Real Madrid – FC Barcelona 3:4

Es war wieder großes Theater. In Erinnerung werden die Einzelaktionen der Superstars, Schiedsrichterentscheidungen und die erste Pflichtspielniederlage von Real Madrid seit dem letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften bleiben. Eine etwas nüchternere Clasico-Analyse.

Die Grundformation

Grundformation

Grundformation

Beide Trainer überraschten mit ihren Aufstellungen nicht. Carlo Ancelotti blieb beim gewohnten 4-3-3 und bot auch personell keine Überraschungen. Interessant waren hingegen die Bewegungen seiner Spieler. Gerade Angel Di Maria fiel durch sein Herauskippen auf die linke Seite auf, wodurch sich situativ eher ein 4-2-3-1 mit Ronaldo im Zentrum bildete. Luka Modric war dafür auf seiner Achterposition vermehrt für den tieferen Aufbau und als ballsichere Anspielstation zuständig.

Tata Martino brachte dieses Mal in der vordersten Reihe Andres Iniesta, Lionel Messi und Neymar. Allerdings war dies so ausgelegt, dass Iniesta häufiger in den Halbraum zurückfiel, während sich Neymar von der rechten Seite eher ins Zentrum bewegte und Messi oftmals in den Zehnerraum kippte. Fabregas pendelte vertikal auf der linken Halbposition, während Xavi des Öfteren auf Busquets-Höhe die zweiten Zuspiele in der Zirkulation übernahm.

Der Spielfilm

In der ersten Viertelstunde wirkte Barca trotz der tieferen Stellung und dem aggressiveren Pressing der Madrilenen in der gegnerischen Hälfte gefährlich. Gerade über Sergio Busquets oder Fabregas erfolgten vertikale Zuspiele durch die Real-Linien hindurch.

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Nach einem Zweikampf hat Fabregas den Ball. Pepe war derweil aufgerückt und hinter ihm der Raum weit offen. Das Zuspiel erreichte Messi, der die Chance aber vergab.

 

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Diese Situation führte zur roten Karte für Sergio Ramos. Messi kann vertikal durchspielen, während Neymar hereinkreuzt. Dabei nutzte der Argentinier den offenen Raum, der sich genau vor ihm für einen kurzen Moment ergab.

Das 0:1 fiel aber über eine Aktion Messis aus der Tiefe heraus, wo er relativ unbedrängt auf die linke Seite spielen konnte und Andres Iniesta den Ball im Gehäuse unterbrachte. Insgesamt beschränkten sich die Katalanen beim Pressing im 4-3-3/4-1-4-1 auf das Anlaufen ohne wirklich den Ballführenden aggressiv zu attackieren. Tata Martino schien Respekt vor dem Vertikalspiel der Königlichen zu haben und wollte möglichst wenig Raum hinter Messi und Fabregas bieten.

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Hier lief Barcelona ausnahmsweise in der Anfangsphase höher an und versuchte die Anspielstationen abzudecken.

Ancelotti wählte derweil ein ambivalentes Vorgehen. Einerseits wurde Barca situativ hoch gepresst und Madrid rückte im Kollektiv auf. Andererseits zog man sich, sofern die Gäste in der Zirkulation ins Mittelfelddreieck- oder viereck kamen, stärker zurück und versuchte die Räume zu verdichten. Xabi Alonso verschob dabei oftmals etwas ballorientierter und besetzte den linken Halbraum, während Modric den rechten Halbraum auf der situativen Doppelsechs übernahm. Madrid formierte sich in einem 4-4-2, wobei Di Maria und Ronaldo abwechselnd neben Benzema in die vorderste Reihe schoben.

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Während Xabi Alonso nach halblinks schob, rückte Modric neben ihn auf die Doppelsechs.

Das hohe Pressing zerstörte vor allem in der Anfangsphase Barcelonas Spielaufbau einige Male und die Gäste wussten sich nur mit langen Schlägen zu helfen.

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Fabregas stand hier mit dem Körper ungünstig. Nach einem weiteren Zuspiel rückte Real noch ein Stück auf und Victor Valdes musste am Ende den Ball herausschlagen.

