Spanien – Niederlande 1:5

5-0-5, wieso nicht? Van Gaals Plan geht auf, Spanien wird abgeschossen.

„Es ist ganz einfach: Es spielen Nummer Eins bis Elf“, hatte Louis van Gaal schon am Tag vor dem Spiel verraten. Wie erwartet ließ der Bondscoach seine Mannschaft im 3-4-1-2 auflaufen. Vor sieben eher defensiv ausgerichteten Spielern sollte das Superstar-Trio Robben, Sneijder und van Persie viele Freiheiten bekommen.

Spaniens Trainer Vicente del Bosque verzichtete auf Breite und bot fĂŒnf seiner Spielmacher auf: Neben Busquets, Xabi Alonso und Xavi spielten Iniesta und Silva hinter StoßstĂŒrmer Diego Costa. Schon im Vorfeld der EM 2012 hatten wir das „Spielmacher-Paradoxon“ thematisiert und die Vor- und Nachteile der Kombination Alonso-Xavi-Busquets abgewĂ€gt.

Das nominelle 4-2-3-1 der Spanier entpuppte sich schnell als asymmetrisches 4-3-3, in dem Alonso halblinks tiefer spielte als Xavi halbrechts.

Spaniens Abkippen…

Im Aufbau bildete Busquets wie beim FC Barcelona die zentrale Anspielstation, die dank unmenschlicher Pressingresistenz erst gar nicht abkippen muss.

Diese Bewegungen ĂŒbernahmen Xabi Alonso, der links immer wieder hinter den weit vorrĂŒckenden Jordi Alba abkippte, und Xavi, der zwischen rechtem Halbraum und Zehnerraum pendelte.

Dem Abkippen der beiden Achter begegnete die Elftal auf unkonventionelle Art und Weise: De Guzman und de Jong folgten den Xavi und Alonso bis weit in die gegnerische HĂ€lfte.

… und die ungewöhnliche Reaktion darauf

Dort reihte sich Wesley Sneijder zwischen der Doppelspitze ein, sodass ein Dreiersturm entstand. Das Trio blieb jedoch sehr passiv und beschrĂ€nkte sich darauf, die zentralen Passwege zuzustellen. Dabei agierten die drei Superstars sehr eng beeinander. Wenn de Guzman und de Jong Xavi und Alonso beim Abkippen verfolgten, entstanden teilweise absurd wirkende FĂŒnferketten in vorderster Linie.

Die großen RĂ€ume hinter der vordersten Reihe kontrollierte van Gaals Elf ĂŒber Mannorientierungen und gutes HerausrĂŒcken. Hier gefielen vor allem Martins Indi und de Vrij, die gut antizipierten und ihre starke Physis einbrachten.

Das situative 5-0-5-(0) war in der Regel extrem kompakt, sodass die Spanier umdenken mussten.

505

Die NiederlĂ€nder pressten teilweise in einem unorthodoxen, passiven 5-0-5. Das spanische Abkippen kontrollierte „Oranje“ ĂŒber Mannorientierungen der Sechser, den eigenen Sechserraum verteidigten sie ĂŒber den Deckungsschatten des Offensivtrios. Kam doch einmal ein Ball ins Zentrum, rĂŒckten die Abwehrspieler flexibel heraus. In der Regel verlegte Spanien sich jedoch auf die Ballzirkulation der tiefen Spieler ohne Raumgewinn. Zugriff erhielten die NiederlĂ€nder meistens auf den Außenbahnen, wo Alba und Azpilicueta leicht isoliert werden konnten.

Spanien fokussiert Costas StÀrken

Spaniens Plan B hieß Diego Costa. Der Sturmtank, dessen WM-Teilnahme bis zuletzt auf der Kippe gestanden hatte, zeigte zwischenzeitlich ein gut abgestimmtes Zusammenspiel mit Iniesta und Silva. Wenn die beiden KreativkrĂ€fte von den FlĂŒgeln aus in den Halbraum oder in den Zehnerraum auswichen, wurden sie von Janmaat und Blind mannorieniert verfolgt.

Costa suchte in diesen Szenen die RĂ€ume neben den Ă€ußeren Innenverteidigern, bevorzugt auf der linken Seite. Dort kam der physisch starke Angreifer mehrere Male in direkte Duelle mit de Vrij und Vlaar kommen. Die beiden Verteidiger lösten diese Szenen in der Regel sehr gut, de Vrij kam am Ende der Partie auf ĂŒberragende acht erfolgreiche Tacklings.

Trotzdem hatte man bei all diesen Eins-gegen-Eins-Situationen das GefĂŒhl, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Costa einen Durchbruch schaffen könnte. Zu einer guten Chance kam er nicht, einen höchst umstrittenen Elfmeter holte er jedoch heraus – die FĂŒhrung fĂŒr Spanien.

Wing-Backs als Ausweichstation

Geht Spanien in FĂŒhrung, ist das Spiel meistens tot – der Gegner kommt kaum noch an den Ball. Nicht jedoch mit van Gaal: Die NiederlĂ€nde pressten weiter in ihrer unorthodoxen Art und Weise. Der Grat zwischen totaler Kompaktheit – die Ketten standen teilweise gerade einmal 15 Meter auseinander – und völligem Harakiri war schmal, ein einziger Durchbruch Spaniens hĂ€tte die Vorentscheidung bringen können.

Der Drahtseilakt ging jedoch gut, Holland blieb durch die vielen Mannorientierungen unangenehm, Spanien fand keinen Rhythmus. Mit der Zeit besserte sich „Oranje“ auch in Ballbesitz und konnte den Finalgegner von 2010 einige Male ins Laufen bringen.

Die Startformationen

Die Startformationen

Besonders wichtig dabei: die FlĂŒgellĂ€ufer. Blind und Janmaat zeigten sich in ihren horizontalen und vertikalen Bewegungen sehr balanciert. So dosierten sie ihre VorstĂ¶ĂŸe gut und wechselten passend zwischen der Rolle als Anspielstation in die Tiefe und RĂŒckpassoption.

