FC Barcelona – Real Madrid 1:3

Der erste von zwei Clásicos in dieser Woche. Wie würde José Mourinho seine Mannschaft im Pokal einstellen, während die Liga schon verloren scheint?

Reals Pressing

Real spielte vorne mit Gonzalo Higuain statt Karim Benzema oder Alvaro Morata. Higuain bildete mit Mesut Özil im Pressing einen Zweiersturm, wobei Özil natürlich oft tiefer und leicht versetzt hinter Higuain blieb. Die beiden pressen überaus hoch und zogen das Mittelfeld hinter sich her. Die Mittelfeldreihe spielte mit einem relativ großen Loch hinter ihnen, wenn sie zu weit aufrückten, während die Abwehr- und Mittelfeldketten enorm eng aneinander standen.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Mit dem sehr hohen und aggressiven Pressing kam Barcelona zwar vergleichsweise gut klar und verlor nur wenige Bälle, konnte aber im letzten Spielfelddrittel kaum zu gefährlichen Schnittstellenpässen kommen. Real bleib immer kompakt und öffnete nur selten Raum für dynamische Pässe. Mit dynamischen Pässen sind hierbei Pässe im Kombinationsspiel gemeint, die das Angriffstempo hochhalten, Raumgewinn bedeuten und gleichzeitig gut zu verarbeiten sind.

Zuerst wurde die Komponente „Raumgewinn“ eingeschränkt. Die Abwehr blieb hoch, wich aber bei kollektivem gegnerischem Aufrücken zurück, so dass keine Pässe in den Raum hinter der Abwehr möglich waren. Wenn Barcelona ins Ende des zweiten Spielfelddrittels kam, dann positionierte sich Real fast schon am eigenen Strafraum. Ansonsten blieb man aber so hoch wie möglich und konzentrierte sich auf eine Versperrung des Zwischenlinienraums. Löblich: Sobald sich niemand in diesem Raum befand, dann wichen Xabi Alonso und Sami Khedira öfters nach vorne und sorgten dort für Kompaktheit.

Der nächste Aspekt der Verhinderung dieser dynamischen Pässe betraf die Verarbeitung bei Ballannahmen.

Situative Mannorientierungen und das Spiel auf Abseits

Gegen solche hochstehenden Mannschaften versucht Barcelona meistens Pässe in den Raum auf den Seiten oder in Halbräume, von wo aus Pässe in den Rückraum kommen. Auch Überladungsbewegungen und Lochpässe werden versucht. Real schaffte es, diese Spielweise zu unterbinden. Dabei nutzten sie situative Mannorientierungen und kreierten wenige Risiken beim Übergeben, indem sie das Übergeben einfach übersprangen. Wenn sich Andrés Iniesta beispielsweise nach hinten fallen ließ und Jordi Alba ihn hinterlief, dann verfolgte Angel Di Maria Alba einfach, während Alvaro Arbeloa das Gleiche mit Iniesta machte.

Di Maria sprintet antizipativ nach hinten, Arbeloa rückt mannorientiert heraus.

Di Maria sprintet antizipativ nach hinten, Arbeloa rückt mannorientiert heraus.

Übergeben muss also nicht sein. Allerdings entsteht daraus ein gewisses Problem. Durch das Verfolgen dieser Tiefensprints hebt man das Abseits auf; was jedoch kein Problem war. Real spielte nämlich nirgendwo wirklich auf Abseits, sondern hatte auf sämtlichen Positionen eine situative Mannorientierung, auch in der Abwehrkette und zum eigenen Tor hin. Dabei profitierten sie davon, dass sie das Verfolgen des Gegners jederzeit unterbrechen und ihn somit einfach ins Abseits stellen konnten. Immerhin waren nur selten mehr als ein Spieler auf einer Linie bei solchen langen Bällen, wodurch mögliche Probleme in der Abstimmung wegfielen.

Zwei Tiefensprints wurden mannorientiert verfolgt, woraus diese merkwürdige Formation entstand. Real eroberte den Ball in der Mitte, weil der Ballführende keine Anspielstation fand.

Zwei Tiefensprints wurden mannorientiert verfolgt, woraus diese merkwürdige Formation entstand. Real eroberte den Ball in der Mitte, weil der Ballführende keine Anspielstation fand.

Diese situativen Mannorientierungen sorgten weiters für viel Herausrücken. Gleichzeitig kreierte diese phasenweise sehr optionsorientierte Deckungsspielweise dadurch viele Löcher; und gab nebenbei die passende Absicherung für diese Spielweise, denn die situativen Manndeckungen sorgten dafür, dass die entstehenden Löcher schnell geschlossen wurden. Aus dieser Ausrichtung entstand dann auch eine interessante Asymmetrie.

Situative Fünferkette; Reaktion oder Wechselwirkung?

Es ist zu bezweifeln, ob es von Mourinho wirklich in diesem Ausmaß geplant war, doch Real Madrid zeigte mehrmals eine Fünferreihe in der Abwehr. Vermutlich war es eine Wechselwirkung, die man bewusst in Kauf genommen hatte. Jedenfalls ordnete sich Real so an, dass aus ihrem 4-4-2 einige Male ein 5-3-2 wurde, wenn sie tiefer standen. Dabei war es Di Maria, der sich am höheren Alba orientierte und somit zum rechten Flügelverteidiger dieser Abwehrreihe wurde, während Coentrao sein Pendant war; Cristiano Ronaldo stand mannorientiert zu Dani Alves etwas höher.

Das 5-3-2 ist hier gut zu sehen.

Das 5-3-2 ist hier gut zu sehen.

Die Wechselwirkung entstand dadurch, dass Alves Pedro vor sich hatte, der deutlich breiter agierte, als Iniesta auf links. Somit war die Anordnung mit dem nach innen geschobenen Arbeloa und dem tiefen Di Maria sowie den jeweiligen Mannorientierungen nahezu ideal, um die jeweiligen Stärken der gegnerischen Mannschaft auf diesen Positionen zu neutralisieren.

Desweiteren sorgte diese Fünferkette für stärker verschlossene Schnittstellen und die Asymmetrie half im Konterspiel, denn Ronaldo konnte höher stehen und sich bei Kontern sofort in die Spitze bewegen, was ein wiederkehrender Gefahrenherd werden sollte.

Und kam auch in der zweiten Hälfte vor.

Und kam auch in der zweiten Hälfte vor.

Die Zerschlagung des katalanischen Gegenpressings durch Reals Angriffsmuster

Ein Aspekt, der essentiell wichtig war und in Verbindung mit den Kontern über Ronaldo stand, waren die langen Bälle und Dribblings unter Bedrängnis. Mit weiten Bällen hinter die hohen Außenverteidiger wurde sehr schnell gekontert und das Gegenpressing Barcelonas ausgehoben. Diese waren wegendessen natürlich im Gegenpressing etwas verunsichert:

1)      Gingen sie kollektiv ins Gegenpressing, dann öffneten sie die Räume bei langen Bällen noch mehr.

2)      Gingen sie nicht ins Gegenpressing, konnte Real aufrücken und sich höher positionieren.

3)      Gingen nur einzelne Spieler ins Gegenpressing, spielte Real lockere Pässe in offene Räume oder befreite sich mit Dribblings.

Darum wurde das Gegenpressing Barcelonas in diesem Spiel so instabil. Nur selten konnten sie im Gegenpressing Bälle erobern, was sie zu einer tieferen Formation zwang. Außerdem fiel das Gegenpressing als Spielmacher weg, während das Angriffspressing der Katalanen nach wie vor nicht so harmonisch, effektiv und konstant umgesetzt erscheint, wie es noch 2010/11 der Fall gewesen ist.

Barcelona in ihrer Formation; Pressing?

Barcelona in ihrer Formation; Pressing? Druck? Nein?

Umstellungen und Anpassungen

Wie üblich gab es auch in diesem Spiel immer wieder neue Antworten auf vom Gegner gestellte Fragen. Barcelona hatte zum Beispiel eine Phase, wo Sergio Busquets stärker abkippte und die Außen nach vorne schoben. Später wurde Cesc Fabregas höher positioniert und übernahm Lionel Messis Problem als Mittelstürmer oft. Der Argentinier selbst blieb vergleichsweise blass; war aber mit Iniesta einer der wenigen Bemühten im Angriffsspiel.

Später versuchte Barcelona mehr Durchschlagskraft ins Spiel zu bringen. Für Xavi kam Thiago Alcantara in die Partie, der etwas dribbelstärker und risikofreudiger ist. Auf den Flügeln spielten dann David Villa und Cristian Tello, die mit ihrer Dynamik und positionstreuerer Rolleninterpretierung für mehr Läufe in den Raum und Abschlüsse sorgen sollten. Iniesta hingegen kam nach der Auswechslung Fabregas‘ in die Mitte, weil er für das Spiel in der Enge besser ist – aber all diese Veränderungen brachten kaum wirkliche Veränderung.

Reals hohes Pressing.

Reals hohes Pressing.

Im Gegensatz dazu standen Mourinhos subtile Veränderungen. Özil wurde von seiner Position als hängender Stürmer abgezogen und ging nach links. Cristiano Ronaldo wurde wegen der noch stärkeren Fokussierung aufs Konterspiel in die Mitte gerückt und sollte dort entlang der gesamten Breite nach Löchern suchen.

Mit Higuain und dem später eingewechselten José Callejon gab es einen dynamischen Sturmpartner für ihn, Özil und Di Maria auf den Flügeln sorgen ebenfalls für eine enorme Schnelligkeit im offensiven Umschaltspiel. In der Schlussphase brachte Mourinho mit Pepe und Mickael Essien noch zusätzlich Stabilität, auch wenn diese aufgrund Barcelonas relativer Harmlosigkeit nicht benötigt wurde.

Das 4-4-2 Reals sieht man hier besser; mit Ronaldo in der Mitte.

Das 4-4-2 Reals sieht man hier besser; mit Ronaldo in der Mitte.

Fazit

Ein verdienter Sieg für Real Madrid im Camp Nou; man hatte sogar mehr Schüsse auf das Tora, als Barcelona. Dabei schlossen diese sogar etwas öfter als üblich von außerhalb des Sechzehners ab. Auch hier die Frage: Wurde dies bewusst so gespielt oder improvisierten sie in Anbetracht der gegnerischen Kompaktheit?

Alles in allem darf man nach dem heutigen Spiel Barcelona kritisieren. Die Abläufe, Laufwege und Aufgabenverteilungen sind nicht harmonisch; Andrés Iniesta ist zwar auf jeder Position Weltklasse, hat seine Idealposition aber als Nadelspieler im Zwischenlinienraum. Ohnehin fehlt es im Zehnerraum an Zugriff und die Passmuster werden zu sehr vom Gegner dominiert.

Die Arbeit gegen den Ball ist wohl die deutlichste negative Veränderung. Sie sind in dieser Disziplin klar schwächer, als noch unter Pep Guardiola. Auch abseits der Taktikscheinen einzelne Spieler wie Cesc Fabregas und Dani Alves nicht bzw. nicht mehr ideal mit der Spielphilosophie und den positionellen Rollen klarzukommen.

Die große Frage lautet nun, ob das mit einer anderen Schwerpunktsetzung im Training oder der Rückkehr von Tito Vilanova verändert werden kann. Bei einem solchen Spielermaterial sollte dies möglich sein. Man darf gespannt sein, wie sich die Katalanen in den nächsten Monaten entwickeln werden.

Danke an laola1.tv für die Bilder!

Trainer-neuling 3. März 2013 um 20:45

Hallo Leute, könnt ihr mir sagen, worauf ihr bei einem Fußballspiel am meisten acht gibt ?

Antworten

Bayern-Fan 1. März 2013 um 00:42

Grundsätzlich ist meine Meinung, dass Barca weiter die beste Mannschaft der Welt bleiben wird. Es handelt sich m.E. um ein Formtief, v.a. einiger Spieler. Für die Zukunft wäre eine bessere Bank nicht schlecht, um mehr rotieren zu können u. dadurch die entscheidenden Spieler zu schonen, damit ihre Leistung nicht so schwankend ist.
Und gebt Messie mal eine Pause, wenn ein Spiel entschieden ist. Es ist übermenschlich, was er leisten muss u. soll.

Der Kritik an Xavi kann ich mich grundsätzlich nicht anschließen. Er spielt doch eine überragende Saison, ist aber evtl. im Moment etwas überspielt u. hat mit Verletzungen zu kämpfen. Cesc finde ist finde ich ein überragender Spielgestalter mit genialen Pässen u. außerdem torgefährlich. Denkt mal an seine Zeit bei Arsenal. Er muss nur auf der richtigen Position eingesetzt werden. Auch er ist in einem Formtief.

Antworten

Valderrama 1. März 2013 um 12:48

Messi will (!!) nicht ausgewechselt werden.
Und übermenschlich ist es nicht was er leisten soll. Er hat null Defensiv-Aufgaben, nimmt sich häufig Auszeiten im Spiel und nutzt den Moment, wenn der Gegner gerade ein Schwäche zulässt und schlägt gnadenlos zu.

Antworten

Bayern-Fan 1. März 2013 um 14:09

Ich weiß, dass Messi immer spielen will. Aber danach muss sich ein Trainer nicht richten. Eine starke Physis in entscheidenden Momenten ist von großer Bedeutung. Messi war für sein Verhältnisse nicht sehr stark.
Außerdem: Was passiert mit Barca, wenn Messi sich verlezt, vielleicht sogar schwer??
Das wäre eine Katastrophe, der man vorbeugen könnte.

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Valderrama 1. März 2013 um 17:14

Ich glaube, Du unterschätzt wieviel Mitspracherecht Messi bei der Aufstellung hat 😉
Man weiß, dass er weder Villa noch Tello gut leiden kann und ooops beide sind zufälligerweise seit längerer Zeit auf der Bank.

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Tank 1. März 2013 um 17:38

Man sollte nicht alles glauben, was einem goal.com sagt.

Antworten

TW 3. März 2013 um 20:51

Wenn dem so wäre, dann hätte Barca auch mit Villa gegen Real gespielt. Messi hatte nach dem Spiel gegen Sevilla ein klares Statement pro Villa abgegeben.

Antworten

observer 28. Februar 2013 um 17:25

ich denke bei barcelona wird man nach dem scheitern in pokal und cl (massiv) die mannschaft verstärken.

den hier oft genannten hummels wird man in KEINEM fall bekommen, weil nicht bezahlbar für barcelona und keine freigabe vom bvb. der andere name welcher kursiert „david luiz“ erscheint mir ebenfalls sehr unrealistisch, da zu lange vertragslaufzeit, somit auch zu teuer. die frage ist also welchen IV auf weltniveau kann man holen? t. silva ist ebenfalls nicht mehr greifbar…

ob villa wirklich abwandert ist schwer zu sagen, gegenwärtig scheint man ja aus der not heraus wieder auf ihn angewiesen zu sein. für sanchez sieht es wohl auch nicht rosig aus. denke man forciert daher einen stürmerwechsel, auf einen neymar kann man einfach nicht warten, außerdem sind es ohnehin nur gerüchte.
afellay dürfte nach seiner erneuten verletztung bei schalke ebenfalls kein thema mehr für eine rückkehr sein. schade eigentlich der junge hatte im april 2011 den moment seines lebens. wie so oft im fussball war der kreuzbandriss der killer.

ach ja da fällt mir noch ein 2013er transfer ein, song…..
mehr kann ich dazu aber nicht sagen

ich verweigere mich eindeutig dem landläufigem abgesang barcas im jahre 2013, dennoch denke ich, dass wir bei barcelona 2014 einige punktuelle veränderungen sehen werden

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Valderrama 28. Februar 2013 um 13:17

Mich wundert es echt, dass man an Villanova zweifeln kann. Man kann die Nuancen zu Pep doch schon erkennen. Er hat eine riesige Hinrunde gespielt.

Jetzt fehlt er seit 3 Monaten. In Spanien sprechen sie häufig von „Autogestion“, eine Mannschaft, die die Fehler im Spiel erkennt und dementsprechend handelt. Aber das Feintuning von außen fehlt, welches Barca in der Hinrunde so stark gemacht hat und der Assistenztrainer scheint nicht gut genug zu sein.

Allgemein merkt man, dass die Spritzigkeit bei Messi, Xavi und Cesc fehlt.
Derzeit funktioniert auch nicht alles bei Iniesta. Zum Glück, möchte man meinen … sie sind ja doch Menschen, und keine Überfussballmaschinen 😉

Und diejenigen, die mit der Aufstellung von Varane überrascht waren: Er spielt ja seit der Winterpause schon häufiger und es freut mich, dass er als Riesentalent endlich ne Chance bekommt (was ja eigentlich total RM untypisch ist)

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Tank 28. Februar 2013 um 16:44

Wenn ich als Cule einen Madrid-Spieler sofort verpflichten könnte, ohne auf den Preis oder sonstwas zu achten, würde ich ohne zu zögern Varane nehmen und ihm einen Vertrag über 10 Jahre geben. Özil, Xabi, Ramos, di Maria und natürlich Cristiano, alle nett, aber Varane: da komm ich ins schwärmen.

Ehrlich gesagt würde ich ihn vielleicht sogar wählen, wenn mir die gesamte aktuelle Fußballerschaft des Planeten kostenlos angeboten werden würde. Ihn oder Agüero.

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Tank 28. Februar 2013 um 16:45

…oder Hummels…

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André 28. Februar 2013 um 08:42

Ich meinte nicht, dass Xavi unbedingt entsorgt werden muss, vielmehr bin ich der Meinung, dass man endlich damit beginnen muss ihn Stk für Stk abzulösen, ohne ihn als Legende zu beschädigen. Er bleibt für mich der spielbestimmendste Mittelfeldspieler aller Zeiten, aber er wird eben wirklich mittlerweile sehr horizontal, was in Wechselwirkung mit vorhandenem Offensivpotenzial dauerhaft zu Problemen zwecks ausrechenbarkeit führen kann… Gehe überdies total konform mit RM, wenn er sagt, dass Inista auf Links für Barca verschenkt ist (auch wenn er dies überragend spielt). Das Problem sehe ich auch darin, dass man krampfhaft versucht Fabregas ins Spiel zu integrieren. Ich finde ihn wirklich gut, seine vertikalen Läufe, die finalen Pässe wenn er einen Moment Zeit hat sind überragend, aber das Problem, dass er in der Enge nicht so stark wie eben Iniesta oder vllt Thiago ist, ist für das Barca-Spiel folgenschwer (wahrscheinlich könnte Xavi neben/mit Iniesta sogar wieder vertikaler spielen)… Zusätzlich zur IV-Problematik sehe ich aber ein Problem in Barcas Offensive. Warum schiebt man denn Iniesta nach Links? Weil kaum adäquater Ersatz zur Verfügung steht. Villa war lang verletzt und man muss ihm Zeit geben – ok sehe ich ein. Aber Pedro wird mMn nicht den Schritt zur Weltklasse machen, Sanchez scheinst auch nicht zu packen und an Tello habe ich auch Zweifel. Nicht falsch verstehen, das sind alles richtig gute Kicker, aber sie werden nur sehr selten den Unterschied machen. Nun kompensiert man das, indem man Messi von Defensivarbeit entlastet und seine Quote weiter gesteigert hat. Doch dabei geht zunehmend die Balance in die Knie. Besser wäre es doch einen zusätzlichen Spitzenmann zu verpflichten, so dass man sich defensiv unterstützen kann (mit Eto’o, Henry, Villa selbst Ibra gab’s dieses Pendant immer). Dann hätte auch das Gegenpressing wieder die Qualität alter Tage und es würden sich ein paar defensive Probleme von allein klären. Nicht auszudenken Messi verletzt sich… Ich glaube trotz Krankheit Villanovas nicht daran, dass er der Richtige ist um die diffizilen Personalentscheidungen zu tragen. Er wird weiter versuchen Fabregas zu integrieren, wird Xavi wenn dann zu spät und abruppt ersetzen und auch die Entscheidungen mit Puyol, Alves und Co wird er nur unzureichend hinbekommen. Deshalb bleibt er aber ein sehr guter Coach, aber solche Entscheidungen verlangen einen anderen Typ Trainer. Barca wird stark bleiben, aber die große Ära einer Mannschaft ist eben nach spätestens 5Jahren vorbei – dies hat Pep schon lang vorhergesagt. Und leider ist damit auch der schönste Fußball aller Zeiten, Geschichte.

