Real Madrid – Villareal 4:2

Trotz etwas offensiver und defensiver Instabilität gewinnt Real letztlich verdient und auch souverän gegen Villareal, welche ihnen aber in Teilaspekten Probleme bereiten konnten. Das vor dem Spiel als vermeintlich größtes Problem kam aber nicht wirklich zum Tragen. Dies war nämlich die Frage, wie Reals Weltfußballer ersetzt werden würde.

Was macht Real ohne Cristiano?

Villareals Trainer Marcelino umschrieb es gestern bereits ganz passend:

„For Madrid to complain about absences is bit much, with Bale costing twice my team’s annual budget”

Es ist also nicht die Frage, „ob“ man ihn ersetzen kann, sondern nur „wie“ (gut). Carlo Ancelotti ließ dafür seinen Jungstar Jesé von Beginn an ran, veränderte aber gewisse systemische Punkte. So gab es keinen zockenden Freispieler in der Offensive mehr, wie es Cristiano oftmals tat, sondern sämtliche Spieler arbeiteten diszipliniert und in ausreichendem Maße nach hinten mit. Sowohl Jesé als auch Bale hatten keine Freirolle in der Defensive (und auch in der Offensive nicht), sondern beteiligten sich am Positionsspiel der Mannschaft.

4-1-4-1 bei Real

4-1-4-1 bei Real, von den Positionen aus gibt es dann Mannorientierungen.

Dafür stellten die Madrilenen ein 4-1-4-1 in der Defensive her, welches  vorrangig positionsorientiert gespielt wurde, obgleich Modric, Di Maria und Illarramendi einige Male herausrückten, Illarramendi auf der Sechs immer wieder Mannorientierungen übernahm und die Außenstürmer ebenfalls gesondert darauf achteten, ob der gegnerischen Außenverteidiger mit nach vorne aufrückte. Alles in allem war es aber eine defensiv disziplinierte Vorstellung, ohne offensiv durch das mangelnde Zocken wirklich schwächer zu sein.

Wie hier zu sehen: Alle arbeiten mit nach hinten bei Real.

Wie hier zu sehen: Alle arbeiten mit nach hinten bei Real.

Insbesondere Bale und natürlich Fußballgott Luka Modric konnten hierbei die Abwehr Villareals schwindelig spielen; Bale kam von seiner breiten Position aus in Richtung Mitte und versuchte zu kombinieren oder überlief seinen Gegenspieler, um von Strafraum- und Grundliniennähe aus zu flanken. Villareal hatte dabei Probleme ihn ordentlich zu doppeln und den attackierenden Verteidiger abzusichern.

Modric fungierte als Alleskönner in der Mitte.

Er war im Aufbauspiel als kreativster und strukturgebendster Spieler enorm wichtig, im zweiten Spielfelddrittel war er für seine Mitspieler nahezu immer anspielbar, zeigte sich unglaublich pressingresistent, strategisch intelligent und war kaum vom Ball zu trennen. Auch im letzten Drittel beteiligte er sich gelegentlich an den Angriffen, versuchte sogar ein paar Mal mit raumöffenden Läufen die offensive Dreierreihe zu unterstützen.

Hier sehen wir aber auch, dass nicht nur Modric etwas im Aufbauspiel tat, sondern auch Illarramendi, der immer wieder abkippte.

Hier sehen wir aber auch, dass nicht nur Modric etwas im Aufbauspiel tat, sondern auch Illarramendi, der immer wieder abkippte.

Manchmal deckte Villareal das aber sehr gut mit den leitenden Bewegungen und daraufhin mehr Zugriff ab.

Manchmal deckte Villareal das aber sehr gut mit den leitenden Bewegungen und daraufhin mehr Zugriff ab.

