FC Bayern München – FC Schalke 04 4:0

Bayerns Machtdemonstration gegen harmlose Schalker.

Jens Kellers Plan

Die Schalker liefen mit einer überraschenden Aufstellung auf: ohne Jefferson Farfan, ohne Atsudo Uchida oder Christian Fuchs gab es einige Fragezeichen in der Mannschaft. So kam Kapitän Benedikt Höwedes einmal mehr auf die Position des rechten Außenverteidigers, während Jungstar Sead Kolosinac die gegenüberliegende Außenverteidigerposition übernahm. Christoph Metzelder bildete mit Joel Matip die Innenverteidigung, davor sicherte Roman Neustädter ab.

Grundformation zu Beginn

Grundformation zu Beginn

Das Interessanteste war aber die generelle Ausrichtung und die dazu passende Besetzung der Offensivspieler. Mit Jermaine Jones und Marco Höger als Doppelacht wollte man den Raum in der Mitte komprimieren. Dazu kamen Tranquillo Barnetta und Neuzugang Michel Bastos auf den Flügeln sowie Teemu Pukki als Mittelstürmer.

Die spielphilosophische Ausrichtung war somit klar: tiefes und kompaktes Pressing, schnelle Konter über die Flügel und ein sehr beweglicher Stürmer. Um dies umzusetzen, positionierten sich die Schalker tief in der eigenen Hälfte und pressten mit einem Abwehrpressing. Interessanterweise kopierten sie dabei das Leverkusener 4-5-1, welches auch von den Fürthern vergleichsweise erfolgreich umgesetzt wurde. Mit der Fünferkette im Mittelfeld wollten die Schalker die Außen schnell pressen und isolieren können, was die Bayern mit Überladungsbewegungen konterten.

Eines der Probleme des 4-5-1 mit flacher Fünf im Mittelfeld ist der Mangel an Offensivgefahr. Die Schalker wollten dies mit extrem schnellem Kontern kompensieren, wobei sie hierbei auf die individuelle Klasse ihrer Offensivspieler spekulierten sowie deren Stärken in den dafür nötigen Fähigkeiten (Dynamik, offensiver Zweikampf, Kombinationsspiel).

Nach den spärlichen Ballgewinnen der Schalker ging es also möglichst schnell nach vorne und Teemu Pukki lief immer wieder die Löcher in der aufgefächerten bayrischen Formation an. Diese Unterzahlkonter klappten allerdings nicht. Wie in unserer detaillierten Analyse zum Pressing der Münchner Bayern festgestellt, agieren die Bayern in der Innenverteidigung bei solchen Kontern sehr mannorientiert. Die Anspielstation Pukki wurde trotz dessen Beweglichkeit gut abgesperrt und bei Ballannahmen bedrängt, wodurch die Schalker kaum zum Tor der Münchner kamen.

Weitere Faktoren waren das gute Gegenpressing und eine herausragende Leistung von Rekordeinkauf Javi Martinez, der die Mitte phasenweise im Alleingang zu dominieren schien. Neben der starken Defensive gründete sich die hervorragende Partie der Münchner auch auf ihren interessanten offensiven Taktiken.

Die bayrische Dominanz

Von Anfang an zeigten die Münchner, wer Herr in der Allianz-Arena ist. Die tiefe Formation der Schalker wurde schlicht und ergreifend aus den Angeln gehoben, indem mehrere taktische Mittel in der Offensive miteinander gemischt wurden – und das erfolgreich.

Ein Beispiel für das Münchner Aufbauspiel und das Erzeugen von vielen Anspielstationen und Kombinationen - wem die GIF nicht gefällt, muss nur klicken und es öffnen sich die einzelnen Bilder

Ein Beispiel für das Münchner Aufbauspiel und das Erzeugen von vielen Anspielstationen und Kombinationen – wem die GIF nicht gefällt, muss nur klicken und es öffnen sich die einzelnen Bilder

Ein Beispiel waren die Pärchenbildungen auf der Seite. Philipp Lahm und David Alaba rückten immer wieder nach vorne auf, unterstützten dabei Arjen Robben und Franck Ribéry, hinterliefen diese und gaben dann die nötige Breite. Die beiden wiederum waren in der Anfangsphase des Positionsspiels sehr diszipliniert im Positionsspiel.

Sie standen breit und streckten das Spiel, bis die Außenverteidiger nach vorne schieben konnten. Erst dann begannen die freien Bewegungen entlang der Horizontale; Arjen Robben war einmal sogar als tiefster Mittelfeldspieler zu finden. Diese hohe Bewegung und die vielen Positionswechsel (Franck Ribéry fand sich einige Male in der Mitte oder auf rechts wieder) ließen das Fehlen von Raumdeuter Thomas Müller vergessen lassen.

Statt diesem behielt Toni Kroos seinen Platz in der Startelf und blieb auf der Position des nominellen Zehners. Damit hatte Bayern weiterhin ein 4-3-3 in der offensiven Rollenverteilung, anstatt eines 4-2-4, wie es mit Müller öfters der Fall war; wohl der einzige Nachteil des Führenden in der Scorerwertung der Bundesliga.

Kroos nutzte seine technische Stärke, um als Passprellbock im Zwischenlinienraum zu dienen. Robben und Ribéry bewegten sich um ihn herum, konnten mit ihm kombinieren und Mario Gomez gab dem Spiel an Tiefe. Über seine technischen Stärken und Schwächen gibt es zig Meinungen, doch seine taktische Arbeit im Öffnen des Zwischenlinienraumes und der taktischen Arbeit zwischen den gegnerischen Innenverteidigern dürfte unbestritten sein.

Bezüglich der Technikdiskussion: der womöglich schönste Pass der ersten Halbzeit kam von Gomez auf Robben, ein Flachpass in den Lauf über mehr als zwanzig Meter.

Das Aufbauspielkreisel und das gegnerische 4-5-1

Trotz der individuellen Klasse war die kollektive Bewegung spielentscheidend. Durch das Zurückfallen der Offensivakteure, ihrer Rotationen und ihrer Rochaden konnten sie immer wieder die engen, aber minimal offenen Räume in der gegnerischen Formation finden. Diese Räume öffneten sie sich ebenfalls selbst.

Kroos bewegte sich entlang der Horizontale und ließ sich öfter fallen oder blieb breit, um Ribéry oder Robben zu befreien. Diese infiltrierten die Halbräume oder kamen ebenfalls tief, während Martinez und Schweinsteiger sich beim Herauskippen und beim Aufrücken abwechselten. Beim Aufrücken nahmen sie meistens Druck vom aktuellen Ballführenden in der Mitte und öffneten zugleich Raum für einen zurückfallenden Akteur.