Antworten

Bayern-Fan 27. Februar 2013 um 20:20

Noch ein Statement zu Real Madrid:

Ich finde, die Defensivtaktik von Mou, mehr oder weniger von allen seinen Mannschaften gespielt, macht den Fußball kaputt. Es macht keinen Spaß zuzuschauen! Bei Real gibt es wenigstens Highlights durch Cristiano, auch durch Özil u. Di Maria. Ich schaue Real nur wegen CR7 u. seinen technischen Kabinettstückchen. Real spielt wenigstens in den weniger wichtigen Spielen nicht grundsätzlich defensiv, zumindest nicht bis zur sicheren Führung; aber in den wichtigen Spielen rührt Mou Beton an.
Wenn ich da an die Zeiten der Galaktischen denke. Damals habe ich Real geliebt. Ich hoffe, Mou geht nach Paris.

Antworten

air force 1 28. Februar 2013 um 17:39

Erinnerst Du Dich noch an das CL Rückspiel in 2012 Real gegen Bayern?
45 Minuten Schlagabtausch mit voll offenem Visier und ohne Atem holen?

Antworten

Bayern-Fan 1. März 2013 um 00:34

Du hast recht! Ab und zu lässt Mou auch offensiver agieren, aber dann auch mit dem Schwerpunkt auf Konter. Ist aber die Ausnahme.

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YA 27. Februar 2013 um 19:35

Wie war den bitte Barca im Spiel ohne Ball schlecht. So schlecht hab ich sie ja noch nie gesehen, und das war mal früher ihre stärke. Die Lücken sind ja nicht nur bei Kontern da, sondern auch wenn Real das Spiel ‚langsam‘ aufbaut. Ich finde Real hat gestern nicht mal einen guten Tag erwischt. Vieles wurde zu hektisch gespielt. Özil und Higuain kamen gar nicht in Spiel. Ich frag mich, ob das Problem bei Barca in der defensive, durch die Verpflichtung von Alba vlt schlimmer geworden ist. Früher war es ja so, dass nur Alves aufrückte und Barca mit dem Rückgang von Busquets noch ne 4kette bilden konnte. Aber ich finde wiederum, dass Alves und Alba gester für ihre Verhältnisse noch konservativ gespielt haben, und trotzdem extrem Lücken da waren…Und dann kommt noch die Überforderung von Puyol. Ich glaub Puyols große Ära ist zu Ende. Schon der 2. schlimme Fehler von ihm innerhalb einer Woche.
Real hingegen fand ich hatte auch keinen besonderen Tag erwischt. In der Offensive hatte nur Ronaldo und vlt Di Maria für wirbel sorgen können. Aber sie waren diesmal extrem effektiv und haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht.
Hinten fand ich haben sie wirklich sehr diszipliniert gespielt. War essentiell wichtig, dass sie ihr situative Manndeckung voll durchgezogen haben.
Aber ich finde es ist auch nichts neues, dass Arbeloa Iniesta da manndeckt und Di Maria dafür die Lücke von ihm quasi ausstopft, und eben auf Alba aufpasst und auf der anderen Seite Ronaldo zockt. Das haben sie schon in den Clasicos am Anfang der Saison gemacht.
Interessanter fand ich hingegen die Einwechslung von Callejon, dann dadurch konnte Ronaldo in die Mitte rücken und Callejon hat genau das gleiche gemacht wie Di Maria auf der anderen Seite. Ich fand so stand Real noch einmal viel kompakter ! Auch die Einwechslung von Pepe sorgte für diesen Effekt. Hat mich dann ganz schön an Mailand erinnert. Da kümmerten sich ja auch Boateng u. Sharawy um die AV, und hatten in der Mitte die 3 Sechser…

Antworten

mananski 27. Februar 2013 um 17:20

Mourinho hat in den Clasicos seit der 0:5 Niederlage und diesem Schock viel probiert. Zuerst versuchte er sich einzumauern, danach wurde abnormal gepresst, jetzt ist es ein Zwischending. Und mit der Zeit hat Mourinhos Real Barca kennengelernt und weiß jetzt wahrscheinlich besser als jedes andere Team der Welt wie gegen Barca zu spielen ist. Seit letztem Jahr sind die Clasicos, die Barca ungefähr 3 Jahre dominiert hat, wieder offen, Real ist absolut auf Augenhöhe und konkurrenzfähig. Deshalb sollte man, auch wenn Barca selbst natürlich gerade in der Krise ist, es Mourinho hoch anrechnen als gute Coaching Leistung – er hat Barca geknackt.

Antworten

Flowbama 27. Februar 2013 um 19:27

„auch wenn Barca selbst natürlich gerade in der Krise ist“

Nach 2 verlorenen Spielen? Mit 68 Punkten in der Liga und einer Tordifferenz wie Bayern München?

Antworten

YA 27. Februar 2013 um 19:44

Ich finde schon, dass man von einem Formtief reden kann. Das Spiel ohne Ball war schon wie in den letzten Spielen extrem schlecht, und vorne war das Spiel ohne große Dynamik. Allerdings fand ich, dass sich das angedeutet hat. Klar sind die zahlen in der Liga beeindrucken. Aber ich fand es gab viele Spiele, die eher glücklich gewonnen wurden. Wie die 2Spiele gg Sevilla, Betis, Levante, Granada, Valencia…Sie wirken einfach verletzbarer nicht mehr so dynamisch, das Gegenpressing funktioniert nicht mehr so effektiv und die Lücken in der Abwehr sind immens. Messi konnte allerdings viel kompensieren mit seinen 38Toren. Aber es war klar, dass es mal nicht klappt und sie haben jetzt auch gg zwei Teams gespielt die auch eine gewisse Qualität besaßen und zudem Effektiv waren.

Antworten

Bayern-Fan 27. Februar 2013 um 17:13

Ich bin begeistert von dieser Website mit den fachlich sehr kompetenten Analysen. Vielen Dank an die Macher! Die Page habe ich erst vor kurzem entdeckt. Auf laola1.tv verfolge ich regelmäßig die Spiele von Barca u. manchmal von Real.
Ich war von Barca sehr enttäuscht. Sie sind m.E. mehr an sich selbst gescheitert als an Real. Ohne den individuell überragenden Cristiano wäre Madrid wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.
Ich habe für die Niederlage inho folgende Erklärungen:

1. Das Barca-Spiel war zu langsam:
Das phantastische zirkulierende Kurzpassspiel hat den Nachteil, dass oft das Tempo fehlt bzw. aus dem Spiel genommen wird. Dann kann sich der Gegner formieren, u. Barca muss das Spiel neu aufbauen. Gegen nicht so starke Gegner gelingt das meistens durch die geniale Dribblings u. Einzelaktionen v.a. von Messi u. Iniesta u. Pässe v.a. von Xavi u. Cesc; gegen starke, kompakt stehende Gegner ist das schwierig; es hängt dann oft vom Glück ab, wie bei der Chance von Messi in den ersten Minuten, die er nicht verwerten konnte. Sonst wäre das Spiel evtl. anders verlaufen.

2. Barca spielte ohne Konter:
Das hat sich in dieser Saison grundsätzlich verbessert. Es wird jetzt schneller nach vorne gespielt, z.B. durch Pässe von Xavi, Cesc, Iniesta, Messi u.a.. In diesem Spiel war das nicht zu sehen.

3. Barca wirkt überspielt:
Barca wirkte müde, ausgepowert, ohne Ideen. Es wird interessant sein zu sein, wie der nächste Clasico u. das Rückspiel gegen Milan verlaufen.
Es macht sich m.E. bemerkbar, dass zu wenig rotiert wird. Den Leistungsträgern wird in bereits entschiedenen Spielen oft keine Pause gegeben. So spielt z.B. Messi fast immer durch, was man als Zuschauer begrüßt, aber es fehlt im dann evtl. in wichtigen Spielen die Power.
Die Bank ist nicht gut genug besetzt, im Gegensatz zu Real, wenn man die Auswechselspieler vergleicht.
Damit hängt es evtl. auch zusammen, dass einige Spieler ihre Normalform nicht annähernd erreichen konnten.

4. Falsche u. zu späte Einwechselungen:
Es war schon im letzten Drittel der ersten Halbzeit offensichtlich, dass Barca nicht ins Spiel finden würde u. dass einige Spieler ihre Leistung nicht bringen konnten. Dem hätte man versuchen können, durch Auswechslungen entgegenzuwirken. Man hätte z.B. die in den letzen Spielen in Teilen sehr druckvoll agierenden Alexis u. Tello bringen können, letzteren eher, während Villa immer noch nicht der Alte ist. Grundsätzlich würde ich auch jetzt schon daran denken, das Jahrhunderttalent Deulofeu einzubauen, auch u. gerade in einem solchen Spiel, wenn es nicht läuft. Ansonsten gibt es – wie gesagt – zu wenig wirkliche Alternativen auf der Bank, aber gestern hätte man definitiv versuchen sollen, das Spiel durch Auswechslungen zu retten. M.E. hätten der nach seiner Verletzung evtl. noch nicht ganz fitte u. unter Form spielende Xavi, Pedro u. Cesc, einer meiner Lieblingsspieler, früh ausgewechselt werden müssen. Für sie hätte man – je nach Spielstand – Alexis, Tello, Song bringen können. Nach dem Rückstand ist m.E. nicht offensiv genug gewechselt worden.

5. Defensive Schwächen:
Barca hat die Defensive vernachlässigt. Spätestens nach dem Rückstand durch den gestern überragenden Cristiano hätte Barca auf ihn aufpassen müssen, evtl. sogar durch Sonderbewachung (Sergio?) bzw. durch Übergabe (beim 2:0 war er völlig frei). Auch die Konterspieler Özil (gestern allerdings schwach) u. Di Maria hat man nicht gut genug abgedeckt. So wurde das Spiel von Real in der Offensive durch Einzelaktionen gewonnen.
Es macht sich evtl. bemerkbar, dass die spanische Liga nicht die stärkste Liga ist, z.B. mit der Bundesliga nicht vergleichbar u. es ein so großes Leistungsgefälle gibt. So ist es für Barca sehr oft leicht, nicht sehr kompakt stehende u. die Defensive vernachlässigende Mannschaften aus dem mittleren u. unteren Tabellendrittel zu besiegen, ohne dass sich die oben beschriebenen Schwächen bemerkbar machen, nur mit den überragenden spielerischen Fähigkeiten, aber ohne Tempo u. Kampf. Spielt man aber gegen Top-Mannschaften wie Real, Milan, Celsea, früher Inter wird es oft schwierig. Barca ist es dieses Niveau nicht gewöhnt u. wird nicht oft genug gefordert. Es wäre interessant zu sehen, wie Barca gegen eine sehr lauf- u. kampfstarke Mannschaft wie die Borussia zurechtkommen würde.
Da Barca als beste Mannschaft der Welt zu selten Gegner hat, durch die es gefordert wird, sind sie es nicht gewöhnt, sich gegen Niederlagen psychisch u. physisch zu wehren. Das hat man gestern u. letztes Jahr in der CL gesehen; wenn es nicht läuft, gibt es gegen die drohende Niederlage kein wirkliches Aufbäumen.

Fazit:
Die Stärke von Barca, das Tiki-Taka-Passspiel ist zugleich eine Schwäche, wenn es keine Variationen gibt (Konter, schnelles Umschalten, Tempo, Kampf, Einzelaktionen, Dribblings, lange Pässe).
Die Defensivleistung muss verbessert werden

Ich habe mit zunehmender Spielzeit immer weniger verstanden, warum der Trainer nicht reagiert (Taktik, Auswechslungen)

Antworten

Tank 27. Februar 2013 um 17:50

Der Punkt bezüglich des Variantenreichtums ist schön. Man darf ihn nicht mit dem eher populistischen „Barca braucht endlich nen Plan B“ verwechseln. Tust du auch nicht, wollte ich nur anmerken.

Vergleicht man Barca mal mit den Mannschaften, aus deren Tradition man entsprungen ist, also der großen Ajax-Mannschaft der frühen 70er, van Gaals Ajax oder auch Sacchis Milan, so fällt auf, dass all diese Teams sehr homogen aufgestellt waren. Sie standen für eine einheitliche Spielphilosophie und haben ihre Akteure nach dieser Philosophie ausgesucht, nicht andersrum. Die haben nicht heute gemauert und morgen gekontert und übermorgen den Ball gehalten, sondern waren in gewisser Weise ausrechenbar, weil spielerisch auf gewisse Merkmale festgelegt.

Das äußert sich auch in den gewählten Spielertypen. Besonders beim Ajax der 70er denke ich jedesmal, dass die alle gleich aussehen und gleich spielen. Bei Barcelona ist es der Typus des körperlich kleinen, aber im Passspiel wahnsinnig starken Spielers, der vorherrscht. Alles sehr homogen.

Diese Homogenität ist es erst, die diese Mannschaften in die Lage versetzt haben, so prägend und so erfolgreich zu werden. Es brauchte ein homogenes Konzept, um so zu spielen.

Aber diese Mannschaften waren im Durchschnitt polyvalenter besetzt als Barca. Ajax ist das Modell für Polyvalenz im Fußball. Jeder Spieler konnte so ziemlich überall spielen.

So krass lief das bei Sacchis Milan nicht ab, aber auch diese Mannschaft verfügte über einen Faktor, außer ihrer homogenen Grundausrichtung, der sie polyvalent machte: Körperlichkeit.

Da Barcelona jede Form von Körperlichkeit abgeht, ist der Variantenreichtum des Teams im Vergleich zu ihren historischen Vorgängern begrenzt. Ein Xavi kann halt nicht mal eben Mittelstürmer oder Innenverteidiger spielen.

Das macht die Mannschaft durch viele andere Dinge wieder wett, aber wenn es um Variantenreichtum im Spiel des FC Barcelona geht, muss man auch über fehlende Körperlichkeit reden.

Antworten

seils 27. Februar 2013 um 18:26

„aber wenn es um Variantenreichtum im Spiel des FC Barcelona geht, muss man auch über fehlende Körperlichkeit reden“

Hat man ja mit den Transfers von Song, Ibrahimovic und Chygrynskiy versucht entgegenzuwirken. Hat leider aus verschiedenen Gründen bislang nicht geklappt, diesen Spielertyp zu implementieren. Wobei ich gerade von Song super überzeugt bin. Der war bei Arsenal richtig gut.

„Aber diese Mannschaften waren im Durchschnitt polyvalenter besetzt als Barca. Ajax ist das Modell für Polyvalenz im Fußball. Jeder Spieler konnte so ziemlich überall spielen.“

Zweifel ich ‚mal an. Wie viel polyvalenter besetzt als Barcelona kann man sein? Dürfen und können muss man hier unterscheiden. Ich habe nämlich eher den Eindruck, dass Barcelona sich von der alles überstrahlenden Polyvalenz weg entwickelt hat, nicht zuletzt weil Messi – ob vom Trainerteam gewollt, oder nicht, sei mal dahin gestellt – sich zu einem reinen Spezialisten entwickelt. Ich erlaube mir mal aus der In-depth-Spieleranalyse auf dieser Seite zu zitieren:

„Allerdings gibt es wahrhaftig die ein oder andere Schwäche beim “komplettesten Spieler der Welt”. Seine frühere Beteiligung im Pressing, insbesondere 2010/11 mit Pedro und Villa hat klar nachgelassen, auch sein herausragendes Gegenpressing wird seltener angewandt. Früher eroberte er dadurch enorm viele Bälle, weil er durch seine Reaktionsschnelligkeit, seine Schnelligkeit und seine einmalige Physis kaum auszuspielen und dank seiner Rafinesse kaum zu verladen ist.

Dieser Aspekt ist mit der Zeit leicht abgefallen. Eine weitere relative Schwäche hat sich ebenfalls entwickelt: nämlich die Vertikalität. Der kleine Argentinier sucht früher den Abschluss und das Solo, ebenso wie den tödlichen Pass. Daraus resultiert gelegentlich auch eine mangelnde oder verspätete Anpassung an die jeweiligen besonderen Belange des Gegners und dessen Reaktion auf Messis bloße Aufstellung.“

Das erinnert ein bißchen an die wenig berauschenden LA Lakers, die nach O’Neills Abgang offensiv alles auf Kobe Bryant ausrichteten.

Antworten

Bayern-Fan 27. Februar 2013 um 18:49

Stimmt, fehlender Körperlichkeit ist ein wichtiger Punkt. Barca hat es schon früher – zumindest gegen starke Mannschaften – eher selten geschafft, sich gegen eine drohende Niederlage zu wehren u. ein Spiel zu drehen, wenn sie – oft durch einen Glückstreffer (Konter) in Rückstand geraten waren.

Noch eine allgemeine Ergänzung: Ich bin ein Fan dieser besten Mannschaft aller Zeiten u. von ihrem Spiel begeistert. Es müsste nur ein wenig variantenreicher sein. Oft ist es das auch, mit langen Pässen u. Dribblings. Gestern war ein schlechter Tag. Einige Spieler sind in einem Formtief (überspielt?). Außerdem war die taktische Leistung von Mou überragend.
Ich warte mit Spannung auf den Samstag (und als Bayern-Fan auf heute Abend, smile)

Antworten

Tank 28. Februar 2013 um 02:26

“ “Aber diese Mannschaften waren im Durchschnitt polyvalenter besetzt als Barca. Ajax ist das Modell für Polyvalenz im Fußball. Jeder Spieler konnte so ziemlich überall spielen.”