Defensiv zeigte er als wichtiger Pressingspieler ebenfalls eine starke Leistung, vereinzelt übernahm er sogar im flexiblen Wechsel mit Illarramendi dessen Position, wenn der junge Spanier herausrückte, oder sicherte für Di Maria in Umschaltmomenten ab.

Diese beiden im Verbund waren jene, die Cristiano vorrangig vergessen machten. Allerdings war Villareal auch lange Zeit selbst Schuld daran, dass sie kaum Gefahr entfachen konnten.

Unterzahlangriffe und mangelnde Präsenz

Im Offensivspiel beteiligten sie insbesondere bis Mitte der ersten Halbzeit meistens zu wenige Akteure, wodurch Real in der Defensive leichtes Spiel hatte. Selbst der sehenswerte Treffer zum 2:1 hätte im Normalfall nicht passieren dürfen. Hier war es Modric, der sich im eigenen Drittel herausragend dem Gegenpressing Villareals entledigt hatte, doch Illarramendi machte bei dieser Gala nicht weiter, schlug den Ball unter vermeintlichem Druck diagonal nach vorne, woraufhin Villareal schnell im offenen Raum konterte – und trotzdem aus einer ungünstigen 2-gegen-1-Situation abschließen musste, der Ball jedoch spektakulär im Winkel landete.

Gegen Ende der ersten Halbzeit und spätestens ab Beginn der zweiten Spielhälfte war man dann sowohl im Pressing als auch im Offensivspiel etwas lebhafter und engagierter. Man wollte nun die Offensivräume konsequenter und präsenter besetzen, woraufhin auch Real nicht mehr so stark wirkte und weniger vom Ballbesitz hatte. Besonders bei den zweiten Bällen nach einigen langen, aber zumeist flachen Pässen im Aufbauspiel war Villareal nun stärker.

Benzema wich gelegentlich auf außen aus und öffnete Räume in der Mitte.

Benzema wich gelegentlich auf außen aus und öffnete Räume in der Mitte, Villareal machte sie aber eng.

Zwar hatte Villareal nach wie vor Probleme, da Real mit dem kompakten 4-1-4-1 und den starken Bewegungen Illarramendis und Modrics viele offene Räume schnell versperren oder zumindest die in der Mitte und den Halbräumen begonnenen Angriffe Richtung Flügel leiten konnte, alles in allem konnte man sich aber etwas besser nach vorne kombinieren und war dort wie erwähnt präsenter beim Abschluss. Nichtsdestotrotz war es dann aber eher die Defensive Villareals, die zu gefallen wusste.

Villareals 4-4-2 …

Die Gäste formierten sich in einem kompakten und positionsorientierten 4-4-2, welches einzelne Aspekte der Spielweise von zum Beispiel Favres Gladbachern inne hatte. So spielten beide Viererketten parallel zueinander, bewegten sich überaus diszipliniert, veränderten sich dann aber in einzelnen Situationen. So schoben beispielsweise die Außenstürmer gelegentlich im Pressing nach vorne, um Zugriff auf die Außenverteidiger herzustellen, oder die Außenverteidiger in der Viererkette verhielten sich mannorientiert.

Die hohe Kompaktheit wurde durch die Passivität in hohen Zonen garniert und sorgte dafür, dass die Formation selten größere Räume offenbarte. Wirkliche Angriffe durch die Formation oder gar Ballzirkulationen im letzten Drittel gab es nicht, da diese Zonen zu eng und / oder besetzt waren. Real ließ viel um die Formation herum zirkulieren, spielte vereinzelte lange Bälle und hatte – wie schon erwähnt – den hervorragenden Modric. Dieser verhinderte eine aggressivere oder zumindest effektivere Ausrichtung Villareals; standen zum Beispiel die Stürmer tiefer, dann leitete Modric schnell Bälle weiter und fand mit Illarramendi die tiefen Ausweichzonen. Agierten Villareals Stürmer höher, dann sorgte Modric über die Halbräume für Struktur im eigenen Sechserraum.

