Donnerstag, 08.12.2016

England – Italien 1:2

Der erste Spieltag der Gruppe D wurde mit einem knappen Sieg der Italiener beendet. Die Squadra Azzurra war dabei wieder einmal Meister der Ökonomie, während England genau das widerfuhr, was sie eigentlich verhindern wollten.

Grundformationen

Cesare Prandelli hatte vor dem Spiel einige Möglichkeiten, wie er seine Mannschaft ins Spiel schickt. Er entschied sich für eine Viererabwehrreihe und davor einem kompakten Dreiermittelfeld, wobei Daniele De Rossi stets etwas tiefer und stabilisierender stand. Vor dem Trio um Andrea Pirlo agierte Italien dann in einer 2-1-Staffelung mit Mario Balotelli als zentrale Spitze. Lazio-Spieler Antonio Candreva kam ins Team und war der Breitengeber, während Claudio Marchisio verstärkt in den Halbräumen wirbelte.

Grundformation

Grundformation

Die Three Lions liefen im gewohnten 4-2-3-1 auf, was auch temporär zum 4-2-4 werden konnte. Wayne Rooney scheint von seiner Aufgabe als zentraler Offensivspieler hinter einer Spitze wie Daniel Sturridge entbunden. Der ManUnited-Akteur fand sich erneut auf dem linken Flügel wieder, wo er auch schon bei Testspielen zum Teil unterwegs war. Dafür rückte der junge und hochtalentierte Raheem Sterlings ins Zentrum des Geschehens. Der zweite United-Spieler Danny Welbeck war zumeist rechts zu finden.

Rechtsfokus auf beiden Seiten

Die meisten Angriffe der Engländer erfolgten gerade in der Anfangsphase über die rechte Seite. Neben Welbeck schob noch Jordan Henderson von seiner Sechserposition über halbrechts auf den Flügel. Sturridge driftete zudem ab oder Sterling kippte rüber. Daraus ergaben sich auch kleinere Durchbrüche und Flanken in den Strafraum, die aber nicht verarbeitet werden konnte. Ansonsten war auffällig, dass Roy Hodgsons Team, wenn sie durch die Mitte kamen und vor einem versperrten Strafraum standen, häufiger den Distanzschuss suchten.

Zudem wurde deutlich: Die Engländer waren klar auf Breitengebung aus, aber kombinierten nur ganz selten durch die Halbräume. Anscheinend versuchten sie bei eigenem Ballbesitz den italienischen Mittelfeldblock klar zu umgehen und den Ausweichweg über die Außenbahn zu suchen. Durch den starken Rechtsfokus war zudem Rooney zeitweilig überhaupt nicht eingebunden. Das besserte sich erst mit zunehmender Spielzeit, als Rooney auch temporär im Zehnerraum agierte, Sterling auf die linke Seite ging und die ganze Offensivreihe mehr auseinander gezogen war.

Die Italiener waren beim Bespielen der Flügel auch vor allem auf die rechte Seite ausgerichtet. Candreva war zumeist ein klarer Rechtsaußen. Unterstützt wurde er von Matteo Darmian, der immer wieder hinterlief oder sich ganz hoch an der Seitenlinie postierte. Auf Italiens linker Außenbahn war dies nicht der Fall. Giorgio Chiellini konzentrierte sich in erster Linie auf die Absicherung und ist an sich auch weniger für offensive Vorstöße bekannt.

Die Rhythmen

Beide Mannschaften unterschieden sich über die gesamte Spielzeit hinweg in ihrem offensiven Vorgehen. England war in erster Linie auf schnelles 4-2-4-Vertikalspiel ausgerichtet. Das Spielgerät sollte schnell zu den vier starken Offensivkräften gelangen und diese dann Durchbrüche erzielen. Man wollte Italien vornehmlich überrumpeln oder etwaige Geschwindigkeitsvorteile ausnutzen. Denn an Pace mangelt es dieser Angriffsreihe der Three Lions auf keinen Fall. Einmal sollte eine Tempoverschärfung zum Torerfolg führen.