Gegen das 4-5-1 der Schalker war diese Spielweise besonders wichtig. In unserer Betrachtung des Fürth-Spiels oder auch der Partie gegen Dortmund führte MR bereits aus, wie durch Herausrücken der Halbspieler das Angriffsspiel der Bayern vom Tor ferngehalten werden kann. Durch diese enorme Bewegung kam ein solches Herausrücken aber kaum in Frage, weil die Gefahr bestand, Raum für diagonale Schnittstellenpässe zu öffnen.

Dadurch wurde die Formation und spielphilosophische Ausrichtung der Schalker ad absurdum geführt. Ihre Konter gingen in der gegnerischen Zweikampfstärke, insbesondere die Innenverteidiger und natürlich Martinez, unter. Ihr Defensivspiel wurde neutralisiert und hatte nie Zugriff. Auch bei Rückstand standen die Schalker nach wie vor tief und mussten passiv spielen, was in einer sang- und klanglosen Niederlage mündete.

Szene aus der 46. Minute

Szene aus der 46. Minute

 „Wieso nicht immer so?“

Eine Frage, die sicherlich viele Bayernfans beschäftigt. Die Münchner haben diese Saison schon einige hervorragende Leistungen gezeigt – dass man diese nicht durchgehend abrufen kann, liegt wohl in der Natur der Sache. Die aus taktischer Perspektive bessere Frage lautet aber, wieso die Bayern diese extreme Beweglichkeit im Aufbauspiel und das hohe aggressive Pressing nicht durchgehend nutzen.

Auch hier könnte man sagen: es ist einfach unmöglich. Eventuell will Jupp Heynckes es nur spielen, wenn alle Akteure fit sind, eventuell aus Stabilitätsgründen nur gegen bestimmte Gegner oder nach passenden Trainingseinheiten. Es könnte aber auch ein Plan dahinter stecken. Durch diese feinen Veränderungen in der taktischen Ausrichtung sind die Bayern extrem schwer auszurechnen.

Ein Beispiel ist der Sieg der Münchner zu Beginn der Hinrunde gegen Mainz, wo noch mit einer passiveren Haltung und dem klassischen Spiel über die Halbräume durch die Flügelstürmer gerechnet wurde. Es folgte ein Spiel mit hohem Flügelfokus, Überladungen und – man möchte es kaum glauben – einer Vorlage Holger Badstubers per Flanke nahe der Grundlinie.

Solche Anpassungen bedeuten also höhere Unausrechenbarkeit. Werden die Bayern hoch pressen? Eher auf Stabilität aus sein? Werden sie über die Flügel und mit vielen Flanken kommen oder sich eher flach durchsetzen wollen? Gibt es viele Rochaden oder fixe Pärchenbildungen ohne Positionswechsel? Kaum ein Trainer kann sich somit sicher sein, ob seine Anpassungen ins Schwarze treffen werden.

Die individuelle Qualität der Bayern, die Möglichkeit zur Rotation, die vielen speziellen Fähigkeiten (wie Müllers Raumdeuten oder das fluide Aufbauspiel) und die durch Dante oder Martinez neugewonnene Kopfballstärke bei ruhenden Bällen machen sie zu einem sehr unangenehmen Gegner.

Fazit

Ein tolles Spiel von überragenden Bayern gegen harmlose Schalker, die sich selbst nach einem klaren Rückstand nicht effektiv nach vorne trauten – erst nach dem 4:0 hatten sie mehr vom Spiel, doch es war zumeist geschenkter Ballbesitz tiefer postierter Bayern.

Kellers Idee als solche war sogar keine schlechte – doch nach dem frühen Rückstand durch einen Elfmeter war sie zum Scheitern verurteilt. Die Bayern hatten nicht nur taktisch eine hervorragende Einstellung, sondern schienen vom ersten bis zum letzten Spieler motiviert und harmonisch aufeinander abgestimmt.

Auch auf engem Raum gab es kaum Fehlpässe und ging zum Beispiel das Gegenpressing schief, waren sich weder Robben noch Kroos (oder sonst jemand) zu schade, für einen Außenverteidiger oder Sechser einzuspringen, wenn die Situation es benötigte. Einer von vielen Bausteinen für einen beeindruckenden Sieg.

seit82 12. Februar 2013 um 00:17

“Schalke sollte versuchen so schnell wie möglich 40Pkt zu holen, weil es sonst tatsächlich noch eng werden könnte. Ein Befreiungsschlag scheint nicht in Sicht, aber den braucht sie umbedingt.”

war das so gemeint? Klingt aber – mit Verlaub – bescheuert. Wer ist „sie“? Die Schalke? Dann doch eher „es“ (das Schalke)! Klingt aber auch doof. Finde den Plural hier sprachlich angemessen.
Dafür heißt es aber „unbedingt“…
Aber hey, da sollte man aber nicht zu streng sein, ein Tippfehler ist mal drin. Das stört mich schon erheblich mehr bei „Profi-Redaktionen“ wie SPON und vielen Print-Zeitungen, wo immer mehr Fehler auftauchen.

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Hans 11. Februar 2013 um 10:50

Kellers Problem ist weniger die Taktik, sondern viel mehr das Selbstvertrauen der Spieler. Wenn man sieht, wie die teilweise über den Platz geschlichen sind, da hilft dann auch die beste Taktik nichts mehr.

Beispiele: Gegen den Elfmeter wurde ÜBERHAUPT NICHT protestiert. Die Entscheidung ist aber schon als strittig anzusehen, da Ribéry relativ leicht fällt (meiner Meinung nach war es ein Elfer, aber ein Schalker wird das sicherlich anders sehen). Auch gegen das 3:0 wurde nicht protestiert, obwohl Gomez hier im Abseits stand. Man hatte fast den Eindruck, dass sich die schalker Spieler schon vor Anpfiff aufgegeben hätten.

Darüber hinaus gab es eigentlich gar keine gefähliche Szene. Nur Bastos* hatte in der ersten Halbzeit eine gefähliche Szene. Ansonsten wurden alle Angriffe schon im Mittelfeld unterbunden.

Mit so einer Einstellung hat es die Mannschaft sehr schwer, sich aus diesem Tief wieder rauszuarbeiten. Ich kann nicht einschätzen, ob Keller dafür der richtige ist, aber selbst Stevens hat es ja schon nicht geschafft, die „Minikrise“ zu beenden.

