AC Milan – FC Barcelona 2:0

Milan gegen Barcelona scheint langsam zu einem immer wiederkehrenden Aufeinandertreffen zu werden. Aus taktischer Sicht zumindest war es dieses Mal eine überaus tolle Partie, auch wenn Barcelona und das Spiel als solches etwas einschläfernd wirkten.

Die Ausrichtung der Rossoneri

Massimo Allegri richtete seine Mannschaft in einem nominellen 4-5-1 auf, welches aber unglaublich flexibel war.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Immer wieder wurde aus diesem 4-5-1 ein 4-1-4-1 oder ein 4-4-1-1, in welchem sich einer der Außenstürmer oder Sulley Muntari nach vorne orientierten. Zumeist war es Muntari, der als halblinker Sechser in einer fluiden Dreifachsechs spielte. Dann verschoben Massimo Ambrosini und Riccardo Montolivo in sein Loch und bildeten eine Doppelsechs. Einige Male wurde auch in einem 4-3-3 gepresst, wobei sich beide Dreierketten parallel und in ähnlicher Breite zueinander anordneten.

Die am häufigsten genutzte Anordnung war dennoch das 4-5-1. Auffallend war dabei, wie kompakt Milan in der Vertikale stand und wie kompakt die Mittelfeldreihe in der Horizontale war. Die Außenbahnen wurden fast nur von den Außenverteidigern gedeckt, während sich Kevin-Prince Boateng und Stephan El Shaarawy sehr mittig positionierten. Mit dieser Spielweise eroberten sie die Kontrolle über das Mittelfeld, ohne den Ball in den eigenen Reihen haben zu müssen.

Durch diese numerische Überzahl konnten sie auch immer wieder situative Manndeckungen übernehmen. Diese gab es auf jeder Position der Mailänder Formation; einzig Mittelstürmer Pazzini war davon befreit. Er deckte den Raum vor der Fünferkette ab und verschob mit, ein paar Mal ließ er sich sogar nach hinten fallen und es entstand ein unfassbar enges 4-6-0.

Barcelona hatte somit kaum Luft zu atmen. Die gegnerischen Außenverteidiger verfolgten Iniesta und Pedro auch bei ihren Rochaden, bis sie übergeben wurden. Lionel Messi wurde von den Innenverteidigern oder dem tiefsten Sechser, Ambrosini, immer wieder gut abgedeckt. Einzig der tiefste Sechser der Katalanen und die Innenverteidiger blieben von dieser Behandlung verschont. Auch wenn sich einer hinter die Mittellinie fallen ließ, wurde er in den Raum übergeben. Allerdings wurden diese tiefen Spieler ab der Mittellinie durch herausrückende Mittelfeldspieler gepresst und zum schnellen, riskanten Passspiel oder einem Rückpass gezwungen.

Wieso wurde dies so praktiziert? Die Erklärung ist denkbar einfach: Damit man mehr Mann hinter dem Ball und leichter zu übergebende situative Manndeckungen hatte. Mit zehn Mann musste man maximal sieben Gegenspieler abdecken und hatte eine Drei-Mann-Überzahl. Gleichzeitig wurden die Außenverteidiger erst in sehr hohen Positionen übernommen, ansonsten ließ man sie auf Außen und stellte sie dann beim Verschieben auf diese Seite. Somit waren es fast zehn (auch noch situative) Manndecker gegen nur fünf Akteure.

Barcelonas Reaktion

Die Anpassungsphase der Katalanen fand überraschend spät statt; nämlich gar nicht. Eine wirkliche Lösung fanden sie auf die Spielweise der Rossoneri nicht. Man versuchte im Prinzip wie üblich gegen Manndeckungen vorzugehen. Die Spieler verließen ihre Positionen, ohne neue zu übernehmen. Lionel Messi kam mehrmals sehr weit nach hinten, Andrés Iniesta befand sich ein paar Mal sogar als tiefster Mittelfeldspieler vor den Innenverteidigern.

Ein Beispiel für eine Barcelona-Reaktion, deren Fluidität aber ins Nichts ging,

Ein Beispiel für eine Barcelona-Reaktion, deren Fluidität aber ins Nichts ging,

Jedoch fanden sie keine wirkliche Lösung. Xavis andauernde Horizontalläufe brachten ihm zwar Ballkontakte, dem Team aber keinen Mehrwert. Cesc Fabregas verschwand in den gegnerischen Deckungsschatten. Pedros Horizontallläufe im Zwischenlinienraum oder in die Tiefe wurden niemals gefährlich.

Außerdem wurden nicht alle taktischen Register von Jordi Roura gezogen. Die Innenverteidiger rückten nie mit Ball am Fuß auf. Die Außenverteidiger wurden nicht zu Flügelstürmern umfunktioniert, obwohl es mit Iniesta und dem einrückenden Pedro im letzten Drittel eindeutig an Breite fehlte. Messi zum Beispiel ging einige Male auf den rechten Flügel, wo er Bälle erhielt, aber im Dribbling zu weite Wege gegen eine enorm kompakte Mannschaft gehen musste. Eine Verschwendung von Ressourcen.

Diese hätte durch mehr Bewegung und Extreme geändert werden können. Eine interessante Sache wurde beispielsweise nur zwei Mal versucht, als der Außenverteidiger mit dem Flügelstürmer rochierte und dadurch Raum schuf. Auch scharfe Hereingaben, ob flach oder halbhoch, wurden nur einmal gespielt, was prompt gefährlich wurde. Vermutlich wurde dies nach den zwei Versuchen beendet, weil in der Theorie wegen der gegnerischen Manndeckung kein Mehrwert entstand; praktisch hätten mehrere solcher Läufe wohl die „Kreiselmanndeckung“ Milans in diesen Szenarien früher oder später aufgebrochen.

Mit Kreiselmanndeckung ist gemeint, dass Milan diese Wechsel Barcelonas erkannte und die Spieler nicht übergeben versuchten, sondern beide Akteure ihre jeweiligen Gegenspieler trotz Positionswechsel verfolgten. Kévin Constant war beispielsweise einmal durch diesen Wechsel auf einmal in die Mittelfeldreihe gekommen und übergab dann Pedro in den freien Raum, weil sich dieser sehr weit zurückfallen ließ. Daraufhin blieb Constant einfach im Mittelfeld, bis sich eine Möglichkeit zum Positionstausch ergab.

Milan im Offensivspiel

Im Spiel nach vorne hatte Milan ebenfalls einen Plan. Einerseits hatten sie natürlich Pazzini als Referenzpunkt. Der im Luftzweikampf und in der Ballverarbeitung starke Italiener sicherte sich lange Bälle und Befreiungsschläge. Sehr viele Angriffe wurden aber mit schnellen Kurzpasskombinationen aufgezogen. Insbesondere nach der ersten Hälfte, wo zu oft der lange Ball gesucht wurde, veränderte sich Milan und konnte dadurch bessere Angriffe führen.

Barcelona konterte die langen Bälle zuvor mit einer guten Abseitsfalle, desweiteren war Milan im Aufrücken etwas ungelenk. Darum war die Veränderung zu mehr kombinativen Spiel absolut richtig und fand ihren symbolischen Höhepunkt im zweiten Treffer. Außerdem rückten die Spieler nun besser auf. Muntari kam einige Male aus der Tiefe, El Shaarawys Läufe in die Mitte und Boatengs Fähigkeiten wurden ebenfalls besser genutzt.

Damit hatte Barcelona seine Probleme, denn die offenen Räume wurden von Milan mit den Kurzpasskombinationen angegriffen und das proaktive Verteidigen mit Doppelpassversuchen ausgenutzt. Früher oder später sollte es aufgehen und so kam es auch. Milan hatte zu Spielende deutlich mehr gefährliche Abschlüsse als Barcelona, obgleich sie bei beiden Mannschaften Mangelware waren.

Wechsel in der zweiten Spielhälfte

Die Katalanen wollten mit Auswechslungen ihr Offensivspiel ankurbeln. Alexis Sanchez statt dem unsichtbaren Fabregas sollte mehr Breite und Dribbelstärke ins Spiel bringen, außerdem gilt er als ein Außenstürmer, der mit intelligenter Bewegung enorm viele Räume öffnen kann. Doch so weit kam Barcelona gar nicht.

Keiner der Offensivspieler erhielt den Ball in gefährlichen Zonen und wenn er frei war, hatte er nicht ausreichend Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Kombinationen im letzten Spielfelddrittel waren ohnehin inexistent. Auch die Beorderung von Gerard Pique nach vorne in den Schlussminuten brachte keinen Erfolg.

Milan veränderte sich hingegen kaum. Pazzini wurde nach etwas mehr als 70 Minuten ausgewechselt, aber er schien angeschlagen und auch mit Niang wurde die Spielweise aufrechterhalten. Wieso etwas ändern, wenn man die Blaupause zur Bezwingung des FC Barcelona gefunden hat? Dabei fiel ein anderer Aspekt ins Auge.

Rückstoßendes Gegenpressing

Einige Male nach den wenigen Ballverlusten in kollektivaufgerückter Position fand eine Abart des Gegenpressings statt. Dabei ging es weder um Balleroberung noch um Angriffsvereitelung per se, sondern um das Zurückstoßen der Passmuster des FC Barcelona. Sie liefen Barcelonas Balleroberer und die Abwehrspieler kurz an und zwangen sie zu einem Pass. Naturgemäß geht der bei den Katalanen nach hinten oder auf die Seite, woraufhin sich Milan zurückzog.

Pazzini verliert den Ball. Boateng läuft je nach Sichtfeld Puyols entweder direkt auf diesen oder im Bogen und deckt Alba ab. Montolivo orientiert sich situativ an Busquets, El Shaarawy deckt Xavi ab und geht dann Richtung Alves.

Pazzini verliert den Ball. Boateng läuft je nach Sichtfeld Puyols entweder direkt auf diesen oder im Bogen und deckt Alba ab. Montolivo orientiert sich situativ an Busquets, El Shaarawy deckt Xavi ab und geht dann Richtung Alves.

Dies war wohl Allegris Reaktion auf die Wiederherstellung seiner Formation. Obwohl Milan eine beeindruckende individualtaktische Zweikampfführung in diesem Spiel an den Tag legte, sind sie nominell nicht ausreichend besetzt, um Angriffe Barcelonas in einer unsortierten Formation konstant abfangen zu können. Darum wurde Zeit geschunden, um ins 4-5-1 zurückkehren zu können. Neben diesem rückstoßenden Gegenpressing gab es auch einen anderen auffallenden Aspekt.

Überfallpressing

Milan war nämlich keineswegs durchgehend passiv oder in ihrer sortierten Formation. Einige Male erhöhten sie den Druck und wichen aus ihrer Formation in ein 4-3-3 aus. In diesem 4-3-3 standen sie abermals enorm kompakt da, wobei die Stürmer diagonal nach innen zogen und die Passwege auf die Außen zerschnitten. Sie wurden dadurch auch enger, wodurch sich die zwei Dreierreihen wie erwähnt parallel zueinander befanden. Das Beeindruckende daran ist, wie ideal das zur vorhergehenden Spielweise passt.

Mit dem engen 4-3-3 konnten sie Druck ausüben und sich zusammenziehen. Gleichzeitig lenkten sie das gegnerische Aufbauspiel auf Außen. Die Außen mussten aber tiefer kommen, weil die Passwege abgeschnitten waren und das Pressing meist überfallartig gestartet wurde, wenn einer der Spieler sich suchend nach einer Anspielstation umdrehte. Meistens wurde es gestartet, wenn er sein Sichtfeld verlagerte, aber niemanden im neuen Sichtfeld als Anspielstation hatte. Dann startete das Pressing und Barcelona rückte seitlich zurück.

Riegelfußball

Ein nächster hochinteressanter Aspekt bei Milan war das Versperren der Schnittstellen durch unterschiedliche Breitenstaffelungen. Ein passender Begriff wurde während des Spiels genannt, nämlich Riegelfußball. Die Bewegungen der zwei Defensivreihen greifen ineinander und verschließen sämtliche Optionen für den Gegner. Die enge Fünferkette zwingt den Gegner zu Angriffen über die Seite. Die breiter stehende Abwehrreihe ermöglicht ein früheres Zustellen auf den Seiten durch die Innenverteidiger.

So deckte dieser Regel die Schnittstellen hinter sich in unterschiedlichen Anordnungen ab.

So deckte dieser Riegel die Schnittstellen hinter sich in unterschiedlichen Anordnungen ab.

Einige Male entstand aus der Situation heraus eine andere Formation, meistens bei Barcelona-Kombinationen im letzten Spielfelddrittel. Dann verschob die Viererkette eng auf die Seite, weil die Schnittstellen mit etwas Glück und viel Dynamik hätten bespielt werden können. Daraufhin öffnete sich die Mittelfeldreihe und sicherte die ballfernen Außenbahnen.

Als letzter kurzer, erwähnenswerter taktischer Punkt zu Milan kommt noch das Ausschalten von Messi.

Dreiecke um den Weltfußballer

Wie üblich befand sich Messi in Dreiecken. Dieses Mal waren es aber gegnerische. Egal, wo er den Ball erhielt, es gab drei Spieler um ihn herum. Mit Sechser Ambrosini und der Viererkette, die ihn gesondert im Sichtfeld erhielt, wurden immer zwei Spieler zwischen ihm und Tor gehalten. Die Mittelfeldspieler, zu denen er durch seine fluide Bewegung rückte, kümmerten sich ebenfalls um ihn und nahmen ihn in situative Manndeckungen auf, wenn dies möglich war.

Messi in zwei Positionen. Als Mittelstürmer ist er ohnehin in einem Dreieck. Als Rechtsaußen, wo er oft zu finden war. lief er in eines. Im Halbraum wurde durch Mannorientierungen das Gleiche erzeugt, beim Zurückfallen vor das gegnerische Mittelfeld war er durch Ambrosinis Verfolgung gar in einer Raute.

Messi in zwei Positionen. Als Mittelstürmer ist er ohnehin in einem Dreieck. Als Rechtsaußen, wo er oft zu finden war. lief er in eines. Im Halbraum wurde durch Mannorientierungen das Gleiche erzeugt, beim Zurückfallen vor das gegnerische Mittelfeld war er durch z.B. Ambrosinis Verfolgung gar in einer Raute.

