Donnerstag, 08.12.2016

Champions-League-Finale: Real Madrid – Atlético Madrid 4:1 n.V.

Real Madrid hat die Champions League 2014 gewonnen. In einem Endspiel voller Pressingverschiebungen, Seitenverlagerungen und Krämpfen behielten sie die Oberhand über ein aufopferungsvoll kämpfendes Atlético Madrid.

Grundausrichtungen

Bei den Rojiblancos drehte sich vor dem Spiel alles um die Frage, ob Diego Costa spielen könne. Der 25-Jährige lief von Beginn an auf, blieb aber nur ein paar Minuten auf dem Feld. Im Anschluss durfte sich Adrián beweisen. Flügelstürmer Arda Turan hatte es derweil nicht in den 18er-Kader geschafft. Für ihn stand Raúl García auf dem Platz. Allerdings ging ihm die vertikale wie diagonale Durchschlagskraft ab. In Diego Simeones typischem 4-4-2 agierten Tiago und Gabi vor der Abwehr, während Koke halblinks eine Mischung aus offensivem Achter und Linksaußen spielte.

Ansonsten waren Atlético-typische Muster auch in diesem Stadtderby zu erkennen. Die Außenverteidiger standen situativ breiter als das Mittelfeldband, wodurch Zentrumskontrolle und Schnittstellenabschirmung erfolgen sollte. Zudem rückte der ballnahe Flügelspieler bei Verlagerungen häufig diagonal auf, während sich der ballferne Neuner nach außen fallen ließ, sodass die Colchoneros dabei in einem 4-3-3 standen. Mit zunehmender Spielzeit sollte das 4-5-1 immer charakteristischer für Simeones Team werden. Eine grundlegende strategische Ausrichtung ließ sich bei Atlético nur schwer ausmachen. Aber grundsätzlich wollten sie nur selten temporär in hohen Zonen pressen. Ansonsten beschränkten sie sich auf mittelhohes bis tiefes Mittelfeldpressing. Sie wollten den Ball erst erobern, wenn Real bereits ein Stück weit aufgerückt war und damit automatisch mehr Platz für Umschaltmomente schaffen.

Real Madrid offensiv im 2-5-3

Real Madrid offensiv im 2-5-3

Allerdings sollte Real zu stabil auftreten, als dass sie derart viele Konterchancen für Atlético hätten zugelassen. Die Königlichen agierten nominell in einem 4-4-2, was aber nicht selten zum 4-3-3 wurde. Während Gareth Bale eher ganz orthodox die rechte Außenbahn linear bespielte, ließ sich Ángel Di María zumeist tiefer in den Halbraum fallen, wodurch eine Dreierreihe entstand. Davor positionierten sich Bale, Cristiano Ronaldo und Karim Benzema in einer weiteren Dreierreihe, wobei der portugiesische Superstar vermehrt nach innen zog und somit Di María wiederum den Raum öffnete.

Grundsätzlich war Carlo Ancelottis Mannschaft auf Flügelwechsel und ständige Verlagerungen fokussiert. Allerdings ist dieses Mittel gegen Atlético nur schwer zum Erfolg zu bringen. Die Rojiblancos verschieben derart konsequent und bleiben durch das Einrücken des ballfernen Flügelspielers im Mittelfeldband trotzdem zentral kompakt. Deshalb benutzte Ancelotti die Aufrückbewegungen seiner beiden Außenverteidiger zur Modellierung eines 2-5-3, wobei in der Fünf-Mann-Mittelreihe die Verlagerungen schnell aber zugleich sehr ballsicher gespielt werden konnten. Durchbrüche sollten über die Individualisten Ronaldo und Bale in Verbindung mit dem jeweiligen nachrückenden Verteidiger, Fábio Coentrão oder Daniel Carvajal, erfolgen.

Khedira und Modrić im Akkord

Als der Aufstellungsbogen veröffentlicht war und konnte man erwarten, dass Modrić die zentrale Sechserposition einnehmen wird und Khedira über seine Vertikalläufe Verbindung in den Zehnerraum aufbaut. Aber der deutsche Nationalspieler übernahm nahezu eins zu eins die Rolle von Xabi Alonso. Er war stabiler Abräumer vor der Abwehr, sicherte Modrić ab, hielt sich stets ein Stück tiefer auf. Er und der Kroate tauschten nur recht selten ihre Positionen. Situativ ging Khedira in den rechten defensiven Halbraum, wenn die Mittelfeldreihe überspielt wurde und er aus der dynamischen Drehung heraus, besser in Richtung Ballführenden kam und Dani Carvajal unterstützte.

Grundformation in der ersten Halbzeit

Grundformation in der ersten Halbzeit

Insgesamt blieb der Auftritt Khediras eher durchwachsen. Als Zerstörer oder Wellenbrecher war er stabil. Dafür wirkte der 27-Jährige in der Passzirkulation zuweilen wie ein Fremdkörper. Einige Male bolzte er blind den Ball heraus und leistete sich auch den einen oder anderen Schnitzer bei Zuspielen. Dass Luka Modrić von Atlético phasenweise aus dem Spiel genommen wurde, lag auch am Fehlen von Xabi Alonso. Wenngleich das die trotz allem disziplinierte Defensivleistung Khedrias nicht schmälern soll.

Atléticos Pressing…

Neben der Besetzung von Reals Sechserposition stand auch über dem Einsatz von Diego Costa ein großes Fragezeichen. Jegliche Pferdewitze werden an dieser Stelle unterlassen. Der spanische Nationalspieler hielt nur ganze neun Minuten durch. Danach musste Adrián für ihn eingewechselt werden. Er und Villa strahlten bei eigenem Spielaufbau nicht derart viel Gefahr aus. Gerade Villas fehlende Dynamik machte sich beispielsweise in manchen Szenen gegen Raphaël Varane bemerkbar. Dafür pressten beide Neuner sehr aggressiv gegen die Innenverteidiger, die nicht selten zu Iker Casillas zurückspielen mussten. Allerdings wäre Atlético nicht Atlético, wenn sie ihre Pressingvarianten über ein Spiel hinweg streuen. Bereits nach einer halben Stunde formierten sich beide Angreifer eher in einer vertikalen Staffelung. Zuweilen waren auch schon Ansätze eines sehr kompakten 4-5-1 zu sehen.

…und fast tödliche Fehler in den eigenen Reihen

Bis zum Führungstreffer hatten die Rojiblancos aber defensiv auch so manches Problem. Beispielsweise spielte Villa in der 24. Minute im linken offensiven Halbraum einen Querpass, der sehr voraussehbar war. Ronaldo konnte durchstarten. Die Umschaltmöglichkeit wurde aber nicht gut ausgespielt. Zwei Minuten später hatte Di María die Chance zum Durchbruch. Nach einer Ecke von Atlético konnte er per Doppelpass mit Benzema über die linke Seite nach vorn sprinten. In aller höchster Not foulte ihn Raúl García. Ein paar Zeigerumdrehungen danach versuchte Tiago im Spielaufbau auf die linke Seite zu passen. Auch dieses Abspiel war durchschaubar. Bale spritzte dazwischen und vergab die Einschussmöglichkeit.