Prandellis Team hingegen war klar auf Dominanz im Mittelfeld und vor allem auf die Kontrolle des Rhythmus fokussiert. Das gelang gerade in der zweiten Halbzeit ganz hervorragend, womit man auch die Engländer unter Kontrolle hatte. De Rossi und Pirlo bestimmten das Mittelfeld mit ihrer Ballkontrolle und kombinierten nach vorn gegen das eher passive Pressing der Engländer. Marco Verrattis Rolle in der Squadra ist hingegen relativ schwierig. Auch er kann mit seinem Passspiel den Rhythmus und das offensive Vorgehen bestimmen. Allerdings landeten die meisten ersten Zuspiele aus der Abwehr heraus beim leader silenzioso Pirlo. Verratti erfüllt aktuell nur die Rolle des Sidekicks und muss sich wohl noch ein Stück weit darin einfinden. Beim Mittelfeldblock wechselten stets die Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Akteuren, wobei De Rossi eher vermehrt zwischen die Innenverteidiger kippte oder leicht vor Andrea Barzagli und Gabriel Paletta stand. Pirlo bekam dann durch die passive Vorgehensweise der Engländer genügend Zeit, um das Spielfeld zu scannen, was eigentlich tödlich ist. Interessanterweise war Welbeck besonders in der ersten Halbzeit noch vermehrt nach innen gerückt und hatte den offensiv schwächeren Chiellini frei gelassen. Trotz des Fokus auf Italiens halblinke Seite, wo sich zumeist Pirlo herumtrieb, bekamen sie seine Dominanz selten gezähmt.

Die ersten Angriffe der Italiener waren aber keineswegs gut strukturiert. Pirlo versuchte es meist mit gefühlvollen langen Bällen durch die Mitte über die Abwehr hinweg, wo Balotelli durch die Lücken zwischen den beiden Innenverteidigern durchstartete. Gefährlicher wurde es, als sie Mitte der ersten Halbzeit einen hohen Ball halbrechts in Richtung Grundlinie spielten, wo der durchgestartete Darmian das Spielgerät wieder ins Zentrum ablegen konnte.

Den Führungstreffer in der 35. Minute erzielten die Südeuropäer derweil nach einer Ecke, die Candreva gegen Leighton Baines herausholte. Der Lazio-Kicker spielte den Eckstoß kurz zu Verratti, der wiederum in den Rückraum des 16ers passte. Pirlo sprang über den Ball, wodurch sein Manndecker Sturridge ausgeschaltet war. Marchisio nahm das Spielgerät auf und schloss aus zwanzig Metern ab.

2014-06-15_England-Italien_Szene-Ausgleich

Szene zum Ausgleich: Einmal war Italien ungeordnet. Sie gingen nach dem abgewehrten Pass von Gerrard nicht ins Gegenpressing über, sondern liefen zurück. Allerdings wurde für Sterling die Gasse geöffnet. Rooney hatte sich derweil schon den Raumvorteil erarbeitet. Im Zentrum orientierte sich dann Paletta eher zentral, war aber nicht rechtzeitig zur Stelle. Sturridge konnte am langen Pfosten einnetzen.

Nur zwei Zeigerumdrehungen später glichen die Three Lions aus. Nach einem abgefangenen Ball in der eigenen Hälfte wollte Gerrard schnell nach vorn spielen. Sein Pass wurde erst abgeblockt. Die Italiener schalteten etwas langsam um. Den losen Ball nahm Sterling auf, der nahe den eigenen Sechsern stand, und spielte direkt durch die italienischen Linien auf die linke Seite, wo Rooney lossprintete. Seine Flanke konnte Sturridge am langen Pfosten verwerten.

Zweite Halbzeit: Der Manaus-Effekt?

Anfang des zweiten Durchgangs ging Italien wieder in Führung. Darmian und Candreva kamen über die rechte Seite. Baines war auf sich allein gestellt. Der Everton-Spieler ging leicht auf Darmian, der wiederum Candreva schickte. Baines musste hinterher sprinten, wurde aber bei diesem Tempo durch einen Haken von Candreva aus dem Spiel genommen. Die Flanke erreichte Balotelli am langen Pfosten. Der Milan-Star köpfte ein.

