Donnerstag, 08.12.2016

Blick über den Tellerrand – Folge 11

Die neue Ausgabe von „Blick über den Tellerrand“ kommt diesmal mit zwei Derbys und einer Menge Fußball aus geografischer Nähe daher.

Spiel der Woche I: Arminia Bielefeld – SC Paderborn 3:3

Ins Ostwestfalenderby starteten die Hausherren aus Bielelfeld nach den guten Ergebnissen der letzten Wochen mit viel Optimismus, der zunächst nur von kurzer Dauer war. Nicht unähnlich den Problemen beim Ligaauftakt in Fürth bekamen sie keinen Druck auf das Paderborner Aufbauspiel, hatten das eine oder andere Problem mit ihren Mannorientierungen und ließen zu große Räume zwischen oder hinter den herausrückenden Sechsern.

blick über den tellerrand 11 dsc-scpWeil Christian Müller immer wieder von links weit einrückte, um das Zentrum zu unterstützten oder Lücken zu stopfen, erhielten die gegnerischen Außenverteidiger ungewohnte Freiheiten, was Heinloth einige Male nutzen konnte. Riese versuchte dagegen anzugehen, öffnete manchmal dann aber Lücken im Zentrum. Ein entscheidendes Problem für Bielefeld war nicht zum ersten Mal, dass sie sich durch die mannorientierte Spielweise zu tief nach hinten drängen ließen und die Abseitslinie zu häufig innerhalb des eigenen 16ers lag.

Zum einen öffneten sich dadurch gelegentlich kleinere Freiräume zwischen den Linien für Paderborn, zum anderen waren deren Bewegungen aufgrund der geringen Tornähe stets gefährlich. Aus dem Sturmzentrum wichen sowohl der dribbelstarke Saglik als auch der schnelle Kachunga immer wieder aus, während die beiden Sechser – insbesondere mal wieder der ehemalige Bielefelder Demme – sehr weit auf den Seiten halfen. Vor allem über rechts wurde es gefährlich, da Wemmer mit intelligentem Spiel einige Räume öffnete und Lorenz herauslockte. Alles in allem stiftete der SCP damit Verwirrung und konnte die eine oder andere Überzahl herstellen.

Für die insgesamt durchaus spielstarken Paderborner waren dies aussichtsreiche Situationen im letzten Drittel. Selbst wenn sie gegen die Bielefelder Endverteidigung nicht durchkamen, hatten sie den Vorteil, dass Zufallsszenen oder Abpraller bei der geringen Nähe zum Arminen-Tor eine hohe Grundgefahr entwickelten, weshalb der Gast in einer weitgehend chaotischen ersten Halbzeit ständig einem Treffer näher wirkte. Der Pausenstand von 0:1 nach einem Saglik-Kopfball aus einer Standardsituation heraus war somit gerechtfertigt.

Die Bielefelder hatten auch im Spiel nach vorne mit Problemen zu kämpfen, wo man deutlich merkte, dass der angeschlagene Schönfeld fehlte und Jerat, der zweite spielstarke Kreativspieler, neben sich stand, weshalb die angedeuteten Flügelüberladungen lange nicht so gefährlich waren wie noch unter anderem gegen Braunschweig. Auch das Gegenpressing auf die langen Bälle funktionierte nicht, da Müller zwar vom Flügel weit einrückte, die Offensive aber insgesamt zu hoch und in der Vertikalen ungestaffelt agierte, so dass im Mittelfeld zu wenig Präsenz gegen die emsigen und umtriebigen Paderborner Sechser gegeben war.

Somit kamen die Bielefelder kaum konstruktiv nach vorne in die Spitze, denn das spielerische Element ihres Aufbaus half ihnen ebenfalls nicht. Während die beiden Außenverteidiger zu unbalanciert hochschoben, spielte der gewohnt zurückfallend agierende Schütz zusammen mit den Innenverteidigern die Überzahl gegen Paderborns Sturmduo inkonsequent und verschwenderisch aus. Viel zu einfach ließen sie sich isolieren und zu Vorwärtssprints in engen, seitlichen Räumen drängen.