Führungstreffer und 4-5-1

Trotz dieser kleinen Wackeleinlagen machten die Colchoneros den Führungstreffer in der 36. Minute. Ein abgewehrter Eckball wurde von Atlético wieder in den Strafraum gebracht. Godín verlängerte über den herauslaufenden Iker Casillas hinweg ins Tor. Danach verordnete Simeone die konstante Umstellung auf ein klares 4-5-1 mit breiter Auffächerung des Mittelfeldbandes. In dieser Form bespielten die Rojiblancos auch sehr effektiv die ständigen Flügelverlagerungen Reals. Sie benötigten weniger Dynamik, um auf die jeweilige Seite zu verschieben. Die bereits gegebene Formation ermöglichte Kompaktheit. Wenngleich das Pressing tiefer hinter der Mittellinie einsetzte, glitt Real die Dominanz aus den Händen.

Reals Herangehensweise

Das Finale spiegelte lange Zeit auch zwei verschiedene Ansätze in der offensiven Struktur wider. Auf der einen Seite war Atlético, das sich vermehrt auf Halbraumkombinationen und diagonale Durchbrüche fokussierte. Real hingegen war zuweilen derart auf die Flügel und entsprechende Verlagerungen beschränkt, dass die Rojiblancos das phasenweise sehr angenehm verteidigen konnten.

Die Königlichen standen mit großer Regelmäßigkeit in einem 4-3-3. Ángel Di María hielt sich von der Grundausrichtung sehr tief im linken Halbraum auf, sodass sich ein breiteres Mittelfeldband bildete. Modrić war auf der anderen Seite auf vertikale Vorstöße und natürlich die tiefere Spielgestaltung ausgerichtet. Di María wurde derweil zum wichtigen Faktor in der Ballzirkulation, kompensierte sogar die Schwächen Khediras. Beim Eindringen ins offensive Drittel war der Argentinier dann vermehrt am Kreidestrich der Seitenlinie zu finden. Mehrmals wurde stark horizontal auf ihn verlagert. Damit die Madrilenen nicht zu flach wurden, positionierte sich Ronaldo häufiger im Zehnerraum und ging erst nach einer Weiterleitung, beispielsweise auf Bale oder Carvajal, in die Stellung neben Karim Benzema.

Atlético doppelte einerseits auf den Außenbahnen. Gerade auf dem linken Flügel hatte man es mit dem sehr aktiven Carvajal zu tun, der mehr Rechtsaußen als Rechtsverteidiger war. Trotz dessen hatten die Rojiblancos keine schwerwiegenden Probleme in der Strafraumverteidigung. Andererseits sorgten sie für gewollte Konfusion beim Stadtrivalen. Die ständigen Rhythmuswechsel im Pressing, die Simeone von der Seitenlinie oder bereits in der Vorbesprechung vorgibt, führten wiederum dazu, dass Real keine effektiven Automatismen in der offensiven Gestaltung entwickeln konnte. Immer wieder mussten sie sich mit neuen Anforderungen auseinandersetzen.

Zweite Halbzeit: Ancelottis offensive Wechsel

Den Dirigentenstock gaben die Colchoneros erst mit zunehmender Spielzeit im zweiten Durchgang aus der Hand. Ancelotti konterte Simeones Ansätze mit eigenen personellen Anpassungen. Er nahm nach einer Stunde Khedira vom Platz und bracht den offensiveren Isco. Dadurch rückte Modrić in die zentralere Position vor die Abwehr. Isco stand zumeist leicht versetzt höher. Dadurch war der Spanier eine geeignete Kombinationsstation für Modrić. Zudem kamen Iscos grundlegende Stärken in engen Zonen und im Bespielen von Schnittstellen zum Tragen. Der zweite Wechsel war die auf den ersten Blick positionsgetreue Einwechslung von Marcelo für Fábio Coentrão. Doch der brasilianische Nationalspieler ist lange nicht so linear wie sein portugiesischer Kollege. Dafür rückte er im Offensivsturm der letzten Minuten immer wieder in den linken Halbraum, spielte zuweilen einen zweiten Sechser und entlastete Modrić in der Ballverteilung. So ergaben sich neue Passmuster in Verbindung mit Di Marías Durchschlagskraft. Zudem suchte Marcelo mehrmals das Dribbling oder wollte vertikal durch Atléticos Schnittstellen passen.

Rojiblancos am Ende der Kräfte

Insgesamt hatten die Colchoneros Probleme bei Halbraumkombinationen Reals. Sie konnten in ihren typischen Staffelungen die Lücken nur noch unzureichend schließen, dafür blieben sie in der Verteidigung um das Tor herum recht konzentriert und erfolgreich. Simeone waren in der Schlussphase die Hände gebunden. Er konnte nicht mehr mit den Pressinghöhen spielen. Sein Team verschanzte sich nur noch im 4-5-1 am und im eigenen Strafraum und hoffte so die letzten Minuten zu überstehen.

Grundformation zum Ende der regulären Spielzeit

Grundformation zum Ende der regulären Spielzeit

Entgegen meiner Unterstellung vor wenigen Tagen wechselte Ancelotti nicht noch einen weiteren Stürmer ein, sondern brachte Álvaro Morata für Benzema. Damit verknappte man sich nicht selbst den sowieso schon engen Raum im offensiven Zentrum. Dafür rückte Sergio Ramos immer mehr auf und betätigte sich als verkappter Mittelstürmer. Bale verzweifelte unterdessen auf seiner Seite. Für ihn boten sich mehrmals gefährliche Chancen, aber Miranda verstand überragend, stets den Winkel so zu verengen, dass der inverse Rechtsaußen Bale nur schwer mit dem linken Fuß abschließen konnte.

Vom taktischen Gesichtspunkt aus war die Endphase der regulären Spielzeit nicht mehr wirklich interessant. Reals Druck war immens. Die kleineren Umschaltversuche Atléticos schafften es meist nicht mehr über die Mittellinie. Es war schlussendlich Sergio Ramos, der Real in die Verlängerung brachte. Er köpfte einen Eckball in der 93. Minute ins Tor von Thibaut Courtois. Sein Manndecker Godín war vorher beim Einlaufen von einem Teamkollegen geblockt worden, während Ronaldo im vorderen Bereich mit seinem Lauf die Raumdeckung zu durchbrechen versuchte und diese Zone überflankt wurde.

Verlängerung: Simeones Mannschaft stehend k.o.

