Borussia M’gladbach – 1. FC Nürnberg 3:1

Borussia Mönchengladbach konnte an diesem Wochenende den dritten Sieg in Folge für sich verbuchen. Gegen den 1. FC Nürnberg mit Neu-Trainer Gertjan Verbeek waren die Gastgeber allerdings lange Zeit in Bedrängnis. Die Franken unternahmen einen hohen läuferischen Aufwand für ihre Jagd nach dem Ball. 

Nürnberg wirft die Pressingmaschine an

Signifikant für die erste Stunde der Partie waren große Laufarbeit und Intensität in allen Belangen auf Seiten der Gäste. Verbeek hatte die Nürnberger darauf eingestellt, dass der Gladbacher Aufbau bereits früh in der gegnerischen Hälfte unterbunden werden musste. Nach einer kurzen Abtastphase und der einen oder anderen guten Aktion der Gladbacher nahm die Nürnberger Pressingmaschine Fahrt auf. Dabei ergaben sich Situationen wie in der 31. Minute, wobei vier Nürnberger die vier Gladbacher der letzten Reihe stark mannorientiert abdeckten und Ter Stegen mit Ball am Fuß wild gestikulierte und von Kiyotake unter Druck gesetzt wurde. Es war der Lohn für die Nürnberger. Der Gladbacher Torwart war genauso wie die Innenverteidiger häufig zum Schlagen gezwungen. Ein kontrollierter Spielaufbau war in den seltensten Fällen möglich. An der Doppelsechs Kramer-Xhaka lief folgerichtig das Geschehen weitestgehend vorbei.

2013-11-09_Gladbach-Nuernberg_Pressingsituation

31. Minute: Ter Stegen legte sich den Ball vor, während die Nürnberger aufrückten. Kiyotake lief den Torwart an und deckte gleichzeitig Jantschke ab. Gut sichtbar wird auch, inwieweit Nilsson Kruse verfolgte. Ter Stegen spielt schlussendlich einen langen Ball auf die linke Seite in Richtung Wendt und Arango. Durch das Nürnberger Aufrücken ergaben sich immer wieder Lücken und Freiräume dahinter, die aber schwer anspielbar waren.

Beim frühen Nürnberger Pressing rückten die beiden mannorientierten Flügelspieler Feulner und Hlousek häufig auf eine Linie mit Drmic und Kiyotake. Nach einer Balleroberung oder bei einem von weiter hinten herausgespielten Angriffen wurde diese 4-2-4-Pressingformation häufig beibehalten. Kiyotake agierte folglich neben dem nominellen Neuner Drmic. Einer der beiden, zumeist der Japaner, ließ sich des Öfteren am Strafraum situativ fallen, während die Außenbahnspieler diagonal einliefen. So wollte Kiyotake in der 15. Minute auf diese Weise mit einem präzisen Schnittstellenpass Feulner durch die Mitte bedienen, wobei der den Ball nur knapp verpasste.

Beim Führungstreffer der Franken kamen zwei der genannten Muster zum Tragen. Nach einem längeren Schlag fokussierte Nürnberg sofort auf den zweiten Ball. Dabei konnte Frantz Xhaka auf der rechten Seite im Rücken überraschen und das Spielgerät erobern. Der Ball wurde in die Mitte weitergeleitet, wo Kiyotake die Konfusion der Gladbacher Kette ausnutzte – in der Mitte rückte beispielsweise Jantschke heraus, während Stranzl weiter außen tief stehen blieb – und auf Drmic durchsteckte.

Hausherren mit Ball und ohne Befreiung

In der ersten Halbzeit verbuchte Gladbach einen Ballbesitzanteil von 62%. Der Nutzen war äußerst überschaubar. Neben dem bereits thematisierten intensiven Pressing der