Auch wenn Kachunga durch eine Rochade nach rechts unmittelbar nach Wiederanpfiff erhöhte, verbesserten sich die Bielefelder in diesen Aspekten nach der Pause merklich. Schütz kippte vermehrt nach halbrechts heraus und bewegte sich dabei besser, während Linksverteidiger Lorenz deutlich tiefer und balancierter agierte, was sich nicht nur mit Schütz und dem Rest des Teams ergänzte, sondern auch die Verbindungen auf Außen vereinfachte. Bielefeld hatte etwas Glück, dass Jerats abgefälschter Fernschuss sie nur drei Minuten nach dem 0:2 ins Spiel zurückbrachte, doch wurden sie immer stärker und verdienten sich Schütz´ Ausgleich eine Viertelstunde vor dem Ende.

Die Staffelungen in der Offensive gewannen an Kontur, Jerat kam besser ins Spiel und letztlich festigten die Einwechslungen diese zuvor angefangene Steigerung der Bielefelder Leistung. Mit Sembolo für Riese kam eine zweite Spitze, während Jerat als Verbindungspunkt zwischen Schütz und dem Offensivzentrum agierte, das durch die einrückenden Müller und Schönfeld unterstützt wurde. Per Elfmeter – sehr ähnlich entstanden wie das 0:2 – glückte Paderborn die überraschende Führung, doch in der Nachspielzeit glich Bielefeld zum Abschluss eines intensiven und emotionalen Derbys diesmal über ihre Präsenz auf Abpraller verdientermaßen noch aus.

Interessant zu beobachten: MSV Duisburg

In der Sommerpause war der Zwangsabstieg des MSV Duisburg in die dritte Liga nicht nur heißdiskutiertes Thema, sondern auch umstritten und lange Zeit in der Schwebe. Letztlich halfen auch Zusammenschlüsse von Fanverbanden anderer Vereine nichts – die Westdeutschen mussten das Urteil akzeptieren und starten nun mit einem fast komplett ausgetauschten Kader auf neuem Terrain.

blick über den tellerrand 11 msvUnter Trainer Karsten Baumann – zuletzt in Aue tätig – präsentiert sich die Mannschaft bereits auf einem guten Stand, schied im Pokal etwas unglücklich gegen Paderborn aus und verbuchte sieben Zähler in den ersten vier Ligapartien. Wegen der eher spielschwachen Innenverteidigung aus Bollmann und Bajic läuft im Spielaufbau viel über die Außenverteidiger, die mit Ball immer wieder sehr direkt und teilweise riskant nach vorne laufen, wobei sie auch gerne mal zentralere Bereiche ansteuern.

In gewisser Weise ist dies auch nötig, da die Duisburger im Mittelfeld noch einige Abstimmungsprobleme haben, die bei den beiden Sechsern Feisthammel und Öztürk anfangen. Ersterer ist eigentlicher Innenverteidiger, sorgt dementsprechend eher für Absicherung und stopft bei gegnerischen Angriffen auch mal etwaige Lücken in letzter Linie, während Öztürk als wichtiger Offensivmann seine Rolle noch nicht ganz gefunden hat. Als nicht unbedingt dominanter oder antreibender Typ hängt er zu häufig unauffällig im luftleeren Raum, so dass es den vorderen Spielern an Unterstützung mangelt. Im Gegenzug muss aber auch erwähnt werden, dass jene Akteure recht hoch stehen und das Aufbauen von Verbindungen für Öztürk nicht ganz so einfach machen.

Obwohl die Mannschaft runderneuert wurde, sind im Spiel nach vorne einige Schwierigkeiten der Vorsaison geblieben, als die Offensivabteilung zu hoch und ungestaffelt auftrat. Verändert hat sich nun allerdings, dass trotz dieser Probleme gute Ergebnisse eingefahren werden, was damit zusammenhängt, dass die Nutzung der positiven Aspekte einer solch hohen Angriffsreihe verbessert ist und de Wit sowie Wolze immer wieder auch Ansätze für zurückfallende Bewegungen in die Zwischenräume zeigen.