Die entscheidende Komponente im Madrider Offensivspiel war zumeist Di Maria. Der Argentinier agierte selten aus dem Achterraum heraus, sondern rückte auf die linke Seite, überlud dort mit Ronaldo oder der Portugiese bewegte sich ins Zentrum. Der Ausgleichstreffer in der 20. Minute resultierte aus einer Flanke Di Marias. Benzema setzte sich im Kopfballduell gegen Javier Mascherano durch. Das 2:1 fiel vier Minuten später. Wieder war es eine Hereingabe Di Marias, Mascherano flog am Ball vorbei und Benzema traf zur Führung. Zwei Minuten später hätte es fast 3:1 auf der Anzeigetafel im Bernabeu gestanden. Erneut konnte Di Maria flanken, Cesc und Alba behindern sich gegenseitig, der Schuss von Benzema wird von Pique auf der Linie geklärt.

In der Folgezeit rückte Barca in Gänze mehr auf und dominierte über ihre Zirkulation die Partie, obwohl natürlich stets die Gefahr bestand, dass Real über eine Umschaltaktion den Abstand hätte ausbauen können. Auffällig waren die Schnellangriffe der Hausherren, wobei häufig Ronaldo, Benzema und Gareth Bale nach vorn sprinteten und im Rücken lediglich Di Maria rasch aufrückte. Somit versuchten sie entweder über ein Eins-gegen-Eins-Duell hinter die letzte Linie Barcas oder über eine Kombination zum Schuss aus der zweiten Reihe zu gelangen.

Die Gäste hatten derweil Probleme mit ihrem Kurzpassspiel durch die gute defensive Staffelung von Real hindurch zu kommen.

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Pique rückte vor, fand aber keine gute Anspielstation und die Hausherren lauerten auf einen Ballgewinn.

Es mangelte an der Präsenz im offensiven Zentrum und meist fehlte im letzten Drittel der Pass in den Strafraum.  Gelang dieser einmal wie beim 2:2 kurz vor der Halbzeit wurde es gefährlich. Messi spielt Ramos aus und steuerte Neymar an, Carvajal spitzelte den Ball wieder zu Messi, der erfolgreich abschloss.

Die zweite Halbzeit war einerseits von der fortgeführten Ballbesitzdominanz, auf der anderen Seite von Pfiffen des Schiedsrichters geprägt. In der 53. Minute zog erneut Di Maria auf die linke Seite und spielte Ronaldo im Halbraum an, wobei dieser ins Dribbling kam und von Alves gefoult wurde.

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Di Maria spielte hier von der linken Seite Ronaldo an und dieser kam ins Dribbling. Daraus resultierte der Elfmeter für Real Madrid.

Alberto Mallenco entschied auf Elfmeter, den Ronaldo verwandelte. Rund zehn Minuten später veränderte ein Zuspiel Messis die Dramaturgie des Spiels vollends. Neymar kreuzte von rechts herein und ging zu Boden. Mallenco zeigte Sergio Ramos die rote Karte, Messi verwandelte derweil den Strafstoß.

Daraufhin nahm Ancelotti Benzema vom Platz und brachte Raphael Varane. Real Madrid agierte nun mehrheitlich in einem 4-4-1, manchmal im 4-3-2 mit Bale und Ronaldo vorn, gegen den Ball und zog sich in aller Regel ohne Pressing hinter die Mittellinie zurück.

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In Unterzahl agierten die Hausherren meist im 4-4-1 mit Ronaldo als vordersten Akteur. Es ging Real vor allem um die Verengung der Mitte und um die Zerstörung der gegnerischen Kombinationen in der eigenen Hälfte.

Martino wechselte eine Viertelstunde vor Schluss Alexis Sanchez für Fabregas ein, wodurch Iniesta noch konsequenter ins Zentrum ging und dort horizontal pendelnd als Anspielstation fungierte. In dieser Phase hatte Barca höchste Ballbesitzanteile, kam aber trotz der Überzahl in der Passzirkulation selten in den 16er der Hausherren. Lediglich ein Fernschuss von Alves sprang heraus, bevor ein erneuter Elfmeterpfiff, Iniesta schlängelte sich durch Carvajal und Alonso und wurde zu Fall gebracht, die Partie entschied. Messi setzte den Schlusspunkt.