Zweifel ich ‘mal an. Wie viel polyvalenter besetzt als Barcelona kann man sein? “

Mhm, dann guck dir das alte Ajax einfach mal an oder les drüber. Das jeder Spieler jede Position spielen konnte, ist vielleicht etwas übertrieben, aber die häufigen Positionswechsel auch zwischen Spielern unterschiedlicher Mannschaftsteile haben schon gezeigt, dass Spieler von Ajax in der Lage waren auf unterschiedlichen Positionen herausragendes zu leisten.

Ruud Krol ist das vielleicht neben Cruyff beste Beispiel. Wahnsinns Außenverteidiger, links wie rechts, Weltklasse-Libero, konnte im Mittelfeld spielen, ohne dass es Ajax geschwächt hätte und war offensiv so stark, dass er auch längere Zeit den Außenstürmer geben konnte. Zu allem Überfluss körperlich noch eine echte Kante. Bis auf Mittelstürmer und Torhüter konnte man den überall aufstellen und Weltklasseleistungen erwarten.

Ich würde mal so eine These wagen, wie, dass Barcas polyvalenteste Spieler so polyvalent sind wie die am wenigsten polyvalenten Spieler des alten Ajax. Und die polyvalentesten Spieler von Ajax waren ne ganz andere Polyvalenzliga.

Antworten

seils 28. Februar 2013 um 03:06

„Mhm, dann guck dir das alte Ajax einfach mal an oder les drüber. Das jeder Spieler jede Position spielen konnte, ist vielleicht etwas übertrieben, aber die häufigen Positionswechsel auch zwischen Spielern unterschiedlicher Mannschaftsteile haben schon gezeigt, dass Spieler von Ajax in der Lage waren auf unterschiedlichen Positionen herausragendes zu leisten.“

Aber das kann doch auch nicht der Maßstab sein. Das Spiel damals war doch von entschieden längeren Ballkontaktzeiten der einzelnen Spieler geprägt. Das verlangsamt zum Einen das Spiel und befördert zum Anderen Positionswechsel, schlicht deshalb, weil es athletisch machbarer ist. Desweiteren waren auch nicht alle Spieler, respektive alle Mannschaftsteile im selben Maße am Spielaufbau beteiligt, wie es heute der Normalfall ist. (Zumindest habe ich den Eindruck, von dem was ich an siebziger Jahre Ajax gesehen habe). Das dürfte dazu geführt haben, das Mannschaften damals in Summe doch deutlich weniger Kilometer pro Spiel fraßen, als heute. Unter diesen Vorzeichen ist ein polyvalentes Spiel für den einzelnen Akteur auch entsprechend einfacher, als es das nun ist.

„Ruud Krol ist das vielleicht neben Cruyff beste Beispiel. Wahnsinns Außenverteidiger, links wie rechts, Weltklasse-Libero, konnte im Mittelfeld spielen, ohne dass es Ajax geschwächt hätte und war offensiv so stark, dass er auch längere Zeit den Außenstürmer geben konnte. Zu allem Überfluss körperlich noch eine echte Kante. Bis auf Mittelstürmer und Torhüter konnte man den überall aufstellen und Weltklasseleistungen erwarten.“

Insofern wage ich die These, ^^das ist athletisch im heutigen Spiel weder möglich, noch erstrebenswert.

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air force 1 27. Februar 2013 um 19:19

Vielen Dank für Deinen wunderbaren Beitrag.

Hinsichtlich Deines Fazits hat sich Iniesta bereits zu Wort gemeldet. Xavi ist in der Physio ( heißt Wunden lecken ). Wohl ein weiteres klares Zeichen wer der jetzige Leader bei Barca ist- Iniesta nämlich.

http://www.as.com/english/articulo/iniesta-reflects-on-clasico-defeat/20130227dasdenspo_5/Ten

Der zentrale Satz ist hierbei.“teams play differently and we have to ADAPT to it“. ( „Teams spielen unterschiedlich und wir müssen uns darauf einstellen bzw. anpassen“ ).

Die fehlende Körperlichkeit bei Barca ist ein alter Hut. Hatte beim LInk zum Spiel AC MIlan – Barca 0:2 bereits darauf hingewiesen dass körperlich stärkere Spieler wie Boateng und Muntiari die Tore gemacht haben. Zudem wurde dort auf die fehlende „Betriebstemperatur“ bei Barca hingewiesen,

Zudem wurde in einem anderen Forum von mir darauf hingewiesen dass die WM 2014 in BRA stattfindet und südländische Spieler mit kleinerem Körperwuchs unter den dortigen klimatischen Bedingungen bevorteilt sind. Sie verhindern aber keine Kopfballtore. König Otto würde schon jetzt Standards bis zum Abwinken einstudieren lassen.

Vielen Dank auch für den Hinweis mit Deulofeu. Roura hatte überhaupt keinen Überraschungsmoment zu bieten. Das wäre möglicherweise ein solches gewesen. Tello ist in jedem Falle eine weitere Option. Mou hat umgehend reagiert als Tello eingewechselt wurde- es kam Pepe um die Defense zu stärken.

Mou hingegen hat einen Varane aus dem Hut gezaubert der 2 der 4 Treffer im Copa Vergleich mit Barca ( die anderen beiden durch CR7 ) per Kopfball erzielt hat. Mal ganz abgesehen davon dass der 19 jährige IV eine ganz hervorragende Defensivleistung in beiden Spielen der Copa gegen Barca gezeigt hat.

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Tank 28. Februar 2013 um 13:40

Also bei Ajax waren diese Positionswechsel, die den Spielern die Polyvalenz abgenötigt haben, ja grade ein Mittel um die Kräfte zu schonen. Ein stürmender Außenverteidiger kann dann eben mal 10 Minuten vorne bleiben, da ein Mittelfeldspieler nach hinten gerückt ist, der wiederum durch den Außenstürmer ersetzt wurde usw..

Ich denke ein Dani Alves würde sich auch freuen, wenn er einfach ab und an mal vorne bleiben könnte und nicht direkt wieder den Weg zurück machen muss.

Und Polyvalenz als Merkmal eines Spielers hat an sich ja nichts athletisch anstrengendes an sich. Der Trainer freut sich doch, wenn er Spieler hat, die unterschiedliche Positionen auf hohem Niveau spielen können. Selbst dann, wenn er gar nicht will, dass ein Spieler in einem Spiel unterschiedliche Positionen bekleidet, so freut er sich doch, wenn er Spieler hat, die er in verschiedenen Spielen auf unterschiedlichen Positionen spielen kann.

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seils 28. Februar 2013 um 13:52

„Also bei Ajax waren diese Positionswechsel, die den Spielern die Polyvalenz abgenötigt haben, ja grade ein Mittel um die Kräfte zu schonen. Ein stürmender Außenverteidiger kann dann eben mal 10 Minuten vorne bleiben, da ein Mittelfeldspieler nach hinten gerückt ist, der wiederum durch den Außenstürmer ersetzt wurde usw..“

Das stimmt aber nicht.
http://prostatecanceruk.org/get-involved/do-an-event/football-league/best-no9s/weekly-articles/week-25/week-25

„But although this switching was a key part of Michels‘ system, he also insisted that players returned to their ‚proper‘ position as quickly as possible. Leaving defenders in attacking positions for too long was counter-productive, Michels believed – and the whole point was the element of surprise, after all.“

„Und Polyvalenz als Merkmal eines Spielers hat an sich ja nichts athletisch anstrengendes an sich. Der Trainer freut sich doch, wenn er Spieler hat, die unterschiedliche Positionen auf hohem Niveau spielen können. Selbst dann, wenn er gar nicht will, dass ein Spieler in einem Spiel unterschiedliche Positionen bekleidet, so freut er sich doch, wenn er Spieler hat, die er in verschiedenen Spielen auf unterschiedlichen Positionen spielen kann.“

Naja, Polyvalenz im Sinne von in ersten Spiel ist Spieler X Stürmer, im zweiten verteidiger, natürlich nicht. Polyvalenz im Sinne ständig nach sich ziehender Positionswechsel innerhalb eines Spieles aber schon. Darauf zielt doch wohl auch der erste Absatz ab, oder nicht?
Und da halte ich den Ajax’chen Ansatz für nicht mit der heutigen Zeit kompatibel, da das Spiel gegenüber damals entscheidend beschleunigt ist. Insofern finde ich Barcelonas Polyvalenz im Offensivspiel als schon sehr nahe am Möglichen.

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Tank 28. Februar 2013 um 16:38

Okay, 10 Minuten mag übertrieben sein, aber dass es ein Mittel war um Kräfte zu schonen, steht außer Frage. Da gibt es diverse Zitate zu.

Um das bekannteste anzuführen:

Krol explains „Our system was also a solution to a physical problem. How can you play for 90 minutes and remain strong? If I as a left back run 70 meters up the wing it’s not good if I immediately have to run back 70 to my starting place. So if the left midfielder takes my place and left winger takes the midfield position, then it shortens the distance. That was the philosophy.“

Das Zitat stammt aus dem La Croqueta Artikel über Krol, den ich auch in meinem Mannschaftsportrait verlinkt habe. Steht aber, wenn ich mich recht erinnere, auch in Winners Oranje Brilliant drin. Kann sogar sein, dass es aus einem Interview von Winner mit Krol stammt.

Im Falle des Vergleiches zwischen Barca und Ajax ging es mir allgemein um polyvalente Spielertypen, nicht nur um Positionswechsel in ein und demselben Spiel.

Als Paradebeispiel für fehlende Polyvalenz bei Barcelona würde ich meinen ewigen Lieblingsspieler Xavi Hernandez anführen. Zu sagen, dass der nur passen kann (wie Guardiola es von sich selbst sagte) wäre zwar zu vereinfachend, aber vergleicht man ihn beispielsweise mit einem Neeskens oder Haan, dann fällt er was Polyvalenz angeht deutlich ab. Nun ist Xavi allein nicht der FC Barcelona, aber vermutlich ist was die Spielweise angeht, niemand mehr FC Barcelona als Xavi das ist.

(Schöne Diskussion btw.)

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seils 28. Februar 2013 um 18:06

Vorweg:

„Im Falle des Vergleiches zwischen Barca und Ajax ging es mir allgemein um polyvalente Spielertypen, nicht nur um Positionswechsel in ein und demselben Spiel.“

Da kann man kaum gegen-reden. Und natürlich ist es sehr angenehm für einen Trainer einen Kader voller polyvalenter Spieler zu haben. Was die vielfältige Einsetzbarkeit einzelner Spieler generell angeht, bin ich also keiner anderen Meinung.

Innerhalb eines Spieles sieht es aber doch ein wenig anders aus. Ausgangspunkt der Diskussion war, dass Barcelona im Vergleich zu den Ahnen-Mannschaften Ajax und Milan nicht ähnlich polyvalent besetzt ist. (Was ich jetzt ausführe bezieht sich aber ausdrücklich nur auf die Polyvalenz, respektive Fluidität, innerhalb eines Spieles).

Hier – also im Spiel – sind die exzessiven Positionswechsel der Ajax-Mannschaft auf zwei Faktoren runterzubrechen:

1.) Raumverknappung.

„Krol explains “Our system was also a solution to a physical problem. How can you play for 90 minutes and remain strong? If I as a left back run 70 meters up the wing it’s not good if I immediately have to run back 70 to my starting place. So if the left midfielder takes my place and left winger takes the midfield position, then it shortens the distance. That was the philosophy.“

Ajax war im Vergleich zu Barcelona doch eine sehr viel vertikalere Mannschaft. Nun liest man hin und wieder (u.a. kommentiert RM in dieser Richtung unter dem Artikel „Gloria Ajax oder: die totale Fußballrevolution“), dass auch Ajax immer mal wieder Kurpass-Phasen hatte, vergleichbar mit Barcelona war es wohl dennoch nicht (abgesehen davon, dass es sich zumindest mit dem was ich von Ajax gesehen habe auch nicht deckt). Aufgrund der extrem hohen Abseitsfalle wurde aber der Raum des Spielfeldes signifikant verknappt.
In Spielsituationen, in denen ein geordneter Spielaufbau von hinten nicht möglich ist, unterscheiden sich die Mannchaften meiner Beobachtung nach dann eben so: Ajax tendierte hier eher zum vergleichsweise riskanten langen Ball in die Spitze (der ob des für damalige Verhältnisse innovativen Pressings, zumindest über den „zweiten Ball“, auch keine geringe Erfolgswahrscheinlichkeit hatte), während Barcelona sein Kurzpassspiel aufzieht, Dreiecke zu kreieren versucht und mittels dieser entsprechend geduldig aufbaut.
Sehr schön hier anzusehen:
http://www.forebet.com/en/football-mathematics/127-matematikata-v-tiki-taka.html

Dieser geometrische Spielansatz bedarf aber einer höheren Positionsdisziplin, als der Totaalvoetbal. („Höheren“ nicht zwangsläufig „hohen“). Gerade wenn man den Ballbesitz als beste Verteidigung versteht, ist in den ersten zwei Dritteln des Spielfeldes eine überhöhte Fluidität wohl eher contra-produktiv.
Im letzten Drittel hingegen hat Barcelon vom Spielernmaterial doch höchste Polyvalenz geboten. Villa, Pedro, Messi und Iniesta können rochieren wie sie wollen, ohne das ein allzu hoher Qualitätsverlust eintritt. Das Gegenteil war doch dann eher München in der letzten Saison: Ein Ribéry der (fast) nur links gut spielt, ein Robben für den dasselbe rechts gilt, Gómez als klassischer Stürmer; lauter Spezialisten.
System-immanent bedrachtet halte ich Barcelona daher schon für maximal polyvalent. Das die Entwicklung derzeit in eine andere Richtung deutet, ist eine andere Geschichte. (Und wird Barcelona wohl auch kaum zum Vorteil gereichen).

2.) Ballkontaktzeit.
Das behaupte ich, mangels anderslautender Daten. Je länger Spieler X in Ballbesitz ist, desto einfacher und erfolgsversprechender ist es für seinen Mitspieler Y in den freien Raum zu stoßen und für Mitspieler Z Ys Position einzunehmen. Usw. usf.
Da sich die Ballkontaktzeiten aber dramatisch reduziert haben dürften, ist dieser totale Ansatz wohl nicht mehr durchführbar ohne seine defensive Stabilität aufzugeben. Da die Entwicklung aber seit jeher Richtung defensiver Stabilität geht, halte ich einen polyvalenteren Spielansatz als es Barcelona hatte – bei Beibehaltung der Spielphilosophie -, schlichtweg für unmöglich, bzw. dem Erfolg auch abträglich.
Im Gegenteil, gerade die Verpflichtung anderer (physisch stärkerer Spielertypen), fand ich sehr gut.

…Jetzt bin ich doch einigermaßen verwirrt. Da Du oben schreibst, dass Barcelona die Körperlichkeit abgeht (ich also davon ausgehe, dass Du gar nicht auf mehr Polyvalenz aus bist, sondern ebenfalls eher auf weniger), bin ich mir nicht mehr sicher, ob wir unterschiedlicher Auffassung sind. Hm.

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Tank 28. Februar 2013 um 22:53

Ich muss noch mal betonen, dass ich die Diskussion gut finde.

Zu Ajax: Ja, ich hab bei denen auch nur wenig Kurzpassstafetten gesehen. Kann vielleicht daran liegen, dass ich keine Spiele gegen deutlich schwächere Gegner (Liga, Pokal, erste EC-Runden) gesehen habe, sondern fast nur die großen Finals. Vielleicht hat man das gegen kleinere Gegner tiki-taka-lastiger gespielt. Also, volle Zustimmung.

Dann zu Barcelona vs Bayern: Dass Barcelona teilweise fluide gespielt hat, was polyvalente Spieler fordert, ist klar. Sie sind wohl auch polyvalenter als Bayern besetzt. Meine These richtete sich ja nur auf den Vergleich mit Ajax und Co..

Bevor ich weiter antworte, muss man noch was zum Verhältnis Polyvalenz-Fluidität sagen. Ich verstehe dich so, dass du Fluidität als gelebte Polyvalenz verstehst. Das würde ich so nicht unterschreiben. Polyvalenz ist vermutlich eine notwendige Bedingung für erfolgreiche Fluidität, aber man kann seine Polyvalenz auch anders ausleben als fluid zu spielen.

Hierzu die Definition, wie sie hier zu finden ist:

http://spielverlagerung.de/fluiditat/

Insbesondere folgende Stelle:

„Als Fluidität wird das Verlassen zumeist mehrerer Spieler von seiner nominellen Position bezeichnet, ohne dass man eine andere feste Position übernimmt. Auch wird die von einem Spieler verlassene Position nicht von einem anderen Spieler übernommen“

Das ist ja nicht das, was bei Ajax passiert ist. Da hat ein Spieler ja eine neue Position übernommen und seine alte wurde neu besetzt.

Ich würde also sagen, dass Fluidität nur eine Form von gelebter Polyvalenz ist und eben nicht diejenige, die man bei Ajax so typischerweise angetroffen hat.

Ich werde im Weiteren also nur noch von gelebter, ich meine damit: im Spiel angewendeter Polyvalenz sprechen, insbesondere in der Form, wie sie Ajax gespielt hat, also in dem feste Positionen von unterschiedlichen Spielern zumindest kurzfristig besetzt wurden.

Diese Form gelebter Polyvalenz sehe ich auch für ein kurzpasslastiges Aufbauspiel als nicht problematisch an. Wenn Alves vorne bleibt und Pedro Xavis Position einnimmt und Xavi Alves‘ Position besetzt, dann würde das bei Barca vielleicht zu einem schlechteren Aufbauspiel führen. Aber eben nur deshalb weil die Spieler nicht polyvalent genug sind. Wären sie es, sehe ich nicht, was da das Problem sein sollte.

Zur Körperlichkeit: Nochmal meine These in weniger kruder Form: Wenn Barcelonas Spieler über mehr Körperlichkeit verfügen würden, alles andere aber gleich bleiben würde, so würde das zwar nicht automatisch bedeuten, dass sie polyvalenter wären, aber immerhin doch eine gute Möglichkeit zu gesteigerter Polyvalenz bieten.

Nehmen wir an Xavi wäre z.B. deutlich sprintstärker als er ist. Dass würde seine Läufe in die Spitze um einiges gefährlicher machen und ihn so zu einem polyvalenteren Spieler machen, WENN all seine anderen Fähigkeiten darunter nicht leiden würden.

Da es vielen Barcelona Spielern aber an der ein oder anderen Form der Körperlichkeit mangelt, sind eine ganze Reihe von Möglichkeiten wie Barcas Spieler polyvalenter sein könnten verschlossen.

Anders bei Milan oder Ajax, diesen stand deutlich mehr Körperlichkeit zur Verfügung und konnten daher in gewissen Bereichen polyvalenter agieren.