*PS: Offtopic, aber ich finde, Bastos und Bas Dost sollten unbedingt mal in einer Mannschaft spielen… 😀

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wombat 10. Februar 2013 um 21:00

off-topic

würde ich in keinem anderen forum wagen anzumerken.
hier schon, weil die sprachliche qualität hoch ist.
thema: brauchen 3. person singular: brauchT

ich war immer der meinung, das ist zungenfaulheit der gesprochenen sprache.
jetzt lese ich es auch ab und an hier, was bei ansonsten gut lesbaren beiträgen irritiert.

nix für ungut!

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RM 10. Februar 2013 um 21:45

Ich, äh, verstehe die Kritik nicht.

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seils 10. Februar 2013 um 22:01

„Schalke sollte versuchen so schnell wie möglich 40Pkt zu holen, weil es sonst tatsächlich noch eng werden könnte. Ein Befreiungsschlag scheint nicht in Sicht, aber den brauchen sie umbedingt.“

[…], aber den braucht sie (gemeint ist die Mannschaft Schalke 04s/ 3. Person Singular) unbedingt.

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RM 10. Februar 2013 um 22:17

Da saß ich wohl auf der Leitung.

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Hans 11. Februar 2013 um 11:03

„Aber den brauchen sie unbedingt“ geht doch auch, oder nicht? Es heißt ja auch: „Den brauchen [die Schalker] unbedingt“.

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seils 11. Februar 2013 um 11:54

Bezieht sich aber ja auf den Satz zuvor; und da steht „Schalke“ (lies: die Mannschaft Schalkes) und nicht „die Schalker“ (lies: die Spieler der Mannschaft Schalkes). Insofern: Nein.

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laterookie58 10. Februar 2013 um 20:35

RM + alle „Vorredner“ : Herzlichen Dank für tiefer gehende Details eines Spiels, daß ich in einer schlechten Zusammenfassung von max. fünf Minuten NICHT wirklich sehen konnte.
Ihr habt mir somit zu meinem „Kopf- Kino“ verholfen.
RM : DANKE für Zeit und Aufwand! laterookie58

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RM 10. Februar 2013 um 21:46

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Lukinger 10. Februar 2013 um 17:59

ich glaube dass die Hauptgründe das System und der Nebenspieler sind. Kroos hat bei Bayern Ribery, der das Spiel antreibt und Kroos für das Kombinationsspiel auf engem Raum der ideale Paartner ist (Stichwort bedrängter Doppelpass), während in der N11 das Spiel schnell durch die Mitte vorgetragen wird (Özil ist schneller und drippelstärker) und die Außenstürmer Reus und Podolski wollen geschickt werden, worin Özil weltweit zu den Topspielern gehört.

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blub 10. Februar 2013 um 19:44

Genau. Poldi (Reus auch, aber nicht so extrem) ist ein toller spieler wenn man vertikal spielen kann. Özil spielt die Bälle von der spielauffassung sehr direkt und vertikal und ist selbst auch recht schnell.

Beide können in gewissem Maße beides, aber Kroos ist für das kombinationsspiel besser, Özil im direkten.
Ich will hier keine N11-diskussion anfangen es ging mir nur darum das man nicht sagt „Kroos auf der 10 ist ne irrelevant, da Özil“. Kroos an der Spielweise Özils zu messen ist aber dann sinnfrei wenn man den zusammenhang durchschaut hat. –>Kroos ist a) kein guter einwechselspieler und b) wird nicht optimal eingesetzt daher kommt er dort schlechter rüber.

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DG 10. Februar 2013 um 12:34

Was ich von allen Aspekten am erstaunlichsten finde, ist die Zweikampfführung beim FC Bayern. Die Spieler sind alle so abgezockt in direkten Duellen, dass man nie das Gefühl hat, es könnte eine gefährliche Situation für den Gegner entstehen. Gerade Martínez ist nahezu unantastbar im direkten Zweikampf. Selbst in diesem Punkt sehe ich ihn dem dynamischen Gustavo überlegen, da er durch sein Stellungsspiel nie unnötiges Risiko geht und es ihm bei seinen Ballgewinnen meist gelingt, den Ball in den eigenen Reihen zu halten.
Auch Riberys und Robbens Entwicklung in Sachen kollektives Defensivspiel ist absolut bemerkenswert.
Als Bayernfan geht einem das Herz auf, nur 7 (!) Gegentore in 21 Spielen. Die Messlatte für Guardiola hängt auf jeden Fall sehr hoch. 😉

Ich habe noch eine Frage an RM:
Könnte es sein, dass Bayerns stärkerer Mannfokus beim Verteidigen Dante und Boateng eher zugutekommt als Badstuber? Aufgrund seines Spielaufbaus wird er wohl ohnehin Stammspieler sein, gerade unter Guardiola, allerdings würde es mich interessieren, wie du ihn in dieser Hinsicht bewertest.

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der_bräter 10. Februar 2013 um 13:55

7 Gegentore in 21 Spielen ist sicherlich erstmal phänomenal gut. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Latte bei Bayern halt nicht auf der Höhe von Stuttgart oder Mainz (oder Schalke in der aktuellen Form) hängt, sondern auf Höhe von ManUnited, Real oder Barca. Und gegen starke Teams hat man durchaus einige Gegentore bekommen in dieser Saison (Leverkusen, Dortmund, CL).

Martinez allerdings ist echt n Kracher, wenn der so weiter macht und die Abstimmung noch perfektioniert wird und dann noch Badstuber zurückkommt, dann wirds nächste Saison auch für Topteams richtig schwer werden, gegen uns Tore zu schießen. Ich würde auch rein aus interesse gern mal Gustavo und Martinez nebeneinander gegen ein offensivstarkes Team sehen, das wäre vermutlich die ultimative Zweikampfhölle für den Gegner 😉

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Zoidberg 10. Februar 2013 um 16:30

Derzeitige Anzahl an Gegentoren in der Saison 2012/13:
Barca : 26
Real : 22
Man United : 31
Bayern : 7…
Ich denke, das sollte man auch nicht vergessen.

„Einige“ Gegentore gegen starke Gegner:
Dortmund : 1
Leverkusen : 2 (darauf, wie diese teilweise zustande kamen, möchte ich gar nicht erst eingehen)
CL – FK BATE Baryssau: 3, ansonsten höchstens 1 Gegentor

Dein Punkt war noch einmal?