Das Fazit

Natürlich wurde die Partie auf den ersten Blick durch die Pfiffe in der zweiten Halbzeit bestimmt. Allerdings lassen sich auf den zweiten Blick interessante Konstellationsveränderungen während des Spiels erkennen. Während sich Barcelona in der Anfangsphase relativ passiv verhielt, wurden sie mit zunehmenden Zeigerumdrehungen dominanter, während sich Madrid doch vornehmlich auf schnelle Umschaltsituationen konzentrierte. Zugleich war die Staffelung der Hausherren so ausgerichtet, dass sie zahlreiche Passwege blocken oder den Raum um den Ballführenden gut verengen konnten. Real agierte in der gegnerischen Hälfte mit einer höheren Pressinglinie, demgegenüber wurden sie hinter der Mittellinie kompakter und verschoben raumverdichtender.

Im Gegensatz dazu hatten sie allerdings bei tiefen Vertikalzuspielen des Gegners Probleme, da natürlich Messi, Fabregas oder Busquets diese Pässe grandios beherrschen, Real aber auch Lücken offen ließen. Gerade in der Mittelposition zwischen hohem Pressing und tieferer Staffelung wurden sie mehrmals erwischt. Zugleich konnten sie bei Fallbewegungen Messis nicht immer Zugriff auf den Argentinier herstellen.

Die Gäste hatten vornehmlich Probleme mit Di Marias Verschiebungen auf die Außenbahn. Sie konnten die Flanken im Zentrum nicht gut verteidigen. Real nutzte ganz einfach die körperlichen Vorteile eines Benzemas aus. Allerdings war Barcelona in der zweiten Halbzeit weitestgehend defensiv souverän und schlussendlich konnten sie mit drei Punkten die spanische Hauptstadt verlassen.

Danke an laola1.tv für das Bildmaterial!

juventino 24. März 2014 um 13:16

Verfolge Real Madrid (leider?) nicht so intensiv – aber spielten Modric und di Maria nicht seitenverkehrt? Ich dachte di Maria ist normalerweise halbrechter 8er um quasi wie gewohnt Reals Asymmetrie auszubalancieren. Es machte aber in meinen Augen durchaus Sinn ihn gegen Barca links aufzustellen, einerseits für die von euch schon erwähnten Flügelüberlagerungen aber auch um Dani Alves einerseits ein Deffensivstarkes Pendant, aber auch ein Pendant aufzustellen, das es versteht, die Räume hinter ihm zu nutzen (siehe beide Flanken auf Benz).

Ist das nun Standard oder war das eine kleine Anpassung?

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CE 24. März 2014 um 13:29

Das ist spätestens seit der Verletzung von Khedira Standard, wurde aber auch schon vorher in dieser Konstellation von Ancelotti manchmal aufgestellt. Wie du erwähnt hast, ergab es in diesem Spiel einige Vorteile auf der linken Seite.

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Bill 24. März 2014 um 11:49

Vorweg: Ich sehe Barcelona nur bei Übertragungen der CL und über „Spielzusammenfassungen“ aka Schnippsel im Internet.
Meine Frage: Hatte gestern deren Verteidigung nur einen schlechten Tag, oder haben sie bei Flanken häufiger solche Probleme?

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blub 24. März 2014 um 15:04

Der Mascherano ist 1,74 groß.
Wenn man es schafft ne flanke dahin zu bringen ist das ne gute wahl. Das problem ist es aber wie immer erstmal dahin zu kommen das man dain flanken kann.

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Konstantin 24. März 2014 um 11:38

Danke für die schnelle Analyse.
Ein bisschen offtopic: Weiß jemand gute Spielstatistikseiten(abges. von http://www.whoscored.com/) mit Statistiken zu diesem Spiel?

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CE 24. März 2014 um 11:53

Ich weiß natürlich nicht, wonach genau gesucht wird. Aber hier gibt es weitere Seiten mit Match-Stats:

http://la-liga.squawka.com/real-madrid-vs-barcelona/23-03-2014/spanish-la-liga/matches

http://www.fourfourtwo.com/statszone/23-2013/matches/707882

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Konstantin 24. März 2014 um 13:30

Vielen Dank, genau sowas in der Art.

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daniel 24. März 2014 um 10:53

Wäre angesichts der Probleme Barças auf der rechten Abwehrseite Pedro statt Neymar die bessere Wahl gewesen? Er hätte vermutlich Alves defensiv mehr unterstützt. Und ich denke auch offensiv hätten sie sich dadurch nicht verschlechtert, da Neymars gefährlicheren Momente nach Tiefensprints kamen, die Pedro mindestens genau so gut kann (und nicht nach individuellen Aktionen, Dribblings etc. wo Neymar stärker ist).

