Chelsea FC – Manchester United 3:1

Selbst unter Sir Alex Ferguson hatte Manchester United gegen José Mourinhos Chelsea immer wieder Probleme. David Moyes hatte ebenfalls in seiner Karriere fast nur schlechte Erfahrungen gegen die Topteams der englischen Liga, inkl. Chelsea. Im Verbund mit den schlechten Leistungen diese Saison waren dies keine guten Vorzeichen für ein Auswärtsspiel an der Stamford Bridge – und obwohl Mourinhos Mannschaft keine Glanzleistung zeigen konnte, gewannen sie letztlich klar.

Uniteds Spielweise

Zu Beginn sah es aber nicht nach einem souveränen Sieg für Chelsea aus. United machte relativ hoch schon Druck, war im Pressing engagiert und konnte sogar ein paar gute Angriffe fahren. So hatte Ashley Young nach einer schönen Kombination eine gute Chance in der zweiten Minute, konnte aber nicht perfekt abschließen. Alles in allem wirkte die Anfangsphase sehr gut. United hatte viel Ballbesitz, griff an und ließ nur wenig zu. Problematisch waren aber schon in dieser Phase die Durchschlagskraft und die Besetzung der strafraumnahen Räume.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Passable Staffelungen entstanden eher improvisiert, auch die Rollenverteilungen der Spieler waren aus strategischer Sicht suboptimal. Die Flügelstürmer nahmen den Außenverteidigern den Raum weg, während Januzaj für Kagawa und dafür Young in der Startelf aus meiner persönlichen Sicht ebenfalls keine optimale Spielerwahl bedeutete. Besonders schade war dies, weil Rafael und Evra ihre Läufe ins letzte Drittel oftmals situativ starten konnten. Ihre diagonalen Bewegungen gab es nur selten und sie waren improvisiert, während ihre Fähigkeiten in puncto Kreativität und Kombinationsspiel nur in sehr engen Räumen und selten eingebunden wurden.

Aus dieser Spielweise heraus entstanden zu viele seitliche Hereingaben. Damit sind nicht nur Flanken gemeint (insgesamt 26, mehr als doppelt so viele wie bei Chelsea), sondern auch Pässe von der Seite in die Mitte, welche zu nahe am Tor stattfanden und kaum Gefahr erzeugten. Die Positionierungen bei den Abschlüssen waren unpassend und im Strafraum selbst gab es nur wenig Präsenz; Januzaj pendelte auf die Seiten (bevorzugt nach links), Welbeck war als mitspielender Mittelstürmer sehr engagiert und ansonsten besetzte nur ein zusätzlicher Spieler – der ballferne Außenstürmer – die Mitte, ohne dabei sich aber strategisch gut zu bewegen.

Somit gab es bei United viele Angriffe und einige seitliche Überladungsbewegungen, Chancen sich wirkliche Großchancen zu erspielen hatten sie aber von den Staffelungen und den gegnerischen Bewegungen her nur selten. Einmal mehr wirkte Uniteds Offensivspiel zwar nicht unbedingt schwach, aber dafür bisweilen improvisiert und unstrategisch.

Uniteds Pressing und Januzajs hohe Rolle

Aus taktischer Perspektive war das Defensivspiel Uniteds interessanter. Sie pressten im 4-4-1-1/4-4-2, in welchem Januzaj und Welbeck sich ganz vorne pressten. Allerdings gab es einige situative Mannorientierungen der Mittelfeldspieler und auch Welbecks. Letzterer orientierte sich mehrmals nach hinten und ging auf Ramires und Luiz. Vereinzelt standen sie dann auch in 4-2-3-1artigen Defensivformationen da; das Interessante daran war allerdings die Rolle Januzajs.

Normalerweise spielt der junge Adnan Januzaj als spielgestaltender Linksaußen oder eben als Zehner, wie in dieser Partie. Jedoch ging er oft nach vorne und war somit der nominelle Mittelstürmer, während Welbeck sich nach hinten orientierte. Die große Frage lautet natürlich, wieso dieser Tausch vorgenommen wurde. Eine mögliche Antwort könnten die jeweiligen unterschiedlichen Fähigkeiten in puncto Defensivspiel sein.