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Nietzscheaner 10. Februar 2013 um 17:21

@ der_bräter:

Aber bei der Aufzählung der gefallenen Gegentore sollte man aber dann auch nicht vergessen, wie diese Gegentore entstanden und gegebenenfalls differenzieren:
1.) Das Gegentor gegen den BVB fiel nach einer Ecke in Folge einer Unkonzentriertheit von Kroos, der seine Deckungsaufgabe vernachlässigte.
2.) Das erste Tor von Leverkusen fiel nach einer Kontersituation, die zwar von der Werkself sehr gut gespielt wurde, bei der aber Lahm tatsächlich die Möglichkeit hatte, vorher zu klären, aber leider den Ball nicht traf.
Das zweite Tor der Leverkusener war eine echte Kuriosität und kann beinahe als halbes Eigentor gewertet werden.
3.) In der Champions League sind in der Tat ein paar Gegentore zu viel gefallen, keine Frage. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass 3 davon in dem einzig echten „Ausreißer nach unten“ dieser Spielzeit geschahen. Die 3 Gegentore in den Heimspielen sind in der Häufung allerdings ärgerlich, da sie offenkundig aus Konzentrationsmängeln nach z.T. deutlichen Führungen entstanden.

Aus den Gegentoren gegen vermeintliche „Spitzenteams“ kann man also eher ableiten, dass es in unserem Spiel vereinzelt einige Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten gibt, die von solchen Mannschaften ausgenutzt werden können. Hier ist also noch Potenzial, um sich zu verbessern.
Dennoch geht die berechtigte Kritik darüber in jedem Fall zu weit, wenn sie die grundsätzliche Stärke des FC Bayern in Frage stellt oder vor vermeintlichen „Härtetests“ warnt. Ein Sieg gegen Schalke ist ein Sieg gegen Schalke – ganz gleich, wie ihre aktuelle Form ist oder die Ansprüche des FC Bayern sind.
Übrigens denke ich, dass von den von Ihnen aufgezählten internationalen Spitzenteams 2 eher nachweisen müssen, ob sie dieses Jahr mit dem FC Bayern mithalten können – nicht umgekehrt. 😉

Antworten

der_bräter 11. Februar 2013 um 11:37

naja, Bayer, Dortmund sind ja die einzigen wirklich stärkeren Teams, gegen die man seit dem CL Finale gespielt hat (BATE zähle ich da nicht dazu, so ein Ausrutscher kann immer mal passieren, wenn es auch nicht passieren sollte).

Gegen Leverkusen, Dortmund und Valencia hat man in 4 Spielen 5 Gegentore bekommen (dass die teilweise aufgrund von individuellen Fehlern zustande kommen, tut ja nichts zur Sache, die Tore die Bayern schießt kommen ja auch oft aufgrund individueller Klasse zustande). Man hat auch z.B. gegen Lille in 2 Spielen 2 Gegentore bekommen.

Also nochmal, alles was ich sage ist: gegen gute Gegner ist die Defensive durchaus noch verbesserungsfähig, was nichts daran ändert, dass die BL-Statistik (aber die CL-Stastik z.B. nicht) bisher sehr gut ist.

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der_bräter 11. Februar 2013 um 11:38

shit, bei der Aufzählung in der ersten Zeile hab ich „Valencia“ vergessen

Antworten

Experte 10. Februar 2013 um 12:24

Kann es sein, dass Robben Brutal an Antrittschnellugkeit verloren hat?

Antworten

Johnboy 10. Februar 2013 um 13:24

Nein

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der_bräter 10. Februar 2013 um 13:48

Die Schnelligkeit ist es nicht, aber es ist jedenfalls auffällig, dass er mittlerweile i.d.R. mit dem Ball am Fuß nicht mal mehr an 19jährigen vorbeikommt, er ist einfach zu leicht auszurechnen [setzen sie an dieser Stelle das altbekannte aber leider eben auch wahre Argument des fehlenden rechten Fußes ein]. Das war auch nicht das erste Spiel, in dem das aufgefallen ist und auch nicht das zweite, das dritte oder das vierte.

Ich sehe für ihn -wenn überhaupt- bei Bayern nur eine Zukunft, wenn er viel öfter mal die Seite wechselt und insbesondere auch öfter mal durch die Mitte kommt…

Antworten

Jojo 10. Februar 2013 um 18:49

Das Argument der Ausrechenarbeit bei Robben kann nicht die Erklärung für einen (möglicherweise vorhandenen) starken Leistungsunterschied zu seiner Topzeit sein.

Das faszinierende war ja immer, der Gegner wusste auf welcher Seite er vorbei will und er machte es trotzdem. Und das hatte ja jeder Trainer und Verteideiger spätestens nach dem 3 BuLi-Spiel gerafft. Geholfen hats aber nicht.

DerHauptgrund ist, denke ich das er nicht in einem Rhytmus ist (/sein kann). Sicherlich kommt dazu dass das System weniger auf ihn ausgelegt ist. Das korrelliert aber mMN auch miteinander. Spielt er häufiger, spielen sich auch Automatismen besser ein. Von seinen Bewegungen und seiner Spielweise her hat er mir gefallen. Wirklich ins grübeln bringt mich nur eins (und das ist mirjetzt in den spärlichen Einsätzen in dieser Saison immer aufgefallen), er trifft oft die falsche Entscheidung oder er trifft die Entscheidung zu spät. Ich hoffe das auch das sich bei Spielpraxis gibt oder das einfach nur in den weniger Einsätzen in jüngerer Vergangenheit täuscht. Er spielt oft den Pass und versucht weniger den Abschluss sebst zu kreiren (was ja nix schlechtes sein muss) aber wenn er dann die Chnace hat vergibt er zu viele. Symptomatisch die Szene nach dem Konter. Er läuift auf Hildebrandt zu, guckt rüber, läuft und versucht dann den Kunstschuss. Entweder muss er sich früher entschließen es selbst zu machen udn dann muss ersein Tempo gegen den Torwart nutzen oder er spielt eben dann einfach den Ball über 2-3 Meter nach links vorne. So hat er fürs selsbt zu machen zu lange gewartet und dann trotzdem nciht gepasst. Der Heber war extrem schwierig, Hildebrandt war ja schon nah an ihm dran, der Winkel sehr klein. Er hat ja nicht weit über Hildebrandt hinweg geschossen, dennoch ist der Ball drüber (schlechter Winkel). Er hätte ihn vlt im selben winkel mit weniger Kraft schießen können, aber zu locker wäre aus dieser Entfernung auch schlecht gewesen.

Hoffe einfach dass er mit mehr Spielpraxis und Rhytmus wieder bessere Entscheidungen trifft. Kann aber leider gut sein da die Hetzkampagne der Springermedien (und der Trittbrettfahrer) Wirkung zeigt.