Die Intensität in Atléticos Spiel hatte schon vor dem Ablauf der neunzig Minuten merklich nachgelassen. Und die Rojiblancos sollten auch nicht mehr ins Spiel zurückfinden. In den ersten fünfzehn Minuten der Verlängerung verbuchten sie gerade einmal eine niedrige zweistellige Zahl an komplettierten Pässen. Real schnürte Simeones Team weiterhin ein. José Sosa, der als frischer Spieler noch die notwendige Kraft hatte, vergab kleinere Kontermöglichkeiten durch technische Schwächen relativ kläglich.

Bei den Königlichen formierten Isco und Modrić in der Verlängerung eine klare Doppelsechs. Die größte Druckentwicklung kam über Marcelo und Di María. Mit Juanfran hatten sie aber auch ein geeignetes Opfer gefunden. Der Spanier war quasi scheintot. Doch durch die im Nachhinein sinnlos wirkende Aufstellung Diego Costas und dem damit verschenkten Wechsel musste Juanfran bis zum Schluss auf dem Feld bleiben.
Das 2:1 für Ancelottis Mannschaft fiel dann auch über diesen Flügel. Di María tankte sich gegen drei Gegenspieler durch. Sein Schuss wurde noch von Courtois abgewehrt, aber Bale konnte einköpfen.

Atlético griff anschließend noch einmal im 3-4-3 an, aber die ausgestrahlte Gefahr war überschaubar. In der 118. Minute wurde Marcelo am Strafraum der Rojiblancos gar nicht mehr richtig attackiert und konnte zum 3:1 einnetzen. Ronaldo setzte per Elfmeter nach einem Foulspiel von Gabi den Schlusspunkt, wenngleich der nicht fitte Portugiese zuvor weitestgehend untergetaucht war.

Fazit

Diese Champions-League-Finale wird einerseits für die große Dramatik und andererseits für die riesigen Verschleißerscheinungen bei Simeones Truppe in Erinnerung bleiben. Diego Costas Aufstellung trug zudem seinen Teil zu dieser am Ende ungünstigen Situation auf Seiten der Colchoneros bei.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Denn bei genauem Hinschauen konnte man eine über lange Strecken hinweg grandiose Vorstellung Atléticos in Sachen Rhythmuswechsel und varibalem Pressing erkennen. Sie schafften es zudem Modrić zeitweilig aus dem Spiel zu nehmen und Real mit den wechselnden Ansätzen im defensiven Agieren den letzten Nerv zu rauben.

Die Königlichen gehen aber trotzdem als Sieger vom Platz, weil sie sich die Kräfte besser einteilten und den fast allerletzten Versuch in der regulären Spielzeit nutzten. Ancelotti bewies ein gutes Händchen bei den offensiven Wechseln in der zweiten Halbzeit. Zudem hatte der Italiener mit Ángel Di María den Mann des Spiels in seinem Team. Dem oft so unterschätzten Argentinier dürfen sie nun vor dem Estadio Santiago Bernabéu eine Statue widmen.

Michael 3. September 2014 um 19:26

Für alle, die es interessiert. Der technische Bericht der Uefa ist jetzt online.
http://de.uefa.com/uefachampionsleague/news/newsid=2141177.html

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Oli Fritsch 28. Mai 2014 um 07:32

War das 2:1 nicht ein Konter? Nach einem eigentlich geglückten Pressing von Atlético, allerdings einem einfachen Stockfehler?

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Isco 28. Mai 2014 um 12:48

Real hatte lange den Ball, AM hat sehr hoch gepresst, Ronaldo war an der Eckfahne, vor ihm war Marcelo; die beiden und Casillas haben versucht, sich aus dem Pressing herauszukombinieren, schafften es aber nicht, Iker schlug den weiten Ball auf Morata, der zu Di Maria passte.

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MR 28. Mai 2014 um 15:17

Schnellangriff != Konter 😉

Tiago bekam den langen Ball, hätte einen sehr guten Konter geben können, aber der Ball rutschte ihm durch. Hab die Szene auf watson in eine Grafik gepackt:

http://www.watson.ch/Spielverlagerung/articles/644120664-Atl%C3%A9tico-hatte-alles-im-Griff%2C-bis-Ancelotti-mutig-diese-zwei-Tr%C3%BCmpfe-spielte

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Tzaduk 27. Mai 2014 um 15:33

Mal was anderes. Ich hatte das Gefühl, dass Athletico viel mehr in die Dribblings geht als Real. Meine Erfahrung ist ja, dass das ständige Passen eigentlich gegen Dribblings komplett spricht, bzw. dass ein Trainer, der die Stärken seiner Mannschaft im Passen sieht, auch stark GEGEN Dibblings mit Mann ist. Simeone hat das aber offenbar erlaubt, und die Verteidiger von Real hatten zum Teil ihre liebe Not damit.

Offenbar „schult“ sich ein Verteidiger auch auf den einen Kontakt und versucht entweder Pässe zu unterbinden oder die Annahme zu verhindern. Wenn wieder verstärkt gedribbelt wird, geht das manch einem echt zu schnell. Ausnahme war Ramos, der vermutlich jeden Zweikampf gewonnen hat…

Kann man diesen meinen Eindruck bestätigen? Oder widerlegen? Klassisches „Stein-Schere-Papier“-Prinzip, wo das neu und wiederentdeckte Dribbling auf einmal für Verwirrung sorgt?

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Koom 27. Mai 2014 um 15:58

Ich denke, dass ein Dribbling immer wichtig sein wird. Es bringt Chaos in die Pressing/Deckungsschatten-Planungen, schafft beeindruckend Überzahlsituationen und kann gute Standardsituationen bringen. Selbst (oder gerade) ein Passspielfanatiker wie Guardiola braucht seine Messis, Iniestas oder Riberys, weil die eben dieses planbare Chaos mit einbringen.

Problem ist natürlich: Passspiel und Laufwegen kannst du fast jedem beibringen. Ein Dribbling, mit dem du eine Doppeldeckung überwindest, eher nicht. Das kreativ und spontan abzurufen hebt manche Fußballer von anderen ab.

Atleticos Stärke ist die Defensivordnung. Nach vorne hin sind sie vor allem angewiesen auf die Dribblings und Bewegungen ihrer beiden Aussenspieler der Mittelfeldviererkette (die aber eher auf den Halbpositionen agieren). Sie sind durch die Taktik einigermaßen abgesichert und wenn sie Erfolg haben mit einem Dribbling, dann können sie auch mit relativ geringer „Personalstärke“ in der Offensive für Druck oder gar Überzahl sorgen.

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MZB 26. Mai 2014 um 13:44

Sorry für den unqualifizierten Kommentar, aber der Satz muss gefeiert werden:

„Bale spritzte dazwischen und vergab die Einschussmöglichkeit.“

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Lino 26. Mai 2014 um 16:29

😉

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CH 26. Mai 2014 um 13:44

Eure Analysen sind in letzter Zeit so gut, dass man kaum noch was zum Thema schreiben kann. Bleiben ja nur noch die persönlichen Eindrücke:

Das Khedira nach so langer Verletzung nicht glänzen würde war klar. Er fiel im Spielaufbau negativ auf, hat aber m.E. seine primäre Funktion erfüllt.