Weil Robben und van Persie mit ihren Bewegungen dafĂŒr sorgten, dass die gesamte spanische Viererkette gebunden war und die Rollen von Iniesta und Silva so zentral interpretiert wurden, bekamen Janmaat und Blind viele Freiheiten.

Pendelte einer der drei Offensivstars auf den FlĂŒgel, rĂŒckte der jeweilige Wing-Back ein und stellte zusammen mit den Sechsern ein leichtes Übergewicht her, was bei der risikolosen Ballzirkulation half.

Im offensiven Umschaltspiel setzte die „Elftal“ dann genau das um, was Kollege MR in unserer WM-Vorschau als ein mögliches Mittel gegen Spanien angepriesen hat: Verlagerungen beim Konter.

Gewannen die NiederlĂ€nder den Ball, lösten sie das spanische Gegenpressing einige Male ĂŒber die breiten FlĂŒgellĂ€ufer auf, die dann direkt diagonal gegen die spanische Verschiebebewegung spielten. Auf diese Art und Weise fielen die beiden ersten Treffer der Van-Gaal-Elf.

Del Bosque wechselt – zu spĂ€t?

Erst nach einer guten Stunde wechselte Vicente del Bosque. Pedro und Torres ersetzten Diego Costa und Xabi Alonso. Iniesta rĂŒckte nun endgĂŒltig ins Zentrum, Pedro ging auf den linken FlĂŒgel. Der umtriebige FlĂŒgelspieler wurde jedoch kaum einmal passend eingebunden, die NiederlĂ€nder schafften es weiterhin gut, die Spanier auf den Außenbahnen zu isolieren.

Van Gaals Team zog sich etwas weiter zurĂŒck und spielte nun aus einer 5-2-3-Ordnung ein passives Mittelfeldpressing. Das Offensivtrio versuchte dabei stets zwischen dem eigenen Tor und dem Barca-Trio im spanischen Mittelfeld zu bleiben, sodass die Verbindungen in der Vertikalen gekapp wurden.

Formationen Ende

Die Formationen zum Ende des Spiels

Um im Zwischenlinienraum PrĂ€senz zu erzeugen, löste sich Iniesta hĂ€ufiger nach vorne, unterstĂŒtzt wurde er vom einrĂŒckenden Silva. Die Außenverteidiger schoben dementsprechend weiter vor, um die niederlĂ€ndische Formation zu strecken.

Die Spanier verpassten es jedoch einige Male, Azpilicueta oder Alba per Spielverlagerung in aussichtsreiche Situationen zu bringen, Xavi und Co. drehten zu oft ab und suchten den RĂŒckpass.

Rhythmuswechsel zerstört Spanien

Mit dem 3:1 durch de Vrij war Spanien gezwungen, direkter zu werden. Hierbei verloren die Iberer völlig den Rhythmus (der ohnehin nicht gut war) und suchten zu schnell und unvorbereitet die letzten oder vorletzten PÀsse.

Die disziplinierten NiederlĂ€nder versperrten weiterhin das Zentrum. Die schlecht vorbereiteten Angriffe der Spanier fingen sie vor allem ĂŒber ihre körperliche Überlegenheit ab und konterten gefĂ€hrlich.

Sneijder fungierte hier als Umschaltstation und bediente Robben und van Persie, die vor allem die RĂ€ume hinter Alba und Azpilicueta suchten. Mit ihrer unglaublichen Geschwindigkeit stellten sie Ramos (der eigentlich zu den schnellsten Innenverteidigern gehört) und PiquĂ© vor unlösbare Probleme, individuelle Fehler taten ihr Übriges.

Die durch die Mannorientierungen am Ende völlig entnervten Spanier ließen den NiederlĂ€ndern noch mehrfach riesige RĂ€ume und Gelegenheiten, die auch fĂŒr ein höheres Ergebnis hĂ€tten sorgen können.

Und sonst noch?

  • Zehn SchĂŒsse brachten die NiederlĂ€nder auf das spanische Tor – so viele mussten die Iberer seit der WM-Datenerfassung 1966 noch nie hinnehmen
  • Van Gaal hielt die Spanier aus dem Zehnerraum heraus, im Zentrum mussten kaum ZweikĂ€mpfe gefĂŒhrt werden.
  • Spanien gelangen nur drei PĂ€sse in den Strafraum hinein.
  • Zentrumskontrolle? Der Titelfavorit musste hĂ€ufiger auf die FlĂŒgel ausweichen als gewollt: 68% der Angriffe kamen ĂŒber außen
  • Individuelle Klasse: Robben zeigte sich in seiner Freirolle im Angriff sehr sprint- und risikofreudig. Vier der zwölf niederlĂ€ndischen Dribblings gingen auf den Linksfuß.

Fazit

Ein denkwĂŒrdiges Spiel. Dennoch sollte man nun nicht den Fehler machen, das Spiel ĂŒberzubewerten. Spanien machte unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig viele – und vor allem schwere – Fehler, wĂ€hrend bei den NiederlĂ€ndern zwischenzeitlich alles (Abschluss, BefreiungsschlĂ€ge zum Mann, BallglĂŒck etc.) klappte.

Gegen die pressing- und konterstarken Chilenen steht der amtierende Weltmeister nun jedoch unter großem Druck. Del Bosque wird wohl Alonso aus der Stammelf nehmen, um die (theoretische) StabilitĂ€t gegen mehr Durchschlagskraft (Pedro, Fabregas, Villa) auszutauschen.

FAB 18. Juni 2014 um 17:12

Bin mal gespannt auf die Aufstellung von Spanien heute. So wie ich Del Bosque bzw. Spanien einschĂ€tze, werden nicht unbedingt die richtigen SchlĂŒsse gezogen. Ich könnte mir vorstellen, dass Diego Costa fĂŒr Fabregas weichen muss. Also wieder mit falscher Neun gespielt wird. Irgendwie habe ich das GefĂŒhl, das geht fĂŒr Spanien wieder in die Hose …

Meine Aufstellung fĂŒr heute wĂ€re: Casillas,Azpicilueta,Pique,Ramos,Alba-Busquets,Martinez,Iniesta-Silva,Diego Costa,Koke
Sozusagen als Simulation der deutschen Portugal Aufstellung, Martinez als Khedira und Iniesta als Kroos …

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Koom 18. Juni 2014 um 18:47

Ich erwarte Spanien bis auf de von dir erwarteten Wechsel (Costa Fabregas) unverÀndert. Man wird die VertikalitÀt wieder runterfahren, Ruhe predigen und den Spanien-eigenen Stiefel runterspielen.