Welbeck ist zum Beispiel körperlich sehr stark, sehr gut im Rückwärtspressing und sehr engagiert im Verfolgen gegnerischer Bewegungen im Sechserraum; so hat er zum Beispiel gegen Real Madrid schon Xabi Alonso über einen längeren Zeitraum komplett aus dem Spiel genommen und wurde in dieser Rolle sogar Wayne Rooney vorgezogen. Januzaj hingegen ist körperlich schwächer und weniger robust, dafür aber dynamisch und reaktionsschnell. Als Stürmer kann er sich schnell zu misslungenen Pässen hin orientieren und muss seltener in den Zweikampf gehen.

Chelsea in der Offensive, United in der Defensive

Chelsea in der Offensive, United in der Defensive

Zusätzlich hatte United mit dieser Ausrichtung natürlich die Möglichkeit bestimmte Dynamiken nach Balleroberungen zu erzeugen. Januzaj konnte sich von vorne zurückfallen lassen, offene Räume suchen und sich besser anbieten, insbesondere auf der linken Seite. Welbeck bewegte sich nach vorne und konnte ebenfalls kurzzeitig als Kombinationsstation dienen oder die Mitte besetzen und verhindern, dass Januzaj verfolgt wurde. Alles in allem war diese Idee sehr interessant.

Sie wurde aber nicht perfekt umgesetzt, weil sie nicht durchgehend und nicht immer sauber praktiziert wurde. Im Gegensatz zeigte Chelseas Pressing kaum Anpassungen oder Überraschungen, war dafür aber umso konstanter und sauberer.

Chelseas Pressing und offensive Rollenverteilung

Bei gegnerischem Ballbesitz formierten sich die Blues in einem 4-4-1-1/4-4-2. Ihr 4-1-4-1, welches in einigen Spielen gegen stärkere Mannschaften genutzt wurde, legten sie somit ad acta. Sie spielten stattdessen mit einer sehr zweikampfstarken Doppelsechs aus David Luiz und Ramires, während der laufstarke und überaus spielintelligente Oscar die Zehner-Position übernahm. Mit vielen situativen Mannorientierungen im zentralen Mittelfeld kam die Zweikampfstärke der beiden Brasilianer auf der Doppelsechs zum Tragen, allerdings hatten sie einige Male – insbesondere Luiz – Probleme im Timing. Dies betraf nicht nur die Zweikampfführung als solche, sondern auch das Herausrücken.

Besonders stark zeigte sich aber Willian im Defensivspiel auf der rechten Außenbahn. Obwohl United ein Gros ihrer guten Aktionen über die linke Seite brachte, lag dies nicht an Willian. Im Gegenteil schien es eher so zu sein, dass er die potenziell guten einrückenden Bewegungen Youngs und Januzajs Ausweichen passabel neutralisierte und nach der Anfangsphase Mitgrund dafür war, dass Young nicht öfter in guten Positionen abschließen konnte.

Offensiv hatte Willian ebenfalls eine wichtige Position im System Mourinhos. Immer wieder orientierte er sich in den rechten offensiven Halbraum oder gar bis in die Mitte und half im Aufbauspiel. Oscar und Eto’o übernahmen wechselnd die rechte Außenbahn für Willian. Meistens war es jedoch Eto’o, der nach rechts ging. Oscar orientierte sich dann oft in die Spitze oder ging in den linken Halbraum.

United in der Offensive, Chelsea in der Defensive

United in der Offensive, Chelsea in der Defensive

Dabei pendelte er mehrmals hinter Rafael und besetzte die Räume im offensiven Umschaltspiel; nach Balleroberungen konnte Oscar direkt angespielt werden, hielt den Ball gut, bewegte sich intelligent und konnte Hazard einsetzen. Hazard rückte zwar auch gelegentlich in Richtung Mitte ein, tat dies aber bei weitem nicht so oft und so extrem wie Willian. Diese Bewegungen bei Chelsea zeigten ansatzweise eine interessante Fluidität und waren mit den Sechsern harmonisch; Luiz hielt sich tiefer und rückte nur manchmal mit Ball auf, während Ramires eine Art Box-to-Box-Spieler und Blocker für Willian war.