Bales Offensivaktionen erinnerten mich an Robben vor Heynckes, nur schlimmer. Wundert mich eh immer wieder, wie extrem manche Profis auf ihren starken Fuß oder ihre „signature moves“ festgelegt sind.

di Maria: Pures Gold. Der Th. Müller von Real Madrid … (Würde gut zu den Bayern passen ?!)

Simeone: enttäuschende Stimmungsmache gegen den Schiri. In der Rückschau hätte er Costa lieber die letzen 10 Minuten bringen sollen, statt den Wechsel am Anfang zu vergeuden …

Insgesamt fand ich’s überraschend das Atletico über 60 Minuten die bessere Mannschaft war. Hatte ein druckvolleres und dominanteres Real erwartet.

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Maratonna 26. Mai 2014 um 13:42

Bale spielt für mich auf der falschen Seite!! Irgendwie kann er seine Power nicht ganz so gut ausspielen, muss oft Robbenlike nach innen ziehen und wieder Fahrt aufnehmen. Hinter ihm Marcelo der das Ballbesitzspiel viel flüssiger wirken lässt, zudem viel variabler und kreativer als Coentrao ist….

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Isco 27. Mai 2014 um 12:34

Das Problem ist, dass Marcelo defensiv… Eine riesige Schwachstelle ist, speziell wenn sein Vordermann Cristiano Ronaldo heißt 😉

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zero 26. Mai 2014 um 11:03

Sehr schöne Analyse.
Zur Ehrenrettung des auch aus meiner Sicht überragenden Godín möchte ich anmerken, dass dieser mit dem Foulelfmeter gar nichts zu tun hatte. Ich vermute eine Verwechslung mit Juanfran, obwohl eigentlich Gabi gefoult hat. Wie man etwa in diesem Video sieht (Godín hat die Rückennummer 2, Juanfran die 20)
http://www.dailymotion.com/video/x1wip21_all-goals-real-madrid-champion-4-x-1-atletico-de-madrid-hd-final-champions-24-05-14_sport
ist Godín nicht einmal im Sechzehner.

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CH 26. Mai 2014 um 13:07

Ich glaube es war Gabi’s Fuß, der CR7 zu Fall brachte. Hatte aber den Eindruck, dass der Schiri die Gelben Karten eh so verteilt hat, dass keiner runter musste.

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CE 26. Mai 2014 um 13:19

Besten Dank für die Anmerkung. (Ich hatte mich, um ehrlich zu sein, nach dem 3:1 in der 118. schon mehr mit der Analyse beschäftigt 😉 )

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vl 25. Mai 2014 um 22:50

für mich hat sich an diesem spiel deutlich gezeigt, wie stark die offensive atleticos von einzelnen spielern abhängt, bzw. wie sehr es an spielstarken akteuren mangelte. ohne turan und costa ging nach vorne nicht viel. auch luis felipe spielte defensiv stark, zeigte vorne aber kaum etwas von seiner kombinationsstärke. es gab kaum situationen, in denen atletico aus dem spiele heraus torgefahr entwickeln konnte. zudem gelang es ihnen viel zu selten mal den ball über mehrere stationen in den eigenen reihen zu halten. dadurch hatten sie dann mitte der zweiten hälfte ihre kräfte in einem disziplinierten und taktisch eindrucksvollen aber kräftezehrenden defensivspiel aufgerieben. real hat sie letzten endes müde spielen können.

ich weiß nicht, ob es an den fehlenden individuellen fähigkeiten der spieler atleticos lag oder an der mannschaftstaktischen ausrichtung, aber hier haben sich die grenzen von simeones 4-4-2 gezeigt (das ja so gestern gar nicht konsequent durchgespielt wurde). zumindest wenn es gegen so defensiv stabile und offensiv durchschlagskräftige mannschaften wie real geht. die dynamik von real nach den einwechslungen von isco und marcelo war enorm. dazu noch bale, di maria und auch ein ronaldo, der ein paar gute unspektakuläre pässe spielte…
mit einer offensiv wesentlich weniger dynamischen truppe wie barca vergangene woche spielte (die zudem auch noch zu ungefährlich bei standards ist) kam atletico da wesentlich besser klar.

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blub 26. Mai 2014 um 03:11

Entferne mal aus dem Kader von Real Modric und Di Maria und Real gewinnt kein Spiel gegen eine Mannschaft die diese Saison das Viertelfinale erreicht hat. Und ja die kann man(in etwa) mit Isco und Illarramendi ersetzen also keine laufkundschaft.

Im Prinzip hast du allderings recht, Atleticos Offensive arbeitet viel mit individuellen Momenten und da sind die zwei besten individualisten rausgefallen und das war ein problem. Koke war noch da, Diego saß auf der Bank, es waren schon möglichkeiten da was zu machen.
Atletico kombiniert seine Gegner generell nicht in grund und boden, das sieht an weniger guten Tagen leicht mal so aus das da garnix läuft aber normal sind sie so stabil das dann nix anbrennt.

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credi 26. Mai 2014 um 08:06

Atletico hatte mehrere ganz starke Momente über die linke Seite oder auch rechte Seite, da kamen sie bis zum Lauf an der Grundlinie auf das Tor, aber hatten dann den letzten Ball nicht mehr gut gespielt. Sie überluden völlig irre über links und spielten sich dann eigentlich locker flockig an die Grundlinie, das war schön anzusehen. Das war zwar nicht häufig, aber für mich klar durchespielt, sie scheiterten am Ansetzen eines Abschlussses. Aber in der zweiten halbzeit haben sie stark abgebaut, auch weil Real mit Isco ganz anders drückte. Mit Diego Costa oder wichtiger noch vielleicht Turan wäre da wohl ein bisschen mehr gekommen.

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juventino 25. Mai 2014 um 20:22

Ein wirklich dramatisches Finale, das Real jedoch verdient gewann. Bin ich eigentlich der einzige der sich so über Casillas‘ Schnitzer aufregt? Die ganze Pfosten-deck Diskussion mal aussen vor, aber so kann er sich doch einfach nicht verhalten als Top-Goalie.

Aber ja, wurde ja glücklicherweise nur fast bestraft. Di Maria gestern einfach wiedermal hammer, freue mich immer wieder wenn ihr den so feiert. Fand übrigens Cristiano gar nicht so schlecht wie viele Medien und gewisse Experten. Viele seiner Aktionen waren eher unauffällig, was zwar nicht so seinem normalen Profil entspricht, aber gestern zum Teil sehr cool war. Paar schöne schnelle Pässe, wenn auch zum Teil Fehlpässe, aber praktisch nie ein Abschluss aus völlig chancenloser Position oder ein extrem aussichtsloses Dribbling (abgesehen von einmal am Seitenaus). Natürlich kann man sich jetzt darüber streiten wie nötig es war sich so hart für den einen Elfmeter zu feiern, aber er hat ja schon auch mal das eine oder andere wichtige Tor für Real erzielt.