Somit hatte er bei jeder Ballannahme einen Spieler vor und hinter sich sowie einen Raumsicherer im Mittelfeld, meistens eben Ambrosini. Durch diese Spielweise konnte er gestellt werden, obwohl er sich einige Male hervorragend aus diesen Situationen entwand. Nur Richtung Tor ging wenig, weil er von der Kompaktheit verschluckt und isoliert war.

Gab es keine Passoptionen mehr, was auch eine Schwäche Barcelonas war, dann waren seine Täuschungen weniger effektiv. Er konnte gestellt und beim Doppeln und Tripeln mit sehr körperbetonter Zweikampfführung oberhalb des Kniebereichs vom Ball entzweit werden.

Barcelona ohne Pep

Nun widmen wir uns kurz Barcelona. Wie in unseren beiden Podcasts angesprochen hat sich durchaus etwas verändert, seit Guardiola weg ist. Mehr Fokus auf Konter, leicht veränderte Aufstellungen und eine höhere Instabilität. Letzter Punkt zeigte sich in dieser Partie. Die Anpassungsphase ging nie vorüber. Die Vorbereitung auf das Spiel war einmal mehr passabel, aber nicht toll.

Welche Räume des Gegners sind ideal zu bespielen? Welche Passmuster werden benötigt? Welche individualtaktischen Verhaltensmuster und Bewegungen können Räume erzeugen? Wie legt man die gruppentaktischen Spielzüge an? In solchen Aspekten ist Guardiola wohl weltweit führend als Trainer; seine Nachfolger nicht. Darum wirkt Barcelona trotz durchaus guten Taktiken und Wechsel instabiler und muss sich mehr auf die individuelle Klasse verlassen.

Die erhöhte Messi-Abhängigkeit vor dem Tor, das weitergehende Verharmlosen der Flügelstürmer und die suboptimale Einsetzung der beiden offensivstarken Außenverteidiger im mannschaftlichen Verbund sind weitere Aspekte, die heute zu tragen kamen. Ebenfalls verändert wurde die Rolle Iniestas. Vom einstigen Nadelspieler ist er jetzt zum kreativen Kopf im Offensivsystem geworden.

Xavi wird immer horizontaler, Cesc ist weiterhin innerhalb einzelner Spiele als auch über mehrere Wochen unkonstant, weil seine Spielweise vertikal ist und nicht gegen jeden Gegner passend. Iniesta soll das auffangen; seine Entscheidungsfindung ist dafür jedoch nicht ideal. Iniesta selbst ist etwas vertikaler geworden, was seine Statistiken positiv pusht. Doch dafür leidet das Barcelona-Spiel an erhöhter Horizontalität um ihn herum.

Die Mannschafsteile sind weniger kohäsiv und ineinander verwebt. Hinzu kommen die Probleme in der Defensive. Auch die stärkeren individuellen Leistungen Busquets‘ rühren daher, denn er muss seine Stärken nun öfter und oftmals in weiteren Räumen wegen schwächerer Staffelungen einbringen. Das schafft er meistens, aber auch er kann nicht alles absichern. Kommen dazu individuelle Fehler oder das geringere Spiel auf Abseits, dann erhöht es wie in dieser Saison klar die Gegentorstatistik.

Zugleich wirkt das Pressing etwas weniger konstant, intensiv, aggressiv und effektiv. Gepaart mit einer Formschwäche des ansonsten keineswegs durchschnittlichen Victor Valdes‘  ist die defensive Instabilität und offensive Disharmonie (übertrieben gesagt) fast schon spürbar, wenn man dies in Relation zur Saison 2010/11 setzt.

Barcelona früher und jetzt - während Iniestas Scorerpunkte zunehmen, wird Xavi ebenfalls immer passsicherer; oder doch nur horizontaler?

Barcelona früher und jetzt – während Iniestas Scorerpunkte zunehmen, wird Xavi ebenfalls immer passsicherer; oder doch nur horizontaler?

Ein kleines statistisches Beispiel: Aktuell steht der FC Barcelona nach 24 Spielen bei 80:27 Toren. Also 3,3 Tore und 1,13 Gegentoren pro Partie. 2011/12 waren es noch 3 Tore bei 0,76 Gegentoren. In der Saison davor „nur“ 2,5 Tore bei 0,55 Gegentoren. Und zum ersten Mal seit 1998/99 erhielt man wieder in 10 aufeinanderfolgenden Spielen ein Gegentor!

Das Pressing und die Stabilität der Spielweise waren damals am höchsten, während Messi und Iniesta weniger Scorerpunkte aufwiesen, dafür aber – in meiner subjektiven Einschätzung – stärker und ruhiger ins Aufbauspiel eingeschlossen wurden. Aktuell wirkt es eher wie eine Abhängigkeit, als eine gegenseitige Synergiengabe. Wie wird sich das weiterentwickeln?

Fazit

Für Freunde des Offensivspiels und zahlreicher Torchancen war dies sicherlich kein schönes Spiel. Für den Taktiker umso mehr. Milan mit wohl einer der stabilsten (Spielverlagerungsunwort des Jahres) Vorstellungen gegen den FC Barcelona, die man sich in den letzten Jahren ansehen konnte. Ihr flexibles 4-5-1 ging voll auf und war in seiner Umsetzung hervorragend. Die Kommunikation der Spieler untereinander beeindruckte. Barcelona hatte einen einzigen Torschuss und war ansonsten vom Spiel abgemeldet.

PaoloPasano 12. März 2013 um 19:55

SV ist tief in der Republik verwurzelt.
„Öffentlich Fußball gucken wird dagegen mehr und mehr zum Ärgernis. Am schlimmsten ist es eigentlich dann, wenn es ausnahmsweise doch gelingt, die strenge Türpolitik der Fußballkneipen zu überwinden. Seit es im Netz die schlauen Taktik-Seiten wie spielverlagerung.de gibt, sitzen in den Kneipen leider sehr viele Taktik-Schlaumeier, die 90 Minuten ungefragt referieren, weshalb die gewohnte Fluidität des FC Barcelona im Spiel gegen Milan aufgrund der leicht zu übergebenden situativen Manndeckungen des Gegners und dessen flexibler 4-5-1 Taktik gar keine Chance hatte, gewohnt fluide zu sein.

Und rauchen darf man auch nicht mehr.“

In: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/blogs/nummereins/3415/die-nummer-eins-der-fusballkneipen-die-zockerbude/

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RM 12. März 2013 um 20:33

Haha, fantastisch! Klingt ja fabelhaft. Wobei ich persönlich sagen darf / muss(?), dass ich bislang noch nie das Wort „Fluidität“ im Bekanntenkreis in den Mund genommen habe (exkl. Gespräche unter Spielverlagerern).

Antworten

MR 12. März 2013 um 21:36

Ich sag kaum noch was anderes!

Antworten

MR 12. März 2013 um 21:41

„Mutti, die Soße ist zu fluid, da fehlt völlig die Struktur im Zusammenspiel mit dem Braten, die können überhaupt keine Griffigkeit in den Wechselwirkungen entwickeln, wodurch das Hybridgemüße im Schmeckungsschatten untergeht! 🙁 „

Antworten

Lerner Worant 12. März 2013 um 21:49

😀 😀 😀

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Lerner Worant 12. März 2013 um 21:50

Im Gemüse fehlt aber auch oft ein Leader.

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Anonymous Coward 12. März 2013 um 19:25

This article is fascinating,I could understand most of it using google translate.The ‚Bar Football‘ bit was perhaps most though provoking.Pity there is no English translation for this one.Brilliant tactics by Allegri.

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RM 12. März 2013 um 19:51

Thanks. That’s motivating =)
Maybe we will translate this article and the analysis of the second game.

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Ceteno 7. März 2013 um 22:59

Was ist mit Barca los… Tippen die gegen sich selbst?

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Mou/ 3. März 2013 um 01:01

Worauf achtet ihr bei einem Fußballspiel?
Bitte um antworten, Danke

Antworten

air force 1 27. Februar 2013 um 17:40

Es ist wie bei einem Unternehmen bei dem der CIO eine große Präsenz und Verantwortung trägt. „Verschwindet“ er für 3 Monate oder länger dann vergessen vielleicht Einige ihre Pflichten- zudem fehlt die ordnende Hand welche die Kräfte leitet und weiter entwickelt. Es ist dann vermehrt die Eigeninitiative gefragt und die scheint bei Barca zur Zeit nicht auszureichen.

Vergleiche die aktuelle Situation bei Barca mit der DFB Elf seit 2006. Sobald man gegen etablierte Teams in Rückstand gerät war dies gleichbedeutend mit einer Niederlage. Der jeweilige Trainerstab konnte keine Lösung kreieren. Es gab keinen Plan B+C.

Die Zukunft des so genannten „modernen Fussballs“ besteht darin Teams zu formen die für sehr unterschiedliche Anforderungen stets ein wirkungsvolles taktisches Konzept zur Hand haben UND auch sehr gut umsetzen können.

Deshalb kann ich auch die Diskussion um tikitaka nicht verstehen. Es ist EIN taktisches Konzept und sollte sich im Repertoire jeder technisch starken Mannschaft befinden. Es führt aber ganz sicher nicht gegen JEDE Mannschaft von internationaler Klasse zum Erfolg.

Es war in Grundzügen das selbe Team bei Barca welches die CL + Meisterschaft in 2010 / 2011 beherrscht hat welches dann im Jahr darauf von Mou und Real besiegt wurde. Beim Classico im Camp Nou im April 2012 hat Barca unter Guardiola fast perfektes tikitaka gespielt. Real hat mit Kontertaktik gesiegt. Und gestern hat Real die Barca tikitaka Mannschaft unter Roura mit Catenaccio und Konterfussball regelrecht vorgeführt.

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El Entrenador 28. Februar 2013 um 09:51

Auch da stimme ich dir zu. Optimal wäre es sicher, wenn eine Mannschaft unterschiedliche taktische Konzepte quasi auf Knopfdruck abrufen könnte. Da bin ich absolut bei dir. Und das ist auch sicherlich das Ziel eines jeden Trainers. Ich habe dir ja nur hinsichtlich des „Aufwärmprogramms“ widersprochen. Da will ich einem Roura nicht die Kompetenz absprechen.

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air force 1 28. Februar 2013 um 15:37

Alles klar. Wir sind uns einig. Vielleicht wollte ich damit auch nur ausdrücken dass das Team von Barca nicht ALLES gegeben hat.

Antworten

El Entrenador 26. Februar 2013 um 15:51

Sorry, aber einen Roura dermaßen zu unterschätzen….ich weiß nicht, ob wir uns dieses Urteil erlauben können. Wenn der nicht weiß wie die Spieler sich aufzuwärmen haben hat er in der Position aber auch gar nichts verloren.

Antworten

air force 1 26. Februar 2013 um 17:22

Hältst Du Roura für einen Taktikfuchs? Physiognomie ist eine Wissenschaft. Die Gesichtszüge von Roura sprechen Bände.

Auf dem Level musst du an ALLES denken? Das „spy game“ von Guardiola hinsichtlich Pique ist allzu verständlich. ( Es ist ebenfalls nachvollziehbar warum Mou erst heute nach Barcelona reisen lässt ).
Wenn Pique mit Shakira ( eine wunderbare Stimme ) die Nächte unterwegs ist, dann macht er möglicherweise Fehler auf dem Spielfeld da seine Konzentration eben nicht 100 % ist. Die Sache betrifft sicherlich nicht nur Pique. Wenn eine Person im Team eine Schwäche hat dann gilt es eben unterstützend zu wirken.

Taktik ist eben nicht nur 4-3-3 sondern vor allem auch die Disziplin die notwendig ist um das System möglichst perfekt auf dem Platz umzusetzen.

Barca war gegen Milan nicht von Anfang an auf Betriebstemperatur- und das hatte garantiert seine Gründe. Milan hingegen war 100 % da und zwar von Anpfiff bis Abpfiff. Das war Catenaccio gegen das angeblich „beste Team der Welt“. Im Rückspiel kann alles ganz anders aussehen…

Antworten

El Entrenador 27. Februar 2013 um 16:48

Alles nicht falsch, was du schreibst. Aber wenn dir das
alles bekannt ist dann dürfte es Herrn Roura doch erst recht
bekannt sein. Professionelle Teams im Weltfußball haben für
jeden Bereich in der heutigen Zeit Spezialisten. Glaube kaum, dass
die sich in solchen Bereichen so grobe Fehler leisten.

Ich kenne Senor Roura nicht persönlich. Deshalb
kann ich mir auch kein Urteil erlauben! Aber ich vermute sehr stark, dass er erheblich mehr Ahnung von sowohl Taktik, als auch
Physignomie hat als wir. Sonst hätten die Entscheidungsträger bei dem weltbekannten Verein sicher eine andere „Übergangslösung“ für die Zeit der Abwesenheit der hauptamtlichen Trainers gefunden.

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hsv 26. Februar 2013 um 14:29

1.sehr sehr gute analyse 2. Eine frage habe ich dann doch noch. Wieso hat barcelona es dann nicht probiert torchancen durch ein gegenpressing zu bekommen? Oder haben sie es versucht und es hat einfach nicht geklappt?

Antworten

air force 1 26. Februar 2013 um 15:04

1. Was passiert bei eisiger Kälte? Genau, alles zieht sich zusammen. Was passiert bei Wärme: alles dehnt sich aus.
Die Milan Spieler sind körperlich robuster, konnten also die Kälte besser kompensieren. Nicht umsonst haben gerade kompakte Spieler wie Boateng + Muntiari die Tore gemacht.

Was hätte also vor dem Anpfiff bei Barca geschehen müssen: den Körper auf Betriebstemperatur bringen.
Aber da sitzt der Assistent vom Assistenten und der ist froh wenn er die Anweisungen von Tito aus New York überhaupt versteht. Da hat sich Roura einfach zu wenig Gedanken drüber gemacht.

2. Neben der Kälte kam ein weiterer erschwerender Faktor für das Barca Team hinzu. Sie hatten keine gute Erinnerung an das San Siro. Inter hatte ihnen unter Mourinho eine bittere 1:3 Niederlage in 2010 „eingeschenkt“. Damals gab es bereits schönen Catenaccio im Rückspiel im Camp Nou- Barca ist gegen Inter ausgeschieden. Ein Sieg von Mou über Guardiola.

