Donnerstag, 08.12.2016

Benfica Lissabon – Chelsea FC 1:2

Der amtierende Champions-League-Sieger holt sich die Europa League. In einem nett anzusehenden Spiel gewannen die Blues trotz einer optischen Unterlegenheit mit 1:2 und Benficas Finalfluch geht weiter. Es war das siebte Europapokalfinale hintereinander, das sie verloren. Seit den Tagen von Eusebio und Coluna 1961/62 gewannen sie keines mehr.

Benfica kontrolliert das Spiel

Eigentlich begann die Partie sehr vielversprechend für die Portugiesen. Von Beginn an dominierten sie das Spiel und kamen gefährlich vor das Tor. Dabei waren sie insbesondere über ihre hervorragende Bewegung um den Zwischenlinienraum herum gefährlich. Chelsea formierte sich defensiv in einem 4-4-1-1/4-4-2, in welchem Frank Lampard und David Luiz aus einer positionsorientierten Raumdeckung herausrückten und Druck im zentralen Mittelfeld entfachen sollten.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Doch Benfica nutzte dies schamlos aus. Enzo Perez zeigte sich hervorragend in der Raumsuche, Nemanja Matic spielte einige sehr gute Pässe in die Halbräume und konnte sich mit starken Dribblings aus engen Situationen befreien. Ohnehin war Matics enorme Klasse ein entscheidender Faktor bei der Spielkontrolle Benficas, da Matic offensiv wie defensiv in allen Belangen überzeugte. Offensiv zeigte er enorme Kreativität und eine tolle Entscheidungsfindung, welche hauptverantwortlich für Benficas Überlegenheit waren.

Zusätzlich rückten die Flügelstürmer, allen voran Linksaußen Nicolas Gaitan, immer wieder hinter die Mittelfeldkette der Londoner und boten sich intelligent in engen, aber bespielbaren Räumen an. Auch der hängende Stürmer Rodrigo und situativ gar Mittelstürmer Oscar Cardozo boten sich im Zwischenlinienraum für schnelle Kurzpasskombinationen an.

Dadurch entstand bei Benfica aus ihrem 4-1-3-1-1/4-1-3-2 offensiv manchmal ein asymmetrisches 2-3-4-1, manchmal ein 2-4-3-1 oder verschobenes 2-3-3-2. Soll heißen: Die Portugiesen waren in der Offensive sehr beweglich und oftmals frei von ihren eigentlichen Positionen, allerdings ohne die Struktur zu verlieren. Bereits in der Anfangsphase entstanden dadurch einige gute Chancen nach schnellen Kombinationen oder über die geöffneten Räume auf der Seite, die dann zumeist von Matic oder Perez und den jeweiligen aufrückenden Außenverteidigern bespielt wurden.

Letztlich war Benfica aber vor dem Tor etwas verschnörkelt, teilweise wirkte es auch, als ob ihre Schnittstellenpässe mitsamt den resultierenden Angriffen über die Halbräume und Flügel Chelsea nach hinten drückten und den Engländern das Blocken von Abschlüssen in den tornahen gefährlichen Zonen erleichterten. Mehr Schüsse wurden geblockt, als Schüsse auf das Tor von Petr Cech kamen.

Benficas variables Pressing

Trotz der schwachen Angriffsverwertung war Benfica die optisch bessere Mannschaft. Sie dominierten nicht nur mit dem Ball in ihren Reihen das Spiel, sondern auch ohne. Ihr 4-1-3-2-Pressing war überaus variabel und passend. Immer wieder stellten sie mit situativen Mannorientierungen die beiden aufbauenden Innenverteidiger Chelseas zu, die Flügelstürmer konnten sich an den gegnerischen Außenverteidigern orientieren und Perez rückte vereinzelt mit Lampard mit auf, um diesen ebenfalls aus dem Spiel zu nehmen.

Gleichzeitig waren sie mit dem 4-1-3-2 in der Lage auch ein klassisches kompaktes und positionsorientiertes 4-4-2 herzustellen oder gar mit einem asymmetrischen 4-3-3 die Außenräume zu versperren. Matic machte seine Rolle in der Defensive gut, war manchmal der Balancegeber, ging aber bei Angriffen über die Außen intelligent mit auf die Seite und stellte Passwege in die Mitte zu, insbesondere auf Mata.