Was denkt ihr wieso sich Ancelotti gegen Illara und für Khedira entschieden hat? Habe mich eigentlich extrem auf ihn gefreut.

Wie immer Top Analyse, ich freue mich auf einen fantastischen WM Sommer mit euch!

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HW 25. Mai 2014 um 21:25

War weder Fisch noch Fleisch, wie man so sagt. Aber sowas passiert halt jedem mal, auch Casillas.

Bzgl. Ronaldo: Man erwartet von den Superstars in den großen Spielen große Leistungen. War es positiv, dass Ronaldo nicht total egoistisch agierte? – Ja. War Ronaldo so gut wie man es von einem „Weltfußballer“ erwartet? – Nö.
Weltfußballer in Anführungszeichen, weil ich diese Veranstaltung für eine Farce halte.

Bale war sehr aktiv. Aber ich glaube Real hätte früher in Führung gehen können, wenn Bale etwas überlegter agiert hätte (hätte, wäre, wenn, … Ist jetzt egal).

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CD 25. Mai 2014 um 21:42

zu Casillas: in der Strafraumbeherrschung war er noch nie fehlerfrei. Somit völlig normale Ereignins in seinem Torwartportfolio.

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juventino 25. Mai 2014 um 22:46

Ich sage ja auch „nicht so schlecht“ und nicht “ ‚Weltfussballer‘ auf Lebenszeit“ 😛 Muss dir Recht geben!

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HW 26. Mai 2014 um 14:01

Hab die Medienbewertung nicht verfolgt. Ne Katastrophe war seine Leistung nicht. Aber der denkwürdigste Moment bleibt die Jubelpose zum 4:1. Die Sponsoren wird es freuen, für Fachleute war Ronaldo aber kein entscheidender Protagonist. Man erwartet ja das was ihn von anderen abhebt.

Hätte er das Spiel im Alleingang entschieden, dann würde ich mich wohl an seiner Spielweise stören. Ronaldo kanns mir nicht recht machen. Mit diesem Real Madrid Team werde ich eh nicht warm, so emotional und so.

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CH 26. Mai 2014 um 13:53

Ronaldo war doch angeschlagen, oder ? Da er über seine körperlichen Fähigkeiten kommt, fällt sowas halt (negativ) auf.

Casillas‘ Rauslaufentscheidungen sahen schon öfters so aus, als würd‘ ihm auf dem Weg erst einfallen, dass er keine 1,90 groß ist …

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Mouriola 25. Mai 2014 um 19:20

Sehr schöne und kompakte Analyse!

Wäre es möglich noch mal irgendwann eine Mannschaftsanalyse zu Real Madrid 2013/14 zu machen, seit der letzten hat sich mMn einiges bei den Königlichen verändert/verbessert.

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Consl Mike 25. Mai 2014 um 18:48

Sehr feine Analyse

das einzige was mir noch aufgefallen wäre ist der unbändige Unwillen von Atletico ein Tor aus dem Spiel heraus zu schießen.
V.A. in HZ 2 haben sie kaum bis gar keinen Zug zum Tor gehabt

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Isco 25. Mai 2014 um 16:55

Also ich kann immer noch nicht verstehen, wieso er Khedira auf der Sechs gebracht hat. Wie ich die Aufstellung gesehen habe, habe ich mir gedacht, dass er mit seinen Vertikalläufen Bale unterstützen soll und Modric dafür auf die hintere Position rutscht, aber Sami dort hat für mich irgendwie keinen Sinn ergeben. Welche Stärke bringt er auf der Position ein, die ein Illarramendi nicht gehabt hätte? Nicht einmal Kopfballduelle hat er viele gewonnen.

Das Spiel ansich finde ich irgendwie schwer zu analysieren; Atletico hat unfassbar gut gepresst, was aber anscheinend nur in dieser Intensität möglich war, weil sie sich ihre Kraft nicht richtig eingeteilt haben; nach der 70. Minute schienen sie konditionell komplett am Ende zu sein.
Das ist ihnen aber nicht das erste Mal passiert, im 2. Madrider Derby in der Liga lief es ja ähnlich.

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AlexF036 25. Mai 2014 um 14:35

Ich habe eine Sache nicht verstanden, was sollten in der ersten Halbzeit die Halbraumflanken von Real von der linken Seite. Da haben sie meist gar nicht versucht den Ball zirkulieren zu lassen, sondern die Flanke von fast der Mittellinie geschlagen ? Da habe ich mich noch über Di Maria aufgeregt. Was der dann natürlich in der Nachspielzeit für einen Sprint anzieht ist der Wahnsinn. UNd was für Leaderqualitäten Ramos mitbringt, sau stark. Und Varane fande ich richtig klasse.

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Swarles_Barkley 25. Mai 2014 um 17:40

Die Idee dürfte gewesen sein, durch eine frühen langen Ball einfach hinter die Abwehr von Atletico zu kommen, anstatt den Ball zirkulieren zu lassen und Atletico nicht die Chance zu geben, ihre Abwehr schön dicht vor und im Strafraum zu postieren.

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Tank 25. Mai 2014 um 12:22

Schöne Analyse!

Ich muss sagen, dass ich das Finale jetzt aus rein fußballerischer Sicht nicht so dolle fand. Klar, wie Athletico mal wieder ihre individuelle Unterlegenheit wett gemacht haben, war schon gut. Aber da habe ich sie diese Saison sogar noch kompakter, noch bissiger und noch genialer im Umschaltspiel gesehen.

Alles in allem wurde mir bei diesem Finale ein Aspekt bewusst, den man gerne mal verdrängt, wenn man sich auf ein CL-Finale freut: Es ist das letzte Spiel am Ende einer langen und enorm Kraft kostenden Saison. Das hat man gestern gemerkt. Und nicht nur in der Verlängerung.

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HW 25. Mai 2014 um 13:56

Ich bin schon etwas enttäuscht. Selten habe ich ein Team schon vor Ende der regulären Spielzeit so abbauen sehen. Das war ja kein gleicher Wettbewerb mehr. Was war los mit Atletico?
Ich möchte Real auch kein Wasser in den Wein (oder Champagner) gießen, aber das Finale war zwar knapp, aber am Ende fast geschenkt. Das Halbfinale war zwar eine gute Leistung von Real, aber auch dort hat der Gegner massiv dazu beigetragen. Und im Viertelfinale war es ebenfalls der Gegner, der richtig was liegen gelassen hat. Klar hat Real das auch immer genutzt, trotzdem ist das über die letzten drei Runden schon auffällig. So deutlich wie die Ergebnisse habe ich die Spiele selten gesehen.

