalsNase 1. Juli 2014 um 17:31

Die einzelnen Aspekte von Athletik, Mentalität, Technik und Taktik funktionieren eben nicht wie eine Pyramide, sondern bedingen sich gegenseitig. Und man kann den Spielern doch nicht die Grundfähigkeiten absprechen, nur weil sie 25min lang Probleme zeigten. So ganz ohne technisch-taktische Fähigkeiten erreicht man keinen CL-Titel.

tomci 1. Juli 2014 um 17:41

In der Pyramiden-Liste fehlt auch etwa die mentale Fähigkeit aufkommende Nervosität zu verarbeiten, ohne die Möglichkeit wie beim Schwimmen zu haben, einfach ganz in der körperlichen Verausgabung aufzugehen.
Die Kicker müssen nämlich zugleich strukturelle Veränderungen wahrnehmen und trotzdem die nötige Gelassenheit zur Durchführung von Routine-Täuschmanöver behalten.. Das gelingt eher bei klaren, verständlichen „matchplan“ und bei Spielern, die ausgewählt wurden aufgrund ihrer Beherrschung der Rolle in dieser Strategie und der Routine zu entscheiden, wann es intelligent wäre die Strategie auch mal zu verwerfen.

grasnarbe 1. Juli 2014 um 18:07

Ums nochmal klar zu sagen, weils anscheinend in einige Köpfe (besonders der „WM-Frischlinge“) nicht rein geht: JEDEM der Autoren und langjährigen Lesern ist klar, welche Komponenten das Ergebnis beeinflussen (du hast übrigens Zufall/Glück vergessen, das beim Fußball – im Gegensatz zb zum Basketball, einer Sportart mit seltenen spielentscheidenden Ereignissen, sprich Tore, sehr, sehr wichtig ist. Eine Mannschaft kann besser spielen und sogar verlieren. Oder „nur“ 2:1 in der Verlängerung gewinnen).
ABER: Das ist eine Seite, die sich explizit um die Taktik kümmert. Wer über gelbe Karten, den dummen Nivea-Jogi, Hymnenverweigerer und deutsche Tugenden wie Kampf diskutieren möchte – gerne. Gibt viele Foren, die da eine Fläche bieten.
Und das Argument „Statistik kann gefälscht sein“ siehst du hoffentlich jetzt selbst als lächerlich an. Hock dich nächstes mal selbst vor dem Fernseher und mach Strichlisten, wenn du den professionellen nicht glaubst.

tomci 1. Juli 2014 um 18:17

Ich finde sowohl die Leute die (hier auf nem Taktikblog!!) die Taktik immer wieder kleinreden wollen, als auch die, die die Taktik komplett abspalten wollen und alles nicht porentiefrein Taktische am liebsten gedanklich und auf diesem Forum eliminieren wollen als total vereinfachend und dumm =) Taktik (mentales Konstrukt) BASIERT auf der Realität (=physisch und mentales Konstrukt) sowie auf der Reaktion auf andere (gegnerische, historische) Taktiken, wenn sie erfolgreich sein will.. Knoten im Kopf?

wombat 2. Juli 2014 um 07:57

antworte ich mir selber nochmal:

erstmal danke für die antworten.

zu den statistiken: ich habe nicht von fälschen, sondern von aspekten reden wollen, auf die man sein augenmerk richtet.
wenn man es geschickt anstellt, kann man mit den gleichen rohdaten a und das gegenteil beweisen, ohne dass sofort klar ist, wo der fehler in der argumentation liegt. selbst gemacht!

dass es der vergleich mit einer maslow’schen pyramide hinkt ist klar.

habe nach der schwimmerei noch wasserball gespielt und war nachhher als trainer tätig.

wenn schwimmerische, konditionelle oder technische defizite bei der ballverarbeitung da waren, brachte die ausgetüfteltste taktik nichts.

wir hatten das problem, dass die besten spielten und auf der bank die notnägel saßen, ich also wenig möglichkeiten hatte, mit einem wechsel bei mangelnder tagesform etwas zu bewirken.

in einem kader mit 23 mann schaut das jedoch anders aus.

dns 1. Juli 2014 um 17:12

„neuer als keepero war bestimmt auch nicht so vorgesehen.“
Das wage ich zu bezweifeln. Bei Bayern spielt er das auch ungefähr so. In diesem Spiel war es halt echt oft vorgekommen, aber das war ganz sicher Teil der Idee. Schließlich ist das eine seiner großen Stärken, die sonst kaum einer hat und für die algerischen Stürmer war es sicher eine Überraschung, dass ihnen der Ball abgegrätscht wird, wo eigentlich kein Gegenspieler mehr sein dürfte.

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Pixote 1. Juli 2014 um 14:28

Wieso ist sie für dich schlecht? Viele Chancen, viele Tore, viele Überraschungen. Was ist daran nicht unterhaltsam?

Antworten

jayjay05 1. Juli 2014 um 14:58

Aber welche WM war denn besser? 2002? 1996? Wenn ja, warum?
Auch dieses Jahr sehen wir doch einige unglaublich intensive und technisch auf hohem Niveau geführte Partien. Alleine Chile gegen Brasilien, Kolumbien gegen Uruguay oder Niederlande gegen Mexiko waren doch nervenaufreibende und sehr schön anzusehende Spiele, die mir persönlich sehr viel Spaß bereitet haben…

Antworten

Julio 1. Juli 2014 um 15:08

Ok, letzte Kommentar von mir und sorry!! Ich finde gibts kaum gute Spielzuge. Ist vielleicht Folge von Pressing, aber ich mag Spielzuge von hinte bis vorne, ok Ball in letzte Drittel kriegen und pim pam is auch gut, aber Chile gegen Brasil hat so auch nur zweimal was gemacht so (Tor Alexis und geile Pass von Arturo). Und so sin fast alle Spiele. Du denkst dir, boah, no se que, deutscheland hat so geile Spieler, mussen kombinieren, und dann spielen so! Dafur brauch ich nicht so geile Spieler. Ok? Is wie Mou-Teams. Galacticos die spielen wie 11 mal ALF.

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leser 2. Juli 2014 um 13:57

Danke, Julio, für die erfrischende Sicht auf die WM. Tatsächlich kann man spielerisch mehr erwarten. Aber die FIFA hat ja augenscheinlich ein Interesse an vielen Overtimes. Mehr Sendezeit, mehr Werbeblöcke usw. Und auch wenn man kein Verschwörungstheoretiker ist, ist eines klar: kaum eine Mannschaft hat den Mut, ein Spiel auch mal prachtvoll zu verlieren.

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Gatling 1. Juli 2014 um 11:45

Juhu! Endlich geht’s gegen Frankreich!

Wenn wir sie schlagen – in der Tat egal wie – räume ich ihnen Titelchancen ein.

Wenn nicht muss Looser Löw hoffentlich abtreten. Dann muss endlich mal ein Titel-Trainer her – also Klopp, Heynckes oder Hitzfeld. Die ersten beiden stehen ja leider nicht zur Verfügung, daher hoffe ich auf Hitzfeld. Mit seinen 65 Jahren könnte er durchaus noch 6 Jahre die N11 führen.

Antworten

sappydharma 1. Juli 2014 um 14:35

Dann lieber gleich ein Revival von Rudi Völler. Hitzfeld ist als Trainer über seinem Zenit und es ist auch für die Nati besser, dass er nach 2014 aufhört. Klopp ist ein Selbstdarsteller der eine Aussendarstellung hat, die bei einem Verband wie dem DFB problmeatisch wäre und Jupp ist in Pension. Derzeit gibt es keine brauchbare Alternative zu Löw! Wenn dann 2016 oder 2018 und dann lieber Leute wie ein Slomka, ein Roger Schmidt oder von mir aus sogar ein Hecking, aber nicht Jürgen „Fresse in jeder scheiß Werbung“ Klopp!