Chelseas 4-4-2

Chelseas 4-4-2

Ein paar Mal wurde aus dem 4-1-3-2 auch ein 4-3-1-2 bei langen Bällen, wo die Außenstürmer sich zurückfallen und eine Art breite Raute entstehen ließen. Damit standen sie in der zweiten Halbzeit bei einigen langen Bällen auf den Flügel stabil, ein paar Mal schufen sie auch ein 4-1-4-1 dabei. Dennoch war die effektivste Phase Benficas wohl die Anfangsphase mit den guten Mannorientierungen und der Vielzahl an gewonnen langen Bällen: Man war statistisch gesehen in der Luft überlegen (52% gew. Luftduelle, zur Halbzeit gar knapp bei 60%) und bei den zweiten Bällen ebenfalls.

Chelsea hatte durch diese variable und intelligente Spielweise, die hohe vertikale Kompaktheit, die hohe Abwehrlinie sowie der Dynamik der gegnerischen Mittelfeldakteure kaum längere Zirkulationsphasen im letzten Spielfelddrittel. Die zweiten Bälle wurden zu selten gewonnen, um die Befreiungsschläge zu nutzen und für Mata und Co. waren Raum und Zeit  bei Ballannahmen sehr begrenzt. Dennoch konnte der nominelle Favorit zu einigen Chancen kommen.

Chelsea mit Nadelstichen

Die meisten Angriffe der Engländer entstanden nach langen Bällen in die offenen Räume Benficas. Mit Torres, Mata, Oscar und Ramires hatte man bewegliche Spieler vorne, die situativ Räume nach langen Bällen zu überladen versuchten oder für die jeweiligen Mitspieler Räume öffneten. Beispielsweise zogen sowohl Oscar als auch Ramires sehr oft diagonal in die Mitte, während sich Mata auswich und in den Halbräumen Bälle erhielt, um kreativ zu wirken. Torres suchte dann entweder Anspiele oder öffnete Räume, während Lampard und Luiz absicherten.

Sowohl Frank Lampard als auch David Luiz gingen mehrmals mit nach vorne; zumeist war es nur einer, der andere sicherte dann ab, Luiz rückte auch zusätzlich oftmals auf den Flügel und ermöglichte Ramires und Oscar deren Einrücken. Bevorzugt wurde dabei die rechte Seite, weil dort der Außenverteidiger (Azpilicueta) offensiver agierte und Luiz diesen Raum absicherte.

Wirklich effektiv war dies aber nur, wenn Benfica sich in Unterzahl befand oder sich defensiv das Leben mit Konzentrations- und Stellungsfehlern selbst schwer machte. Bestes Beispiel war dabei der Lauf von Torres gegen Luisao zum zwischenzeitlichen 1:0, wo Torres im Endeffekt viel Raum vor sich hatte und dadurch in ein einfaches 1gg1, zuerst gegen Luisao, dann gegen den Torwart, kam.

Hier rächte sich die hohe Abwehrkette Benficas, obgleich sie alles in allem gut funktionierte. Sechs der zwölf Abschlüsse Chelseas entsprangen Standardsituationen, sieben der zwölf Schüsse kamen von außerhalb des Strafraums. Allerdings waren die Vorstöße von Lampard und Luiz, zwei sehr guten Distanzschützen, sehr gefährlich und nutzten 2mal die offenen Halbräume im 4-1-3-2 beinahe effektiv zu ihren Gunsten. Nichtsdestotrotz war es kein offensives Spektakel Chelseas: Man besann sich auf einige wenige und eher simple taktische Mittel, die am Ende zum Sieg reichen sollten.

Chelseas 4-4-2

Defensiv war Chelsea aber durchaus gut. Zwar wurde man in der Anfangsphase von Benficas schneller Ballzirkulation und den Schnittstellenpässen auseinandergenommen, doch mit fortschreitender Spieldauer stand man stabiler. Mit dem 4-4-1-1/4-4-2 spielten sie zwar passiv, konnten aber nach leichten Adjustierungen in der Breitenstaffelung (engere Mittelfeldkette) etwas stabiler stehen.