Ich bin fußballerisch aber auch vom Titelträger enttäuscht. Real wirds egal sein.

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Isco 25. Mai 2014 um 17:02

Man muss natürlich noch mit einbeziehen, dass Atletico eine außergewöhnlich niedrige Kaderbreite hat für dieses Niveau, was sich nach der langen Saison natürlich noch deutlicher zeigt. Normalerweise sieht man da eben die Cities, Reals und Bayerns dieser Welt, die im Lauf der Saison ohne irgendwelche Probleme rotieren können ohne große (oder überhaupt) Qualitätseinbußen zu haben; so ein Team sind sie nicht. Selbst Dortmund hatte letztes Jahr deutlich mehr Optionen auf der Bank.

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Tank 25. Mai 2014 um 17:45

Naja, also gegen Bayern fand ich Real schon abartig stark im Konter. Egal wie gut oder schlecht der Gegner ist, aber die Kombinationen in der Geschwindigkeit musst du erst mal spielen.

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HW 25. Mai 2014 um 21:31

Richtig, gegen Bayern war Real stark. Gleichzeitig hat Bayern aber auch dumm agiert und Real in die Karten gespielt.
In Summe finde ich es nur Schade, wenn in den letzten drei Runden der Gegner Real in die Karten spielte.
Katastrophale Chancenauswertung – falsche Taktik – Fehlendes „Durchhaltevermögen“. Diese Dinge haben für deutliche Siege der königlichen gesorgt. Wie gesagt, Real musste es natürluch auch effektiv ausnutzen, das können sie gut.

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Zagłębie rules 25. Mai 2014 um 11:37

Das Spiel ist so gelaufen wie ich das vorher gedacht hatte. Ich hatte jedoch gehofft dass Real das noch in der zweiten Hälfte dreht. Khedira hat hinten gut gearbeitet. nach vorne fehlt halt die Spielpraxis. Der Sieg für die weißen hoch verdient.

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asti80 25. Mai 2014 um 11:26

Real hat genau zum Schluß hin, die nötige Schippe draufgelegt. Respekt an Ancelotti, er hat das Maximum aus dieser Truppe herausgeholt.
Die Kräfte waren bei Atletico zur Mitte der zweiten Hälfte aufgebraucht, dennoch haben sie einen packenden Fight geliefert.

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Hans Meiser 25. Mai 2014 um 11:20

Mich würde mal interessieren, warum bei Ecken niemand am Pfosten steht. Das ist mir aufgefallen beim Tor von Drogba gegen die Bayern im Finale Dahoam, im diesjährigen Hinspiel gegen Manu beim 1:0 von Vidic und jetzt wieder. Hätte gestern jemand am Pfosten gestanden, wäre das 1:1 von Ramos nicht gefallen.

Wird die Wirkung von Standards im Allgemeinen unterschätzt? Ich kann ja verstehen, dass man die meisten Spieler für die Raumverteidigung um Strafraum braucht, aber man könnte doch einen kleinen Spieler, wie Philipp Lahm, der da im Getümmel sowieso kein Land sieht, an den Pfosten stellen.

Es kann doch nicht sein, dass ich als einziger auf diese Idee komme, oder? Es muss also gute Gründe dagegen geben, aber welche?

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Spielverderber 25. Mai 2014 um 11:39

Und wenn jemand am Pfosten steht wie Poldi 2010 und der Puyol den Ball neben ihm ins Netzt wuchtet, dann kannst du umgekehrt sagen:
Hätte der ihm im Strafraum auf den Füssen gestanden und ihn daran gehindert überhaupt erst ungehindert hochzuspringen, dann wäre das Tor nicht gefallen.

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Hans Meiser 25. Mai 2014 um 11:43

Damit hasst du sicher nicht unrecht. Ich wollte auch nicht sagen, dass man auf diese Weise alle Tore unterbinden könnte. Aber selbst wenn es 50% wären, wäre ja schon etwas gewonnen.

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blub 25. Mai 2014 um 12:02

Dafür bekomst du dann andere Tore.
Wenn man den Strafraum füllt und die Pfosten deckt hat man kaum noch spieler für den rückraum und kommt im anschluss an die ecke extrem schwer wieder raus. Bei 1:0 war ja auch der nicht gedeckte Rückraum ursächlich und nicht der nicht-gedeckte Pfosten.(Selbst wenn da jemand gestanden hätte, der wär totsicher rausgelaufen.)

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HW 25. Mai 2014 um 21:37

Nicht solange die Chance den Spieler beim Kopfball erfolgreich zu stören bei 60% liegt. Die Zahlen sind natürlich fiktiv. Am Pfosten kann man genau beobachten was (nicht) passiert. Irgendwo im Strafraum kann man Puyol (oder Ramos) auf verschiedene Art am Tor hindern. Man kan drn Laufweg blocken, man kann den Ball vorher klären oder den Kopfball behindern usw. Das ist komplexer, sollte in Summe aber mehr Erfolg versprechen. Ist natürlich alles abhängig von der Vorbereitung, Umsetzung usw.

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abubil 27. Mai 2014 um 12:36

Es ist aber auch festzuhalten, dass Real da einen perfekten Standard gespielt hat – zugegebenermaßen gegen eine angeknockte Mannschaft. Aber an dem Ding war alles genial: die Ecke an sich, die Bewegungen der RM-Spieler um Ramos den Raum zu geben und natürlich Sergios perfekt gesetzter Kopfball. Der gedeckte Pfosten wäre hier aber schon Gold gewesen, selbst wenn der Spieler (wie Poldi angeblich) gepennt hätte – der Ball kam ja schliesslich tief knapp neben den Innenpfosten.

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HW 27. Mai 2014 um 13:32

Ramos Kopfballstärke, bzw. die Stärke bei Standards sind klasse. Gerade darum wundert es mich, dass gerade andere starke Teams kein Mittel dagegen finden. Das muss an der Qualität liegen (oder die Gegner haben jedesmal gepennt).

Im Nachgang zu sagen: Hätte da jemand am Pfosten gestanden…

Aber das ist ja der Punkt. Ramos scheint so gut zu sein, dass wenn jemand am Pfosten steht, er genau dort nicht hin köpft.

Man weiß ja vorher nicht wohin Ramos den Kopfball bringt. Man weiß aber, das viele Ecken auf ihn gespielt werden und das er eine Gefahr ist. Dann versuche ich doch die Parameter zu beieinflussen von denen ich weiß, dass Real sie bringen wird (Ecke, Flanke, Kopfball) und nicht den Parameter der sehr ungewiss ist und auf den Ramos sich auch noch einstellen kann.