So ergeben sich insgesamt viele Chancen für den MSV, dessen Spieler sich immer wieder nah an der Abseitslinie bewegen und den Raum dahinter attackieren wollen. Mittelstürmer Onuegbu präsentiert sich bisher stark als ausweichender Angreifer und Wandspieler, während Gardawski auf dem rechten Flügel immer wieder mit gefährlichen Läufen zu überzeugen und durchzubrechen weiß. Besonders de Wit reagiert auf diese Charakteristiken des Offensivspiels hervorragend, indem er in den hohen Positionen schwierige Bälle mit Übersicht und Technik hinter die Abwehr weiterleitet und sich in den teilweise recht flachen Staffelungen sehr gut zurechtfindet.

Auf diesem Wege und über ihre Außenverteidiger sind die Meidericher offensiv bereits überzeugend, nun müssen für ein erfolgreiches Jahr noch die Ansätze des Spiels im Zehnerraum ausgebaut und die Impulse aus dem zentralen Mittelfeld verbessert werden. Arbeit wartet auf Karsten Baumann darüber hinaus auch noch in einigen Aspekten der Defensivarbeit, bei der die Thematik der Kompaktheit ebenfalls für einen Teil dieser Probleme verantwortlich zeichnet.

Das Zurückfallen der Offensivkräfte nach dem Überspielen der ersten Linie wäre dabei ein beispielhafter Punkt, während auch Dum teilweise nicht effektiv genug nach hinten schiebt. So entstehen gerade auf den Seiten immer wieder kleinere Lücken, die dann durch den herausrückenden Öztürk oder einen Innenverteidiger geschlossen werden müssen, für den wiederum Feisthammel zurückzufallen hat.

Weil die beiden Duisburger Sechser normalerweise in der 4-4-2-Defensivformation recht mannorientiert agieren und somit manchmal zu einfach aus ihren Positionen gezogen werden können, bieten die „Zebras“ in verschiedenen Situationen und auf verschiedene Weisen noch zu viele Lücken im zentralen Mittelfeld und im Rückraum. Da die Offensivspieler bereits intelligente Arbeit beim Verdecken von Passwegen und dem Abdrängen der gegnerischen Verteidiger andeuten, sind diese Probleme keineswegs dauerhaft auffällig, doch gerade Mannschaften, wie an diesem Wochenende RB Leipzig, die von hinten heraus recht spielstark sind, kommen noch zu häufig in diese Bereiche hinein.

Spiel der Woche II: AFC Ajax – Feyenoord 2:1

Es war ein „Klassieker“ mit Vorgeschichte, besonders aus Sicht der Gäste, mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Beim 1:4 zuhause gegen Twente war die Mannschaft auch noch durch Platzverweise gegen Kapitän de Vrij und Nachwuchsmann van Deelen, gerade erst für den verletzten Janmaat ins Team gekommen, für den Schlager gegen Ajax geschwächt worden.

blick über den tellerrand 11 ajax-feyNun musste der in der Kritik stehende Trainer Ronald Koeman seine Viererkette gegen den Meister, dem seinerseits van Rhijn (Rotsperre) und Kapitän de Jong (komplizierte Lungenverletzung) fehlten, erneut umbauen. Darüber hinaus hatte Feyenoord zuletzt Probleme bei der Besetzung der Linksaußenposition, wo keiner der vielen Kandidaten überzeugen konnte. Die beiden hoffnungsvollen Manu und vor allem Boetius, der in der Vorsaison gegen Ajax groß aufspielte, sind wegen Sperre bzw. Trainingsrückstand nach Verletzung noch nicht verfügbar, weshalb sich Koeman entschied, einen zusätzlichen Mittelfeldspieler zu bringen.