Benficas 4-1-3-2

Benficas 4-1-3-2

Mata versuchte sich einige Male an Matic zu orientieren und diesen quasi manndeckend zu verfolgen, doch Perez sprang dann ein und übernahm Matics Aufgaben. Durch diese intelligenten Bewegungen und die Beteiligungen der anderen Offensivspieler im Aufbauspiel konnte Chelsea im Zentrum kaum effektiv pressen und kümmerte sich deswegen um eine hohe Kompaktheit.

Auf den Seiten hingegen standen sie stabil, Benficas Außenverteidiger taten sich etwas schwerer in puncto offensiver Durchschlagskraft und einige Male spielte Chelsea auch mit dem klassischen Benitez-Gegenpressing; 2-3 ballnahe Spieler wurden nach Ballverlusten genutzt, um Konter zu verhindern.

Auch Oscar Cardozo vorne wurde relativ gut aus dem Spiel genommen. Chelsea spielte mit der „klassisch britischen“ Manndeckung gegen alleinige Mittelstürmer: Horizontal verfolgten sie ihn lose, übergaben ihn an den jeweils anderen Innenverteidiger im richtigen Moment und ließen ihn vertikal in Ruhe, wenn er sich fallen ließ, wo dann das Mittelfeld im Kollektiv nach hinten rückte. Ging Cardozo auf die Seite, wurde er durch die Kette übergeben und im Idealfall in den leeren Raum auf der Außenbahn entlassen.

Fazit

Nach dem CL-Sieg letztes Jahr in München zerstört Chelsea einen weiteren Traum: Benfica muss sich trotz schön anzusehender Partie etwas unverdient geschlagen geben. Chelsea hatte aber dennoch mehr klare Chancen und konnte diese nutzen – was bekanntlich am Ende des Tages zu einem Sieg führt.

Zu Rafael Benitez wird noch ein sehr detailliertes Porträt in unserem nächsten Heft erscheinen.

Weiterführende Links:
CL-Viertelfinale 2011/12: Chelsea FC – Benfica Lissabon 2:1
April 2013: Liverpool FC – Chelsea FC 2:2
Chelseas Ausscheiden im League Cup gegen Swansea City
März 2012: Benfica Lissabon – FC Porto 2:3

CF 17. Mai 2013 um 18:33

Gute Analyse. Benfica hat mich total überzeugt und ich finde das der Sieg für Chelsea nicht verdient war die Formation war sehr gut an die Formation von Chelsea angepasst gerade mit diesen vielen Pressingformation die sich immer an den Gegner angepasst haben waren Weltklasse. Man merkt das Jesus den Gegener sehr gut analysiert hat. Er wusste genau wie Chelsea aufbaut und war auf alles vor bereitet.

Antworten

Benny 17. Mai 2013 um 14:46

Wann kommt das neue Heft? Kann ich das in Urlaub mitnehmen? 🙂

Antworten

RM 17. Mai 2013 um 14:56

Nächste Woche.

Antworten

Benny 17. Mai 2013 um 15:11

vor Donnerstag? 🙂

Antworten

RM 17. Mai 2013 um 16:11

Schwierig.

Antworten

Benny 17. Mai 2013 um 16:42

🙂

Antworten

Flow 17. Mai 2013 um 14:29

Das Ergebnis ist, insbesondere nach diesem Spielvrlauf, sehr bitter für Lissabon, aber eine Sache muss ich noch festhalten:

Wie überragend war bitte Ivanovics Kopfball??!!

Der sieht sofort, wo der Ball runterkommen wird, steht bombensicher und hoch in der Luft und kriegt trotz Rückwärtsbewegung noch viel Druck hinter den Ball.
Ich habe noch nie so ein schönes Kopfballtor gesehen.