Dieses gute Positionsspiel sorgte zwar kaum für Spektakel, aber dafür für gute Bewegungen um den Strafraum herum. Obwohl United mehr vom Spiel hatte, waren sie nicht ansatzweise so gut in der Bewegung im letzten Spielfelddrittel wie Chelsea. Gleichzeitig behielt Chelsea mit den nur situativ ins letzte Drittel schiebenden Außenverteidigern eine gewisse konservative und gut abgesicherte Staffelung im eigenen Offensivspiel bei. Oscar zeigte einmal mehr seine Stärken im Bewegungsspiel und im Füllen von offenen Räumen, Hazard konnte ein paar gute Dribblings anbinden und Willian zeigte seine Fähigkeiten im Aufbauspiel. Eto’o krönte diese Spielweise mit seinen Toren.

Mourinhos kleine Anpassung und Chelseas Souveränität nach Führungen

Spätestens nach dem 3:0 war der Käse gegessen. Wenn das neue Chelsea unter Mourinho in einem Aspekt schon als „sehr gut“ zu bezeichnen ist, dann ist es das Wahren des Ergebnisses nach Führungen gegen die größeren Mannschaften in der Premier League. Sie ließen nur einige wenige gefährliche Abschlüsse zu, positionierten sich tiefer und nutzten den Spielrhythmus und die Führung, um Uniteds Angriffe zu leiten. Diese fanden zwar statt, waren aber ungefährlich.

Auch die Wechsel Moyes‘ brachten kaum Veränderungen; Chicharito kam zwar für Young und man hatte nun ein bisschen mehr Präsenz vorne und Kreativität über links, die grundlegende Spielweise blieb jedoch gleich. Die verletzungsbedingte Auswechslung Evras hingegen war ein klarer Nachteil und sorgte für weniger potenzielle Spielstärke auf den beiden Außenbahnen.

Chelsea stellte stärker um als United. Mourinho wandelte in den letzten zwanzig Minuten sein 4-4-1-1/4-2-3-1 auf ein 4-1-4-1 um. Damit hatten sie mehr Präsenz im Mittelfeld, gaben Oscar als Anspielstation im Umschaltspiel vorne auf und fokussierten sich mehr auf die Flügelräume. United kam zwar noch auf einen Ehrentreffer, aber hatten keine Chance mehr auf einen Punkt.

Fazit

Kollege Tobias Escher alias TE hat auf 11freunde.de schon eine schöne Analyse zum Spiel geschrieben, wo er auch die Standardschwäche Uniteds und die gute Strafraumverteidigung Chelseas erwähnt. Diese zwei Aspekte waren letztlich auch die für das Ergebnis relevantesten. Interessant war noch, dass nur 19% der Angriffe Uniteds über die Mitte kamen und 46% über rechts.

Chelsea hingegen war etwas ausgeglichener und kam minimal mehr über die Mitte, hat allerdings auch die besseren Bewegungen und Flügelstürmer, um eine solche Ausrichtung effektiv praktizieren zu können. Letztlich war bei United offensiv zu viel improvisiert und Chelsea defensiv zu organisiert, um dem Spiel trotz ähnliches Schussverhältnisses eine mögliche andere Richtung zu geben. Ich wage zu spekulieren: Maximal eine der beiden Mannschaften hat dieses Jahr noch ernsthafte Titelchancen.

SCP-Poker 21. Januar 2014 um 17:58

Was würdet ihr von Mata bei halten.
Könnte er helfen?
Wie könnte Moyes ihn mit v.Persie und Rooney kombinieren, ohne Rooney in das Mittelfeld zu schieben?
Ich fände diese Variante mit 6er Carrick, 8er Rooney und 10er Mata zwar interessant, bezweifele aber, das Moyes dies dauerhaft umsetzen würde.

Außerdem wäre erst mal die Frage wie Moyes Mata überhaupt in das bisherige System einbringen würde (könnte).

Antworten

CF 21. Januar 2014 um 18:16

Als linker Flügel mit driftenden, überladenden Bewegungn in den rechten Halbraum. Smaling als rechts Verteidiger mit Spielaufbauender aber situativ vertikal dynamischen Rolle. So könnte man eine gute Ballzirkulation erzeugen und Raum für Evra schaffen. Und dann halt Van Persie und Ronney im Sturm. Rooney und van Persie situativ unterstützend und der andere Raum suchend. Rooney könnte auch noch antreibend Spielmachend agieren. Könnte ich mir ganz interessant vorstellen so ein bisschen wie Kagawa.