Modric im Halbraum, Marcelino winkt einem Fan.

Modric im Halbraum, Marcelino winkt einem Fan, Villareal 4-4-2t.

Ansonsten ließ Villareal über die Mitte und in den strategisch wichtigen Zonen nur einzelne Angriffe zu. Problematisch war jedoch neben der individuellen Unterlegenheit die mangelnde Intensität in ihrer Spielausrichtung und natürlich das klassische Problem des 4-4-2.

… und die Öffnung der Halb- und Flügelräume

Bei Kontern und über die Flügel wurde Real primär gefährlich in der Offensive. Dabei bewegte sich Modric eben sehr oft in den defensiven Halbraum, forderte dort Bälle und konnte besonders Bale ins Spiel einbringen. Zwischen Mittelstürmer und Flügelstürmer öffneten sich hierbei Räume für Modric, wo er auch nicht mannorientiert verfolgt werden konnte. Er konnte hier gemütlich die Ballzirkulation unterstützen und punktuell Angriffe einleiten. Ab und zu streuten er und Bale (sowie vereinzelt mit Benzemas ausweichenden Läufen und Di Marias Einrücken in hohen Positionen) schnelle diagonale Kombinationen ein, welche für Raumgewinn und etwas Chaos sorgten, obwohl sie nicht allzu effektiv waren.

Bales Dribbling zum 2-0; armer Verteidiger.

Bales Dribbling zum 2-0; armer Verteidiger, mangelnde Unterstützung, viele Zuseher.

Interessant in der zweiten Halbzeit war, dass diese Angriffe später vermehrt über die linke Seite gingen. Neben Modrics verstärktem Bewegen in diese Räume lag dies auch an Arbeloa, der sich einige Male überraschend effektiv nach innen bewegte, um Jesé für die Innenverteidiger direkt anspielbar zu machen. Es erinnerte dabei etwas an Bayerns Spielweise in dieser Saison, wo der Außenverteidiger einrückt, Raum auf dem Flügel öffnet und dann seinen Vordermann vorderläuft. Leider wurde dies nur einige wenige Male praktiziert, sorgte allerdings für einzelne sehenswerte taktische Laufwege.

Fazit

Kein besonders starkes Spiel, trotz sechs Toren. Real überzeugte zu Beginn, das Spiel verflachte dann und einzig Modric hielt es am Leben. Villareal wirkte passiv, ließ über die Flügel überraschend viel zu und konnte vorne aus wenigen wirklich guten Chancen zwei Tore machen, womit zumindest die Spannung erhalten blieb. Am Ende setzten sich die Madrilenen aber wie erwartet klar durch.

P.S.: Modric ist unglaublich.

Danke an laola1.tv für das Bildmaterial!

Bernhard 10. Februar 2014 um 14:10

Deine Schmähs werden ja immer besser, RM! 😉
Nette Analyse, die mit dem Bildmaterial gefallen mir immer sehr gut, schade, dass ihr nicht überall dafür Rechte besitzt.
Provokante Frage: Ist Real Madrid ohne C. Ronaldo besser?

Antworten

CF 10. Februar 2014 um 14:27

Nein.

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Bernhard 10. Februar 2014 um 14:45

Begründe!

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Koom 10. Februar 2014 um 15:06

Würde mich CF anschließen. Und ganz massenpopulistisch sagen, das Ronaldo durchaus zu recht Weltfußballer ist. Er ist fleissig, ehrgeizig, perfekt trainiert und hat große Talente. Ronaldo allein bindet jederzeit 2 oder mehr Gegner – die ihn aber auch nicht halten können.

Wäre Madrid ohne Ronaldo erfolgreicher? Möglich. IMO aber eine Philosophie-Frage. Bei Real ist immer noch das Galactico-Schema drin, wonach weniger die mannschaftliche Stärke denn mehr der Individualismus gefördert wird. Ergo wäre man ohne Ronaldo kein besseres Team, hätte aber einen individuell überragenden Spieler weniger.