In der Wahrnehmung der Medien und der Fans wird es Robben in Zukunft ohnehin nicht allen recht machen können, dazu polarisiert er inzwischen zu viel. Wird er wieder dominanter im Spiel und macht mehr slesbt mit dem Ball am Fuß ist er ein Ego. Spielt er kollektiver und angepasster, sit er einfach nciht mehr der Selbe…

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danielk 11. Februar 2013 um 10:28

So viel wie über eine möglicherweise schlechte Forms Robben geredet wird, so sehr besser wird er, wenn er wieder einige Spiele Spielpraxis gesammelt hat, zurück kommen. Robben passt sich jetzt erstmal an das neue Spiel der Bayern an, und dann geht das ois auch wieder ab 🙂

Antworten

Taktikneuling 10. Februar 2013 um 10:41

Insgesamt hat man Gomez und Robben schon noch angemerkt das sie noch sehr weit von ihrer Form entfernt sind. Um so erschreckender eigentlich das Schalke fast chancenlos war. Man stelle sich mal vor Müller und Mandžukić in ihrer aktuellen Form hätten gestern Spielen dürfen.

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LH 10. Februar 2013 um 19:02

@Tatikneuling

Würde mich interessieren woran du die schlechte Form festmachst. Natürlich sind beide im Moment nich on top of their game aber gerade deshalb sollte das Spiel gestern eigentlich der Konkurrenz Angst machen. Robben war an vielen gefährlichen Aktionen nach vorne beteiligt, war auch relativ stark im Pressing und fluide. Gomez spielte einen überragenden Pass auf Kroos und hat die Schalker IV sehr gut beschäftigt damit das Mittelfeld ungestörter agieren konnte. Denke wenn sie mit mehr Spielpraxis noch mehr ins Spiel integriert werden und Robben an seiner „manschaftsdienlicheren “ Rolle weiter arbeitet werden wir in der Rückrunde noch einiges von ihnen zu sehen bekommen. Natürlich ist ihre Spielweise vielleicht nicht mehr so spektakulär wie früher und man kann aus einem Spiel noch keinen Trend ableiten aber prinzipiell ist es doch erfreulich wenn nicht mehr ein Spieler für die „Fernsehhighlights“ zuständig ist , sondern die gesamte Spielweise kollektiver und damit stabiler wird, da man viel weniger von Individualform und Verletzungen abhängig ist.

Dies ist für mich ohnehin eine spannende Frage im Fussball. Inwieweit ist die individuelle Klassse eines Spielers massgeblich für seinen „Wert für die Mannschaft“. In wieweit lässt sich individuelle Klasse im Spiel überhaupt feststellen? Ist die individuelle Klasse oder individuelle Leistung eines Spielers wirklich ein Hauptkriterium ob er spielt oder bei den Amateuren ohne Wasserflasche zum Waldlauf geschickt wird?

Ein Spieler wie Müller ist weder technisch noch im Dribbling überragend, hat aber ein unglaubliches Gespür für Raum und Timing in seinen Aktionen. Deshalb ist er für die Mannschaft mindestens genauso wichtig wie ein Ribery oder Schweinsteiger.
Die Ausrichtung / das taktische Konstrukt einer Mannschaft sollte sowohl auf die individuellen Stärkern der Spieler als auch deren individuellen Schwächen angepasst sein, damit Synergien entstehen können.

So war es für mich zum Beispiel gestern eine interessante Erkenntnis das Mandzukik und Müller zusammen nicht gespielt haben. Dies könnte z.B. neben Fittness oder Schonungsgründen und Routation daran gelegen haben, das die Rochaden die zwischen Mandzukic und Müller stattfinden effektiver eingeschätzt werden als wenn Mandzukic und Robben bzw. Müller und Gomez diese vollziehen würden.

Antworten

Stadtneurotiker 10. Februar 2013 um 02:48

Ich lese Eure Analysen wirklich gerne. Aber bei »Jens Kellers Plan« musste ich wirklich herzlich lachen.
Natürlich kann man aus dem Spiel einer nur auf Schadensbegrenzung bedachten Mannschaft noch so etwas wie eine Einstellung durch den Trainer erkennen. Wahrscheinlich hat sich Jens Keller wirklich überlegt, wie er seine Mannschaft so impfen kann, daß sie nicht baden geht. (Daß ein für S04 wichtiger Spieler wie Jefferson Farfan ausfiel, war übrigens nicht so überraschend. Die peruanischen Nationalspieler saßen gut zwei Tage in Caracas fest und trafen teilweise erst mehr oder weniger unmittelbar vor Spielbeginn bei ihren Mannschaften ein. Das war eigentlich auch in den Medien Thema…) S04 hatte nicht in einer Minute »Zugriff auf das Spiel«, wie man das heute gerne nennt, wenn eine Mannschaft sich anschickt, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.
Natürlich habe die ersten Tore nach ruhenden Bällen das Spiel des FCB begünstigt, aber der erste ernsthafte Torschuss der Schalker fand irgendwann in der 2. Halbzeit statt…
Folglich habe ich auch kein tolles, sondern ein abgezocktes Spiel des FCB gegen eine Mannschaft, die außer Hildebrand und Matip nicht ein Mittel fand, gesehen, für das die halbe Kraft ausreichte. Wenn ein Spieler wie Dante bei Freistößen der eigenen Mannschaft 30 Meter vor Manuel Neuer steht und dezent Dehnübungen macht, bot der Gegner wohl sehr wenig.

Antworten

MR 10. Februar 2013 um 03:41

Und wo ist jetzt der Witz an „Kellers Plan“? Nur weil der Plan augenscheinlich ziemlich schlecht funktionierte, war da doch trotzdem ein Gedanke dahinter. Ich denke nicht, dass Keller sein System einfach auswürfelt. Zudem das 4-5-1 sich gegen Bayern ja gut bewährt hat.

Antworten

Wolfsmond 10. Februar 2013 um 08:38

Ich glaube die Bayern haben das 4-5-1 gegen sie eindrucksvoll zu Grabe getragen 😀
War ja abzusehen dass sie sich da was einfallen lassen müssen weil es sonst immer mehr Mannschaften nutzen würden. Wird interessant sein ob Klopp das im Pokal nochmal auspackt und wenn ja; wie er es auf die Münchner Anpassungen anpasst.