Wenig später brachte Prandelli Thiago Motta für Verratti, wodurch sogar noch ein Stück weit mehr Stabilität im Zentrum erzeugt werden sollte. Der physisch starke Motta diente als weiterer Anker gegen Englands erwartete Offensivaktionen. Die Angriffe der Three Lions waren nicht derart clever vorgetragen. Im ersten Durchgang zwangen die Italiener durch eine relative Kompaktheit ab der Mittellinie die Engländer noch zu vielen Seitenwechseln auf Außenverteidigerhöhe. Nach dem Führungstreffer in der 50. Minute konnte Hodgsons Mannschaft zunehmend von hinten heraus nach vorn sprinten. Henderson oder Gerrard schnappten sich das Spielgerät und liefen in Italiens Hälfte. Allerdings leitete die Squadra die Engländer intelligent. Sie öffneten meistens einen Kanal von Englands Abwehr oder dem Sechsraum in Richtung Außenbahn. An den kurzen Strafraumecken kamen Rooney, Sterling und Co. auch zu Durchbrüchen. Die Flanken brachten aber nichts Zählbares ein. Andernfalls gab es ineffiziente Raumbewegungen auf englischer Seite im letzten Drittel oder es fehlte die Anspielstation. Durch das schnelle Vorstoßen wirkte die ganze Formation eher zerrissen. Der Nachschub aus dem Rückraum fehlte zuweilen.

Auch die Einwechslungen von Ross Barkley (für Welbeck) und von Jack Wilshere (für Henderson) hatten keine entscheidende Auswirkung. Die beiden jungen Kreativspieler besetzten nun das Zentrum, kamen aber gegen das italienische 4-5-1 nur noch selten zu Gelegenheiten. Derweil ließ die Intensität nach. Die Italiener konnten das Ergebnis recht einfach verwalten. Das ansonsten schon schwache englische Pressing hatte sich in den Abendhimmel von Manaus verabschiedet. Es stellt sich natürlich die Frage, inwieweit das Klima Río Negro – das Spiel wurde 18 Uhr Ortszeit angepfiffen – Einfluss auf den Spielverlauf und den Kräfteschwund hatte.

Fazit

Das Spiel war eine Art Déjà-vu. Die Engländer waren bemüht, hatten in der Offensive viel Qualität auf dem Platz. Aber zu einem Erfolg gegen Italien reichte es nicht. Die schlechte Einbindung Rooneys, Schwächen im Aufbau und in der Bespielung der Halbräume bleiben in Erinnerung. Zudem hat man sich von Pirlo und seinen Kollegen den Rhythmus mehr oder weniger aufzwingen lassen. Gegen dieses italienische Team wird es jeder Gegner schwer haben. Wenngleich noch leichte defensive Unsicherheiten, gerade bei Paletta, der für Leonardo Bonucci ins Team rückte, zu erkennen waren, wirkt die Squadra von der Spielanlage her wie eine, welch Überraschung, Spitzenmannschaft bei dieser WM.

CF 16. Juni 2014 um 09:26

Das Spiel der Italiener war teilweise auch etwas unausgeglichen. Marchisio driftete oft durch die Halbräume und agierte horizontaler als Candreva. Die Aussenverteidiger agierten aber im Aufrücken asymmetrisch und quasi umgekehrt zu dieser Ausrichtung. Kam in diesem Spiel nicht so zum Tragen, da sich das Spiel auf dem linken Flügel eher aufs Zentrum fokussiert und die Durchbrüche über die breite eher selten fokussiert wurden. Ist aber doch eher komisch, da der Johnson Marchisio freier verteidigen konnte. Gegen Urugay könnte man ja mal die Dreierkette auspacken, eine defensive Zentrumskompaktheit wäre ja eher kontraproduktiv.

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yankee29 16. Juni 2014 um 06:11

Echt super Spiel. Ich bin wirklich gespannt was passiert sobald De Sceglio wieder dabei ist. Meiner Meinung nach, ist italien nach diesem Spiel definitv ein Titelanwärter.
Ähnlich wie Spanien zu den besten Zeiten schaffen sie es dem Gegner ihr Spiel aufzuzwingen, hat man gerade in Halbzeit zwei gesehen.
Mit Sceglio wird das Spiel auch weniger „rechts-lastik“ – damit wird Italien noch schwerer zu besiegen.
Ich bin mir sicher, dass Chiellini ab dem nächsten Spiel Paletta in der IV wieder ersetzen wird, dann sieht das Hinten auch noch sicherer aus…

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HI 15. Juni 2014 um 16:16

Mir stellt sich nach diesem Spiel und nach dem Costa Rica Spiel die Frage: Wer würde bei einem Aufeinandertreffen den Kürzeren ziehen? Costa Rica ist an sich nicht so „gut“ wie Italien, aber Italien hat mir auch noch nicht ganz so gefallen. Was meint ihr?