Grundformation

Grundformation

Gäste zeigte die Borussia ihrerseits schwache Pressingresistenz. Im hintern Spielfeldbereich konnte nahezu kein Spieler in der ersten Halbzeit trotz des starken Anlaufens und der Sichtfeldeinengung durch die Gäste die Ruhe bewahren und einen befreienden sowie gleichfalls präzisen Vertikalpass spielen. Xhaka ließ sich mit zunehmender Spielzeit häufiger zwischen die Innenverteidiger fallen, was zur Folge hatte, dass die stärker aufrückenden Außenverteidiger die mannorientierten Nürnberger Flügelspieler ein Stück weiter nach hinten drängten. Dafür schlossen wiederum die beiden Sechser Hasebe und Frantz die Halbräume. Im vorderen Spielfeldteil war beispielsweise Max Kruse bemüht, als Anspielstation zu fungieren, indem er vermehrt auf die linke Seite auswich. Allerdings agierte gerade Per Nilsson wie ein Schatten und verfolgte seinen jeweiligen Gegenspieler meist bis zur Mittel- oder Seitenauslinie.

Kräfteschwund bei den Gästen

In der zweiten Halbzeit zeichnete sich zunächst ein ähnliches Bild ab. Allerdings erfolgte nach der Auswechslung des angeschlagenen Nilsson und im Zuge der nachlassenden Kräfte eine Art Bruch im Spiel. Die Anlaufwege der Nürnberger wurden kürzer, die Deckungsschatten kleiner, die Zuspiele unpräziser. Insgesamt standen die Franken gestaffelter und nahmen nicht die weiten Wege als kohärent verschiebende Linien auf sich. So war der Ausgleichstreffer durch Arango auch einer gewissen Passivität geschuldet. Die Bewachung war nicht mehr so intensiv wie noch in der ersten Stunde der Partie. Nach dem unglücklichen Eigentor Niklas Starks zum 2:1 für die Borussia entwickelte sich eine wilde Schlussphase. Die Gastgeber zogen die Linien zusammen und konnten schlussendlich die geöffneten Räume nutzen und die Entscheidung herbeiführen.

Insgesamt kann und muss Favre mit weiten Teilen des Spielverlaufs unzufrieden sein. Wie beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund schaffte es seine Mannschaft nicht, sich durch kluge Bewegungen und Verlagerungen des intensiven gegnerischen Zugriffs zumindest partiell zu entledigen. Die Gladbacher Doppelsechs wirkte des Öfteren über weite Strecken isoliert und es mangelte an Verbindungen zu den vier Offensivspielern. Von denen war Kruse mit seinem Ausweichen auf die linke Seite zu Anfang noch am agilsten. Mit zunehmendem Spielverlauf variierten Herrmann und Arango ihre Aufenthaltsorte auf dem Spielfeld und überluden einige Mal sogar eine Seite.

Was fiel sonst auf?

Die Doppelsechs des Clubs schob situativ heraus und stellte Kramer und Xhaka häufig gut zu. Durch das kollektive Aufrücken der Franken ergaben sich allerdings auch Räume hinter diesen Linien, die Gladbach hätte besser belaufen und bespielen können. Die vertikale Ausrichtung der Nürnberger Sechser sowie die starke Mannorientierung von Feulner und Hlousek wurden allerdings selten bis gar nicht genutzt. Entgegen des letzten Auswärtsspiels in Stuttgart verzichtete Verbeek weitestgehend auf ein zentrales Mittelfelddreieck. Lediglich in manchen Situationen, beispielsweise in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit, fiel Kiyotake nach hinten und Hasebe rückte zugleich auf seine Höhe auf. In diesen Szenen übernahm Frantz den Sechserpart und sicherte ab.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt war die starke Manndeckung der Nürnberger Innenverteidiger. Speziell Per Nilsson unternahm manchmal Verfolgungsläufe weit aus der eigenen letzten Reihe heraus. Damit wurde auf die eher speziellen Gladbacher Bewegungen in der Offensive reagiert. Kruse oder Raffael konnten Nilsson in höhere Zonen locken und damit an sich Lücken im Rücken des Verteidigers reißen, die aber zu selten ausgenutzt wurden. Insgesamt zockte Nürnberg an mancher Stelle und ging durch hohes Aufrücken Risiken ein. Genutzt wurden diese Situationen von Gladbacher Seite aber nicht.