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Guergen 18. Juni 2014 um 18:57

Angeblich soll ja Martinez fĂŒr Pique in die IV rĂŒcken. Kann ich mir auch sehr gut vorstellen, denn dass man da nach dem Spiel gegen die Neiderlande was Ă€ndert ist nicht unwahrscheinlich und Martinez hat das doch in der Vorbereitung mehr als gut gemacht.

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RM 18. Juni 2014 um 20:22

Auf Abseits.at mache ich ĂŒbrigens eine Liveanalyse, wo ich schon einige EinschĂ€tzungen vor dem Spiel verfasst habe:
http://www.abseits.at/wm-2014/wm-2014-taktikanalyse/live-taktikticker-spanien-chile-ab-2030-uhr/

(dafĂŒr wird bis 21 Uhr, also bis Spielbeginn, kaum noch etwas kommen)

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Soeren 18. Juni 2014 um 12:20

Martins Indi war der Wahnsinn. Ich konnte meinen Augen kaum glauben als ich sah, dass er als linker Innenverteidiger regelmĂ€ĂŸig David Silva in Manndeckung nahm und ihm quer ĂŒber das ganze SPielfeld folgte. Situativ hat er im Pressing sogar die Innenverteidiger der Spanier angelaufen… ich hatte das GefĂŒhl er wĂŒrde immer 10 Minuten Innenverteidiger spielen und zwischendurch einfach mal die 6 ĂŒbernehmen… im Defensivverhalten wohlgemerkt. Ich glaube von dem Kerl werden wir noch viel hören und viele von van Gaals (Defensiv-)Ideen basierten darauf dass er so seltsame Dinge tut.

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AP 17. Juni 2014 um 12:40

Jetzt mĂŒsste man nur noch Pinto fragen, woher er das hat… Oder spielt Costa Rica immer so, weil praktisch jeder ihrer Gegner zur Ballbesitztmaschine wird. Irgendwie muss sich doch der Ursprung ermitteln lassen 🙂

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AP 17. Juni 2014 um 00:21

1. Frage. Warum braucht es Monate bis der gute Louis das 5-2-2-1 gg diese Ballbesitzmaschinen auspackt? Hat der gute Thomas jetzt erst Zeit gefunden und durchgeklingelt?
2. Frage. Wenn der gute Thomas den Bayern und dem guten Pep so weggetan hat mit dem System, wieso findet es keine Nachahmer?
3. Frage. Vielleicht weil ein ordentlicher Artikel dazu fehlt?
4. Frage. Wann kommt der Artikel.

„3-4-2-1 zu 5-2-2-1 zu 4-3-1-2 oder auch, wie der gute Thomas die WM im Urlaub beeinflusst“

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Koom 17. Juni 2014 um 10:14

Van Gaal hat ja nicht dauernd gegen Spanien gespielt. Gut möglich, dass er im nĂ€chsten Spiel mit „herkömmlicher“ Viererkette spielen lĂ€sst. FĂŒr Spanien war es einfach die richtige Taktik.

Aber schon erzcool, wie Van Gaal sein Auge fĂŒr die richtigen Talente knallhart durchzieht. Da stellt er plötzlich eine Elftal auf, von denen man die HĂ€lfte kaum kennt und die ledert mal eben den Welt- und Europameister, aus dem Land des CL- und EL-Siegers, ab. Wenn er so frei auch bei ManU sein Ding durchziehen kann, werden die langfristig sehr davon profitieren. Die Bayern taten das auch sehr lange (die N11 sowieso – MĂŒller).

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AP 17. Juni 2014 um 11:05

Ja klar. Aber als „Gegenrezept“ war das ja keine Neuheit, sofern man als Berichterstatter die Buli bzw. Tuchels Jungs verfolgt.

WÀre ja auch gegen die N11 keine schlechte Aufstellung, da man dann Àhnlich die unbesetzten RÀume bespielen kann.

Ich hÀtte gestern gern Portugal im 5-2-1-2 gesehen

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Koom 17. Juni 2014 um 11:18

Ja, neu ist das nicht. Tuchel seinerseits hat das ja von Costa Rica (!) abgeschaut (als er Diaz mal beobachtete). Aber um das gegen tiki-taka-artige Teams erfolgreich einzusetzen, brauchst du dann auch die richtigen Leute. Idealerweise natĂŒrlich so urschnelle Typen wie Robben oder Goalgetter wie van Persie.

Gegen Deutschland hĂ€tte das IMO nicht so viel gebracht wie gegen Spanien, weil die „Zweiteilung“ der N11 diese Konter besser im Griff gehabt hĂ€tte. Robben wĂ€re dann einfach gegen die 4-IV-Mauer + Lahm geprallt, die vor allem schon hinten gewesen wĂ€re und nicht wie Pique und Ramos deutlich weiter vorne (und damit angreifbarer).

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AP 17. Juni 2014 um 12:33

Ist das dein Ernst (Costa Rica)? Die haben das im 5-4-1 net schlecht gemacht, auch wenn die Urus schlecht waren.

Zu Holland.
Mit dem Ball, wĂŒrden ja (rein theoretisch) unsere offensiven 3 nicht so den Raum finden und die N11 mehr ĂŒber die AV spielen mĂŒssen, da die Mitte zu ist und die AVdafĂŒr aufrĂŒcken und automatisch Platz in den Schnittstellen fĂŒr Hollands Flitzer anbieten.
Im Ballbesitz wĂŒrde Holland im 3-4-3 spielen und da wĂ€re ich gespannt, wie die N11 die Balance hinbekommt. Krass gesagt ist ein CR bzw. Nani fĂŒr Boateng/Höwedes leichter zu verteidigen als ein Blind oder sonst so ein AV.
Ausgehend natĂŒrlich vom 4-3-3 der deutschen N11.