Ich will nicht sagen, dass jede Form von Polyvalenz über Körperlichkeit gehen muss (über den banalen Fakt, dass man Fußball mit dem Körper spielt hinaus), aber Körperlichkeit eröffnet zumindest einige Wege polyvalent zu sein.

Antworten

seils 1. März 2013 um 14:15

Was den semantischen Teil der Diskussion betrifft:

Polyvalenz (eines Spielers): Die – grundlegende! – spieltaktische und körperliche Fähigkeit eines Spielers auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden zu können.

Polyvalenz (einer Mannschaft): Polyvalentes Spielermaterial.

Flexibilität: Die positions-offene, respektive positions-variierende Spielweise eines Spielers. Die Qualität dieser Spielweise hängt naturgemäß von der Polyvalenz des Spielers ab.

Fluidität (oder kollektive Flexibilität): Die positions-offene, respektive positions-variierende Spielweise eines Spielsystems.

So zumindest verstehe ich insbesondere fluidity im Sprachgebrauch Jonathan Wilsons und auch Michael Cox‘ im Englischen. Es ist doch bei fluiden Spielsystemen nicht zwangsläufig Voraussetzung, dass die von Spieler X aufgegebene Position nicht von Mitspieler Y übernommen werden darf.
Ob die vom verlinkten Glossar gelieferte Definition von meinem Verständnis abweicht, weil sie suboptimal formuliert ist oder es einen Unterschied zwischen dem englischen fluid und dem deutschen fluide gibt oder ich komplett auf dem Holzweg bin, weiß ich natürlich nicht.

„Diese Form gelebter Polyvalenz sehe ich auch für ein kurzpasslastiges Aufbauspiel als nicht problematisch an. Wenn Alves vorne bleibt und Pedro Xavis Position einnimmt und Xavi Alves’ Position besetzt, dann würde das bei Barca vielleicht zu einem schlechteren Aufbauspiel führen. Aber eben nur deshalb weil die Spieler nicht polyvalent genug sind. Wären sie es, sehe ich nicht, was da das Problem sein sollte.“

Das glaube ich schon. Die Frage ist ja, wie soll das umgesetzt werden?

1. Möglichkeit: Laufintensiv.
Die Spieler befinden sich in ständiger Bewegung zwischen ihren gerade aufgegebenen, angestammten Positionen, den neu geschaffenen, bzw. von ihnen neu besetzten Positionen und zurück.
Hierauf bezog ich mich eingangs, das ist wohl athletisch kaum zu bewerkstelligen.

2.Möglichkeit: Neue Positionen werden gehalten.
Wäre einerseits nicht so aufintensiv, würde aber andererseits zur Folge haben, dass positionsfremde Spieler längere Zeit ihnen wengier entsprechende Positionen besetzen müssten.
Unabhängig wie polyvalent ein Spieler ist, wird er alleine durch Übung in der ihm angestammten Position besser sein, als ein körperlich gleich geeigneter Spieler, dem die Position hingegen fremd ist. Hierdurch gingen wohl – gerade in ausgesprochen kollektivistischen Spielsystemen wie dem Barcelonas, das nicht zuletzt von blindem Positionsverständnis lebt – immens viele Synergieeffekte zwischen den einzelnen Positionen verloren.
Man darf nicht vergessen, dass auch die individualtaktischen Aufgaben für jede Position immens zugenommen haben. Ich würde also bezweifeln wollen, dass diese Ajax-Spieler auch in der heutigen Zeit so felxibel agieren würden, obgleich sie nicht minder polyvalent wären.

„Zur Körperlichkeit: Nochmal meine These in weniger kruder Form: Wenn Barcelonas Spieler über mehr Körperlichkeit verfügen würden, alles andere aber gleich bleiben würde, so würde das zwar nicht automatisch bedeuten, dass sie polyvalenter wären, aber immerhin doch eine gute Möglichkeit zu gesteigerter Polyvalenz bieten.“

Prinzipiell glaube ich schon, dass sich eine gewisse physische Stärke (negativ) auf die Polyvalenz eines Spielers auswirkt. Große, starke Spieler sind im Regelfall weniger beweglich und technisch schwächer. Sehr vereinfachend, aber in der Tendenz wohl richtig.
Insofern haben körperlich starker Spieler wie Ibrahimovic (der allerdings auch technisch absolute Weltklasse ist) oder Song Barcelona keineswegs polyvalenter gemacht (jedenfalls nicht nach meinem Begriffsverständnis), eher im Gegenteil. Trotzdem – vielleicht auch deswegen – glaube ich, dass dieser Spielertyp quasi als Impuls-Katalysator dem Spiel der Katalanen doch recht gut zu Gesicht stünde.

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Tank 1. März 2013 um 14:52

Ah, da haben wir doch zumindest mal die Verständnisschwierigkeit zwischen uns aufgelöst: Du dachtest Körperlichkeit würde Barca wohl eher weniger polyvalent machen, ich dachte es würde sie polyvalenter machen.

Ich denke, ich würde dir in Bezug auf die meisten körperlich starken Spieler des Weltfußballs recht geben. Die haben dann in anderen Bereichen Mängel, die für Barca noch wichtiger sind als Körperlichkeit, und würden so die Gesamtpolyvalenz der Mannschaft vermindern, da bestimmte Formen von Polyvalenz im Pass- und Positionsspiel nicht mehr so gut klappen würden. Soweit alles klar.

Ich hatte hingegen nur eine sehr kleine Klasse an körperlich agierenden Ausnahmespielern im Kopf. Cruyff, Maldini, Rijkaard, Neeskens, Krol z.B. in der Geschichte. Eto’o und Henry 2008/09 bei Barca. Ein Ibrahimovic, der bereit gewesen wäre, sich voll zu integrieren. Heutzutage vielleicht Kun Agüero oder ganz eventuell Wayne Rooney. Einige Innenverteidiger fallen mir ein. Wie gesagt, wenige, körperlich agierende Ausnahmespieler, die trotzdem das Barca-Spiel mitgehen können und es gleichzeitig um eigene Facetten erweitern.

Dass das ein unglaublich schweres Aufgabenprofil ist, ist mir bewusst. Aber für diese Spieler, so denke ich, gilt meine These der Polyvalenzsteigerung.

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Koom 27. Februar 2013 um 16:05

Gedankengang:
Pep Guardialo hat Barca permanent umgebaut, weiterentwickelt, auch wenn vorhandenes schon gut funktionierte. So kann man das zumindest hier entnehmen in diversen Artikeln.

Neben dem sehr viel intensiveren Coaching on-the-fly (als im Vergleich zum derzeitigen Ersatztrainer sowieso) erscheint mir das als anderer wichtiger Grund, warum es gerade knirscht im tikitaka. Eingespieltheit und Souveränität ist toll – aber führt irgendwann zum Stillstand und damit auch zum Rückschritt. Zudem verlässt man sich dann irgendwann zu sehr auf seine Routine, auf die Abläufe, die man jahrelang, teilweise vielleicht jahrzehntelang eingebimst hat, anstatt auf das zu reagieren, was gerade geschieht.

Also, wo Pep seine Spieler bewusst immer auf was anderes trimmte (Dreierkette, Asynchronität etc.) um sie davon abzuhalten, zuviel Automatismen außer den Grundlagen (Ballkontrolle, Zweikampf, Laufarbeit) zu verinnerlichen, rennen die Barca-Profis 2013 in ausgetrampelten Pfaden – die sie aber teilweise nicht mehr begehen, weil sie es nur noch denken, anstatt zu tun. Wirr, aber vielleicht versteht man, was ich sagen will.

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Joe Fertig 27. Februar 2013 um 16:23

Das, und nichts anderes als das, lässt sich zu 100% unterstreichen! Genau das ist der aktuelle „Fehler im System“.

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air force 1 27. Februar 2013 um 17:13

Hatte ich in einigen Kommentaren bereits angesprochen dass bei Barca das Gehirn, der kreative Geist, die ständige Weiterentwicklung fehlt.

Interessant in diesem Zusammenhang jedoch die aktuelle Situation bei Bayern München.
Heynkes mit seiner Erfahrung und Gelassenheit traf auf einen neuen Sportdirektor der eine Menge Verbesserungsvorschläge präsentieren konnte. Zu Anfang gab es eine ganze Reihe von Konfrontationen. Jetzt scheint es jedoch so dass sich die beiden sehr gut ergänzen. Dass die Bayern in dieser Saison bisher eine Weiterentwicklung gemacht haben steht wohl außer Frage. All dies mit einer sehr erfolgreiche Transferpolitik zu erklären erscheint mir unzureichend.

Sammer mit all seinem Sinn für harte Arbeit und Perfektion scheint mir beim FCB die wichtigste Neuerwerbung zu sein. Sehr auffällig auch dass er dazu vom DFB weggehen musste um einige seiner Vorstellungen umzusetzen.
Und jetzt kommt auch noch der kreative Geist eines Guardiola hinzu…..

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ght 27. Februar 2013 um 16:01

Naja und für (unter anderem) diese Arroganz werden sie nun eben zunehmend bestraft. Gibt halt immer mehr Gegner, die bei Barca nicht in Angststarre verfallen, sondern mit klaren taktischen Anpassungen auch zu Erfolgen kommen. Madrid ist spätestens seit Anfang letzter Saison auf Augenhöhe, Chelsea und der AC haben mit ihren Konzepten ebenfalls einen Weg aufgezeigt.

Antworten

Tzaduk 27. Februar 2013 um 15:25

Ich hatte im Ohr, dass Barca ein 0:0 reichen würde, um im Pokal weiterzukommen. Gibt es eigentlich irgendein Argument, warum Barcelona anfängt wie die Feuerwehr und damit ins offene Messer (Konterstärke von CR) rennt? „Kann“ Barcelona vielleicht gar kein 0:0? Geschweige denn „Mourinho-Mauern“?
Eine Mannschaft auf DEM Niveau müsste doch eigentlich auch in der Lage sein, ein Ergebnis einfach mal zu Ende zu bringen…

Antworten

RM 27. Februar 2013 um 15:49

Der FC Barcelona will das ja nicht. In ihrem Selbstverständnis ist ein Unentschieden nie ein zufriedenstellendes Ergebnis, schon gar nicht, wenn man von vorne herein auf das Unentschieden spielt.

Antworten

sharpe 27. Februar 2013 um 15:55

Mourinho-Mauern können sie nicht, aber eigentlich war ihre Ballbesitz-Taktik ja die bestmögliche Verteidigungsstrategie. Nur leider schaffen Sie es aktuell nicht, nach Ballverlusten ihr früher so geniales passwegblockierendes Gegenpressing einzusetzen. D.h., die gegnerische Mannschaft kommt regelmässig zu guten Konterchancen und das ist eine der Schwächen aktuell in Barcas Spiel.

Antworten

Tzaduk 28. Februar 2013 um 11:36

Danke erst einmal – macht Spaß, Euch Spezialisten einen Brocken hinzuwerfen 🙂
Ich glaube ja auch, dass Barcelona kein Unentschieden „will“. Aber wir sind uns doch einig, dass gerade die Ballbesitzstrategie hier wunderbar gepasst hätte, um Mourinho endgültig zur Weißglut zu bringen. Und alleine das wäre mir das garstige Unentschieden wert gewesen 😀
Gut, spätestens nachdem man ein Tor zurückliegt, wird es schwer, sich sinnvoll so umzusortieren, dass Real aufmacht… gerade, wenn es von einem Taktikfuchs wie „The One“ trainiert wird.
Trotzdem: Mir erscheint es wie ein wenig Arroganz, zu sagen, dass ein Null zu Null zwar reicht, es aber sicher lustiger ist, Real mit 5:0 nach Hause zu schicken, und das dürfte ja wohl kein Problem sein…

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RM 27. Februar 2013 um 13:58

Kleiner Kommentar zu Barcelona:

Nein, ich denke nicht, dass alles falsch und schlecht ist. Auch ein Abgesang wäre verfrüht und nicht treffend. Von Guardiola zu Vilanova ist mMn eine leichte Verschlechterung. Von Vilanova zu Roura ebenfalls. Die Umstände sind auch nicht perfekt – so viele Erfolge in den letzten Jahren, so viel weniger Hunger auf Titel, eine andere mentale Einstellung und kleine taktische Probleme, die aber auf hohem Niveau bestraft werden (können).

Ein Problem ist Iniesta auf dem linken Flügel. Ich habe es mal mit Tank schon besprochen, glaube ich, dass ich Iniesta keineswegs so stark wie 2011 finde; in seiner Freirolle auf links kommt er nur stärker im Offensivspiel zum Tragen. Seine Fähigkeiten als Nadelspieler, als intelligenter Pressingspieler nach Ballverlusten, als Passgeber unter Druck gehen etwas abhanden; zieht er in die Mitte, ist man auf der Seite noch anfälliger.

Individuell sind auch andere Spieler schwächer geworden. Xavis Horizontalität sehe ich nicht zwingend als gut an – ist man lieber perfekt im Sinne von fehlerlos oder hat man lieber ein paar Fehlpässe mehr, macht aber mehr Vorlagen? Dass Xavi trotzdem Weltklasse und nach wie vor von vielen unterschätzt wird, ist dennoch natürlich der Fall. 2011 fand er mMn die perfekte Balance und mit Iniesta vor ihm gab es einen anderen Spielertypen, als Fabregas, was die Spieldynamik verändert hat. Hier ist zwar nominell ein horizontaler Xavi gefragt, aber auf dem Platz entsteht durch den höheren und weniger in der Enge spielenden Fabregas eine andere Wechselwirkung, weswegen der horizontale Xavi in der veränderten Mannschaft _zu_ horizontal ist, ohne horizontaler zu sein.

Bzgl. unterschätzt-sein nochwas: Insbesondere in englischen Foren sehen ihn viele als „besten zentralen Mittelfeldspieler seit Matthäus“; das wäre dann mMn schon fast zu viel, außer man zieht Busquets und Iniesta nicht in die Überlegung mit ein. Auch Scholes, Keane, Redondo, Pirlo und Effenberg (sowie andere wie Laudrup, Sammer, …) sollte man nicht vergessen, obwohl ich Xavi (fast) allen vorziehen würde.

Ansonsten: Fabregas macht das Spiel anders, manche sagen gar „kaputt“. Nicht, weil er schlecht ist, sondern weil er nach wie vor nicht ganz barca-like ist. Fabregas würde ich eher als Option in bestimmten Spielen oder eventuell auf Linksaußen sehen. Als Iniesta-Typus ist er mMn nicht so ein perfekter Spieler für Engen und das Wechselspielchen mit Messi ist gegen die ganz großen Teams nicht so effektiv, wie erhofft. Wäre ein längerer Positionswechsel von Messi und Fabregas vielleicht gut? Wobei Fabregas einige Male in den (tlw. sehr offenen) Zwischenlinienraum ging und keinen Ball erhielt.

Auch Messi fand ich wegen seiner raumöffnenden Bewegungen und seiner Verbindung von Torjäger und Allroundspiel 2011 besser. Dass er „Zocken“ darf, stört mich nicht. Das Zitat „ohne Ball der beste“ bezieht sich mMn nicht nur aufs Defensivspiel, sondern auch auf die raumöffnenden Bewegungen, wo Messi einst unfassbar stark war. Die größere Abhängigkeit von ihm liegt u.a. auch daran und nicht nur an Formschwächen von Pedro und Co.

Unabhängig von den individuellen Aspekten: Mehr Positionstreue auf den Flügeln, weniger in der Mitte, dynamischere Wechselbewegungen, besseres Anpassen von Passmustern, erhöhte Bewegungen im Raum, wieder stärkeres Pressing. Dann wäre man wohl ähnlich stark wie unter Guardiola, ohne individuell was verändern zu müssen. Ein Innenverteidiger, obwohl ich da Abidals Rückkehr interessant finde, wäre trotzdem wünschenswert.

Alves hatte erstmals eine längere Verletzung, vielleicht legt sich das nach der nächsten Vorbereitung. Montoya finde ich ohnehin stark. Thiago würde ich ebenfalls mehr einsetzen; vl. sogar statt Fabregas, wenn man Iniesta weiterhin links haben will. Ein neuer Flügelstürmer und eventuell ein neuer Torwart, weil Valdes ohnehin gehen möchte, dann wäre man mit wenig Transfers gut aufgestellt. Die Mannschaft als solche ist ja nicht (signifikant) schwächer, sondern die Synergien und die Stabilität sind schrittweise abhanden gekommen.

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Tank 27. Februar 2013 um 14:23

Es stimmt, das Spielerpotential ist nach wie vor da. Auch das Spiel mit Ball könnte schon bald wieder besser werden, schließlich war das bis vor einigen Wochen noch um einiges besser! Die Frage aller Fragen betrifft jedoch das Spiel ohne Ball. Hier scheinen wir es mit einem grundlegenden strukturellen Wandel bei Barca zu tun zu haben. Ob das von mangelnder Motivation, mangelnder Fitness oder taktischen Überlegungen herrührt, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist, dass Barcas Arbeit gegen den Ball signifikant schlechter geworden ist. Und ob sich das so schnell beheben lässt, das steht in den Sternen.

Ich persönlich schätze den Schnittstellen-Xavi auch mehr als den fehlerlosen Xavi. Hat schon seinen Grund, warum ich beim Draft extra betont habe, dass ich Xavi 09/10 nehme. 😉 Ob Xavis Spielumstellung etwas mit Messis false 9 Rolle zu tun hat, wäre interessant zu sehen. Nach dem Motto: Messi spielt immer spielmachender, daher beschränkt Xavi sich weitestgehend auf die Absicherung durch seine absurde Passsicherheit.

Xavi als bester zentraler Mittelfeldspieler seit Matthäus…mhm, mal angenommen man verengt den Pool der zur Auswahl stehenden Spieler und schließt offensivere und defensivere Typen aus, dann kann man Xavi wahrscheinlich zumindest als den einflussreichsten zentralen Mittelfeldspieler seit Matthäus, bzw. evtl. seit immer, bezeichnen. Die Ära Barcelona und Spanien sind von der Spielanlage her halt die Ära Xavi. Ob das gleichbedeutend mit „der beste“ ist, ist wieder ne andere Frage.

Sagen wir so, in meiner Weltelf 2000-10 und in meiner Weltelf 1950-2012 steht er. Aber mich da als neutral zu bezeichnen wäre verwegen. Aber andererseits… mal angenommen, man will eine Mannschaft aufbauen, die gnadenlos auf Ballbesitz spielt und man kann sich alle Spieler aussuchen, die man will: Wer ist der erste Name auf dem Aufstellungsblatt? Eben.

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Tank 27. Februar 2013 um 14:30

Und um noch mal etwas klarstellendes zu Barcelonas Niedergang/Krise/Ende/etc. zu schreiben. Falls es so etwas geben sollte, dann ist damit natürlich nicht gemeint, dass Barca von der überragenden, nur noch mit historischen Teams zu vergleichenden Truppe der letzten Jahre zu einem Trümmerhaufen wird. Dafür ist schon das Spielermaterial viel zu gut und größtenteils im besten Alter.