Antworten

SCP-Poker 21. Januar 2014 um 18:26

„Ein bisschen wie Kagawa“
Den Moyes bislang immer perfekt eingebunden hat…

Antworten

CF 21. Januar 2014 um 18:37

Ja hast du auch wieder Recht. Aber in manche Strukturen wurde Kagawa ja auch ganz gut eingebunden. Mata ist auch anders als Kagawa. Aber in manchen Strukturen könnte ich mir ihn Kagawa ähnlich eingebunden vorstellen. Glaube aber nicht das Moyes das wirklich macht.

Antworten

Boss 21. Januar 2014 um 21:54

Es gibt ja viele Gegenbeispiele, aber bei Kagawa bin ich wirklich überzeugt, dass er einfach körperlich zu schwach für die PL ist. Jedes Spiel verliert er allein aufgrund physischer Nachteile den Ball.
Mit mata würde es so aussehen
Ddg
Rafael ? Evans ?
Carrick ?
Mata Rooney Januzaj
Van Persie
Immer noch vieeel zu viele Lücken, aber die Offenisve wäre ok.

Antworten

SCP-Poker 21. Januar 2014 um 22:10

Ich find Januzaj körperlich nicht stärker als Kagawa.

blub 21. Januar 2014 um 22:21

Kagawa verliert nicht aufgrund Physischer nachteile und es würde noch weniger passieren, wenn man ihn den richtig einsetzen würde. und Mata hat sicher keine physischen vorteile gegenüber Kagawa, eher ist es andersrum.

Wozu Mata besser geeignet ist, das ist das infitrieren des zwischenlinienraums von einer(eigerückten) Flügelposition aus. Direkt im Zentrum direkt plaziert ist Kagawa klar besser.

Koom 23. Januar 2014 um 13:05

Ich glaube, das täuscht bei Kagawa. Der war auch zu Dortmunder Zeiten kein Typ mit breitem Kreuz. Ich denke eher, das er in Manchester sehr sehr schlecht eingebunden wird. Das praktisch komplette fehlende Pressingspiel und die sehr auf individuelle Stärken ausgelegte Offensive passt absolut nicht zu ihm.

Generell erscheint mir ManUs Einkaufspolitik in den letzten Jahren als sehr undurchdacht. Auch Mata halte ich für den Preis übertrieben teuer. Aber gut, wir sind halt in England…

CF 29. Januar 2014 um 16:46

Wie fandet ihr Mata gestern eingebunden?

Ich fands wieder mal typisch Moyes ziemlich solide, taktisch nicht wirklich interessant und nichts wirklich neues. Hat eigentlich genau den gleichen Part wie Rooney mit Welbeck gespielt etwas konstanter in bestimmten Bewegungen und etwas variabler und unkonstanter im einstreuen von bestimmten Passmustern. In dem Bewegungsmustern und in der Suche nach Strukturen natürlich auch verändert aber war nicht wirklich effektiver. Man hat aber auch gesehen das es ein paar interessante Ansätze gab die aber noch zu unkonstant waren um wirklich geplant gewesen zu sein.

Antworten

Peter 21. Januar 2014 um 12:57

Wo ich gerade lese, dass ihr schon wieder einen Artikel auf 11Freunde veröffentlicht habt, wär es nicht gut, hier mal einen Bereich einzurichten, wo ihr ganz übersichtlich auflistet wo ihr überall publiziert, bzw. Direktlinks zu den Artikeln anzubieten? Klar, ihr postet das auf Facebook und Twitter, aber eine übersichtliche Zusammenstellung auf eurer Hauptseite, z.B. in Form eines kleinen Blogbereiches, fehlt irgendwie. Warum solltet ihr da euer Licht unter den Scheffel stellen?

Antworten

RM 21. Januar 2014 um 13:20

Haben wir sogar, und zwar hier: http://spielverlagerung.de/gastspiele-in-den-medien/
Allerdings aktualisieren wir unregelmäßig.