Antworten

niclas1191 1. Juli 2014 um 14:39

Tuchel!

Antworten

sappydharma 1. Juli 2014 um 14:52

Wenn er 2016 oder 2018 als Trainer mehr Erfahrung hat und dazu ist eine Arbeit außerhalb von Mainz erforderlich komme ich gerne auf Tuchel zurück, aber zurzeit ist er mir als Person noch zu stur.

Antworten

blub 1. Juli 2014 um 14:55

Bin noch nicht überzeugt das jemand der so sehr über die trainingsvariation mit vielen übungen und intrinsischem lernfokus arbeitet das richtige ist für eine Nationalelf. Das hat aber wengier mit der Person tuchels zu tun.

Antworten

jayjay05 1. Juli 2014 um 15:04

Ich hielte Tuchel für intelligent genug, seine Trainingsschwerpunkte umzustellen. Aber ich glaube nicht, dass es ein Job wäre, der ihn derzeit reizt.

oecher 1. Juli 2014 um 14:55

Matthäus wird sich auch wieder mal in Stellung bringen wollen 🙂

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sappydharma 1. Juli 2014 um 15:05

bei welcher Frau denn nun schon wieder?

Antworten

Grabbe 1. Juli 2014 um 11:26

Ist denn niemand außer mir so sauer darüber, dass man so dreist seine Kondition ausspielen kann? ALG presst DE in der 1. Halbzeit tot (natürlich bisl komplizierter, aber mal zugespitzt), dass man Angst bekommen kann, lässt in der 2. Halbzeit ein bisschen nach, sodass DE langsam aber stetig ins Spiel findet – und kaum ist die Verlängerung angepfiffen sieht das Spiel so aus, wie es der naive Fan von Anfang an erwartet hätte: Ich hab mich die ganzen nächsten 30 Minuten nur aufgeregt!

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oecher 1. Juli 2014 um 11:33

Naja, die Kräfteeinteilung bei Deutschland war halt auch anders. Man hatte in der 1. Hälfte kaum Bewegung im Spiel. Da war Algerien erheblich aggressiver und schneller. Das kostet halt auch Kraft.

Antworten

Grabbe 1. Juli 2014 um 11:46

Dass ALG diese Intensität nicht über die ganze Spielzeit bringen kann, ist klar. Aber außer Schweinsteiger (und da auch nur mit Abstrichen) gab es glaube ich keinen Deutschen, dem ich in der 120. Minute angemerkt habe, dass es eben die 120. Minute ist – im Gegensatz zu allen bisherigen Verlängerungen.
Dass es Gründe dafür gibt, ist auch verständlich. Aber mit seiner Kraft überhaupt so dreist auszuhalten, finde ich schon bemerkenswert. (Polemisch formuliert dachte ich nur: So kann man ein starkes Pressing natürlich auch umgehen…)

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DAF 1. Juli 2014 um 11:41

Was ist am Ausspielen der Kondition denn verwerflich, dass man sich darüber aufregen müsste?

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FAB 1. Juli 2014 um 10:19

5 Gedanken zum ALG-DEU Spiel:
1. Algerien: Die erste Halbzeit von Algerien war wohl einer der besten Mannschaftsleistungen im Turnier, hier hätte jeder Probleme bekommen, das sollte abgesehen von individuellen Problemen nicht überbewertet werden. Kritischer sehe ich das Deutschland in der zweiten Halbzeit zulange gebraucht hat um in das Spiel zurückzukommen.
2. Verteidigung: Durch die Bank individuell unglaublich schlechte Leistungen. In dieser Besetzung werden wir die Viererkette wohl nie mehr sehen. Die Anzahl der zukünftigen Länderspiele von Mustafi werden sich wohl auch in Grenzen halten. Was er gegen Ghana und jetzt Algerien gezeigt hat, ist maximal Bundesliga-Mittelmaß. Über Höwedes ist schon vieles gesagt worden, in diesem Spiel wäre ich aber nicht so kritisch mit ihm, die Gegner fokussieren ihre Angriffe auf die deutsche linke Seite noch dazu bekommt er einfach zu wenig Unterstützung. Alle Hoffnungen ruhen demnach auf Hummels …
3. Offensivspiel: Wie gesagt sollte die erste HZ einfach ausgeblendet werden, danach hat man im deutschen Offensivspiel diesselben Probleme erkannt, wie in den 3 Spielen zuvor. Improvisierte Laufwege, kleine technische Ungenauigkeiten im letzten Drittel …einfach zuviel Improvisation.
4. Wille+Teamgeist: Solche Spiele können sich auch positiv auswirken. Jeder war irgendwie schlecht, jeder steht irgendwie in der Kritik, das kann den Zusammenhalt fördern … anders formuliert, wer so in VF rumpelt kann es noch sehr weit bringen.
5. Frankreich: FR musste bisher nicht an irgendwelche Grenzen gehen, wie gehen sie eigentlich mit einem Rückstand um … Frankreich wird meiner Meinung etwas überschätzt, die Spielstärke ist keineswegs beeindruckend, auch taktisch ist das alles überschaubar, sie leben bisher nur von ihrer Physis bzw. individuellen Stärke Sie sind daher für Deutschland in dieser Phase der optimale Gegner. Wir werden sehen, es kann vieles passieren, selbst ein hoher deutsche Sieg ist möglich! Ich tippe auf folgende Aufstellung: Neuer,Boateng,Mertesacker,Hummels,Höwedes,Lahm,Schweinsteiger,Kroos,Özil,Schürrle,Müller

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Milo 1. Juli 2014 um 10:28

Ich bin gespannt auf die Analyse. Ganz subjektiv gesehen war das ein Sieg, der eher Angst macht. Andererseits waren die Algerier gewiss eine richtig gute Mannschaft. Das ist natürlich wenig Aussage. Für mich als Nicht-Taktik-Kenner ist es immer schwer, herauszufinden, warum gewisse Situationen sich so entwickeln. Taktische Winkelzüge sind für das ungeübte Auge schwer zu erkennen. Erschwert wird das auch durch die Kameraperspektive. Während man noch dabei ist, sich zu erschließen, wie die Spieler stehen, schaltet die Fifa auf eine Kamera, von der aus man das nicht mehr gut erkennen kann.

Daher auch mal meine ernstgemeinte Frage: Nutzen die Autoren hier eine andere Übertragung mit anderen Kameraperspektiven?

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rince 1. Juli 2014 um 13:41

Na klar. Und Standbilder. Keine Angst, das ist alles kein Hexenwerk, sondern beeindruckt Laien nur durch die strikte Deutungshoheit der Autoren.

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AB 1. Juli 2014 um 13:53

Bei ZDF Streams kann man die sogenannte Taktikkamera auswählen. Die zeigt das Spielfeld in der Horizontalen und man erkennt besser die Positionierung der Spieler und den Abstand der Ketten. Außerdem muss man den Moderator nicht ertragen.

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Milo 1. Juli 2014 um 15:12

Danke, AB und rum, das ist ein guter Tipp!

@rince
„Keine Angst, das ist alles kein Hexenwerk, sondern beeindruckt Laien nur durch die strikte Deutungshoheit der Autoren.“

Nein, Hexenwerk ist es nicht, aber ich glaube, man muss ein geübtes Auge haben, um in der nötigen Geschwindigkeit eine Situation deuten zu können.

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rum 1. Juli 2014 um 13:57

Im ZDF-Stream gibt’s auch einen „Taktikblick“. Da ist eine Kamera weit oben hinter dem Tor und wird immer so gezoomt, dass alle Feldspieler im Blick sind.