Fazit

Nürnberg ist an diesem Spieltag auf den letzten Platz abgerutscht. Diese tabellarische Situation spiegelt allerdings keineswegs die Entwicklung wider, die die Mannschaft unter Neu-Trainer Gertjan Verbeek durchläuft. Der Niederländer erwartet von seiner Mannschaft hohe Laufbereitschaft. Insgesamt unternahm das Team am Samstagabend 755 „intensive Läufe“ und absolvierte 236 Sprints (bei Gladbach waren es 189, vergleiche dazu die Bundesliga.de-Statistiken unter „Analyse“ und „Teamstatistik“)

Diese Kraftaufwendung war allerdings nicht über die gesamte Spielzeit von den Franken durchzuhalten. Hier gilt es Überlegungen anzustellen, wie die Mannschaft temporäre Pausen einlegen kann, ohne Gefahr zu laufen, einen Gegentreffer zu kassieren. Das schnelle Vertikalspiel, was in den kürzeren Ballbesitzphasen angewandt wurde, durchbrach einige Male die Gladbacher Linien und wird in den nächsten Wochen auch andere Gegner in Bedrängnis bringen.

Borussia Mönchengladbach setzt sich mit dem Sieg auf dem Champions-League-Rang fest, kann sich aber glücklich schätzen, dass die großen Schwächephasen im heimischen Borussia-Park nicht stärker bestraft wurden. Einerseits fand die Mannschaft von Lucien Favre lange Zeit kein Mittel, um sich aus der Pressingumklammerung zu befreien und konnte sich gleichzeitig der freien Zonen infolge des hohen Nürnberger Pressings nicht bedienen. Allerdings muss man Gladbach zugutehalten, dass die nachlassenden Kräfte und Intensität der Gäste schlussendlich für eine Dreipunkteausbeute ausgenutzt wurden.

CF 15. November 2013 um 23:46

Sind die extremen Mannorientierungen gegen Teams die sehr Variabel spielen also sehr schlecht und werden zu vielen Gegentoren führen? Oder ist es auch gegen Teams wie Wolfsburg eine Chance für Nürnberg gegeben? Die extremen Mannorientierungen sind für mich sehr skurril, da ich immmer dachte das man sie sehr leicht zu umspielen sind und die Lücken die dadurch entstehen zu Toren führen. Aber die Leistung von Nürnberg war schon unglaublich und hat mich auf den Gedanken gebracht, dass die als modern geltene Raumdeckung vielleicht mit der als unmodern geltene Manndeckung eine gute Defensive bilden könnte. Und quasi die Zukunft bildet. Was denkt ihr zu dem Thema Nürnberg und die extreme Mannorientierung.

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AYounes 11. November 2013 um 13:11

Ich bin verwundert. Vor Spielbeging und in Spielsituationen hatten die Nürnberger eine 5er-kette hinten (war live im Stadion, kann mich auch irren), die nur aufgelöst würde um Kruse und Raffael in Manndeckung zu nehmen (Plattenhardt, Frantz, Pogatetz freier Mann, Nillson und Chandler). Das war auch ws der Hauptgrund warum Stark nicht gespielt hat, oder nicht ? Oder habe ich das Falsch beobachtet?

Das war (bis auf Dortmund) die beste Gastmannschaft die bei uns war, ich habe kaum einen Gladbacher gesehen der sagte das Ergebnis war verdient.

Willibert: Bitte sei dann aber auch gerecht: wir haben vor allem am Saisonanfang sehr zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen gegen uns bekommen (z.B. Arangos „Handspiel“ gegen Leverkusen) und kein Gladbacher kann was dafür wenn Nürnberg ihre Chancen nicht nutzen. Ich hoffe du hast Sportschau geguckt, natürlich war da Glück bei, ABER es war kein Tor bei dem Lattentreffer (obwohl nach der Kombination wäre es nur verdient gewesen) und bei dem 11er hätte ich nicht gepfiffen. Es war riskant aber er hat zuerst und vorallem den Ball gespielt.

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CE 11. November 2013 um 14:45

Ich habe mir zur Sicherheit nochmal die Bewegungsmuster/-grafiken aus der Anfangsphase angeschaut und da agierte Frantz schon ein Stück vor der Abwehr (meist links versetzt). Teilweise war der Abstand aber wirklich nicht groß. Hasebe stand natürlich um einiges höher. Im Vergleich zu den letzten beiden Spielen übernahm da Frantz schon den Part von Stark. In der Phase nach der Einwechslung von Stark für Nilsson, als dieser dann die rechte Innenverteidigerposition übernahm, war es auch eine Art Mischform. Frantz rückte manchmal neben Pogatetz und dieser ging in die Mitte, wenn sich Gladbach in der Nürnberger Hälfte festsetzte.

