1. FC Nürnberg – Borussia Dortmund 1:1

Bereits wie in der letztjährigen Hinrunde konnte sich Borussia Dortmund nicht gegen die gut strukturierte Defensive durchsetzen und kam bei den Franken nur zu einem 1:1.

Grundformation

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Nach der Niederlage in Neapel und in Folge des hohen Spielrhythmus nahm Jürgen Klopp einige personelle Änderungen vor, die stärkere Auswirkungen auf das Spiel der Dortmunder hatten. Zu Beginn der Partie sah es nach einem 4-2-3-1 mit Kevin Großkreutz als Mittelmann der offensiven Dreiherreihe und mit Jakub Blaszczykowski als Nebenmann von Sven Bender aus. Allerdings orientierten sich mit zunehmender Spielzeit Großkreutz und Blaszczykowski mehr und mehr auf eine Höhe und so ähnelte die Formation des BVB einigen Auswärtsauftritten in der letzten Champions-League-Saison.

Insgesamt schien die Mannschaft stark auf ständige Rochaden eingestellt zu sein, die hier gar nicht in Gänze darstellbar wären. Aufgrund der Variabilität der beiden Achter sowie der Offensivkräfte Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus rotierten diese im Minutentakt. Diese ständigen zuweilen wilden Positionswechseln brachten aber nicht die gewünschten Überladungen beziehungsweise Überzahlsituationen, um eine Nürnberger Seite gekonnte auszuspielen. Gleichfalls ließ sich die Nürnberger Grundordnung davon wenig stören.

Der 1. FC Nürnberg agierte zuweilen in einer Mischform aus 4-1-4-1 und 4-3-3. Das Gespann Reutershahn/Wiesinger war wie manch anderer Trainer in den vorangegangenen Spielen gegen Dortmund darauf bedacht, die Mitte durch eine höhere Zahl an Spielern zu schließen. Vor allem zu Spielbeginn formierte sich hier der Mittelblock, bestehend aus dem zentralen Mann Niklas Stark sowie Makoto Hasebe und Maik Frantz auf den Halbpositionen, wobei Frantz vermehrt den offensiveren Part übernahm. Auf dem Papier spielten Adam Hlousek und Hiroshi Kiyotake auf den Flügeln. Allerdings hielt sich gerade der Japaner bei Nürnberger Ballbesitz häufiger zentral auf. Auch Hlousek verließ von Zeit zu Zeit seine Außenbahn und stieß in die Spitze vor, wo sich ansonsten lediglich Wandspiel Daniel Ginczek aufhielt, der wieder mit hohem Aufwand Bälle behauptete.

Der verlorene Ducksch

Auf der Gegenseite sollte der vermeintliche Robert-Lewandowski-Ersatz der 19-jährige Marvin Ducksch sein, der bisher nur in der Drittligamannschaft zum Zug kam. Doch nicht nur die fehlende Erfahrung sondern vor allem das Dortmunder Angriffsspiel machte ihm zu schaffen. Die beiden zentralen Spieler Großkreutz und Blaszczykowski hielten sich in der Regel viele Meter hinter Ducksch auf und es stand kein Spieler nahe im Rücken des Angreifers, so wie es Mkhitaryan bei Lewandowski in der Regel tut. Dadurch hing Ducksch in vielen Szenen zwischen dem Sechserblock und vor Nürnbergs Innenverteidigern in der Luft. Aufgrund der relativ tief stehenden Position der zentralen Dortmunder Mittelfeldspieler ergaben sich entweder Zuspiele über die Flügelspieler, die in Szene gesetzt wurden oder die aufbauenden Spieler des BVB versuchten es mit einem langen Pass ins Sturmzentrum, wo aber nicht der ballverarbeitenden Lewandowski stand.

Mit der Hereinnahme des Polen in der zweiten Halbzeit wirkte auch Ducksch stärker, was nicht nur am verstärkten Aufrücken der Borussen lag. Lewandowski orientierte sich genauso wie einige Male der eingewechselte Hofmann konzentrierter hinter dem Angreifer und konnte ihn so mit Kombinationen oder Lochpässen ins Spiel einbinden.