3. Das von Dir geforderte Gegenpressing kam, aber da stand es bereits 0:2. Erst von da an kamen die Barca Spieler langsam auf Betriebstemperatur. Da war das Spiel dann aber auch kurz darauf zu Ende.

4. Keine Sorge, im Rückspiel wirst Du ein Gegenpressing von Anfang an sehen- da werden die Barca Spieler auch sofort auf voller Betriebstemperatur sein.

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hsv 1. März 2013 um 21:52

zum 4. Punkt naja Schlimm wäre es ja auch nicht wenn Milan weiter kommt zumindest aus deutscher Sicht 😀 . Aber du willst mir doch nicht allen Ernstes erzählen das Barca sich nicht vernümpftig warm gemacht hat und deshalb die Zweikämpfe nicht gewinnen konnte. Und bei allem respekt vor den Milan-spielern denke ich, dass sie viele ballverlust gemacht hätten ,und auch welche in ungünstigen Positionen, wenn Barca sie frühzeitig mit den kleinen wendigen Spielen attakiert und die Passwege zugestellt hätte. Vorrallem zeichnet Barcelona ja das Gegenpressing aus. Aber was solls hätte hätte Fahrradkette.

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STEFAN 25. Februar 2013 um 16:50

Was bedeutet eigentlich Mittelfeld-Achse ?

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Toby 22. Februar 2013 um 20:43

Ich bin jetzt bestimmt nicht so ein Taktikfuchs wie die meisten hier, aber trotzdem hab ich mich bei diesen Spielen von Barcelona – besonders beim gestrigen – gegen „eingemauerte“ Strafräume schon öfter gefragt, warum nicht einfach öfter Versucht wird außerhalb des Strafraums zu schießen?
Mir ist schon bewusst, dass ein abgefangener Ball schnell zu einem gefährlichen Konter führen kann, aber dafür haben die ja das exzellente Gegenpressing und man könnte dann ja Situativ nach hinten besser absichern (Statt 2 Spielern an der Mittellinie bleiben 3 stehen…).
Fehlt dafür die Schussqualität? Oder gibt es da noch einen anderen Grund?

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observer 23. Februar 2013 um 11:08

gegen inter 2010 wurde dies auch versucht. ein zeichen dafür, dass die spieler resignierten und es schlichtweg nicht möglich sahen durchzukommen.

gegen milan hat xavi bereits früh um die 20-30. minute glaube ich aufs tor geschossen, sogar aus gut 25-30 meter.

die beste barca chance war ja auch der schuss von iniesta.
man vergisst oft, dass die geschwindigkeit solcher spiele einfach verdammt hoch ist. da hast du oft knapp ne sekunde um iwas zu entscheiden ob schuss aufs tor oder pass. somit muss also auch eine lücke da sein.

beim cl finale 2012 etwa versuchte robben 15mal aufs tor zu schießen, jedoch wurde er stets von chelseas abwehr abgedrängt und geriet außer balance oder die schüsse wurde abgeblockt.

ich denke auch oft, dass sie es zumindest öfter versuchen sollten, aber in der praxis ist das halt nicht so einfach.

vllcht entschließt sich man sich die 3-3-4 formation im rückspiel anzuwenden, die ja im grunde in der ersten halbzeit gegen chelsea relativ gut funktionierte:

pique—–puyol——–mascherano

———-busquets—————-
—–xavi———–iniesta———-

sanchez(pedro/alvez)—–messi—-cesc—–villa(tello/alba)

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Aaryan 22. Februar 2013 um 15:07

Vielen Dank für die tolle Analyse.
Mich würde es sehr freuen, wenn ihr mal eine Lösung gegen dieses 4-5-1 System findet?!
Oder wie man halt gegen stark defensiv ausgerichtete Mannschaft spielen sollten und welche Möglichkeiten gibt!?

Antworten

TW 25. Februar 2013 um 17:26

Gabs hier zwar schon einmal, ist aber immer wieder schön:
http://mr-renoog-videos.blogspot.de/2010/12/10-ways-to-break-through-parked-bus.html

Antworten

Fabi 26. Februar 2013 um 22:06

Sehr cooler Artikel!

Antworten

James 22. Februar 2013 um 11:38

Ich Hoffe Barcelona entscheidet sich für ein 3-4-3 System Im Rückspiel dadurch wären das spiel Flexibler und man könnte öfters über die außen kommen

Antworten

Gunner89 23. Februar 2013 um 01:08

Ich könnte mir folgendes System vorstellen:

Puyol—Busquets—Pique—Alba
——————-Xavi—————-
————Cesc——Iniesta——–
Pedro———Messi——Villa—–

Puyol, Busquets und Pique bilden hinten eine dreierkette sodass Alba links für breite sorgen kann, Pedro macht dies rechts. Villa könnte als eine Mischung aus MS und LA agieren.

Wenn der Gegner sehr tief steht könnte das dann so aussehen:

———Puyol—————Pique——-
——————-Busquets—————

———————Xavi——————-
———-Cesc—-Messi—-Iniesta——
Pedro—————-Villa——Alba—-

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air force 1 26. Februar 2013 um 13:22

Hups, Du hast Dir ja ganz schön Gedanken gemacht.

Grundsätzlich: das Spiel von Barca wird eher vertikal und weniger horizontal sein. Die Ausgangslage ist klar und ein schnelles Tor ( 1.-20. min ) für Barca fast schon ein Muss. Desto länger das Spiel torlos ist, desto mehr wächst das Selbstvertrauen der Italiener. Es wird somit keine längere Anpassungsphase geben.

Die wesentliche Frage wird sein: wie schnell und wie effizient gelingt es Barca aus dem Viereck ( Tikitaka ) in ein Dreieck, das schnelle Spiel in die Spitze zu gelangen??? Das wird ein sehr sehr laufintensives Spiel mit vielen Rochaden- speziell bei Barca.

Viele gehen davon aus dass Milan wieder mit 4-5-1 antritt und dann ist folgerichtig ein 3-4-3 von Barca zu erwarten.
Wäre Balotelli spielberechtigt bin ich mir fast sicher dass Milan ein 4-5-1 oder 4-4-1-1 gespielt hätte.

Aber was ist wenn Milan plötzlich 2 Stürmer ( Pharao + Pazzini oder Niang ) einsetzt um vier Verteidiger zu binden? Milan will in jedem Falle ein Tor erzielen – in diesem Falle braucht Barca 4!!! Auf diese Weise könnte Milan die grundlegende taktische Vorgabe von Barca erst mal zerstören.

Spielt Milan das 4-5-1 aus dem Hinspiel dann kommt die von Dir vorgeschlagene Formation mit Puyol + Pique sowie Busquets davor, zum Einsatz.
Mit Villa als LA der immer wieder in die Spitze MS vorrückt kann man durchaus rechnen.

Barca wird in jedem Falle versuchen das Mittelfeld sehr schnell zu überbrücken und direkt in die Spitze zu spielen. Wir haben dies beim letzten Classico mit Xavi zu Pedro gesehen der dann frei vor Lopez stand.

Sanchez ist leider nicht in Form und hat immer wieder „Muskelprobleme“. Tello ist da möglicherweise eine Alternative.

Aber wie immer bei Barca: alles steht und fällt mit dem „magischen Dreieck: Xavi+Messi+Iniesta.

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Hans 21. Februar 2013 um 18:37

Tolle Analyse zu einem aus meiner Sicht unerwarteten Ergebnis. Celtic hat diese CL-Saison ja auch schon gegen Barca gewonnen. Seht ihr denn Parallelen zwischen der Taktik, die Milan angewandt hat und der von Celtic? Oder waren das zwar beides „Defensivtaktiken“, aber dennoch im Grunde unterschiedliche Herangehensweisen?

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GoldenGomez 21. Februar 2013 um 18:31

Hi, erst mal großen Respekt an Spielverlagerung. Bin relativ neu hier und bin fasziniert von den taktischen Finessen im Fußball. So, nach dem schleimerischen Vorwort meine Frage: Fehlt Barca eventuell ein großer, zweikampfstarker Stürmer, den man auch mal hoch anspielen kann, der den Ball halten kann (ähnlich wie Lewandowski/Mandzukic), um das Mittelfeld, welches ja durch das 451 extrem eng und unbespielbar ist, schnell zu überwinden? Die kleinen technisch extrem guten und kombinationssicheren Spieler von Barca scheinen ja an ihre Grenzen zu stoßen.

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YA 21. Februar 2013 um 21:35

Das habe ich mir gestern auch gedacht. Aber das denkt doch man immer, wenn Barca nicht mit der def. Taktik des Gegners klar kommt. Ich denke aber es würde Barca nicht schaden, vor allem solche zudem bewegliche Spieler wie Lewa und Mandzukic würden rein passen. Vielleicht hätten sie dann öfters über die Seiten kommen können und den Mittelstürmer mit Flanken füttern. So hätte man Milan immerhin tiefer in ihrer Hälfte drücken können.(meiner Meinung das größte Problem, dass Spieler wie Iniesta, Messi, Xavi so weit nach hinten gehen mussten,um Bälle zu bekommen, da sind sie nicht gefährlich)…

Antworten

El Entrenador 22. Februar 2013 um 08:58

Dafür hatte man vor nicht allzu langer Zeit einen Ibrahimovic
für viel Geld verpflichtet, den man dann schnell wieder abgegeben hat. Da man anschließend keinen ähnlichen Ersatz verpflichtet hat liegt die Vermutung nahe, dass so ein Spielertyp wohl doch nicht erwünscht ist.

Antworten

Hans 22. Februar 2013 um 13:05

@El Entrenador:

Bei Ibra bekommt man aber eben auch „den ganzen“ Ibrahimovic und der eckt ja ganz gerne mal an. Lewandowski oder Mandzukic sind ja nun nicht gerade als „Skandalnudeln“ bekannt.

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Fabian 22. Februar 2013 um 09:32

Ich glaube gegen so eine dichte und tiefe Abwehr würden auch Mandzukic, Gomez und Lewandowski abgemeldet sein. Auch die brauchen ein bisschen Raum um den Ball erstmal zu kontrollieren. Diese hohen Anspiele funktionieren eigentlich nur so gut, so lange der Gegner noch halbwegs unorganisiert steht. Dann kann man mal den Mittelstürmer ins direkte Duell mit den Innenverteidigern schicken und dann, während er den Ball behauptet, nachrücken. Wenn sich die Linien aber vorm gegenerischen 16er schließen, werden alle hohen Anspiele eh rausgeköpft.

Einzig den Faktor Kopfballstärke kann man da anführen. Barca fehlt halt in den Momenten die übliche Brechstange – haufenweise Halbfeldflanken in der Hoffnung, dass mal eine zum Erfolg führt. Die Brechstange gar nicht erst einzupacken (in den Taktikkoffer) halte ich aber für idealistisch richtig, denn dann kann man auch nicht verfrüht auf sie zurückfallen.

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AP 21. Februar 2013 um 18:24

Barca noch nie so hilflos in den letzten Jahren erlebt…
Milans defensive Aufstellung war ja so zu erwarten…
Ich bin immer noch so überrascht und traurig, dass „dieses“ Barca keine Antworten hatte… Boahhhh

Am besten die Rotation anwerfen, Iniesta, Messi und 2-3 weitere Köpfe in der Liga schonen und im Rückspiel wieder Barca sein.

Aber ich bezweifle, dass es so einfach ist.

Toller Artikel RM

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YA 21. Februar 2013 um 18:13

Sehr schöne und ausführliche Analyse ! Topleistung mal wieder 😉 Freut mich, dass ich einige Punkte von deiner Analyse auch erkannt hab. Das einzige was ich noch gesagt hätte, wäre wie tief Boateng und Sharawy nach hinten mitgelaufen sind. Ich denk ein weiterer Punkt der wichtig ist, dass Barca es nicht geschafft hat in Überzahl zu kommen. Desweiteren konnten so auch die 3 Sechser in der Mitte sich darum sorgen, die Schnittstellenpässe abzudenken und stabilität sorgen.

Ich muss sagen, dass mir das Spiel sehr gefallen hat, ihm Gegensatz zu den meisten hier. Ich finde es war ein ganz anderes Spiel, als gg Chelsea, die sich wirklich nur auf Mauern beschränkten. Milan spielte ja aktiv gg. Barca mit klarem Matchplan. Wie einfach Iniesta nach hinten ausweichen musste, er kam gar nicht in sein Gefährlichen raum (Montolivio und auch Abate haben da eine große Rolle gespielt). Sie haben sich zu keinem Zeitpunkt völlig hinten eingeschottet, sondern führten auch ein Gegenpressing vor. Spätestens ab der 70m haben wir die reinste Form des Catenaccio gesehen. Milan hat Barca gar nicht die Chance gelassen wieder ins Spiel zu kommen. Es gab viele Unterbrechung auch das erwähnte rüchstoßende Gegenpressing spielt da bestimmt eine wichtige Rolle.

Beim 2:0 haben wir einen klassischen Barca -Fehler gesehen. Versteh einfach nicht wie Xavi da so langsam zurücktrudelt, er kam meiner Meinung nach eine 1 Sek. zu spät, und diese eine Sekunde wäre die entscheidende gewesen noch Sharawy unter Druck zu setzen. Das kommt immer wieder bei Barca vor, dass der Gegner überzahl hat…Ich hätte noch eine Einwechslung von Thiago nachgedacht, versteh ehrlich nicht wieso Sanchez eingewechselt wird, der in einer so schlechten Form ist. Auch wenn ich das oben stehende Argument verstehe. Aber Thiago hätte vlt mehr Pässe in die Vertikale gebracht, allerdings muss man sagen, dass Milan da eh kein Platz gelassen hat…Frag mich, ob das fehlen von Vilanova gestern eine Rolle gespielt hat? Finde seit er fehlt ist die Einstellung/Umstellung auf den Gegner noch ein Mal schlechter geworden als gegenüber Pep.(vergl. auch das Calsico-Spiel)…

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nougat 21. Februar 2013 um 17:48

meine güte, wie scheiße sieht denn puyol mit astronauten-pflaster aus ?

da bekommt der begriff „er spielte wie ausgewechselt“ ja eine komplett neue bedeutung 😀

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STEFAN 21. Februar 2013 um 16:07

Was bedeutet eigentlich fluiden Dreifachsechs?

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RM 21. Februar 2013 um 16:08

Die drei Sechser sind nicht direkt positionsgebunden, rücken immer wieder heraus und wechseln ihren Platz auf dem Feld ständig.