Antworten

ES 16. Mai 2013 um 21:44

Sehr schöner Artikel. Ich war auch hin und weg vom Spiel der Portugiesen (und dachte mit Wehmut: wenn nur 1 oder 2 Spieler mehr bei meinem geliebten Verein diese spielerische Klasse und taktische Intelligenz hätten! Stattdessen Jones und Eier-Debatten! Schwammm drüber). Auch die beschriebene Ineffektivität war eklatant. Meine Frage: War dieses fluide Spiel nicht offenbar so laufintensiv, dass die Spieler schon nach 80 Minuten und früher Krämpfe bekamen, und alle Auswechselungsoptionen schon vertan waren? Oder sind die Engländer generell physisch stärker oder war das Amsterdammer Grachtenwasser nicht elektrolythaltig genug?

Übrigens ein Vorschlag zur Güte: „Sie holten den Europa-League-Pokal.“ Dass Ihr das bei einem ausgewiesenen Fach-Blog zur Wahrung der deutschen Sprache nicht noch etwas präziser könnt, ist wirklich enttäuschend! 🙂

Antworten

Floyd 16. Mai 2013 um 13:32

Allgemein finde ich, dass das Wort „unverdient“ in der Fußballwelt viel zu inflationär verwendet wird. Von „unverdient“ kann man doch eigentlich nur sprechen, wenn ein Ergebnis durch klare Fehlentscheidungen des/der Schiris zustande gekommen ist.

Zum Gewinnen eines Fußballspiels gehört nunmal nicht nur das Kreieren von Feldvorteilen/Chancen, sondern auch das Nutzen selbiger. Die B-Note zählt fürs Ergebnis nicht, trotzdem spricht gefühlt mittlerweile jeder Trainer, dessen Mannschaft zwei Torschüsse mehr hatte als der Gegner, gleich von einer unverdienten Niederlage. Und das Team, das mehr Ballbesitz hatte, aber am Ende 0:1 ausgekontert wurde, kann sich sowieso nur beim ungerechten Fußballgott beschweren…
Sowas finde ich immer ne recht kuriose Sichtweise.

Antworten

RM 16. Mai 2013 um 13:51

Unverdient darf man einfach nicht mit ungerecht gleichsetzen, dann habe ich kein Problem damit. Man hätte ich den Sieg wegen dem Aufwand und dem Erspielen von Torchancen „verdient“, aber die Niederlage war halt nicht „ungerecht“, weil der Gegner ja auch paar Sachen gut machten und diese letztlich den Ausschlag gaben. Zum Beispiel.

Antworten

Floyd 16. Mai 2013 um 19:01

So gesehen hätten dann irgendwie beide den Sieg verdient. Aber zwei Sieger sind halt schwierig im Fußball. 🙂

Antworten

MR 16. Mai 2013 um 19:10

Deshalb existiert ja auch der Ausspruch „ein Spiel, das keinen Verlierer verdient hatte“. 🙂

Aber was verdient ist, ist glaub ich immer subjektiv.

Oft wird es eben für „wahrscheinlich“ verwendet – der wahrscheinlichere Sieger, ist der verdiente Sieger. Da Chancenverwertung definitiv zu einem guten Teil zufällig gestreut ist – wie oft köpft Ivanovic diesen Ball ins Tor? – kann eine Mannschaft in diesem Sinne unverdient verlieren/gewinnen, weil die Würfel einfach so fallen. Das Wort Glücksschuss existiert ja nicht einfach so und trifft in unterschiedlichem Maße auf jeden Abschluss zu.

Das sollte man aber auch nicht zu hoch hängen, da die „Ungerechtigkeit“ des Fußballs ja auch einen Reiz ausmacht: Man muss nicht nur besser sein, sondern man muss möglichst viel besser sein. Je näher man den Gegner an sich ranlässt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer „ungerechten“ Niederlage. Und das macht’s ja irgendwie auch schon wieder gerecht.

Antworten

JAS 16. Mai 2013 um 15:41

Ich weiss ja, dass ihr das nicht so gerne hoert, aber Fussball ist halt doch auch Sport. Bei jedem Sport geht es nicht nur um Taktik sondern auch individuelle mentale Staerke. Angesichts des Spielverlaufs war ich mir eigentlich waehrend des gesamten Spiels sicher, dass die abgezockten Chelsea-Profis das Ding gewinnen. Benfica war zwar taktisch und spielerisch die bessere Mannschaft, aber sie sind halt an ihren Nerven beim Abschluss gescheitert. Das hatte ja zum Teil was von Slapstick, wie die die Baelle versebelt haben. Ein Ivanovoc macht die eine Chance die er bekommt dann rein. Glueck? Zufall? Ich glaube nicht…. Da zahlt sich dann doch die individuelle Staerke aus, auch wenns mannschaftlich nicht so toll lief. Auch das gehoert zu dem Sport, den wir so lieben.