Ein Spieler aus der Reihe löst sich und attackiert den ballführenden Dortmunder.

Ein Spieler aus der Reihe löst sich und attackiert den ballführenden Dortmunder.

Nürnbergs Sechserkette oder das typische 4-1-4-1

Im Verteidigen gegen den Ball bot die Nürnberger Mannschaft zwei verschiedene Varianten des Stellungsspiels an. In der Regel presste beziehungsweise lief Sturmspitze Ginczek als erster an, konnte aber wenig Druck entwickeln. Dafür positionierte sich hinter ihm eine Viererreihe, wobei immer wieder ein Spieler ausbrach und in Richtung des entsprechenden Ballraumes schob. Durch diese Verlagerung wurde die raumorientierte Grundordnung weiterhin bewahrt und gleichzeitig dem Dortmunder Aufbau zugesetzt.

Der Tabellenführer machte es dem Gegner zuweilen auch leicht, da sich wenige Spieler hinter dieser Viererkette positionierten oder scharfe Vertikalbälle ihren Weg durch die Reihen fanden. Anders als gegen den Hamburger SV in der Vorwoche gelang es Dortmund in vielen Phasen nicht, in der offensiven Zentrale die Räume zu belagern. Dafür hatte man viel Ballbesitz am und um den Mittelkreis. Beim Aufbauspiel über die Innenverteidiger oder den häufiger abkippenden Bender wurde der BVB durch das erwähnte Verschieben der Nürnberger Viererreihe zu kurzen Pässen zu den Achtern oder den Außenverteidigern gezwungen und konnte so kein Tempo entwickeln, was wiederum lange Schläge erzwang, wobei gerade viele Diagonalbälle äußerst unpräzise waren und abgefangen wurden.

Sofern die Dortmunder über die Außenbahn angriffen, entwickelte sich bei den Franken eine Art Sechserkette als letzte Reihe, wobei häufig Kiyotake rechts und Hlousek links als zweite Außenverteidiger agierten und die Räume für die Dortmunder Außenbahnspieler massiv verknappten. Entgegen anderer Gegner des BVB versuchten Reutershahn und Wiesinger ihr System hybrider zu gestalten und sich nicht ausschließlich auf ein massiertes Zentrum zu konzentrieren, sondern situativ auch die Flügel zu überladen.

Gleichzeitig wurde die stabilisierende Wirkung von Hasebe deutlich, der entweder in die Viererkette hinter Ginczek ging oder sich neben Niklas Stark positionierte und ihn beim Attackieren der zentralen Dortmunder unterstützte. In jedem Fall wirkte er intelligent unterstützend. Addiert mit dem zweikampfstarken Abräumer Stark brachte dies die notwendige Kompaktheit.

Die erzwungenen Ballverluste nutzte der Club seinerseits zu einigen überfallartigen Angriffen, wobei die Mittelfeldreihe rasch ausschwärmte und entweder außen die notwendige Breite schuf oder im Fall von Kiyotake häufig diagonal in den Halbraum ging. Hinzu kam Wandspieler Ginczek, der wie schon in der gesamten Saison zahlreiche Bälle festmachte und weiterleitete. In der zweiten Halbzeit attackierte dann der Club höher und so waren die Wege nach vorne als Folge von Ballgewinnen nicht mehr so weit. Hinzu kam, dass der BVB nun gezwungen war, verstärkter selbst die eigenen Räume zu verteidigen, was sich erst wieder mit der Schlussphase änderte.

Fazit

Die Personalumstellungen und das damit verbundene Aufgeben der 4-2-4-Formation bei Angriffen waren nur einige Gründe des ersten Punktverlustes der Dortmunder in der aktuellen Bundesligasaison. Dem Gegner aus Nürnberg gelang es, das notwendige Tempo aus dem Spiel des BVB zu nehmen und entgegen anderer Partien hatte der ballführende Borusse dieses Mal nicht mehrere Entscheidungsoptionen, da die Franken es sehr gut verstanden, eine sehr disziplinierte Raumordnung aufzubauen.

