FC Bayern München – FSV Mainz 05 4:1

Das kleine FSV Mainz 05 nutzt gegen den großen FC Bayern München eine neuartige Formation und eine Fünferkette, um den Zentrumsfokus zu zerstören.

Der international (noch) unbekannte und national von Experten hoch eingeschätzte Thomas Tuchel zeigte dafür eine interessante Anpassung gegen den Trainer der letzten Jahre, Josep Guardiola. Es sollte darum eine Partie für Taktiker werden, denn Tuchel und seine Mainzer stellten den Bayern die womöglich bislang schwierigsten Fragen der Saison. Aber die Bayern und ihr Trainer antworteten intelligent und durchschlagskräftig.

Die 5-2-2-1 bzw. 3-4-3-Fünfeck-Formation?

Normalerweise werden Formationen in Zahlenkombinationen ausgedrückt, 4-2-3-1, 4-4-2 oder ähnliches. Schon vielfach wurde in den Kommentaren angemerkt, dass diese Beschreibungen bei einigen Mannschaften nur noch selten ausreichen, um die Bandbreite an Positionierungen auszudrücken. In einer älteren Bildanalyse einer Partie von Rayo Vallecano war ich dazu übergegangen, die Formation in der Benennung nicht nur in der Vertikale zu zerschneiden, sondern auch in der Horizontale.

Grundformationen zu Spielbeginn

Grundformationen zu Spielbeginn

Tuchels Mainzer an diesem Spieltag benötigen ebenfalls eine andere Art der Beschreibung. Nominell wäre es am ehesten als 5-4-1/5-2-2-1/3-4-2-1 zu bezeichnen, doch alleine die zahlreichen unterschiedlichen Stellungen sorgen dafür, dass es nicht als eine Formation zu bezeichnen ist. Eher könnte man es wie folgt darstellen: Die Mainzer hatten drei Innenverteidiger, die in den Zwischenlinienraum aufrückten und sich situativ in Richtung defensives Mittelfeld bewegten. Dazu kamen zwei Außenläufer, die sich ballfern zumeist neben die Dreierkette einordneten, ballnah aber nach vorne rückten und Druck machten. Dabei übergaben sie den Außenstürmer oftmals an den Halbverteidiger und pressten die Außenverteidiger der Bayern.

Vor dieser Abwehr agierten dann zwei defensive Mittelfeldspieler, nämlich Julian Baumgartlinger und Johannes Geis. Diese sicherten die Mitte, verschoben in die Schnittstellen vor der Abwehrreihe und hielten sich offensiv großteils zurück. Leicht versetzt vor ihnen spielten Maxim Choupo-Moting und Nicolai Müller. Dabei gab es in der Offensivbewegung einen Fokus auf Choupo-Moting, der etwas breiter als Müller agierte und mehr eingebunden wurde. Müller startete immer wieder diagonale Sprints in die Mitte. Mittelstürmer Shawn Parker bewegte sich entlang der Horizontale und ließ sich gelegentlich auch kurz nach hinten fallen, um ins Kombinationsspiel zu kommen.

Die Offensive der Mainzer war leicht erklärt: Dribblings von Choupo-Moting, Unterzahlkonter der drei Stürmer mit sehr intensiven Bewegungen und viele Direktpässe nach eroberten Bällen, oftmals weit in die Spitze in offene Schnittstellen, um die aufgefächerte und sehr offensive Formation der Münchner auszuhebeln. Defensiv war es allerdings komplexer.

Wie schon erwähnt rückten die Halbverteidiger und auch Svensson immer wieder mannorientiert und antizipativ nach vorne heraus und machten den Raum eng. Die Doppelsechs verschob bis in die Halbräume und isolierte die Außenspieler der Bayern von der Mitte und dem Zwischenlinienraum. Sie erzeugten somit defensive Kompaktheit – und glaubt man der Grafik, dann hätte es diese Kompaktheit in der Offensive nicht geben könne. Theoretisch sind da große Lücken zwischen den Sechsern und den Stürmern sowie auf Außen.

Mainz stellt im 3-4-3 die Mitte zu und lenkt das Spiel in sehr enge Situationen in der Mitte oder auf die Außen

Mainz stellt im 3-4-3 die Mitte zu und lenkt das Spiel in sehr enge Situationen in der Mitte oder auf die Außen

Hier kommt das Besondere an der Mainzer Formation ins Spiel. Die drei Stürmer agierten eng aneinander und fächerten erst in Ballbesitz oder in bestimmten Defensivsituationen breiter auf. Im Gegensatz zu den Leverkusenern am vergangenen Spieltag orientierten sie sich nicht aus einer tiefen Position nach vorne an die Außenverteidiger, sondern taten es – wenn überhaupt – aus einer hohen Position nach hinten. Sie standen dann in einem engen 2-1-Dreieck da, welches manchmal zu einer extrem engen Dreierlinie oder asymmetrisch zum Ball geschoben wurde. Wenn der Ball zum Beispiel in den linken defensiven Halbraum der Münchener kam, verschob Nicolai Müller dorthin, Parker ließ sich etwas fallen und Choupo-Moting orientierte sich schon leicht nach hinten.

Gleichzeitig schob Pospech nach vorne und setzte Contento unter Druck, während die verbliebene Dreierkette und der ballferne Flügelverteidiger zum Ball verschoben und eine Art 4-4-1-1 entstand – aus einem 5-2-2-1, wohl gemerkt. Lange Seitenwechsel waren dadurch schwer, die Außenspieler Bayerns waren isoliert und im Zentrum entstand eine große Dynamik mit hoher körperlicher Komponente; ein Aspekt, den Tuchel im Interview mit der Süddeutschen Zeitung auch als wichtigen Bestandteil der Spielphilosophie betitelt hatte.

„Für Mainz darf es nie uncool sein, physisch an die Grenze zu gehen, das schreiben wir uns auf die Fahne. Wir fühlen uns nicht so wohl damit, wenn ein Spiel mal nicht intensiv hin und her tobt – auch wenn wir dabei überlegen sind und viel Ballbesitz haben. In dieser Konstellation lautet die Frage: Wie können wir auch jetzt unsere typische körperliche Komponente mit einbringen?“ – Thomas Tuchel in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung

Diese Spielweise funktionierte lange Zeit außerordentlich gut. Die Bayern hatten in der ersten Spielhälfte mehr oder weniger gar keine richtige Abschlusschance, konnten wegen der schnellen und einfachen Konterspielweise der Mainzer kaum Zugriff im Gegenpressing erzeugen. Lange Bälle und versuchte zweite Bälle gingen in der dichten Mainzer Abwehrkette unter, der Zwischenlinienraum war ohnehin versperrt bzw. extrem umkämpft.

Doch die Bayern hätten nicht 4:1 gewonnen, wenn sich Pep Guardiola nicht etwas einfallen lassen.

Die typischen kleinen Gegenreaktionen

Schon im Spielverlauf der ersten Hälfte gab es gewisse Anpassungen bei den Münchnern. Neben den typischen Spielzugsänderungen, also kurzen Phasen mit mehr versuchten Flankenwechseln, langen Pässen in die Spitze oder schnellen Pässen in die Mitte gab es dabei auch größere Veränderungen in den Abläufen.

Mainz verändert die Positionen nach Pass auf die Seite und steht fast in einem 4-4-1-1 da - wobei die Formation wie gesagt eher als "undefinierbar" bzw. situativ zu beschreiben ist. Was wir ja hier gerade tun.

Mainz verändert die Positionen nach Pass auf die Seite und steht fast in einem 4-4-1-1 da – wobei die Formation wie gesagt eher als „undefinierbar“ bzw. situativ zu beschreiben ist. Was wir ja hier gerade tun.

So wurde zum Beispiel Rochaden der Flügelstürmer, situative Freirollen derselben oder auch Positionswechsel von Philipp Lahm mit Bastian Schweinsteiger bzw. Toni Kroos in der ersten Hälfte vorgenommen. Kurz war es dann Schweinsteiger, der tief stand, danach Kroos. Ziel war es wohl mit dem wendigeren Lahm präsenter in Engen zu werden und scharfe Pässe durch die offensive Dreierreihe riskieren zu können, doch auch dies gelang nicht. Nach solchen Pässen gab es einerseits wenig Anspielstationen und andererseits viel Druck durch das Mainzer Zusammenziehen ihrer Formation.

Kurzzeitig stand darum sogar Boateng höher und schob mehrmals in den rechten defensiven Halbraum nach vorne, während Rafinha höher wie vertikaler agierte und Robben sich stärker in den offensiven  Halbraum und die Mitte orientierte. Dies öffnete aber nur Räume in der eigenen Formation und wurde schnell ad acta gelegt.

Dennoch war es schon ein erstes Indiz für das, was später folgen sollte. Guardiola erkannte vermutlich, dass die Mitte nicht ordentlich mit Vertikalpässen von hinten und mit Ballzirkulation zu bespielen sei; woraufhin er versuchte diese erste Pressinglinie zu umschiffen. In der Halbzeitpause wechselte er Mario Götze ein und brachte diesen ins zentrale Mittelfeld, während Philipp Lahm für Rafinha auf die Rechtsverteidigerposition ging. Der schon zuvor für Dante eingewechselte David Alaba schob von der Innenverteidiger- auf die Linksverteidigerposition, er tauschte mit Diego Contento die Position.

