Donnerstag, 08.12.2016

Kurz ausgeführt: Hoffenheims Raute

Markus Gisdols Debüt als Trainer von 1899 Hoffeheim lief mit einem 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf erfolgreich. Wir beleuchten die Haupt-Umstellung, die der neue Coach in der taktischen Ausrichtung seiner Mannschaft vornahm.

Der Gegensatz zwischen Problemen im Spielaufbau und einer sehr fluiden, beweglichen Offensive hat Hoffenheim über weite Teile dieser Saison begleitet. Ihre Innenverteidiger und besonders ihre Mittelfeldspieler vor der Abwehr waren zu spielschwach, um die gerade so spielstarken und kreativen Offensivspieler konstant genug einsetzen zu können – diese verhungerten oftmals an mangelnder Unterstützung.

Dies dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum Markus Gisdol, der mittlerweile vierte Hoffenheimer Coach in dieser Saison, zu seinem Debüt auf eine Rautenformation umstellte. Durch die vier zentralen Mittelfeldspieler und den auf der Zehn spielenden Firmino sollten die Präsenz und Optionen im zentralen Mittelfeld erhöht und die Verbindungen nach vorne vereinfacht werden.

kurz ausgeführt hoffenheims raute

Gute Ansätze im Offensivspiel

Insgesamt wirkten die Hoffenheimer in ihren Bewegungen dabei zwar noch etwas zu chaotisch und das Freilaufverhalten der beiden eher balancierend eingestellten Halbspieler auf die Flügel nicht gänzlich ausgewogen, doch es waren bereits einige gute Ansätze und Strukturen zu erkennen. So agierte Schipplock auf halbrechts als sehr arbeitsame und raumschaffende Sturmspitze, der mit seinen ausweichenden Bewegungen die Mitte öffnete.

Hier waren der als Zehner agierende Firmino sowie der deutlich höher stehende Volland die klar dominanten Personen – die beiden spielstarken Offensivkräfte suchten immer wieder die Bindung zueinander, was durch die zentraler angelegte Formation erleichtert wurde, und konnten einige ansehnliche Kombinationen initiieren.

Auch bei Kontersituationen machte sich die Rautenformation durchaus bezahlt: In der Zentrale konnte Firmino als Verbindungsspieler wirken und die Bälle schnell in die Offensive transferieren, wo Volland die äußeren Räume – vor allem links hinter dem aufrückenden Balogun – attackieren oder sich in den zentralen Räumen in den Gegenstoß einbinden konnte. Gleichzeitig wechselte Schipplock zwischen einer ausweichenden Rolle mit horizontalen Laufwegen zum Reißen von Lücken und einem mitspielenderen Part.

Wo noch das Feintuning fehlte

Gänzlich wohl fühlten sich die Hoffenheimer Spieler in dieser neuen Umgebung noch nicht und so verhinderte der eine oder andere alte Mechanismus noch die Nutzung neuer Strukturen. Gerade in der Anfangsphase der Partie wurde der Spielaufbau durch die beiden Düsseldorfer Stürmer zu einfach auf die Außenseiten gelenkt, wo Johnson und vor allem Beck keine vertikalen Optionen an der Linie hatten, sondern den diagonalen Pass in die Mitte wählen mussten. Aus dieser ungünstigen Ausgangslage ist dies aber durchaus anspruchsvoll, weshalb sie die Zuspiele nur inkonstant anbrachten.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zog sich dann Polanski von der Sechs häufiger zu den Innenverteidigern zurück, so dass in dieser situativen Dreierkette den beiden Spitzen der Fortuna besser ausgewichen werden konnte. Im Gegenzug konnten Beck und Johnson deutlich weiter aufrücken und nutzen dies auch mit entsprechend hohem Vorschieben, doch es fehlte die konstante Nutzung der aufgezogenen Halbräume. In den Phasen, in denen dies so gespielt wurde, war Firmino noch am geschicktesten darin, diese Bereiche anzulaufen und zu bespielen, doch musste er dafür weite Rückwärtswege gehen, die von den Mittelfeldkollegen nur vage kompensiert wurden. Insgesamt nutzte Hoffenheim die Raute also noch nicht gut genug aus.