Im Gegenzug waren die Nürnberger überraschend offensivstark und holten sich nicht nur in Folge von schnellen Balleroberungen und Überraschungsangriffen Selbstbewusstsein. Die polyvalenten Spieler der Mittelfeldreihe überzeugten im Agieren gegen den Ball sowie im Ausschwärmen nach vorne beziehungsweise dem ballsicheren Spiel in der Hälfte des Gegners.

Alles in allem war der Punktgewinn des Clubs nicht unverdient, der sich nach den Leistungen der letzten Wochen neues Selbstvertrauen geholt hat. Währenddessen blieb der Spitzenklub aus dem Ruhrpott im zweiten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg, kann aber unter der Woche im DFB-Pokal diese Scharte auswetzen.

nougat 27. September 2013 um 10:50

ich habe mal eine ganz andere frage an das team oder jemand der das mit da auf die sprünge helfen kann:

woher weiß die mannschaft von dortmund oder einem anderen spitzenteam IM SPIEL, wie es wann, welche formation, rochade oder verlagerung bringen muss ? an wen orientieren sich die, wer gibt das vor ? spickzettel werden die sich ja nicht reichen…

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Koom 27. September 2013 um 11:55

Auf die (fachkundige) Antwort bin ich auch gespannt. Das hat mich im komplexeren Sinne auch schon gefragt, wie groß der Anteil des Trainers am eigentlichen Spielverlauf ist, also gerade die Anpassungen, die Guardiola bei seinen Mannschaften zu bringen scheint – und wieviel einfach auch „nur“ mit der Spielintelligenz seines Teams zu tun hat.

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RM 27. September 2013 um 13:24

Unterschiedlich. Manches geht automatisch, manches wird vorher mit Zeitintervallen vereinbart, manches wird im Training als Grundprinzip aufgestellt, manches kann verbal im Spiel vermittelt werden (Schreien oder Kapitän oder Spieler X rausholen, das macht Pep gerne), manches wird über „Trigger“/Auslöser gemacht; bei Barcelona gab es zum Beispiel unter Tito Vilanova den Trigger, dass Fabregas als falsche Zehn und Messi als falsche Neun genau dann die Position tauschen, wenn Xavi den Ball erhält. Sieht, wenn man’s nicht weiß, sehr spontan und improvisiert aus, folgt aber einem bestimmten Muster.

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Phil 26. September 2013 um 19:40

Hallo,

zunächst mal einen herzlichen Dank an das Team von Spielverlagerung für die vielen tollen Analysen!
Seit einiger Zeit schon bin ich stiller Gast auf dieser Seite, aber eine Sache geht mir nicht aus dem Kopf. Daher muss ich doch mal nachfragen 🙂

Zu dem Champions-League-Spiel Dortmund gegen Neapel würde mich nämlich eure Meinung zur Anfangsphase interessieren – im Speziellen zur optischen Überlegenheit der Italiener (zumindest haben mein Kumpel und ich das so gesehen) VOR den ganzen spielverändernden Ereignissen.

Neben Kampfgeist und Entschlossenheit (Higuains Gesichtsausdruck!) muss es da doch sicher noch taktische Faktoren gegeben haben?

In Erinnerung habe ich noch starkes Neapolitanier Pressing und Flügelangriffe, speziell auf der Seite, auf der Insigne gespielt hat.

Wäre nett, wenn mir da jemand auf die Sprünge helfen könnte 😉

Beste Grüße

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RM 27. September 2013 um 00:13

Beim ZDF gibt’s eine Minianalyse.

Eventuell mache ich noch ein kurz-Ausgeführt zur Anfangsphase hier auf SV. In unserem nächsten Heft kommt aber ohnehin eine Betrachtung von Napoli in den Grundzügen und sollten sie so weitermachen, dann kommt im Laufe der Saison sicher noch ein Teamporträt.