Die Gründe lagen auf der Hand: Das Spiel würde nun eher über die Flügel, die Halbräume und über spät erzeugte Präsenz im letzten, statt im zweiten Spielfelddrittel kommen. Schweinsteiger und Kroos pendelten etwas asymmetrisch zueinander und es war formativ gesehen wohl eine Mischung aus asymmetrischem 4-2-3-1 und 4-1-4-1/4-3-3. Das Auffälligste dabei war wohl aber das Herauskippen Schweinsteigers nach links, welches sehr oft stattfand.

Schweinsteiger besetzte dann oftmals den linken Halbraum und ging bis zum linken Flügel, Alaba schob manchmal nach vorne, manchmal diagonal in die Mitte und hielt sich manchmal tief in der Nähe Schweinsteigers auf. Kroos füllte die Mitte und es entstand eine Art verschobene Doppelsechs; diese wurde aber immer wieder aufgelöst, Kroos schob dann nach vorne oder Schweinsteiger ging nach rechts.

Dennoch gab es bei Schweinsteiger eher einen Fokus auf den linken Halbraum, was vier große Gründe hatte:

  • Mainz konnte auf halblinks und links nicht mehr so viel Druck erstellen, da Schweinsteiger mit Alaba und dem unterstützenden Außenstürmer – später übrigens ganz besonders Robben – den Raum überlud.
  • Gleichzeitig hatte Alaba dank Schweinsteiger als Absicherung die Möglichkeit diagonale Läufe anzubringen, Robben (oder auch Mandzukic und Müller) ließ sich teilweise sehr breit fallen und öffnete den Raum. Müller ging immer wieder in die Mitte und besetzte diesen Raum mit Mandzukic, um das Aufrücken in die offensiven Halbräume zu verhindern.
  • Schweinsteiger konnte aus dieser Formation lange Diagonalbälle anbringen, eine seiner großen Stärken, Lahm auf rechts stand ballfern etwas offen und konnte direkt oder indirekt angespielt werden. Wie man weiß, ist Lahm extrem schwer zu pressen, enorm ballsicher und unfassbar spielintelligent. Selbst in Drucksituationen verlor er den Ball selten, konnte zwischen vertikalem Aufrücken, diagonalem Lauf oder Einrücken gut unterscheiden und war in seinen Passmustern hervorragend.

„Der (Lahm) ist zum Fußballroboter mutiert. Da ziehe ich alle Hüte, da kann ich nur sagen: tiefste Verneigung. Er wird innerhalb von ein paar Wochen mal eben vom besten Rechtsverteidiger der Welt zum besten Sechser der Welt. […] Lahm im Zentrum ist für den Gegner fürchterlich. Man wusste ja schon als Außenverteidiger nie, was er macht, ob er rechts oder links vorbei geht.“ Thomas Tuchel in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung

Bayern isoliert in gewisser Weise zwei gegnerische Spieler aus Zugriffsräumen heraus und überlädt den defensiven Halbraum. Hier stehen sie sehr stabil und der Flügelverteidiger kann nicht ordentlich pressen. Mandzukic und / oder Müller können dann von der Seite in Schnittstellen sprinten - wie es Robben umgekehrt tat - und Räume schaffen. Götze gibt halbrechts minimal Breite, Lahm rechts. Von links kommen auch Diagonalpässe und Ballzirkulationen auf links, wo Götze und Lahm sowie der reinrückende Robben gefährlich werden.

Bayern isoliert in gewisser Weise zwei gegnerische Spieler aus Zugriffsräumen heraus und überlädt den defensiven Halbraum. Hier stehen sie sehr stabil und der Flügelverteidiger kann nicht ordentlich pressen. Mandzukic und / oder Müller können dann von der Seite in Schnittstellen sprinten – wie es Robben umgekehrt tat – und Räume schaffen. Götze gibt halbrechts minimal Breite, Lahm rechts. Von links kommen auch Diagonalpässe und Ballzirkulationen auf links, wo Götze und Lahm sowie der reinrückende Robben gefährlich werden.

Die Kombination dieser Aspekte war einer der Gründe, wieso Bayern besser über die Flügel kam. Der Linksaußen versuchte mit einer breiteren Positionierung den Flügelverteidiger Mainz‘ tiefer zu binden, Alaba stand kurzzeitig tiefer und die Räume in der Vertikale zu öffnen. Wenn der Flügelverteidiger rausschob bzw. rausgeschoben hätte, dann wäre ein Drei gegen Drei oder maximal gegen Vier (Robben, Mandzukic und Müller gegen Bell, Svensson, Noveski und den ballnahen Sechser) im Umkreis des Münchner Ballungsraums entstanden.

Aus diesem Ballungsraum spielten sie dann in den Zwischenlinienraum oder flankten auf den rechten Flügel. Zusätzlich zu diesen Halbraumangriffen, der einzigen Lücke der Mainzer Formation, hatten die bayrischen Stürmer und Mittelfeldspieler einen neuen Unterstützer in ihren Reihen, der letztlich ebenfalls ein spielentscheidender Aspekt war.

Mario Götzes Bedeutung für diese Partie

Ohne Philipp Lahm und mit dem etwas tieferen Kroos gab es eine andere Aufteilung im offensiven Mittelfeld. Da Lahm als Nadelspieler wegfiel und wegen der Schweinsteiger-Rolle sowie Kroos‘ dazugehörigen Bewegung ins defensive Zentrum die offensive Mitte unbesetzt war, benötigte es einen besonderen Spielertypen dafür. Mario Götze sollte als Mischung aus Nadelspieler und einem ausweichenden Zehner fungieren.

Grundformationen zu Beginn der zweiten Halbzeit

Grundformationen zu Beginn der zweiten Halbzeit

Götze erfüllte diese Rolle hervorragend. Er pendelte zwischen dem rechten und dem linken Flügel, besetzte die Halbräume variabel und war an fast jeder Szene beteiligt; dabei hatte er natürlich einen Fokus auf den rechten Halbraum, der wegen des Ballungsraums auf links teilweise unbesetzt war. Somit war er auch in puncto Balancegeben eine perfekte Einwechslung Guardiolas und diese Umstellung auf eine 4-2-4/4-2-3-1/4-4-2-Rollenverteilung mit gleichbleibender Defensivformation dürfte wohl die Hauptursache sein, wieso die Partie trotz Tuchels gutem Plan kippte.

Gleichzeitig ermöglichte Götze eine bessere Ballbehauptung in engen Situationen, besonders im Umschalten nach Mainzer Kontern, und war beim Gegenpressing wie beim Bespielen des Zwischenlinienraums enorm wichtig; letzteres war auch sein oft unterschätzter Wert in der letzten Partie der DFB-Elf gegen die Schweden.

Kurzer zusammenfassender Überblick über die ersten drei Bayern-Tore als Vergleichswert zur taktischen Analyse

  • Das 1:1 fiel nach einer Aufbausituation über Neuer, Boateng und Kroos im Zentrum, der dann auf Götze in den rechten Halbraum spielte, Schweinsteiger stand links leicht herausgekippt. Robben sprintete von halblinks ins Loch und verwertete. Spielentscheidend: Der Pass von der tiefen Mitte in den rechten Halbraum und die veränderte Mittelfeldstaffelung. Matthias Sammers überraschend zärtliches Tätscheln von Guardiolas Glatze darf als Lob der taktischen Anpassungen gewertet werden, die auch Lahm nach Spielende anschnitt.
  • Das 2:1 erzielten die Bayern durch ein erlittenes Foul nach einer zuvor erfolgreichen, gemeinsamen Gegenpressingeroberung Lahms und Götzes. Es folgte ein Pass auf Lahm, der vertikal in den offenen Raum ging und flach hereinspielte, Götze leitete auf Robben und dieser auf Müller weiter. Jetzt wurde die Mitte gänzlich übergangen.
  • Beim 3:1 baut Boateng schon direkt über Lahm, statt über die Mitte (Kroos zentral, Schweinsteiger links) auf. Über Lahm kann dann der Ball in die Mitte zwischen Sechser und Stürmer kommen. Kroos spielt in die Spitze, Götze erzeugt eine Enge und Mandzukic erhält aus dieser mit etwas Glück den Ball. Müller und Lahm stehen nahezu gemeinsam auf der Außenbahn und machen das Spiel breit, Götze besetzt den offensiven Halbraum, geht ins Dribbling und flankt auf Mandzukic.

Fazit

Für alle neutralen Fußballfans dürfte es ein sehr interessanter Abend gewesen sein: Tolle taktische Aspekte, viele Tore, ganz netter Fußball. Für die Bayern dürfte die erste Halbzeit ein Grund zum Ärgern sein, für die Mainzer dagegen die zweite Hälfte sein. Thomas Tuchel hatte nämlich durchaus Recht: Die Leistung war nicht das Problem und die Mainzer sollten sich nicht über einen hohen Misserfolg ärgern, sondern ihn in Relation zu Torchancen, Abschlüssen und Spielkontrolle stellen.

Gleichwohl muss Tuchel auch widersprochen werden: Seine Mannschaft hat es nämlich keineswegs geschafft das gesamte Spiel zu dominieren beziehungsweise ging der Plan nicht über neunzig Minuten voll auf, aber wohl so lange wie möglich. Die Anpassungsmöglichkeiten der Münchner und ihre Durchschlagskraft liegen nämlich, wie Tuchel wiederum mit seiner Metapher des Formel-1-Wagens und VW Käfers richtig anmerkte, weit auseinander. Diesen Aspekt sprach er auch schon zuvor gut an:

„Hey, das macht Spaß, wir halten ja mit – und dann nimmt er plötzlich Mandzukic raus und stellt Götze vorne rein. Oder die Außenverteidiger, die bei Guardiola weiter innen spielen als früher, spielen plötzlich wieder breiter, dafür rücken die Außenstürmer ein. Dann ändert sich in Sekundenbruchteilen das ganze Spiel. Eben hattest du noch Lösungen – plötzlich hast du keine mehr.“ – Thomas Tuchel in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung über Guardiola

Als Abschluss weise ich noch gerne auf die Heatmaps von Müller und Robben (Robben öfter links als Müller und generell sehr variabel mit wenigen Ballberührungen Robbens im zentralen Raum) sowie jener von Götze (wenige in der Mitte, viele in den Halbräumen und eben rechts) und natürlich dem Duo Schweinsteiger und Kroos (Schweinsteiger überall, aber im rechten defensiven Halbraum sehr wenig und im linken sehr viel) hin.