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Koom 1. Juli 2014 um 10:29

1. Ja, das, was Algerien da ablieferte, war extrem gut. Das war nicht nur deutsche Nachlässigkeit. Man presste intelligent, stellte gut zu, hätte sich auch zwingend belohnen müssen mit dem 1:0. Das fiel nicht und nach 30 Minuten war dann auch einiges an Kraft verbraucht. Danach machte man es auch noch defensiv gut, aber die N11 setzte sich dann doch sehr durch.

2. Mertesacker machte es ganz gut, Höwedes auch. Hilft aber nix, wenn durch die ganze Mannschaft Pässe schlampig gespielt und schlecht entgegen gegangen wird. Das war auch dem Gegner geschuldet, aber nicht nur. Hummels fehlte dieser Abwehr sichtlich. Ist auch der einzige IV, der meist links spielt. Boateng wirkte immer etwas desorientiert, offensiv wie defensiv.

3. Götze gefällt mir nicht. Aktuell „erarbeitet“ er sich einen Ruf als „ewiges Talent“, dass im Grunde alles kann, aber nie präsent ist auf dem Platz. Der Wechsel zu Schürrle tat dem Team sehr gut, auch wenn dem auch nicht alles gelang und viele einfache Ballverluste hatte. Özil machte eine ganz gute Partie. Unspektakulär wie meistens, aber sehr fleissig.

4. Mertesackers Reaktion gestern sprach Bände: Die Mannschaft rückt zusammen, ist genervt von der Schwarz-Weiß-Malerei. Das Spiel war vermutlich so oder so ähnlich von der n11 erwartet worden.

5. Das gute ist schon mal, das Frankreich einen Namen hat. Es wirkt gegen kleine Gegner oft so, das manche Spieler (bei dieser WM: Lahm, Boateng, Kroos) es etwas lockerer angehen lassen, im Wissen um die vermeintliche eigene individuelle Klasse. Und es dauert, den Hebel umzulegen. Frankreich ist aber eine bekannte Größe. Schnell, physisch stark, moderne Taktik. Ein guter Gegner zur rechten Zeit. Danach wird man wissen, was man leisten kann.

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Tzaduk 1. Juli 2014 um 10:37

Ich muss sagen, ich bin auch sehr überrascht worden von der aggressiven Ausrichtung der Algerier. Andererseits wundert es mich, dass die Profi-Strategen das so nicht gesehen haben – ich meine, in den K.O.-Spielen hilft doch nur ein Sieg, da kann man sich doch nicht wundern, dass die auf Sieg spielen! Über die Art ja, und offensichtlich war man über die Geschwindigkeit und auch Ballsicherheit während des Spiels noch sehr erstaunt, aber offenbar war es mal wieder ein „Matchplan für den Shredder“…

Löw verbraucht da einiges an Papier, um Match Pläne für Spiele zu erstellen, die so nie stattfinden. 🙂

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FAB 1. Juli 2014 um 11:08

Für diese Art Spiele Matchpläne zu entwickeln ist quatsch. Ich glaube auch nicht dass es einen gab. Nein. Es geht darum die verschiedenen Situationen optimal zu lösen. Eine Situation die Deutschland in der ersten Halbzeit nicht gelöst bekam, war Mertesacker mit dem Ball am Fuß beim Spielaufbau, neben sich einen überforderten Mustafi und ansonsten alle Spieler abgedeckt … Die Lösung für die zweite Halbzeit war, dass er einfach ein paar Schritte mit dem Ball Fuss geht um die Paßwinkel zu verändern …
Es geht nicht um gute oder schlechte Matchpläne, sondern darum Situation für Situation optimal zu lösen …

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AP 1. Juli 2014 um 11:13

Na klar geht es um Matchpläne. Je nach Gegner und deren Spielstil kann ich mein vorhandes Spielerpotenzial varieren und es der Mannschaft einfacher machen Lösungen zu finden.

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tomci 1. Juli 2014 um 13:17

Ich glaube FAB wehrt sich nur gegen die Idee von so nem „Masterplan“-Gewäsch. Löw schätze ich eh nicht so ein, dass er sich einbildet alles durchzuplanen und auch noch eine einheitliche Theorie zugrundezulegen. Mit der uneingespielten Formation (Özil und Goetze im Angriff, Lahm im DM) hat er ohnehin kaum feste Strukturen, auf die er bauen könnte.. Und vor allem: Die Algerier waren doch zu wenig auszurechnen nach ihrem (Gruppe H wie „Hää?“) Gruppenauftritten.. und ihm war wohl nur eines klar: dass die zunächst mal viel Zunder verschießen würden, und man danach sehen muss, wo sie ihre Lücken lassen. Ist gerade noch so gut gegangen.. Der einzige „plan“ war vielleicht das was am ungeplantesten aussieht; Die Rollenverteilung mit Neuer als sweeper hinter der „lässig“ hohen Abwehrreihe war auf jeden Fall was ziemlich kalkuliertes… + ziemlich spektakuläres =)

FAB 1. Juli 2014 um 14:06

Geplant war etwa folgendes: Die Aufstellung, der Anspruch das Spiel möglichst dominant zu gestalten, 90 Minuten relativ konstant hohes Tempo und verschiedene Situationen (Spielaufbau innerhalb einer Grundstruktur, flexibles Angriffspiel, Verhalten nach Ballverlust, usw) … Ende!
Das würde ich keinen Matchplan nennen.
Weil Deutschland nie in den Rückstand geraten ist, musste Löw auch nichts umstellen. Außer den formschwachen Götze und den verletzten Mustafi auswechseln.
Vielleicht etwas unerwartet, dass Algerien in der Weise zockt, alles auf die erste HZ zu setzen und dass sie durch individuelle Probleme in der deutschen Viererkette tatsächlich zu mehr Chancen als geplant gekommen sind.
Sonst war doch aus seiner Sicht alles OK:
63% Ballbesitz
22:7 Torschüsse

niclas1191 1. Juli 2014 um 13:04

Ich denke das Problem war, dass diese aggressive Gangart niemand vorhergesehen hat. Das einzige Spiel das ALG mit der Aufstellung so gemacht hat war gegen Belgien und da haben sie das alles sehr defensiv und passiv interpretiert. Vermutlich hat Löw die Aufstellung gesehen und dann gedacht ok die wollen das selbe machen wie gegen Belgien und seine Spieler dann entsprechend gebrieft.

Mal ne andere Frage ist noch jemandem aufgefallen, dass ALG in den ersten ca 10min den Zwischenlinienraum sehr gross hatte und DEU sich da auch noch nicht wirklich schwer getan hat?
Als dann der Raum kleiner wurde, sprich die Abwehrkette höher stand, machte sich meiner Meinung nach das Fehlen von Hummels sehr deutlich bemerkbar.
Die hohe Abwehrkette hätte er super mit langen Bällen auf die startende Dreierreihe bespielen können.
Das war der Punkt an dem für mich klar war das Schürrle hier fehlt (dynamischer als Özil und Götze).
Der kam dann ja auch zur Pause und machte in 5min mehr Dampf als Götze in 45.

Auch ein Konterstürmer hätte hier warscheinlich gut gepasst (wie hiess der aus LEV nochmal den keiner braucht 😉 )

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tomci 1. Juli 2014 um 13:37

Bei Boateng/Mertesacker und einem aggressiv pressenden Gegner — Oh ja, macht sich da das Fehlen von Hummels bemerkbar.. ob es nun unbedingt um lange Bälle gehen soll oder nicht..
Seine Grippe ist vll einer gefährlichsten Gegenspieler der deutschen Mannschaft.. Gute Besserung!