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Koom 17. Juni 2014 um 12:38

Hat Tuchel damals selbst gesagt, als er die FĂŒnferkette dieser Art gegen die Bayern brachte. Ich weiß nicht, ob die das exakt so gespielt haben, aber seine Inspiration hatte er zumindest daher.


Martin01 16. Juni 2014 um 15:51

Erstaunlich fand ich wie einfach es den HollĂ€ndern gelang das Zentrum zu machen. Genau der Raum in dem die Spanier normalerweise ihr Kurzpasspiel aufziehen und Überzahlsituationen schaffen. Die Offensive-Dreierreihe Robben-van Persie-Sneijder besetzte genau diesen Raum und Xavi als auch Busquets ließen sich immer wieder nach hinten fallen. Dabei gingen die HollĂ€nder nicht mal agressiv zu Werke sondern eher abwartend. Phasenweise standen im Spielaufbau Ramos, Pique, Busquets,Xavi und die AV’s hinter der Ersten Angriffsreihe der NiederlĂ€nder. Selbst wenn die AV’s weiter aufrĂŒckten, hatten sie bei Ballbesitz nur eine Option fĂŒr PĂ€sse nach vorne ooder zur Seite.

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Koom 16. Juni 2014 um 16:17

Was wohl sehr half, war das stetige (abgesicherte) HerausrĂŒcken aus der FĂŒnferkette, wie es Tuchels Mainzer gegen die Bayern bspw. in der Bundesliga getan haben (und dort gut klappte, bis sich am Ende doch vor allem individuelle Klasse durchsetzte). Steht ja auch im Artikel gleich recht frĂŒh, dass das eine typische, aber ungewöhnliche Reaktion war.

Das, vermutlich gepaart mit dem vertikaleren Ansatz der Spanier, fĂŒhrte dann wohl zu diesem Ergebnis.

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ST 16. Juni 2014 um 07:50

Das gemein ist, dass die Spanier jetzt gegen Chile gewinnen MÜSSEN, sonst sind sie raus! Chile hat schon 3 Punkte, noch ein weiterer gegen Spanien plus das jetzt schlechte TorverhĂ€ltnis der Spanier dĂŒrfte sonst nicht reichen. Rechnet das mal am Tabellenrechner durch…

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boecko 15. Juni 2014 um 10:27

Macht nicht del Bosque den gleichen Fehler wie Guardiola im CL-Halbfinale gg Madrid, in dem er MartĂ­nez nicht aufstellt?
MartĂ­nez ist ein AbrĂ€umer/antzipator vor dem Herrn und diese Eigenschaften sind ganz nĂŒtzlich gg konterstarke Mannschaften. Das Spiel der Spanier mag ja dann nicht so variabel sein, aber man wĂ€re in der Verteilung stabiler (vgl Bayern – DFB Pokal finale)

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boecko 15. Juni 2014 um 10:29

Verteilung sollte Verteidigung heissen

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Tesco 15. Juni 2014 um 20:06

Wenn er weder von Del Bosque noch von Guardiola aufgestellt wurde heißt das schlicht er wird hier im Forum ĂŒberschĂ€tzt

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Tesco 15. Juni 2014 um 20:26

Wenn beide Trainer ihn nicht aufstellen ist er vermutlich einfach zu schwach und wird hier ĂŒberschĂ€tzt.

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MR 15. Juni 2014 um 22:53

Heynckes hat ihn aufgestellt, was nun?

Aber wieso zum Teufel soll ein AbrĂ€umer ausgerechnet gegen konterstarke Mannschaften hilfreich sein und was hat diese Niederlage hier mit Kontern zu tun? Aus einem Konter resultierte nur das fĂŒnfte Tor und so ein bisschen das zweite, aber bei den ersten beiden wurde das Zentrum sowieso ĂŒberflankt.

Ist ja nicht so, als wĂ€ren Xabi und Busquets im Spiel gegen den Ball jetzt total Scheiße…

Bitte das Niveau der Argumente an dieser Stelle hochschrauben. Danke.

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mh 15. Juni 2014 um 23:37

Mit den Kontern? Nix… Wenn ĂŒberhaupt, dann zum Schaffen von Überzahl gegen zwei Angreifer mithilfe einer Dreierkette in der Abwehr. Die 1:1-Situationen gegen Robben und van Persie sind schon brandgefĂ€hrlich. Aber es konnte natĂŒrlich niemand ahnen, dass Ramos und Pique so einen gebrauchten Tag haben

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blub 16. Juni 2014 um 00:57

Es sind ja nicht nur die zwei, sondern auch die offensivabteilung die, aus diversen grĂŒnden, garnix auf die reihe gekriegt hat.

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mh 16. Juni 2014 um 01:43

Richtig. Aber hier geht es ja um möglichen Einsatz von Martinez (alternativ natĂŒrlich auf der 6 denkbar)

blub 16. Juni 2014 um 09:06

Martinez sall hier aber mit der besseren absicherung von kontern begrĂŒndet werden.
Das könnte man halt auch mit besseren angriffen oder besserem Gegenpressing (oder x anderen Dingen) erreichen. Es ist halt quatsch Tore aus Kontern immer den Verteidigern anzulasten. Wenn jemand ĂŒberhaupt so in ein 1gg1 gehen muss haben vorher schon minimum 3 Leute nen Fehler gemacht.


mh 14. Juni 2014 um 23:19

Zentrumskontrolle und Pressing auf „richtiger Höhe“ (hier im MF) wurden ja schon wiederholt als Erfolgsfaktoren der NiederlĂ€nder in diesem Spiel genannt. Beim 3-4-1-2 wurde bisher meist die Dreierabwehrkette hervorgehoben, die in der Tat gut passte. Aus meiner Sicht aber fast noch wichtiger war das Spielen mit zwei echten StĂŒrmern. Sicher spielt die individuelle Weltklasse von Robben und van Persie eine Rolle, aber auch strategisch (i.S.v. selbst agieren) und taktisch (keine Überzahl der spanischen IV) war das sehr hilfreich. Mal sehen, ob Chile das wiederholt…

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Christian 14. Juni 2014 um 21:14

Meiner Meinung nach wurde das spanische Spiel durch die Ausrichtung auf Diego Costa zerstört. Er wurde gesucht, es gab gezielte SteilpÀsse und Flanken.
Das ist aber nicht das spanische Spiel. So kann ein Team spielen bei dem der StĂŒrmer die StĂ€rke ist. Spanien braucht keinen solchen StoßstĂŒrmer. Ich habe Diego Costa in meinem Managerspiel-Team und war enttĂ€uscht, er muss raus.