IchBinNichtMatthiasSammer 23. Oktober 2013 um 18:12

In Anbetracht der Diskussion bei Kommentar 7.1. ff möchte ich etwas Generelles zu Tuchel anmerken.

Ich glaube, dass Tuchel taktisch sehr gut ist, allerdings hier etwas überschätzt wird. Wenn ich seine Mannschaften und seine Anpassungen sehe, dann würde mir gelegentlich spontan etwas einfallen, was man (z.B. der Trainer des FC Bayern… oder auch sein Sportdirektor) anders machen könnte/würde.

Seine Mannschaften scheinen mir defensiv sehr gut, im Umschalten enorm gut und in der Gruppentaktik gut zu sein. Viele Sachen scheinen überzogen stark zu funktionieren, da sie einfach sehr gut umgesetzt werden. Allerdings finde ich die offensivtaktischen Mechanismen einerseits zu simpel und andererseits nicht existent. Damit meine ich, dass die existierenden Spielzüge eher einfach sind und alles andere, was komplexer oder spektakulär wird, improvisiert wirkt und meiner Meinung wohl auch ist.

Ich bilde mir ein, dass er auf einer Ebene womöglich unter den besten drei oder fünf oder sieben Trainern der Bundesliga ist (Vermittlung der Inhalte via Training, Basisaspekte, Motivation, Gruppentaktik, strategische Einstellung, Pressing, formationelle In-Game-Änderungen), aber ein paar Trainern davon in anderen Sachen hinterherhinkt.

Seine taktischen Anpassungen vor dem Spiel finde ich eigentlich inkonstant, die Offensive und in geringerem Ausmaß das Aufbauspiel finde ich maximal gehobener Durchschnitt und seine Bewertung von einzelnen Spielaspekten oder Spielern halte ich für mittelmäßig beziehungsweise für schwankend.

Dazu kommt noch der Mangel an visionären Aspekten, eine gewisse Besserwisserei und Sturheit (ich bilde mir ein, dass sich Klopp und Co. stärker entwickelt haben, als Tuchel, dazu teilweise die Ausreden nach Spiel) und das geringere Verständnis für Wechselwirkungen.

Dann hat man einen Trainer, den man kaum bewerten kann, der sehr gut ist, aber nicht hervorragend und langfristig wohl überholt werden wird. Also eigentlich der ideale Trainer für den FC Schalke 04, wenn diese eine weniger passive Spielanlage hätten. Wenn Tuchel sich entwickelt, wäre er aber durchaus eine Option für die Bayern – als Instandhalter und nicht als Guardiola oder Van Gaal(-Typus).

Antworten

AP 23. Oktober 2013 um 18:22

Hallo IBNMS. Wie wäre den deine Reihenfolge…

Antworten

IchBinNichtMatthiasSammer 23. Oktober 2013 um 19:02

Ich habe keine Ahnung. Wie vergleicht man denn Jos Luhukay, Lucien Favre, Dieter Hecking, Markus Weinzierl, Markus Gisdol, Thomas Tuchel und Robin Dutt miteinander? Die haben ganz andere Herangehensweisen an … alles.

Persönlich sehe ich Josep Guardiola auf Platz 1, danach kommt Klopp und daraufhin wird es schon sehr eng bzw. es kommen schon sehr diverse Typen. Christian Streich und Robin Dutt würde ich gerne auf Drei stellen, dann Thorsten Lieberknecht mit Jos Luhukay, Lucien Favre und Thomas Tuchel auf eine nächste Stufe. Aber Markus Weinzierl, Markus Gisdol und Dieter Hecking sind in einigen Sachen wiederum vielleicht sogar besser als obige, die wiederum in jeweils anderen Aspekten in andere Kategorien fallen könnten.

Danach wird es wieder klarer. Armin Veh und Mirko Slomka würde ich als Trainer sehen, die in keinem Belang über diesen oben stehen, allerdings trotzdem im Gesamtpaket nicht extrem viel schwächer sind.

Danach kommen Sami Hyypiä und Jens Keller, die ich nicht bewerten kann (Hyypiä) oder will (Keller). Thomas Schneider (dieser möchte ja den Fußball Stuttgarts verändern), Bert van Marwijk (vermutlich zwischen der zweiten Stufe und Veh / Slomka) und den neuen Gertjan Verbeek dürften erst noch bewertbar werden.

Übrigens: Schade, dass Sascha Lewandowski und Jupp Heynckes weg sind.

Dazu kommen noch einige starke Trainer aus unteren Ligen… Erik Ten Hag ist natürlich gemeint. Wer sonst?

Aber gut, manche sagen, dass Peter Stöger, Stefan Krämer, Frank Kramer, Markus Kauczinski, Frank Schmidt, Stephan Schmidt, Uwe Neuhaus, Claus Schromm, Andre Breitenreiter, Maik Walpurgis, Holger Bachthaler und Kosta Runjaic gute Trainer seien. Oder auch Norbert Elgert in der deutschen A-Jugendbundesliga (FC Schalke 04), Daniel Stendel (Hannover), Nils Drube (Leverkusen).

Antworten

AP 23. Oktober 2013 um 20:49

Yo mit der Reihenfolge kann ich gut leben. Darauf will ich ja auch raus, jeder Trainer hat seine Fähigkeiten. Tuchel weiß glaube ich ganz genau was er an Mainz 05 hat. Er kann glaube ich aus wenig viel rausholen. Leverkusen wäre noch besser geeignet als nächster Karriereschritt.

Antworten

AR 23. Oktober 2013 um 22:49

Thorsten Gutzeit! Bin hoch gespannt wo der landet, sobald er seinen Schein hat. Vielleicht ist bis dahin beim HSV ja schon wieder was frei…

Antworten

TW 24. Oktober 2013 um 10:15

Wieso ist Gutzeit so toll? Hab noch nix von ihm gehört und finde es interessant, dass er hier schon vor dem Erwerb seinen Scheines genannt wird.

Antworten

AR 24. Oktober 2013 um 13:19

Nunja, da ist sicherlich auch etwas Wunschdenken im Lob enthalten. Schließlich war er bisher nur wenige Jahre in der Jugend und vierten Liga bei Kiel tätig. War aus Zufall 2011 mal beim 4:0 gegen Lübeck im Stadion, wo mir die ungemein schnell kombinierende Offensive auffiel.
Er lässt meiner Ansicht nach einen sehr ästhetischen Fußball spielen und es ließ sich seitdem auch eine sehr gezielte Entwicklung beobachten, in der man, nach dem knapp verpassten Aufstieg mit Harakirioffensive 2012, zunächst eine etwas defensivere Grundhaltung annahm, um dann Spiel für Spiel zu mehr Ballbesitz in höheren Zonen bei deutlich verbesserter Absicherung zu kommen. Gegenpressing ist in diesen Gefilden doch sonst recht selten zu sehen. Die Aussagen sind aber alle etwas wage, komme nicht aus der Gegend und die 4. Liga ist nicht wirklich leicht zu verfolgen.

Ist hier aber auch schon beleuchtet worden wie ich jetzt erst gefunden habe:
Gegen Tuchel: http://spielverlagerung.de/2011/12/22/holstein-kiel-fsv-mainz-05-20/

Gegen Klopp: http://spielverlagerung.de/2012/02/10/holstein-kiel-borussia-dortmund-04/

Ein äteres Interview mit minimalen taktischen Aspekten: http://www.blog-trifft-ball.de/blog/2012/06/blog-trifft-ball-im-gespraech-mit-thorsten-gutzeit/#

TW 24. Oktober 2013 um 13:29

Danke für die Antwort. Im Rahmen des Interviews mit Gutzeits Nachfolger Karsten Neitzel hat mir MR schon von ihm vorgeschwärmt. Wenn ich mich recht erinnere, hat er die Stelle bei Kiel ruhen lassen, um den Trainerschein zu machen.

Koom 24. Oktober 2013 um 12:23

Als 05-Fan bin ich natürlich erster Verteidiger Tuchels. Grundsätzlich habe ich auch eine durchaus geerdete Meinung.

Tuchels Fokus auf das Spiel scheint sehr offensichtlich von der Defensive geprägt. Hier besticht er immer wieder durch interessante Ideen und Konzepte, die man teilweise so auch noch nicht gesehen hat (oder nur selten). Im Zeugnis würde er im Fach Defensivspiel sicherlich eine 1 bekommen.

Offensiv finde ich ihn auch nicht ideal. Gerade zuletzt wurde deutlich weniger hoch verteidigt, wodurch die Wege zum gegnerischen Tor lang werden. Gegen die Bayern klappte das und das Umschaltspiel mal sehr gut, aber in der Bundesliga trifft man sonst keinen Gegner, der so gnadenlos offensiv spielt und dadurch hinten Räume anbietet – wenn man mit einem Konter mal zustechen kann.