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Bernhard 10. Februar 2014 um 16:32

Das schon,aber ich glaube, C. Ronaldo ist kein gruppentaktisch intelligenter Spieler. Es wäre meiner Meinung nach interessant, wie ihn zB. Klopp in die Mannschaft einbinden würde.

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Zagłębie rules 10. Februar 2014 um 17:20

Das wärs doch BVB nächste Saison mit Ronaldo und Ibrahimovic :-), da wird der Uli Hoeneß bestimmt freiwillig zurücktreten 😛

GH 10. Februar 2014 um 21:03

Also mir kommt es vor allem so vor, dass Real um einiges besser kombinieren kann, wenn sie ohne CR7 spielen.
Allein schon aus dem Grund heraus, dass sie ein ausgeglicheneres System spielen mit dem 4-1-4-1
Mit Ronaldo ist es immer mit 2 stürmer in der Mitte und da wird mir doch wirklich zu oft einfach geflankt.
Was mich eigentlich stört, ist die Einbindung von Ronaldo. Mit ihm ist man eigentlich ein Spieler weniger im Kombinationsspiel, aber 2 mehr bei Abschlüssen

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CF 10. Februar 2014 um 21:19

Er ist einfach individuelle zu gut und stößt ja auch taktisch immer wieder bestimmte Rochaden an oder schafft Raum. Taktisch Leichter zu verteidigen, aber individuelle schwerer als ohne ihn.

Real wäre ohne Ronaldo taktisch wahrscheinlich wesentlich interessanter, man müsste jetzt sehen, wie sie dann taktisch spielen würden. Wenn sich Ancelotti dann was richtiges geiles taktisch ausdenkt z.B mehrere Kreisel im Aufbauspiel oder sowas in der Art, dann wären sie besser als mit Ronaldo, da noch schwerer zu verteidgen, dementsprechend merh Tore.
Heißt sie könnten dann taktisch besser sein und dadurch die fehlende individuelle Klasse von Ronaldo kascheiren.

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Bernhard 11. Februar 2014 um 08:52

Jein. Ich möchte nicht seine tollen individuellen Fähigkeiten negieren, aber meiner Meinung nach wird er ein wenig überschätzt. Klar, er schießt ungemein viele Tore, und das auf konstantem Niveau. Sein Kopfballspiel ist fast so gut, wie das von Mandzukic. Der Abschluss ist mit beiden Füßen präzise und effektiv. Und über seine Tempodribblings, wäre jedes geschriebene Wort zu viel.
Dennoch, ich bin der Meinung, für ein ballbesitz.orientiertes Kurzpassspiel wie es die Bayern momentan betreiben, abe auch Barcelona und andere Teams, wäre er ungeeignet. Klar, das ist jetzt meine persönliche Definition von ansehnlichem Fußball, aber in meinen Augen, erzielt C. Ronaldo die meisten seiner Tore, aus Kontern und Standards. Wenn man bei Kontern zocken darf, eigentlich kein großes Ding, plakativ formuliert.
Ich schätze ihn überdies auch nicht sehr spielintelligent ein. Er kann Engen nicht auflösen, hat wenig Gespür für gute Raumnutzung (Stichwort Pressingfallen, tote Räume etc.) und hat auch wenig taktisches Gespür für gruppentaktische Entwicklungen in seiner, sowie des Gegners Mannschaft. Deshalb bin ich der Meinung, Real Madrid wäre ohne C. Ronaldo interessanter, da taktisch ausgewogener, spielstärker (in puncto Kombinationsspiel) und auch weniger durchschaubar.
So, hoffentlich artete meine Stellungnahme nicht zu einem Bashing des aktuellen Weltfußballers aus. Seine Qualität wollte ich nicht schlechtreden, einzig meine Einschätzung seiner Fähigkeiten soll Ziel dieses Kommentares sein. 😉

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Koom 11. Februar 2014 um 09:31

Ronaldo ist ein Vorschlaghammer als Fußballer. Brachial, urgewaltig, schwer aufzuhalten. Messi ist eher ein Florett oder eine Nadel. Beide können außerordentlich tödlich sein, mal ist das eine besser als das andere.