Die auf dem Papier und den Fernsehgrafiken als 4-4-2 mit Immers und Vilhena auf den Flügeln angekündigte Formation entpuppte sich allerdings in Wirklichkeit als eine Mischung aus schiefer Raute und einer asymmetrischen Variante des gewohnten 4-3-3 mit Vilhena als falschem Linksaußen. Während Clasie, Immers und vor allem Vormer – gegen Eriksen – sehr mannorientiert agierten und Schaken nach rechts tendierte, wollte Koeman mit dieser Aufstellung den vermeintlichen Schwachpunkt bei Ajax angreifen. Rechtsverteidiger Ruben Ligeon, in der Vergangenheit nicht immer überzeugend, sollte durch Vilhena nur situativ verteidigt werden, der sich verstärkt um die Ajax-Fluidität in deren rechten Halbraum kümmerte und das Zentrum stärkte.

Anfangs bekamen die stets eng verfolgten Hausherren keine Ruhe in ihr Spiel und brachten ihre Überladebewegungen auf halblinks nicht ins Rollen. Schon früh versuchte Eriksen mit teils aberwitzigen Ausweichbewegungen Vormer wegzuziehen, doch wenn die Kollegen den neuen Freiraum zu bespielen gedachten, war dies meistens unabgestimmt oder vorhersehbar, weshalb sie bloß einen Gegenspieler mitzogen und damit das Loch wieder zuschoben. Gefährlich wurden sie anfangs nur, wenn sich der inkonstant herumdriftende Bojan in diesem Bereich wiederfand, dem Nelom nicht so weit folgte – da dies aber zu selten der Fall war, führte Feyenoord die Anfangsphase recht souverän und überlegen.

Auch nach vorne spielte das Team aus Rotterdam gefällig. Zum einen gab es da die ausweichenden Bewegungen von Pellè und vor allem Schaken, die außen einige Male Räume hinter den aufgerückten Außenverteidigern fanden und diese gerade bei Kontern attackieren konnten. Zum anderen ging Immers bei Ballbesitz etwas in den rechten Halbraum und Schaken rückte situativ ein, so dass zentral durchaus gute Präsenz herrschte, die für das Gegenpressing genutzt werden konnte.

Deshalb lohnten sich die zuletzt völlig ineffektiven langen Bälle in Richtung von Zielspieler Pellè, in der vergangenen Saison ein absolutes Erfolgsmittel, nun wieder, da man besser für die Abpraller stand.  Aus diesem Grund konnten Vilhena und Schaken mehrmals auch einige riskante Dribblings starten, während chaotische Offensivsituationen nicht allein negativen Charakter hatten. Wirklich viele Chancen konnte Feyenoord zwar nicht kreieren, doch wirkten sie stets gefährlich, weshalb Pellès frühes Führungstor – Gestocher nach einem Freistoß aus dem Halbraum – zumindest nicht unverdient war.

Spätestens nach 20 Minuten kam Ajax aber zusehends besser ins Spiel. Grundlage dafür waren Poulsen und die Innenverteidiger, die in den Wechselwirkungen zueinander und ihren Positionierungen viel abgestimmter und raumnutzender auftraten. So erzeugten sie die bis dahin vermisste Ruhe und Kontrolle, trugen das Spiel aus der letzten Linie bedacht nach vorne und konnten – vor allem durch Alderweirelds zunehmende Vorstöße – das Herausrücken gegnerischer Mittelfeldspieler und folglich einige Lücken bei Feyenoord provozieren.

Dadurch konnte sich Fischer einige Male im Halbraum oder der Zentrale befreien, während Vormer nicht mehr so konsequent gegenüber Eriksen agierte, der immer wieder ballfordernd auf die verlassene linke Seite auswich und dann Angriffe antrieb. Feyenoord wurde immer tiefer von Ajax zurückgeschoben, die auf halblinks dem Durchbruch zusehends näher kamen. Zunächst ließen Schöne und Fischer zwei gute Chancen liegen, dann stellte sich Vormer gegen Letzteren ungeschickt an und schenkte Ajax nach einer halben Stunde den Elfmeter zum 1:1.