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juventino 15. Juni 2014 um 15:42

Italien ziemlich souverän. Ich muss aber sagen, dass ich trotzdem nicht ganz zufrieden bin, mir gefällt die Einbindung gewisser Spieler nicht wirklich. Balotelli war ja fast nur Wandspieler und musste einfach die vorderen Bereiche abdecken. Seine spielerische Klasse und zurückfallenden Bewegungen wurden hingegen mehr oder weniger ausgeklammert. Ich frage mich, ob es hier nicht eine bessere Lösung gibt. Die Frage die sich daraus stellt ist ja, ob mann das betonnierte Zentrum um Pirlo, de Rossi, Marchisio und Verratti aufgeben will, wobei gerade letzterer eben auch nicht Optimal eingebunden war. Sidekick, wie es im Artikel so schön beschrieben wird. Auf der anderen Seite ist er aber eben auch Geld wert beim Ball halten mit seiner übertriebenen Pressingresistenz. Ich fände es spannend, im nächsten Spiel Insigne anstatt Verratti zu sehen, welcher dann zwischen dem linken Flügel, dem linken Halbraum und dem Zehnerraum rumpendeln könnte. Dies würde Balo erlauben sich aktiver am Spielaufbau zu beteiligen und würde auch die Variabilität im Angriff vergrössern.

Was haltet ihr davon? Verratti oder Motta könnte man dann je nach Spielstand bringen.

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Luca 16. Juni 2014 um 00:09

Natürlich eine hervorragende Option. Allerdings ist diese Variante weitaus kräftezehrender (Stichwort: „Manaus-Effekt“), vor allem im Gegenpressing und man wird sich diesen taktischen Moment für Spiele „aufsparen“ in denen der Gegner die Offensive Italiens vor größere Probleme stellt, damit meine ich hauptsächlich Signore Pirlos Kreise einzuschränken.

Ich war spielerisch auch noch nicht vollends überzeugt von der Squadra. Ich bin aber dennoch optimistisch, dass eine Genesung de Sceglios der Mannschaft einen Schub in der Vorwärtsbewegung ermöglicht. Ein weiterer Abnehmer auf der Außenbahn für Pirlos Pässe. Paletta hatte natürlich eine sehr unglückliche Partie, aber ich denke nach einem Spiel sollte man ihn noch nicht verteufeln, freue ich mich trotzdem auf die Rückkehr Chiellinis ins Abwehrzentrum.

Italien, bzw. Prandelli, hat wohl durch den Confed-Cup die Wichtigkeit des von euch so schön betonten Rhytmus unter den speziellen klimatischen Bedingungen erkannt. Ich hoffe noch auf einen ausführlichen Artikel von euch zu diesem Thema.

Alles in allem macht diese Squadra einfach Lust auf mehr.

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Yeezy 16. Juni 2014 um 13:23

Gegen Costa Rica wäre es möglich Insigne statt Verratti einzubinden. Gegen stärkere Teams oder generell später in der K.O.-Phase wird Prandelli aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder auf die totale Kompaktheit im Mittelfeldzentrum setzen. Da könnte ich mir sogar eher noch Thiago Motta in der Startelf vorstellen.
Im momentanen System kommt – wie Du schon richtig sagtest – Balotelli mehr die Rolle des Wandspielers als die Rolle des spielenden Stürmers zu. Das muss Prandelli für das Zubetonieren der Mittelfeldzentrale allerdings in Kauf nehmen. Das ebenfalls bewährte 4-3-1-2 würde den individuellen Stärken eines Balotellis eher entgegen kommen. In diesem System beraubt man sich dann aber doch ein weniger der Breite. Schließlich ist es vornehmlich Candreva, der im momentanen System einen richtigen Flügelspieler (rechts) verkörpert.