Hoffenheim in der Defensive

Auf den ersten Blick scheint es fragwürdig, eine enge Rautenformation gegen das starke Düsseldorfer Flügelspiel aufzustellen – doch Hoffenheim machte sich auch defensiv gut, hielt in der grundlegenden 4-3-Stellung das Zentrum dicht und fing über diesen Weg auch die nachstoßenden Spieler bei den Düsseldorfer Hereingaben auf. Zwar durfte die Fortuna ihre fast 40 Flanken recht ungestört in die Mitte bringen, doch abgesehen von gelegentlichen Läufen Lambertz´ fanden sie dabei kaum einen Abnehmer. Überhaupt wirkte Hoffenheim stabil und konnte auch Düsseldorfs kurzzeitige Radikalumstellung auf Zentrumsspiel mit einer spontan und recht eigenverantwortlich gespielten Defensivstrategie verteidigen.

Hoffenheims Defensivkonzept mit der Raute unter Frank Kramer im Dezember beim HSV

Das Defensivspiel war bereits gut, aber nicht die Ursache für die Umstellung auf eine Raute, die eher aus offensivtaktischen Punkten heraus motiviert war. Hier liegt genau der Unterschied zur Intention Frank Kramers, der als Hoffenheims Übergangstrainer zum Ende der Hinrunde in seinem ersten Spiel ebenfalls das 4-3-1-2 mit Firmino auf der Zehn, Volland im Angriff und Salihovic als linkem Halbspieler gewählt hatte. Damals war es vor allem darum gegangen, das Ballbesitzspiel des HSV einzudämmen (was einfallsreich konstruiert wurde und auch zu Beginn ordentlich funktionierte) – eine aggressivere Defensivstrategie nach dem Rückstand und ein schlüssiges Offensivkonzept hatten aber gefehlt. Für letzteren Punkt kann Gisdol bei seinem Debüt durchaus ein Lob einstreichen.

Fazit und Ausblick

Das führt zur Frage nach der weiteren Entwicklung der TSG. Bereits die erste Begegnung unter Gisdol zeigte gute Ansätze und Strukturen, die ordentlich umgesetzt wurden, aber natürlich auch noch weiter entwickelt werden können. Sollte der Versuch mit der Raute kein Einzelfall gewesen sein und die inneren Werte dieser Zahlenkombination ausgebaut werden, dann birgt diese Umstellung große Potentiale – sei es der vereinfachte Spielaufbau durch das Zentrum, die dort erleichterten Kombinationsmöglichkeiten für Synergien zwischen Firmino und Volland oder Schipplocks ausweichende Bewegungen zum Raumschaffen.

Entscheidend wird sein, wie nachhaltig das bisherige Problem des ineffektiven Spielaufbaus gelöst und wie konstant die Offensivspieler an den Rest des Teams angebunden werden können. Weitere flexible Abkippbewegungen der zentralen Mittelfeldspieler wären beispielsweise ein Punkt, an dem die Entwicklung angesetzt werden könnte. Um Entwicklung scheint es diesmal auch wirklich zu gehen. Der wenig visionäre Ansatz von Marco Kurz hat nicht funktioniert, Gisdols Aussagen gehen da deutlich in eine andere Richtung: „Ich orientiere mich nicht am Ziel Klassenerhalt jetzt. Es ist schön, wenn wir das zusätzlich schaffen, aber in erster Linie wollen wir unseren Fußball wieder entwickeln“

JR 8. April 2013 um 00:06

Das mit dem 4-3-3 im Pressing beim Kicker wird wohl daher kommen, dass in der Raute die Stürmer den Spielaufbaue eher ins Zentrum lenken und daher erst breiter stehen, um die AV abzukappen. Sieht man ja schön in einer Grafik oben. Wenn dann der 10er zusätzlich Druck erzeugen soll und die Halbposition die 6er pressen, der eigene 6er sich am gegnerischen 10 er orientiert, kann das schon mal wie ein 4-3-3 aussehen, wenn man den Unterschied nicht kennt. Oder es ist eben ein fließender Übergang, je nachdem wie man es sehen möchte. Unbesehen würde ich mal vermuten, dass es hier am abkippenden 6er des Gegners lag, der den 10er mitgezogen hat. Dadurch entsteht dann die 3-3 Stellung, die die pressende Mannschaft wie ein 4-3-3 aussehen lässt.