Wie schon gesagt: Ich glaube nicht, das Real sofort teamtaktisch besser wäre, wenn Ronaldo nicht mehr wäre. Dazu wird dort viel zu sehr auf Heldenfußball agiert, dann darf eben Bale zocken und aus allen Lagen schießen. Oder man kauft sich nen anderen, der die Megastarrolle hat.

Zagłębie rules 11. Februar 2014 um 09:55

@ Koom

SchönerVergleich 🙂

RM 10. Februar 2014 um 16:02

Wöche Schmähs leicht? 😮

Antworten

Bernhard 10. Februar 2014 um 16:35

„Modric im Halbraum, Marcelino winkt einem Fan, Villareal 4-4-2t.“

„Bales Dribbling zum 2-0; armer Verteidiger, mangelnde Unterstützung, viele Zuseher.“

Vielleicht verstehe ich diese beiden Bildunterschriften falsch, aber als ich sie las, musste ich schmunzeln, deshalb Schmähs. 😉

Antworten

RM 10. Februar 2014 um 16:37

Ach so, die, haha, habe ich ganz vergessen.

Antworten

Bernhard 11. Februar 2014 um 12:44

Eine Frage hätt ich noch an dich: Plant ihr Vorschauen zu den CL-Spielen? Die waren echt cool im letzten Jahr, vor allem da ihr oft richtige taktische Kniffe vorhersagtet.

Antworten

RM 11. Februar 2014 um 16:10

Mal sehen, hängt von Zeit, Spiel und Laune ab. Ich habe noch ungefähr 12 Artikel, die mir akut unter den Nägeln brennen, aber kaum Zeit und Muse dafür.

mk 11. Februar 2014 um 17:03

@RM: Du hattest bisher also eine Muse? Beneidenswert. Aber bei deiner unermesslichen Produktivität kann ich verstehen, dass sie gekündigt hat. Ist bestimmt ein schlecht bezahlter Full-Time-Job gewesen. 😉

RM 11. Februar 2014 um 22:14

Haha, meine Muse zeigt in letzter Zeit wirklich weniger Zuneigung. Ich hoffe, dass meine Freundin nicht die nächste ist, die abwandert. Wobei meine Muse eigentlich eine Mischung aus unseren Lesern, unserer Redaktion, die Freude am Spiel und weniger Müdigkeit ist. Zurzeit hapert’s am letzten. Ich gelobe Besserung und wieder mehr Qualität – und mehr Taktiktheorie. 🙂

mk 11. Februar 2014 um 22:52

Ich hab zwar keins der Spiele, dass du in den letzten paar Tagen analysiert hast, gesehen, aber es kommt mir bei weitem nicht so vor, als würde es an der Qualität hapern. Wie immer eigentlich.
Und was die Müdigkeit betrifft: In den Semesterferien gewöhn ich mir das Schlafen zum Hausarbeiten schreiben weitestgehend ab. Bis 1 Uhr ist es zäh, aber zwischen 1 und 4 flutscht es richtig!
Taktiktheorie find ich immer super, also ran da ;). Deine Freundin wird schon ne Beschäftigung finden…


Zagłębie rules 9. Februar 2014 um 02:10

Das Bildmaterial sind das screenshots?

Antworten

RM 9. Februar 2014 um 10:14

Ja.