Antworten

Ronnie 23. Mai 2013 um 23:15

leider…muss ich echt sagen…leider…(Bezug zu deinem letzten Satz…)

Antworten

mananski 16. Mai 2013 um 12:50

Ich fand es krass und mutig, dass Benfica mit 2 Stürmern gespielt hat und im Mittelfeld theoretisch eine 2 zu 3 Unterzahl hatte, wobei auch noch Mata der eigentlich freie Mann war, dem seine Stärke es ja ist, sich in den Zwischenlinienräumen freizulaufen. Aber es hat ja geklappt. Daran lag die Niederlage nicht. Benfica war klar besser und hat unglücklich verloren.
Wie kann sich Chelsea eigentlich 2mal hintereinander durch einen europäischen Wettbewerb durchlucken und auch noch gewinnen?

Antworten

Ronnie 23. Mai 2013 um 23:13

…durchlucken….ein echt gutes u passendes Wort für C, ein richtig geiles Wort sogar :):)
muss ich mir merken….

Antworten

CH 16. Mai 2013 um 10:51

Matic fand ich stark, aber vor dem Tor war Benfica zum Verzweifeln. Die haben erst geschossen, wenn kein Pass mehr möglich war und deshalb auch verdient verloren.

PS @AlfonsRudi+RM: Achtung, semantische Popelei !

Man holt sich nur was auch auch „beweglich“ ist: einen EL-Sieg (jedes Jahr neu) oder einen Pokal.
Ein Turnier oder Finale ist nur über den Austragungsort beweglich, was aber auf Chelsea und die EL im Sinne Eurer Einleitung nicht zutrifft.
Das heißt Amsterdam hat sich das EL-Finale geholt – Chelsea den Sieg + Pokal aber die EL hätten sie sich nur geholt, wenn alle EL-Spiele an der Stanford stattfänden.

Antworten

RM 16. Mai 2013 um 11:12

Man holt sich nur was auch auch “beweglich” ist: einen EL-Sieg (jedes Jahr neu) oder einen Pokal.
Ein Turnier oder Finale ist nur über den Austragungsort beweglich, was aber auf Chelsea und die EL im Sinne Eurer Einleitung nicht zutrifft.
Das heißt Amsterdam hat sich das EL-Finale geholt – Chelsea den Sieg + Pokal aber die EL hätten sie sich nur geholt, wenn alle EL-Spiele an der Stanford stattfänden.

Bitte was?

Antworten

CH 16. Mai 2013 um 11:52

Ach, vergiss es am besten. Ich wollt nur Alfons Beitrag erläutern. (Ich vermutet Du willst uns nur ärgern, aber es wird so oder so zu sehr off-topic.)

Antworten

nowa3000 16. Mai 2013 um 10:28

Sehr schöne Analyse und generell gehe ich bei fast allen Punkte mit.
Lediglich das unverdient am Ende finde ich etwas fragwürdig. Die erste Halbzeit dominierte klar Benfica, aber wieviel klare Chancen sprangen dabei raus? Letztlich spricht der Artikel aber an, dass Lissabon doch zu verschnörkelt spielte. Das war auch für mich ein Knackpunkt, warum es in der Pause noch 0:0 stand. Chelsea kam aber deutlich verbessert aus der Kabine, man merkte dann doch das man versuchte nun „spielerisch“ (soweit dies eben ging) zu lösen und Druck aufzubauen. Die Folge war das CFC eben die besseren Chancen im gesamten Spiel kreierte, da Benfica auch in Hälfte zwei nur wenige auf Chechs Kasten bekam. Sympotmatisch hierfür war, dass das Tor nach einem Elfmeter fiel. Inwieiweit man da von unverdient sprechen kann ist die Frage.
Letztlich hätte Benfica das Spiel in HZ 1 entscheiden können, wenn nicht sogar müssen. Da wirkten die Londoner recht lahm, konnten dem Pressing nichts entgegensetzen und konnten überhaupt kein Spiel aufziehen. Hälfte 2 war Chelsea besser: Sie übten Druck aus (aus durch Fernschüsse, siehe Lampard), agierten hinten weiter souverän und erzwangen so den Sieg.
Insgesamt ein interessantes Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten.