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JS 24. März 2014 um 17:22

Ich kann zu Pedros Defensivverhalten nichts aus eigener Anschauung sagen, aber angesichts Neymars offensiven Qualitäten, liegt es nahe die Erklärung für seinen schwachen Goalimpact in der Verteidigung zu suchen.

http://www.goalimpact.com/2014/03/the-duel-of-two-of-best-teams-of-world.html

Neymar: 114, Pedro 142

Übrigens ist Pedro offensiv auch alles andere als schlecht: From all Barca players this season Pedro needed least minutes per goal (96). Less than Messi (123) and Neymar (186).

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FE 24. März 2014 um 10:50

Mir kam auch öfter vor, als wäre Real ausgerechnet auf die Fallbewegungen Messis bzw. Neymars (die spielen dieses Prinzip seit wievielen Jahren?!) nicht optimal eingestellt gewesen. Ramos und Pepe sah ich öfters mal irgendwo weit aufgerückt herumirren, während die restliche Abwehrreihe hinten blieb, die Übergabe ans Mittelfeld hat öfters nicht geklappt. Fabregas orientierte sich inzwischen am anderen Innenverteidiger und band ihn hinten. So entstanden immer wieder Löcher an den Flanken, da Marcelo bzw. Carvajal einrücken mussten. Meiner Meinung nach entstand so auch das 0:1 (-> https://www.youtube.com/watch?v=0BUZV-3iN_g ). Nach der roten Karte war das Spiel (leider) gelaufen und ein weiterer Barca-Treffer nur eine Frage der Zeit. Auf diesem Niveau 30 Minuten mit einem Mann weniger zu spielen – da schlägt es irgendwann ein. Hat mich aber gewundert, warum Arbeloa oder Coentrao nicht in die Abwehrschlacht geworfen wurden. Dass Ancelotti in einem Clasico Ronaldo nicht herunternimmt, lass ich mir einreden, aber Bale hätte man für mehr Stabilität opfern können…

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Isco 24. März 2014 um 14:18

Arbeloa ist verletzt, Coentrao wäre eine Möglichkeit gewesen, aber mit dem nach außen rückenden Di Maria war die linke Seite nach der roten Karte und dem Zurückziehen gar nicht so schlecht abgesichert.
Ancelotti sah in Bale vermutlich noch einen weiteren Spieler, der seine Stärken im Konter hat.

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Ruggeri 24. März 2014 um 10:22

„Die Gäste hatten vornehmlich Probleme mit Di Marias Verschiebungen auf die Außenbahn.“ – Die Gäste haben vor allem Probleme mit Herrn Di Maria gehabt (und nicht mit den Verschiebungen; hätte z.B. Xabi Alonso Di Maria‘s taktische Rolle gehabt, hätten „die Gäste“ auch keine Probleme mit den erfolgreichen Dribblings gehabt), weil er ein hervorragender Spieler ist und gestern ein Wahnsinnstag (oder vielleicht nur eine Wahnsinnshalbzeit – ich habe leider nur die erste Halbzeit sehen können, vielleicht war er in der 2. nicht mehr so gut) erwischt hat. Mich stört es manchmal, dass alle Aktionen (und deren Beschreibungen) unbedingt in eine taktische Hülle eingepackt werden müssen und das Fußballspiel ab und zu einfach ein Spiel sein darf.
Übrigens in der ersten Halbzeit, hat der Schiedsrichter Real aber ziemlich geschont (Elfmeter an Neymar, Rot für Pepe und nicht Gelb für Pepe und Fabregas und kein Reagieren an die unglaubliche Fallsucht des Herrn Weltfussballer).

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FD 24. März 2014 um 11:30

Bitte was? Dir ist klar, dass der Schiri das Spiel zugunsten Barcas entschieden hat?! Wie viele Freistöße und Elfmeter Real nicht bekommen hat, da ist „Schonen“ wohl blanker Zynismus.

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HW 24. März 2014 um 11:45

Ach hört doch mit diesem Schiri Mist auf. Es ist langsam lächerlich, dass fast jedes Spiel europäischer Spitzenmannschaften angeblich durch den Schiedsrichter entschieden worden sein t.
Das sind enge, umkämpfte Partien und darum gibt es enge Entscheidungen. Ich kan es nicht mehr hören, jeder such Ausreden für die Spieler. Entweder sinds die Schiedsrichter oder sogar die Regeln.