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Daniel_DM 21. Februar 2013 um 15:51

Also Plan A Barca macht das Spiel Plan B der Gegner macht das Spiel? Von allen Ideen dazu ist diese bisher die absurdeste. Dann kann man ja gleich ManU oder eine äjhnliche Umschaltmannschaft dorthin stellen statt Barca.

Aber dieser Moment ist meiner Meinung nach fatal. Nach Ballgewinn wird der Umschaltmoment vor allem dafür genutzt, stabil gegen Gegenkonter und im Pressing zu stehen. Statt dessen könnte Barca direkt in die Spitze spielen. Zwei, drei vertikale Spielzüge und schon hat man einen Großteil der Gegner überspielt. Dann agressives Gegenpressing, vor dem Strafraum des Gegners.

Was mir auch immer ausfällt. Wenn der Gegner so eng im Strafraum steht, dürfte er eigentlich keine absolut perfekte Raumaufteilung mehr haben. Wird ein Ball scharf hereingespielt, entscheiden sich dann mehrere Gegenspieler dafür ihn zu klären und das führt zu chaotischen Situationen. Ähnlich einem Standard.
Als Gegenmaßnahme gegen solch ein Antipressing sollte so etwas forciert werden.

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observer 21. Februar 2013 um 16:31

das mit den 10% ist ja genau der punkt. natürlich wird profan gesagt sehr oft gegen barca gemauert. aber 1. sind imo die schwachen mannschaften in der liga nicht im stande das auf dem selben niveau zu halten wie etwa in der cl und zudem existiert dort der faktor KO spiel mit auswärtstorregel nicht.

arsenal etwa versuchte im achtelfinale 2011 auch das 2:1 zu verteidigen und ist gescheitert.

in der theorie, eine mannschaft verteidigt perfekt auf engstem raum ohne frühes pressing und die andere versucht mit ballbesitz um den strafraum herum eine lücke für die penetration zu finden, würde dieses modell hier zu einem stilstand führen – die spiele würden immer 0:0 ausgehen, doch in der realität ist barcelona jedes mal ausgekontert worden (also auf dem höchsten niveau).

sicherlich war barcelona gestern „schwach“ aber ehrlich gesagt, sehe ich dennoch wenig unterschied zu inter 2010. wo waren hier eindeutig mehr und bessere torchancen?

im grunde geht es nicht um plan b sondern einen veränderten plan a.
bei der üblichen konstellation mit hinspiel auswärts und rückspiel zuhause ist man im grunde im vorteil. barcelona war jedoch immer im nachteil bis auf chelsea 2009, wobei es da anders herum war.

ich denke man ist einfach zu stur um aus diesen spielen zu lernen.

ibrahimovic wurde damals so gut wie nie als, wie sagt man im deutschen für, holdup player genutzt? jemand der am strafraum den ball hält und ablegen kann, sowas fehlt barcelona komplett. hier sehe ich bayern mit mandzukic und künftig lewandowski deutlich im vorteil.

es müsste schon mit einem wunder zugehen, wenn mailand noch ausscheiden sollte. wsl läuft es wieder auf ein 1:0 1:1 oder sowas hinaus

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Ch4 21. Februar 2013 um 21:31

warum soll man draus lernen wenn man trotzdem 2 mal die cl gewinnt?
eine flexiblere spielweise, da stimme ich dir zu ist sicherlich notwendig.

außerdem finde ich dass solche verteidigungstaktiken um den 16er extrem auf glück aufbauen. es enstehen einfach trotzdem immer chancen im gewühle im 16er. bei 2 gleichstarken mannschaften ist ein trainer ja eigentlich immer bemüht den gegner weit wet vom strafraum zu halten. das umstellen des eigenen strafraums ist somit auch ein zeichen von schwäche bzw überlegenheit des gegners.

die bvb spielweise scheint mir da ein akzeptierbarer zwischenweg. weil sie gegen bayern vl immer die defensiver mannschaft sind aber sich nie am straufraum einiegeln

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SR 22. Februar 2013 um 22:37

Sehr richtig, der Plan B muss auf den grundlegenden Stärken der Mannschaft basieren. Ansonsten ist er eine Schwächung des Teams. In Barcas Fall: Kurzpassspiel und Ballkontrolle werden meist über die Mitte abgeschlosssen. Deshalb ist die Dreifachsechs so überdurchschnittlich erfolgreich gegen Barca.

Ein Plan B wäre eine konsequentes Bespielen der Aussen. Hohe Bälle sind keine Option, aufgrund der kleinen Spieler und grossen gegnerischen Innenverteidiger. Stattdessen: Aussenverteidiger müssen Hinterlaufen und zur Grundlinie ziehen. Dann möglichst in den Sechszehner dribbeln oder kombinieren. Eine sehr scharfe, flache oder höchstens halbhohe Hereingabe ist relativ erfolgsversprechend, denn: Die Barca-Spieler sind wendiger und haben einen Vorteil bei Richtungswechseln hin zu schnellen Bällen (gegenüber grossen Verteidigern). Zweitens können bei gutem Timing bis zu vier Spieler von ausserhalb des Strafraums hereinsprinten. Dadurch entsteht ein Geschwindigskeitvorteil den stehenden Innenverteidigern gegenüber.

Zu dem Thema der qualitativ höheren Chancen bei Konterteams: Absolut richtig. Aber statistisch sind 10 Chancen mit 20%iger Trefferwahrscheinlichkeit besser als drei mit 50%iger Wahrscheinlichkeit (selbst beim 1:1 gegen den Torwart ist das die Erfolgsquote). Und Barca hat die individueelen Fähigkeiten um selbst aus schlechten Positionen Tore zu produzieren. Dazu kommen normalerweise viele Hochprozentige. Deshalb gewinnen sie auch so viele Spiele in CL und Liga, obwohl sie jede Woche einem solchen Bollwerk gegenüberstehen.

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pling 21. Februar 2013 um 15:43

Berlusconi scheint wohl doch ein besserer Taktiker zu sein, als man meinen könnte…

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Beobachter 21. Februar 2013 um 14:42

@Observer

Eine interessante Perspektive, über die ich gestern auch nachdachte. Wie könnte denn ein Offensiv-Plan B Barcelonas aussehen, der mehr Aussicht auf Erfolg haben soll? Distanzschüsse auf gut Glück? Flanken auf einen kopfballstarken Mittelstürmer?

Könnte nicht Barcas Plan B für solche Spiele gegen defensivstarke Teams nicht darin bestehen, als kompakter Defensivverband phasenweise auf Konter zu lauern und den Gegner das Spiel machen zu lassen? Ich weiß, dafür bräuchte schon eine kleine Revolution im strategischen Denken Barcas, aber ich halte das nicht für unmöglich. Die spanische Nationalmannschaft in ihrer eher defensiven Ausrichtung bietet hier vielleicht Orientierungspunkte.

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sharpe 21. Februar 2013 um 15:52

die ganze Plan B Geschichte halte ich für Unsinn. Barca hat schon viel öfter gg defensiv gut stehende Mannschaften gewonnen als verloren. Mit einem anderen Plan würde das Verhältnis von gewonnen zu verlorenen Spielen sicher schlechter aussehen. Es gilt das eigene Spiel zu perfektionieren und das versuchen alle Trainer. Gewisse kleine Anpassungen haben ja alle guten Trainer drauf, aber eine komplett andere Spielweise wäre kontraproduktiv. Barcas Leistung gestern war um Welten unter den Leistungen gg Inter vor 2 Jahren, als sie sich eine Unzahl von Chancen erspielten. Gestern war es für Barca-Verhältnisse ein Offenbarungseid, ich sehe zwar nur ca. 10-15 Barca Spiele pro Jahr, aber das war mit Abstand das schlechteste seit Peps Trainer wurde. Sie müssen wieder zu ihrem eigentlichen Spiel finden und nicht nach einem Plan B suchen.

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fluxkompensator 21. Februar 2013 um 14:34

also, den offensiven plan milans habe ich so nicht gesehen. vielmehr schien sich die these zu bestätigen, dass sich aus einem formativen 4-5-1 wenig offensivpower generieren lässt. wenngleich zu beginn einige male el-sharawy aufgrunds einer schnelligkeit vorstoßen konnte, waren die „angriffe“ milans in der 2. hälfte doch meistens inkonsequent und mit dem ziel, sich zu ordnen und defensiv vorzubereiten. demenstprechend fielen auch die tore durch standardsituationen, bei denen barcelona abermals schwächen offenbarte (die beste chance hatte boateng in der 1. hälfte bei einer ecke – das 1:0 streichen wir am besten schnell wieder aus unserem gedächtnis).

barcelona offenbarte tatsächlich eine gewisse laufschwäche, die eigentlich gegen solche defensive blöcke unbedingt notwendig ist. fabregas spielte eine unglückliche partie, hatte kaum bindung zu den angriffe und vertändelte dann bei anspielen leichtfertig. er schien mit seiner rolle mit messi sehr unbeholfen, konnte oft nicht auf dessen ausweichende manöver reagieren. mir unerklärlich ist auch, warum nicht die rechte seite stärker bespielt wurde, zumal sich pedro recht dynamisch und bemüht zeigte, auch die breite immer wieder zu forcieren; zudem war die linke abwehrseite milans nominell eher als die schwachstelle im abwehrriegel auszumachen.

busquets war gut (wohl der beste barca-akteur). mir ist aufgefallen, dass er in der 2. hälfte oft nach links abkippte, um alba stärker abzusichern, gewiss mit dem ziel, die breite auf links zu verstärken; denn iniesta war dort in der 1. hälfte auf hoffnungslosem posten gegen abate, boateng und oft einem dritten wurde er oft vom zentrum isoliert. mir ist ein pass in die schnittstellte auf den hinterlaufenden alba in erinnerung, ansonsten tat ihm der wechsel weiter ins zentrum nach cecs auswechslung sichtlich gut.

p.s. die theoretischen möglichkeiten für barca waren gegeben. es stellte sich beispielsweise auch heraus, dass mexes oft aus der viererkette rückte, um fabregas oder messi zu verfolgen, hier hätten diagonale läufe pedros gut tun können, wenn man es vermochte, mexes noch öfter weiter herauszulocken.

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_oo_ 21. Februar 2013 um 16:48

Zu Deinem PS: diesen Spielzug kennt Barca eigentlich – Messi als Köder für den rechten IV, danach aber der diagonallauf von links! Nicht von rechts. Und jetzt schau auf die beiden Aufstellungen oben. In der ersten muß der entscheidende Diagonalpaß aus dem Dreieck Alves-Pedro-Xavi kommen, der aufnehmende Spieler muß aus dem Dreieck Zapata-Abate-Montolivo starten. Genau dieses Dreieck ist aber verwaist – Inieste zu weit aussen und Cesc zu weint rechts hinten. Im zweiten Bild fungiert Messi nicht mehr als Mexes-Köder, dort müßte man rochieren: Pedro wieder auf rechts, Cesc auf links vorne. Dann könnte das klappen.

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observer 21. Februar 2013 um 14:16

das gestrige spiel und die analyse lässt mich doch sehr nachdenken.

zunächst MUSS man festhalten, dass barcelona wohl doch nicht, wie es der stammtisch gerne hätte, von selbst läuft. selbst wenn tito vor dem spiel involviert war, so konnte er während dem spiel und insbesondere nach dem tor NICHT eingreifen. auf diesem niveau fatal.

folgende punkte stelle ich zur diskussion:

das szenario von gestern war nach chelsea 2009, inter 2010 und chelsea 2012 das vierte. lediglich 2009 gelang barcelona das weiterkommen.

2009 glich im grunde dem spiel von gestern. barcelona vermochte es nicht mehrere klare torchancen herauszuspielen und letztlich zu treffen (das glückliche iniesta ausgeklammert)

2010 ist sehr diskussionswürdig (ich lasse das hinspiel dabei jedoch außer acht) da das 2te tor noch gefallen ist (über legal oder illegal KANN man diskutieren, eindeutig ist es nicht), dennoch war der spielverlauf ähnlich. barcelona war nicht im stande mehrere eindeutige torchancen herauszuspielen wie sonst auch.

2012 gestaltete sich bis zu einem gewissen punkt anders, auch hier lasse ich das hinspiel als externen diskussionsfaktor weg. man vermochte es in der 1. hz zum ersten mal überhaupt die „gewohnte“ situation zu meistern und war kurzzeitig qualifiziert. durch eigenes unvermögen, brachte man sich jedoch wieder in genau die situation, welche man um jeden preis verhindern musste. letztlich scheiterte man wieder.

dem füge ich hinzu: der fc bayern befand sich in den cl finals 2010 und 2012 in relativ ähnlichen szenarien und ist in beiden ebenfalls gescheitert. 2010 mehr als deutlich. 2012 ein wenig besser, dennoch wurde es auch hier nicht geschafft in 90 min gegen chelsea mehrere klare torchancen zu erspielen. zudem gestaltete sich dieses szenario ein wenig anders, da chelsea im gegensatz zu inter im finale keinen frühen vorsprung verteidigen konnte. dennoch ist es sehr ähnlich.

nun stellt sich für mich die frage:

außer bis auf die 1. hz 2012 gegen chelsea, vermochten es weder barca noch bayern jemals eine derartiges szneario zu meistern.

michael cox auf zonalmarking hat für die beiden inter spiele 2010 gefragt wieso pep ibra brachte und dies als kontraproduktiv hinterfragt. doch genau dies wirft man barcelona vor. man hätte keinen solchen „plan b“. cox legte vielmehr dar, dass bojan und jeffren also kleine wendige dribbelstarke spieler „der plan b“ gewesen seien.

nach allem was ich an taktikanalysen gelesen habe und wie sich die spiele gestalteten, bin ich am überlegen, ob es schlichtweg nahe an der unmöglichkeit ist, bei einem derartig engstehenden abwehrverbund der kompakt mit 9 bzw 10 leuten verschiebt auf dem gegebenen raum überhaupt effektiv zum torerfolg zu kommen.

bei einer sortierten abwehr, macht es für mich wenig unterschied ob die außenverteidiger versuchen bis zur grundlinie durchzubrechen oder früher 1 gegen 1 zum strafraum ziehen, da der platz in der mitte des strafraumes sowieso abgedeckt ist.

hohe bälle auf einen großen mittelstürmer werden rausgeköpft (siehe drogba vs inter im achtelfinale 2010) und die mitte ist meist sowieso dicht. das eine tor von bojan 2010 war einer von gefühlten 10000 versuchen, der erfolgreich war und auch hier war es sehr nah am abseits, wenn nicht sogar abseits.

man redet und schreibt immer viel, aber ich glaube auf dem niveau der cl, gibt es für das beschriebene szenario keine mannschaft die einen derartigen abwehrverbund effektiv knacken kann.

das problem ist, dass sich barcelona (bzw. bayern) mit seinem permanenten ballbesitzfussball selbst in diese situation bringt.

man müsste überlegen ob sich derartige mannschaften nicht mit bewusstem verzicht auf ballbesitz diesem szenario entziehen könnten, um den benötigten raum wiederzuerlangen.