Wenn ich keine Eckball-Varianten vom Gegner kenne, dann machen Spieler auf der Linie etwas mehr Sinn (naja, wirklich nur sehr wenig mehr). Wenn ich aber genau weiß woher die Gefahr kommt und wie angegriffen wird, dann sollte ich frühzeitig den Angriff abwehren.
Sich dann auf den letzten Rückzugsposten (Man am Pfosten) zu verlassen ist, betrachtet man das ganze Sicherheitsnetz, blauäugig.

FCP 25. Mai 2014 um 19:44

Poldi stand im Wortsinn am Pfosten – angelehnt! – und gönnte sich ein kurzes Schläfchen. Wenn er da reagiert hätte, wärs kein Tor gewesen!

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Agelinho 25. Mai 2014 um 11:49

Ich meine von einer Statistik gehört zu haben, nach welcher die Abdeckung am Pfosten keinen Mehrwert bringt. Dadurch fehlen Leute im Rückraum, am kurzen Pfosten für flache Bälle oder auch als Konterspieler. Eine +/- Bilanz a la Eishockey würde sich bei Null einpendeln.

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king_cesc 25. Mai 2014 um 12:49

Robin Dutt hat das in einem Interview mal erwähnt.
Anscheinend ist statistisch die Pfostenbesetzung unnötig.

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HW 25. Mai 2014 um 14:01

1. Ecken führen seltener direkt zu Toren als allgemein angenommen.
2. Jeder Verteidiger der am Pfosten steht fehlt im oder vor dem Strafraum. Man tauscht also einen aktiven Verteidiger gegen einen passiven Verteidiger.
3. Jeder Spieler am Pfosten kann für Konter nicht verwendet werden (ist zumindest unwahrscheinlich).
4. Jeder Spieler am Pfosten hebt beim zweiten Ball in den Strafraum das Abseits auf.

Andererseits ist die kopfballstärke von Ramos bekannt. Wie schafft er es immerwieder relativ frei zum Kopfball zu kommen?

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blub 25. Mai 2014 um 15:08

Durch intelligente freiblocken.
Wie löst man das Problem?
Durch Raumdeckung. wenn man sich zutraut kollektiv besser zu Ball zu gehen als Ramos.

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HW 25. Mai 2014 um 16:24

Raumdeckung? Aber das verstehen die TV Experten nicht.

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blub 25. Mai 2014 um 18:07

Der einzige vorteil von Manndeckung ist das man den schuldigen relativ schnell festmachen kann.
Ansonsten hat alles vorteile und schwächen in verschiedenen bereichen.
alles ist irgendwie bespielbar.
Wie gut etwas funktioneirt hat dann deutlich mehr mit der Ausführung und dem bespielen durch den Gegner zu tun als mit generellen schwächen der Systeme.

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Nebbich 25. Mai 2014 um 18:59

zu 4. genau das ist nämlich beim 1:0 geschehen, als Modric den ersten Pfosten deckte und dann beim Rauslaufen das Abseits aufhob…

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MR 25. Mai 2014 um 19:05

Man kann sich das Thema relativ leicht auflösen, wenn man die Strategie „Mann an den Pfosten“ weiterspinnt: Wieso stellt man sich nicht mit fünf Leuten auf die Linie? Oder mit Acht? Ähnliches Konzept und direkter Kopfball wär kaum möglich.

Gestern war es aber ganz besonders leicht zu lösen: Atleticos 1:0 fiel nämlich, weil Modric den kurzen Pfosten deckt und deshalb beim zweiten Ball in den Strafraum das Abseits aufhebt (obwohl er heraussprintet).

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HW 25. Mai 2014 um 21:40

Dann schau lieber keinen Frauenfußball. Teilweise wir der Fünfmeterraum mit Spielerinnen geflutet. Für mich sieht das immer nach Torwartbehinderung aus.

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Kirsti 25. Mai 2014 um 21:49

Ok, dann guck ich weiter nur noch „Männerfussball“

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HW 25. Mai 2014 um 21:56

Wieso die Anführungszeichen? Es heißt nun mal Frauenfußball und dort habe ich diese Beobachtung gemacht. Ich habe keine Vorurteile bzgl. des Frauenfußballs.

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mk 25. Mai 2014 um 11:05

Sehr schicke Analyse. Kann man eigentlich direkt beobachten, wie Simeone von der Seite aus die Rhythmuswechsel im Pressing vorgibt? Ich hab gestern versucht irgendwelche Kommandos zu erkennen, aber bin mir nicht sicher. Schließlich kippt das ja innerhalb weniger Sekunden vom tiefen Mittelfeldpressing hin zum extrem hohen Pressen. Irgendwer muss da ja eigentlich das Signal geben.
Ich meine außerdem gelegentlich gesehen zu haben, dass Koke sich in den linken Halbraum quasi zwischen die Linien hat fallen lassen, wenn Real den Ball auf der anderen Seite etwa auf Höhe der Mittellinie hatte. Mit Villa dann auf der Koke-Position. Sollte das ne zusätzliche Absicherung für Bale sein oder schon in Erwartung der Seitenverlagerung um noch schneller eine vertikale Kompaktheit aufbauen zu können? Oder weder noch? Oder gar nicht vorhanden? Fragen über Fragen.
So schlecht fand ich Khedira nicht. Klar, einige unnötige Fehlpässe, aber er hatte manchmal auch sehr wenig Platz. Seine Aufstellung hat mich trotzdem überrascht, obwohl es ja als robuste Variante gegen Atlético plausibel ist.
Dass Costa so früh vom Platz galoppieren musste, hat sich am Ende gerächt. Das kommt davon, wenn man der Schulmedizin misstraut ;).

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Joseph Brant 25. Mai 2014 um 11:00

Glück braucht man halt auch und in den letzten drei Spielen in La Liga hatte Real da ziemlich wenig, sonst hätten Sie jetzt das Triple. Für mich ist der Sieg hochverdient weil Real spätestens ab der 60. Minute hochüberlegen war. Wer in der Lage ist Atletico phasenweise im eigenen 16er festzunageln, hat Ahnung von dem Sport. 😉

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JS 25. Mai 2014 um 10:35

Danke für den Artikel. Ich habe es weitgehend ähnlich gesehen. Ich kann das Setzen auf Costa nicht verstehen und würde soweit gehen, dass dieser Fehler letztendlich den Sieg in den letzten Minuten gekostet hat. Costa ist sehr gut, aber nicht unersetzlich.

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elbro 25. Mai 2014 um 10:34

Sehr gelungene Spielanalyse, herzlichen Dank auch für eine so zeitnahe Veröffentlichung!

In den regulären 90 Minuten war es das erwartet enge Spiel, bei dem man durchaus auch damit rechnen konnte, dass es durch Standards entschieden wird, sind es doch eine der großen Stärken beider Mannschaften. Dass man zu dieser Erkenntnis kommt, ist ein Kompliment für Simeone, der es abermals geschafft hat, durch gruppentaktische Organisation die individuelle Unterlegenheit zu kompensieren. Deshalb wäre ein Sieg Atleticos nach 90 Minuten verdient gewesen, auch wenn Real in den letzten 25 Minuten durch die Umstellung aufs 4-2-4 den Druck gewaltig erhöhen konnte.