Wenn man von Barcas Ende spricht, dann kann es nur darum gehen, dass Barcelona von der überragenden, nur noch mit historischen Teams zu vergleichenden Truppe der letzten Jahre zu einem der besten Teams auf der Welt wird. Prinzipiell könnte Barcelona mit ein bisschen Glück dieses Jahr die Champions League gewinnen und man könnte trotzdem berechtigt davon sprechen, dass sie nicht mehr das Team sind, dass mit Recht zu den größten Teams der Geschichte gerechnet wird.

Ich nenne das immer den Federer-Tod, in Anlehnung an den Werdegang des großen Tennisspielers.

Antworten

RM 27. Februar 2013 um 19:46

Ersten Namen bei einer Ballbesitzmannschaft? Antonio Rattin, Nestor Rossi, Michael Laudrup, Fernando Redondo, Sergio Busquets, Andrés Iniesta, Leo Messi, Pelé, Johan Cruijff, Alfredo Di Stefano, Paul Scholes, Josep Guardiola, Didi, Xavi Hernandez, Clodoaldo… jaja, weiß schon, was du meinst. Weltelf 1950-2012 fände ich dennoch übertrieben, Weltelf 1990 bis 2012 würde wohl passen.

„Federer-Tod“ stimme ich zu. Klingt schön.

Antworten

Lobanowskyj 27. Februar 2013 um 20:24

Nur noch eins zum „Problem“ Iniesta (Jammern auf dem Mount Everest!):
Ich gebe dir recht, dass er nicht mehr so stark wie 2011 ist. Ein anderer interessanter Aspekt wird bei zonalmarking.net aufgezeigt:
Iniesta und Fabregas passen einfach nicht zusammen. Wie man sieht, stehen die beiden sich (was die durchschnittliche Position im Spiel angeht) gegenseitig auf den Füßen, rennen sich teilweise fast über den Haufen, und wenn Iniesta den Ball bekommt, bewegt sich Fabregas in keine brauchbare Anspielposition und öffnet auch keine Räume für Iniesta. Womit ich wieder bei meiner Kritik an Fabregas wäre, was mir eigentlich weh tut.
Der Punkt ist: ein anderer Trainer (das Problem ist auch schon aufgetreten, als Vilanova noch Vollzeit da war), eben zB. Pep, hätte das in kurzer Zeit erkannt und mit den beiden massiv an ihren Laufwegen gearbeitet (das muss man nämlich auch mit erfahrenen Spielern immer wieder).

Antworten

air force 1 27. Februar 2013 um 20:34

1. Ehrlich gesagt, glaube Du hast die Sache noch nicht verstanden. Iniesta ist in der Form seines Lebens, nicht umsonst stand er beim goldenen Ball direkt neben Messi und Ronaldo – das ist noch nicht einmal 2 Monate her.
Zudem wurde er zum Spieler der EM 2012 gewählt- liegt etwa 8 Monate zurück.

2. Xavi ist das Problem. Seine fehlende Fitness ermöglicht ihm eben nicht mehr dieses super aggressive Gegenpressing auszuüben-welches Barca vorher so enorm stark gemacht hat.
Und weist Du wie es aussieht wenn Du 1-2 Spieler hast die eben nicht effizient mitpressen? Genau, seine Kollegen werden nach einigen Versuchen extrem frustriert sein- zumal sie einen hohen Aufwand betreiben.

3. Aber nimmst du einen Xavi mt all seiner spielerischen Klasse und „blindem Verständnis“ mit Iniesta aus dem Team, wenn du nur der Assistent des Assistenten bist?
Natürlich hätte man schon längst Fabregas in dieser Rolle von Xavi aufbauen können und für einen fließenden Übergang sorgen können. Dafür dass man es nicht gemacht hat bezahlt man nun.

4. Glaub mir, ich sehe einen Xavi auch sehr gerne spielen aber er ist spätestens seit der EM 2012 nicht mehr in der Lage konstant Weltklasse inklusive aggressives Gegenpressing zu leisten.
Mach Dir mal Gedanken darüber wie stark Alonso und speziell auch Khedira gestern gegen eben Xavi / inietsa waren. Die haben den beiden Barca Spielmachern bei jeder Ballannahme „auf die Füße getreten“. Khedira ist in der Form seines Lebens.

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RM 27. Februar 2013 um 20:42

1. Nur weil die Fachwelt und Medien spät dran sind, muss ich es nicht sein. Iniesta hatte seine Hochzeit 2009 und 2011. Seine Entscheidungsfindung ist schwächer geworden, seine Stärken werden nicht mehr ideal eingesetzt, was man allerdings zugunsten mehr Effektivität und Spektakel geopfert hat. Darum wirkt er besser, obwohl er es in meinen Augen nicht ist. Dass er trotzdem die #1 mit Messi in der Offensivabteilung ist, weiß ich.

2. Soweit ich weiß, ist Xavi noch immer der konstant laufstärkste Akteur bei blaugrana. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Bei der EM 2012, jenes Turnier, auf welches du mich hinweist, war er im Finale sogar DER wichtigste, entscheidendste und beste Pressingspieler der roten Furie.

3. Fabregas in der Xavi-Rolle? Das würde ich z.B. für eine absolute Fehlbesetzung halten.

4. Sicherlich nicht, weil Alonso dynamischer und laufstärker als Xavi ist, sondern weil sich deren Aufgaben dramatisch voneinander unterscheiden; offensiv wie defensiv. Wurden bei der EM 2012 nicht von vielen „Alonso-raus“ gefordert? Dass Khedira in einem taktischen Korsett defensiv herausragend sein kann, weiß man.

P.S.: Ich bin auch ein Xavi-Kritiker. Ich würde ihn durch Thiago ersetzen bzw. rotieren. Und ich bin ein Bewunderer Iniestas. Aber man muss es mit Kritik/Lob nicht übertreiben.

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air force 1 27. Februar 2013 um 23:25

Frage mich ob Du nur provozieren möchtest.

Jeder der Barca die letzten Jahre verfolgt sieht wie stark Iniesta zur Zeit ist. Er ist im Gegensatz zu Xavi auf seinem Zenit und nicht darüber hinaus. Iniesta beweist dies Woche für Woche.

Dass Xavi ein super EM Endspiel abgeliefert hat wurde von mir bereits erwähnt- aber bis zu eben jenem 4:0 gegen ITA hat er sich geschont.

Niemand in Barcelona spricht davon dass Xavi in Bestform ist. Warum wohl?

Warum hat man nicht Xavi zum besten EM Spieler gewählt? Warum hat Xavi direkt nach dem EM Turnier seinen Rücktritt von der N11 Spaniens verkündet? Warum ist Xavi gestern praktisch überhaupt nicht auffällig geworden? Warum lässt er sich in der Physio behandeln wenn es Zeit wäre mal klare Statements auch in der Öffentlichkeit zu bekunden…
Er weis selbst ganz genau dass seine beste Zeit vorüber ist.

Mein Tipp, Barca wird genau auf den Positionen Verstärkungen holen wo zur Zeit Xavi und Puyol stehen.

Tatsache ist dass Mou die aktuellen Schwachpunkte bei Barca sehr gut mit seinem Team offengelegt hat. Puyol und Xavi sind Nostalgie. Entweder Barca findet dort neue Lösungen oder es wird von Mannschaften internationaler Klasse gnadenlos ausgenutzt.

Xavi wird in vereinzelten Spielen immer mal wieder glänzen, aber konstant Weltklasse ist nicht mehr möglich.

Bei Puyol der Barca Legende kann ich die Fehler und Verletzungen der letzten 12 Monate schon kaum mehr aufzählen- inklusive letztes N11 Spiel in Qatar gegen Uruguay..
Del Bosque hat ihm die Gelegenheit gegeben sein 100. N11 Spiel zu machen.

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RM 28. Februar 2013 um 00:21

Nur weil Xavi nicht in Bestform ist, heißt es nicht, dass Iniesta in seiner besten Form ist. Iniesta ist in guter Form, Iniesta ist Weltklasse. Das war er schon immer. Und er war schon in besserer Form. Nur jetzt springen Medien und Co. darauf an, weil er Scorerpunkte en masse erzielt.

Also benötigt er [Xavi] Schonung, um Weltklasse zu bringen? Wäre Thiago als Stammspieler gegen 90% der Gegner und Xavi in den 10%, den Topspielen, also die Lösung aller Probleme?

Und wieso lobst du denn Alonso, der eine schwächere Saison als Xavi spielt und in ähnlichem Alter ist? Ich höre nur „Por que“ und Kritik an Fachleuten, während deine Antworten zu den selbst gestellten Fragen nur weitere Fragen aufwerfen.

Niemand in Barcelona spricht davon, dass irgendwer in der Mannschaft in Bestform ist. Sind also alle über den Zenit hinaus? Fabregas zu alt? Albas starke Anfangsphase nur Blendung? Wo war Iniesta gegen Real? Messi? Wie oft war er im Trikot der Albiceleste schon ein Schatten seiner Selbst? Und was war plötzlich letztes Kalenderjahr? Wird man sich auch auf ihren Positionen verstärken?

Und ja, dass Xavi und Puyol mittelfristig ersetzt werden müssen(!), bezweifle ich nicht. Du kaust mir eigentlich nur jene Sachen vor, die ich selbst schon mehrmals geschrieben habe. Ich widerspreche dir eigentlich nur in den gewünschten Konsequenzen deiner Beobachtungen; die einzige Beobachtung, der ich widerspreche, ist Iniestas Bestform. Das sage ich seit Saisonbeginn.

Er steht stärker im Fokus der Mannschaft und wird unterstützt, als Unterstützer zu sein. Wegen seiner Positon und den Gruppendynamiken ist das aber nicht die Ideallösung.

Für den Laien geht aber seine „Spielstärke“ nach oben, denn er darf individueller und scorerlastiger spielen; seine Stärken liegen aber woanders und darum kann er per sé nicht seine Topleistung abliefern; ein Spieler ist nicht so stark, wie stark er spielt, sondern wie viel stärker er das Kollektiv macht. Das war Barcelonas Stärke. Iniestas herausragende individuelle Fähigkeiten kommen mehr zum Tragen, die kollektiven Synergien sind passé…für mich war Iniesta 2011 bis zur EM 2012 am Höhepunkt seines Schaffens, wobei ich ihn 2011 besser fand, als noch 2012.

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air force 1 28. Februar 2013 um 01:35

Gut also erkläre ich es hier dem Laien. Deine These :“ desto mehr Iniesta strahlt desto schwächer sein Kollektiv“. Richtig?

Gut: Anschauungsbeispiel: Copa del Rey Hinspiel Real gegen Barca 2013. Iniesta spielt mit angezogener Handbremse- manche Experten nennen dies hier im Forum „inversiv“. Messi kriegt nicht einen Stich im gesamten Spiel.
Die Spanier haben dafür eine treffende Beschreibung „Another Night in the Cage for Messi“. Messi wird neutralisiert indem stets 2-3 Spieler um ihn herum sind und sofort attackieren. Sie formen also einen Käfig für ihn.

Iniesta hat seinem Kollegen Messi folgendes gezeigt: „Messi is better with Barca and Barca is better with Messi“. Iniesta wollte dass Messi seinen Vertrag verlängert was dann auch einige Tage später geschehen ist.

Ohne einen mannschaftsdienlichen Iniesta kein glänzender Messi. Iniesta wird hauptsächlich daran gemessen wie gut und viel er für Messi vorbereiten kann. Die aktuelle Torquote und Scorerstatistik sagt ALLES.

Noch ein Beispiel : im Meisterschaftsspiel von Barca vor dem CL Hinspiel beim AC Mailand wird Iniesta von Roura geschont. Als es bis zur 68. Minute immer noch Unentschieden steht wird Iniesta doch noch eingewechselt.
70 Minute Freistoßtor Messi. Bis dahin war er völlig blass.
Iniesta glänzt als Vorbereiter für Messi. Alle Werte bestätigen dies.
Thema beendet.

Was mich ehrlich hier in diesem Forum von Experten wundert ist dass die Persona Varane und dessen 2 Kopfballtore in der Copa gegen Barca keine Rolle gespielt hat. Beides aus Standarsituationen resultierend. Freistoß- und Eckballvorlage duch Özil.
Das ist ein taktisches Mittel von Mou und hat seine Wirkungen gezeigt.

Abschliessend zum Thema Alonso: der Gegentreffer durch Alba geschah nach der Auswechslung von Alonso. Bis zu seiner Auswechslung gab es kein Durchkommen im Real Bollwerk.

Der Laie liest Statistiken vergisst darüber jedoch die Schlüsselszenen des Spiels. Hier liegt der Schlüssel zum Sieg.

Wir sind sehr unterschiedlicher Auffassung, wir sollten trotzdem den gegenseitigen Respekt aufrecht halten.

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RM 28. Februar 2013 um 10:13

Falsch, das sage ich nicht. Iniesta fand ich individuell und für das Kollektiv stärker, als er als Nadelspieler im linken Halbraum und einer freien ZM/ZOM-Rolle agierte. Er ist jetzt nur scorerlastiger, nichts anderes. Und es soll nicht das Ziel sein, dass Messi so viele Tore wie möglich macht, sondern das Kollektiv möglichst viel gewinnt. Desweiteren ist Iniesta als einzelner Vorbereiter sowie Hauptverantwortlicher für ein Freistoßtor keine besonders überzeugende Argumentation.
Wenn man Busquets auf die Acht stellen würde, hätte er ebenfalls mehr Scorerpunkte. Die Leute würden seine herausragenden Pässe öfter bemerken, weil sie in den Highlights vorkommen, in den Statistiken als Vorlagen erkennbar wären und die Vertikalität spektakulärer ist. Wäre er individuell besser? Das bezweifle ich. Wäre er für das Kollektiv besser aufgehoben? Sicherlich nicht.

Du ziehst einfach einzelne Aspekte aus einzelnen Spielen und generalisierst sie (Alonso). Dann suchst du pauschale Begebenheiten und generalisierst diese nochmal (EM-Argument). Ist Alonso besser als Xavi, weil er gegen Barcelona top war? Wieso ist Real Dritter? Wieso überzeugt Alonso weniger als die vergangenen zwei Jahre? Wieso war bei der EM Alonso der schwächste zentrale Mittelfeldakteur der furia roja? Wieso wurde er als überflüssig bis schädlich bezeichnet?

Barcelonas Pressingproblem rührt nicht von Xavi, sondern der Trainingsarbeit, der Mentalität und den Stürmern. Iniesta war zentral einer, der viele Löcher dynamisch und spielintelligent absperrte; Fabregas tut es nicht. Auf den Flügelstürmern hatten sie enorm aggressive und schnelle Spieler, die das Pressing auslöste; jetzt könnte das nur Pedro, der im Formtief ist. Messi ist von Defensivarbeit bekanntlich ausgenommen. Ein überfallartiges Pressing startet mit Kommando von hinten; ein konstantes Pressing muss prinzipiell erfolgen und ganz vorne ohne Kommando beginnen. Xavi und Co. erhalten schlicht nicht mehr die Plattform für das stabile, passabfangende Aufrücken, für welches nicht einmal viel Dynamik benötigt wird. Falls du jetzt sagst, Xavi ist spielunintelligenter geworden, dann meinetwegen…

Dass Barcelona bei hohen Bällen schwach ist, muss man wohl nicht näher ausführen. Ist so ziemlich der einzige Punkt, in welchem alle übereinstimmen.

Bezüglich gegenseitigem Respekt: ich argumentiere, du hingegen behauptest einfach, du wärst richtig. Zitate wie „Du bist auf dem richtigen Weg“ oder die andauernde Bezeichnung von anderen als „Laie“ passen nicht zu deiner Respektforderung. Falls du in der Bundesliga unter dem Namen Jürgen Klopp tätig bist, nehme ich den Einwand natürlich zurück. Ansonsten bitte ich dich, dass du nicht mit zweierlei Maß misst und meine Argumente verdrehst, während du keine eigenen hast bzw. auf meine nicht eingehst, dich aber gleichzeitig überaus anmaßend gibst – immerhin behauptest du ja, du hättest die Lösungen für die Probleme des stärksten Fußballvereins der vergangenen Jahre.

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Tank 28. Februar 2013 um 02:42

Ich stimme RM in den meisten Punkten zu, sehe Iniesta aber näher an seiner Topform als RM dies tut.

Die Argumentation von air force 1 finde ich teilweise etwas unhöflich und will deshalb nicht weiter drauf eingehen.

Ich will nur kurz auf einen Irrtum hinweisen: Xavi spielt nach wie vor für die spanische Nationalmannschaft. Er hat auch nie seinen Rücktritt verkündet, sondern maximal drüber nachgedacht.

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YA 28. Februar 2013 um 17:30

Eine unterhaltsame Diskussion führt ihr da :D…Also ich stimme da auch eher RM zu. Die ‚Probleme‘ die Barca hat sind,wie von RM oben erwähnt, das schlechtere Gegenpressing und das leicht veränderte Offensivspiel(obwohl dieses je am Anfang der Saison noch gut funktionierte.) Einzelne Spieler als Grund anzusehen, wie bei Xavi(zu alt) halte ich für Quatsch. Xavi spielt schon horizontaler, aber das kann auch an dem veränderten System liegen. Ich frag mich aber nur gerade,ob schon Xavi in der letzten Saison horizontaler spielte als 2011 und 2010….??Mir hat Xavi schon letztes Jahr weniger beeindruckt.

Bei Iniesta will ich einfach nur an die CL-Finals erinnern. 2009 gg Arsenal, oder 2011 gg ManUtd. Kaum ein ZM- spieler hat mich in diesen Spielen und anderen umgehauen(!). Ich glaub er wurde auch in den Spielen nicht zum ‚Man of the Match‘ gewählt, aber ich fand er war der entscheidende Mann im Finale als auch zuvor in den Halbfinals bzw anderen wichtigen Spielen. Damals war auch die Synergien zu Xavi viel besser.
Ich denk es war auch kein Zufall, dass Mourinho nach der 5:0 Blamage in den folgenden Clasicos Iniesta manngedeckt hat und versucht hat die ‚Verbindung‘ zu Xavi zu unterbrechen…
Trotz allem würde ich den jetzigen Iniesta nicht unbedingt als schlechteren Bezeichnen. Er bringt somit immerhin den Vorteil der Durchschlagskraft für Barca und seine Leistung sind immer noch phänomenal. Aber es ist wahrscheinlich eine Verschwendung seiner Fähigkeiten.