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Fabian 21. Februar 2013 um 14:51

Geiler Post!

Ich wage nicht zu behaupten, soviel Ahnung von der Materie zu haben wie du hier offenbarst, aber igebe trotzem meine 2 Cent zur Dirkussion dazu.

Milan ist ja nicht die erste Mannschaft, die gegen Barca Beton anrührt, auch in der Bundesliga wird das gegen Bayern mindestens alle 2 Wochen versucht. Meistens klappt das halt nicht. Tore verhindern ist halt nur das halbe Fussballspiel.
Aber: Die besonderheit der KO-Phase in der CL erlaubt es bei einem absoluten Sahnetag mit 110% Einsatz trotzdem so erfolgreich zu sein.

Ohne es mit einzelnen Beispielen hinterlegen zu können, habe ich aber bei Barcelonas Spielen schon öfters den Eindruck gehabt: „Wow, die (Gegner) stehen aber defensiv Bombe, vielleicht geht da heute mal was gegen Barca.“ Nur leider fangen sie sich dann meistens doch einen Konter, nachdem sie sich einmal (übermütig) hinten raus gewagt haben. Und wenn man gegen Braca in die Verlegenheit kommt ein Tor schießen zu müssen, dann gibt es meistens doch nur hinten noch 2 bis 3 rein. (Beispiel vielleicht Leverkusen letztes Jahr). Da praktiziert Barcelona also schon öfters phasenweise den bewussten Verzicht auf Ballbesitz zu Gunsten von Kontern.

Ich behaupte bei der Häufung von erfolgreichem Mauerfussball gegen Ballbesitzmannschaften auf hohem Niveu, die du hier so gut aufzeigst, handelt es sich in Wahrheit um statistische Ausreißer. Bayern durfte im Finale gegen Chelsea niemals ein Tor kassieren und auch gestern ist ein 1:0 eigentlich mehr als genug. Normalerweise dreht das Barca im Heimspiel. Bei 2:0 ist es etwas schwerer, aber jetzt schon davon auszugehen dass Barcelona ausscheidet ist sehr voreilig.

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fluxkompensator 21. Februar 2013 um 15:05

interessant ist der ansatz des bewussten verzichts auf ballbesitz schon. die frage ist bloß, wie das konkret ausgearbeitet gehört, besonders bei 1:0 rückstand (wie gestern gegen milan) ist die gefahr groß, dem gegner in die karten zu spielen; sprich: bloßes zurückziehen aus dem angriffsdrittel um seinerseits mittelfeldpressing zu praktizieren, ist kontraproduktiv. eine art des erzwungenen gegenpressings im sinne des anstoßes, der an die eckfahne gespielt wird (mainz gegen bayern, wenn ich mich nicht irre), klingt da schon vielversprechender. überhaupt ein wahnsinnig interessanter ansatz.

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der_bräter 21. Februar 2013 um 15:59

ja, das sehe ich sehr ähnlich, hab ich weiter oben ja auch schonmal angedeutet.

Der Ballbesitzfußball erlebt definitiv gerade eine Krise. Meines Erachtens hängt das auch mit dem Trend zusammen, dass die ChancenQUALITÄT immer mehr Bedeutung gewinnt im Gegensatz zur ChancenZAHL….einfach ausgedrückt: eine stark auf Ballbesitz orientierte Mannschaft wird i.A. eine eher höhere Zahl an Chancen haben (natürlich ist dann die nächste Frage, wie man „Chance“ definiert), aber im Fall eines sehr dicht und gut organisiert stehenden Abwehrverbundes werden diese Chancen tendenziell von nicht ganz so hoher Güte sein können (da den Angreifern einfach wenig Zeit und Raum zur Verfügung steht). Eine Mannschaft die so überragende Einzelspieler wie Barca hat, kann dies in vielen Fällen noch kompensieren, indem sie das Tempo extrem hoch hält und die Ballkontaktzeiten minimiert bzw. indem Spieler wie Messi sich auf engem Raum ab und zu auch gegen 2 oder 3 Abwehrspieler durchsetzen können. Die verteidigende Mannschaft auf der anderen Seite befindet sich, sofern sie den Ball erobert, in einer ganz anderen Position: zwar hat man fast das gesamte Spielfeld zu überbrücken, aber da die meisten Gegner ja weit aufgerückt sind, kann man ggf. mit 2-3 schnellen Spielern sehr viel Gefahr erzeugen. Man wird zwar vermutlich nicht viele dieser Gelegenheiten bekommen (ChancenZAHL), aber wenn man sie bekommt (und das schnelle Umschalten dann halt auch klappt), dann werden die resultierenden Chancen im Schnitt von sehr viel höherer ChancenQUALITÄT sein als die Chancen des Gegners. Hat man dann noch einen Spieler mit sehr gutem Abschluss, dann kann man so schnell punkten. Ein gutes Beispiel ist eben das erwähnte CL Finale 2010: Bayern hatte den Ball und die Initiative, Inter hatte eine extrem gut organisierte Abwehr, gute Konter und Diego Milito.

Allerdings denke ich dass Barca oder auch die spanische Nationalmannschaft momentan immer noch in 7 von 10 Fällen gegen jeden Gegner als Sieger vom Platz gehen, da sie einfach in den meisten Fällen trotz guter Abwehrarbeit in der Lage sind, durch hohes Tempo (in den entscheidenden Situationen), viele Ballkontakte und extrem gute Einzelspieler Chancen von einigermaßen guter Qualität herauszuspielen und diese dann meist eben auch nutzen. Da sie hinten dazu auch noch ziemlich gut stehen (gut, Barca in letzter Zeit nicht mehr so), reichen 3-4 hochkarätige Chancen dann halt auch einfach aus.

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seils 21. Februar 2013 um 16:37

Ich möchte mal bezweifeln, dass der Ballbesitzfussball „gerade“ eine Krise erlebt. München hat bereits fünf Finalspiele in diesem Wettbewerb verloren, mehr als jede andere Mannschaft. In jedem dieser Spiele hatten sie mehr Ballbesitz als der Gegner.
Will sagen: Es ist schon strukutell einfacher zu verteidigen als anzugreifen. Nicht nur im Fussball; auch zwei gleich starke Schachspieler werden sich immer Remis trennen, wenn es der verteidigende darauf anlegt. Es ist ja nicht so, dass in den von observer genannten Szenarien die reaktive Mannschaft einen Vorteil gegenüber dem proaktiven Barcelona hatte, sondern eine – wenn man so will – Pattsituation provoziert hat. Nicht mehr. Dass diese häufiger zugunsten der reaktiven Mannschaft ausfiel, ist einer Mischung aus Glück, Momentum und Sturheit (wenn man es negativ -), respektive Stilloyalität (wenn man es positiv ausdrücken möchte), des Gegners (in diesen Fällen: Barcelona) zu verdanken.
Dass Barcelona trotzdem über Jahre „die“ Mannschaft war, hat auch ein wenig damit zu tun, dass sie eine extrem talentierte Spielermischung hatten und haben und einen extrem talentierten Trainer. Nur weil diese Extreme nun nicht mehr in dem Maße vorhanden sind, heißt das nicht, dass die Spielidee als solche kriselt.

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der_bräter 21. Februar 2013 um 19:54

naja, natürlich kriselt nicht Ballbesitz als fußballerisches Faktum, wie sollte das auch gehen (irgendeine Mannschaft wird ja fast immer mehr Ballbesitz haben als die andere, ggf. auch deutlich mehr). Ich meinte eher die spezifisch von Bayern und Barca in den letzten Jahren gepflegten Stile, die zwar verschieden sind, aber auf dem höchsten Niveau scheinbar beide zunehmend decodiert werden.

Dass Bayern so viele Finals verloren hat, in denen sie mehr Ballbesitz hatten ist ja offensichtlich eher ein Fakt, der meine These stützt ;-)…oder hab ich dich falsch verstanden?
Und Barca ist in der letzten Saison (und evtl in dieser auch) ja auch letzten Endes nicht erfolgreich gewesen. Und Bayern und Barca sind ja eigentlich die ballbesitzorientiertesten Teams weit und breit….

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seils 21. Februar 2013 um 20:35

Vielleicht habe ich den Post auch falsch verstanden, aber ich habe es so gelesen, dass die Idee (natürlich nicht das Faktum) des Ballbesitzes als erfolgsversprechender Spielansatz kriselt. Ähnliches hatte auch Michael Cox in einer Analyse mal subtil impliziert. Aber das möchte ich bezweifeln.

Ich unterstelle mal, dass Ballbesitzspiel von jeher schwieriger war, als es kontern ist. D.h. spielen zwei qualitativ gleich gute Mannschaften gegeneinander, halte ich die reaktive Spielweise für erfolgsversprechender als die Proaktive. Es ist immer einfacher den Fehler eines anderen auszunutzen, als keinen eigenen Fehler zu machen. Und der Spieler mit Ball läuft naturgemäß eher Gefahr einen entscheidenden Fehler zu machen, als der ohne Ball. Und je weniger intellektuelle Transferleistung ein Spieler tätigen muss (weil sich der reagierende an Raum und Gegenspieler orientieren kann, der proaktive auch, aber doch in signifikant geringerem Ausmaß), desto fehlerunanfälliger ist er natürlich auch. Das Klischee des visionären Offensivkünstlers gegen den stupiden Defensivakteur ist überzeichnet, hat aber doch einen wahren Kern: Wer kreieren möchte, muss kreativ sein. Kreativität ist aber immer auch mit Risiko verbunden.

Insofern glaube ich auch nicht das die Idee kriselt; sie hängt eben nur entschiedener von Form und Qualität der einzelnen Spieler ab (da scheint Spanien nachzulassen) und von konsequenter Umsetzung des Kollektivgedankens (da scheint Barcelona nachzulassen).

„Dass Bayern so viele Finals verloren hat, in denen sie mehr Ballbesitz hatten ist ja offensichtlich eher ein Fakt, der meine These stützt“ – jedenfalls dann nicht, wenn Du von Krise als aktueller Erscheinung ausgehst (und so habe ich das verstanden). Das ist sie glaube ich – wie gesagt – nicht. Ansonsten dürften wir nicht unterschiedlicher Meinung sein.

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Ch4 21. Februar 2013 um 21:12

ich würde mich auch dem anschließen dass es sich um eine statistische fehlwahrnehmung handelt.
wie viele „ballbesitz“ mannschaften git es auf hohem niveau?:
> barca und bayern (spanien lasse ich außen vor)

von diesen beiden mansnchaften waren die letzten 4 jahre jeweils eine im finale. barca hat beide spiele mit der perfektionierten spielweise und ihren einzelkönnern gewonnen. bayern hatte diese spielweise noch nicht perfektionieren können (cl finale jeweils im 1. jahr des jeweiligen trainers) + eine mischung von inflexibilität und schwacher bank

wie viele „konter“ / „umschalt“ mannschaften gibt es? (sagen wir mal vereinfacht mannchaften die gegen barca und bayern bewusst den ballbesitz hergeben um die fehler blitzschnell zu bestrafen)
> sehr viele. so viele dass ich sie nicht aufzählen möchte. von diesen standen auch in den letzen vier jahren jeweils eine im finale.

ergo: die quote der „ballbesitz“ mannschaften ist demanch höher. dieses argument von oben zieht so!!! erstmal nicht (weiter unten stimme ich zu) . spanien würde meine argumentation noch verstärken.

ihr dürft nicht vergessen dass der ballbesitz kein selbstzweck ist. es geht vereinfacht ja darum das risko zu minimieren. wenn ich den ball habe und ihn laufen lasse kann der gegner nichts machen. ballbesitz ist somit verteidiung und angriffstrategie. außerdem läuft der gegner vl nicht unbedingt mehr (zur obigen argument), aber er legt definitiv ohne ball mehr strecken im sprint zurück, was auf dauer anstrengender ist. wenn ich also bewusst den ballbesitz herschenken würde, gehe ich ein erhöhtes risko ein weil ich dann davon abhängig bin was der gegner macht.

jetzt zur 1. zustimmung. ich denke auch dass barca und spanien dieses spielsystem nur so erfolgreich durchsetzen konnte weil sie zur taktischen seite (ballbesitz etc.) noch brilliante einzelspieler hatten. ein plan b , also sagen wir mal ein großer stoßstürmer ist sicherlich eine sinnvolle ergänzung, aber selbst im profifussball fehlt einfach die zeit auch diesen plan b so im training zu perfektionieren wie den plan a (ballbesitz). also bleibt man bei dem was einem häufiger erfolg bringt > dem plan a. und man nimmt das risiko bewusst in kauf mal schmerzhafte niederlagen einzustecken.
2. zustimmung: ich denke auch dass profimannschaften (ab 2.liga) aufgrund ihrer fitness und taktik in der lage sind gegen jede mansnchaften fast undurchdringabre abwehrblöcke aufzustellen. also verliert barca auch mal.

abschließend muss ich bevor kritk kommt anmekren dass die diskussion stark abstarhiert ist. barca die letzten jahre und bayern dieses jahr sind ja keine reinen ballbesitzmannschaften sondern zeichneten sich ja auch durch pressing und schnelles umschalten zum tor nach ballbesitz aus. wenn diese ergänzung zum ballbesitz fehlt (also schnelles umschalten) dann ist ballbesitz fusball zum scheitern verursacht.

schöne diskussion

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seils 21. Februar 2013 um 21:49

„wenn ich also bewusst den ballbesitz herschenken würde, gehe ich ein erhöhtes risko ein weil ich dann davon abhängig bin was der gegner macht.“

Mein Standpunkt ist aber: Es ist einfacher auf höchstem Niveau zu reagieren als zu agieren. Wenn deine Aufzählung nur zwei Ballbesitzmannschaften, aber viele reaktive Teams aufführt, unterstützt das ja eben diese Aussage.
Das ist im Übrigen ja auch der Grund, weshalb sich viele Mannschaften nach einer Führung aufs Kontern verlegen- weil es eine sehr effiziente Ausrichtung ist.