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niclas1191 1. Juli 2014 um 14:26

Ja die langen Bälle wären bei fast jedem Trainer der Welt ein probates Mittel gewesen.
Hummels wiederum würde vermutlich zur Pause rausgenommen werden, wenn er nicht bis dahin mind. zwei Torvorlagen aufm Konto hat.
Er hat halt das Pech das Löw ihn/seine Spielweise scheinbarnicht besonders mag.

dns 1. Juli 2014 um 17:47

Lange Bälle erhöhen den Zufallsfaktor. Der Glücksfaktor ist aber am ehesten ein Vorteil für den Underdog. Warum zocken, wenn es technisch-taktisch gelingt eine Übergewicht zu erzeugen, dass schon rein statistisch für einen Sieg spricht. Unsere Gegner sind (mit Ausnahme weniger) „gezwungen“ zu zocken, weil sie keine bessere Alternative haben.

tomci 1. Juli 2014 um 18:00

dns, nicht unbedingt, denn Mangelnde Variabilität erleichtert es der „beschränkteren“ Truppe sich einzustellen auf die Aktion die folgt. Ein paar lange Diagonalbälle à la BVB können nicht schaden, solange sie eingeplant sind und es vorne passende Spieler gibt, die sie erwarten.

AP 1. Juli 2014 um 11:09

@Koom. Bin da bei Deinen Einschätzungen.
Löw startet zudem immer gleich, und verlässt sich auf die Einwechselmöglichkeiten, bis Sie ihn verlassen. Hat man gut in dem Interview nach dem Spiel rausgehört.Er sprach auch von 14-15 Spielern 🙂

Ich kann ihn ja verstehen, dass er mit 4 IV grundsätzlich spielen möchte, aber wenn dann Höwedes und Mustafi erst weit aufrücken und zudem auf den Außen isoliert werden und Merte und Boateng die ärmsten Säue sind, dann muss man sich doch fragen, warum man nicht gleich mit Durm und Lahm/Großkreutz startet. Da wären wir auch mal über die Außen durchgekommen und in der Defensive würden die Jungs es auch nicht schlechter machen. Was macht dann der Siegentahler die ganze Zeit eigentlich. Ich muss doch auf dem Nievau wissen, was mich mit Algerien erwartet.

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rince 1. Juli 2014 um 13:48

Flüsterer Siegenthaler sieht sich durch das Weiterkommen bisher bestätigt; hat Jogi das derzeitige taktische Grundkonzept mit Ausrichtung Standards-Kopfball und keine großen Stürmer. Also eher ein „verkopftes“ als ein gelebtes Konzept. Hoffe, dass er gegen Frankreich das letzte Mal souffliert..

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Milo 1. Juli 2014 um 11:21

„Mertesackers Reaktion gestern sprach Bände: Die Mannschaft rückt zusammen, ist genervt von der Schwarz-Weiß-Malerei. Das Spiel war vermutlich so oder so ähnlich von der n11 erwartet worden. “

Er hatte auch Recht. Algerien war in der Tat keine „Karnevalstruppe“. In der deutschen Öffentlichkeit lebt man vom Mythos deutscher Fußballüberlegenheit. Vermutlich liegt es auch an der Unkenntnis vieler Sportjournalisten, die ähnlich wie ich das Spiel und seine taktischen Feinheiten nicht durchschauen. Zumindest, was man hört und liest, deutet darauf hin. Nicht umsonst konnte dieser Blog hier eine solche Bekanntheit aufbauen.

Aus der Unkenntnis heraus wird das Spiel dann an Personen festgemacht, anstatt es als System von Wechselwirkungen zu begreifen. Man urteilt dann über Einzelne und deren vermeintlich individuellen Schwächen, begreift aber nicht die Taktik, die der Gegner eingesetzt hat und die zu bestimmten Problemen führen.

Für mich zumindest erkennbar war das an der Kritik am zu langsamen Angriffsspiel der N11. Ich meinte zu sehen, dass ein zu flotter Angriff den Algeriern Konterchancen anbot, weshalb man etwas sicherheitsorientierter vorwärts ging und nicht mit allen Mannen nach vorne stürmte. Das sind aber Zusammenhänge die einem ein Bela Rethy nicht erklären kann.

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Milo 1. Juli 2014 um 11:24

Ergänzung: Die deutsche Öffentlichkeit pflegt ebenfalls den Mythos, man gewänne Spiele allein durch Engagement, also durch „Kampf“. Aber man kann auch engagiert sein und trotzdem Fehler machen.

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Thomas 1. Juli 2014 um 13:50

Im Arbeitszeugnis würde dann stehen „war stets bemüht“. Genau das würde ich bei Bela Rethy auch reinschreiben.

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tomci 1. Juli 2014 um 14:02

Naja, das hast du nindestens genauso in den englischen Medien und in anderen „großen“ Fußballnationen. Weil man selber denkt, man guckt die besten Ligen, kennt man alle Spieler, die überhaupt was taugen.. „Algerier? habn paar aus FRA-Team ausgemusterte dabei“ und so..

War selber mal total hin und weg von nem Copa Libertadores-Spiel, das ich zufällig statt nem Premier-League Spiel aufm stream hatte. Wahnsinns Kombination von (taktischer) Disziplin, Technik und Zweikampf- und Laufstärke. Wahnsinns-Bewegung und Speed über 90 min.. Alles geboten.. Und bis auf (Südost-)Asien und Zentral-Afrika, die so ein wenig ihr Limit erreicht haben, hat die ganze Welt viel eigene Fußballkultur und Enthusiasmus für den eigenen hungrigen Nachwuchs zu bieten. Zumindest kommt das bei 11Freunde immer so rüber =) ..

Vll. konzentrieren wir uns dennoch mal umso mehr auf die schönen Seiten des dt. Spiels, die es auch umso schöner machen mal die Benzemas, MEssis und Snejders in den Schatten zu stellen, wenn es doch mal klappen sollte… zumal der totale Dominanz durch Sekundärtugenden-Zug ohnehin mal sowas von abgefahren ist:

http://tv.dfb.de/video/szene-des-tages/8820/

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tomci 1. Juli 2014 um 11:45

1.Zustimmung, aber Fan werde ich nicht von Teams deren Fans 90min nix besseres zu tun haben als den Gegner auszupfeifen.. Sorry

2.“Boateng wirkte immer etwas desorientiert, offensiv wie defensiv“.. Oh ja! Verstehe nicht wieso sich alle so auf Mustafi-Kritik und ACH JA LAHM ALS RV FUNKTIONIERT! kaprizieren. Ds beste (=sicherste) Phase war VOR Mustafis Verletzung, als die Algerier zu fertig waren zu attackieren und D dazu auch noch Räume massig bot für Schnittenstellenpässe… Nach der Umstellung war alles wieder hin.
Boateng ist aber wie gesagt mein „Key-Player“. Meine gesamten Spekulationen über mangelnde Schnelligkeit der Abwehrreihe haben sich als Müll erwiesen. Boateng ist vll. schneller als Hummels/Merte, aber jetzt erscheint auch das Chaos des Ghana-Spiels in einem klareren Licht. Das gegenüber Ghana noch potenzierte Chaos ergab sich gegen Algerien eindeutig nicht wegen Speed-Problemen, sondern mangelnder Struktur im Offensiv- und Deffensivverhalten der Abwehr. Wie schon früher gesagt, Hinterherrennen ist eh nicht so der Erfolgsfaktor in der Verteidigung, erst recht wenn dreiviertel der Verteidiger zu den langsamsten ihres Schlages gehören. Die fehlende Sicherheit im Spielaufbau war nach Hummels Ausfall zu erwarten, besonders Boatengs überhastete lange Bälle und Fernschüsse. Doch Boateng lieferte dazu auch noch schlechtes Stellungsspiel und immer eine Prise Lässigkeit im falschen Moment. Manchmal sieht das einfach nur genial „lässig“ im positiven Sinne aus… Aber eben leider nur SEHR manchmal! Auch die Häufigkeit der geglückten Abseitsfallen aus dem USA-Spiel ist passé, obwohl das meiner Meinung nach ein Hauptpfeiler der Strategie war (und sein musste bei der langsamen hohen Kette)

3. Götze .. Ich sage einfach gar nichts mehr zu ihm.. und den ewigen Özil-Kritikern.. Irgendwann wird es so offensichtlich, dass selbst die ideologisch getrimmt sind auf eierlegende Wollmilchsau als 10er (Tore schießen/Spielmachen/aber ja immer nur „Sicherheitspässe“) einfach nur verstummen müssen. Versucht doch mal Kroos als 10er wie gegen Italien, vll macht es Löw ja sogar schon gegen FRA, das wird ein „Spaß“..