Antworten

Schlicke 16. Mai 2013 um 11:26

Also dem kann ich nicht zustimmen, Chelsea hat den Sieg keineswegs „erzwungen“, wie du sagst. Der Treffer von Ivanovic fiel ja nicht aus einer Drangphase heraus, sondern war ein klassischer lucky punch.
Benfica war für mich auch in beiden Hälften klar besser, die Aspekte (variables Pressing, Bespielen der Halbräume, etc.) sind im Artikel auch angesprochen. Mannschaftstaktisch war das hochattraktiver Fußball, den Benfica geboten hat, vor allem Matic und Perez haben als Kernstück der Mannschaft sehr intelligent gespielt. Knackpunkt war, dass sie mit Chelsea auf eine Mannschaft trafen, die brillant den eigenen Strafraum verteidigen kann, was spätestens seit dem Finale dahoam hinlänglich bekannt ist. Bei Chelsea fehlte mir irgendwie die Abstimmung, ich habe z.B. kaum gelungene Kombinationen wahrgenommen. Sie kamen mehr über die individuelle Klasse in entscheidenden Momenten (Fernschüsse Lampard, Durchsetzungsvermögen Torres, etc.), diese Situationen erschienen aber zufällig durch den Spielverlauf generiert und nicht spielerisch erzwungen.

Antworten

Trapattoni 16. Mai 2013 um 12:56

Korrekt was Du schreibst.

Benfica war spielerisch eine Klasse über Chelsea ( speziell Matic, Cardozo ) . Trotzdem stand Chelsea defensiv sehr sicher und hat praktisch keine Topchancen zugelassen.

Mit langen Bällen von Czech ( u.a. ) auf Torres, sowie daraus resultierende 1-1 Situationen, wollte Rafa den Sieg erringen.
Er wusste dass Benfica weit aufrückt und somit bei

Der Kopfball von Ivanovic hat Benfica erlöst da einige Spieler bereits vorher mit Krämpfen zu tun hatten.
Die Auswechseloptionen von Jesus waren ebenfalls bereits erschöpft.

Chelsea hätte in der eventuellen Verlängerung den Sieg aufgrund ihrer besseren Kondition klar gemacht. Nur ein „lucky punch“ hätte Benfica in der „overtime“ retten können.
Zudem hatte Rafa noch sämtliche Wechseloptionen.

Wann kommt Cardozo in die BL?

Der nächste Titel für den bei Chelsea ungeliebten “ fat spanish waiter“. Gratulation.

Antworten

Trapattoni 16. Mai 2013 um 13:00

Hups, kleiner Nachtrag zu dem unvollständigen Satz:

Er wusste dass Benfica weit aufrückt und somit bei …
Kontern verwundbar ist. Mit dem schnellen Torres hat der Spanier Benitez auf seinen Landsmann vertraut.