„barca die letzten jahre und bayern dieses jahr sind ja keine reinen ballbesitzmannschaften sondern zeichneten sich ja auch durch pressing und schnelles umschalten zum tor nach ballbesitz aus.“

Aber das sind ja keine zusätzlichen Faktoren, sondern einander bedingende: Erst durch das immens gute Gegenpressing wird Barcelona der überragende Ballbesitz ermöglicht. Die ersten zwanzig Minuten gegen Arsenal 2010 in der Champions League sind dafür wohl immer noch der Maßstab.
Was das schnelle Umschalten zum Tor nach Ballgewinn angeht, so möchte ich das doch stark anzweifeln. Gerade Barcelona ist da ja sehr horizontal; es sei denn der Ball wird im gegnerischen Sechzehner erpresst.

Beim Rest verstehe ich teilweise die Aussage nicht so ganz.

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Ch4 21. Februar 2013 um 22:00

ob agieren oder reagieren einfacher ist, darauf gehe ich gar nicht ein.

oben ist die von anderen aussage:
barca und bayern haben häufig gegen defensive
mannschaften in wichtigen spielen verloren. daruas wird abgeleitet dass die prozentuale chance mit ballbesitz zu gewinnen niedriger ist.

ich sage: ich sage bei den ballbesitz mannschaften gibt es auf hohem niveau nur 2 (die stehen als grundgesamtheit unter dme bruchstrich / quasi als 100%)
davon war in den letzten jahren aber immer eine im cl finale. also 50% der ballbesitzmannschaften pro jahr.

wenn mann sagt das mind. 10 topmannschaften „konter“mannschaften sind waren davon jeweils nur 10% pro jahr im finale. das wollte ich ungefähr ausrücken.
und das ich es jetzt so kompliziert erklären musste zeigt mir dass es wohl ein fehler war so anzufangen.

und mit der anmerkung am ende seils, wollte ich mich nur dagegen absichern dass jemand sagt : hey aber barca ist doch gar keine reine ballbesitzmansnchaft. ich habe einfach halber mal nur angenommen dass es bloß 2 typen von topmannschaften gibt

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Ch4 21. Februar 2013 um 22:02

zusätzlich möchte ich noch sagen dass ich deine aussage dass ballbesitz fusball nicht in der krise ist somit belegen wollte.

das sehe ich genauso.

war wohl zu umständlich

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Liza 22. Februar 2013 um 14:40

Es ist ja auch so, dass Ballbesitz nicht immer frei gewählt, sondern durch die Spielweise der gegnerischen Mannschaft aufgedrängt wird.
Bayern zB würde sich sicherlich freuen, beständig gegen aufgerückte Mannschaften mit Ribéry und Robben schnelle 2:2-Konter fahren zu können. Dies geht aber nicht, weil die anderen Mannschaften gar kein Interesse am Ballbesitz haben und ihn risikoarm herschenken werden, damit solche Situationen nicht entstehen. Eine Konterstrategie von Bayern würde dann automatisch dazu führen, dass die Gefahr steigt, dass das Spiel mit einem Unentschieden endet, weil keine Mannschaft in produktive Offensivsituationen kommt. Das ist für die meisten gegnerischen Mannschaften gegen Bayern und Barca ein Erfolg, für Bayern und Barca jedoch nicht. Daher muss man also notgedrungen Strategien für erfolgreichen Ballbesitz entwickeln.
Dortmund ist ja gerade voll dabei, von einer vornehmlich schnell konternden Mannschaft, die nicht immer gewinnen muss, zu einer Mannschaft sich zu transformieren, die über den Ballbesitz kommt, weil sie ebenfalls unter Siegzwang steht. Der Erfolg des BVB in der Champions League ist wohl unter anderem darauf zurückzuführen, dass sie dort ihr bewährtes Konter-Rezept der letzten zwei, drei Jahre noch anwenden können, weil sie – zumindest gegen Real und ManCity – nicht als Favorit ins Rennen gehen.
Die phasenweisen Probleme in der Bundesliga stammen hingegen daher, dass die Mannschaft bei Ballbesitz weiterhin so schnell und risikoreich spielt als ob sie kontern würde. Dann der hervorragenden Spieler funktioniert das auch häufig, führt aber derzeit (noch?) zu vermehrten Gegentoren und Niederlagen, die Bayern oder Barca so nicht hinnehmen müssten, weil Tempoverschleppung beim konsequenten Ballbesitz eben risikominimierend und kräfteschonend ist.

Ergo: Wer den Anspruch hat, immer zu gewinnen, muss notgedrungen Ballbesitz-Fußball spielen. Auf welche Art und Weise steht dann nochmal auf einem anderen Blatt.

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Cop 23. Februar 2013 um 12:34

@observer: ich meine mich erinnern zu können, dass im Eishockey das so praktiziert wird: wenn man nicht zum Abschluss kommt, gibt man den Puck nach wenigen Sekunden (16?) einfach an den Gegner ab. Wie würde das aussehen? Spielt man den Ball in Höhe des Strafraums in Seitenaus?

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air force 1 23. Februar 2013 um 14:43

1. Ehrlich gesagt, nach 2 Minuten wäre ein Umstellung von Barca auf ein 4-5-1 sinnvoll gewesen. Für die Zuschauer ein absoluter „Grottenkick“.
Barca reicht ein 0.0 als Ausgangslage für das Rückspiel. Milan hätte dann handeln müssen- vorausgesetzt sie wollten mehr als ein 0:0.
Ansonsten eben dass was die Experten in Italien seit Langem wissen: die Mannschaften können sich gegenseitig neutralisieren.
Ob die Zuschauer und Werbestrategen dies wollen?

2. Nach diesem Kick kann man sehr wohl verstehen was Mourinho in der CL Saison 2010 / 2011 gegen Barca im HF vorhatte. Und genau in diesem Spiel hat man gesehen wie eine solche Defensivtaktik zu durchbrechen ist.

3. Im Mutterland des Catenaccio wird so ein taktisches Mittel eben weitaus perfekter ausgeführt. Spielen beide so, dann kann man nach 2 Minuten das Stadion verlassen bzw. die Fernbedienung betätigen. Von Inter zu Milan ist es nun wahrlich kein weiter Weg.
Pique`s Einschätzung dazu: „Catenaccio eben“.
http://www.spox.com/de/sport/fussball/0907/Artikel/fussball-taktik-geschichte-catenaccio-aki-schmidt-borussia-dortmund-hennes-weisweiler-teil-4.html

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nougat 21. Februar 2013 um 13:17

ich habe das spiel leider verpasst, aber nach einnahme der üblichen infohäppchen zu urteilen, scheint mir, dass sich allmählich der ballbesitzfußball von barca totgeritten hat. vllt eine chance dieses mal, spanien vom fußballthron zu stoßen…

ich habe arsenal – bayern verfolgen können und auch da sehe ich endlich eine veränderung in der bisherigen spielephilosophie des permanenten ballbesitzes.

kommt noch eine analyse zu donezk – bvb ?

super seite – bitte weiter so !

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RM 21. Februar 2013 um 13:20

Analyse zu Donezk-BVB: http://spielverlagerung.de/2013/02/14/shakhtar-donezk-borussia-dortmund-22/
Online seit 14. FEBRUARY 2013 AT 16:21. Ging wohl unter. Wir haben scheinbar zuviel Content in letzter Zeit. 😀

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der_bräter 21. Februar 2013 um 12:15

Hmm im Sinne der 5-Jahres-Wertung hatte ich ja eigentlich gehofft, dass die Krise der Mailänder Klubs noch ein wenig anhält, aber zumindest Milan ist derzeit offenbar ja wieder im Aufwärtstrend und mit Allegri haben sie auch einen hervorragenden Trainer…dass sie taktisch extrem gut sind ist ja nichts neues, aber ich bin von einigen Milan-Akteuren auch individuell wirklich überrascht (Abate, Montolivo, Mexes).

Bei Barca scheint es tatsächlich so als wäre die Abhängigkeit von Messi einfach mittlerweile zu groß, das war über weite Strecken irgendwie schon sehr einfallslos. Man hat auch den Eindruck, dass es keinen wirklichen Plan B gibt, wobei das ja auch schon in den vergangenen Jahren immer mal zu sehen war, aber da hat dann meistens Messi oder Iniesta oder irgendjemand das Spiel mit ner genialen Aktion entschieden…vielleicht sehen wir tatsächlich langsam das vorläufige Ende der Ära Barcelona, wobei viele Spieler ja noch keineswegs im Rentenalter sind…Puyol allerdings sollte wohl langsam mal ans Karriereende denken, so großartige Fähigkeiten er auch hat, er ist mittlerweile etwas langsam und unbeweglich…..

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aqqapulqqo 21. Februar 2013 um 11:35

Sehr schöne Analyse.
Kann man nur zustimmen.
Dank Spielverlagerung mag ich solche Spiele derzeit umso mehr.
Taktisch war das schon fein anzuschauen.

Ich will nur unbedingt noch angemerkt haben, dass ich Montolivo überragend fand und man ihn in diesem Spiel als überaus pressingresistent bezeichnen sollte.

(Ist das bei dem Mann generell der Fall? Das war mir nämlich neu 🙂 )

Ich habe Konferenz geschaut, aber das ist mir bei jeder Einblendung aufgefallen.
Sicher war hier das gesamttaktische Konzept ausschlaggebend und die Umsetzung der Mannschaft entscheidend für den Erfolg. Einzelne herausragende Leistungen sollten dennoch nicht vergessen werden.

Wenn man dachte, dass Barcelona durch Gegenpressing Zugriff im letzten Drittel erhalten könnte, wand sich Montolivo eben aus 3 Gegenspielern mit Ball am Fuß heraus.
Das fand ich schon sehr beeindruckend.

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RM 21. Februar 2013 um 11:48

Ja, Montolivo ist ein super Passspieler und guter Techniker. Neben Montolivo gefiel mir auch Ambrosinis Bewegung und Boatengs Pressingresistenz. Muntaris Herausrücken fand ich auch toll. Außerdem war der Pass von El Shaarawy auf Muntari zum 2:0 einfach traumhaft. Wann hat er den da gesehen? Bester Mann aber wohl trotzdem Abate.

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Milan 22. Februar 2013 um 09:56

Bester Mann Abate?

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Peda 21. Februar 2013 um 11:24

Zu „Barcelona ohne Pep“ sollte eventuell auch angemerkt werden, dass sie nicht unerheblich lange Zeit auf Tito Vilanova verzichten mussten und müssen.

Jordi Roura hat bis 2012 in der dritten Leistungsstufe in Spanien trainiert. Welche bahnbrechenden Kniffs kann man sich denn von ihm nach dieser Zeit auf diesem Niveau schon erwarten?

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Peda 21. Februar 2013 um 11:41

Ups, Falschinformation. Roura war seit „2009 [war er] im Trainerstab des FC Barcelona für die Analyse der Kontrahenten des FC Barcelona verantwortlich.“

Trotzdem. Vilanova fehlt und Roura hat praktisch kaum Trainererfahrung.

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asti80 21. Februar 2013 um 11:19

Ehrlich gesagt, das gestrige Spiel hat meine Befürchtungen bezüglich Tito Villanova weiter verstärkt.
Das von der Barca-Führung versuchte Experiment mit Villanova als zweiten Pep Guardiola, darf man in Bezug auf die CL als gescheitert ansehen. Auch in der spanischen Liga kommt der komfortable Punktevorsprung auf die zweiten und dritten Plätze, eher durch die Unfähigkeit der Konkurrenz zustande.
Bisher habe ich von Villanova sehr wenig bahnbrechendes gesehen, im Gegensatz zu Pep. Ich denke, viel von Barcas Spiel ist, im Vergleich zur glorreichen Pep-Zeit, dem Zufall und der Eingespieltheit des Teams zu verdanken. Wie im Spiel sehr gut gesehen, hat es Villanova zu keinem Zeitpunkt geschafft, sich aufs Milan-Spiel richtig einzustellen.

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RM 21. Februar 2013 um 11:23

Vilanova weilt wegen seiner Krebserkrankung zurzeit in New York, ich vermute, nicht er hat sein Team auf diese Partie vorbereitet.

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asti80 21. Februar 2013 um 11:32

Achso, das war mir jetzt neu. Ich hatte erst letztens gehört, er hätte den Krebs besiegt und wäre wieder Trainer bei Barca. Daher mea culpa, was das gestrige Spiel in dem Bezug angeht.

Aber generell denke ich schon, dass unter Tito ein Rückschritt stattgefunden hat bei Barca.

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Luca 21. Februar 2013 um 10:54

Interessante Analyse, danke…

Milan im Offensivspiel:
„Sehr viele Angriffe wurden aber mit schnellen Kurzpasskombinationen aufgezogen.“
????
Erstaunliche Bemerkung…wann hat Milan sehr viele Angriffe lanciert u va: was bitte schön ist hier mit KURZPASSKOMINATION gemeint???

Du schreibst weiter unten ja:
„…MIlan im Offensivspiel etwas ungelenk…“
was mE ziemlich Rücksichtsvoll ausgedrückt ist :):)

Best
Luca

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RM 21. Februar 2013 um 11:16

„Sehr viele“ ist prozentuell zu den Milan-Angriffen zu setzen, also nicht in absoluten Zahlen „sehr viele Angriffe“. Und Kurzpasskombination: zu Beginn hat man fast nur lange Bälle gespielt, meistens auf Pazzini oder einen Flügel. Von Pazzini kam er auf den Flügel oder in die Tiefe, vom Flügel wurde er zumeist direkt vors Tor gespielt, normalerweise mit einem langen Diagonalball hinter die Abwehr. Bei meiner Twitterliveanalyse schrieb ich, dass Milan mit etwas mehr Balance in ihrem Passspiel gefährlicher werden würde; prompt haben sie sich angepasst und nicht mehr diese enorm langen Bälle gespielt, sondern 2-3 Kurzpässe aneinandergereiht bzw. es versucht.