4. Verfolge Mertesacker erst seit seinem Arsenal-Wechsel genauer.. Er hat teils ne sehr „eigene“ Art bei Interview-statements, wo man sich etwas peinlich berührt fühlt. Hab teils das Gefühl er ist selbst überrascht von manchen Gesprächssituationen und improvisiert etwas unbedacht Antworten.. jedenfalls kommt es öfters vor, dass er etwas ausspricht was sich jeder denken kann, was aber einfach die Stimmung trübt (zB. so eine Antwort mit versteinertem Lächeln auf dem Cup-Winners-PArade-Bus: „Ja wir freuen uns, aber stimmt, Arsenals FA-Cup-Triumph bedeut jetzt noch mehr Druck mal n richtig großen Titel zu holen“). Ich glaube nicht, dass man daraus was die ganze Mannschaft betreffendes, nochdazu positives, rauslesen kann.

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Milo 1. Juli 2014 um 11:49

Seine Interviews mögen misslungen sein, aber sie erfrischen dennoch, weil er auf die vorgestanzten Textbausteine der DFB-Öffentlichkeitsarbeit verzichtet.

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tomci 1. Juli 2014 um 11:56

Na, mich stört halt die Sinnlosiglkeit, erstens so tiefgründige Selbstanalysefragen direkt nach 120 min zu stellen, aber auch zweitens, mit der Stimmung überhaupt zum Interview zu gehen= 5 besonders sinnfreie Minuten von vielen mehr im ZDF/ARD ^^ )

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sappydharma 1. Juli 2014 um 14:50

Ich fand, dass Merte es sogar noch am Ende gut über die Bühne gebracht hat, denn die Fragen waren derart nahe an einer Provokation dran, vor allem weil eh schon klar war, dass Merte nach den intensiven 120 Minuten für die Fragen gerade keine Nerven hat und er fragt in dieser Form weiter. Wenn das Interview nicht im öffentlich rechtlichen Fernsehen läuft beschimpft ihn der Spieler wohl am Ende. So ein Interview mache ich am nächsten Tag, in Ruhe, wenn man wieder in der Lage ist sachlich zu reflektieren, aber nicht nach so einer Schlacht über 120 Minuten, die man am Ende eben doch noch gewonnen hat.

Am meisten aber nervt micht die deutsche Unfähigkeit die Leistung eines Gegners zu honorieren(Algerien hat ne sensationelle Partie gemacht-macht sogar noch in der 121. Minute ein Tor obwohl man stehend k.o. ist, hat noch ne chance auf 2:2, der Trainer weint nach dem Spiel-schon oft Spieler aber nie den Trainer weinen sehen) anstatt dessen zerrupft man die eigene Mannschaft. Man spielt eben auch immer nur so gut wie es ein guter Gegner zulässt. Vielleicht sollte man in Zukunft nur mehr Spiele geben sich selbst veranstalten oder gegen eine Geistermannschaft-dann kann man wenigstens nur mehr über sich selbst reden….

CH 1. Juli 2014 um 11:58

zu 3. Wenn Du auf das Italien im HF der EM anspielst: Kroos war da im rechten Mittelfeld, Özil 10er und in der besagten Szene standen beide und noch ein Mittelfeldspieler vor Pirlo und wussten nicht, wer ihn jetzt attackieren und wer absichern soll. Und diesem einzelnen (mE vercoachtem) Spiel stehen mindestens zwei Saisons bei Bayer und Bayern als ziemlich geiler 10er entgegen.

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blub 1. Juli 2014 um 12:04

Bullshit. Kroos auf der 10 und Özil auf rechts…
und an Kroos lags auch nicht, kann man aber alles nachlesen.

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tomci 1. Juli 2014 um 12:17

Jedenfalls war Kroos zu hoch positioniert und hatte zugleich zuviele defensive Aufgaben (die gleichen deren Ausführung auch bei Özil immer angeprangert wird). Versteht mich nicht falsch, sehe Kroos als ein großes Pfund mit dem die N11 wuchern kann, aber eben eher im Spielaufbau, mit gelegentlichen Läufen aus der Tiefe, wo er seinen hervorragenden Abschluss natürlich auch gut einsetzen kann. Das sollte auch vermehrt eingesetzt werden, da Khedira und Schweinsteiger offensichtlich die Körner fehlen um die Verbindungsrolle zur Offensive über 90min zu bringen. Kroos kann ja meinetwegen auch gerne den nominellen 10er spielen, wie er es jetz in der Gruppe auch zumeist tat, aber eben immer als kontrollierender, teils absichernder, Passgeber HINTER den drei Spitzen. Özil ist der Mann, der, tatsächlich noch wenig koordiniert mit der jetzigen Mannschaft (Klose fehlt, Müller ungewohnte Pos.), die Synergien und das Unvorhergesehene in den Durchbrüchen der N11 kreirt.

CH 1. Juli 2014 um 12:42

genau da, war auch die Einblendung vor dem Spiel. SV sah’s anders – von mir aus … rechtfertigt aber nicht unbedingt Schimpfwörter

CH 1. Juli 2014 um 11:50

Ich hab‘ nur die 1.HZ gesehen und bin dann lieber in’s Bett:

Zu dem Zeitpunkt kamen mir die Innen-AV wie eine strategische Falle vor: Standardmäßig baut die N11 über die Mitte auf.
Das funktioniert aber nicht, wenn offensiv/spielerisch limitierte IV die Breite geben sollen. Die sind einfach keine attraktive Passoption für ein gepresstes MF oder eine glaubwürdige Gefahr (Boateng ausgenommen), die einen gegnerischen 8er (auch) Richtung Außenlinie fokussieren lässt – somit gibt’s auch nur Pseudo-Breite …

Hab mich gefragt, wie das Spiel mit Lahm oder Großkreutz als (falschem) RV ausgesehen hätte. Die Statik wäre sicher eine ganz andere gewesen.
Hummels hat sehr gefehlt, aber Boateng hat ihn gut vertreten.

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sappydharma 1. Juli 2014 um 14:55

Kanns sein, dass Großkreutz im Camp mal versehentlich auf Löw gepinkelt hat…da wechselt er noch eher Zieler als RV ein als Kevin

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once-in-a-while 1. Juli 2014 um 12:27

Zitat Koom: „[Schürrle] … auch wenn dem auch nicht alles gelang und viele einfache Ballverluste hatte“.