Die offensivstarken Saisons und Szenen unter Tuchel wurden bislang von individueller Klasse geprägt. Vornehmlich durch Schürrle (teils Holtby und Fuchs), zuletzt dann weitgehend nur noch durch Ivanschitz und aktuell eben Müller (Choupo-Moting kommt aber wieder). Trotzdem fehlt mir hier die Idee, wie man auch mit individuell durchschnittlichen Spielern mehr Angst in der gegnerischen Defensive erzeugt.

Primär stört mich bei Tuchel aber eigentlich nur seine sehr verwissenschaftliche Sicht auf den Fußball. Er ist kein Freund von Szenen, die Leidenschaft an die Fans vermitteln. Also keine Sinnlos-Pressing-Sprints gegen den gegnerischen Keeper, wenig bis keine Grätschen und vor allem keine Weitschüsse. Das sehe ich tatsächlich als Problem an, denn gerade in Mainz muss man die Fans, aber auch die Mannschaft emotionalisieren und sie heiß machen, damit das gewisse Etwas entsteht. Das machen Augsburg und Freiburg deutlich besser.

Aber gerade deshalb wird er aus meiner Sicht mehr zu den Bayern passen als ein Klopp. Die Bayern standen und stehen nie für emotionalen Fußball, sondern für Kalkül. Das ist bei Tuchel sehr ähnlich, den ich deswegen von der grundsätzlichen Herangehensweise wie Heynckes sehe: Auch der legte zuvorderst den Fokus auf die Defensive, die Offensive wurde durch die extrem hohe individuelle Klasse geregelt.

Antworten

Roysan 20. Oktober 2013 um 22:42

Zunächst mal ein großes Lob für eure Seite. Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und freue mich darüber, dass ich anfange Fußball ein wenig anders und differenzierter zu sehen als vorher. Noch besser finde ich, dass die Kommentare nicht wie auf vielen anderen Seiten, sehr sachlich und fundiert sind und ohne dumme Bescchimpfungen von Fans anderer Vereine auskommen. Großes Lob an die Macher und die Community.

Was mir bei Guardiola auffällt, ist dass er offenbar in der Pause unglaublich gut auf die Mannschaft einwirkt und immer wieder Lösungen findet, wenn es mal nicht ruhig läuft. Das hat sicherlich mit der Qualität des Kaders zu tun denke ich, aber auch mit dem Verständnis des Trainers. Ich finde es wirklich spannend zu sehen wie er das Spiel liest und dann reagiert.

Selbst als leidender Clubfan erfreut mich so was.

Grüße und weiter so.

Antworten

Partizan 20. Oktober 2013 um 21:57

Pep sein “ In Play choaching „, war gegen Mainz wieder sensationell.
Alleine schon der Wechsel durch die Verletzung Dantes.
Bin mir ziemlich sicher, das man letztes Jahr in solch einer Situation wieder einen Eins zu Eins Wechsel erlebt hätte, und van Buyton auf das Feld geschickt hätte.
Mit Alaba und später Contento hatte man einen Spieler auf dieser Position die besser zu den Anforderung die der Gegner am Samstag gestellt hatte gepasst haben.

Antworten

ms 20. Oktober 2013 um 14:23

Konnte das Spiel nicht sehen, daher war Euer Bericht genau die richtige „Mahlzeit“. Danke – gefiel sehr gut.

Antworten

Aamteur 20. Oktober 2013 um 11:19

Sorry, aber ich haben leider nicht wirklich erkennen können, was Tuchel sich besseres einfallen lassen hat, als z.B. Wolfsburg (oder auch mit Abstrichen Nürnberg): viel Laufbereitschaft, tief stehen und raumorientieres Deckungsverhalten (ich verfolge meinen gegner solange in meinem Raum, bis er diesen verlässt), ordentliches Zweikampfverhalten.
Ob ich das nun mit einem 4-5-1 oder einem 5-4-1 spielen ist für mich fast schon zu vernachlässigen, wenn man sich mal anschaut, wie tief die erste „Reihe“ (witzig aus einer einzelnen Person eine Reihe bilden zu können), sprich den Stürmer) stand, in der eigenen Hälfte höhe Mittelkreis.

Nein, im Gegenteil! Ich finde es eher merkwürdig, einen Trainer für seine taktischen Finessen zu loben, solange sein Konzept aufgeht, andererseits (zugegeben auch unter Berücksichtigung vom eigenen Spielermaterial und Abhängigkeit des Gegners) keine Ideen hat (bzw. sie für mich nicht zu erkennen waren) als es nicht mehr aufzugehen schien.

Ich mein`, wer sich mal die Aussagen von Tuchel auch nach dem Spiel angehört hat (u.a. die Metapher mit einem VW(?) und einem F1-Rennwagen)… Da bekomme ich ja den Eindruck, dass er selbst nicht dran geglaubt hat, dass sein Konzept funktionieren könnte (es quasi zwangsläufig über die gesamte Spielzeit nicht umzusetzen ist) und sie überhaupt was mitnehmen können, ohne hierbei die Schwierigkeit der Aufgabe in Frage zu stellen.

Ich fand es erschreckend, wie passiv und zurückgezogen Mainz nach dem schnellen Doppelschlag spielte. Ein Aufbäumen sieht anders aus. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Mainzer 90 Minuten lang an ihr Defensivkonzept geklammert haben (das im Artikel mal wieder sehr schhönbeschrieben wird), obwohl es dafür sicherlich keinen Grund mehr gab, nach dem 2. oder 3. Gegentor. Besonders vor dem Hintergrund, dass man zwei Wochen Pause hatte, während die Bayern in der Welt rumreisten.

Naja, zum eigentlichen Spiel möchte ich meinen Senf auch noch geben:

1. Der Alaba-Wechsel
Ich war auf dem ersten Blick total überrascht, dass Pep für Dante den Alaba gebraucht hat und sich damit gegen den für wahrscheinlich viele logischen und konventionellen Wechsel in einer solchen Situation entschied, IV mit IV zu ersetzen. Aber im Prinzip war das ja ein genialer Schachzug: Das „Konzept“ der Mainzer über lange Bälle in den Rücken der hoch stehenden Bayern zu kommen, natürlich auch durch das sofortige Gegenpressing deren begünstigt, benötige ich eher einen schnellen und antrittsschnellen Spieler als einen physisch starken Verteidiger. Ganz starke Entscheidung und spiegelt zudem die offensive Verteidigungsphilosophie wider.

2. Rafinhas Flanken
Gegen Leverkusen ist es mir mit Shaqiri aufgefallen, nun mit Rafinha. Der ziemlich viel aus dem rechten Halbfeld geflankt – mit null Effekt!
Kann mir einer erklären, warum die so oft aus dem Halbfeld flanken oder mich auf einen Artikel verweisen, der die taktische Idee dahinter erklärt und erörtert?!
Nicht nur, dass die Flanken zumeist schlecht geschlagen sind, also ein technisches „Defizit“, das zudem auch noch mit einer taktischen Komponente verschärft – meines Erachtens. Zumeist werden die Halbfeldflanken auf Mandzukic geschlagen, der aber soweit vom Tor weg steht (zwischen Strafraumhalbkreis und 11er), dass ein direktes Kopfballtor ziemlich schwierig erscheint. Ablegen oder Weiterleiten erscheinen ebenfalls schwierig und kompliziert.
Ich bitte um Hilfe, wer kann… xD

3. Altes System in fluider Moderne
Das 4-2-3-1 in der 2. HZ möchte man ja schon fast als „Renaissance“ einer klassischen Anordnung bezeichnen, wenn man schaut, was Pep schon alles verändert hat und vielleicht auch noch dabei ist, zu ändern, in diesem „Wandlungsprozess“.
Sein 4-2-3-1 wurde (natürlich) fluider interpretiert als bei seinem Vorgänger. Das Spiel wurde nun alleine schon durch eine hohe, aber zugleich flache Viererkette in die Breite gezogen. Damit ergaben sich nicht mehr so häufig die Überlagerung im Zentrum, sondern auf den Außen. Nicht ungewöhnlich, dass die Bayern sehr oft über die Außen durchgebrochen sind, begünstigt durch Götze, der immer wieder auch auf die Außen auswich.

Aber schlussendlich bin ich auf Eure Meinungen gespannt, was ihr denkt. Interpretiere ich das „über“/ falsch, aber ich hatte den Eindruck nach dem Spiel (was die TV-Bilder zeigten), dass Pep nicht sonderlich glücklich über den Sieg schien, als er auf der Bank sitzend noch den ein oder anderen Gratulanten leicht abwesend/ nachdenklich die Hand schüttelte.

Er hatte in der Woche zugegeben, dass er bisher nur sehr wenige gute Spiele über die gesamte Spielzeit seiner Mannschaft gesehen hat. Das gestrige Spiel konnte die Bayern nur aufgrund ihrer Rückkehr zum „alten System“ in fluider Moderne drehen.
Oder schien er vielleicht wegen der defensiven Spielweisen der Gegner nachdenklich?!

Antworten

Koom 20. Oktober 2013 um 12:15

Naja, Tuchels Konzept ist ja aufgegangen. Halbzeit 1 hat man gewonnen (und das nicht mal unverdient, wenn auch glücklich). Halbzeit 2 hat man auch lange Zeit kontrolliert (ohne den Ball zu haben). Viel mehr Chancen als eben die, wodurch die Tore gefallen sind, hatten die Bayern dann auch nicht gehabt. Nachdem Tuchel gewechselt und sich wieder angepasst hatte, war die „Herrlichkeit“ der Bayern auch dahin.