Antworten

Tobias 9. Februar 2014 um 00:49

Mich würde auch interressieren was ihr von der etwas neueren Position von di Maria haltet. Mir kommt es so vor, dass Ronaldo durch di Maria noch mehr Freiheiten bekommt, Ronaldo tauchte unter der Woche gegen Atletico noch häufiger in der Mitte als sonst

Antworten

Terminus 9. Februar 2014 um 11:35

Ich kann zwar nicht abschließend beurteilen, was davon zu halten ist – habe da nun wirklich nicht genug Real diese Saison gesehen – aber Di Maria hat auch schon die Tage gegen Atletico im Copa del Rey-Halbfinalhinspiel zentral gespielt und hat unter anderem das 2:0 genial aufgelegt – von links. Ronaldo habe ich in dem Spiel einige Male auf rechts gesehen, allerdings nicht drauf geachtet, wo sich Jese (nomineller Rechtsaußen) rumgetrieben hat.

Müsste man sich vermutlich mal genauer ansehen, aber Di Maria im Zentrum kann durchaus funktionieren. Ball-, passsicher und dribbelstark genug sollte er ja sein.

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Isco 9. Februar 2014 um 11:56

Also mir gefällt er nicht so schlecht dort, oft weicht er auf den Flügel aus und erlaubt es dann Ronaldo ins Zentrum zu gehen, wodurch die Flankentaktik mehr Sinn ergibt. Oft merkt man ihm aber auch an, dass er jetzt ewig außen gespielt hat. Seine Entscheidungsfindung ist oft zu riskant für einen ZM, manchmal ist er auch übermotiviert, presst zu stark in aussichtslosen Situationen und macht hinter sich eine Lücke auf.
Allerdings gleicht er durch seinen hohen Workload natürlich Ronaldos fehlende Defensivarbeit besser aus, als bspw. Modric.

Antworten

blub 9. Februar 2014 um 15:30

Di Maria hat eine Vergangenheit als Halbspieler in der Raute (zuletzt einige male für Argentinien), der kann das sicherlich spielen, das ist kein zufall was da passiert.

Antworten

CF 9. Februar 2014 um 11:58

Finde ich sehr gut war gegen Atletico einer der Schlüssel. Dazu gibt es immer wieder sehr gute Rochade, wo Ronaldo dann in die Mitte geht. Di Maria schafft Ronaldo aber auch des öfteren Raum und hilft ihm mit guten Bewegungsmustern. Welche einem Außenverteididger nich unähnlich sind sprich Vorderlaufen und Hinterlaufen. Alles in allem ist di Maria echt geil auf dieser Position hat ziemlich variable Bewegungsmuster, die er in viele Situationen sehr gut einbringen kann. Hat ja auch gegen Atletico ziemlich oft in das Verschiebungs oder die Verscheibungslöcher verschoben und dann viele wichtige Räume verbunden.
Probleme sind aber, dass die Ballzirkulatiuon etwas schelchter ist als mit Isco, sie ist etwas symetrischer und wenn di Maria zu früh nach vorne stößt oder in der Positionierung im Angriffsverlauf sich nicht korrekt verhält, dann gibt es zeimlich große Probleme, da einige Räume nicht richtig verbunden werden. Sprich linker Halbraum und linker Flügel. Oder die Ballzirkulation wird zu eindeutig. Di Maria schafft es eigentlich ziemlich gut sich richtig zu positionieren und hatte gegen Atletico nur wenige Fehler in der Positionierung und wenn hat das stratgeische Genie Alonso diese Fehler ziemlich gut umspielt oder die Räume nicht bespielt und gewartet bis die Staffelung in anderen Räumen passend war.
Di Maria bringt viele Veränderungen mit sich und tut dem Spiel sehr gut, allerdings gibt es halt noch einige Probleme, welche aber in der Liga noch gar nicht so zum vorschein kamen, da die Gegner sich falsch einegstellt haben oder sie nicht direkt zu den Problemen geleitet haben.