Genau – hat das irgendwie sonst bei den erleichterten Jubelarien über das Tor unter den Kommentatoren niemand gesehen?? Ja, die Mitspieler waren nicht gut gestern, aber als Kombinationsspieler vorne hat Schürrle sich nicht mit Ruhm bekleckert. – Hmm hmm hmm, irgendwie haben wir (bis auf Draxler) jetzt auch schon alle Optionen des ach-so-hochgelobten deutschen offensiven Mittelfelds gesehen, oder?

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tomci 1. Juli 2014 um 12:34

Naja, du musst das aus deren Perspektive sehen.. Die Erwartungen an gelungene Kombinationen sind nicht so hoch beim Publikum, aber wenn einer (etwa auch noch ein offensiver Stammspieler wie Özil)mal eine Chance versemmelt ODER SOGAR MAL „UNNÖTIG“ QUERLEGT muss der gemeine Pöbel erst mal befriedigt werden mit Weisheiten à la “ ja, wann zeigt er endlich mal sein Potential“ und so. Aber zugegeben, Schürrle brachte glaube ich allein schon durch seine Schnelligkeit und Wucht Gefahrenpotenzial, dass die Algerier noch mehr hinten band.. Man hätte sich wohl tatsächlich für einen von Götze/Özil entscheiden müssen..

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tomci 1. Juli 2014 um 12:47

Ich denke mal, es überrascht hier keinen, dass Reus fehlt.. Özil, den ich immer unterschätzt finde in der deutschen Öffentlichkeit lebt(e) zggm. schon sehr von seinem blinden Verständnis mit Klose und Müller (+Podolski) . Im Prinzip dachte ich, ist es für ihn die Chance, dass kein Reus mitfährt. Aber da Klose schon halb kaltgestellt ist, auch sein Teamkollege Poldi wieder schwächelt, und er mit Götze eine schlechte Kopie seiner Selbst zur Seite gestellt bekommt, sehe ich irgendwie kein Weiterkommen. Draxler erfüllt mich nicht gerade mit Enthusiasmus aber er ähnelt vll am ehesten noch einem Reus. Vll könnte man ja einen 3-er Sturm mit den 3 variabelsten Stürmertypen Draxler, Müller, Schürrle probieren? Vor allem wenn wirklich mal auf lange Bälle und Flanken gesetzt werden soll?

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sappydharma 1. Juli 2014 um 14:56

Löw hat Kramer gestern nur eingewechselt, damit er nach dem Turnier begründen kann warum er ihn überhaupt mitgenommen hat-in Wirklichkeit nämlich als Masskottchen

MaHe 1. Juli 2014 um 12:37

Ich glaube das mit dem fehlenden Namen der Algerier trübt auch die Sicht der Dinge. Laut FIFA Statistik hatte Deutschland zur Halbzeit 9:4 Torschüsse, etwa doppelt so viel Ballbesitz, mehr Ecken, deutlich weniger Fouls… Mit anderen Worten schon in der ersten Halbzeit hätte jeder Beobachter, der keines der spielenden Teams kennt Deutschland ganz klar für überlegen gehalten. Die negative Einschätzung auch des dümmlichen Kommentators kann nur an den Erwartungen liegen. Bei der „besten Chance“ der Algerier, bei der der Ball im Tor landete und auf Abseits entschieden wurde, war auch kein Glück der Deutschen im Spiel. Man hat deutlich gesehen, dass Boateng erst versucht hat den Gegenspieler einzuholen, aber nach einem kurzen Blick etwa 1-2 Sekunden vor dem Pass gesehen hat, dass der Algerier bereits im Abseits steht.

Trotzdem wäre in diesem Spiel ein echter Außenverteidiger sicher sinnvoller gewesen als Höwedes. Die Temperaturen waren nicht besonders hoch und Chance für Algerien gab es wenn eher durch Konter als durch Flankenbälle. Dass mal wieder der Linksaußen ausgewechselt wurde lag vielleicht auch daran. Götze und Podolski sind beides gute Spieler. Wenn Sie nicht richtig ins Spiel finden liegt das vielleicht auch eher an mangelnder Unterstützung vom Linksverteidiger.

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tomci 1. Juli 2014 um 12:58

Dein Einwand mit der mangelnden Unterstützung durch Höwedes stimmt allerdings, MaHe. Aber diesmal war Mustafi auch nicht so die Unterstützung für rechts Özil wie gegen Ghana. Die rechtslastige Spielweise ist sicher auch ein Nachteil vor allem für Götze, der nicht notwendigerweise einer ist, der gerne am Ende des Spielzugs steht. Vll hätte er auch mehr den Ball auf links fordern können und Höwedes Überlappen erzwingen müssen? Aber nein, der ist ja Rechtsfuß und soll dann mit links flanken… =/ Versteht mich nicht falsch ich schätze ihn wirklich nicht so hoch ein wie einen Götze oder Schürrle, aber ich freue mich, wenn Podolski, dessen laufwege etc. viel besser bekannt sind bei Özil, Müller, Klose, für das nächste Spiel wieder fit ist.. =/

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DAF 1. Juli 2014 um 11:09

„Die Anzahl der zukünftigen Länderspiele von Mustafi werden sich wohl auch in Grenzen halten. Was er gegen Ghana und jetzt Algerien gezeigt hat, ist maximal Bundesliga-Mittelmaß.“

Wo hingegen der Rest der Mannschaft massenhaft Weltklasse gespielt hat? Mustafi ist doch nun wirklich der letzte, dem man da einen Vorwurf machen kann. Er spielt erstmals international, das dann noch auf ungewohnter Position und in einer Mannschaft, die generell Probleme hat. Was hast du in der Situation von ihm erwartet, dass er die wackelnde Abwehr allein stabilisiert? Schwächer als Höwedes war er bestimmt nicht (eher sogar das Gegenteil) und Unterstützung hatte er auch nicht viel mehr. Die Sache ist doch, dass wir von allen anderen schon gesehen haben, dass sie es besser können, während du bei Mustafi gleich davon ausgehst, dass das sein maximales Leistungsniveau ist.

Schau dir als Bsp mal das erste Spiel als Linksverteidiger eines gewissen David Alaba an…das war aber ganz bestimmt nicht besser und aus dem ist auch was geworden.

Viel besser als Bundesliga-Mittelmaß war gestern von Neuer, Schweinsteiger, Schürrle und Müller abgesehen übrigens auch keiner.

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FAB 1. Juli 2014 um 11:24

Alaba und Mustafi sind beide Jahrgang 1992, genauso wie Götze. Das heißt wir dürfen von diesen 3 Spielern nicht allzu viel erwarten …?

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DAF 1. Juli 2014 um 11:38

Mir ging´s da eig nicht um den Jahrgang, sondern darum, dass beide Spieler nicht als AV ausgebildet wurden. Die AV-Position ist sehr komplex, wenn ein Spieler da das erste Mal eingesetzt wird, kann man keine Wunderdinge erwarten.

Außerdem sind mMn die AV sowieso die ärmsten Schweine in Deutschlands aktuellem System. Weil sie ausgebildete Innenverteidiger sind, erwartet man von ihnen, dass sie defensiv bombensicher stehen. Und weil Löw sie aus irgendeinem Grund sehr hochschiebt, sollen sie auch noch gleichzeitig das Offensivspiel ankurbeln.
MMn sollte sich Löw mal entscheiden: entweder er legt den Fokus darauf, dass die Flügel defensiv dicht gemacht werden, in dem Fall sollten die Außenverteidiger aber auch tiefer bleiben. Oder er will dass von den Außenverteidigern offensive Durchschlagskraft ausgeht, dann sollte er Durm/Großkreutz/Lahm bringen (die ja defensiv alle auch nicht schlecht sind) die aus dieser hohen Positionierung auch einen echten Vorteil ziehen können. Besonders eine unterschiedliche Besetzung fände ich diesbezüglich interessant. Die aktuelle Variante ist mMn die schlechteste.