Antworten

ES 10. Februar 2013 um 10:58

Keller-Bashing ist ja gerade in, und deshalb begrüße ich die auch die an dem Punkt differenzierte Betrachtungsweise der Autoren. Ich fand nämlich, dass Schalke gegen besonders in diesem Spiel extrem starke und bewegliche Bayern gar nicht so schlecht gestanden hat (mit diesem tiefen Pressing). Elfmeter und Freistoss waren so na,ja, kann man geben, muss man nicht, das dritte und vierte Tor waren hergeschenkt. Natürlich hatten die Bayern noch jede Menge andere esrtklassige Möglichkeiten Tore zu machen. Aber ein im Moment so stark unterlegener Gegner wie Schalke brauch auch ein bisschen Glück und einen starken Torwart (dem man jetzt keinen Vorwurf machen konnte). Also mit der Spielidee kann man sich zur Pause auch in ein 0:0 retten und hat dann etwas mehr Selbstvertrauen, dass die Konter besser kommen. Was aber das eigentliche Problem der Schalker schon in den letzten 10 Spielen ist, 1) dass sie sich sämtliche Tore in der Gegenbewegung einfangen. Dem ersten Tor ging ein ungeschickter Ballverlust von Pukki voraus (zugegeben: gutes Gegenpressing. Bayern, bei dem ein so technisch und taktisch unfertiger Spieler wie Pukki überfordert ist), dem zweiten Tor ein ebensolcher von Barnetta. Und dass man bei einem schnellen Gegenangriff noch nicht mal die Klasse der Bayern brauch, um ein Tor gegen Schlake zu schießen, hat u.a. Fürth letzte Woche gezeigt. 2) dass sie nach Balleroberungen den Konter sehr ungenau und fahrig spielen. In beiden Halbzeiten gab es meines Erachtens durchaus eine relevante Zahl von Balleroberungen seitens der Schalker, und ja, Dante und Martínez….., aber man kann das auch mal so spielen, dass nicht jeder Ball gleich nach 3 Kontakten verloren geht und nicht einmal eine Halbchance entsteht. Jones war da mal wieder herausragend an individueller Schwäche im Passspiel. Also zurück zu Keller: Das Problem der Schalker ist nicht die taktische Ausrichtung des Trainers, sondern die momentane individuelle Schwäche einzelner Spieler (sei es wegen grundsätzlicher Beschränktheit (Pukki, Barnetta) oder wegen allgemeiner Verunsicherung (Neustädter, Höwedes), insbesondere im sauberen und schnellen Spiel nach vorne sowie im richtigen individuellen Verhalten in der Gegenbewegung. Und o.k., auch dafür ist der Trainer verantwortlich…

Antworten

Felix 10. Februar 2013 um 11:55

Für Schalke dürfte ein großes Problem sein, neben taktischer Schwäche und sicherlich einigen Fehlern (Holtby-Verkauf), dass der Mannschaft jegliches Selbstbewusstsein fehlen dürfte. Unter Keller gab es noch keinen überzeugenden Sieg und Erfolg ist wichtig für die Entwicklung einer Mannschaft.
Die Mannschaft hat ein Kopfproblem und dann passieren auch individuelle Fehler.
Der Elfer soll nicht zwingend gewesen sein, vor dem Freistoß zum 2:0 eine Schwalbe von Robben (der Freistoß ist das große Klasse aber mit Glück klatscht er nur an den Pfosten), das 3:0 ist ein Abseitstor und das 4:0 dann der fehlenden Gegenwehr geschuldet.
Es kommt mittler Weile auch viel Pech hinzu (die Torquote nach gefährlichen Aktionen ist beängstigend, fast jeder gefährliche Angriff ist auch drin) und die Negativspirale zieht die Mannschaft weiter runter. Individuelle Fehler und Verunsicherung, dazu fehlendes Glück und schon scheint es unmöglich zu werden zu gewinnen.
Schalke sollte versuchen so schnell wie möglich 40Pkt zu holen, weil es sonst tatsächlich noch eng werden könnte. Ein Befreiungsschlag scheint nicht in Sicht, aber den brauchen sie umbedingt. Vllt kommt das CL-Spiel gegen Gala ja zur rechten Zeit, auch um mal den Kopf frei zu bekommen.

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der_bräter 10. Februar 2013 um 13:59

Der Holtby-Verkauf war echt sogar für Schalker Verhältnisse außerordentlich dumm. Einer sowieso schon schwächelnden Mannschaft einen der besten Spieler genommen bei grade mal 2,5 Millionen Mehr-Einnahmen…und dafür das massiv gesteigerte Risiko, nächstes Jahr nicht international zu spielen (mit den entsprechenden Einnahme-Ausfällen)?!

Also was bei Schalke in den letzten 2-3 Jahren so abging ist echt zum Kopfschütteln…

Antworten

Felix 10. Februar 2013 um 15:48

Soweit zu gehen und die letzten 2-3Jahre in Frage zu stellen halte ich für verkehrt. Man war unter Rangnick dabei etwas aufzubauen, was dann durch dessen Krankheit nicht fortgeführt werden konnte. Bei Transfer hat man eigentlich auch viel richtig gemacht: Neustädter ist ein guter Transfer, Höger ebenso, Barnetta ablösefrei auch richtig und auch Marica als BU finde ich sehr gut. Mit Huntelaar zu verlängern könnte ein Fehler sein, Holbty abzugeben auf jeden Fall, aber der wäre im Sommer so oder so weg gewesen.
Eigentlich war die Entwicklung nicht schlecht, aber irgendwie hat diese Saison eine ziemlich böse Wendung genommen und die könnte noch ziemlich gefährlich werden…

Antworten

C 10. Februar 2013 um 02:24

Eure Seite und Analyse ist so gut, da mache ich doch gerne AdBlock aus und klicke ein bissal auf Werbung 😉

Antworten

C 10. Februar 2013 um 00:43

Ich bin mir nicht wirklich sicher wie ich den Sieh einschätzen soll, ich glaube nicht dass der Sieg so deutlich ausgefallen wäre ohne den Elfmeter. Es brauchte auch im Hinspiel 2 individuell starke Aktionen von Kroos und Müller um das Spiel zu entscheiden.

Antworten

Wiktor-Maslow 10. Februar 2013 um 00:14

Scheint so, als würde Heynckes die Synergien mit Müller und Mandzukic nicht mit Müller und Gomez erwarten. Mandzukic‘ horizontale Rochaden sind also wirklich enorm wichtig für Müllers Spiel. Robben hingegen kann eher als Spieler für Lochpässe fungieren und Gomez einsetzen, da er nicht so viel rochiert. Gleichzeitig zieht Robben nicht so oft diagonal in den Strafraum.