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Willibert 11. November 2013 um 18:59

Bei Elfmetern kommt es grundsätzlich drauf an, durch welche „farbige“ Brille man schaut….

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Michael Maier 12. November 2013 um 06:48

Nachdem du was das „klare“ Tor betrifft, das nicht gegeben wurde, schon widerlegt bist, bleibt dir noch der nicht gegebene Elfmeter. Ich bemühe dazu mal den Kicker: man „hätte Xhakas Grätsche gegen Drmic (54.) mit Strafstoß ahnden können“. Können hätte man, kein Zweifel, aber nicht müssen – denn so glasklar war die Situation nicht.

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Tommy B 12. November 2013 um 11:35

Diese Sitaution war jedenfalls klarer als der Freistoss der zum 2-1 geführt hat…

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Michael Maier 12. November 2013 um 17:05

War das nicht Szene wo Kruse von Pogatetz in die Werbebande gecheckt wurde?

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TW 10. November 2013 um 23:57

Danke für die Analyse und die Grafik zu Nürnbergs Pressing. Kann es sein, dass in der Grafik die Deckungsschatten in die falsche Richtung zeigen?

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RM 11. November 2013 um 00:26

Eventuell sind damit nicht Deckungsschatten gemeint, sondern Zugriff auf den Gegner?

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TW 11. November 2013 um 00:50

Es gibt Indizien für beide Interpretationen.
Deckungsschatten: „Kiyotake lief den Torwart an und deckte gleichzeitig Jantschke ab“ (Bildunterschrift)
Zugriff: „Dabei ergaben sich Situationen wie in der 31. Minute, wobei vier Nürnberger die vier Gladbacher der letzten Reihe stark mannorientiert abdeckten“ (Text)
CE, bitte kläre uns auf ;-)?

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CE 11. November 2013 um 07:22

Ich kläre auf 😉
Damit sind die Zugriffe auf die Spieler gemeint, die angelaufen wurden. Gerade Kiyotake verkleinert natürlich den Raum für Anspiele und durch sein Anlaufen das Sichtfeld des ballführenden Ter Stegens.
Das könnte man auch anhand von Pfeilen darstellen und Jantschke dafür in Kiyotakes grafischen Schatten stellen. Das ergibt sich dann aus der Bildunterschrift.
Jantschke hatte sich bei der Szene sowieso in einen toten Bereich gestellt, wäre nur per Lupfer anspielbar gewesen, was von Ter Stegen bestimmt nicht erwartet wird. Er machte auch keine Anstalten, sich in irgendeiner Weise frei zu laufen, sondern wartete wohl nur auf den langen Schlag.

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Willibert 10. November 2013 um 14:35

Die Gladbacher haben doch im Moment eine unverschämte Glückssträhne, fast schon „Bayern-Dusel“. In Hamburg kriegen sie 2 Tore geschenkt, gegen Nürnberg müssen sie bei Halbzeit 0:3 oder 0:4 zurück liegen und zu allem Überfluss kriegt Nürnberg den 99,9-prozentigen Elfmeter nicht, ein klares Tor wird nicht anerkannt und dann auch noch das Eigentor. Mehr Dusel geht nur noch bei Bayern….

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SP 10. November 2013 um 16:40

Der Elfmeter, den du ansprichst war meiner Meinung nach nicht einmal ein Elfmeter. Wenn man sich die Szene genau anschaut, erkennt man nämlich, dass Xhaka nur den Ball getroffen hat und der kontakt zum Mann praktisch komplett gefehlt hat. Und das Tor ist ohne die Torlinientechnik auch alles andere als einfach zu sehen, weil das wirklich verdammt eng war. Außerdem ist das Eigentor jetzt auch kein Anzeichen für Pech oder Glück, weil wenn er nicht rangeht, ist der Ball auch drin.
In dem Punkt, dass Nürnberg den Sieg verdient gehabt hätte, hast du aber auf jeden Fall Recht.