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Phil 27. September 2013 um 12:40

Danke für die schnelle Antwort. Die Mini-Analyse hilft schon mal weiter.
Neapel hat mit der Mannschaft und dem Spielstil augenscheinlich ne tolle Perspektive.

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king_cesc 26. September 2013 um 17:54

Off-Topic:

Habt ihr euch 1860 gegen BVB angesehen? Ich war im Stadion und fand Wannewetsch von 1860 so krass pressingresistent. Kann mir das jemand bestätigen oder hab ich mich da geirrt?
Falls der immer so stark ist, dann wird man den bald in der 1. Liga sehen…

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MR 26. September 2013 um 19:06

Ja, ganz ganz starke Vorstellung. Ähnlicher Spielertyp wie Bierofka, aber hoffentlich mit einem besseren Werdegang. Dann kann er sich sicherlich zu einem Topspieler bei einem der stärkeren Bundesligisten entwickeln.

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king_cesc 26. September 2013 um 19:36

Den behalt ich auf jeden Fall mal im Auge.

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fussballdiaspora 24. September 2013 um 14:12

Das Spiel hat durchaus auch gezeigt, wie schwierig es mit vermeintlich simplen Sachen ist: Rotation und Polyvalenz, sowie Nachwuchsförderung. Die Partie ist fast ein Lehrbeispiel, welche Herausforderungen das bietet.

Rotation wird ja grundsätzlich immer wieder gefordert, speziell beim BVB nach dem verlorenen CL-Endspiel in der vergangenen Saison, als den Borussen die Luft ausging. Die Umstellungen sind dem sicherlich auch geschuldet, allerdings hätte Jürgen Klopp ohne das Verletzungs-Fiasko in Neapel (und die langzeitig Verletzten) nicht so krass umgestellt.

Derlei Umstellungen aus dem einen und / oder anderen Grund, machen die Umsetzung vom komplexen taktischen Maßgaben, wie sie hier bei spielverlagerung.de so schön aufgezeigt werden, schwer. Man kann das im Training simulieren, allerdings ist es für junge Spieler á la Durm und Duksch schon noch eine andere Angelegenheit, wenn es zum Ernstfall kommt. Tatsächlich würde ich zustimmen, dass Kevin Großkreutz ein Glücksfall für den BVB darstellt, auch wenn mich im Spielverlauf einige Fehlpässe doch etwas aufgeregt haben.

Erschwerend und für den Spielverlauf kam noch hinzu, dass die umgestellten Positionen noch einmal umgestellt werden mussten. Durm auf links, GK auf rechts, Duksch gar zweifach LOM und später zentral.

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Koom 26. September 2013 um 19:41

Minimal Offtopic:
Warum ist Großkreutz noch nicht im Nationalmannschaftsdunstkreis? Er kann überall auf dem Platz spielen, hält dabei ein recht gutes Niveau, ohne große Patzer bzw. generell ein recht fehlerfreies Spiel. Könnte auch den Linksverteidiger geben.

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nougat 27. September 2013 um 10:45

ganz einfach: löw will ihn nicht ! vllt ist er ihm zu simpel gestrickt, und vllt liegt es auch einfach daran, dass bayern sein veto eingelegt hat.

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Koom 27. September 2013 um 12:02

Gibt ja so 3-4 Namen, wo es ja nach außen keinen großen Grund gibt, warum er noch nicht im N11-Bereich diskutiert wird. Bei Kießling (Stürmer, klar) drückt die Presse dauernd. Aber es gibt ja noch Leute wie eben Großkreutz (BVB), Castro (B04), Baier (AUG) die seit Jahren beständig sehr gute Leistungen zeigen, aber nie genannt werden. Und gerade Castro und Großkreutz haben Positionen in ihrem Portfolio, die durchaus bei der N11 als verbesserungswürdig angesehen werden. Vor allem sind grad die beiden so „Salihamidzice“, die man überall auf den Platz werfen kann und sich dort nahtlos einfügen und definitiv keine Schwächung darstellen.