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Ghengs 9. Februar 2013 um 22:34

Wiedermal eine tolle Analyse!
Da nach dem Länderspiel vom Mittwoch die Diskussionen um den phlegmatischen Kroos und den sich wundliegenden Gomez wieder aufkamen, möchte ich nur einmal auf die Trackingstatistik von bundesliga.de aufmerksam machen:
Kroos und Gomez haben mit 11,79 bzw. 11,13 gelaufenen Kilometern die besten Werte aller Bayernspieler, nur Tranquillo Barnetta (12,2 km) ist mehr gelaufen als Kroos.

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FL (aka LeFlo777) 10. Februar 2013 um 14:55

Gestern war Kroos sehr stark, keine Frage. So würde ich ihn auch gerne öfter in der N11 sehen. Woran kann es liegen, dass es hier so einen Leistungsunterschied gibt?

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blub 10. Februar 2013 um 15:20

Weil in der N11 immer Özil anfängt und weil Kroos in besonderem Maße von der eingespieltheit profitiert, die in der N11 wegen wengier gemeinsamen Terminen nicht vorhanden ist.

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datschge 10. Februar 2013 um 16:47

Nicht nur die Eingespieltheit fehlt, Bayerns System ist besonders auf Kroos zugeschnitten. Bei Bayern hat er praktisch die einzige wirkliche Freirolle, darf Zocken und nach eigenem Gutdünken verschieben. In der Nationalmannschaft hat Özil diese Rolle innen, und das mannschaftsdienliche Einstellen auf ein nicht auf ihn abgestimmtes System war bisher noch nie Kroos‘ Stärke.

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blub 10. Februar 2013 um 17:32

Äh, Nein. Ribery hat die Freirolle.

Sich dahin bewegn wo es sinnvoll ist =/= nach eigenem Gutdünken verschieben.
Die Aktion des bewegens geht immer von einem anderen aus, nie von Kroos, aber er beweg sich immer sinnvoll mit/entgegengesetzt. Ob der andere Ribery, Madzukic oder Schweinsteiger doer Khedira ist, ist für Kroos egal.

Das einstellen auf nicht-abgestimmte systeme ist für synergie-spieler besonders schwierig.
Und ja, ich leugne das Özil prizipiell besser ist als Kroos und das es erago eine gute entscheidung ist sich von der spielweise her extrem auf Özil festzulegen.

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Strafraumautist 10. Februar 2013 um 17:39

erago?

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seils 10. Februar 2013 um 18:00

ergo

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OM 10. Februar 2013 um 19:03

Du leugnest, dass Özil besser ist als Kroos und deshalb ist es gut, sich auf Özil festzulegen? Den Zusammenhang versteh ich nicht.

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seils 10. Februar 2013 um 19:10

Da Özil als nicht besser angesehen wird ist es folglich auch nicht gut sich auf ihn als Zehner festzulegen.

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LH 10. Februar 2013 um 20:11

Persönlich finde ich es den falschen Ansatz die individuellen Stärken und Schwächen von Özil und Kroos zu vergleichen und daraus abzuleiten wer jetzt 10ner der NM sein soll. als 10ner der NM wurden von Löw wenn ich mich nicht irre nur Özil und Götze genannt während Kroos von ihm als 6er/8er eingestuft wird. Kroos ist meiner Einschätzung nach eher ein Aufbauspieler der sich fallen lässt um überzahl im Mittelfeld herzustellen. So wurde z.B. Real letztes Jahr in der CL dominiert da man mit dem sich fallen lassenden Kroos eine überzahl im Mittelfeld herstellen konnte während Özil eher höher stand, sodass Real effektiv meistens einen Mann weniger in der Mitte hatte.
Auch wenn es in der NM in den letzten Jahren in manchen Spielen mit Özil auf der 10 auch dieses fallen lassen gab, so wird der Aufbau/ dieBallzirkulation eher von weiter hinten betrieben während Özil weiter vorne Räume überlädt ( gab am Mittwoch häufig auf der rechten seite Bewegungen in denen Lahm , Özil und Khedira weit nach Rechtsaußen rückten und Müller in die Mitte zog) oder Räume die z.B. Klose für ihn öffnet ausnutzt oder diese selbst durch ein Dribbling oder das Herausziehen eines DM oder IV schafft ( vorallem praktiziert bei den Spielen der WM 2010). Er ist für die tödlichen Zuspiele, Dripplings oder Läufe verantwortlich. Kroos kann dies natürlich auch spielen ist aber meiner Beobachtung nach eher ein passiverer Spielertyp der gerade bei Bayern eher reaktionär Räume füllt. Dies sieht man z.B. daran das Löw ihn im EM Halbfinale auf der 10 brachte um von Italien nicht im Zentrum überrannt zu werden. Özil ist auf der 10 „dominanter“ und „“auffälliger“ in den Lücken zwischen Abwehr und Mittelfeld als dies ein Kroos ist während dieser eher eine Linie Tiefer seine Stärken hat.

Kann man natürlich sicher auch anders sehen aber ist zumindest meine Einschätzung.

Die Außen in der NM sind von ihrer Spielweise tororienterter als die der Bayern. Sie brauchen einen „dominanteren Spielgestalter“ der nicht primär die Ballverteilung vorantreibt sondern durch seine Bewegungen Räume überläd oder ein Dribbling ansetzt um damit die Abwehr durcheinander zu bringen und den finalen Pass auf einen der Stürmer zu spielen. Glaube in einem Interview mit Urs Siegenthaler mal gelesen zu haben, dass man im modernen Fussball mindestens 4 Stürmer braucht um eine Abwehr auszuspielen. Deshalb setzt Löw eher auf Özil als Spielertyp der in den Bereichen in denen sich der 9er und 10er aufhällt seine stärkern mehr einbringen kann , als auf Kroos der eine Mischung aus 8/10 ist (allerdings ist seit dieser Saison gerade bei Bayern zu beobachten das Kroos zumindest teilweise versucht sich dominanter in den Zwischenräumen anzubieten und auch im letzten Drittel präsenter zu sein).
Darum wird auch z.B. ein Götze eher in der Mitte gesehen da er z.T. ähnliche Qualitäten hat wie ein Özil, obwohl Götze selbst mal gesagt hat er fühle sich als LOM am wohlsten.

Die Außen von Löw sollen weniger Kreativ und spielgestalterisch wirken wie dies ein Götze tun würde ( oder ein Iniesta bei Barca) , sondern eher als „verkappte Stürmer“ entweder die Breite halten ( Podolski) oder die Schnittstellen zwischen AV und IV anlaufen ( Müller ) um in den Strafraum zu ziehen bzw. schon durch die Mitte Richtung Tor gehen, wenn zeitgleich z.B. von Özil / Khedira/ Lahm die rechte seite überladen wird. Özil /Götze bewegen sich aktiver und ausweichender auf die Seiten / Spitze während Kroos diese Bewegungen passiv/ reaktionär ausführt und sich lieber tiefer fallen lässt und sich an der Ballzirkulation beteiligt. Gerade auch diese Ausweichbewegungen sind von Özil und Götze effektiver da diese dynamischer und Dribbelstärker sind was auf den Seiten sehr wichtig ist.