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TW 7. April 2013 um 14:50

Vielen Dank Tim, auf den Artikel hatte ich gehofft. Auf der Webseite des Kicker (ich weiß, nicht die beste Quelle für Taktikdiskussionen) wurde im Spielbericht von einer aggressiv pressenden 4-3-3 Formation gesprochen. Hat Hoffenheim aus der Raute heraus tatsächlich ein 4-3-3 Angriffspressing gespielt? Wenn ja, wie ist das abgelaufen? Ist Firminho vorgerückt auf die IV und Schipplock und Volland haben die AV zugestellt? Du weißt ja wie sehr ich Deine Spielsituationsgrafiken liebe. Eine zu Hoffenheims Pressing wäre der Hammer 😀

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Pitt 7. April 2013 um 13:06

😉

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Pitt 7. April 2013 um 12:22

Liebe Macher der Spielverlagerung,

Ich bin immer wieder begeistert über die Informationen, die man bei Euch, grade auch als Taktik-Laie erhält.

z.B. diese hier:
„Dies dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum mit (sic!) Markus Gisdol der nun vierte Hoffenheimer Coach in dieser Saison zu seinem Debüt auf eine Rautenformation umstellte.“

Das wusste ich z. B. gar nicht, dass auch Stanislawski, Babbel und Kurz bei ihren Debüts jeweils auf Rautenformation umstellten.

Das löst weitere Fragen aus.
1.) Warum machten sie alle im Laufe ihrer Amtszeit die Raute wieder rückgängig?
Da dürfte doch der Hund im Argen für den Niedergang der TSG begraben liegen.

2.) Warum fingen die jeweiligen Nachfolger jedesmal trotzdem wieder damit an?
Sollte man also nicht einen Trainer verpflichten, der endlich damit aufhört. Ist Gisdol dann wirklich die erhoffte Wende zum Besseren?

3.) Wann wird Gisdol damit aufhören? Und wird der Nachfolger von Gisdol dann zu seinem Debüt auch wieder auf Raute umstellen?

Fragen über Fragen. Wenn Ihr das jetzt noch darlegen könntet, wäre ich Euch sehr dankbar.

Mit rechtschreib- und haberischen Grüßen,
Pitt

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julian 7. April 2013 um 12:28

Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor.

Markus Gisdol war der vierte Coach und er stellte auf Raute um, er war nicht der vierte Coach, der eine Raute einsetzte.

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TR 7. April 2013 um 12:29

Zunächst bedanke ich mich natürlich für die konstruktive Kritik an dem von dir gebrachten Zitat. Wir werden versuchen, die Formulierung zu präzisieren.

Dass Stanislawski diese Saison allerdings Hoffenheim trainiert haben soll, wusste ich auch noch nicht und löst bei mir ebenso Fragen über Fragen aus… 😛 😉

So, jetzt aber Spaß beiseite. Gewisse Berichterstattungen sollen ja nicht zu sehr auf die Schippe genommen werden. Ich habe die Formulierung nun verändert, denn sie konnte tatsächlich missverstanden werden.

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thomas 7. April 2013 um 12:10

1. Die Nationalhymmne mitsingen ist a. ein schönes Zeichen der Identifikation mit seiner Nation und b. KANN für eine Mannschaft ein Zeichen und auch Mittel für Motivation und Geschlossenheit sein, muss aber nicht. 2. Wer die bessere Taktik hat und diese auch besser umsetzt gewinnt auch nicht immer das Spiel. Es ist, wie auch die Zweikampfstärke lediglich ein Faktor, der den Ausgang eines Spiels beeinflusst, wenn auch ein erheblucher (wie auch die Anzahl der gewonnenen Zweikämpfe) 3. einen Leader zu haben ist doch schön. Ich sag nur Schweinsteiger bei Bayern, aka der Commaner…..