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SAMsg 24. März 2014 um 18:11

Ganz deiner Meinung. Der Schiedsrichter hat das Spiel in meinen Augen nicht entschieden – es gab einige umstrittenen Entscheidungen in beide Richtungen. Als neutraler Fussballfan finde ich gut, dass diese Entscheidungen in der Analyse von SV nicht thematisiert werden ;). Meiner Meinung nach kann man die beiden Barca-Elfer beide geben. In Halbzeit 1 hätte ich Neymar einen weiteren gegeben. Der gegebene Real-Elfer hätte in meinen Augen ein Freistoss sein müssen. Natürlich gab es auch sonst diverse Entscheidungen, über die man diskutieren kann – nur ist das bei jedem Spiel zwischen zwei starken Mannschaften so.

Beeindruckt hat mich, wie souverän die Elfmeter von beiden Schützen versenkt wurden.

Spannend fand ich, welche Real-Spieler am Ende noch zum Handshake auf dem Feld blieben. Ob die anderen wirklich mit den anderen im Juli um den WM-Titel spielen wollen 😉 :).

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blub 24. März 2014 um 18:23

Die Elfer für Barca sind doch völlig diskusionsfrei korrekt (also 100/100 gibt man die so). Der Schiri hatte auch keine Wahl wenn er nicht richtung Stadiondach schaut.

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pl 24. März 2014 um 19:40

Also ich weiß nicht welches Spiel ihr gesehen habt…beim ersten hakt Neymar ein, weiter wegbleiben konnte Ramos nicht, beim zweiten springt Iniesta durch die Luft…wo da Elfmeter waren, wisst nur ihr. Im Gegenzug tritt Pique Bale um und der Schiri winkt nur gequält…

HW 24. März 2014 um 20:07

Ramos macht ‚klassische‘ Abwehrarbeit für eine Situation in der er nicht an den Ball kommt: möglichst minimale Breührungen an verschiedenen Stellen (Rücken, Beine) um den Stürmer zu stören. Ein Risiko, dass der Ref dies als Foul bewertet ist immer dabei.
Neymar macht das was jeder Stürmer macht, der im Strafraum von hinten gestört wird: hinfallen. Nicht als Schwalbe, sondern als Resultat der Berührung.

Jeder weiß, dass kein Ref pfeift, wenn der Stürmer nicht hinfällt.
Ich glaube wir würden über diese Situation nicht reden, wenn es nicht Real vs. Barca wäre.

Torchance verhindert -> Platzverweis. Alles logisch und Regelkonform. Vielleicht sollte Ramos sich mal fragen warum er schon 19 mal vom Platz geflogen ist und wie er in Zukunft seine Mannschaft nicht mehr schwächt. Das ist eine von Reals Schwachstellen und Barca kommt immer wieder in Situationen davon zu profitieren. Nicht wegen des Schiedsrichters, sondern weil Real diese Schwäche nicht behebt.

blub 25. März 2014 um 00:02

@pl: neymal kreuzt rein und ramos läuft ihm in die hacken. da gibts einfach nix zu diskutieren. einfädeln ist das was Müller oft macht.

genauswenig bei iniesta, der läuft an cavajal innen vorbei und alsonso kommt dazu, er trifft ihne knie an knie.

Beides offensichtlich von barca gewollt, aber das ist nicht die frage; Realspieler haben jeweils den fehler (ergo das foul) gemacht elfmeter.

JD 25. März 2014 um 09:05

Wieso tun eigentlich immer alle so, als wäre eine Berührung ein Foul? Tatsache ist doch, dass Barca und andere Spiel um Spiel ganz bewusst so viele Elfmeter wie nur möglich suchen. Ist das wirklich, was man als Fußballfan sehen will? Es ist sicher nicht die Schuld der Schiedsrichter, ich wollte keinen Clasico pfeifen. Trotzdem find ich traurig, dass so viele tolle Spiele kaputtgemacht werden.

Koom 25. März 2014 um 10:22

Geht mir auch auf die Nüsse. Ein Zupferl am Trikot und der Gezogene lässt sich dahinsinken, als ob er gerade erschossen wurde. Das hat nichts mit Fußball oder Spiel oder Fairneß zu tun.