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FAB 1. Juli 2014 um 13:02

OK, über die Rolle der AVs im deutschen Spiel kann man natürlich diskutieren … das stimmt!
Es geht aber um ein relativ einfache Anforderungen, im Aufbauspiel eine erhöhte Position einzunehmen um anspielbar zu sein und defensiv in einer breit gestellten Viererkette im Raum zu stehen, Angriffe abzudrängen … Die Anforderung war klar, nicht zu komplex und leider nicht gut gelöst (Unsicherheit in der Ballannahme, schlechtes Stellungsspiel). Höwedes hat diese Anforderung meiner Meinung nach gut erfüllt, obwohl seine durch den Gegenspieler Feghouli viel schwieriger war.
Ich behaupte einfach Löw hätte irgendein beliebigen Bundesligaspieler mitnehmen können, sagen wir mal den 2 Jahre jüngeren Emre Can, der hätte die Aufgabe als Rechtsverteidiger besser gelöst …

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niclas1191 1. Juli 2014 um 13:16

Das Problem in der von dir beschriebenen Situation (AV bleiben hinten um die Flügel zumachen zu können) ist das der Raum zwischen dem 3er MF dem einrückenden Özil und dem AV dann sehr gross wird.
Feghouli mit Platz um Tempo aufzunehmen auf Höwedes anrennen zu lassen ist glaub ich kein Matchplan der 90min gut gehen muss.
Von stärkeren Flügelspielern wie Robben Hulk oder Nani und Ronaldo die es bei dieser WM gibt/gab mal ganz abgesehen.

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tomci 1. Juli 2014 um 13:29

Da hast du recht, gab es da nicht mal so ein Spiel gegen Serbien, in dem sich Badstuber links in seine Einzelteile zerlegen lassen durfte von deren begabten Flügelstürmer? Ich denke schon, dass die Variante interessant ist mit den 4 IVern aber zu dem „System“, das wir offensiv spielen passt es nur bedingt.. Um Özils verspielte Geistesblitze richtig einzubinden, braucht es glaube ich schon auch „richtige“ Flankenläufer (und einen leidlich begabten Wandspieler à la Lasogga statt Konterstürmer aus Leverkusen 😉 wenn schon dennschon, niclas1191) ;P

FAB 1. Juli 2014 um 14:34

Grundsätzlich finde ich das Löw System in Ordnung, mich stört nur die Alternativlosigkeit die er sich inzwischen geschaffen hat.
Speziell in der Vorrunde hätte er einfach etwas mehr rotieren sollen: Durm, Großkreutz und auch Draxler hätten jeweils bereits einen Einsatz von Anfang an haben sollen …
Jetzt ist es eigentlich zu spät noch größere Umstellungen vorzunehmen …

niclas1191 1. Juli 2014 um 14:38

Gutes Beispiel das ich gar nicht mehr aufm Schirm hatte!

Der Konterstürmer war nicht auf Özil bezogen, sondern darauf das er ne interessante Synergie mit Hummels gehabt hätte da er einfach hinter die Abwehr hätte starten können.(Hummels und Kiessling sind da nur ein Beispiel. Prinzipiell eignet sich jeder Stürmer mit gutem Antritt und Ballmitnahme und jeder IV der diese 50m+ Pässe einigermaßen zuverlässig hinbekommt)
Einen Wandspieler kann man natürlich auch mit langen Bällen füttern und die dann im Gegenpressing einsammeln (siehe Dortmund).
Allerdings sind Özil und Götze da wohl die völlig falsche Wahl für diese Bälle aufzusammeln (Özil noch falscher als Götze der das Konzept ja noch aus seiner BVB Zeit kennen sollte)

tomci 1. Juli 2014 um 14:56

niclas1191, es gibt ja die Möglichkeit, dass die Bälle des Wandspielers auch ankommen à la Klose auf Özil/Müller oder durchaus auch früher mal Lewandowski auf Götze, da muss nicht immer das brutalste Gegenpressing erfolgen (erfolgte auch nie in Person von Götze, gab Gründe warum er bei Klopp nicht die 10 war)

sappydharma 1. Juli 2014 um 15:00

Die Mitspieler haben Mustafi mehr als Höwedes zugetraut. In der ersten Hälfte ging es oft über rechts. Wenn mustafi nicht gleich zu Beginn zu Unrecht wegen Abseits zurückgerufen wird hat Deutschland eine Riesentorchance-schade, dass für ihn die WM vorbei ist, besser wenn sie es auch für Bela Rethy wäre

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rince 1. Juli 2014 um 13:37

Zitat: „..leben bisher nur von ihrer Physis bzw. individuellen Stärke Sie sind daher für Deutschland in dieser Phase der optimale Gegner..“
Genau die Physis und individuelle Stärken hatten den Deutschen gegen Ghana Probleme bereitet? Warum soll das bei den Franzosen mit ihrer zusätzlichen taktischen Disziplin anders sein?

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tomci 1. Juli 2014 um 13:42

Rince, ich muss dir leider mal Recht geben! 😉 Aber ich denke, Löw wird, nachdem es nun schon zum zweiten mal deutlich wurde, dass Götze ein Künstler zu viel ist gegen aggressive physisch starke Pressingmannschaften, Schürrle oder Podolski bringen müssen..

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LM 1. Juli 2014 um 09:50

Schade, dass es für Algerien gegen Deutschland ging, eigentlich gefielen sie mir gut 😉 irgendwie war das immer so nach dem Motto “Wenn du sie nicht schlagen kannst…mach es einfach trotzdem!“ 😉

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Koom 1. Juli 2014 um 10:02

Ohne Mist, die haben mich durchaus als kleinen Fan gewonnen. Das war ein leidenschaftlicher Auftritt mit viel Herz und Hirn – und das auch IMO noch sehr fair. Wenig Schwalben, keine unfairen Tritte, selbst als die Kräfte ausgingen, wurde nicht über Gebühr Zeit geschunden. Gerade der eine Stürmer, der nur noch mit schmerzverzerrtem, offenen Mund über den Platz humpeln konnte, aber trotzdem noch mal zu jedem Sprint anzog, wenn der Ball kam – großes Kino.

Sie haben sich das Ergebnis gestern absolut verdient.

Zur N11: So schlecht, wie es alle machen, fand ich es nicht. In der 1. Hz fehlte wie schon gegen Ghana Konzentration und Körperspannung, mit „kleinen“ Namen kommen sie scheinbar schlecht zurecht. Die 2. Hz und Verlängerung war dafür aber sehr gut, sehr konzentriert.

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Wasserkocher 1. Juli 2014 um 01:24

Ich weiß nicht, ob Ihr den Begriff bereits im Köcher habt, aber ich zitiers hier gerne (aus der Kommentar-Sektion des Guardian):

„As for Germany, that was all about Neuer – the best False Number 1 in the world.“

Made my night 😉

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jstfrfn 1. Juli 2014 um 11:51

„die falsche eins“ wird schon länger diskutiert und ist keine erfindung des „guardian“. aber sah man sie je so ausgeprägt, wie gestern? bisher gab es sie so extrem nur auf dem papier..

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swarles_barkley 1. Juli 2014 um 14:25

Beim Spiel Bayern gegen Leverkusen, ich glaube im Tripel-Jahr, war Neuer noch extremer. Er stand auf Höhe der Mittellinie und hat sogar mit einem Dribling in der gegnerischen Hälfte einen Angriff eingeleitet.

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sappydharma 1. Juli 2014 um 15:02

Ohne Neuer verliert Deutschland die Partie zu 100%!!!