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MAW 10. November 2013 um 16:46

Du vergisst das Spiel gegen Dortmund, allerdings kann man ihnen eine gewisse Kaltschnäuzigkeit attestieren die anderen Mannschaften fehlt und deshalb den Tabellenplatz auch wieder rechtfertigt. Auf der anderen Seite ist es genau der Dusel, der ihnen letztes Jahr ein ums andere Mal fehlte (z.B. gegen Kiew) bzw. der Gegner ihn sogar hatte.

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Michael Maier 10. November 2013 um 16:53

In Hamburg war Gladbach zumindest in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft, der Sieg war völlig verdient. Gegen Nürnberg hätte es nach der ersten Halbzeit 0:2 oder sogar 0:3 stehen können, das war aber kein Glück im eigentlichen Sinn, sondern schlicht und einfach das Unvermögen der Nürnberger. Bleibt der nicht gegebene 11er und das nicht anerkannte „klare“ Tor. Bei letzterem sieht doch alles danach aus, dass der Ball nicht in vollem Umfang hinter der Linie war, das war folglich kein Tor, und schon gar kein klares. Und der 11er, ja den hätte man geben können, dafür hat der Schiri in der ersten Halbzeit eine Reihe kritischer Situationen stets zu Gunsten der Nürnberger entschieden.
Spielentscheidend war die Auswechslung des bärenstarken Nilsson sowie die nachlassende Kraft der Nürnberger. Nürnberg ist in der ersten Halbzeit 66 km (!) gelaufen, dass sie am Ende Probleme bekommmen würden, war daher völlig unausweichlich. Ein etwas glücklicher Sieg der Gladbacher ja, eine „unverschämte Glückssträhne“ – nein.

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splattercheffe 10. November 2013 um 19:17

Vorab: eine Mannschaft, die in der Regel um die 70 Prozent Ballbesitz hat, hat sich in meinen Augen jeden Dusel verdient, den sie kriegen kann.
Zu Gladbach: zwei Tore durch Fehler des Gegners zu erzielen, hat ja mit Glück schon rein gar nichts zu tun, zumal wenn Kruse die Fehler so gekonnt ausnutzt. Und wie Michi Maier schon sagt, wenn Nürnberg seine Chancen nicht verwertet, ist das schlicht eine Frage der (fehlenden) Qualität, nix Dusel. Allein das Tor von Arango war große, große Kunst. Der Elfer, okay, grenzwertige Grätsche, aber halt doch vor allem Ball getroffen. Das Tor (und ich denke schon, der Ball war drin) war die einzige Szene, wo man wirklich Glück brauchte. Über das ganze Spiel war Gladbach trotz der wesentlich verbesserten Nürnberger Spielanlage individuell einfach stärker und effizienter. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wenn’s in der Liga schon eine Mannschaft braucht, der man polemisch den Dusel zubilligen will, plädiere ich eher für Leverkusen… nichts für ungut und mit aller Gelassenheit.
Den Nürnberger um den coolen Verbeek wünsche ich aber baldigst den Lohn für ihre Ansätze.

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ftranschel 10. November 2013 um 12:06

„Hier gilt es Überlegungen anzustellen, wie die Mannschaft temporäre Pausen einlegen kann, ohne Gefahr zu laufen, einen Gegentreffer zu kassieren.“

Ich denke, dass eine Möglichkeit auf jeden Fall ist, selbst ballsicherer zu werden, denn das ist ja der unzweifelhaft zweite wichtige Eckstein des totaal voetbal, zu dem sich Nürnberg zumindest dem Anschein nach auf dem Weg befindet. So beeindruckend die erste Halbzeit für einen Tabellenletzten anzusehen war, 30% Ballbesitz ist doch ein wenig mau und lag beinahe nur daran, dass der Ball zu schnell hergeschenkt wurde, denn das Pressing funktionierte für zwei Wochen Eingewöhnung schon beeindruckend gut. Die Nürnberger müssen, das hat man vor allem nach dem ersten Gegentreffer sehen können, der zwar nicht aus dem Nichts, aber doch überraschend zustande kam, vor allem über Erfahrung lernen. Dann aber habe ich keine Zweifel, dass sie wenigstens 5-6 Mannschaften hinter sich lassen können.

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