Aber auch wenns nach Ausrede klingt: Der Unterschied an individueller Qualität ist eben auch absurd hoch. Wenn man einfach beliebige 11 Leichtathleten aufs Feld stellt und dann bei den Bayern ein Ergebnis damit abholen könnte, wäre es ja auch albern.

Antworten

gerland 20. Oktober 2013 um 14:35

das hört sich bei dir an als ob die Rückkehr zu alten System ein Ergebnis des gescheiterten neues Systems ist. Dabei ist die Rückkehr zum „alten“ System und die Flügel zu stärken ganz einfach gutes Coaching.

Und das Guardiola nicht glücklich ist, ist für mich ein gutes Zeichen.
Ich persönlich nehme aus dem Spiel mit, dass egal was sich die gegnerischen Trainer einfallen lassen, Guardiola in der Lage ist, noch im Spiel, die richtige Antwort zu geben.

Antworten

splattercheffe 20. Oktober 2013 um 17:18

Exakt. Altes System, neues System, das trifft’s doch im Endeffekt gar nicht mehr. Es ist den Bayern ja unter Guardiola nicht plötzlich verboten, Tore nach Flanken zu machen. Die Stärke heuer bezieht sich doch gerade daraus, dass jetzt noch mehr Pfeile im Köcher stecken. Und selbst wenn ein Tor nach dem vermeintlichen Strickmuster der letzten Saison fällt, heißt das ja nicht, dass die vorherigen, oft komplexen Entstehungswege die gleichen waren.
Gegen Mainz, die nach meiner Meinung übrigens nicht einfach dasselbe gemacht haben wie Wolfsburg oder Nürnberg, sondern wirklich ziemlich tricky und ausgefuchst versuchten, das Bayern-Spiel zu zerstören (hat RM perfekt beschrieben), fand ich auch das Coaching von Guardiola fantastisch und nach alten Bundesliga-Maßstäben unfassbar kreativ. Im Endeffekt hat er die dreiviertelte Mannschaft verschoben, durch Alaba/Götze fehlendes Tempo ins Spiel gebracht, die Flügelrochaden waren, wie Gerland erwähnt, der Mainzer Taktik geschuldet.
Dass Tuchel dann sich wohl außerstande sah, darauf noch einmal zu reagieren, finde ich nicht wirklich kritikwürdig, wenn man die beiden Kader vergleicht…
@Aamteur: die Halbfeldflanken finde ich auch doof, egal, wer sie schlägt (interessanterweise sehe ich einen Philipp Lahm nie so sinnlose Bälle schlagen), und ich bin sicher, dass sie zu dem gehören, was Guardiola NIE sehen will, neben den langen Bällen aus der Abwehr auf Mandzukic gegen drei IV.
Über Peps Gesichtausdruck nach den Spielen hab ich mir zugegeben auch schon Gedanken gemacht. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass er der ständigen Herausforderung, die neuesten (und ältesten) Defensiv-Konzepte bespielen zu müssen, etwas überdrüssig ist und sich denkt: Bitte, gebt mir mal eine Mannschaft, die MITspielen will…

Not least: wie hier schon mehrfach erwähnt, das SZ-Interview mit Tuchel war sensationell, legendär, das Beste, was ich seit Urzeiten in Mainstream-Medien zu hören/lesen bekam. Die Mainzer können froh sein, so einen Trainer zu haben. Und nur zu gern würd ich den bei einem „großen“ Team sehen!

Und noch mal ein Wort zu den letztjährigen Bayern: bei aller taktischen Weiterentwicklung von Van Gaal bis zu Heynckes, forgeschrittener Mannschaftsführung etc. wurde das eine oder andere extrem wichtige Spiel doch aus einem vergleichsweile banalen Ereignis gewonnen: indem (ich simplifiziere jetzt mal bewusst) Javi Martinez einen Zweikampf gewonnen hat. Respektive praktisch nie einen verloren hat.
Wäre das heuer noch so, wir wären doch alle am A…., weil die Analysen von spielverlagerung.de nur halb so lang sein könnten. Wär ewig schad‘ d’rum, sprach der Münchner.

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Alex Schulz 20. Oktober 2013 um 07:27

Dinge die mir aufgefallen sind:
– Lahm sollte öfter aussen spielen
– Ich (persönlich) freu mich auf Martinez
– Ich freu mich auf einen fitten Götze
– Kroos sollte Lust auf Fussball haben
– Bin gespannt auf Götze – Müller Wechselwirkungen (wenn beide fit und bei Bayern)

Eine unbedarfte Meinung und eher pro Bayern

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Alex Schulz 20. Oktober 2013 um 07:51

Götze – Müller Wechselwirkungen deshalb, weil beide dasselbe, und zwar wirklich die selbe Position spielen können(!!!!!!!), aber es auf komplett( der Vergleich Beckenbauer — Sforza), triffts vom Unterschied ganz gut) andere Weise spielen können. D.h. Selber Ansatz AAAABer unterschiedliche (technische/ raumdeuterische) Möglichkeiten.

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Lobanowskyj 20. Oktober 2013 um 01:34

Mhm, es gab Phasen in Halbzeit 2, da fühlte ich mich ein wenig an die Rezepte der letzten Saison erinnert: öfter mal Doppelsechs, Schweinsteigers Abkippen nach links, seine Diagonalpässe, die etwas „konventionellere“ (weil breitere) Ausrichtung von Alaba und Lahm und vor allem die gezielten Flügelüberladungen (übrigens hat in dem Zusammenhang Robben für mich phasenweise grandios gespielt). Sah manchmal aus wie gegen Juve letztes Jahr, wo ja auch eine Fünferkette mit Überladungen und Bespielen der Schnittstelle zwischen Halb- und Flügelverteidigern geknackt wurde. Ein wenig seltsam, dass Tuchel (oder seine Spieler) offenbar nicht darauf vorbereitet war, dass die Bayern wieder zu solchen Mitteln greifen würden (vielleicht auch, weil Mainz das so bisher noch nicht gespielt hat?). War jedenfalls schön anzuschauen, wie Götze und Robben die Vorgaben Peps konsequent umsetzten und wie selbstverständlich sie schon miteinander kombinieren. Es gibt wohl Sachen, die bei solchen Fussballern vollkommen intuitiv funktionieren.
Auf jeden Fall ein Spiel, dass für mich unterstreicht, wie stark Pep seine virtuose Variabilität gegenüber Barca noch einmal gesteigert hat und wie viel Unberechenbarkeit er aus diesem heterogenen Kader rausholen kann.
Vielleicht erwartet Tuchel auch einfach zu viel von seinen Jungs? Die schienen mir nicht in der Lage, sich der neuen Situation ausreichend anzupassen.

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Makaki 20. Oktober 2013 um 09:30

Ja, sehe ich bei vielen Punkte genau so!
Angeblich hat aber Pep der Mannschaft (u. a. Götze, Robben) gar keine großen Vorgaben in der Pause gemacht. Er soll nur gesagt haben „Ruhig, wir machen nur kleine Veränderungen“). Der Rest kommt wirklich intuitiv von den Spielern.

Der Mann des Tages, neben Götze, für mich aber war natürlich Pep:
Seit vielen Jahren kann man doch immer das gleiche Schema betrachten: Die Trainer lassen, gerade nach einer verletzungsbedingten Auswechslung in der ersten Halbzeit, bis zur 60 Minute personell unverändert weiterspielen…sie warten, wie das Spiel sich mit veränderter Taktik entwickelt.
Pep ist da anders…er ändert Posititionen (bzw. das machen die Spieler automatisch aufgrund ihrer höheren Flexibilität), Taktik und Spieler, und das sofort wenn es denn sein muss.
Das hätte ich mir schon oft gewünscht, dass die Trainer hier mutiger sind.

PS. Danke für die tolle Analyse

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Lobanowskyj 20. Oktober 2013 um 10:51

Ja, diese „taktische Reaktionsschnelligkeit“, vor allem Peps intuitive Fähigkeit, die eine optimale Lösung zu finden, fasziniert mit auch am meisten (obwohl natürlich auch er mal daneben liegen kann).
Wenn es allerdings stimmt, dass, wie du schreibst, Pep relativ wenig Vorgaben gemacht hat, könnte die Spielweise in Hälfte 2 auch dafür sprechen, dass die Spieler (intuitiv) sehr stark in die lange eintrainierten Abläufe der letzten Saison „zurück verfallen“ sind, weil man alte Erfolgsrezepte eben nicht so ohne weiteres aufgibt. Dann wäre es aber auch als eine Stärke Peps zu werten, genau das auch mal zuzulassen. Woher hast du denn die Info über Peps Pausenansprache? Stadiongeflüster?

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RM 20. Oktober 2013 um 11:09

Bezüglich Peps Veränderungen zur Halbzeitpause:
„Wir haben dann ein bisschen was umgestellt. Personell und auch, wie wir in der Raumaufteilung agieren wollen, das hat gefruchtet“, sagte hinterher Bayern-Kapitän Philipp Lahm.
(…)
Guardiola wechselte Mario Götze für Rafinha ein, Götze rückte ins offensive Mittelfeld. Dort hatte bis dahin Toni Kroos gespielt, doch Guardiola beorderte ihn auf die zweite Sechser-Position neben Bastian Schweinsteiger. Lahm, vorher auf der Sechs, wich für Rafinha auf die Außenverteidiger-Position zurück. Außerdem tauschten der zuvor wirkungslose Müller und Arjen Robben ihre Flügelpositionen. Auch die Viererkette wirbelte Guardiola durcheinander. Kurzum: Der Bayern-Trainer veränderte die gesamte Statik des Teams.“

Kleine Veränderungen würde ich es vielleicht nicht mehr nennen, eher viele kleine Änderungen. Wäre auch kein Widerspruch zu anderen Aussagen.