Antworten

Isco 20. Januar 2014 um 22:58

Toller Artikel (wie eh immer..:) ), spiegelt größtenteils meine Meinung wider. United- Spiele sind diese Saison schrecklich mitanzusehen. Ich glaube in den Top 5 Ligen Europas gibt es keine 10 Teams, die weniger Variantenreichtum im Angriff haben.
Dass das Duo Rooney-RVP funktionieren kann, hat man letzte Saison gesehen, aber wieso Kagawa selbst dann nicht zum Zug kommt, wenn beide ausfallen, ist für mich einfach nicht zu verstehen; es ist so als würde Moyes Kreativität verabscheuen wie der Teufel das Weihwasser. Erschwerend kommt noch dazu, dass ihr ZM auch nicht wirklich Ideenreichtum zeigt.
Chelsea hingegen ist für mich eines der interessantesten Projekte in Fußball-Europa, auch wenn das Spiel an sich von ihnen wenig überragend war. Die oftmals rotierende Dreierreihe bestehend aus Hazard, Oscar und Willian finde ich sehr stark, dazu jetzt noch Matic, der noch einmal mehr Varianten ermöglicht.
@RM: wie du ja auf abseits.at schreibst, ist letzterer prädestiniert für das 4-1-4-1/4-3-3, welche Spieler sollten denn deiner Meinung nach vor ihm spielen? Doppelacht Oscar-Ramires?

Antworten

theboss 20. Januar 2014 um 22:41

Ein Podcast zur Frage warum United so schlecht ist und ob sie noch 4. werden wäre toll (generell fände ich es auch gut, wenn Spieler, die ihr als schlecht anseht auch mal als schlecht bezeichnet werden, da ihr meist nur Spieler lobt oder sie in bestimmte Schubladen/Rollen steckt, was aber nur über den Spielertyp, aber nicht über die Qualität aussagekräftig ist)

Antworten

CF 20. Januar 2014 um 23:04

ManU ist doch gar nicht so schlecht sie sind halt wie im Heft beschrieben sehr einfach gestrickt. Haben auch viele gute Sachen die sie schon sehr gut machen z.B Verteidigen sehr gut besonders die Flügel, ein paar interessanten Synergien mit Rooney, gutes Flügelspiel, die meisten Spieler sind sehr gut eingebunden, gute aber ziemlich schlichte Staffelung usw. Also hatten sie einfach nur Verletzungspech gepaart mit ein paar kleineren taktischen Fehlern führt dann eben zu so einer Hinrunde. Die conversion Rate ist auch unterdurchschnittlich niedrig könnte ein Indiz für Pech sein.
Wenn man sich die Fehler nochmal anguckt vielleicht Fellaini noch gut einbindet, Van Persies Bewegungsmuster nutzt um neue Synergien zu schaffen, ein bisschen variabler Auftritt, mehr Überladungen und ein bisschen Asymmetrischer dann kann das durchaus noch was werden mit Platz 4.

Antworten

theboss 21. Januar 2014 um 08:30

Würdet ihr sagen, Moyes‘ Ansatz sei unmodern? Und ist Valencia der eindimensionalste Spieler der BPL?

Antworten

MR 21. Januar 2014 um 08:17

Es gibt keine schlechten Spieler, nur schlecht eingebundene.

Zu Manchester gibt’s einen ausführlichen Artikel in der dritten Ausgabe unseres Ballnah-Magazins.

Antworten

Koom 21. Januar 2014 um 09:51

Wie würdest du denn Jermaine Jones einbinden? *g*

Antworten

RM 21. Januar 2014 um 10:32

Rechtsverteidiger in dazu konstruiertem mannschafts- und gruppentaktischen Umfeld oder jagender, fehlpassgebender Zehner in im zweiten und letzten Drittel tollen Gegenpressingmannschaften vielleicht?

Antworten

Koom 21. Januar 2014 um 11:14

Quasi als eingeplantes Pressingchaos, das man seinen Freiraum lässt und taktisch absichert? Ok, das würde schon gehen.

Antworten

Zagłębie rules 23. Januar 2014 um 22:25

Was bitte ist „fehlpassgebend“?

Antworten

RM 23. Januar 2014 um 22:38

Ist das Wort Passgeber im Fußball nicht so gebräuchlich, wie ich dachte? 🙂

Zagłębie rules 24. Januar 2014 um 06:49

Was ein Passgeber ist weiß ich. Aber „fehlpassgebend“ impliziert, dass der Spieler absichtlich Fehlpässe spielt und das kannst du ja da wohl nicht gemeint haben.