Noch ein Wort zu Alonso: Vielleicht hab ich es falsch aufgefasst, aber @ RM mir kommt es mir vor, dass du Alonso nicht so sehr schätzt bzw. sehr kritisierst.
In diesem Fall muss ich dir widersprechen. Ich finde er ist einer der am meisten unterschätzten Spieler der Welt. Natürlich sind Xavi und Alonso grundlegend verschieden. Aber ich finde, dass Alonso im Bereich Spiellenkung und Defensiv-Spiel mithalten kann. Aber halt auf einer anderen Basis. Alonso ist der perfekte Spieler für das schnelle überbrücken im Mittelfeld. Keiner kann so perfekte Diagonalpässe spielen und so Raum überbrücken und der Mannschaft somit Dynamik verleiten, genauso gut ist auch seine Ballverteilung. Noch größere Fähigkeiten sehe ich bei ihm im Defensivspiel. Er hat genau das Feeling, wann er rausrücken soll,um Pressing zu spielen, wo er sich bewegen muss, um den Raum zu verteidigen, in welchen Momenten er sich in die Innenverteiligung fallen lassen soll. Er verleit dem Team somit unglaublich viel Sicherheit und Kontrolle. Wenn Real hinten liegt, und Mou alles auf Offensive umschaltet, und der Gegner Real auskontern will, gewinnt Alonso in diesem Momenten so viele Bälle, obwohl sie da teilweise in Unterzahl spielen. Er attackiert bzw. lässt sich genau in den richtigen Momenten fallen.
Seine bisherige Saison würde ich auch nicht schlechter als die von Xavi bezeichnen. Man muss da ja auch mit einfließen, dass bei Real viele Spieler lange Zeit keine gute Form hatten. Zurzeit läuft es viel besser, gg ManUtd. spielte er z.B. überragend. Allerdings fand ich ihn letztes Jahr im offensiven Spiel besser. Vielleicht spielt offensivere Auslegung von Khedira eine Rolle!?!? Im Def. Bereich bringt er aber konstant weiterhin gute Leistungen…

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air force 1 28. Februar 2013 um 17:47

Mich langweilt es. Verabschiede mich hier und wünsche noch viel Spaß mit Euren Diskussionen.

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Lobanowskyj 27. Februar 2013 um 12:17

Dem Abgesang meiner Vorredner auf Barca kann ich mich nur zum Teil anschliessen. Klar, Barca scheint nicht mehr so variantenreich wie unter Pep und hat meines Erachtens auch ein Problem mit der (abgedroschene Formulierung) „Laufbereitschaft“. Insofern wären einige Personalwechsel womöglich angebracht. Speziell der Trainer sollte sich ab und zu mal von den Barca-Dogmen lösen (was Pep übrigens regelmäßig tat). Aber gleich vom Ende des „Ballbesitz-Fußballs“ zu sprechen?!

Erhellend fand ich die Schilderung, wie Mourinho das Gegenpressing Barcas ins Leere laufen lies und sie mit langen Bällen verunsicherte. Das war stark. Aber mal ehrlich: neu war das nicht. Ich erinnere mich zB noch dunkel an ein Spiel Barcas im Nou Camp gegen Shakhtar Donezk, in dem es den Ukrainern ein halbes Dutzend mal gelang, mit langen Vertikalpässen in den Raum hinter die aufgerückten Barca-Außenverteidiger brandgefährlich (und in Überzahl) vorm Tor aufzutauchen. Und das war nahe am Zenit von Peps Ära. Der Unterschied gestern abend war lediglich, dass Madrid auch die technisch starken Spieler hat, um so was zu verwerten.
Interessant war, dass, wie schon beschrieben, mit dem Versagen des Gegenpressings das ganze Offensivspiel Barcelonas hinüber war, man also von diesem Dogma wohl mittlerweile völlig abhängig ist. Da fehlt dann tatsächlich ein „Alternativplan“.

Insofern hat „The Big One“/“El Traductor“ offensiv ein einfaches Mittel gefunden. Defensiv finde ich sein Konzept aber fragwürdiger, als es hier dargestellt wird. Die Idee mit der „Quasi-Fünferkette“ und der Mannorientierung sah schon richtig gut aus, aber generell hat sich Madrid doch viel zu tief gestellt/dahin drängen lassen. Barca in Topform hätte das sicherlich ausgenutzt. Milan, die hier oft als Vergleich herangezogen werden, hat das wesentlich besser gemacht, indem sie schon um die Mittellinie herum den Raum extrem komprimiert und Barca jede Luft zum Atmen genommen haben. Arrigo Sacchi hat da bestimmt einige Tränen des Stolzes vergossen. DAS war, als müsste man Tiqui-taca auf Stacheldraht spielen. Da ist Madrid nicht ansatzweise rangekommen.
Bezeichnend für Madrids Risiko sind für mich die Screenshots 3 und 4:
Bild 3: Die Fünferkette und das Pressing der Spieler davor: schön und gut. Aber was ist mit dem riesigen Raum dazwischen? Madrids Abwehr müsste hier idealerweise bis zur Mittellinie aufrücken und die Lücke schließen – oder die Sechser zurückziehen. Wenn sich hier Iniesta oder Fabregas (der hier, glaube ich, zentral steht) in diesen Raum aufmachen und versuchen, den Ball schnell zu verarbeiten, bekommen Madrids Sechser nie und nimmer rechtzeitig Zugriff (Geschwindigkeit ist alles!). Dann kann man „Lochpässe“ auf die sich diagonal bewegenden Messi und Pedro spielen oder per Dribbling die Fünferkette quasi vor sich her schieben.
Damit sind wir aber auch schon beim Problem: Fabregas!Was für ein Totalausfall. Wie eigentlich ist seine Rolle genau definiert bzw. wie interpretiert er sie? Wenn er als richtiger Zehner agieren würde, könnte er diese weiten Räume ausnutzen. Diesen Zehner besitzt Barcelona anscheinend auch nicht auf der Bank.
Bestes Beispiel:
Bild 4: Wie RM schon schildert: Dadurch, dass di Maria sich zurückzieht, kann sich die ganze Defensive auf die Messi-Seite verschieben und erzeugt gemeinsam mit den Sechsern eine erdrückende Überzahl. ABER: Wieder ein riesiger freier Raum vor der Abwehr! Wenn sich Barcas (nicht vorhandener) 10er dorthin begibt, wo schon der Schiri steht (hervorragend antizipiert!), hat er nach einem scharfen Zuspiel von Messi (und der kann so was auch in dieser Situation) alle Trümpfe in der Hand. Ich werfe jetzt mal die verwegene These in den Ring, dass ein Toni Kroos in der momentanen Verfassung für Madrid hier zum echten Problem geworden wäre.

Fazit: Madrid hat stark von einem weiteren Gruseltag von Barca, ihrer Starrheit und einem fehlenden Zehner profitiert. Das sind für mich aber Probleme, die man korrigieren kann, ohne die Philosophie aufzugeben oder den ganzen Kader in Rente zu schicken.

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El Entrenador 27. Februar 2013 um 14:53

Wenn sich Barcas (nicht vorhandener) 10er dorthin begibt, wo schon der Schiri steht (hervorragend antizipiert!)….made my day!!! 😉

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mb 27. Februar 2013 um 09:41

Ich glaube nicht, dass die Barca Spieler viel schlechter spielen als letzte Saison. Ich glaube aber schon, dass unter Guardiola im Training die Passmuster und auch das Gegenpressing viel besser vorbeireitet wurden. Für mich sehen die weder satt noch unmotiviert aus, sondern untrainiert!
Die Automatismen verschwinden langsam (oder auch nicht so langsam) und plötzlich sieht es so aus, als fehle die laufbereitschaft und und der wille, aber wie gesagt, das ist es nicht.

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Butter 27. Februar 2013 um 12:44

Dazu bleibt nur Eines zu sagen, es gehören immer zwei dazu!!!! Es liegt nicht nur an Heynckes, dass Bayern diese Saison so gut spielt…….

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New left Football 27. Februar 2013 um 09:00

wie schon gehen Milan ist Barca vor allem an sich selbst gescheitert. Dass Gegner Räume eng machen und pressen ist ja nichts neues. Neu ist aber, dass sich Barca derzeit nicht mehr weiß, wie es sich daraus befreien soll. Als hätten die supertechniker ihre la Masia Ausbildung vergessen. Das Team wirkt tief verunsichert. Angriffe werden nur noch halbherzig gespielt Weiland offensichtlich bereits mit dem Gegenangriff rechnet. Es fehlt der Dirigent Vilanova ohne den das Orchester hilflos ist.

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Joe Fertig 27. Februar 2013 um 14:25

So und nicht anders – genau das ist es was ich sehe. Seit Tito „weg“ ist geht nichts mehr voran.

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André 27. Februar 2013 um 08:49

Ich glaube Barca braucht bald wieder einen neuen Trainer. Man bräuchte einen der ähnlich wie Pep zu Beginn den ein oder anderen satten Superstar demontiert, so dass die Mannschaft wieder die Chance hat sich neu zu entwickeln. Sicher ist es hart Legenden und diesmal sind viele aus der Barca-Jugend und nicht wie Ronaldinho, Deco und Co aus dem Ausland, auszusortieren, doch es ist einfach notwendig. Xavi’s Zeit ist leider vorbei, Fabregas passt nicht zum Team, Puyol nicht mehr in der Lage und Alves scheinbar auch nicht mehr. Zudem langt die Qualität von Pedro für die Spitze nicht aus und es scheint als schaffe er den Sprung nicht. Villa braucht vllt noch ein wenig, könnte aber evtl eine Alternative sein. Abgesehen von Messi sehe ich vorn zu wenig Qualität und Iniesta aus dem Zentrum zu nehmen, damit Fabregas dort spielen kann ist mMn der falsche Ansatz – es hemmt die Konkurrenz. Zusammengefasst, denke ich die große Zeit dieser Mannschaft ist leider vorbei und man muss nun einen Schnitt machen. Die Mannschaft benötigt dringend Veränderung, welche entweder aus der eigenen Jugend herbeigeführt werden kann oder durch Spielerkäufe. Wahrscheinlich kann dieser Bruch nicht sofort realisiert werden, da Legenden gepflegt sein wollen und sicher etwas Geduld verdient haben. Deshalb wird sich Barca erst nach Vollzug dieses Schnittes wieder in der absoluten Spitze zurückmelden können. Zu hoffen bleibt nur, dass man die Zeit ohne internationale Titel finanziell verkraften kann, ansonsten wird’s der spanischen Liga wie der italienischen ergehen und man versinkt im Durchschnitt bzw im südeuropäischen Liga-Chaos.

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Tank 27. Februar 2013 um 12:51

Darf ich dich fragen, warum Xavis Zeit vorbei ist? Ich finde ihn diese Saison eigentlich wieder deutlich stärker als letzte Saison. Man darf von ihm nur einfach nicht den Xavi von 08-10 erwarten, der enorm viele Killerpässe spielte. Sein Spiel ist horizontaler, dafür aber auch quasi fehlerlos geworden. Das war auch in der Saison 10/11 so, die ja allgemein als der Höhepunkt der Schaffenskraft des FC Barcelona gilt, auch wenn ich mir da nicht ganz sicher bin, ob das so pauschal richtig ist. Kurz gesagt: Im angeblich besten Barca aller Zeiten hat Xavi schon ziemlich genau so gespielt wie heute und wurde dafür gefeiert. Heute soll seine Zeit vorbei sein. Das bedarf zumindest weiterer Erklärung.

Die Frage geht nicht nur an André. Andere haben sich ja ähnlich geäußert.

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Piquenbauer 27. Februar 2013 um 12:57

Das ist schlichtweg Polemik und Überschriften kopieren von entsprechenden Schundblättern. Es ist einfach zu sagen: Xavi ist alt, der kann nichts mehr. Der gute kann noch so gut sein, er wird für immer unterschätzt bleiben.
Wer sich mit dem Spieler vernünftig auseinandersetzt und regelmäßig Barcelona guckt, wird zu einem reelleren Ergebnis kommen. Aber das kann man ja nicht von jedem erwarten.

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KR 27. Februar 2013 um 08:18

Ich finde eigentlich hat Milan mit der Leistung aus dem Hinspiel das Weiterkommen schon verdient, aber ich hätte unter einem Umstand nichts dagegen, wenn Barca im Rückspiel unverdient weiterkommt; nämlich falls sie dann gegen Dortmund oder Bayern spielen. Ich würde mich wirklich über eine Machtdemonstration freuen. Am Besten Bayern gegen Barca, so dass jeder 0815-Fan auf der Welt und jedes Toptalent sieht, warum Pep nach München geht und warum Bayern Barca den Rang abläuft. Um aller Welt zu zeigen, dass diese Ära beendet ist und um Heynkes die maximale Wertschätzung entgegen zu bringen. Dortmund gegen Barca würde entsprechendes signalisieren und bei einem Weiterkommen helfen Hummels und Konsorten zu halten. Dortmund hat ja in den letzten Jahren mit Bescheidenheit gewirtschaftet; wenn sie es schaffen aus den Überschüssen eine langfristige Basis für einen stärker besetzten Kader zu schaffen, bei diesem Trainer und der Stimmung… verlockend! Also nieder mit unverhältnismäßigem Hype.

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observer 27. Februar 2013 um 13:37

sorry aber was für ein schwachsinn!

zunächst einmal hat barca eine bombenhinrunde gespielt. kein vergleich zu letzter saison, wo man auswärts ständig gepatzt hat.

dann vergessen wir mal nicht, dass der trainer seit fast 3 monaten nicht mehr effektiv auf die mannschaft einwirken kann! vilanova hat bisher super arbeit geleistet (insbesondere mit tollen einwechslungen um spiele noch zu gewinnen).

der große fc bayern hat bisher außer der meisterschaft nichts gewonnen und ist gegen ein mittelmäßiges arsenal weitergekommen. keine angst bayern wird noch richtig schwitzen. bereits gegen leverkusen und dortmund war man nicht so souverän, wie die mannschaft schon wieder hochgeschrieben wird. bayern 2013 ist klar besser als die mannschaften der letzten jahre, aber dennoch stehen die CL killer spiele noch aus und nur daran wird man gemessen.

barcelona ist momentan sicherlich ein schatten seiner selbst, aber eines sollten wir auch nicht vergessen. milan hatte bei aller defensive auch nur 3 echte torchancen. wenn der freistoß nicht reingeht, gehts wsl 1:0 aus und dann sähe die welt ganz anders aus.

was man natürlich festhalten muss ist, dass man seit 2011 wesentlich messi-lastiger ist. dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass sich villa das bein gebrochen hat und somit lange zeit außer gefecht war. abidal fiel auf tragische weise ebenfalls aus.
zudem bekommt man mehr tore als zu peps zeiten. hier wurde bereits vor der saison über einen neuen IV gesprochen, doch geholt hat man song.

die mannschaft muss sicher in der abwehr verstärkt werden und in der offensive sollte man versuchen flexibler zu werden, sprich die tore müssen wieder auf mehreren schulter verteilt werden, aber von dem ende einer ära zu sprechen ist absolut absurd. messi iniesta cesc busquets (thiago) pique alba sind alle im besten alter.

die mannschaft besitzt das potenzial auch in den nächsten 5 Jahren noch der maßstab zu bleiben und ich wüsste nicht welche andere mannschaft momentan das potenzial hat, überhaupt eine ähnliche dauerhafte dominanz zu erschaffen.

wsl werden wir auch diese saison keine begegnung bayern – barca bekommen also sind die vergleiche ohnehin obsolet

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air force 1 27. Februar 2013 um 05:23

Ja, dass sehe ich genau wie Du Euskadi.
Das einzige Team welches in der spanischen Liga mit Barca und Real einigermaßen mithalten kann ist Athletico ( mit Falcao, mit Diego Costa und einer Top Defense ).
Es kommt bereits mit einigem Abstand Malaga und dann fällt man in ein tiefes Loch. Valencia wurde von PSG im eigenen Stadion dermaßen vorgeführt dass man Ibra eine rote Karte geben musste damit das Rückspiel zumindest noch einigermaßen spannend bleibt.

Wie auch immer, Real hat heute die Maske herunter gelassen und das Visier gezeigt. Real hat dieses Jahr ein Hauptziel: Gewinn von La Decima- der Zehnte CL Titel!!!
Ferguson war heute im Camp Nou- er schläft sicher sehr unruhig.

Ja, Barca erinnert jetzt an das Ende der Rijkaard Ära. Genau dies fragen sich auch bereits die großen spanischen Zeitungen wie Marca und As. Wobei die As sehr Barca freundlich ist. Nach dem Milan Spiel waren die in einer Art Schockstarre- ein einziger Artikel zum Spiel. Man wollte die Schmach wohl „unter den Tisch kehren“.

Vor dem Spiel heute sah es so aus als sei RM angezählt, aber jetzt ist definitiv Barca angezählt.
Erzielt Milan ein einziges Tor dann muss Barca 4 Stück machen- und dass gegen italienischen Catenaccio. Frag mal Trappatoni, der lacht sich schlapp.

Barca ist angezählt, es ist aber noch kein Knock-out.
Mal schauen ob sie Größe zeigen?

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globy 27. Februar 2013 um 13:56

Zum einen herzlichen Dank an das Team von Spielverlagerung, es ist immer wieder eine Freude eure Analysen zu lesen und die eigene (in meinem Fall meist sehr emotional gefärbte) Erinnerung an das Spiel zu ergänzen oder zu kontrastieren.

Wollte eigentlich nur eine kurzen Hinweis zu den spanischen Sportzeitungen geben: AS ist hier in Spanien doch eher das Hausblatt von Real Madrid, während im Gegensatz dazu Mundo Deportivo als Barca-Postille zu bezeichnen ist. Daneben gibt es dann noch Marca als Real-Klatschblatt bzw. Sport als Pendant auf Seiten von Barca.

Einen kurzen Hinweis zum Spiel bzw. zur derzeitigen Verfassung von Barca möcht ich jetzt doch noch anführen: Meines Erachtens ist weder die große Zeit von Barca vorüber, noch hat sich Barcas Tiki-Taka selbst überlebt. Bei der Dichte im internationalen Fußball, ist es schlichtweg unmöglich ohne ein Quäntchen Glück alles zu dominieren. Und Barca fehlt – im krassen Gegensatz zur Liga-Hinrunde – dieses Glück zur Zeit vor allem in wichtigen Spielen oftmals. Damit möchte ich nicht sagen, dass Barca momentan wunderbaren und fehlerfreien Zauberfußball zeigt und nur aufgrund von Fortunas Launen ab und an seine Spiele verliert, ganz im Gegenteil, aber das erste Tor prägt Spielverläufe oft enorm. Milans erster Treffer und der Elfer gestern haben den jeweiligen Gegnern einfach perfekt in die Karten gespielt und es ihnen erlaubt ihre Konterstärke auszuspielen. Trifft Barca mal wieder früh oder zumindest als erstes Team, kann das ganz anders aussehen.

Bitte entschuldigt meine eher unprofessionelen Hinweise, aber ich denke man sollte Barca in dieser Saison noch nicht abschreiben und ob sich das Spielsystem erledigt hat, werden wir wohl erst am Ende dieser CL-Saison bzw. nach der WM2014 sehen. Ich persönlich hoffe jedenfalls, dass ein Barca mit Villa in der Angriffsreihe im Rückspiel gegen Milan die Wiederauferstehung des jetzt von vielen totgesagten Tiki-Taka feiern wird.