Antworten

nowa3000 16. Mai 2013 um 15:29

Ich gebe dir in soweit recht Schlicke, dass Benfica einen schöneren, attraktiveren Fußball gespielt hat. Aber halt nicht konsequent bis zum Ende, in diesem Fall bis vor das Tor. Davor war es super anzusehen, erinnerte mich aber auch an „in Schönheit sterben“, vor allem in Hälfte eins. Das hatte aber natürlich auch mit einer klasse Defensivleistung der Londoner zu tun.
Vielleicht liegt es auch an meiner subjektiven Sicht, aber ich sah in HZ zwei Chelsea einen Ticken besser. Und man kann einen Sieg letztlich auch durch Distanzschüsse erzwingen, vor allem wenn man mit gute Schützen hierfür hat, was nun Mal bei CFC der Fall ist. Das 1:0 ist mit Sicherheit der individuellen Klasse von Torres geschuldet ebenso wie der hohen Position der Lissaboner Abwehr. Und nun ja…das Chelsea den „lucky punch“ landet, ok, aber auch hier kamen erneut die Stärken des offensichtlich spielschwächeren Teams zum tragen.
Und das die Situationen zufällig entstanden mag sein. Aber auch der Treffer Benficas ist aus so etwas heraus entstanden.
Ich gehe Mal stark davon aus, dass hier konträre Meinungen, bezüglich was verdient ist und was eben nicht, herrschen. Generell bin ich kein Fan der Londoner und/oder nur in seltenen Fällen Fan des englischen Fußballs, da ich diesen auch nicht „schön“ finde. Aber effektiver war, wie letztes Jahr in der CL, eben das „Unschöne“, das kominationsschwächere Team.

Antworten

Lino 16. Mai 2013 um 10:09

Benfica ist der pure Wahnsinn 😉 Habe selten eine so variable Mannschaft gesehen – sowohl defensiv als auch offensiv. Ich habe mich nach ner Stunde immer noch schwer getan, so etwas wie eine Grundordnung auszumachen, was wiederum beweist, dass der Begriff „Grundordnung“ im modernen Fußball immer weniger relevant ist. Wenn man Benfica beschreiben will, macht es mehr Sinn von bestimmten Rollen bzw. Funktionen einzelner Spieler zu sprechen. Einzig das Defensivverhalten (Angriffs-/Mittelfeldpressing) war noch mit konventionellen Zahlenkombinationen zu beschreiben. Ansonsten: organisiertes Chaos 😉 Ich frage mich nur, wie man so etwas trainiert??? Es war auf alle Fälle schön anzusehen und sie wären auch ein verdienter Sieger gewesen. Schade!

Antworten

Foxtrott 16. Mai 2013 um 10:29

Da hast Du recht!
Schade nur das Benfica nun das zweite wichtige Spiel innerhalb von sechs Tagen verloren hat. Hoffentlich schaffen sie es noch sich die Meisterschaft zu holen, sonst bleibt diese Mannschaft wieder nur in den Köpfen von „Taktikfreaks“ am Leben…

Antworten

MR 16. Mai 2013 um 12:40

Wobei Jorge Jesus seit Jahren etwas in diese Richtung spielen lässt, was er wohl noch weiter vorantreiben wird. Von daher gibt’s da noch Möglichkeiten.

Ich find die auch absolut beeindruckend. Gerade, dass sie aus diesem Chaos dann doch immer wieder in total sinnvolle Raumbesetzungen finden und nie richtig instabil wirken.

Antworten

Analytiker 16. Mai 2013 um 09:27

Danke für die tolle Analyse

Antworten

Alfons Rudi 16. Mai 2013 um 07:54

„Der amtierende Champions-League-Sieger holt sich die Europa League“
Ich weiß, in der Fußballwelt schreibt man anderes Deutsch (Ich habe Vertrag), aber holt man sich wirklich die Europa League? Oder holt man sich einen Turniersieg? Oder einen Pokal? Hat sich Bayern die Bundesliga geholt?

Antworten

RM 16. Mai 2013 um 09:58

Ähhhhm. Ja?

Antworten

Lino 16. Mai 2013 um 10:32

Das ist der irrelevanteste Kommentar, den ich auf dieser Seite bisher gesehen habe 😉

Antworten

Goalimpact 16. Mai 2013 um 06:31

Aufgrund der im letzten Abschnitt angeführten klareren Chancen, fand ich Chelsea Sieg nicht unverdient. Allerdings habe ich auch nur die zweite Halbzeit gesehen und Benfica hat die erste wohl mehr dominiert. Aufgrund der hohen Abwehrreihe Benficas, war die Torres-Chance nur eine Frage der Zeit. Dieses hohe Risiko hat Benfica nicht adäquat in eigene Chancen ummünzen können. Czech musste ja kaum eingreifen.

Antworten

Christian 16. Mai 2013 um 01:03

guter artikel!!…bin schon lange gespannt, was ihr zu benitez meint…bitte unbedingt groß ankündigen!

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*