Hie und da scheint mir der Fokus zu sehr auf den Spezialisten zu liegen, nicht nur in der N11.

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datschge 27. September 2013 um 13:02

Großkreutz ist ja im erweiterten Nationalmanschaftskreis, wurde zuletzt zur USA-Reise geladen (war aber verletzt). Hat sogar ne eigene Nationalmannschaftsseite. 😀

Wurde er nicht weniger berücksichtigt, da er sich des öfteren stark gegen Schalke und Bayern äußert und deswegen als abträglich für das interne Klima gilt?

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nougat 27. September 2013 um 13:39

letzteres sehe ich ebenfalls als das wahrscheinlichste ausschlusskriterium – er passt als typ nicht in die heile-heile- gänschen-welt von löw. die mannschaft ist ein produkt, was schöne tore (produkte) verkaufen soll.

alles grobe ist bei löw verhasst, er liebt seine feinen techniker vom schlage özil, fummeln bis das 4:4 steht, aber alle danach sagen, „boah, watt können die aber kicken !“

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blub 27. September 2013 um 14:04

Eigentlich sollte man ihn mitnehmen zur WM, als Roleplayer für taktisch komplexe Spezialaufgaben und als Backup für beide AV-positionen. Der ist doch als RV und LV allemal besser als Höwedes oder Boateng.

Die Halbposition auf der Castro so gut ist gibts in der Nationalmannschaft nicht und ein 433 sehe ich nicht am Horizont auftauchen und Lars Bender darf ja vermutlich mitspielen.

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Koom 27. September 2013 um 15:19

Castro gibt auch einen sehr passablen Rechtsverteidiger. Wenn man mit dem Gedanken spielt, Lahm nach vorne zu ziehen, würde ich Castro zumindest mal testen. Er ist ja auch im besten Fußballeralter, spielt einen guten Stiefel runter und ist flexibel (RM, DM, ZM, RV).

Großkreutz wäre im Turnier für mich sicherlich dabei. Er ist groß, relativ schnell, zweikampfstark, laufstark, systemtreu und diszipliniert, ein Auge für Offensive wie Defensive. Er ist halt hässlich wie die Nacht und trägt manchmal sein Herz auf der Zunge, aber grundsätzlich ist er nicht permanent in den Medien oder fällt im großen Stil negativ auf. Wenn er fit und frisch ist in der WM-Vorbereitung, würde ich ihn auf jeden Fall einpacken. Der allein ersetzt mir 3 Spieler.

nougat 27. September 2013 um 16:46

das schöne an großkreuz ist, er kann das spiel beschleunigen, ist immer anspielbar und motiviert bis in die haarspitzen. sein taktisches verständnis geht in beide richtungen, offensive wie defensive. da hapert es im bundesdeutschen team, die mannschaft zerfällt in einen offensiven und in einen defensiven part. es fehlt quasi der kitt dazwischen, eben einer wie großkreuz, den man immer und überall hinpacken kann (notfalls sogar als ersatz für neuer 😀 ). bei höwedes und boateng sehe ich viel zu häufig technische und spieltaktische klöppse.

schumja 1. Oktober 2013 um 11:50

Ich denke, dass KG sich selbst so ein bisschen aus der N11 gespielt hat. Er hat offensiv letzte Saison nicht an seine Leistungen angeknüpft und wurde mit Recht wenig (mMn noch zu oft) eingesetzt. Diese Saison hat er sich nach sehr schwachem Start bei den er im DFB Pokal keinen Zweikampf gewonnen hat und auch ein schwaches Spiel am ersten Spieltag (evtl noch am zweiten ein mittelmäßiges) abgeliefert hat sich gesteigert. Ich hatte ihn schon abgeschrieben aber die letzten 3-4 Spiele waren sehr überzeugend. Ich denke auch, dass er sich auf den außen festspielen wird und dann für die N11 evtl eine Alternative werden kann. Als offensiver außen ist er es aber Definitiv nicht.