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air force 1 27. Februar 2013 um 16:45

Erst mal vielen Dank für Deine Einschätzung.

1. Verfolge die As täglich und für mich ist sie pro Barca. Genauso wie eben auch der Kommentator bei laola1tv. Das ist der einzige Sender wo ich schon mal den Ton ausstelle.
Bei football-espana.net findet sich eine ausgewogenere Berichterstattung hinsichtlich der spanischen Liga.

2. Das Glück fehlt? Wenn Barca das erste Tor schießt, dann verläuft das Spiel anders? Ja, aber genau dass ist es doch, Barca hat seit 13, für Dich nochmal in Worten Dreizehn Spielen hintereinander nicht mehr zu Null gespielt.

3. Steht bei mir das tikatika am Ende ist? Nein. Es gibt ein wunderbares Beispiel wie tikitaka in eine hochgefährliche „workforce“ verwandelt werden kann. Schau Dir mal das letzte EM Endspiel SPA-ITA an und vergleiche es mit der Vorrundenbegegnung der selben Teams. Da hat DEl Bosque der alte Fuchs nämlich sein Taktikrezept zur Überraschung Prandellis verändert.

4. Steht bei mir dass die große Ära von Barca zu Ende ist? Nein. Sie haben jedoch innerhalb einer Woche zwei wichtige Begegnungen verloren. Sollten sie gegen AC Milan in der CL rausfliegen, dann kann man wohl nicht mehr vom besten Team auf dem Planeten sprechen.
Und bitte nicht den kommenden Classico im Bernabeu am Samstag überbewerten, Real hat die Meisterschaft längst abschreiben- Mou hat dies bereits Anfang November öffentlich gesagt.
Ich schreibe Barca nicht ab, das Team ist aber angezählt. Und die fehlende Kreativität kann sehr wohl ein Hinweis darauf sein dass man sich der letzten Phase der Rijkaard Ära annähert. Mehr nicht.

5. Es ist natürlich für ein Team nicht hilfreich wenn sein Trainer zur monatelangen Krebsbehandlung in den USA ist. An dieser Stelle gute Besserung.

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Taktikneuling 27. Februar 2013 um 15:08

Ich finde aktuell sieht man an Barca ein paar interessante Dinge die ich so vor ein paar Jahren überhaupt nicht als besonders wichtig angesehen habe.
Zum einen braucht eine Mannschaft immer einen gewissen input von neuen Impulsen die nicht aus einer Mannschaft selbst kommen können. Bisher bin ich noch davon ausgegangen, diese könnten auch durch eine sehr gute Jugendarbeit kommen aber aktuell zweifle ich daran ein wenig. Barca war/ist ja immer sehr stolz darauf, das ihre Nachwuchsspieler von Anfang an an das System gewöhnt werden. Vielleicht mag das aber auch eine Schwäche sein. Pep konnte das sicherlich durch seine taktischen finessen aufheben aber aktuell wirkt es so als hätte sich das ganze überdauert.
Insgesamt ist es zwar weit hergeholt aber in gewisser weise hatte sich van Gaal bei Bayern auch nach einem Jahr überdauert, man hat eine gewisse Zeit Erfolg und tut sich gegen viele Gegner leicht aber man darf sich darauf nicht ausruhen.
Bei Bayern war es damals relativ leicht ein Mittel gegen die Ballbesitzdominanz zu finden (so hart das für mich als Bayernfan war…), bei Barca war/ist das natürlich ungemein komplizierter, was man auch daran sieht, dass es nur eine handvoll Mannschaften sind die wirklich gegen Barca bestehen können.

So im Rückblick würde ich sagen gab es immer wieder mal Phasen in denen bestimmte Teams alles überstrahlt haben. Aktuell sind dies noch Barca und Spanien. Zwischen 1998 und 2000 war frankreichs Nationalmannschaft sehr dominierend. Aber irgendwann endet diese Dominant, entweder weil die Spieler über ihren Zenit sind und/oder weil sich andere Teams anpassen und vor allem weiter entwickeln. Barca und Spanien können sich aktuell schon sehr lange halten. Aber einige Leistungsträger gehen wohl langsam dem Kariereende entgegen und dann bröckelt so eine Dominanz einfach.

Für Barca gilt das meiner Meinung nach das man eben neue Impulse für das Team holen muss, als Vereinsmannschaft hat man es da leichter, da können ein oder zwei gute Transfers schon Wunder bewirken, beim Nationalteam wird es spannender zu sehen welche Spieler del Bosque dem Team hinzufügen wird und wie diese das Team bereichern und stärken werden.

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Johnny 27. Februar 2013 um 02:46

Wie seht ihr die Situation im Angriff bei Barca?
Es ist inzwischen doch oft so, dass sich bei schnellen Gegenangriffen keiner vorne anbietet oder mitläuft. Und auch wenn jemand von der Seite flankt/passt, fehlen im 16er eindeutig die Anspielstationen. Auch Messi macht das inzwischen weniger gut (sich anbieten). Zudem habe ich oft den Eindruck, dass Iniesta bei Konterchancen das Spiel verlangsamt. Ausserdem frage ich mich ständig (seit nem Jahr), wieso Tello nicht öfter eingesetzt wird. Im Vergleich zu Pedro ist er dribbelstärker, durchsetzungsfähiger, passstärker, torgefährlicher usw. Übersehe ich etwas? xD
Inzwischen besteht Barcas Angriff doch kaum mehr aus schnellen Aktionen wie sie früher öfter mal vorkamen. Mittlerweile passt man fast bei jedem Angriff so lange den Ball rum, bis der Gegner sich formiert hat und es schwerer ist, irgendeine Torchance herauszuspielen.

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air force 1 27. Februar 2013 um 03:35

Du hast völlig Recht, die letzten Treffer von Barca sind erst gefallen nachdem Tello im Spiel war. Grundlegend hatte sich Roura heute für Fabregas und Pedro entschieden. Villa und Tello saßen erst einmal auf der Bank. Kaum war Tello drin hat Mou mit Pepe defensiv noch einmal „nachgerüstet“.
Ja, die Anspielstationen fehlen.

Nein, es liegt keinesfalls an Iniesta- er ist zur Zeit der stärkste Barca Spieler überhaupt. Schon mal aufgefallen dass Xavi völlig neben der Spur ist?

Nein, auch an Messi liegt es nicht. Er bringt seine Leistung wie gehabt. Allerdings, er sah bei dem Freistoß in Minute 38 sehr angestrengt aus. Er wusste dass er diesen 18m Freistoß unbedingt „versenken“ muss um seinem Team zu helfen. Vielleicht liegt es daran dass er kein Mercury an den Füßen hatte. Verstanden?
Aber um es Kurz zu machen, bei der taktischen Disziplin und der Tagesform von Ronaldo sowie di Maria heute hätte auch der Einsatz von Villa und Tello in der Anfangsformation keinen Sieg für Barca gebracht. Sitzt allerdings der Freistoß von Messi dann wäre es sicher enger zugegangen.

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Euskadi 27. Februar 2013 um 04:15

Du scheinst Dich intensiver mit Barca zu beschäftigen, „airforce“… Mag sein, dass ich mich täusche, aber die Barca-Mannschaft von heute, und auch die vom Spiel gegen Milan erinnert mich sehr stark an die Mannschaft am Ende der Ära Rijkaard. Damals wie heute fehlte es dem Team an Inspiration, an Ideen, an Phantasie. Ich möchte nicht polemisieren, zumal man die Meisterschaft ganz klar dominiert, aber ich sehe diese Tendenz vor allem dann, wenn man auf starke Gegner stößt. Siehst Du das auch so?

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smerk 27. Februar 2013 um 02:33

Vielen Dank für die superschnelle Analyse. Wie immer ist das ein erstklassiger Service (besseres Wort fällt mir jetzt gerade nicht ein), von dem sich nahezu jede Publikation was abschneiden könnte.
Zum Spiel:
Warum auch immer, schon im CL-Spiel gegen Milan hatte – so meine Sicht – Barca eine Fehlpassquote bzw. eine Quote von abgeblockten, vom Gegner frühzeitig antizipierten Pässen, die ich so von Barca seit den Zeiten von Rijkard nicht gesehen habe. Habt ihr da Daten? Barca wurde unter Pep in Sachen Gegenpressing doch extrem verbessert und hatte eine nahezu traumhafte Kombinationssicherheit. Gerade RM viel in den letzten Jahren fast nie ein probates Mittel ein, obwohl der Portugiese alles mögliche probiert hat, oder sehe ich das falsch? Nach meinem Eindruck ist nicht Real endlich mal das Licht aufgegangen, will sagen ist RM besser geworden, sondern Barca hat sich enorm verschlechtert im Vergleich zur Vorsaison. RM in der CL war jetzt bisher nicht der Brüller, Barca marschiert relativ locker durch die 1.Division kackt aber – vermutlich – in der CL schon im 8tel–Finale ab – hmpff, ich versteh das nicht recht, schaue aber auch zu wenig spanische Liga, wie ich zugeben muss.
Also: ist jetzt RM auf einmal so gut oder ist Barca ohne Pep tatsächlich auf dem absteigenden Ast (wenn ich Zeit habe, muss ich mir mal den Podcast reinziehen).
Ich glaube jedenfalls, dass Barca auf dem derzeitigen Niveau weder gegen Bayern noch Dortmund gut aussehen würde, gleiches dürfte für alle defensiv gut besetzten und geschulten Mannschaften gelten. Hat sich der Tikitaka vielleicht doch überholt? Oder sind die Barca-Akteure vielleicht zu satt? Oder einfach nur nicht gut gecoacht?
Was isn da los, verdammt, mein ganzes barca-bezogenes Weltbild (DAS Spielsystem das man kopieren bzw dem man nacheifern muss etc pp) gerät langsam ins Wanken. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass RM und Milan äusserst entzaubernde Taktiken gefunden haben. Wenn die abstrahierbar und auch von weniger gut besetzten Mannschaften kopierbar sind, haben die Katalanen auf Sicht ernste Probleme.

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air force 1 27. Februar 2013 um 03:21

Moment, im April 2012 hat Real mit Mourinho gegen Guardiolas Barca im Camp Nou 2:1 gewonnnen und damit die Meisterschaft praktisch klar gemacht.
3 bzw. vier Tage später sind Barca und Real dann in ihren jeweiligen CL – HF gegen Chelsea bzw. Bayern rausgeflogen. Natürlich hat die Kondition und Konzentration dabei eine Rolle gespielt.
Dieser Classico im April war für mich der Highlight der Auseinandersetzung zwischen Barca und Real. Ein Spiel auf unglaublich hohem Niveau. Pep hat wenn ich mich recht erinnere erst ab Minute 80 ausgewechselt- so viel Vertrauen hatte er in sein Team. Du konntest regelrecht sehen wie er am Spielfeldrand stand und nach Lösungen für sein Team suchte. Die Luft war zum Schneiden- so viel Spannung herrschte damals.

Tatsache ist dass beim Dream Team von Barca in der Saison 2010 / 2011 fast alle auf dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit standen. Viele der Spieler von Barca ( Pique, Puyol, Xavi, Iniesta, Villa ) kamen als Weltmeister von Südafrika zurück. Gerade Villa der nach der WM zu Barca gewechselt ist, war in der Form seines Lebens. Die CL hat Barca in 2010 / 2011 absolut dominiert. REal im HF und Man United im Finale wurden regelrecht vorgeführt- Xavi+ Iniesta + Villa + Messi at it `s best.

Zu Heute: Barca hat keine Weiterentwicklung mehr gemacht. Habe zuvor bereits bei der Analyse zu AC Mailand – Barca ( 2:0 ) festgestellt dass das Gegenpressing sehr laufintensiv ist und zum Beispiel ein Xavi dies nicht mehr konstant leisten kann. Woche für Woche spielt Barca gegen Teams die hinten drin stehen. Und beim perfekten Catenaccio ( heute zudem noch mit einer hervorragenden Offensivleistung bei schnellen Gegenkontern gepaart ) stehen sie vor einer riesigen Wand.
Zudem ist Puyol oder auch Mascherano bzw. Adriano viel zu langsam um Di Maria oder Ronaldo halten zu können. Barca hat Interesse an Hummels und auch Luiz, Du kannst Dir denken warum.

Zu Real: mir wird langsam klar dass RM die Meisterschaft „abgeschenkt“ hat ( der Classico am Samstag interessiert Mou wohl kaum ).
Mou will die CL gewinnen und hat SAF + Man United vor dem so wichtigen Rückspiel jetzt erst einmal geschockt. Der Sieg heute gibt Real unerhörtes Selbstvertrauen. Zudem haben sie wieder die selbe Ausgangslage ( 1:1 ).

Wie stark Real in dieser Saison wirklich ist wirst Du spätestens am 5.3.2013 wissen. Sie haben eine große individuelle Klasse und heute haben sie gezeigt dass sie als Team glänzen können. Aber ob Mou gegen Man United noch einmal so etwas wie Varane aus dem Hut zaubert werden wir nächste Woche sehen.

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Tank 27. Februar 2013 um 02:18

Merkwürdiges Spiel. Habe Real insgesamt schon deutlich stärker gegen Barcelona spielen sehen (Supercup Rückspiel, Copa Rückspiel letzte Saison) und trotzdem war es ihr höchster Sieg. Das spricht natürlich primär gegen Barcelona. Was Real sehr gut gemacht hat, war das Verteidigen im eigenen Drittel. Wie da das Spiel eng gemacht wurde, ohne dass man klassisch den Bus geparkt hat und Barca so zu totaler Dominanz einlädt, war schon große Klasse. Bis auf die letzten 10 Minuten wurde man nie so richtig eingeschnürt.

Was Real aber schon deutlich besser hinbekommen hat, war das hohe Pressing. Das empfand ich heute als halbgar. Teilweise war es schon ein Angriffspressing, aber ohne Barca so richtig in Bedrängnis zu bringen. Das hat dann im Endeffekt doch zu einem Spiel geführt, in dem man Barca zwei von drei Spielfelddritteln überlassen hat. Dass das noch mal ein erfolgreiches Clasico-Konzept wird, wundert mich. Der Trend ging doch eher zum super aggressiven Angriffspressing…

Umso schlimmer, dass Barca nicht die Mittel gefunden hat, das Spiel dauerhaft ins letzte Drittel zu verlagern. RM hat dazu im Artikel schon die richtigen Worte gefunden. Die Passmuster, die Kombinationen, die Läufe ohne Ball, alles saß nicht richtig. Messi war der einzige, der überhaupt in der Lage schien, penetrierende Aktionen einzuleiten.

Vielleicht hätte eine Aufstellung mit mindestens einem vertikal angelegten Spieler zu mehr Druck geführt. Villa oder Tello für Fabregas bietet sich an. Auch Thiago für Fabregas könnte eine Option sein.

Die ersten beiden Tore entstanden zwar zur Hälfte auch aus taktischen Gründen, beiden ging der lange Ball in die Spitze voraus, doch beide Tore zeigten auch individuelle Probleme hinten. Besonders das erste Tor. So gefährlich stand Ronaldo nicht, dass Pique unbedingt grätschen muss. Eine völlig unsinnige und saudumme Aktion. Ist doch völlig klar, dass Ronaldo das nutzen wird, um ein Foul zu ziehen.

Beim zweiten Tor rutscht Puyol doof weg, aber die ganz große Dynamik, um in so einer Situation di Maria den Weg Richtung Tor zuzustellen hat er auch nicht mehr.

Vom gesamten Spiel ausgehend, würde ich nicht sagen, dass das ein Spiel war, in dem Barca 3 oder auch nur 2 Tore hätte kassieren müssen. So drückend war Real nicht. Dass die Tore trotzdem fallen, ist symptomatisch für das aktuelle Barca.

Zum Spiel ohne Ball hat RM wiederum alles gesagt. Es ist um Meilen schlechter als 10/11.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich die von mir im Podcast vertretene Meinung, dass Barca wieder auf der Höhe ihrer Schaffenskraft ist, revidiere. Zumindest im Blick auf die letzten Wochen. Die nachlassende Klasse des Spiels gegen den Ball wirkt jedoch wie ein grundlegendes Problem, dass nicht in wenigen Wochen wieder behoben sein kann. Insgesamt drängt sich der Eindruck auf, dass die ganz große Phase des FC Barcelona zeitlich mit 2008-2012 angegeben werden kann.

Nun kann man einwenden, dass Barca ja schließlich nach wie vor auf dem Weg zu einer hochsouveränen Meisterschaft ist, aber die Spiele gegen hochklassige Gegner in letzter Zeit lassen es, so scheint es zumindest, nicht weiter zu, den FC Barcelona des Jahres 2013 als eines der großen Teams der Fußballgeschichte zu bezeichnen.

Schade.

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sharpe 27. Februar 2013 um 08:29

2 Sachen sind entscheidend, warum Barca an Klasse verloren hat.

1. Das Spiel ohne Ball
2. Das Spiel gg den Ball

Individuell ist Barca immer noch top, aber wesentliche Gründe ihrer einstigen Dominanz waren eben das hervorragend organisierte, schnelle zurückerobern des Balles, was jetzt nicht mehr so klappt.
Und dann die vielen Sprinst diagonal in den Strafraum von vielen unterschiedlichen Spielern. Wenn diese Läufe nicht mehr gemacht werden, können auch die Lochpässe nicht gespielt werden.
Viele einst von Pep automatisierte Abläufe sind nach und nach verloren gegangen, wie man schon in Mailand gesehen hat, erspielt sich Barca ja fast keine Chancen mehr. Das ist das deutlichste Zeichen. Würden Sie verlieren, weil sie ihre Chancen nicht reinbringen, o.k. aber wenn man es nicht mehr schafft, sich Chancen zu erspielen, fehlt es grundlegend.

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Tank 27. Februar 2013 um 12:42

Das mit den Chancen ist auch der krasseste Unterschied zu den schwächeren Barcelona-Spielen der Vergangenheit. Da hat man entweder einen Haufen echter Chancen idiotisch vergeben oder zumindest viele Situationen erspielt, denen nur noch eine Aktion gefehlt hat, damit sie eine Großchance werden. Heute bleibt man 3.4 Schritte davor stehen.

Zum Spiel ohne Ball noch eine Sache: Ich erinnere mich daran, dass zu Anfang der Pep-Zeit mal folgende Aussage von Guardiola zu Messi im Raum stand:

„Du bist schon der beste Fußballer mit dem Ball am Fuß, jetzt musst du auch der beste Fußballer der Welt ohne Ball werden.“

„Der beste Fußballer der Welt ohne Ball“ ist vielleicht ein etwas merkwürdiger Titel, daher macht es vielleicht mehr Sinn zu fragen, ob Messi zumindest der beste Offensivspieler ohne Ball ist. Ich denke, dass kann man klar verneinen. Messis defensive Mitarbeit wurde geopfert, damit er jedes Spiel spielen kann und um seine Torquote zu erhöhen.