Mittlerweile waren die Hausherren deutlich überlegen und vergaben bis zur Halbzeit mehrere Chancen für weitere Treffer. Im letzten Felddrittel steigerte sich ihr Spiel, das sie bereits zuvor fast ausschließlich in Feyenoords Hälfte verlagert hatten, qualitativ dabei noch einmal. Erstens band sich Sigthorsson immer besser ein und öffnete zurückfallend Räume, zweitens spielte Ajax konsequenter in freie Lücken hinein, nutzte dabei verstärkt auch schnelle und sehr breit angelegte Verlagerungen sowie Flanken, die dann – wie schon in der Vorwoche bei AZ – zum zweiten Tor führten. Vorbereiter jenes Treffers war Ligeon, der immer stärker wurde und Koemans leichtes Freilassen seiner Seite, auf der mittlerweile zusätzlich Schöne und Alderwereild sehr gut halfen, letztlich doch bestrafte.

Nach der Halbzeit fiel die Partie deutlich ab: Ajax wurde wie so häufig inkonsequent und ließ Feyenoord ins Spiel kommen. Diese führten nun deutlich klarer das asymmetrische 4-2-3-1 aus und erhielten vermehrt Spielanteile, kamen über Ansätze allerdings nicht hinaus und konnten gegen einen immer schlampigeren Gegner fast keine Chancen erarbeiten. Bei den Überladungsversuchen halblinks fehlte es an Abstimmung, während die rechte Seite kaum etwas beitrug – dem U19-Nationalspieler van Beek, eigentlich Innenverteidiger, kann man keinen Vorwurf machen, doch fehlte dem nun sehr breit spielenden Schaken die Unterstützung, so dass er alleine gegen Blind verloren war.

Und sonst so?

Ein kurzer Ausflug in die Welt der Statistiken zum Abschluss und es soll auch nicht mehr so viel gesagt werden, bloß: Man schaue sich diese krassen Werte zum Spiel zwischen PSG und Ajaccio in der französischen Liga an. Obwohl die favorisierten Hausherren bis kurz vor Ende sensationell zurücklagen, waren sie haushoch überlegen – ein Beispiel dafür, dass Laurent Blanc ein wirklich hervorragender Trainer ist. Wir haben ihn auch schon das eine oder andere Mal gelobt.

Schimanski 25. April 2014 um 16:36

Hat jemand einen Tip für einen guten Trainer beim MSV? Mit Baumann wir ja nicht verlängert.

Ich habe irgendwo gelesen, dass MR sehr begeistert von Thorsten Gutzeit war/ist. So ein Kaliber tät mir gefallen…

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Koom 17. September 2013 um 13:10

Anregung für den nächsten Blick:

Wie wäre eine Vorschau der CL-Favoriten und deren Veränderungen zur letzten Saison, Chancen auf den CL-Sieg und ihrer jeweiligen Meisterschaft zur aktuellen Saison?

Bayern, Barca, Real, Paris, Chelsea, ManU und Manchester City sind ja alle mit neuen Trainern unterwegs, während sich Juventus, AC Mailand und Dortmund ja auch interessant verändert haben personell. So ein bisserl Orakeln kommt immer gut an, ist euch aber vielleicht zu halbseiden?

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TW 17. September 2013 um 13:39

Ich bin mir nicht so sicher, ob diese Idee in diese Rubrik passt. Die Favoriten der CL sind so nah am Zentrum des Präsentiertellers wie nur möglich. Hier soll ja wirklich der Rand beobachtet werden (2. Liga, kleinere europäische Ligen, etc.)

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Koom 17. September 2013 um 13:43

Stimmt.

Das Thema an sich wäre aber durchaus interessant, finde ich. Vielleicht findet sich ja ein anderes Plätzchen dafür. Ich wäre da auf eure Meinung und Analyse der CL-Teilnehmer (oder zumindest der Favoriten) deutlich mehr gespannt als bspw. etwaige Kicker-Sonderhefte. 😉

P.S.: Das stellt keine Forderung da, ist wirklich nur als Bitte oder Anregung zu verstehen.

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Zoidberg 17. September 2013 um 13:39

http://www.zonalmarking.net

Shortly: ‘new managers’ series

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RM 17. September 2013 um 21:58

Kommt wohl in unserem nächsten Heft.