Auch nett im Artikel:
Tuchel überlegte sich etwas Neues, er spielte mit einer Fünferkette in der Abwehr. „Wir hatten drei Innenverteidiger, konnten rausrücken, ohne zu fürchten, dass die Schnittstellen zu groß werden. Nach vorne verteidigen, das ist der Schlüssel, so werden die Schnittstellen und die gegnerischen Passwinkel kleiner.“

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Lobanowskyj 20. Oktober 2013 um 12:38

Die (Glaubens-)Frage wäre halt jetzt: Haben die vielen Änderungen Guardiolas zufällig (bzw. zwangsläufig) zum ähnlichen System wie letztes Jahr geführt, weil sie einfach das Optimum für diese Spielsituation darstellten? ODER wurde bewusst auf die alten Rezepte zurückgegriffen, was die mal wieder von scheinbarer Unzufriedenheit geprägte Stimmung Peps nach dem Spiel erklären könnte. Was meint ihr?

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RM 20. Oktober 2013 um 12:44

War es dann ganz sicher ein 4-2-3-1? So eines wie vergangene Saison? Defensiv?

Und wie oft es Robben auf links oder einen Spielertyp à la Götze auf der Zehn gab in der vergangenen Saison, weiß ich jetzt gerade auch nicht.

Soll heißen: Keine Ahnung, müsste ich mal genauer darüber nachdenken, Augen zu machen und mir Szenen in Erinnerung rufen.

Aamteur 20. Oktober 2013 um 14:08

Sehe ich sehr ähnlich, Labanowskyj… Habe dieses Bild von Pep auf der Bank nach dem Spiel hier auch schon erwähnt. Er sah „sehr, sehr“ nachdenklich aus, um es mal liebevoll mit seinem Stil zu beschreiben.

Bin auch der Meinung, dass es den Bayern richtig gut getan hat, in der altbekannten Ausrichtung 4-2-3-1 zu spielen, zu gegeben natürlich etwas fluider. Beispielsweise rochierte ein Robben mehr als letzte Saison noch oder auch das Umschaltspiel war vielmehr vertikal. Und damit meine ich nicht nur Kontersituationen, sondern grundsätzlich solche Situationen, in denen der Gegner nach Ballverlust (noch) nicht vollends in seiner organisierten Defensivordnung ist, wie z.B. das 1:1, nach Ballverlust über Kroos und Götze zwei tiefe Bälle gespielt.

Tor 2 und 3 erinnerten schon sehr an letzte Saison.

gerland 20. Oktober 2013 um 14:42

Ich glaube nicht dass man etwas in die Art wie Guordiola auf der Bank sitzt reininterpretieren sollte. Und Tore die erinneren einen an letzte Saison, naja. Ich finde es nur klasse, dass Bayern in der Lage ist die verschiedensten Systeme zu spielen und so quasi immer die passende Antwort auf den Gegner hat.

Lobanowskyj 21. Oktober 2013 um 07:43

Eben, RM, deshalb tendiere ich ja auch dazu zu sagen: veränderte Mittel haben zu einem ähnlich (anzuschauenden) Spielkonzept geführt, mehr oder weniger zufällig. Mir kam es jedenfalls schon so vor, als würden die AV (auch Lahm!) deutlich „klassischer“ die Breite geben, Schweinsteiger abkippen & Alaba nach vorne schieben etc. Es geht mir hier vor allem um das Konzept beim Spielaufbau. Defensiv sah es sicher anders aus, weil man ohne Martinez natürlich nicht diesen Abräumer hatte und zwangsläufig offensiver (oder viel tiefer) verteidigen musste. Robben auf links? Wenn man sich die Heatmap ohne Vorwissen anschaut, würde man ihn wohl eher als zentralen oder sogar rechten Angreifer sehen. Das war schon sehr asymmetrisch angelegt, teilweise ließ man die linke Seite komplett verwaisen (Alaba als Alibi-Breitengeber), um Götze-Robben-Müller auf engstem Raum zusammen zu bringen. Und wenn man jetzt gedanklich Götze durch Ribery ersetzt und mal vergisst, von welcher Position die 3 jeweils kamen, ergibt sich in den Überladungszonen auf Rechts/Halbrechts/Zentrum doch ein sehr ähnliches Dreieck wie letztes Jahr. Plus die diagonalen Ouvertüren von Schweinsteiger. So, ich hör jetzt auf, bevor ich noch mal LABAnowskyj genannt werde.


Imrahil 19. Oktober 2013 um 23:06

Das Interview mit Tuchel in der SZ finde ich herausragend!

Von euren Analysen ist man das ja gewohnt. 😉

Antworten

Michael Maier 23. Oktober 2013 um 12:01

Tuchel ist vielleicht der medial meist überschätzte Trainer der Liga. Die nüchternen Fakten belegen wirklich nicht, dass Tuchel ein sonderlich guter Trainer ist. Mainz ist unter Tuchel seit dem sehr guten Platz 5 in der Saison 10/11 nicht vorangekommen. In den beiden letzten Spielzeiten hat es jeweils nur für Platz 13 gereicht. Aktuell hat Mainz schon wieder 5 Niederlagen auf dem Konto.

Antworten

Koom 23. Oktober 2013 um 12:10

Wer nur in Ergebnissen denkt, der kann mit Tuchel vermutlich nichts anfangen.

Wer hinschaut, der sieht, das Tuchel ein Trainer mit Handschrift ist, die er auch umsetzt, wenn ihm keine Wunderfußballer zur Verfügung stehen. Er spielt mit Mainz, einem Verein, der sich halbwegs in der Bundesliga etabliert hat, dort aber von den Finanzen immer noch ein Absteiger ist, einen Ballbesitzorientierten Fußball, wo sonst viele nur noch mit Konterspiel kommen. Das dann mangels individueller Qualität die Ergebnisse ausbleiben, ist normal. IdR gestaltet 05 die Spiele so, das sie sie gewinnen müssten, wenn Chancenverwertungen identisch wären.

tuchel hat in der Zeit schon 2 Umbrüche in der Mannschaft machen müssen. Der erste erzwungenermaßen durch die Abgänge von Schürrle, Holtby und Fuchs, der 2. momentan, wo man viel frisches Blut in den Kader geholt hat. Und dieser Umbruch dauert an, deswegen gibt es momentan nicht die Ergebnisse, deswegen läuft es auch gerade nicht ideal. Aber in Mainz kennt man das eben schon. Kloppo hat man auch nach 7 Niederlagen am Stück nicht weggejagt, weil man (zu Recht) überzeugt war. Auch Trainer lernen aus Erfahrungen und Klopp hat in seinen Jahren in Mainz Erfahrungen machen dürfen, die andere Trainer in 30 Jahren nicht zusammenbekommen.

Antworten

Michael Maier 23. Oktober 2013 um 13:12

Gründe für die Stagnation lassen sich immer finden – aber unterm Strich muss auch ein Tuchel an den Ergebnissen gemessen werden. Hat Tuchel unter den finanziellen Bedingungen, die Mainz bietet, das Maximum herausgeholt? Ich finde seine Bilanz nicht sonderlich eindrucksvoll. Wenn die Mainz Fans damit zufrieden sind, kann mir das eigentlich nur recht sein.

Antworten

Amateur 23. Oktober 2013 um 14:47

Hui. Jetzt wird es aber wild hier.

Mainz mag zwar vom Gesamtumsatz her ein „finanzieller“ Absteiger sein, aber vom Spieleretat sind sie im soliden Mittelfeld (Rang 13). Und genau das ist die Position, die Tuchel ohne „Starspieler“ wie Holtby & Schürrle erreicht hat. So herausragend ist das tatsächlich nicht…

Ich gehe konform, dass Tuchel einer der flexibelsten und besten „In-Game-Coaching“ Trainer in der Bundesliga ist. Jedoch hat er auch Schwächen. Seine mediale Darstellung und vermutlich auch der Umgang mit „Stars“ werden ihn vermutlich nie zu einem ganz großen Club bringen.

Antworten

Amateur 23. Oktober 2013 um 14:54

Ergänzung: Und dass die anderen Clubs in diesem finanziellen Bereich nur noch mit Konterfussball daherkommen ist wohl ein Witz, oder?

Z. B. Freiburg und Augsburg, die wesentlich weniger „Kapital“ zur Verfügung haben als reine Kontermannschaften abzutun, finde ich relativ frech. Die letztjährige Frankfurter Mannschaft hatte auch weniger Etat zur Verfügung und spielte (zumindest in der Hinrunde )“brachial offensiv“ (Anm. ist glaube ich aus einem Podcast der letzten Saison geklaut.

Die Mainzer bestechen doch vor allem durch taktisch starkes Defensivspiel. Offensiv ist da doch seit Beginn der Tuchelzeit eine Abhängigkeit von „Einzelspielern“ zu erkennen. Am Anfang Bance, dann Holtby&Schürrle, letztes Jahr Choupo-Mouting/Szalai und dieses Jahr Müller. Offensiv finde ich die Leistung der Mainzer taktisch nicht berrauschend.

Antworten

AP 23. Oktober 2013 um 15:27

Also ihr vergleicht hier Birnen mit Äpfel. Der Eine findet Tuchels mediale Darstellung nicht gut, der Andere denkt sich, cooler Hund, lässt sich nicht verbiegen… Woran macht ihr fest, was gut und was weniger gut ist…

Zur Tabelle und Michal Maier. Wenn Tuchel in der letzten Saison 3 Punkte mehr geholt hätte, und damit Platz 9. Wäre er dann in deinen Augen ein besserer Trainer?