Würde es begrüßen, wenn Schiedsrichter ganz bewusst bei „offensichtlichem“ Hinfallen nicht mehr Pfeifen würden, egal, wie viel Foul es wirklich war. Und hingegen dann auch konsequent pfeifen, wenn der Trikotwechsel beim Eckball stattfindet, ohne dass jemand hinfällt.

HW 25. März 2014 um 13:18

Ich bin auch der Meinung, dass nicht jede Berührung ein Foul ist (auch wenn Kommentatoren of so argumentieren). Aber die aktuelle Regelauslegung ist zum Teil so (also kein Clasico Phänomen). Außerdem ist es auch so, dass oft Aktionen erst gepfiffen werden wenn der Angreifer fällt. Dabei kann Körperkontakt auch ein Foul sein wenn niemand sich hinlegt.
Es ist einfach so, dass Angreifer und Verteidiger versuchen das jeweils maximale herauszuholen und die Schiedsrichter (auf Anweisung) Situationen auf eine bestimmte Art bewerten.
Nicht jeder Körperkontakt ist ein Foul. Aber auch nicht jede Aktion bei der ein Spieler hinfällt, ohne Foul, ist eine Schwalbe.
Mir wird da zu sehr schwarz-weiß gemalt.
Und wenn es ein Foul ist muss gepfiffen werden, außer bei Vorteil-Situationen. Man könnte den sterbenden Schwan ja zusätzlich verwarnen. Aber das ist eine Frage der konsequenten Erziehung durch Schiedsrichter und hat nichts mit diesem Spiel zu tun.

Ob der Fußballfan sehen will, dass Spieler einfädeln? Das passiert in jedem Spiel und was schert es mich was Fans sehen wollen. Fans wollen vieles nicht sehen und beschweren sich wenn es dann mal anders gemacht wird. Mangelnde Härte, mangelnde Cleverness. Es kommt immer darauf an welches Team profitiert.

vanGaalsNase 25. März 2014 um 14:34

„Fans wollen vieles nicht sehen und beschweren sich, wenn es dann mal anders gemacht wird. Mangelnde Härte, mangelnde Cleverness. Es kommt immer darauf an welches Team profitiert.“ – Das ist leider sooo richtig. Wenn jamend gefoult wird, aber nicht fällt, sagen die Leute, dass dort die Cleverness fehlt. Wird man leicht berührt und fällt, heißt es, dass der Spieler an „Fallsucht“ leide. Das ist pure Scheinheiligkeit.

Den Ausgang dieser Partie auf die Schiedsrichterentscheidungen zu beschränken, kommt dem tatsächlichen Spielverlauf nicht mal annähernd gleich.

Koom 25. März 2014 um 14:47

Ich habe mir mit der Zeit angewöhnt, Elfmeter nur noch als solche, unabhängig von der Vereinsbrille (so gut es geht) zu bewerten. Es ärgert mich sogar (wenn auch nicht so sehr), wenn meine 05er mal einen wachsweichen Elfmeter bekommen (vornehmlich durch Handspiele). Will ich nicht. Auch nicht als Regulativ („vorhin hätte es Elfmeter oder Rote Karte geben müssen, da ist das jetzt nur fair“). Ist Quark.

Im Fußball fallen allgemein relativ wenig Tore, da ist ein ergaunerter Elfmeter ziemlich entscheidend. Aber ist irgendwie typisch für unsere Zeit, dass wir Spielregeln, die ganz klar auf Fairplay basieren, so hart anwenden, dass es eigentlich keine Grauzone gibt – und die wenigen Grauzonen dann auch noch eingedampft werden.

HW 25. März 2014 um 18:43

Nun, wir reden hier nicht mehr über das Spiel, sondern ganz allgemein.
Es bleibt doch die Frage: Was ist ‚ergaunert‘?

Zurück zum Duell Real – Barca. Regelmäßig fliegen Spieler von Real vom Platz. Ich stelle einfach fest, dass Real nicht in der Lage ist die Situationen zu vermeiden in denen rote Karten drohen. Das ist eine Schwäche. Es kommen ja zwei Punkte zusammen: Die Situation und das Verhalten in der Situation.
Barca provoziert vielleicht die Situationen, aber Real fällt auch immerwieder drauf rein. Es wäre doch unklug wenn Barca dies nicht ausnutzen würde. (Und es gab in vergangenen Duellen Fouls die als versuchte Körperverletzung zur Anzeige gebracht werden sollten.)
Da es auf beiden Seiten Elfmeter gab kann ich auch keine offensichtliche Bevorzugung oder Verschwörung erkennen. Es ist viel mehr so, dass Barca in der Lage ist im Rahmen des Regelwerks zu agieren und Real ist es nicht.
Mehr will ich dazu nicht sagen.