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Luca 21. Februar 2013 um 12:29

aaaalles klar, danke dir…
Ich sehe aber def nicht, WIE Milan mehr Balance in ihre Passspiel bringen soll mit dieser SPielausrichtung (wenn man denn überhaupt von „Spielausrichtung“ sprechen darf). Gespielt haben sie ja nicht wirklich (meine Meinung).
Warten bis der Gegner kommt u dann irgenwas „ungelenkes“ (gutes Wort btw), versuchen, ist zuwenig, um von „Spielausrichung“ zu sprechen.
Taktisch hervorragend war – das muss man ihnen zugestehen – die unglaublich stabile sehr defensive Ordung, die sie eigentlich über das gesamte Spiel aufrecht erhalten haben. Die dafür notwendige Konzentration aufrecht zu erhalten ist sehr schwer.
Was man aber glaubs schon auch anmerken sollte, ist, dass Barca einen – schwach würd ich nicht sagen, aber – überheblichen Tag eingezogen hat.
Bisschen Spielen u irgenwann geht schon eine rein…
das erste Tor war ja dann auch ein typisches Zufallsprodukt mit unerhört viel Fortuna…
Dass man wegen diesem Spiel aber gleich vom Niedergang von BArca sprechen soll (wie es einige hier tun), naja..ist immer enorm schwierig gegen solche Blocktaktiken zu spielen…

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der_bräter 21. Februar 2013 um 12:50

Naja italienische Mannschaften sind ja traditionell für ihre Defensive bekannt (auch wenn solche Klischées generell vielleicht nicht überbeansprucht werden sollten), aber ich denke dass die Spielweise Milans definitiv zu einem großen Teil auch an Barca’s mittlerweile wohlbekanntem Stil gelegen hat.

Man weiß halt, wie Barca spielen wird und da sie das auch immer wieder tun ergreifen die anderen Teams halt Gegenmaßnahmen die (gefühlt) immer öfter auch funktionieren (Chelsea letztes Jahr, jetzt Milan). Würde Barca flexibler agieren, dann wären wahrscheinlich 1. die Spiele schöner anzusehen und 2. wäre Barca vielleicht auch auf der ganz großen Bühne erfolgreicher in dieser Saison….

momentan besiegt sich Barca ein wenig selbst hab ich das Gefühl, auch wenn sie natürlich nach wie vor als Nummer 1 zu zählen sind – der Abstand ist aber deutlich kleiner geworden.

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BeSt 21. Februar 2013 um 10:17

Wenn Milan das Zentrum durch ihr 4-3-3 extrem verdichtet hat währe es für barca ja eine Möglichkeit im 2 Drittel mit aufgedruckten Außenverteidigern für breite zu sorgen und mit breiten Flügelstürmern die Außenverteidiger milans zu binden. Du schreibst die Passwege zu den Außenverteidiger wurden zugestellt, mir ist im Spiel gegen Getafe aufgefallen dass Valdez immer wieder die Außenverteidiger auf Höhe der Mittellinie hoch anspielte diese hätten bei Gegnerischem 4-3-3 und somit der fehlenden Breite im 2 Drittel auch die nötige Zeit diese Bälle zu verarbeiten.

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Foxtrott 21. Februar 2013 um 10:05

„Sie liefen Barcelonas Balleroberer und die Abwehrspieler kurz an und zwangen sie zu einem Pass. Naturgemäß geht der bei den Katalanen nach hinten oder auf die Seite, woraufhin sich Milan zurückzog.“

Ich glaube das hier ist mit das Wichtigste, dass man aus dem Spiel mitnehmen sollte: Situative Agressivität im Pressing erlaubt es (gegen Barcelona?!?) nach eigenem Plan Defensiv enorm sicher zu stehen.

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jjf 22. Februar 2013 um 00:01

yes. sehe ich ebenso.

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sharpe 21. Februar 2013 um 09:18

ich fand Barca gestern extrem schwach. sie hatten zwar schon öfter Probleme gg 451, aber eigentlich fast immer eine Menge Chancen. Gestern 0. Das lag sicher nicht nur am AC, sondern vor allem an Barca. Die taktischen Sachen wurden schon gut analysiert, aber auch körperlich fand ich Barca nicht auf der Höhe. Es war keine Dynamik in den Aktionen, die Mannschaft wirkte platt oder überspielt. Sehr gut fand ich deinen letzten Abschnitt, in dem du auf Barcas Entwicklung seit Peps Abgang eingehst. Besonders das Ansteigen der Gegentore gefällt mir nicht. Das schnelle Ballerobern war lange das Markenzeichen, hat aktuell aber bei weitem nicht mehr das Niveau wie vor 2 Jahren. Dadurch kommen die Gegner immer öfter in Kontersituationen und nutzen diese aus. In der Vergangenheit war Barcas Kollektiv ihre Stärke und Messi ihr Sahnehäubchen, diese Saison waren sie als Team schon relativ oft nicht mehr so stark, wurden aber von Messi gerettet.
Evtl. neigt sich Barcas Dominanz dem Ende.

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Taktikneuling 21. Februar 2013 um 09:18

Gleich vorneweg, ich hab gestern nur die Sky Konferenz gesehen und nicht das ganze Spiel.

Insgesamt war ich von Barca mehr als enttäuscht, klar ich hab kein Feuerwerk gegen Milan erwartet, aber ein paar mehr Ideen hätten es schon sein können.

Mein Eindruck war, sobald sich Milan defensiv sortiert hatte, was aufgrund des (meiner Meinung nach) niedrigen Tempos immer recht schnell möglich war, fiel Barca nicht mehr viel ein. Man spielte sich vor dem gegnerischen Strafraum zentral fest und dann wurde das langsame Spiel noch langsamer und statisch. Enttäuscht wurde ich hier dann vor allem von den eigentlich doch eher schnellen Flügelspielern von Barca, da kam gar nichts, sie wurden meiner Meinung nach auch nicht richtig eingebunden.

Was könnte Barca nun gegen die 451 machen?
Mich würde interessieren ob Barca nicht mal 352 nach italienischem Vorbild (vgl. Italien – Spanien EM 2012 Gruppenphase) spielen sollte. 4 Verteidiger sind eigentlich nicht notwendig da die Gegner eh nur zaghaft kontern um nicht in die Gegenkonter zu laufen. Hinzu käme das man das Mittelfeld so stärker kontrollieren könnte und Messi mehr unterstützen könnte.

Das mal nur so als meine ÜBerlegungen, kann natürlich alles Käse sein aber irgend etwas sollte sich Barca gegen die 451 Teams überlegen.

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VS 21. Februar 2013 um 13:32

Im Prinzip standen sie ja in der Schlussphase mit 3 Spielern hinten (Puyol, Pique, Busquets) und die AV sind aufgerückt. Die AVs Barcelonas spielen eh wie Wing-Backs somit hätte man bei einem 352 einen Verteidiger mehr, was nicht wirklich das Mittelfeld stärken würde.
Du stellst es als Variante gg. ein 451 dar, aber mMn braucht man nur 2 IV um einen Stürmer abzudecken bei einem 352 hingegen hätte man 3.

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air force 1 23. Februar 2013 um 14:00

1. Du bist auf den Weg zur Lösung. Exakt, zwei IV reichen- vorausgesetzt einer ist schnell, der andere stark im Kopfball und Tackling.
Pazzini ist nicht gerade ein Monster. Nicht umsonst wurde balotelli geholt.
Das Problem: Puyol ist viel zu langsam. Ein Hummels in seiner Position hätte Busquets im Spielaufbau besser unterstützen können. Milan war permanent in Überzahl im Mittelfeld.

2. Wofür war dieses Spiel ein Fingerzeig? Genau, um auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Das Team hat nämlich erkannt dass neues Blut rein muss.
Xavi war bereits bei der EM 2012 ( Ausnahme Endspiel ) nicht mehr in der besten Verfassung. Villa ist nach den vielen Verletzungen wahrlich nicht in der Form von 2010 / 2011. Mich wundert dass Fabregas nicht schon längst in die Xavi Rolle reingewachsen ist.
Das Barca System inklusive aggressives Gegenpressing ist sehr laufintensiv. Xavi z. Bsp. kann dies nicht mehr durchgehend leisten.

3. Der Einzige der gegen Milan nach dem 0-2 Rückstand etwas versucht hat war Iniesta. Und er war wie eben auch Messi im letzten Copa del Rey Classico gegen Real auf sich alleine gestellt. In aller Regel standen stets 3 Mann entgegen- kein Durchkommen.

4. Dass Milan so spielen würde war zu erwarten. Aber dass Barca erst nach dem verdienten 0:2 aufwacht eigentlich nicht. Barca trifft fast immer auf Teams die sehr defensiv ausgerichtet sind. In den ersten 45 Minuten lassen sie es meist ruhig angehen bevor sie dann von Minute 46 an die Gegner unter Druck setzen. Am Besten lässt sich dies am Lauf- und Spielverhalten von Xavi und speziell Iniesta festmachen.

5. Wollte oder konnte Barca gegen Milan keinen Druck erzeugen? Nach dem Rückspiel wissen wir mehr.

6. Wir wollen einen ganz wichtigen Faktor nicht vergessen: die Kreativität Guardiolas-diese permanente Weiterentwicklung jedes einzelnen Spielers im Kollektiv fehlt.
Barca ist wie ein Konzern der lange Zeit große Gewinne eingefahren hat, dabei jedoch die Innovation vergessen hat. Die Gegner holen auf und gewinnen Marktanteile.

7. Auf der Basis von Prandelli`s 3-5-2 hat Allegri Barca mit einem beweglichen 4-5-1 ausgecoachet.
Wobei hier Milan noch kompakter stand. Wie sagt doch van Bommel: „Messi würde in Italien keine 30 Tore in der Saison schießen“. Was bedeutet dies denn für die Klasse eines Cavani???!!!

8. Was passiert im Rückspiel? Sehen wir da noch mal das „alte Barca“???
Denke wir erhalten bereits am Dienstag im Classico ( Copa del Rey Rückspiel ) einen klaren Hinweis darauf welches Potential Barca wirklich hat.

9. Wie gesagt, Xavi kann sich in großen Endspielen steigern- konstant Weltklasse ist für ihn nicht mehr möglich.

10. Um vier Tore ( einen Gegentreffer eingeplant ) wie gegen Italien beim EM 2012 Endspiel zu erzielen bedarf es schon einer Glanzvorstellung des Dreigestirns Xavi+Messi+Iniesta. Da laufen sicher einige Telefonate mit Del Bosque zur Zeit.

11. Ob eine überdurchschnittliche Leistung vor eigenem Publikum im Camp Nou reicht ist fraglich. Liverpool hat gegen Zenit eine klasse Leistung gebracht- ausgeschieden sind sie trotzdem. Das Spiel war eines CL 1/4 Finales durchaus würdig.

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Taktikneuling 27. Februar 2013 um 12:46

Prinzipiell richtig was du schreibst. Vermutlich würde es allerdings dann funktionieren wenn man die 3 Verteidiger nicht als „statische“ Innenverteidiger sieht sondern mit mehr Flexibilität betrachtet. Also sprich einen wirklichen reinen IV, die beiden äußeren Verteidiger hätten sich dann eher situativ den Spielgeschehen anzupassen.
Von dem her passt mein Vergleich mit dem ital. 352 auch nicht weil das in der defensive ja zu einem 532 neigt. Barce müsste das 352 eher situativ auf 262 bzw. vielleicht sogar noch offensiver ausrichten.

Ansonsten muss man nach dem gestrigen Spiel gegen Real klar sehen, dass es bei Barca gerade nicht läuft, ich hab zwar nur die Analyse hier gelesen und das Spiel selbst nicht gesehen aber wirklich aufbauend für Barca war das sicherlich nicht. Ich bin jedenfalls sehr gespannt was wir beim Rückspiel zu sehen bekommen werden.

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GoalImpact 21. Februar 2013 um 09:04

Danke für die Analyse. Ich konnte das Spieler leider nicht sehen und freue mich um so mehr hier eine Zusammenfassung zu bekommen, die informativ ist und nicht nur das mediale „massive Defensive kauft Barca den Schneid ab“ enthält.

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Jakob 21. Februar 2013 um 08:49

Liebes gesamtes Team von Spielverlagerung.
Eure Analysen sind meistens super, aber ein paar Dinge stören leider immer den Lesespaß.

Bitte, bitte, bitte streicht „fluid“ aus eurem Wortschatz. Dieses Wort zeigt das nur, wie sehr ihr Wörter etc. aus dem Englischen übernehmt ohne darüber nachzudenken. „Fachbegriffe“ machen Texte nicht besser, wenn der Inhalt quatsch ist.
fluid = flüssig
Wenn Messi sich fluid (flüssig) bewegt, dann schließe ich daraus, dass er keine Verletzung hat. Der Bewegungsablauf ist flüssig.
Ein gesamtes Mittelfeld dagegen kann sich flüssig bewegen, weil dort viele Spieler involviert sind. Mal schwappt die Flüssigkeit (Mittelfeld) nach links, nach rechts, Positionen werden getauscht.

Zusammenfassend die zwei Wünsche meinerseits:
1. flüssig statt fluid
2. richtige Anwendung von flüssig

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RM 21. Februar 2013 um 09:50

Flüssig ist etwas anderes als fluid. Du schilderst sogar selbst den Unterschied im Taktiksprech! Und ja, wir übernehmen Begriffe aus dem Englischen; so wie jeder andere. Fluid kommt bspw. auch in der Strömungslehre. Und was sollen wir sonst nehmen? Diese Diskussion hatten wir.

Falls du glaubst, wir übernehmen Fachbegriffe, ohne darüber nachzudenken, dann liegst du ebenfalls falsch. Darüber hatten wir schon intern mehrmals stundenlange Diskussionen. Auch z.B. über den Unterschied zwischen „flexibel“ (Positionswechsel mit Übernehmen fremder Positionen) und eben „fluid“ (Positionswechsel ohne Übernehmen fremder Positionen).