Vielen Dank für die Inspiration. Natürlich hast auch du mit deiner Ironie/Kritik in allen Punkten recht. Schöner Artikel übrigens 😉

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julian 6. April 2013 um 23:17

Danke für die kurze Einordnung!

Kann ich irgendwo auf eurer Seite eine Einordnung dazu finden, worin sich die „inneren Werte“ des 4-Raute-2 von denen eines 4-3-3 mit einem zurückfallenden Mittelstürmer (falls es so etwas gibt) unterscheiden?

Damit verbunden ist die Frage, ob sich Salihovic und Weis, die tatsächlich unsicher in ihren Bewegungen wirkten, auf ihre Spielweise im alten Rangnickschen 4-3-3 zurückbesinnen können.

Die „Radikalumstellung auf Zentrumsspiel“ seitens der Düsseldorfer ist mir nicht aufgefallen, in welchen Minuten war denn das?

Zuletzt stellt sich mir die Frage, wie anfällig das System gegen eine Manndeckung von Firmino ist?

Würde mich freuen, eure/deine Einschätzungen dazu zu hören!

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RM 7. April 2013 um 10:37

„Kann ich irgendwo auf eurer Seite eine Einordnung dazu finden, worin sich die “inneren Werte” des 4-Raute-2 von denen eines 4-3-3 mit einem zurückfallenden Mittelstürmer (falls es so etwas gibt) unterscheiden?“
Lässiges Thema, schreit nach einem taktiktheoretischen Artikel.

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opaoma 7. April 2013 um 12:27

lässiges Thema? bestimmt wieder so ein Ösi-floskel, wa? 😛

mh, mal überlegen. Lässig kann bei uns eigentlich nur ein Typ seine Jacke über die Stuhllehne werfen, heißt lässiges Thema dann locker zu erklären? Könnte aber auch ihn Richung müßig oder lästig gehn? Bitte um Aufklärung!

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RM 7. April 2013 um 12:39

Tja, lässig ist einfach ein lässiges Wort. Sogar echt lässig. Das dürft ihr auch ins Hochdeutsche übernehmen. Ich, RM der Erste von dem schneeweißen Land, grüner Seen, schöner Berge und mittelmäßiger Töchter, gestatte es.

(Nee, ernsthaft: Ist „lässig“ missverständlich oder nur unüblich? Nutze es zwar eh nie in den Analysen, aber dennoch interessant.)

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opaoma 8. April 2013 um 11:21

kein Witz, ich versteh echt nicht 100%ig was mit „lässiges Thema“ gemeint ist. Dabei ist lässig natürlich ein ganz normales Wort, eben auf eine Person, Tier oder eine Handlung bezogen. Wie gesagt ich vermute es bedeutet einfaches oder schönes Thema oder so?

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tox 8. April 2013 um 13:02

Bei uns in der Pfalz ist lässig gang und gebe. Vermutlich weil wir so lässig sind! Benutzt es 😉

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RM 8. April 2013 um 14:15

Lässig!

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opaoma 8. April 2013 um 15:25

mann ej, was heisst denn nun lässiges Thema? Spannt mich doch nicht auf die Folter.

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TW 8. April 2013 um 15:37

Ein Blick in den Duden liefert:

d.) hervorragend, ausgezeichnet
Gebrauch: besonders österreichisch
Beispiel: Er fährt ein total lässiges Cabrio

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phy 8. April 2013 um 15:49

in diesem Zusammenhang: Ein spannendes Thema. Müsste RM zur Taktiktheorieprüfung antreten wärs ein leichtes Thema. Würde RM damit die perle vom Gemeindebau verführen wollen wärs ein cooles/hippes Thema. Würden RM und die Spielverlagerung-Bros. bei nem Bier & ne eitrigen drüber reden wärs ein entspannendes Thema.

lässig halt.