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Schlicke 22. September 2013 um 11:32

Sehr guter Start bei spielverlagerung, CE!
Von mir noch einige ergänzende Bemerkungen zum Spiel:
1) Bei Aubameyang hat man gemerkt, dass frei nach Kloppo der „enge Raum noch nicht seiner“ ist. Er konnte seine Stärken im Umschaltspiel überhaupt nicht ausspielen und konnte kaum gefährlich geschickt werden. Hatte auch viele Fehler im Spiel, was sich u.a. auch an seiner Passquote von 58% bemerkbar macht. Auch wenn seine 5 Tore einige vielleicht davon ablenken, für mich ist er noch sehr „rough“, da gibt es noch gehöriges Potenzial.
2) Die Antizipationsfähigkeit und Cleverness von Großkreutz hat mich wieder mal total überzeugt. Exemplarisch dafür eine Szene in der zweiten Halbzeit, wo sich kurz ein Loch auf der rechten Seite auftut, er dies sofort erkennt, angespielt wird und eine der wenigen Chancen kreiiert.

Man hat gemerkt, dass bei diesem Spiel ein Plan nicht aufgegangen ist. Ist jetzt natürlich ein wenig spekulativ, aber das BVB-Trainerteam hatte bzgl. der Aufstellung wohl folgende Gedanken:

Zunächst probieren wir es mit Duksch, Durm und der ungewöhnlichen Doppelsechs und rotieren dabei wie besprochen. Zwischen Minute 60-70 muss Kuba raus, da er nicht fit ist und dann wechseln wir je nach Spielverlauf aus und spielen dann zur Not unseren normalen Stiefel runter. Wenn wir deutlich führen, bleiben die wichtigen Spieler geschont, falls nicht kommen eben Micky und Lewa. Mit denen und der gewohnten Ausrichtung erarbeiten wir uns dann genug Chancen und entscheiden das Spiel dann höchstwahrscheinlich für uns.
Daraus wurde dann nichts, weil eben Schmelle und Reus verletzt raus mussten. Mit Kuba stand der dritte Auswechselspieler dann schon fest. Nürnberg hatte also das große Glück, genau zum richtigen Zeitpunkt auf den BVB zu treffen, nach einer CL-Woche mit Verletzungssorgen inklusiver personeller Rochaden. Diese Chance haben sie aber vorbildlich genutzt.

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Fabian 23. September 2013 um 13:07

Sehr gute, nachvollziehbare Analyse, CE. Und ein guter ergänzender Kommentar, Schlicke.

Mir hat Großkreutz auch sehr gut gefallen. Sein gutes Stellungsspiel kam gut zur Geltung, und war zumindest für mich auch offensichtlicher als wenn er auf dem (einen oder anderen) Flügel spielt. Wenn er jetzt noch lernt mehr zu agieren (steuern, gestalten) als zu reagieren (wie auf die von dir benannte Situation), dann wird er beinahe Weltklasse.

Für mich ist der Grund, warum der Club nach 15-20Minuten besser ins Spiel kam noch etwas diffus. Ich meine nur erkannt zu haben, dass Dortmund plötzlich keinen Zugriff in hohen Zonen mehr erzeugen konnte. Das Gegenpressing lief plötzlich ins Leere.

Wenn man Nürnberg so gesehen hat, wundert man sich eigentlich, dass sie noch sieglos sind. Vielleicht habe ich auch eine BVB-Brille auf, aber es scheint mal wieder so zu sein, dass die kleinen Teams gegen Dortmund regelmäßig zu Bestleistung auflaufen. Zum Glück leisten sie dieses Jahr auch Bayern etwas Gegenwehr 😉
Ich bin mal gespannt, wie es nach den englischen Wochen aussieht. Den besseren Start hat ja eindeutig München erwischt.

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CE 24. September 2013 um 14:25

Vielen Dank für eure Kommentare und Ergänzungen.

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