Als Ramos in der Nachspielzeit den zu diesem Zeitpunkt etwas glücklichen Ausgleich erzielte, war mir klar, dass Real als Sieger vom Platz gehen konnte. Der Spanische Meister hatte seine Kraft – übrigens vollkommen richtigerweise, wie ich meine – für nur 90 Minuten eingeteilt. Dieses Risiko war es sicher Wert, denn wenn Ramos der späte Ausgleich nicht geglückt wäre, hätte man Simeone dafür in den Olymp abgefeiert.

So entschied Real das Spiel letztlich mit einem Standard und der anschließeneden konditionellen Überlegenheit (weil ihr Spiel in den ersten 65 Minuten längst nicht so anstrengend war wie das Atleticos) für sich. Ein zentraler Faktor – wie hier ja auch herausgestellt wird – waren die individuellen Glanzleistungen von Ramos und im Besonderen des Duos Marcelo/Di Maria.

Unter dem Strich ein verdienter Sieg Reals. Simeone hat die Kräfte seine Teams für 90 Minuten eingeteilt. Das Risiko hat sich nicht bezahlt gemacht. Es hätte aber genauso gut anders ausgehen können. Im Fußball entscheiden letztlich Kleinigkeiten (wie der Standard in der Nachspielzeit).

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Michael Maier 25. Mai 2014 um 09:18

Danke für den feinen Artikel! Mit Khedira in der Startformation war es eigentlich schon klar, dass es Real schwer haben würde, und er war dann auch erwartungsgemäß der schlechteste Feldspieler auf dem Platz. Unterm Strich war der späte Ausgleich sicher etwas glücklich – und ärgerlich für Atletico, dass sie die Verletzung von Costa so falsch eingeschätzt haben.

Ein Schreibfehler im vorletzten Absatz: „varibalem“ Pressing…

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Quotenraute 25. Mai 2014 um 11:53

Naja, Khedira als schlechtesten Feldspieler zu bezeichnen geht jetzt auch zu weit. Klar, offensiv war es bescheiden, aber defensiv hat er gemacht was von ihm erwartet wurde. Außerdem, ein Carvajal leistete sich ständig Patzer und hatte Glück, dass diese nicht bestraft wurden. Ein Benzema oder Ronaldo waren auch komplett abgemeldet durch diese starke Defensive. Von Coentrao kam auch wenig.

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credi 25. Mai 2014 um 14:06

Ansichtssache. In den Ratings, die ich finden kann bei goal, bleacherreport, managingmadrid, theguardian ist Khedira schlechtester Spieler oder zusammen mit Coentrao und/oder Benzema schlechtester Feldspieler. Ich wüsste auch nicht, wer mehr Fehlpässe und unnötige Ballverluste gehabt haben sollte als er – abgesehen von seiner schon eher akzeptablen Defensivleistung (mal das Gegentor vergessen).

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webs 25. Mai 2014 um 16:02

Naja, solche Ratings sind ja immer sehr subjektiv. Auf whoscored.com, wo es vor allem um statistische Werte geht, ist er definitiv nicht der schlechteste Feldspieler.
http://www.whoscored.com/Matches/821983/Live

Ich finde auch, solche eher unsachlichen Kommentare, wo gegen einzelne Spieler gewettert wird, sind hier eher fehl am Platz.

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Michael Maier 25. Mai 2014 um 18:35

Die wenig famose Leistung von Khedira wird praktisch durchgehend in den deutschen Medien erwähnt. Und warum auch nicht – schließlich war er der einzige deutsche Nationalspieler im CL-Finale und ist, IMHO etwas überraschend, in den (vorläufigen) WM-Kader berufen worden. Ich denke fälschlicherweise, denn seine Form wird er auch zur WM kaum finden können, dafür musste er einfach zu lange pausieren.

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HW 25. Mai 2014 um 19:33

War gester bestimmt nicht das beste Spiel von Khedira. Aber manchmal ist es besser den vielleicht nicht ganz spielfitten Spieler aufzubieten anstatt zwei oder drei Spieler zu verschieben. Ancelotti wollte Modric wahrscheinlich zunächst auf seiner Position lassen und sich mit Isco dann den offensiven Wechsel offen halten.

credi 25. Mai 2014 um 20:09

Stimmt, es sollte mehr auf die taktischen Aspekte geschaut werden. Aber mit Blick auf die WM kommen viele schnell auf die DFB-Spieler zurück. Dein Verweis hat Khedira ja auch in der ganz unteren Riege der Benotung mit zwei anderen Spielern. Nur 19 angekommene von 28 Passversuchen sind auch für einen Sechser zeimlich übel. Als dann Isco kam, lief das Spiel ganz anders. Ancelotti hat da alles richtig gemacht. Schade, dass Atletico ihre teilweise sehr schön (vor allem über links) in den Strafraum gespielten Situationen nicht nutzen konnten, da wohl Villa doch die Wucht eines Diego Costa fehlte gegen Reals starke Verteidiger.

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Lenn 25. Mai 2014 um 20:31

Vor allem ist die Bewertung bei Whoscored eben doch nicht so ganz das Wahre, hat da eben vor allem Schwächen in der Gewichtung der einzelnen Aspekte, so dass Messi laut deren Noten z.B. eine sehr gute Saison gespielt hat – und wenn man sich jetzt den Link anschaut, geht das teils doch stark an der Realität vorbei (Cristiano, Verhältnis Godin-Varane, R.Garcia usw.).

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credi 25. Mai 2014 um 20:55

Wie dem auch sei, auch beim thetelegraph ist Khedira schlechtester Spieler der Partie. Isco ist einfach eine Granate, ich erinner emich gut an das Spiel Dortmund-Villareal, damals hat er schon gezeigt, dass er ein Wahnsinnstalent hat. Gestern war er sehr überzeugend. Spanien braucht sich wegen mangelndem Nachwuchs jedenfalls keine Sorgen zu machen. Mir hat auch Bale gut gefallen, weil er das unmögliche probierte und fast durch kam oder traf vor dem 1-1. Somit hat er defensive Kräfte auf sich gezogen und verschlissen. Ganz starker Spieler.

CD 26. Mai 2014 um 14:41

Isco hat m.W. nie bie Villareal gepielt (Valencia und Malaga waren seine Vorvereine), aber das nur am Rande

credi 26. Mai 2014 um 17:03

Ich habe Malaga mit Villareal verwechselt, gut dass Du das korrigierst. Das Dortmund – Malaga Spiel wars. Für mich war Isco der spielentscheidende Mann gegen Atletico.

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