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Izi 14. Juni 2014 um 17:25

Ich wurde gestern bei dem Spiel das GefĂŒhl nicht los, van Gaal hĂ€tte in eurem WM-Heft gestöbert… Die HollĂ€nder haben praktisch alle Optionen, erfolgreich gegen Spanien zu sein, die MR unter „Wie kann man Spanien knacken“ aufgefĂŒhrt hat, umgesetzt! 🙂

Dennoch gab es gerade in der ersten Halbzeit einige Situationen, in denen Spanien fast gefĂ€hrlich geworden wĂ€re… Ich bin gespannt, wie es fĂŒr beide Teams weitergeht!

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MR 14. Juni 2014 um 17:36

Louis ist halt ein kompetenter Dude.

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Guergen 14. Juni 2014 um 16:17

Wer war eigentlich bei den letzten Turnieren nach dem ersten Spiel – oder den ersten Spielen – bereits „sicherer“ Welt/Europameister. Ich kann mich da gleich mehrmals an Argentinien erinnern… bei der Euro 2008 war es ja auch Holland. War damals auch ganz Ă€hnlich, da hat man erstmal den amtierenden Weltmeister und dann auch noch den Vizeweltmeister zerstört.

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ode. 14. Juni 2014 um 16:12

Ach so: Wieso stehen eigentlich Isco und Carvajal nicht bei Spanien im Kader? Isco ist doch eigentlich auch ein Kandidat, der statt Alonso oder Xavi mal den Umbruch einlĂ€uten könnte. Wie Thiago auch (aus bekannten GrĂŒnden nicht dabei…)

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Isco 15. Juni 2014 um 12:56

Thiago ist verletzt soweit ich weiß..
Carvajal wĂ€re auch meine favorisierte Option auf rechts gewesen, zumindest statt Juanfran. Isco ist natĂŒrlich auch sehr gut, aber bspw. mit Iniesta kann man das selbe umsetzen wie mit Isco.
Ich wĂŒrde eigentlich gerne Busquets, Iniesta und Koke im MF sehen 😉

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ode. 14. Juni 2014 um 16:07

Es war schön zu sehen, wie sehr man sich gegen Spanien darauf verlassen kann, dass schnelle Spielverlagerungen nicht stattfinden. Ich denke, das haben sie HollĂ€nder wohl auch ein wenig getan. Manchmal sah man richtig die freie Seite und dachte: „Wenn er jetzt rĂŒber passen wĂŒrde…“ Aber so konnten die HollĂ€nder die Spanier immer wieder ins klein-klein zwingen. Komischerweise hat das gut geklappt. Eigentlich ja die Paradedisziplin der Iberer…

Bin sehr gespannt, ob Chile das gegen Holland besser macht. Die haben deutlich bessere AnsĂ€tze gezeigt, aber zwischendurch auch merkwĂŒrdige SchwĂ€chen. Bin gespannt, auf die beiden kommenden Partien der Chilenen.

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Maratonna 14. Juni 2014 um 16:00

Die HollĂ€nder waren medial hinter Chile und Spanien doch schon abgeschrieben, wie schnell der Wind wieder dreht. Sie nutzten einfach in der 2. Halbzeit das Momentum. Klar war das auch Van Gaals Strategie, die mich in Anbetracht des vorhandenen Spielermaterials auch ĂŒberzeugt. 5 Mann breit hinten drin, 3 davor und das typische Van Gaal Ballbesitzspiel, wie an der Schnur hinten rum aufgezogen. Sichere Zirkulation, um dann explosionsartig auf die 3 Vorderen zu spielen. Sie hatten wirklich relativ viel Possession mit 43%:57%, alleine das ist schon ein probates Mittel um nicht nur hinterherzurennen. Doch hĂ€tte Spanien das Spiel schon in der 1.Hz. entscheiden können. Trotzdem haben sie mich nicht ĂŒberzeugt. Ich denke ein 3er Mittelfeld mit Busquets, Alonso und Xavi
ist dann doch ein bisschen ĂŒberholt. Del Bosque sollte ĂŒber die ein oder andere personelle Alternative nachdenken, er muss und wird sicher behutsam vorgehen. Koke, Fabregas oder Martinez!!!!!! Oder selbst hinten mit 3 Mann spielen.

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Christian 14. Juni 2014 um 21:12

Sie hatten wirklich relativ viel Possession.
Deutsch?

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Studinho 14. Juni 2014 um 15:28

Der Trend geht zurĂŒck zur 3er-Kette mit hochstehenden Außenverteidigern. So hat van Gaal es spielen lassen gestern Abend, Guardiola im DFB-Pokalfinale und in Italien ist es zumindest in der Liga bereits Gang und Gebe. Und es macht auch Sinn! Da die meisten Teams nur noch mit einer wirklichen Spitze spielen, kann man das so machen. Das Prinzip wird sich in der kommenden Zeit auf gesamter Eben bewĂ€hren.

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ode. 14. Juni 2014 um 16:28

Ich denke nicht, dass der eine StĂŒrmer, den viele aufbieten, der Grund fĂŒr die 3er-Kette ist. Im Gegenteil. Gegen einen StĂŒrmer kann man besser mit einer 4er-Kette spielen. Dann hat man im Zentrum noch eine Überzahl von 2 IVs gegen 1 MS. Eine 3-er-Kette gegen nur einen StĂŒrmer ist im Grunde ein Spieler verschenkt. Denn eine 3:1-Situation ist normalerweise unnötig. Man beraubt sich nur der Anspielstationen weiter vorne.