Antworten

ES 24. Januar 2014 um 09:13

Die Frage war wie man einen Spieler mit schlechtem Passspiel und chaotischen tunnelblick-mäßigen ballorientierten Laufwegen im Defensivverhalten gewinnbringend einsetzen kann (Beispiel Jeremaine Jones). Die (leicht ironische) Antwort von RM: Man setzt ihn bei einer Mannschaft, die stark im Gegenpressing ist und deshalb einen Fehlpass im letzten Drittel in einen eigenen Vorteil ummmünzen kann, gezielt als Ballverteiler ein, so dass die Fehlpässe zwar nicht vom Spieler, wohl aber vom Coach „absichtlich“ werden. Dafür hat RM das hübsche, nicht ganz ernst gemeinte Wörtchen „fehlpassgebend“ gewählt.

RM 24. Januar 2014 um 09:29

Doch, das kann ich gemeint haben.

MR 24. Januar 2014 um 10:58

Stefan Effenberg steht auf und verlässt den Raum

Zagłębie rules 24. Januar 2014 um 11:05

Was für einen Sinn soll es machen Fehlpässe zu spielen? Das könnte ich ja zur Not auch ohne Training. 😉 Möglicherweise hast du es ironisch gemeint? Aber dann muss ich dir den Vorwurf machen den Ironie Smiley nicht eingeschaltet zu haben. 😛

RM 24. Januar 2014 um 13:26

„Was für einen Sinn soll es machen Fehlpässe zu spielen? Das könnte ich ja zur Not auch ohne Training.“

Lustigerweise besteht das Spielen von Fehlpässen nicht nur aus dem Spielen von Fehlpässen.

Thomas 24. Januar 2014 um 11:16

Fehlpässe haben den Vorteil, dass sie beim Gegner einen Umschaltmoment hervorrufen. Wenn man dann sofort im Gegenpressing den Ball zurückerobert, hat man eine unsortierte Hintermannschaft vor sich, weil die ja gerade am Umschalten in die Offensive ist. Sozusagen ein geplanter Gegenkonter.

Koom 24. Januar 2014 um 11:47

Das ist doch das Prinzip, wie manche Mannschaften spielen. Auch Klopps Dortmunder haben anfangs mal das Spielprinzip gehabt, der gegnerischen Abwehr den Ball zu geben (idealerweise so, das er nicht perfekt zu verarbeiten ist, also bspw. per Mondball), ihn dann im Gegenpressing erobern und dadurch kurze Wege zum Tor zu haben.

In RMs Beispiel wäre Jones quasi der Flipperbumper in der gegnerischen Schaltzentrale. Du gibst ihm den Ball und keiner weiß, was passieren wird. Und erhoffst einen spektakulären, beschissen zu verarbeiten Fehlpaß, wodurch der Gegner die Hoffnung schöpft auf nen Umschaltmoment, genau das tut und im Gegenpressing klaut man den Ball direkt wieder.

Verrückte Taktik, aber durchaus legitim.

MR 24. Januar 2014 um 13:38

Das Thema der absichtlichen Fehlpässe verliert an Absurdität, wenn man die Perspektive etwas umstellt und die Ballposition als solche betrachtet. Dann gibt es eben abhängig von den Staffelungen der Mannschaften strategisch günstige und strategisch ungünstige Ballpositionen – unabhängig von ballbesitzender Mannschaft und Spielphase.

Wenn ich den Ball in einer Position hab, auf die ich kompakt positioniert bin, während der Gegner in dem Bereich dünn besetzt und ungünstig gestaffelt steht, dann ist’s für mich von Vorteil, wenn der Ball dort ist.

Der Ballbesitz ist ein zweiter Aspekt und dessen Wichtigkeit ist relativ niedrig, wenn es kein kontrollierter Ballbesitz ist.