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MR 2. Juli 2014 um 16:27

War aber natürlich nur wegen des Rückstands in der Endphase.

http://spielverlagerung.de/2012/10/29/fc-bayern-munchen-bayer-leverkusen-12/

Neuermodus

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Philo 30. Juni 2014 um 23:56

Kann es denn sein, was Rethy gerade sagt, dass die Deutschen ein defensives Algerien erwartet haben? Zumindest mal rennen sie in einen Konter nach dem anderen. Auf die Analyse bin ich echt gespannt.

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tomci 1. Juli 2014 um 00:57

Hehe, ja, gebt dem Chaos einen Namen! =)

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mh 30. Juni 2014 um 18:04

Wenn das mit dem Überladen auf rechts stimmt, dann können ja Götze/Kroos heute mal beweisen, dass sie ihre Lehren aus dem Ghana-Spiel gezogen haben. Im 1:1 sind die Algerier sonst in der Tat schwer zu verteidigen
Der Positionstausch der MF-Spieler hat mir gegen USA schon gefallen, nur muss der sich auftuende Raum halt dann auch genutzt werden durch vertikale Pässe und Vorstösse
Eventuell bietet sich gegen die algerische Defensivformation auch an, dass Özil mehr zentral spielt und Müller wieder häufiger auf die rechte Seite ausweicht

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Gatling 30. Juni 2014 um 16:38

danke für den Artikel. ja, sehr wahrscheinlich macht DL das Spiel und Algerien sucht hauptsächlich Konter.
Ich gehe jedenfalls von einem deutschen Sieg aus und dann kommt hoffentlich Frankreich. Ich möchte endlich sehen, ob die jetzige deutsche Mannschaft in einem kritischen KO-Spiel besteht und gewinnt – oder wie die letzten acht Jahre plötzlich wieder mal den Angsthasen-Modus an haben und jegliche Souveränität in der Kabine gelassen haben.

Deshalb macht auch ein überzeugender Sieg gegen Algerien keinen Top-Favoriten Status, da müssen sie das Trauma überwinden was sie immer wieder eingeholt hat.

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LB 30. Juni 2014 um 16:55

Du bist ja geradezu besessen von diesem Status als (Top-)Favorit. Wenn ich mich recht entsinne, kann D nach Deinen Aussagen bei dieser WM gar nicht mehr Favorit werden, weil ein Sieg in der KO-Runde gegen Spanien oder Italien nicht mehr möglich ist. Mir wäre es ohnehin schnuppe, ob sie favorisiert sind bzw. werden oder nicht, Hauptsache sie holen den Titel! 😉

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Ein Zuschauer 30. Juni 2014 um 18:45

Argentinien 2006? Portugal 2008? England/Argentinien 2010?

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Moebius 1. Juli 2014 um 05:49

Du siehst das ganz falsch! Die Spiele zählen nicht, da haben die Deutschen ja gewonnen! Somit können das gar keine harten Gegner gewesen sein – wer gegen Deutschland verliert…

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rince 1. Juli 2014 um 09:58

Argentinien 2006: Heimvorteil + falsche Wechsel Argentinien; England die Fußballweltmacht 2010 (2:2 noch vor der Pause, leider nicht gegeben); Argentinien 2010 (Taktik?? Fehlanzeige unter Maradonna).
Wichtige Spiele: Spanien 2008 + 2010; Italien 2012.

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Tzaduk 1. Juli 2014 um 10:32

Ergo: Wichtige Spiele sind nur die verlorenen… oder wenigstens das gegen Schweden. Alter, war das wichtig. Und USA. Mit dem wichtigen Ter Stegen…

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DC 1. Juli 2014 um 13:01

Ter Stegen ist wohl der einzige Keeper auf der Welt, der das Torwart-Spiel so interpretiert wie Neuer! Bevor das MAtS Gebashe beginnt über 2 oder 3 Fehler in 4 Jahren, erinnere ich mich flugs alleine an 2 schwere Fehler von Neuer gg. Gladbach. Und das waren wahrlich nicht die einzigen. Gg. die USA im Freunschaftsspiel letztes Jahr war die luschige defensive Einstellung der deutschen Mannschaft aussschlaggebend. Da kann ein Torwart von 20 Jahren, der vom Verein ein defensives Gedankenkonstrukt von Favre gewohnt ist, auch nix mehr machen.

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Ein Zuschauer 1. Juli 2014 um 10:33

Ah okay, 2008 falsche wechsel argentiniens… messi nicht gebracht? Ja, okay ich gebe dir recht die Arbeit die das argentinische team gebracht hat war nicht perfekt und das liegt auch an der Einwechslung. Aber sowas wie eine perfekte Leistung gibt es nicht. Seitens des argentinischen Teams wurde ein Fehler gemacht aber enorm viel wurde richtig gemacht und deswegen war Argentinien ein sehr starker Gegner in einem wichtigen Spiel.
Das Argument mit dem Heimbonus halte ich insofern für hinfällig, da du es auch bei einem WM-Sieg hättest bringen können.

Portugal 2008 scheinst du mir ja zuzustimmen.

Argentinien 2010 war meiner Meinung nach eine individuell noch stärkere Mannschaft als jetzt. Zu behaupten es hätte unter Maradona keine Taktik gegeben ist natürlich auch Schwachsinn. Es stimmt zwar, dass es nicht extrem viele taktische Spielereien und Umstellungen gab, aber die Rollenverteilung und Einbindung der Spieler war prinzipiellrecht gut und balancietr war das ganze auch.

Im Übrigen fallen Sanien 2010 und 2008 für mich einfach absolut raus, weil es da um Spiele ging, bei denen Spanien einfach von der taktischen Anlage und der individuellen Stärke her weit überlegen war. Das als Beweis für fehlenden Mumm heranzuziehen ist absurd. Zumindest wenn man nicht auch den Spaniern fehlenden Mumm unterstellt. Denn ansonsten könnte der Mumm wohl kein für den Sieg hilfreicher Faktor sein, da er ja durch den spanischen Mum einfach sofort ausgeglichen würde, womit immer noch die Überlegenheit in allen anderen Bereichen bliebe.

Italien 2006 würde ich übrigens auch als Zeichen für Mumm sehen, denn da hat man üer 90 Minuten ja absoute Gleichwertigkeit bewiesen. Die Niederlage resultierte dann durch taktische Umstellungen nicht durch plötzliches Verfallen in einen „Angsthasenfußball“.

Italien 2012 hat Deutschland übrigens die ersten 15 Minuten gut dominiert und aggressiv gespielt. Haben sie dann gemerkt, dass das ganz gut funktioniert und daraufhin Angst bekommen?

Wenn man den Faktor KO-Spiel und wirklich starker Gegner als notwendige Bedingung weglässt und nur nach wichtigen Spielen schaut, dann kommen der deutschen Nationalmannschaft auch noch einige andere Spiele zu gute: alle gewonnen Ko-Spiele überhaupt und die letzten Spiele der Gruppenphasen 2008 und 2010. Außerdem würde ich auch das Spiel gegen Portugal 2012 dazuzählen, als erstes Spiel in der „Todesgruppe“

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rince 1. Juli 2014 um 14:02

Das Wichtigste: Innerhalb eines Turniers alle K.O. Spiele inklusive Finale zu gewinnen; Deutschland hat das ein letztes Mal vor 18 Jahren geschafft.

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Ein Zuschauer 1. Juli 2014 um 17:37

Ja.
In der Tat.

Und das ist ein Beweis dafür, dass Deutschland angeblich in schweren wichtigen Spielen seit 2006 immer die Angst und Unfähigkeit packt?

Oder wolltest du von Anfang an nur mitteilen, dass Deutschland nicht Welt- oder Europameister ist?

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