Koom 26. März 2014 um 13:23

Zweigeteilt:
„Ergaunert“ ist für mich alles, wo man bewusst einfädelt oder den Körperkontakt gezielt sucht, um hinzufallen und dadurch einen Elfmeter zu schinden. Wo es aber mehr als genug Optionen gegeben hätte, dass anders weiterzuführen.

Zu Real vs. Barcelona:
Da gebe ich dir unabhängig zu der Elfmeter-Kiste recht. Das ist bei Real schon jahrelang ein Problem, nicht nur gegen Barca, dass immer wieder Abwehrspieler vom Platz fliegen. Wobei man fairerweise sagen muss, dass der Löwenanteil dabei auf Ramos und Pepe fällt, die das einfach „gut“ können.

HW 24. März 2014 um 19:49

Bei den Clasicos ist es mit der Schirischelte besonders extrem. Das haben sich die Beteiligten auch lange eingeredet. Und dann wird auch noch gefordert, dass dieser oder jener Referee Spiele von Verein X nicht mehr pfeifen soll. Wer soetwas fordert sollte gleich gesperrt werden. Tja, andere Länder, andere Sitten.

Ich fände es gut wenn nach einem Spiel ein Spieler mal sagt: Wir haben vier Tore kassiert und mit dieser Leistung können wir keinen Sieg erwarten.

Das wäre für einen Verein wie Real Madrid angemessen.
Ich habe gerade Fear and Loathing in La Liga gelesen. Es gab wohl mal einen Verhaltenskodex bei Real, dass nicht schlecht über Schiedsrichter gesprochen wird. Auf dem Papier gibt es den Kodex vielleicht noch. Aber selbst Perez ist vor Mourinho eingeknickt (Seite 403 auf besagtem Buch zitiert diesen Kodex: „Real Madrid does not complain“ und drei Zeilen später wird Perez zitiert der Mourinho schützen muss: „What Mourinho says is Madridismo too.“)
Es ist ja keine Neuigkeit, dass nicht alle Spieler mit Mourinhos Vorgehen einverstanden waren. Da Mourinho nicht mehr da ist, die Verschwörungstheorien aber noch bestehen, erkennt man wie stark Mourinho dem klassischen Real Madrid Selbstverständnis geschadet hat.
Nichts gegen Mourinho als Trainer, aber dieser totale Krieg als er bei Real war hat zu viel kaputt gemacht und der spanische Fußball braucht Zeit um sich davon zu erholen. Wir sprechen ja sogar hier darüber weil irgendwelche Realfans diesen Mist glauben.

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karl-ton 24. März 2014 um 23:51

Ich weiß ja nicht. Einerseits würde ich dir völlig zustimmen, was deine Kritik an der Kritik angeht. Insbesondere bei den Duellen der großen drei diese Saison geht es nunmal ziemlich zur Sache. Insofern verstehe ich da diesen Verschwörungsmist immer nicht so richtig.

Auf der anderen Seite sind die Schiedsrichterleistungen in Spanien schon oft … eklektisch und die Spieler bieten dem Publikum auch gerne maximales Drama (amüsant sind immer die britischen Fernsehkommentare dazu).

MR 24. März 2014 um 11:59

Liegt einfach daran, dass solche Dinge für uns selbstverständlich sind. Natürlich muss man dann auch erstmal so flanken können wie di Maria, das weiß doch jeder. Trotzdem muss auch di Maria erst einmal in Flankenpositionen kommen und die Einbindung von ihm war da schon außergewöhnlich – wäre sicher auch erwähnt worden, wenn Xabi das so gespielt hätte. 😉 Individuelle Fähigkeit und taktischer Umstand sind einfach nicht trennbar. Man kann nicht seine Fähigkeiten einbringen, ohne dass das einen taktischen Kontext hat. Das ist keine Hülle, in die es gepackt wird, das ist die Natur des Fußballspiels.

Inwiefern spricht das eigentlich dagegen, dass Fußball ein Spiel ist? Schach ist auch ein Spiel. (100m-Lauf hingegen übrigens nicht.)

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