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Koom 18. September 2013 um 09:07

Ich freue mich drauf! 🙂

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Koom 6. September 2013 um 19:06

Nicht direkt Artikel- aber dafür Rubrikbezogen:

Mich würde interessieren, woran man ablesen kann, welche Entwicklungen im Spiel dem Trainer zuzurechnen sind oder der (spontanen?) Entscheidung eines Spielers.

Zum Beispiel das Abkippen der 6er. Das scheint mir hin und wieder keine Vorgabe zu sein, sondern gerade aktuell scheint es manchmal auch einfach aktionistisch eingesetzt zu werden („das machen ja alle, also muss es gut sein und unser Spielaufbau ist sowieso doof“).
In den Spielanalysen sieht man auch oft stellen, wo ich zwar die Erklärung lese, warum dies und jenes nun passiert, aber wo offen ist, ob das nun eine Idee des Trainers war (aktives Coaching) oder der geniale Einfall des Spielers oder einfach nur Zufall.

Gibt es bestimmte Schemata oder typische Reaktionen von Trainern auf Spielsituation, wodurch man sagen kann, das das eine geplante Änderung ist? Bzw. kann man sowas benennen als Beispiele? Bzw. eben auch die Gegenbeispiele: Wo hat recht offensichtlich ein Spieler sich über die Anweisung seines Trainers hinweggesetzt und dadurch das Spiel verändert (im positiven)?

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RM 7. September 2013 um 14:33

Ja, wir lassen das bewusst offen, weil wir bislang keine durchgehenden Richtlinien gefunden haben, um Zufall, Wechselwirkungen, Spielerhandlungen und Trainerhandlungen zu unterscheiden. Es gibt zwar einige Sachen, bspw. sich durchgehend wiederholende Spielzüge, die Formationen in den unterschiedlichen Spielphasen, Mechanismen bei Veränderung der Spielphasen, Deckungsart, etc., die sich – auch wenn’s nicht immer geglaubt wird (sh. City vs. Real vergangenen Saison) – fast immer auf den Trainer beziehen. Der Rest ist schwierig und meistens preschen wir da auch nicht vor. Am Ende ist es für eine Analyse ja egal, wer dafür verantwortlich ist, solange die Sache an sich und ihre Konsequenzen analysiert werden (können).

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Cliff 19. August 2013 um 10:49

Vielen Dank für die vielfältigen Eindrücke.
Die Statistiken zum Paris-Ajaccio Spiel sind außerdem wirklich beeindruckend.

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Schimanski 19. August 2013 um 07:40

Danke für die Analyse meiner Zebras.

Ich denke, Basis der Beobachtungen ist hauptsächlich das eher passive und reaktive Leipzig-Spiel, wo spielerisch wenig lief. In der Vorwoche gegen Regensburg zeigte die Mannschaft vor allem im Gegenpressing eine hervorragende Leistung und konnte so die Schwächen im Sechserraum gut kaschieren.

Dort waren auch die Verbindungen zwischen Offensive und Defensive durchaus gelungen, wohingegen gestern die langen Bälle beider Mannschaften die Mannschaftsteile isolierten. Auch unter Runjaic zeigte sich die Mannschaft zum Ende verbessert.

Widersprechen muss ich deutlich bei der Beuteilung zum Spieler Bajic. Er ist fussballerisch einer der stärksten im Team, auch wenn gestern seine langen Bälle selten ankamen. Er ist seit Jahren für den vertikalen Spielaufbau von hinten zuständig, wohingegen seine Nebenmänner Soares, Lachheb, Bomheuer und Bollmann eher horizontale Sicherheitspässe spielen.

Die Beobachtungen zu unsere Offensivreihe kann ich nachvollziehen, vor allem die Bewegungen und die Ballbehandlungen von de Wit sind für das viel gescholtene Zebrauage eine Augenweide.