Beides hat offensichtlich funktioniert. Ob es aber so eine gute Idee war, da bin ich mir immer noch unsicher.

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air force 1 27. Februar 2013 um 02:08

Erst einmal ganz herzlichen Dank für Eure / Deine schnelle und intelligente Analyse.
Allerdings, sie erklärt nicht warum Barca das Spiel so deutlich verloren hat.
Ja, ein ganz herzlicher Dank an Laola1.tv. Der Kommentator der mir schon häufig „auf den Sender gegangen ist“ hat heute perfekt kommentiert. Er hat sonst meist ein Barca Trikot an.

Der zweite Screenshot hier ist extrem aufschlussreich für die superschnellen Konter die Real gefahren hat. Die Viererkette hinten mit Alonso und Khedira als Absicherung davor war ein echtes Bollwerk. Zudem wurden die ballführenden Spieler immer gestört.

Ihr habt genau richtig analysiert dass die grundlegende 4-4-2 Formation Reals häufig zu einer 5-3-1 Formation mutierte. Zudem ließen die Abwehr- und Mitteldeldreihen häufig einen Raum von ca. 20 Metern.

Ist Jemandem aufgefallen dass Fabregas und speziell Xavi fast wirkungslos waren? Keine Frage, der Schock vom, Mailand Spiel steckte Barca noch in den Knochen.

Die Schlüsselszenen:
1. Messi von rechts bedient von Pedro trifft den Außenpfosten in der 2. Minute.
2. Pique ist in der 12. Minute im 1-1 gegen Ronaldo im 16m Raum zu spät und verursacht den 11m, den Ronaldo eiskalt verwandelt.
3. Messi verpaßt nur ganz knapp das 1:1 bei einem Freistoß mittige Position aus etwa 18m ( etwa Minute 38 ). Hier hätte Diego Lopez überhaupt keine Chance gehabt. Der Freistoß geht haarscharf am Pfosten vorbei. Ehrlich gesagt, ich hatte ihn drin gesehen.
4. Di Maria zieht über links und kommt zur 1-1 Situation gegen Puyol der zwar einen Spagat hinlegt aber keine Chance hat den Argentinier am Torschuss zu hindern. Pinto wehrt ab aber der Abpraller wird von Ronaldo eiskalt „versenkt“.
5. Wieder ist es Varane mit einem Kopfball der Barca das 3:0 „einschenkt“. Der Sack ist endgültig zu.
6. Der Anschlusstreffer durch Jordi Alba in Minute 88. wirkt wie ein Gastgeschenk von Real zum Abschied.
Interessant in diesem Zusammenhang; auch beim 2.1 Sieg von Barca am Wochenende gegen Sevilla fielen die Treffer von Barca erst nach der Einwechslung von Tello.

Die wesentlichen Eckpunkte:
1. Aus der 4-4-2 bzw 5-3-2 Formation kommt Real durch schnelle Umschalttaktik und lange Bälle immer wieder zu 1-1 Situation. Bei fast all diesen 1-1 Situationen sind Christiano Ronaldo + Di Maria beteiligt. Es ist die Geschwindigkeit womit sie Puyol und Pique überwinden.

2. Es ist mal wieder klar geworden warum Mou nach der WM 2010, wo Deutschland gerade auch gegen ENG und ARG diese schnelle Umschalttaktik angewendet hat, Khedira + Özil nach Madrid geholt hat. Khedira bildet mit Alonso den Block vor der Abwehrreihe und Özil ist die Umschaltstation für Ronaldo.

3. Ronaldo kommt immer wieder zu Schussmöglichkeiten die er sich in aller Regel auch selbst erarbeitet. Man spricht häufig von individueller Klasse die ein Spiel entscheidet. Heute war dies zweifelsohne die von Christiano Ronaldo.

4. Der Überraschungsfaktor von Mou bei den Spielen in der Copa del Rey gegen Barca war zweifelsohne die Anwesenheit eines 19 jährigen IV aus Frankreich: Rafael Varane. Offensichtlich war Barca nicht auf ihn und seine Kopfballstärke eingestellt: er macht im Hin- und Rückspiel jeweils ein Kopfballtor. Varane ersetzte einen IV von der Klasse eines Pepe zu 100 %- vor allem auch im Defensivverhalten.

5. Bei Barca fehlt das Gehirn. Das Team hat nach Guardiola keine Weiterentwicklung mehr gemacht- sie leben von ihrer Substanz. Diese ist genau jetzt aufgebraucht. Mailand braucht keine Angst zu haben.

6. Mou hat endlich mal wieder taktische Finesse gezeigt. Hut ab vor ihm und seinem Team!

Sorry, etwas länger aber das war ein Big Game.

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Euskadi 27. Februar 2013 um 01:28

Wow…! Erst mal ein großes Kompliment für die Geschwindigkeit, mit der diese Analyse, so kurz nach dem Match veröffentlicht wurde. Dass die Qualität darunter nicht gelitten hat, kann man getrost als weiteres Kompliment werten.

Für mich persönlich war es ein Spiel mit unerwartet vielen Überraschungen:

– di Maria’s ausserordentlich mannschaftsdienliches Spiel, und sein permanentes Einrücken als RV hätte ich – in dieser Konsequenz – nicht erwartet.

– assymetrisch dazu der linke Real-Flügel: Trotz der Tatsache, dass CR7 ungewöhnlich viele defensiv-Aufgaben übernahm, fehlte es mir gerade auf dieser Seite im Barca-Spiel an Breite. Naturgemäß zieht Pedro ins Zentrum. In etlichen Szenen fehlte mir da das Hinterlaufen durch Dani Alves. Erklären kann ich mir das nur damit, dass er damit auf das „Zocken“ Ronaldo’s reagiert hat, was sich bremsend auf seinen Offensivdrang ausgewirkt hat.

– Wie schon gegen Milan gelingt es Barca wiederholt nicht, eine kompakte Defensive auszuhebeln. Ich kann’s auch nicht mehr hören, aber tatsächlich glaube ich inzwischen, dass da etwas dran ist: Es fehlt ein Plan B. Piqué hat im Anschluss an das Milan-Spiel gesagt, es gäbe keine Alternative zum „tiqui-taca“, es käme zwar dann und wann zu Niederlagen, das sei allerdings keine Systemfrage. Ich glaube, das heutige Spiel ist nicht der Gegenbeweis dieser These. Viel eher muss die Frage gestellt werden, ob sich das Spiel der Katalanen seit dem Ende der Ära Guardiola, signifikant zurückentwickelt hat. Dieses Betrifft vor allem das Gegenpressing, den Ideenreichtum in der Offensive, vor allem aber das Ausmerzen von vermeintlich „einfachen Fehlern“ in der Defensive.

Unabhängig davon war ich von der Leistung Reals wirklich beeindruckt. Wenn es auf diesem Planeten einen Trainer gibt, der weiß, wie man das Spiel des Gegners zerstört, dann ist es Mourinho (der Verfasser dieses Textes blickt mit einem weinenden Auge auf das Spiel Barca – Inter 1-0, CL-Viertelfinale 2010 – für mich persönlich die Mutter aller Defensivschlachten ). Aber Real bot wesentlich mehr als das: Ein Kollektiv, in dem jeder Spieler seine Aufgaben sowohl defensiv, als auch offensiv, perfekt auf sein Pendant abgestimmt hat ( auch hier muss wieder di Maria exemplarisch herhalten; und auch die Rolle Ronaldo’s, der durch seine Positionierung ein offensiveres Vorgehen Alves‘ zu verhindern wusste).

Am Imponierendsten für mich war an diesem Abend aber eines: Das fast schon impertinent anmutende, selbstbewusste Auftreten Reals…. DAS hat es zu Zeiten Guardiolas in einem Clasicó nie gegeben…

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air force 1 27. Februar 2013 um 02:25

Vielen Dank für Deinen Beitrag. Hatte zuvor unter dem Link AC Milan – Barca auf jenes 0:1 von Inter bei Barca in 2010 hingewiesen.
Heute jedoch war der Catenaccio mit einer fantastischen Offensivleistung von Real kombiniert- keine Chance für Barca.

Vielen Dank auch für den Hinweis dass Di Maria und speziell auch Christiano Ronaldo sehr viel Defensivarbeit verrichtet haben.

Das war heute“moderner Fussball“ a la Mourinho- auch wenn Viele noch das Wort „Zerstörung“ mit einfügen möchten.

Dreieck schlägt Viereck- blitzschnelle Umschalttaktik schlägt tikitaka.

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Euskadi 27. Februar 2013 um 04:03

Sehe ich genauso wie Du…! Auch wenn man Mourinho als „Meister der Zerstörung“ bezeichnen kann, war das heute auch offensiv eine Meisterleistung. Der Portugiese hat ein Mal mehr gezeigt, dass er es versteht, individuelle Stärken in ein kompaktes Kollektivspiel einzubetten. Dass Real defensiv überzeugen kann verwundert kaum… Überraschend ist eher, dass Mourinhos Offensivkonzept vollends aufgegangen ist. Real hat das Spiel nicht in erster Linie dadurch gewonnen, dass sie das Angriffsspiel Barca’s unterbunden haben, sondern vor allem dadurch, dass sie selbst zu jeder Zeit für Unruhe in der gegnerischen Hälfte gesorgt haben. Barca musste das ganze Spiel über rennen, Löcher stopfen, in die Zweikämpfe gehen, weite Wege gehen… Sie haben Barca schlicht und ergreifend nicht die Zeit gelassen, selbst initiativ zu werden. Ich bin kein Real-Fan, aber das fand ich sehr beeindruckend….!

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Piquenbauer 27. Februar 2013 um 12:46

Ich frage mich immer, warum das Spiel gg Inter im Camp Nou 2010 ständig als Beispiel für einen Anti-Barcelona Konzept gilt. Ich weiß, es sollte eigentlich jedem klar sein der das Spiel gesehen hat, aber ich sage es nochmal deutlich: Inter hat dieses Spiel 1-0 verloren. Ich weiß jetzt nicht ob es zu einem guten Spiel bzw. Defensivkonzept gehört, 1-0 zu verlieren.
Außerdem hat Barça am Ende sogar das zweite Tor gemacht. Nur wurde es wegen angeblichem, vorhergegangenen Handspiels von Yaya Toure nicht gegeben. Inter hat die Runde ganz klar mit ihrem ersten Spiel gewonnen, dem 3-1 in Mailand. Wobei man sagen muss das sie ein Tor erziehlt haben wo, Milito war es glaube ich, 1 Meter im Abseits steht und das tatsächlich unschwer zu erkennen war. Dennoch haben sie das Spiel damals verdient gewonnen. GG Chelsea letztes Jahr war es ähnlich. Alle sprachen davon wie schwer es Barça gegen so defensive Mannschaften hat, dabei haben sie sich unzählige Chancen herausgespielt, unter anderem drei Aluminumtreffer und einen Elfmeter.
Dieses Jahr sieht das Ganze anders aus. RM hat das im Fazit sehr gut auf den Punkt gebracht, wie auch schon in dem Artikel zum Spiel gegen den AC Mailand. Das sind keine Unfälle die man hier sieht, die einfach mal passieren können, das sind grundlegende Probleme die zu erkennen sind und wo dringender Handlungsbedarf besteht, sonst geht die ganze Saison dahin. Und wie Roura schon richtig gesagt hat: „la ausencia de Tito se nota“

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OJDD 27. Februar 2013 um 16:23

Wenn mich nicht alles täuscht, dann hat Inter über eine Stunde zu zehnt gespielt. Und außerdem stand es da schon 1:0, insofern zählt das Argument wohl. Dieser Matchplan ging eben auch nur deshalb, weil Inter das Spiel als solches gar nicht gewinnen musste, nicht mal unentschieden spielen musste. Gestern war die Ausgangslage eine ganze andere und Mourinho hat Lösungen gefunden.

Die Frage ist doch eher, war Barca schlecht, weil sie eben schlecht drauf sind bzw. sich zurückentwickeln, oder waren sie es, weil die Taktik von Real sehr gut war?

Wäre eine ähnliche Taktik von Real auch gegen das Barca von 2011 erfolgreich gewesen (unter gleichen Randbedingungen, 1:1 im Hinspiel)?

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Bin Shaukat 1. März 2013 um 03:12

Als Pique das 1:0 gegen Inter geschossen hat, stand er auch knapp im Abseits. Und als das zweite Tor wegen Handspiel abgepfiffen wurde, hat sich kein Barca Spieler beschwert. Das ist immer ein Zeichen das die Entscheidung richtig ist.
Toure hat seine Hand als Hilfsmittel benutzt um den Ball für seinen Pass, in die richtige Position zu bringen.

Ich weiß nicht wie du darauf kommst das Milito 1 Meter im Abseits stand. Der Winkel war extrem schwer zu sehen. Ich hab mir die Partie auf Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch angeguckt. Jeder Kommentator kam entweder zum Schluss, dass es ein schwieriger Winkel war oder das sie glaubten, dass Milito ganz knapp im Abseits steht.
http://www.footytube.com/video/inter-milan-barcelona-apr20-40298
Minute 9:30

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Robert 27. Februar 2013 um 00:50

Ich finde man sieht bei dem Spiel, wie auch gegen Milan, das Barca nicht der variabel ist.

Das was sie können, können sie perfekt, aber der Preis für Perfektion ist wohl dass man wie bei jeder Spezialisierung, die Breite verliert. Das Spielermaterial ist schon sehr auf die eine Spielweise eingeschränkt. Es fehlt einen anderen Weg zum Tor gehen zu können, vielleicht mal mit weniger Ballbesitz und mehr Brechstange, oder doch auch mit hohen Bällen, aber dafür braucht man auch die Leute.

Zu dem muss Barca doch langsam hinten was machen, Puyol (den ich sehr sehr schätze) hat nicht mehr das Barca Niveau und zum Torwart sag ich nichts.

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air force 1 27. Februar 2013 um 02:31

Genau dies mit Stürmertypen wie Gomez, Suarez oder Falcao habe ich heute in einem anderen Forum vorgeschlagen. Du hättest sie hören sollen, die Fans von Barca, sie haben geschrien wie die Rohrspatzen- Beleidigungen der untersten Stufe.
Sie haben nur ein System und wenn sie damit nicht zum Erfolg kommen, dann schimpfen sie eben.
Es fehlt das Gehirn bei Barca- keine Weiterentwicklung.

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Robert 27. Februar 2013 um 09:27

Ich kann mir vorstellen, dass es nicht geht. Wenn man etwas absolut perfekt können möchte, kann man vielleicht anderes nicht lernen weil Zeit begrenzt ist. Wenn Barca noch eine Alternative trainieren würde, könnte ja eine andere Mannschaft 100 % der Zeit investieren und das System irgendwann besser als Barca können.

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air force 1 27. Februar 2013 um 18:17

Nein, es ist genau anders. Wenn Du irgendetwas weitestgehend perfekt beherrscht dann fällt es Dir umso leichter etwas Anderes bis zu einem sehr hohen Level zu erlernen.
Es ist oft die Bequemlichkeit die Eliten daran hindert sich umzustellen.

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AP 27. Februar 2013 um 00:45

Warum tauschen Pedro und Iniesta nicht die Seiten?

Alves kann dann Ronaldos Zocken ausnutzen, da Iniesta nicht so breit spielt und Raum lässt… Wenn die 5er Kette durch Mou so bewusst gespielt wurde, dann wäre das doch eine geeignete Anpassung. Barca wieder hilflos, wie schon in Milan.

Die Siege haben wohl zu viel überdeckt und nun fallen die Antworten, wenn s drauf ankommt spärlich aus. Bitte um einen Podcast mit Tank.

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Strafraumautist 27. Februar 2013 um 09:51

Ich habe schon in anderen Artikeln nicht verstanden,was mit Ronaldos Zocken gemeint ist. Klär mich doch mal jemand auf. 🙂

Antworten

Fabian 27. Februar 2013 um 10:16

Zocken heißt, dass er sich nicht in die Defensivarbeit im eigenen Spielfelddrittel einschaltet, sondern weiter vorne wartet um dann bei Kontern anspielbar zu sein.

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dvd 27. Februar 2013 um 11:30

Noch als Ergänzung:
Ronaldo zockt in dem er in der defensivbewegung häufig nicht beim doppeln des gegnerischen Flügelspielers hilft, diese aufgabe übernimmt dann meist alonso, manchmal khedira und selten özil. Er positioniert sich dann in der nähe der Mittellinie und zwingt damit auch häufig den gegnerischen Außenverteidiger bei ihm zu bleiben.
Am gefährlichsten für den gegner ist das zocken dann wenn der Außenverteidiger mitgeht und Ronaldo stehen bleibt, oft bieten sich dann kontersituationen, dies birgt allerdings auch gewisse gefahren wenn dahinter nicht konsequent verschoben wird.

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IV 27. Februar 2013 um 00:30

Vielen Dank für diese schnelle, großartige Analye!

Antworten

TW 26. Februar 2013 um 23:56

Danke für die schnelle Analyse. Reals Mannorientierung und die situativen Fünferketten waren auch für den Laien erkennbar. Ebenso die Positionierung von Ronaldo als hoher Konterspieler sowie von Özil und Di Maria als Umschaltspieler. Beide haben großartige Dribblings zur Befreiung aus dem Gegenpressing gezeigt.

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chris7910 26. Februar 2013 um 23:54

Ich weiß es, die Frage hat nicht viel mit Taktik zu tun, aber inwiefern denkt ihr, hat das Fehlen von Vilanova die Mannschaft beeinflusst ?

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pedro 27. Februar 2013 um 00:05

ich weiß man könnte diesen Gedanken haben, insbesondere wenn man die letzten Spiele gesehn hat. Aber ich bin kein Freund von Personifizierungen und denke dass Vilanova am Spielfeldrand auch versagt hätte so wie Barca heute spielte.

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Padh1j0 27. Februar 2013 um 08:50

Kein Freund von Personifizierungen? So wie man imo Probleme hat, das Barca der Hinrunde zu erkennen, so würde es sich auch bei zahlreichen anderen großen Vereinen verhalten! Man stelle sich mal vor, was wäre, wenn bei Real Madrid Karanka eine solche Zeit übernehmen soll.

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Vinnie 27. Februar 2013 um 16:21

Es ist sicher kein Zufall, dass der Leistungseinbruch zeitlich mit Vilanovas Erkrankung zusammen fällt.

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Vinnie 27. Februar 2013 um 18:47

…will damit sagen: Vilanovas Anpassungen an den Gegner im laufenden Spiel haben diese Saison schon häufig den Unterschied zu Gunsten von Barcelona ausgemacht. Gegen Milan und jetzt gegen Real unterbleiben diese geschickten Anpassungen, weil der arme Mann im Krankenhaus liegt. Roura kann ihn offensichtlich nicht ersetzen.

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