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mh 15. Juni 2014 um 13:39

England von der Formation her ähnlich wie Brasilien, auch ein „broken team“. Nur leider ohne die nötige Klasse dafür, vor allem in der Defensive. Und nach vorn leicht ausrechenbar mit Flügelfokus und Rechtsüberladung.
Dagegen Italien quasi das neue Spanien, zumal sich das Original am Freitag etwas untreu wurde (z.B. lange Bälle). Toll die Fluidität zwischen de Rossi, Pirlo und Verratti – alle drei enorm ballsicher. Zudem die Asymmetrie (rechts beide höher)…
Somit gewann m.E. nicht das erfahrene, abgezockte Team gegen die jungen Wilden sondern die klarere strategische und modernere taktische Ausrichtung…

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blub 15. Juni 2014 um 15:49

Von der Qualität der Offensivspieler steht England nicht hinter Brasilien zurück, nur sind a) die Spieler nicht gut abgestimmt und eingebunden und b) steht die defensive nicht im ansatz so sicher.

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mh 15. Juni 2014 um 23:38

Ich sehe schon auch in der Offensive noch Unterschiede zu Brasilien

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RM 15. Juni 2014 um 23:48

Ja, ich auch. Mit Lambert, Lallana, Henderson, Oxlade-Chamberlain, Wilshere, Barkley, Sterling, Sturridge, Welbeck und Rooney ist England in der Offensive (Flügelstürmer, Mittelstürmer, Zehner und Achter) noch ein kleines Stück stärker.

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mh 16. Juni 2014 um 01:45

Quantitativ sicherlich. Ansonsten haben die meisten davon escin der Nationalelf gegen namhafte Gegner noch nicht bewiesen. In der Hinsicht sehe ich Brasilien (Neymar, Fred, Hulk) schon zumindest konstanter, auch wenn England grosses Potential hat

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MR 16. Juni 2014 um 06:13

DIE HABEN SICH NOCH NICHT BEWIESEN!!!!

mh 16. Juni 2014 um 10:30

@MR: Na ja. der Confed Cup im eigenen Land war für die auch keine Gaudiveranstaltung…
Wie auch immer, beide Teams werden es m.E. schwer haben, ihre Ziele zu erreichen, wenn sie keine bessere Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen hinbekommen.

RM 16. Juni 2014 um 10:40

Qualitativ für mich auch. Willian, Oscar, Neymar, Bernard hätten es bei mir in die englische Offensive geschafft; 4 von 10 oder 11 (Hulk, Fred, Jo, Paulinho, Hernanes, Ramires ein Nein, Sturridge, Rooney, Sterling, Barkley, Welbeck, Wilshere, Oxlade-Chamberlain ein Ja). Aber gut, vielleicht nur Geschmackssache.


Yeezy 15. Juni 2014 um 13:19

Auch das gestrige Spiel hat wieder mal gezeigt, dass die Squadra scheinbar von Natur aus einfach so ungemein abgezockt ist. Ihre Spielanlage ist – wie so häufig – sehr reif und eines Topfavoriten würdig. Das Mittelfeld ist fast zu jedem Zeitpunkt des Spiels sehr stabil und mit äußerst passsicheren Spielern besetzt. Gefährlich für den Gegner wird es immer dann, wenn man sich das italienische Tempo bzw. das italienische Spiel im allgemein aufzwingen lässt und gerade den Herren Pirlo seine Kreise ziehen lässt.

Die rechte Seite mit Darmian und Candreva hat mir gut gefallen. Besonders Letzterer bestätigt seinen Saisonleistungen. Er gibt dem italienischen Mittelfeld mehr Breite und ist einer der wenigen echten Flügelspieler im Kader. Dazu schlägt er hervorragende Flanken. Für mich ein bisschen der ‚unsung hero‘ der Squadra, da er dem Team vor allem offensiv viel gibt.

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Yeezy 15. Juni 2014 um 13:23

Apropos Candreva – mir ist in der WM-Vorschau ein kleiner Fehler in der Auflistung der Spieler aufgefallen. Er spielt bei Lazio Rom und nicht dem FC Parma 😉

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blub 15. Juni 2014 um 13:08

Habe nur einen stream ohne ton gescahut, war Bonucci verletzt?
Paletta war für mich unerwartet.