Interessieren würde mich noch eure Meinung wie man die Probleme in der Zentrale löst (Wolze und/oder de Wit zurückziehen?) und ob ihr den eher linearen Dum, der auch in meinen Augen einige Schwächen in seiner Interpretation des AV zeigt, nach vorne ziehen würdet (Alternative Wissing ist derzeit verletzt).

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TR 19. August 2013 um 14:05

Hmm, okay, dann habe ich Bajic wohl etwas negativ eingeschätzt und vertraue da deiner langfristigen Betrachtung.

Grundsätzlich fände ich de Wit als Achter sehr gut, doch in diesem speziellen Fall könnte es sein, dass er aktuell als Zehner unverzichtbar ist. Von daher würde ich eher zu Wolze tendieren. Dum auf der linken Seite wäre tatsächlich interessant, wobei das eigentlich auch nur wieder in einem solch mannschaftlichen Umfeld passen würde. Generell ist Dum für mich so ein Spieler, der in seiner Karriere immer Probleme damit hatte, dass er die konventionellen Rollen bzw. Positionen bei vielen Teams nicht so gut ausfüllen konnte, weil er eine Art Mischspieler ist. In Aachen war er eine Zeit lang mal sehr effektiv als Balancespieler im Mittelfeld, als eine Mischung aus Halbspieler einer Raute und linkem Offensivspieler in Hecking asymmetrischer Hybridformation. Die Charakteristiken von Gardawski würden beim MSV ähnliches ermöglichen, wobei Dum am besten den tieferen Sechser hinter sich bräuchte. Dementsprechend müsste man Wolze nach halbrechts stellen, aber da bin ich mir weider nicht sicher, ob das so passt für ihn.

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Schimanski 19. August 2013 um 20:24

Danke für deine Einschätzung.

Ich kann mich mit dem Gedanke Wolze dauerhaft auf die Sechs zu setzen nicht wirklich anfreunden. Er lebt ja von seiner Dynamik und seinen etwas chaotisch-unberechenbaren Läufen, mit denen er prädestiniert ist für das Spiel in den Zwischen- und Halbräumen.

Gegen Heidenheim hat das auch auf der Sechs ganz gut funktioniert, weil das Spiel nach neun Tagen Vorbereitung sehr instinktiv geführt wurde und man aus tiefer Position sowieso nur auf schnelle Umschaltmomente spekuliert hat. Wenn man selbst das Spiel machen muss, würde ich mir etwas mehr Ballkontrolle und strategisches Geschick auf der Sechs wünschen. Bajic wäre da eigentlich der richtige Mann, aber ihm fehlt mit 34 Jahren wohl die Laufbereitschaft für diese Position – schade.

Ansonsten bleibt wohl wirklich nur noch de Wit – der sich vorne aber derzeit unverzichtbar macht – und von der Bank Aycicek, der von der U23 aus Hannover gekommen ist und wohl auch beide zentralen Positionen spielen könnte. Er scheint aber noch etwas grün hinter den Ohren zu sein.

Bei Dum habe ich Zweifel, ob er offensiv so gut zu de Wit passt. Auch wenn die beiden zusammen in der Jugend von Bayer 04 gespielt haben, befürchte ich einen Bruch im Spiel, weil de Wit „kurze“ Anspielstationen braucht und Dum vor allem gefährlich wird, wenn er Geschwindigkeit aufnehmen kann. Wolze scheint mir da als „linker“ Kombinationspartner geeigneter, weil er sich besser in den engen Räumen behauptet (Ballführung, Beweglichkeit).

Zudem lebte unser Spiel gegen Paderborn und Regensburg vom hinterlaufenden und Überzahl schaffenden AV. Da ist Dum – zumindest offensiv – der ideale Gegenpol zu Ofosu-Ayeh zu sein, der auch sehr schnell und laufstark die Seitenlinie beackert.

Dums defensive Nachlässigkeiten scheinen mir auch eher ein Mangel an Konzentration als an Qualität zu sein. Er spielt das manchmal etwas zu flapsig, wohl auch aus dem Grund, weil er vielen Spielern in Liga 3 im Antritt überlegen ist.

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