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opaoma 8. April 2013 um 16:21

ah, „spannend“ oder „hervorragend“ sind die Bedeutungen die uns hier im Norden völlig abgehen (:P), hier heißt’s es nur „locker“, „leicht“, „cool“ oder sowas in der Art. Und gebräuchlich ist es absolut, davon war nie die Rede.

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karl-ton 8. April 2013 um 17:18

„Nee, ernsthaft: Ist “lässig” missverständlich oder nur unüblich? Nutze es zwar eh nie in den Analysen, aber dennoch interessant.“

Wie alle „Slang“-Ausdrücke (da gibt es bestimmt ein besseres Wort für) ist es natürlich beides. Meistens kann man sich aber aus dem Kontext erschliessen was gemeint ist. Oder sollte es zumindest können, schliesslich ist Sprache ja im Allgemeinen voll von solchen Wörtern und jede Subkultur scheint ihre eigenen zu entwickeln.

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Michi 8. April 2013 um 19:43

Vielleicht hilft die englische Übersetzung weiter – groovy 🙂

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opaoma 9. April 2013 um 14:59

a groovy topic?

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TR 7. April 2013 um 12:26

„Kann ich irgendwo auf eurer Seite eine Einordnung dazu finden, worin sich die “inneren Werte” des 4-Raute-2 von denen eines 4-3-3 mit einem zurückfallenden Mittelstürmer (falls es so etwas gibt) unterscheiden?“
Damit meinte ich eigentlich gerade das, was nicht zur Formation gehört (also allgemein taktische und systematische Aspekte, die Interpretation der Formation, die Spielweise, taktische Mittel, etc). 😉

„Die “Radikalumstellung auf Zentrumsspiel” seitens der Düsseldorfer ist mir nicht aufgefallen, in welchen Minuten war denn das?“
War auch vor allem in der Hinsicht eine Radikalumstellung, als dass sie wesentlich mehr Personal (namentlich Tesche, Kruse) ins Zentrum und vor allem die Zehnerräume gebracht haben. Die Angriffe wurden also nicht schon direkt auf dem Flügel aufgebaut, sondern über eine vermehrte Ballung in der Zentrale wurde anschließend die weitere Angriffssteuerung gewählt. Weil es gegen Hoffenheims Mitte aber eben kaum ein Durchkommen gab, wurde das Zusammenziehen provoziert und dann eben aus der Mitte heraus erst im letzten Drittel auf die Flügel verlagert. Von dort kamen im Endresultat aber immer noch recht viele Flanken. Hoffenheim hat Düsseldorf (zwischen Minute 30 und 40 war das vor allem, meine ich) also dann wieder aus dem Zentrum herausdrängen können.

„Zuletzt stellt sich mir die Frage, wie anfällig das System gegen eine Manndeckung von Firmino ist?“
Das kommt auch entscheidend auf die weitere Entwicklung des Systems an. Wenn Firmino mit Geschick zentrale Freiräume schaffen kann und vor allem wenn die Mittelfeldkollegen entsprechend so auf- und eingestellt sind (taktische Ausrichtung, Aufgabenverteilung, Eigenschaften), dass sie das entsprechend nutzen können, kann Hoffenheim dennoch enorm gefährlich werden. Vor allem, weil Volland als hängender Stürmer in dieser Rautenformation ja ebenso die Zehnerräume sucht und anvisiert. Somit ist bereits jetzt diese Hoffenheimer Interpretation der Raute (und 4-3-1-2 ist vielleicht etwas zu vereinfacht) wesentlich moderner und vielschichtiger als die 4-3-1-2s aus der Vergangenheit, in der alle Kreativität auf einem Alleinunterhalter auf der 10 (dem so genannten klassischen Spielmacher) lastete, wohingegen ja Firmino und Volland viel kombinativer im Zusammenspiel sind und das auf mehrere Schultern verteilen.

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julian 7. April 2013 um 16:32

Ah, so herum kann man den Satz mit den inneren Werten natürlich auch verstehen, klar.

Danke für die Erläuterungen!

Auch über einen lässigen 4-3-3/4-R-2-Artikel von RM würde ich mich freuen 😉

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