AP 23. Oktober 2013 um 15:30

Mainz hatte 12/13 die fünftwenigsten Gegentore bekommen… Die zehntmeisten Tore geschossen und am Ende sind Sie 13er geworden… Fuck Tabelle. Immer schön das rauslesen, was man braucht.

Rasengrün 25. Oktober 2013 um 12:48

Hat sich jemand die Mühe gemacht ein paar Indikatoren für Mainz zu bestimmen? Die Frage, wie Tuchel denn nun zu bewerten und einzuordnen ist, lässt sich ja doch noch etwas versachlichen. Also, TSR, PDO usw? Anyone?

blub 25. Oktober 2013 um 13:10

Laut http://bundesligafanatic.com/tsr-pdo-and-the-bundesliga-oh-my/
Mainz:
TSR: Mainz 0,498 BuLi-Median: 0,503
PDO: Mainz 915

Laut goalimpact 105,7 pre-Season. kp, wie der durchschnitt bei den einsatzzeiten der spieler genau ist.

AP 25. Oktober 2013 um 14:23

Rasengrün, Blub…. Schejjjjjj. Wie in alten Zeiten… 🙂

Rasengrün 25. Oktober 2013 um 17:51

Also hat Mainz den viertniedrigsten PDO der Liga, nur Augsburg, Braunschweig und Wolfsburg liegen drunter. Man kann also schon mal nicht behaupten, dass Mainz vom Glück verfolgt wird. Der TSR entspricht fast genau Durchschnitt und Median. Für den Drittletzten nach Gesamtmarktwert und Durchschnittsmarktwert der Spieler (nach tm.de) ist das mehr als ordentlich, würde ich sagen, und der wahrscheinlichste Grund dafür heißt dann eben wohl doch Tuchel.

Rasengrün 25. Oktober 2013 um 17:58

@AP: Ich hätte ja nun wirklich nicht erwartet, dass es irgendjemandem auffällt, wenn ich hier mal ein paar Monate nur stummer Leser bin.

War derweil damit beschäftigt in den Guardian-Foren über Gegenpressing zu trollen… 😉

AP 25. Oktober 2013 um 21:39

@Rasengrün. Auge 😉


Faber 19. Oktober 2013 um 22:48

Wie schätzt ihr die zukünftige Rolle von Schweinsteiger ein, wenn Thiago und Martínez wieder fit sind?

Antworten

RM 19. Oktober 2013 um 22:51

Ich denke, dann wird einfach gegnerangepasster rotiert. Wenn man mehr Präsenz vorne oder weniger hinten braucht, ist Schweinsteiger eben für offensive Acht oder für die alleinige Sechs eine Option. Teilweise vielleicht eben Asymmetrien und 4-2-3-1-artige Gebilde. Denke, es wird – wenn alle konstant fit sind / wären – keine Stammelf o.ä. geben.

Antworten

Faber 19. Oktober 2013 um 22:57

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Man braucht sich also keine Sorgen um ihn machen, schön. 🙂

Antworten

Aamteur 20. Oktober 2013 um 10:05

Ich glaube, dass Schweinsteiger eher seltener auf der 6 spielen wird, wenn Thiago and Martinez fit sein sollten. Bzw. Gegenfrage: Was würde dagegen sprechen, ihn jetzt schon auf der alleinigen (!) 6 spielen zu lassen?!

Für mich zeichnet sich folgendes Bild ab, wenn die beiden Spanier fit sind: Mit Martinez wird es noch deutlicher zu einer 3er Kette gehen (Tendenz: 3-6-1/ oder 3-7 noch fluider und falscher 9), sprich die jetzigen AVs rücken noch weiter auf, ob nach innen oder außen (bleibend) mal da hingestellt Vielmehr geht es Pep darum, dem Ball sofort wieder zurückzugewinnen bei Ballverlust. Die zwei nach innenrückenden AVs könnten dann die Rolle des „6er“ übernehmen, in dem sie das Zentrum stopfen. Alles vielleicht abstrakt meine Beschreibung, aber vielleicht ganz interessant bei Gegnern, die mal mit zwei Stürmern spielen.

Und Thiago natürlich als Peps Wunschspieler. Dass er das „Barca“-Gen in sich trägt, ist bereits in seinen kurzen Einsätzen deutlich geworden und deshalb für mich neben Martinez erster Anwärter auf der 6, dann Lahm und dann Schweinsteiger.

Wobei mir natürlich auch vorstellen kann, dass Pep Schweinsteiger auch auf der 6 spielen lässt, aber (nur) aus dem Grund, ihm Einsatzzeiten zu gewähren als vielmehr wegen der Tatsache, dass er ihn auf der Position besser aufgestellt sieht als die übrigen Alternativen.

Antworten

Lobanowskyj 20. Oktober 2013 um 11:15

Also, dass Pep Schweinsteiger auf der 6 nur aufstellt, um ihm Einsatzzeit zu geben, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Pep ist schließlich dafür bekannt, auch mal eine Clubikone zu opfern, wenn sie nicht die Idealbesetzung auf einer Position seines System darstellt. Da ist er gnadenlos (siehe Ronaldinho, Eto’o etc.). Ein Thiago muss auch erst mal beweisen, dass er so konstant Topleistungen abliefern kann. Trotz allen Vorschusslorbeeren seitens Pep wird er ihn genau beobachten, und wenn er nicht mit ihm zufrieden ist, hat Pep auch kein Problem mit dem Gesichtsverlust, wenn er Thiago nach 2 Jahren wieder wegschicken sollte.
Andere Frage: Warum sollte Thiago immer auf die 6 beschränkt sein? Mit seiner Dynamik und seinen Geistesblitzen seh ich ihn durchaus auch als 8er. Schon bei Barca erschien er mir manchmal wie ein Hybrid aus dem Nadelspieler Iniesta und dem Spiellenker Xavi. Die zentralen Positionen (von reinen 8ern/6ern kann man wohl kaum noch sprechen) können dann (wie schon gegen Mainz schön zu sehen) angepasst an den jeweiligen Gegner variabel besetzt werden:
-Lahm für Pressingresistenz auf 6 oder sogar mal 8
-Martinez für Pressingresistenz/Physis gegen Umschaltgegner (klassischer Staubsauger)
-Thiago und Götze für „ich renn einfach durch den geparkten Bus und tauch am anderen Ende mit dem Ball am Fuß wieder auf“
-Schweinsteiger als tiefer „Quarterback“ (abkippend), wenn das Gegnerpressing zu heftig wird
-Kroos als horizontaler Balancegeber für den anderen, vertikaleren Achter.
(Sowieso werden wir uns glaub ich noch wundern, wie oft Kroos den Vorzug erhalten wird, als „harmonisierendes Element“ zwischen den verschiedenen Mannschaftsteilen wird er immer wichtiger)

Antworten

Aamteur 20. Oktober 2013 um 13:20

Hm ja, das hast Du sicherlich recht, dass er prinzipiell keine Rücksicht auf Clubikonen nimmt. Aber finde ich, dass man das dann doch noch differenzierter sehen muss, wenn man den Vergleich/ Parallelen zu einem Ronaldinho/ Etoo und Schweinsteiger (= Barca und Bayern) zieht:

Neben anderen Unterschieden, die ich sehe oder meine zu sehen, würde ich vor allem den Charakter des Spielers anfügen. Ein Ronaldinho oder Etoo würden sich sicherlich nicht so ohne Murren auf die Bank setzen, aber Schweinsteiger, der kein Lautsprecher ist und harmonischer Typ zu sein scheint, würde das vielleicht nicht so öffentlich zur Schau stellen. Deshalb wurden solche aussortiert oder sind von selbst gegangen. Und hätten die Bayern sicherlich auch nicht ein Schweinsteiger oder auch ein Müller bespielsweise verkauft, wie Gustavo oder Gomez (sprich sportpolitische Einflüsse).

Und natürlich wird Thiago allein dadurch kein Freifahrtsschein erhalten, weil er der Wunschspieler von Guardiola gewesen ist. Aber ich habe es auch selten gesehen/ erlebt, dass Wunschspieler (vor allem solche, mit denen Trainer schon in früheren Stationen zusammengearbeitet haben) sich nicht durchgesetzt haben. Also würde mich schon gewaltigt wurden, wenn sich Thiago doch mehr auf der Bank wieder würden, als manch anderer (voraussetzt fit und Leistung). Einziges Beispiel, was mir da so spontan einfällt, ist Essien und Mourinho.

Gegenpressing und abkippen fällt mir grad‘ etwas schwer „bildlich“ nachzuvollziehen, als taktisches und permanentes Mittel, zumal wenn das eigene Spiel auf Ballbesitz ausgelegt ist. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Pep dieses Abkippen nur noch situativ sehen möchte, weshalb er die Mitte überlädt, sprich Aufbau durch die Mitte.

Also für mich bleibt’s, Schweinsteiger wird in diesem System und wenn alle fit sind, am wenigstens spielen. Klar ein Thiago kann auch auf der 8 spielen, total Deiner Meinung. Und da permanent immer irgendwie irgendjemand verletzt ist/ sein wird oder hier und dort eine eine Verschnaufpause braucht, wird das sicherlich ganz gut auf Dauer „kaschiert“ können.