Gegen Spanien ist die 3-er-Kette deshalb sinnvoll, weil sie das Zentrum besser zu macht. Dabei werden LĂŒcken eher auf den Außenpositionen gelassen (bis die AVs spĂ€ter wegen langer Wege spĂ€t eintrudeln und zur 5er-Kette komplettieren). Diese LĂŒcken auf Außen spielt Spanien aber gar nicht an, wenn sie mit Iniesta und Silva spielen, denn die beiden rĂŒcken normalerweise ein. Sind die Spanischen AVs so weit vorgerĂŒckt, dass sie die RĂ€ume besetzen, sind normalerweise auch die eigenen AVs der 5er-Kette wieder da.

Mit Silva und Iniesta haben wir nĂ€mlich einen StĂŒrmer und zwei abwechselnd mittig reinrauschende Spieler – also bei einer 3er-Kette ein 3:2. Bei einer 4er-Kette wĂ€re es dann ein 2:2, und das will man hinten nicht…

Auch die Chilenen haben gestern eine 3er-Kette gespielt, aber nur in Ballbesitz. So was kennt man ja auch schon aus der Bundesliga von Finks Hamburgern oder bsw. auch aus Leverkusen und Dortmund, wo ein DM in die Kette zurĂŒck fĂ€llt, damit die nominellen AVs weit rausschieben können.

Ich denke weniger, dass die 3er-Kette eine Wiederbelebung erfĂ€hrt. Viel mehr glaube ich, dass eine situativ angepasste Formation auch in der Abwehr zukĂŒnftig wichtig sein wird. Also fliegender Wechsel zwischen 4er-, 3er-Kette und sogar zwei IVs bei Ballbesitz und einem absichernden tiefen DM…

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Levin 14. Juni 2014 um 15:25

Lesenswerte Spielanalyse – vielen Dank, das hat fĂŒr mich etwas Licht ins Dunkel gebracht!
Nach diesem Spiel wird Spanien nun allerorts totgeschrieben, die Niederlande zum Geheimfavoritien hochsteri…Ă€h.. hochstilisiert. Zum GlĂŒck findet man solch ĂŒberzogene Schwarz-Weiß-Betrachtungen bei euch nicht.

Bevor ab Dienstag wieder die Löw-Kritik (mit allen berechtigten aber vor allem auch unberechtigten Argumenten) losgeht, möchte ich an dieser Stelle mal einige bekannte Argumentationstopoi auf Del Bosque anwenden, die wir vor allem aus der Löw-Hater-Ecke kennen. Man sieht, dass diese Argumente vor allem in der RĂŒckschau auf ein einzelnes Spiel greifen, bei einer Gesamtbeurteilung ĂŒber die Jahre hinweg aber kaum sachgerecht erscheinen.

– „FĂŒhrungsspieler“diskussion: Wo waren denn nach dem RĂŒckstand die Spieler von Spanien, die sich aufgebĂ€umt und ZĂ€hne gezeigt haben? Denen fehlen klar die echten Typen, die sich mit Willenskraft gegen eine Niederlage stemmen und Tore erzwingen können!

– „Leistungsprinzip“ Wieso spielt Casillas? Nach dem Leistungsprinzip mĂŒsste De Gea auflaufen!

– „Schönspieler“ Mal wieder typisch: Qualifikation locker ĂŒberstehen und sobald es um etwas geht, machen sich die Jungs in die Hose. Keine SchĂŒsse aus der zweiten Reihe, Hin- und Hergeschiebe immerfort

– „Copy/Paste-Argument“ Der Del Bosque ĂŒbernimmt nur Ideen der Vereinstrainer. Jahrelang spielt er ohne echte Neun. Aber jetzt plötzlich steht Costa vorne drin. Darauf wĂ€re der Nationaltrainer nie von alleine gekommen.

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FL aka LeFlo777 15. Juni 2014 um 02:57

und nicht zu vergessen: bei den Spaniern hat KEINER mitgesunden bei der Nationalhymne 😀

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flamencodiabolico 15. Juni 2014 um 16:28

Die spanische Nationalhymne hat keinen Text. Achte mal drauf, die Zuschauer singen alle „Loolooloooo – lolololololoooo“. Und ja, es gab mal ein paar Versuche fĂŒr einen Text, aber der einer geht nicht wegen Franco und der andere konnte sich irgendwie nicht durchsetzen.

Abgesehen davon war dieses Spiel fĂŒr mich das Paradebeispiel dafĂŒr, was passieren kann, wenn man zu lange an seinen StammkrĂ€ften festhĂ€lt und nicht rechtzeitig den Generationen-Wechsel einlĂ€utet. Van Gaal hat genau letzteres getan und wurde zu Recht belohnt. In der 2. Halbzeit kamen die Spanier immer einen Schritt zu spĂ€t.

Casillas ist weltklasse auf der Linie, aber wenn er aus dem Tor rauskommt ziegt er oft unfassbare SchwĂ€chen. Ganz schlimm wird es, wenn er plötzlich Fußball spielen, soll. Ich hab noch geschrien „Nein, nicht Casillas den Ball zu passen, das geht immer schief….!“ Naja, genau diese beiden SchwĂ€chen fĂŒhrten zu Toren in diesem Spiel. Aber es war ja nicht nur er, da gabs ĂŒberall individuelle Fehler.

Bei der letzten EM war Spanien im letzten Gruppenspiel eigentlich schon rausgeflogen, aber dann fiel in irgend einem anderen Spiel noch ein Tor. Das haben viele vergessen, aber zumindest bei der Spanischen NM hĂ€tte man die Warnzeichen sehen mĂŒssen. Auch die nĂ€chsten Spiele hatte Spanien mehr GlĂŒck als Verstand. Im Finale gegen Italien war Spanien allerdings wieder super.

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blub 15. Juni 2014 um 16:59

Oh Mann. musst du eigentlich jeden Gag kaputt machen?

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Isco 15. Juni 2014 um 18:11

Ich lese das so oft, aber ich verstehe es nicht ganz: Was kann der nicht durchgefĂŒhrte Generationenwechsel dafĂŒr, dass sich Spanien 4 Gegentore durch schwere individuelle Fehler einfĂ€ngt? Von 3 Spielern, die davon gar nicht betroffen wĂ€ren?