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CE 15. Juni 2014 um 13:43

Er war meines Wissens nicht verletzt. Auch in den Medien war zum Teil zu lesen, dass die Entscheidung zwischen Paletta und Bonucci fällt. Der Juve-Verteidiger ist nicht unumstritten.

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yoda 15. Juni 2014 um 14:07

Keiner der beiden ist in der Innenverteidigung gesetzt. Paletta hat nur gespielt, weil sich De Sciglio im Training verletzt hat und deshalb Chiellini seinen Platz übernehmen musste.

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CE 15. Juni 2014 um 14:14

Ja. Natürlich unter diesem Gesichtspunkt gab es die Entscheidung zwischen Paletta und Bonucci.

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juventino 15. Juni 2014 um 15:33

Wie steht es denn nun um de Sciglio, kann er im nächsten Spiel wieder auflaufen? Und war Abate auch verletzt? Ich muss sagen, dass mir Darmian sehr gefallen hat, habe Abate eigentlich nicht wirklich vermisst.

Causa Paletta: Riesenflop, hat mich überhaupt nicht überzeugt. Im Freundschaftsspiel gegen Spanien wusste er noch zu gefallen, gestern schien er mir eigentlich die grösste Schwachstelle der Deffensive.

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Demetrios 15. Juni 2014 um 15:46

Ich denke, Darmian könnte sich noch als Schwachstelle in der Defensive herausstellen (oder auch Abate, der ist völlig außer Form und nur aus Alternativlosigkeit dabei). Darmian war defensiv nur gefordert, wenn sein Einrücken gefragt war, das hat er allerdings gut gemacht.
England hat die rechte italienische Seite auch quasi gar nicht bespielt, das war schon erschreckend variationsarm, was England in der Offensive geboten hat.

Sehe Rooney übrigens mittelfristig auf der 8, sowohl bei Manchester, als auch bei England, vielleicht schon bei dieser WM.

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maratonna 15. Juni 2014 um 12:12

Die Engländer hatten wirklich, gerade bei dieser athletischen Angriffsreihe ein total schlechtes Angriffspressing. Viel zu wenig Druckaufbau….von Anfang an. Bei den vorherrschenden Klimabedingungen ist natürlich klar, das im Laufe des Spiels jeder Schritt schwer fällt. Dadurch waren die Italiener mit ihrem kontrollierten Spiel und aufgrund des Spielverlaufs im Vorteil. Ich finde die einzelnen Spieler der englischen 4er Angriffsreihe wirklich klasse. Aber gegen die Italiener/bei diesem Wetter wäre es vielleicht besser gewesen einen Spieler (Welbeck) vorne abzuziehen und mit einem kombinativeren Spieler ( Barkley,Oxlade,Wilshere) zu starten. Um dann in der letzten halben Stunde, wenn die Räume da sind, die schnellen Spieler einzusetzen, ähnlich wie Löw das wahrscheinlich mit Schürrle,Podolski machen wird.Die Spielanlage war zu vertikal und Rooney schlecht eingebunden.

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MTT_FCB 15. Juni 2014 um 11:58

Gerade bei Ballbesitz Pirlo: Es schien manchmal so, als wollten die Engländer den Zwischenlinienraum zulaufen, wenn Pirlo an den Ball kam, was allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt war. Kann es sein, dass das ein Konzept war oder eher zufällig passierte?

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CE 15. Juni 2014 um 13:45

Sicherlich wollte man den Raum gut gegen Pirlos Pässe und lange Zuspiele sichern. Zudem ist direktes Pressing gegen den italienischen MF-Block schwierig. Die können sich immer wieder „herauskombinieren“. In dieser Hinsicht ist auch Verratti goldwert.

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fluxkompensator 15. Juni 2014 um 11:52

zu erwähnen vielleicht noch die situative 4-1-4-1 anordnung italiens gegen den ball. englands 4-4-1-1 war zwar legitim, aber de abstand zwischen den ketten war einige male enorm groß, auch die verschiebungen waren einige male sehr chaotisch, in summe taktisch sehr unsauber.

für mich war das gesamte spiel taktisch eher bieder, kaum aktionen im zwischenlinienraum (besonders italien wusste dabei zu enttäuschen)…

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