Antworten

Fred 10. Februar 2014 um 03:09

In diesem Spiel fand ich jedoch, dass Di Maria und Jesé nicht optimal miteinander harmoniert haben, was jedoch im Verlaufe des Spiels besser wurde. Da ich ein grosser Fanboy von Jesé bin, ist er mir hier natürlich zu kurz gekommen, deswegen möchte ich genauer darauf eingehen 😉
Obwohl er in meinen Augen ein eher schwaches Spiel abgeliefert hat, konnte er mal wieder mit einem souveränen Tor und einem Assist auf sich aufmerksam machen. Daher, liebe (!) Experten der spielverlagerung.de Community, würde ich gerne wissen, wie viel ihr ihm zutraut und was er der Mannschaft von Real Madrid geben kann. Ich bin ja ziemlich begeistert von seiner Entwicklung und seiner Reife, die er mitlerweilen an den Tag legt, auch wenn er natürlich noch gewisse, zumindest in meinen Augen, Schwächen aufweist (zu grosse Fokussierung auf letzten Pass, wenig eingebunden im Kombinationsspiel, usw.).
Wie seht ihr das?

Antworten

CF 10. Februar 2014 um 14:34

Kein Fan von Jese. Hat eine gute Technik, ist aber eher ineffizient im Dribbling. Visiert kaum strategsich wichtige Räume an bei Dribblings, zu typisch im Dribling, kaum individuelle Bewegungsmuster, sondern sehr strikt und ähnlich in seinen Aktionen. Als Stürmer wäre er vielleicht cool mit vielen Rochaden auf die Flügel. Ansonsten finde ich ihn in allem ein bisschen zu einfach, aber individuelle natürlich für das Alter ziemlich gut. Mal sehen wird spannend kommt drauf an wie die Entwicklung ist. (Gerade taktisch)

Antworten

Fred 10. Februar 2014 um 19:03

Ahhhh, jetzt bin ich enttäuscht, hätte ich doch besser nicht gefragt 😉
Danke für deine Antwort! Wenn ich diese richtig verstehe, dann hat er im Dribbling ähnliche Mängel wie C. Ronaldo (visiert keine wichtigen strategischen Räume an). Bei den Bewegungsmustern kann ich dir jedoch nicht so ganz folgen, da ich diese gerade im letzten Drittel als äusserst ansprechend empfinde.
Dann noch zwei eher allgemeine Fragen hierzu: Lassen sich solche „Mängel“ per Training beseitigen (wenn ich z.B. an Ronaldo denke, der mit 29 in diesem Bereich, zumindest in meinen Augen, keine echten Fortschritte gemacht hat) und sind da im Staff von Real Madrid und auch in anderen Topteams Personen, die solche Dinge erkennen und beheben?
Bei einem Guardiola kann ich mir sowas sehr gut vorstellen, wenn ich jedoch an Ancelotti/Zidane denke, zweifle ich schon irgendwo, ob solche Dinge erkannt und behoben werden. Vielleicht bin ich da auch viel zu naiv und sowas ist Standard…

Antworten

CF 10. Februar 2014 um 21:32

„Bei den Bewegungsmustern kann ich dir jedoch nicht so ganz folgen, da ich diese gerade im letzten Drittel als äusserst ansprechend empfinde.“

Habe ihn jetzt nicht so krass oft gesehen aber würde seine Bewegungen eher so einschätzen, aber kann mich auch irren. Kannst du vielleicht mal beschreiben, wie du ihn siehst, würdest du ihn auch kreativ sehen, diagonal, vertikal, kreiselnd oder wie?