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Koom 20. Oktober 2013 um 14:29

Mal schauen. Schweinsteiger halte ich aber nicht zwingend für einen harmoniesüchtigen. Kann mir vorstellen, das, wenn er sehr häufig draußen sein sollte, hier die Medien bewegt werden (ohne, aber auch mit seinem Zutun).

Persönlich mag ich Schweinsteiger nicht, halte ihn aber rundherum für stärker als Thiago. Er ist laufstärker, zweikampfstärker, disziplinierter und hat eine sehr hohe Bandbreite. Er beherrscht das Aufbauspiel aus der Abwehr flach wie hoch, geht auch vorne in den Strafraum, schließt selbst ab, legt vor und macht auch mal die Arschlochjobs. Thiago ist Stand heute für mich nur ein netter Spieler mit guten Anlagen, aber ein ziemliches Stück der Güteklasse der Schweinsteigers, Lahms, Xavis & Co. entfernt.

Antworten

Strafraumautist 20. Oktober 2013 um 14:43

Warscheinlich überrascht Pep uns alle und stellt das Schwein demnächst in die Innenverteidigung.

Rasengrün 25. Oktober 2013 um 12:58

Warum nicht? Ansonsten warte ich auf Robben ersten Auftritt als LV, wenn Alaba verletzt sein sollte. 😉


SG3DL 19. Oktober 2013 um 22:35

Unterhaltsames Spiel für mich im Stadion direkt hinter Tuchel. Aber erst mal zum Spiel:
Erste Halbzeit war etwas behäbig von Bayern, Rafinha und Contento mit wenig Druck nach vorne.Tuchel wollte selbst sehr schnell umschalten, ging ab wenn einer mehr als 2 Ballkontakte hatte bzw. Den Ball gehalten hat. Kroos dazu schwach. Nach den Lobeshymnen gegen Irland habe ich ihn genauer angeschaut. Gegen Schweden schon abgefallen heute schlimm. Bis jetzt spielte er eine starke Saison, kaum gelobt, wieder sowas. Viele Fehlpässe die teilweise zu gefährlichen Kontern für Mainz geführt haben (18,89) und einige krasse Fehlpässe mehr (22,60) im einige zu nennen und schlechtes Zweikampfverhalten (Hoffe das war nur ein Spiel und er spielt konstant gut weiter in den nächsten spielen. Götze wär ein Segen für das Bayernspiel. Dynamisch mit Zug zum Tor und tollen Pässen!!!
Interessant, dass Alaba kam und nicht van Buyten. Tuchel hat dann sofort zur Bank gesagt, dass er Chupo Moting auf Contento weg von Boateng ziehen will. Für Bayern auf den außen mehr los, durch Lahm rechts hinten und Alaba.

Paar Sprüche von Tuchel:
Nach 10 mins: „der Chupo ist jetzt schon platt!?“
Nach falscher Entscheidung (Abstoss statt ecke) zum 4. Schiri: „heyyyyyyy, ecke. Was pfeifft der scheiß wichser?“

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argus 19. Oktober 2013 um 23:30

bitte noch mehr sprüche von tuchel, göttlich 😀

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VB 19. Oktober 2013 um 22:10

Na, da hat sich doch der Spielplan mit zwei Wochen Vorbereitungszeit für Bayern – Mainz etwas schönes einfallen lassen.

Vielen Dank für diesen wie immer interessanten und gut gelungenen Artikel. Ich hatte schone gehofft, dass sich Tuchel etwas einfallen lässt.

Könnte man das Mainzer Defensivverhalten – bedingt durch das häufige Herausrücken der AVs – situative Fünferkette, oder auch 4-5-Kettenhybrid nennen?

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RM 19. Oktober 2013 um 22:37

Ich glaube, dazu gibt es einen Fachterminus namens „pendelnde Viererkette“ (oder war’s pendelnde Fünferkette?) in der DFB-Lektüre. TW weiß vielleicht genaueres.

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VB 19. Oktober 2013 um 23:41

Ah, ok.

Dann werde ich mal nachlesen.

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TW 20. Oktober 2013 um 23:44

Ich habe das Spiel leider nicht gesehen. Deswegen beziehe ich mich mal nur auf das Bild http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/10/Bayern-vs-Mainz-Mainz-steht-im-4-4-1-1.png

Die Defensivformation entsprach nach den Abbildungen wohl am ehesten einem 5-2-3/3-4-3. Von daher kann ich VBs Hybridformation nachvollziehen. Dabei wird jedoch kein klassisches Kettenspiel betrieben, da die AV zu hoch für die 1. (5-2-3) und zu tief für die 2. Kette (3-4-3) stehen. Das Pendeln (besser ballorientierte Verschieben) der Kette in besagter Abbildung ist ebenfalls sehr ungewöhnlich. Diaz steht ja fast auf Höhe von Müller, der in der vorderen Kette spielt. Üblicherweise wird beim ballorientierten Verschieben bis kurz vor die nächste Kette vorgerückt, um dann zu doppeln. Dies spricht fürs 3-4-3. Pospech behält jedoch seine Halbposition bei, anstatt sich vor Thomas Müller bzw. neben Bell (im 5-2-3 bzw. durch Diaz Position 4-3-3) bzw. vor Kroos (im 3-4-3) zu positionieren. Letzteres würde ein Verschieben von Baumgartlinger und und Geis ermöglichen, so dass das Herausrücken von Diaz durch Geis abgesichert wäre.

Es scheint mir, dass Tuchel eher auf flexibles Herausrücken der 5 Abwehr-spieler und Mannorientierungen im Mittelfeld, denn auf klassisches Kettenspiel gesetzt hat.

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davewolf 20. Oktober 2013 um 04:56

Welche „zwei Wochen Vorbereitungszeit“, wenn die meisten Spieler auf Länderspielreise sind…?

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dirk45 19. Oktober 2013 um 22:06

Ich mochte ja Strunz Kommentar auf sport1:
Aber: „Langsam wird deutlich, was Guardiola vorhat: Zuletzt haben die Bayern ohne feste Positionen gespielt“, erklärt er.

4-2-3-1, 4-1-4-1 – übliche Einordnungen können nicht mehr einordnen, was der Katalane dem FC Bayern einflößt.

„Bis auf die beiden Innenverteidiger bewegen sich alle Spieler überall, sodass es für den Gegner schwer ist, überhaupt an den Ball zu kommen.“

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RM 19. Oktober 2013 um 22:07

Oho, das klingt ja gut! Ist der Strunz sonst auch gut? 🙂

Antworten

db 20. Oktober 2013 um 06:15

Nicht wirklich. Als ihr schon erkanntet was pep vorhatte. Meinte er das er überbewertet wäre und die mannschaft gar kein erkennbares system verfolgen würde. War so 4tes glaub. Die analysen auf dsf mo sind auch nicht so der bringer. Man hat das gefühl das er sich informiert Fachausdrücke und so aber nicht alles erkennt oder falsch interpretiert aber es wird mit großer hingabe und überzeugung kunt getan die überallen erhaben scheint.

Finde wenn schon dann bitte richtig. Vll bin ich nur verwöhnt von euch. Wahrscheinlich hätte ich ihn ohne euch auch alles abgekauft.

Antworten

RM 19. Oktober 2013 um 21:59

Nachtrag: Vor der Halbzeitpause schrieb ich auf unserem Twitteraccount, dass eine mittlere / hohe Torwartkette dem Spiel gut tun würde. Dies war darauf gemünzt, dass man dadurch mit den variableren Innenverteidigern, einem ausweichenden Sechser und / oder breiten Achtern eine stärkere Präsenz in den Halbräumen hätte, was durch Pep dann etwas anders – und, natürlich, deutlich stabiler – gelöst wurde. Dennoch ein interessanter Gedanke und gerne zur Diskussion freigegeben.

Antworten

Foxtrott 21. Oktober 2013 um 11:44

Heh, also da ich am Donnerstag euren Artikel gelesen hatte, dachte ich das selbe. [zumindest als Tendenz nach den Spielausschnitten, die ich gesehen habe, befürchte ich werde das ganze Spiel nicht vor dem Wochenende sehen…]

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blub 19. Oktober 2013 um 21:59

Was eine abgefahrene Partie.
Tuchel hat sich echt was wirklich überraschendes einfallen lassen.

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Koom 20. Oktober 2013 um 11:06

Auch als Mainz-Fan bin ich nicht unzufrieden. Der Quatsch-Elfer hätte nicht sein müssen, 3:1 wäre als Ergebnis „richtiger“ gewesen. Die Bayern hatten nun mal wirklich eine nahezu 100%ige Chancenverwertung, hätte Mainz diese auch gehabt, wäre ein 3:3 durchaus im Bereich des möglichen gewesen.

Sicherlich kann man auch sagen, das die Bayern in HZ1 die Mainzer nicht ernst genommen haben. Aber das können die sich doch bei dem Konkurrenzkampf eigentlich nicht erlauben und Pep wird das auch nicht gern sehen. Ich bezweifle auch, das Pep in der Pause nicht viel gesagt hat, das wird eher ein Donnerwetter gewesen sein.

Und an Umstellungen: Lahm auf rechts, ansonsten wurde die Mannschaft angewiesen, wohl mit etwas mehr Tempo vorne zu spielen. Das war dann auf dem Niveau nicht mehr zu verteidigen. Die verstärkte Qualität auf Rechts hat man aber nach dem 2:1 seitens Mainz korrigiert mit Svensson raus und noch ein Linksverteidiger rein. Danach hatte Bayern zwar nach wie vor die Kontrolle, aber auch dann war es wieder ungefährlich. Trotz Götze & Co. und der ach-so-tollen Anpassungen.

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