Übrigens ist diese Strategie doch grundsätzlich dem gängigen und akzeptierten „auf-Konter-spielen“ ziemlich ähnlich. Da klopp ich ggf auch den Ball einfach weg und geb ihm damit meistens den Gegner, und der hat dann auch noch Kontrolle darüber. Anzunehmen, dass der Gegner mit der Kontrolle weniger anfangen kann als ich, ist doch eigentlich sogar fernliegender als anzunehmen, dass der Gegner mit aufgezwungener Pseudokontrolle weniger anfangen kann als ich.

Antworten

RM 24. Januar 2014 um 14:07

Ist das nicht eh der Kern des Spiels auf zweite Bälle und offensive Pseudo-Umschaltmomente und Schnellangriffe nach diesen? Ich dachte, das wäre doch jedem klar. Sieht man in Amateurligen, wo alle kloppen, wer strategisch ganz gut ist; manche kloppen irgendwohin, manche visieren einzelne Spieler beim Kloppen an und andere spielen einfach in Räume, wo die eigene Mannschaft lässiger dasteht als die gegnerische.

MR 24. Januar 2014 um 14:22

Yau, dachte auch kurz drüber nach, das als Beispiel zu bringen. Aber ich glaub das ist den wenigsten so richtig bewusst. Gibt doch auch da eher wenige Spieler, die gut bolzen können, oder?

hd 24. Januar 2014 um 14:25

Das sind nach meiner Definition aber alles keine Fehlpässe. Selbst dann nicht wenn ich gezielt zum Gegner spiele. Fehlpässe sind eben „fehlgegangene“ Pässe, sprich der zu kurz geratene Befreiungsschlag, der abgefangene Pass in den Raum wo ich lässiger dasteh usw. Was dann natürlich nicht mehr gezielt einsetzbar wäre…

MR 24. Januar 2014 um 14:33

Wird aber in jeder Statistik als Fehlpass gewertet. Könnte man natürlich umdefinieren, aber gängig ist die Einteilung in: angekommener Pass, Fehlpass. In der Einteilung gibt’s dann für Pässe, die nicht beim Mitspieler ankommen wenig Alternative.

Grundsätzlich wärs natürlich gut das genauer aufzudrieseln. Würd ich ein Spiel statistisch kategorisieren müssen, gäb’s da wohl auch mehr Kategorien.

Thomas 24. Januar 2014 um 14:37

Woah, und dann musst du eine Statistik machen für den Spieler und eine für den Trainer, die sich unterscheiden können a la „der Ball war ein vom Trainer eingeplanter Fehlpass vom Jermaine Jones“ vs „der Jones wollte seinen Mitspieler anspielen und das ging halt schief“ 😉

Koom 24. Januar 2014 um 15:01

Statistik ist sowieso immer gefährlich. Mainz hatte (speziell unter Klopp) früher eher schlechte Zweikampfwerte, war aber trotzdem zweikampfstark. Der Punkt war, das 1-2 Spieler den ballführenden Gegner zwar angegriffen (einen Zweikampf „eröffneten), den aber primär nur in der Absicht, ihn in eine bestimmte Richtung zu bewegen, bei der die Chance für den dann verteidigenden Spieler besser war. In der Praxis sah die Statistik so aus:

Gegner: 2 Zweikämpfe gewonnen, 1 verloren
Spieler 1: 1 Zweikampf verloren
Spieler 2: 1 Zweikampf verloren
Spieler 3: 1 Zweikampf gewonnen

Dadurch waren gerade die Zweikampfwerte der Mittelfeld- und Angriffsspieler eher schlechter als der Ligadurchschnitt, die Abwehr hinten aber eher besser.

Es ist oftmals schwer, die Intention einer Aktion irgendwie in Werte zu verfassen. Ein Spieler, der bewusst Pässe zum Gegner schlägt (auf Spieler, die besonders gut zu pressen sind), produziert faktisch Fehlpässe, ist aber als taktische Maßnahme für die Mannschaft richtig und wichtig.

hd 25. Januar 2014 um 14:13

Wobei es mir bei der Unterscheidung weniger um die eigentliche Begrifflichkeit als vielmehr um die Frage ging, ob ich einen fehlpassanfälligen Spieler tatsächlich als taktisch geschickt Fehlpässe spielend einsetzen kann. Oder so…

RM 25. Januar 2014 um 20:45

Guter Punkt, hd. Es ist wohl schwer zu machen; hängt von Spieler, Team und Trainer (und Gegner) ab, würde ich sagen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*