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Strafraumautist 21. Februar 2013 um 10:18

Es wäre großartig, wenn ihr die (vorläufigen) Ergebnisse dieser Diskussionen in einer Art Lexikon für uns festhalten könntet. Die von dir angesprochene Unterscheidung von »fluid« und »flexible« war mir nicht klar. Ihr nähert euch dem Sport auf einen wissenschaftlichen Niveau. Alle Wissenschaft braucht Standards, bzw. Definitionen. Bitte schreibt die Definitionen, sie währen ja nicht in Stein gemeißelt und sollen nicht ewig sein, sondern können mit der Diskussion … fließen.

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_oo_ 21. Februar 2013 um 12:00

Um vielleicht mal eine Stildiskussion loszutreten: ihr verwendet zuviele Adjektive. Dadurch wird der Text sehr ausschweifend und unpräzise in seinen Aussagen. Wenn „fluide“ = „Positionswechsel ohne Übernehmen fremder Positionen“, dann schreibt das doch auch. Dann würdet Ihr z.B. auch merken, dass der Satz: „Die Spieler bewegten sich sehr fluide und verließen ihre Positionen, ohne neue zu übernehmen. “ doppeltgemoppelt ist. Selbiges gilt für viele andere Adjektive – weniger ist mehr.
Im übrigen: was genau ist ein „Positionswechsel ohne Übernehmen fremder Positionen“?

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RM 21. Februar 2013 um 12:10

Jo, da war halt gleich die Erklärung dabei. Aber gut, klingt doof. Positionswechsel ohne Übernehmen fremder Positionen heißt, dass bspw. der Linksaußen sich eine neue Position erschafft und nicht auf die Position des Mittelstürmers, der seine Position ebenfalls verlassen hat, geht. Der Linksaußen geht dann einfach mal in die Mitte und erzeugt eine Überzahl oder sonstwas.

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_oo_ 21. Februar 2013 um 12:38

Aber ist das dann noch ein „Wechsel“? Eher sehe ich das dann so, dass der Aktionsradius einer „fluiden“ Position sehr weit gefaßt ist. Hier kann man konkretisieren: der Aktionsradius von Muntari umfaßte auch den offensiven Bereich, der der anderen beiden Sechser den jeweils links von ihnen liegenden Bereich, u.a. um Muntari’s Vorstöße abzudecken.
Im übrigen noch zu flexibel vs. fluid: im ersten Satz redet Ihr von flexibler Formation, um kurz darauf „fluid“ zu verwenden. Wie gesagt, ersetzt die Adjektive (die eben immer eine verschwommen Semantik erzeugen) durch deren in Verben und Substantiven definierten Bedeutung. Dann liest es sich flüssiger (sic!) und ist präziser.

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Meier 21. Februar 2013 um 16:29

Ich kann mich den sprachlichen Anmerkungen von _oo_ anschliessen. Ein weiteres Beispiel ist „numerische Überzahl“. Entweder doppelt gemoppelt oder unpräzis. Was soll eine Überzahl denn sonst sein, wenn nicht numerisch?

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Maks 21. Februar 2013 um 11:56

„Fluid“ ist auch keinesfalls ein englisches Wort, sondern ein regulär deutsches. Natürlich hat es die gleiche Herkunft (lateinisch fluidus, zu: fluere = fließen, strömen), wird aber auch anders ausgesprochen als das englische „fluid“.

-> http://www.duden.de/rechtschreibung/fluid

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Jose Mourinho 21. Februar 2013 um 16:32

Da das Wort „fluid“ sowieso in fast jedem Artikel vorzufinden ist, bin ich für ein grafisches Bewertungssystem in dem der Autor einfach per Punktzahl die Intensität bzw. Frequenz der Fluidität einer Mannschaft bestimmt. Das kann man von mir aus auch mit Pressing, Gegenpressing usw. machen. Dadurch würde man sich sicherlich einiges an Arbeit sparen.
Bsp.:

AC Milan
Pressing 3/10
Gegenpressing 3/10
Fluidität 5/10

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BB 21. Februar 2013 um 07:39

Danke für die gyte Analyse, ich kann dir in jedem Punkt nur zustimmen.
Ich denke man kann wirklich sagen, dass Allegri uns aysgecoacht hat.
Allerdings war das nicht zum ersten Mal,dass wir uns gegen ein 4-5-1 enirm schwer. Bisher wardann meistens Messi zur Stelle, heute halt mal nicht – und schon bleiben wir bei Null eigenen Toren. Das spricht nicht gerade für unser Trainerteam, aber das kritisiere ich hier ohnehin nicht zum ersten Mal. Wir haben übrigens gestern erneut nur 2 Mal gewechselt, da fragt man sich schon manchmal, was die beiden sich damit denken.
Bietet unser Kader zu wenig Tiefe? Oder halten Roura und Tito die Spieler auf der B ank für zu schlecht? Dann stellt sich aber die Frage, wie wir dieses Problem lösen wollen.

Jetzt mal zum Spiel. Ich habe gestern extrem die Tiefe vermisst. Messi war oft nur als Sechser unterwegs, Alba ist nie in den Strafraum gekommen und Alves hat in den letzten Wochen wohl die halbhohen, nutzlosen Flanken für sich entdeckt. Von Alexis brauchen wir gar nicht reden. Pedro war wie immer extrem mannschaftsdienlich, verzichtet aber in dieser Saison komplett auf Torgefährlichkeit.
Ich glaube Villa hätte uns gestern gutgetan.

Alles in allem war es ein starkes Spiel von Milan und ein scgwaches von uns. Symptomatisch das 1-0 – inzwischen fast schon Tradition, dass wir ein Gegentor nach einer amüsanten Aktion kassieren. Solche Dinger kostens uns jetzt die CL. Wer glaubt denn bitte, dass unsere Trainer bis zum Rückspiel eine Schwäche beheben, die wir schon die ganze Saison haben? Wir werden auch im Rückspiel so wie gestern auftreten und am Ende 0-1 verlieren, wäre mein Tipp.

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Kruppe 21. Februar 2013 um 03:00

Gute Analyse, vielen Dank.

Ich fand das Spiel für ein Barca Spiel recht angenehm anzuschauen, wie Barca Chancen kreiert ist ausreichend bekannt insofern ist es wesentlich interessanter zu sehen wie man sie daran komplett hindern kann. Nachdem 2:0 schien Barca, zum ersten Mal, wirklich ratlos zu sein und hat nicht nur wenige Chancen generiert und diese nicht genutzt (wie bspw. gegen Chelsea letzte Saison). Natürlich kann man nur spekulieren wie viel Villanova verbessert hätte aber dieses komplette Fehlen von hochwertigen Chancen war äußerst beeindruckend.

Die geringe Laufleistung in diesem Spiel gegenüber Dortmund kann man zumindest teilweise durch die Spielweise erklären. Milan hatte immer viele Spieler hinter dem Ball und ist selbst bei Kontern nur schwach nachgerückt. Barca hat extrem viel um die Mittellinie herum gespielt, so dass für die meisten Spieler auch wenig Gründe bestehen sich zu bewegen. Dortmund hingegen basiert große Teile der Strategie auf extrem hohen Laufleistungen aller Spieler, sowohl defensiv wie auch offensiv. Kann man u.a. daran erkennen was passiert wenn einzelne Spieler keine hohe Laufleistung bringen. Milan hatte wenig Anreize sich mehr zu bewegen bei diesem Spielverlauf, Barca hätte sicherlich mehr machen können aber im Artikel klingt auch an, dass hier intelligenter laufen deutlich besser gewesen wäre als einfach „mehr“ zu laufen.

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Rasengrün 21. Februar 2013 um 02:39

Wieder einmal 451 erfolgreich gegen Ballbesitz und Fluidität, wobei die dieses mal zumindest seitens Barcas zu wünschen übrig lies – oder muss man viel mehr sagen, dass Milans Defensive fluider als Barcas offensive war?

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Till 21. Februar 2013 um 01:57

Sorry, einen noch, den ich mir nicht verkneifen kann. Franz Beckenbauer wuerde sagen: „Leute, das war Standfussball, Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft. Aber nicht der FC Barcelona.“ Also ein „schoenes Spiel fuer den Taktiker“, eine „ueberaus tolle Partie“? Nein. Gegen eine bestenfalls zweitklassige Mannschaft in Europas Spitzenfussball (Beckenbauer: „Maenner, das war nicht Madrid, Muenchen oder Manchester, sondern Milan 2013“) generiert der FC Barcelona ueber 90 Minuten keine Torchance.

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Michele 21. Februar 2013 um 15:08

Schreib keinen Dreck „Till“, wer Barcelona 2-0 besiegt ist nicht zweitklassig. Neid? Und der Kaiser und Konsorten verstehen nichts von modernem Fußball, also kannst du dir Zitate und Spekulationen sparen.

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Till 21. Februar 2013 um 15:41

Ich dachte eigentlich, dass es klar sein sollte, dass Franz Beckenbauer hier nicht als Quelle fuer Sachverstand, sondern als ironische Referenz zu einem (damals aus Bayern-Sicht) aehnlichen Resultat in 2001 zu verstehen ist.

Milan steht zur Zeit in der Serie A auf Platz 3 recht abgeschlagen hinter Napoli und Juventus. In der Gruppenphase hat sich Milan in einer schwachen Gruppe auch nicht mit Ruhm bekleckert. Vor dieser Saison mussten sie viele Leistungstraeger finanziell bedingt abgeben. Ich sehe Milan 2013 relativ zur europaeischen Spitze nicht besser als Lyon in 2001.

Und Standfussball, offensiv und defensiv, war es von Barcelona, egal wie Milan spielte. (Milan war sehr gut, wurden aber erstaunlicherweise auch nicht wirklich gefordert.) Mal sehen, wie Barcelona reagiert. Wenn jetzt der Platz und der Schiedsrichter Schuld sind und wieder nur davon gesprochen wird, wie „unfair“ defensiv der Gegner spielt, sehe ich wenig Aussicht auf ein Weiterkommen. Da waere eine Wutrede beim Bankett vielleicht gar nicht so falsch, selbst wenn sie nicht einen Hoehepunkt von taktischem Sachverstand beinhaltet.

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Till 21. Februar 2013 um 01:22

Am Ende kam die Grafik mit den Spielstatistiken auf dem World Feed. Laufleistungen fuer Milan 105km, Barca 107km. Zum Vergleich Dortmund mit 127km gegen Ajax (Quelle fuer alle Daten uefa.com). Ihr (und unter anderem auch Joachim Loew) habt oft ueber den Trugschluss gesprochen, dass mehr Laufen gewinnen bedeutet. Okay.

Ich kann aber nicht umhin zu denken, dass das Fehlen von jeglichen Torchancen bei Barcelona nicht zuletzt daran lag, dass schlicht und einfach die Laeufe abseits des Balls fehlten. Auch arbeiten zu viele der Offensiv-Stars inzwischen ganz klar zu wenig nach hinten. Das finde ich hat mehr Bedeutung als taktische Feinheiten. Dortmund spielt praktisch 13 gegen 11 gegen die beiden Mannschaften von diesem Spiel.

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RM 21. Februar 2013 um 01:24

Natürlich spielt das eine Rolle, aber damit kann man keine Taktikanalyse füllen. Und ich habe ein paar off-the-ball-Läufe erwähnt, die nix brachten; es fehlt an der Dynamik dieser Bewegungen und an den richtigen Bewegungen, was unter Guardiola noch anders war – was wiederum ebenfalls im Artikel steht.

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Till 21. Februar 2013 um 01:30

Das heisst auch, dass die Spieler von Barcelona sich GAR NICHT bewegt haben. Weder „horizontal“ noch „fluid“ noch „zu weite Wege gegangen“ (Messi). Ganz im Gegenteil. Das war ganz schwach und hat einem Team wie Milan extrem „in die Karten gespielt“.

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Chiffre 21. Februar 2013 um 02:29

Wo findet man auf der UEFA-Website diese Laufleistungen, von denen du schreibst? Ich habe jetzt 25 Minuten gesucht und sie nicht gefunden. Mich würde nämlich die Laufleistung von Ajax in dem besagten Spiel interessieren. Ich möchte mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass auch Ajax‘ Laufleistung in jenem Spiel bei deutlich über 105 bzw. 107 km war.

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Till 21. Februar 2013 um 03:46

Der Link ist hier: http://www.uefa.com/newsfiles/ucl/2013/2009558_ts.pdf

(Generell geh bei uefa.com zu den einzelnen Spielen. Dann gibt es rechts beim Spielbericht UNTER PRESS KITS einige Links zu pdfs. Es sind die Teamstatistics, wo Du die Werte findest. Seltsamerweise gibt es die nicht immer, so auch leider nicht zum Arsenal-Bayern Spiel, jedenfalls zumindest noch nicht.)

Korrekt, Ajax war bei 124km. In dem Spiel Ajax gegen Dortmund sind die Spieler insgesamt fast 40km (Vierzig!) mehr gelaufen als die beiden Mannschaften heute. Ajax-Dortmund sehr wahrscheinlich hier mit Rekord in der UCL. Von wegen Ballbesitz Mannschaften laufen weniger.

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Peda 21. Februar 2013 um 08:36

Also ich hatte das in ein paar Minuten:

uefa.com -> Champions League -> Matches -> Spiel raussuchen und anklicken -> View match page -> PRESS KITS: Team statistics:
Time & distance: distance covered (metres)

Bei Ajax – Dortmund wurde von Dortmund die stärkste Laufleistung der bisherigen Champions League-Saison abgeliefert.

Sehr interessant bei den UEFA-Statistiken finde ich immer das Tactical lineup, bei dem man die Durchschnittsposition der Spieler sehen kann.

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Maxx 21. Februar 2013 um 12:43

Interessanter wäre hier vielleicht eher die Laufleistung vom Spiel Barca-Chelsea 2012, da es dem Spiel Milan-Barca ähnlicher ist (Spiel auf ein Tor; Tiefstehende Verteidigung). Da bleibt kein Raum für lange, kilometerbringende Läufe über den halben Platz.
Ich habe Ajax-Dortmund als ein zwischen den Strafräumen hin und her wogendes Spiel in Erinnung, bei dem jeder Spieler automatisch mehr laufen muss. Von daher nur bedingt geeigenet zum Vergleich.

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Demetrios 21. Februar 2013 um 01:16

Constant Djakpa verteidigt zwar auch links, jedoch im Moment nur als Ersatzspieler bei Eintracht Frankfurt… 😉

Unglaublich, wie schnell du so ausführliche Artikel schreibst.

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RM 21. Februar 2013 um 01:23

Oha, stimmt. Mea culpa.

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