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sappydharma 14. Juni 2014 um 14:40

costa wird gegen chile wohl kaum beginnen. die echten neuner haben bis jetzt weniger gestochen-jelavic, fred, etoo, costa-nur van persie und cahill mit torerfolg, finde jogis plan dennoch als zu gewagt, ohne klose-backup

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holobolo 14. Juni 2014 um 14:14

Fazit:

Spanien 1.Hz gut, wenn Silva trifft ist der Deckel drauf. Stattdessen hebt Azpilicueta mega dÀmlich beim 1:1 unten das Abseits auf und Van Persie gelingt ein Traumtor.

2:1 Ramos fĂ€lscht unglĂŒcklich ab

3:1 irregulÀres Tor

danach wars halt das ĂŒbliche Konterspiel…

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hannes 14. Juni 2014 um 16:19

Das klingt ja ein wenig so, als wĂ€re alles nur GlĂŒck gewesen.

Es war ĂŒbrigens Pique, der das Abseits aufhob beim 1:1. Seit Puyol weg ist, hat er das Verteidigen ja ein wenig verlernt.

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Isco 15. Juni 2014 um 13:05

Pique hebt beim 1:1 das Abseits auf, weil er einen Vorsprung auf Robben haben will, dafĂŒr ist er beim 2:1 dann zu weit weg von ihm.
Das 3:1 war mMn auch ein Foul, das 4:1 gehört voll und ganz Casillas und beim 5:1 verliert Ramos das Laufduell (habe ich glaub ich noch nie gesehen und ich schaue jetzt schon ĂŒber Jahre praktisch jedes Spiel von ihm).

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Fabian 16. Juni 2014 um 10:10

Laut hollĂ€ndischer Presse war der Sprint von Robben der schnellste jemals bei einer WM gemessene mit irgendwas ĂŒber 37 km/h in der Spitze. Ich weiß nicht welchen KrĂ€utertee der Arien in der Pause trinkt, aber ich will den auch… 😉

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LM 18. Juni 2014 um 12:10

Na hoffentlich bringt die elfenbeinkĂŒste dann morgen mal Mathis Bolly, der toppt das auf einem Bein (wenn er sich nicht vorher was reißt) 😉

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juwie 14. Juni 2014 um 13:53

Jetzt ja doch…

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ÀnÀmÀnÀ 14. Juni 2014 um 13:53

TĂ€usche ich mich? Ich hatte den Eindruck, das Holland oft halbhohe bzw. hohe PĂ€sse gespielt hat. Vielleicht um körperliche GrĂ¶ĂŸenvorteile auszuspielen und die kontrollierte spanischen Flachpasserei zu stören? just IMHO.

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Tank 14. Juni 2014 um 13:47

Ich muss sagen, dass ich die Einbindung von Diego Costa als eher schwach empfunden habe. Sein Sortiment an Bewegungen – sei es nun das Ausweichen auf die FlĂŒgel, der Tiefensprint, das kurze RausrĂŒcken zur Ablage – kann zwar zur spanischen Mannschaft passen und sie ergĂ€nzen, aber ich hatte den Eindruck, es kam gestern sehr oft die falsche Bewegung zur falschen Zeit. Da Torres spĂ€ter auch nicht wirklich ĂŒberzeugen konnte, wĂŒrde ich es zumindest fĂŒr eine vielversprechende Alternative halten, Pedro gegen Chile als 9er zu spielen. Er bringt die Dynamik, die Geschwindigkeit, das Arbeitspensum und auch den Abschluss mit, um das zu spielen.

Ansonsten fand ich das Pressing und die GrundintensitĂ€t im spanischen Spiel enttĂ€uschend. Beides war auch in der ansonsten gar nicht so schlechten ersten HĂ€lfte zu sehen. Vielleicht eine (Über-)Anpassung ans Wetter? Schwer zu sagen. Dass sie anders können, sah man in der Schlussphase. Da war es dann aber zu spĂ€t und zu unkontrolliert, um noch was zu verĂ€ndern.

Apropos erste HĂ€lfte: Da sah ich die Spanier mit Ball eigentlich recht stark. Xavi hat eine sehr gute erste HĂ€lfte gespielt und Iniesta war teilweise im walking-on-water-Modus. Es war also keinesfalls alles schlecht bei den alten Recken.

Was schlecht war, war die Abstimmung in der Viererkette. Immer schwer zu sagen, wer genau da gepennt hat, wenn die eine HĂ€lfte der Kette den Gegner abseits stellt und die andere nicht, aber im Gesamteindruck ist es wohl fair der gesamten Kette ein schlechtes Spiel zu attestieren.

Iker Casillas kann ein großartiger TorhĂŒter sein. Wenn er in einer Mannschaft spielt, die seine StĂ€rken zur Geltung bringt. Spanien ist keine solche Mannschaft. San Iker ist nun leider mal gar kein mitspielender TorhĂŒter und genau so einen brĂ€uchte das Team eigentlich. Die Lösung heißt de Gea und sitzt auf der Bank. Ich denke nicht, dass Del Bosque Casillas auf die Bank setzen wird und das kann man auch aus sportlicher Sicht verstehen. Die Auswirkungen auf das MannschaftsgefĂŒge könnten fatal sein. Iker ist eine der Personen, die das Team zusammenhĂ€lt. Falls er es von sich aus anbietet… Naja, alles Spekulation. Was keine Spekulation ist, ist dass Spanien taktisch gesehen dringend einen mitspielenden TorhĂŒter braucht.