„Dann noch zwei eher allgemeine Fragen hierzu: Lassen sich solche “Mängel” per Training beseitigen (wenn ich z.B. an Ronaldo denke, der mit 29 in diesem Bereich, zumindest in meinen Augen, keine echten Fortschritte gemacht hat) und sind da im Staff von Real Madrid und auch in anderen Topteams Personen, die solche Dinge erkennen und beheben?“

Ja würde schon sagen, dass es Leute gibt, die das erkennen und beheben. Viktor Fischer ist zwar erst 19 Jahre alt hat aber innerhalb einem Jahr z.B einen riesen Fortschritt in diesem Bereich gemacht. Frank de Boer ist aus meiner Sicht aber auch eine andere Hausnummer, als Ancelotti. Bei Jese sehe ich aber auch das Potential zu diesem Sprung und der Entwicklung auch mit Ancelotti 😉

Fred 11. Februar 2014 um 02:46

Tja, schwierig für mich das einzuschätzen, weil mir das eben schwer fällt, wollte ich nach Meinungen fragen. Kann leider nur von meinen Gefühlen berichten 😉 und was seine Laufwege im letzten Drittel betrifft, sagt mein Gefühl, dass er verdammt viel richtig macht: Zum Einen hat er ein überragendes Timing, daher zum Beispiel noch kein einziges Mal im Offside gestanden (Quelle whoscore.com) und auch ein gutes Gespür, wie sich Situationen entwickeln, seine Läufe in der Spitze sind geradlinig und daher gut erkennbar/leicht bespielbar.
Das gute Gespür, wie sich Situationen entwickeln, könnte daran liegen, dass er viel auffälliger als andere Spieler, auch in schwierigen Situationen und unter Druck den Kopf oben hat und beobachtet, was passiert. Das ist einerseits vor dem Tor unglaublich wertvoll, seine Abschlüsse sind verdammt cool und auch für Pässe im letzten Drittel toll. Hab schon mehrere Mesut Özil like Pässe von ihm gesehen, wo er in dynamischen Situationen den perfekten Pass spielt/versucht zu spielen.
Leider hat er nicht annähernd eine solche Präzision wie Mesut, aber vielen Versuchen fehlt nur wenig, vielleicht kommt das ja noch! Er sucht sehr oft Ronaldo und übersieht manchmal den einfacheren Pass, der mehr Gefahr bringen würde (vielleicht ist das auch völlig übertrieben, ich bin vermutlich voreingenommen).
Bei seinen Dribblings hab ich auch oftmals das Gefühl, dass er sich noch nicht so richtig zutraut (oder vielleicht auch nicht darf!?) richtig mit Risiko in den freien, gefährlichen Raum zu gehen (dafür wird er praktisch nie vom Ball getrennt, vielleicht auch ein Signal an den Trainer „hey, ich bin verlässlich“), ausserdem ist er auf der rechten Seite ziemlich eindimensional. Ich weiss es wirklich nicht, ist nur meine Einschätzung, aber objektiv betrachtet stimme ich dir in der Dribblinggeschichte 100% zu.
Da Jesé schon lange Zeit mit José zusammen als grösstes Talent des Real Madrid Nachwuchs gilt, habe ich ihn schon bei der ein oder anderen Gelegenheit beobachtet (Jugendnationalmannschaftsturniere, 2. Mannschaft von Real Madrid) und meine Einschätzung war damals ähnlich wie die von dir oben, irgendwie hat er mir aber in seinen Einsätzen bei den „Grossen“ Dinge gezeigt, die ich bis anhin von ihm nicht gesehen habe (z.B. starkes Kombinationsspiel) und die ich ihm so nicht zugetraut hätte.

Ich hab jetzt einfach mal ein wenig geschrieben, da ich deine Frage leider nicht verstanden habe. Ist auch ziemlich wirr, aber ist ja schon spät, die Uhrzeit ist ganz klar schuld!

Antworten

Isco 8. Februar 2014 um 23:02

Tja, Modric muss man einfach lieben 😉

Nicht das beste Spiel der Saison, aber das war nach dem harten Stadtderby nicht zu erwarten, dazu kamen dann noch die ungewollten Wechsel.
Was sagt ihr denn zu dem etwas ungewöhnlichen LZM Di Maria?

Antworten

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