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mk 14. Juni 2014 um 14:42

Ich fand, dass Costa und die Zauberer ein paar Minuten gebraucht haben, um zueinander zu finden, aber dann wurde es eigentlich immer besser. Vor allem bei seinem ZurĂŒckfallen in den Halbraum (meist ja Spaniens linker) hatte ich oft das GefĂŒhl, dass das gut passen könnte. Entweder hĂ€lt er den Ball und ĂŒbergibt ihn (an Silva oder Iniesta), oder er macht irgendwas Costa-haftes, flĂ€zt drei Gegenspieler um und es fĂ€llt ein Tor. Es ist natĂŒrlich erstmal ungewohnt, Spanien mit so einer Sturm-Ramme zu sehen, aber ich sehe das als weniger misslungen an als du. Ich fand in der ersten Halbzeit viel eher, dass Spanien diese VorzĂŒge schlecht genutzt hat: Durch diese Costa-Bewegung kam es mir so vor, dass die Dreier-/FĂŒnferkette der HollĂ€nder ziemlich asymmetrisch wurde. HĂ€tte man dann nach einer Ablage von Costa schnell und kurz verlagert, hĂ€tten die etwas grĂ¶ĂŸeren RĂ€ume auf der anderen Spielfeldseite besser bespielt werden können. Von da aus hĂ€tte sich dann schon was ergeben (entweder wieder zurĂŒck, um die Mannorientierungen StĂŒck fĂŒr StĂŒck aufzuweichen, oder in den Strafraum zum Nachstoßenden Costa). Aber ich bin bei solchen Überlegungen vielleicht zu utopisch-kreativ, in Kombination mit strategischen VorstellungsschwĂ€chen macht es die Idee wohl zu einer schlechten. Vor allem bin ich mir nicht sicher, was das fĂŒr Auswirkungen auf die Mannorientierungen gehabt hĂ€tte. Bei sowas bin ich mir immer unsicher.
Aber ansonsten teile ich deine EinschĂ€tzung weitestgehend. Alleine der eine Pass von Iniesta in die Spitze (ich glaube auf Silva?) um die 40. Minute rum war so magic, dass ich nicht einsehe, warum man nach diesem einen Spiel schon ĂŒber die GötterdĂ€mmerung spekulieren mĂŒsste. Jedenfalls nicht mehr, als man das latent ja schon lĂ€nger (teilweise nicht unberechtigt) tut.
Als in einem der zahlreichen, extrem nervenden Kameraschwenks auf die spanische Bank de Gea zu sehen war, dachte ich mir auch, dass man mit ihm einiges anfangen könnte. Aber ich glaube weder, dass del Bosque Casillas rausnimmt, noch dass man die Diskussion um seine QualitÀt insgesamt jetzt anfangen muss (analog zum Untergang der spanischen Vorherrschaft quasi).
Achja, Blind hat seinem Ruf als SV-Hipstar gestern ja alle Ehre gemacht…

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fussballdiaspora 14. Juni 2014 um 23:25

Costa habe ich auch wie einen Fremdkörper wahrgenommen, die langen PÀsse auf ihn (spÀter auf Torres) wie Gesten der Hilflosigkeit, fehlende spielerische Inspiration.

Pressing habe ich bis auf einige AnsĂ€tze ĂŒberhaupt nicht wahregenommen.

Vielleicht war das auch „nur“ ein spanisches Ausnahme-Spiel, bei dem allzu viele negative Dinge (wie z.B. die Abwehrleistung der 4er-Kette, insbesondere RamosÂŽ) zusammengekommen sind – und auch noch ein Glanztag einiger HollĂ€nder, allen voran Blind.

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plauquets 14. Juni 2014 um 13:43

Vielen Dank fĂŒr die Analyse. Mir kommt die Unterscheidung von erster und zweiter Halbzeit etwas zu kurz. In der ersten Halbzeit waren die Niederlande zwischen der 7. und 43. Minute ohne Abschluss und kurz vor dem 0 zu 2 durch Silva. Dies zeigt letztlich das ihr Plan gut, aber eben sehr riskant war. Die zweite Hbz. geht ohne Frage klar an die Niederlande. Ob die Wechsel bei Spanien zu spĂ€t kamen weiß ich nicht. Im Nachhinein eventuell eher zu frĂŒh-denn ab da begann das Chaos bei Spanien. Ich bin gespannt ob und wie del Bosque personell reagieren wird. Ich wĂŒrde gern Koke sehen..

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sebmark 14. Juni 2014 um 13:26

„Xavi und Co. drehten zu oft ab und suchten den RĂŒckpass.“

FĂ€llt mir iwie schon seit 2 Jahren auf (eig. seit dem Bayern-Halbfinale), Xavi das Metronom und Herz schlĂ€gt nicht mehr so schnell und nimmt damit auch seiner Mannschaft das Tempo. War immer einer meiner Lieblingsspieler der nie genĂŒgend gewĂŒrdigt wurde, aber nach der WM sollte es Zeit sein einen neuen Taktgeber vorzulassen. Wahrscheinlich hĂ€tte Thiago das diese WM schon werden sollen.

Mein Favorit fĂŒr die neue Startformation wĂ€re ja Pedro auf Linksaußen. Der könnte bei den langen BĂ€llen auf Costa die ideale UnterstĂŒtzung sein.

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sappydharma 14. Juni 2014 um 14:36

thiago-eine der großen AbgĂ€ngigen, der aber nirgends hĂ€ufig erwĂ€hnt wird

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Terminus 14. Juni 2014 um 13:21

Ich habe ungelogen nichts davon verstanden, was die NiederlĂ€nder mannschaftstaktisch auf dem Platz veranstaltet haben. So verwirrt habe ich nicht mehr vor dem Fernseher gesessen, seit ich spielverlagerung.de verfolge. Danke fĂŒr die Analyse, die da zumindest etwas Licht ins Dunkel bringt. WĂ€hrend dem Spiel habe ich nur zwei Mannschaften gesehen, die sich im Mittelfeld in die Mangel nehmen – und dann immer diese Explosionen, scheinbar aus dem Nichts, in Form von Verlagerungen, SteilpĂ€ssen, Flanken auf Robben und Van Persie. Die Direktabnahme mit gefĂŒhlt 300 km/h an die Latte, wie Robben sich gleich zweimal gegen zwei Verteidiger durchsetzt, und natĂŒrlich der Flugkopfball – Wahnsinn!

Das Spiel muss ich erst noch verdauen sensationell gut. Auch wenn es vielleicht ein Ausreißer und noch nichts entschieden ist, wir haben vermutlich einen zukĂŒnftigen Klassiker gesehen.

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Chris 14. Juni 2014 um 13:11

De Jong mit nur EINEM Foul!

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sappydharma 14. Juni 2014 um 13:01

mĂŒssen busquets und alonso sein? alonso alleine reicht, da eher noch busquets und was riskieren, denk auch, dass spanien noch nicht abzuschreiben ist…

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