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datschge 10. Februar 2013 um 20:12

Ribery hat keine Freirolle, er spielt nicht in der Mitte, ist somit also auf Mitspielern angewiesen, wenn er rochieren will, seine „Freirolle“ beschränkt sich also bestenfalls auf 1:1 Dribblings. Des weiteren arbeitet er besser nach hinten und Zock inzwischen weitaus weniger. Kroos zeigt gute Bewegungen und genügend Spielverständnis, um mithilfe seiner Rolle Überzahlsituationen zu kreieren. Wenn er aber auf sich alleingestellt ist, ist er inzwischen offensiv weitaus egoistischer und seine defensive Hilfe entweder nichtexistent oder aufgrund mangelnder Dynamik ineffizient.

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OM 10. Februar 2013 um 20:20

Achso, blub leugnet auch, dass es eine gute Entscheidung wäre, sich auf Özil festzulegen. Den Satzbau überdenken wir aber nochmal 😉

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blub 10. Februar 2013 um 20:43

datschge: dein letzter Post ist zu 90% quatsch. der letzte Satz zu 100%. An der Stelle ist es sinnfrei das weiter zu diskutieren.

LH: Die Frage warum Kroos in der NM nicht so spielt ist ja mit dieser Diskussion wohl beantwortet.
Und zu deiner zentralen These: Die Frage nach Ursache und Wirkung ist in dem Punkt nicht ganz klar, das ist hier aber nicht der Ort um das zu klären, das ist zu off-topic.

und ja in der zweiten betrachtung war der Satzbau nicht optimal, da kann man auch was falsch verstehen 😉

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seils 10. Februar 2013 um 20:46

@datschge
Die Ausführungen versteh‘ ich nicht:

„Ribery hat keine Freirolle, er spielt nicht in der Mitte, ist somit also auf Mitspielern angewiesen, wenn er rochieren will“

Ist doch egal wo ein Spieler positioniert ist: Für ein Rochade bedarf es eines dazu ebenfalls willigen Mitspielers. Das gilt für einen Zehner doch ebenso wie für einen Außen.

„Des weiteren arbeitet er besser nach hinten und Zock inzwischen weitaus weniger“

Ribéry arbeitet mehr nach hinten als früher. Aber immer noch nicht bombastisch viel. Zwar glaube ich auch, dass das seinem Spiel nicht gut tun würde, aber ständig auf den zwei, drei oder vier Szenen pro Spiel rumzureiten, in denen er nach wirklich nach hinten arbeitet ist auch übertrieben. Gegen Schalke ist Ribéry achtzehn Mal gesprintet, einmal davon rückwärts.

„Wenn er aber auf sich alleingestellt ist, ist er inzwischen offensiv weitaus egoistischer“

Zunächst: Wenn man auf sich allein gestellt ist, kann man doch auch kaum altruistisch sein, oder?
Und dann frage ich mich auch, woher die Behauptung kommt. Von den offensiven Vier (Ribéry, Kroos, Müller und Mandzukic) schießt Kroos am seltensten aufs Tor, gibt nach Ribéry die meisten Pässe und Key-Pässe und dribbelt nur häufiger als Mandzukic.

„und seine defensive Hilfe entweder nichtexistent oder aufgrund mangelnder Dynamik ineffizient.“

Man kann Dinge auch nicht sehen wollen.

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LH 10. Februar 2013 um 21:33

Ribery fällt allgemein schon die ganze Saison durch eine bei ihm noch nie dargewsene Laufbereitschaft auf.

Er versucht sich immer in Ballnähe zu bewegen und sich anzubieten, ist daher auch ohne selbst an den Ball zu kommen viel präsenter und zieht Gegner auf sich. Er bewegt sich noch viel bewusster zum Spielgeschehen und kann bei Ballverlust direkt ins Gegenpressing eingreifen.

Vorallem im letzten Drittel spielt er relativ „frei“ während die von ihm aufgegebenen Räume dann flexivel z.B. von Alaba / Schweinsteiger/ Kroos besetzt werden. Dies kann man dann durchaus als eine gewisse Freirolle im letzten Drittel interpretieren auch wenn ich die Bezeichnung etwas unangemessen finde.

Wenn sich Bayern im Aufbauspiel befindet ist er auch involvierter als das vor einigen Jahren der Fall war.

Dies ist das Resultat aus seiner offensichtlich stärkeren Beteiligung im Spiel gegen den Ball.

Anstatt bei gegenerischen Ballbesitz höher zu stehen um auf Konter nach Ballgewinnen zu spekulieren, um dann im 1:1 seine Stärken auszuspielen, bewegt er sich weiter nach hinten oder verfolgt einen gegnerischen Spieler.

Damit kann er dann den Ball entweder selbst erobern oder nach Ballgewinn tiefer angespielt werden und sich dann selbst am Aufbau beteiligen, als unbedingt nur davon zu profitieren. Gab auch Spielsituationen in dieser Saison in denen er nach Ballgewinnen in der eigenen Aufbauphase fast schon zentral stand und das Spiel aus der Tiefe mitgestaltete.

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Paul 9. Februar 2013 um 22:31

Bin irgendwie von Robben enttäuscht :-\. Ich würde nicht sagen, dass er schlecht gespielt hat, im Gegenteil, aber es kommt jetzt schon ziemlich lang einfach nichts mehr „spektakuläres“ von ihm. Natürlich hatte er wenig Spielpraxis und viele Verletzungen. Aber Robben war in der guten Van Gaal Saison vielleicht unter den 3 besten Außenstürmern auf der Welt. Und von dem Status ist er meilenweit entfernt momentan.
Zu Bayern: Finde beeindruckend, wie defensiv stabil diese Mannschaft geworden ist. Das Gegenpressing ist echt geil und seit der Martínez Verpflichtung sind sie noch kompakter. Alaba und Ribéry auf links ergänzen sich großartig, wobei ich mir bei Alaba noch mehr Mut nach Vorne wünschen würde, auch wenn mal wenig Raum da ist, sollte er kreativer spielen und nicht immer nur auf Ribéry oder Dante den einfachen Pass spielen. Die Fähigkeiten hat er jedenfalls.
Schalke war echt scheiße. Mag sein, dass das taktische Konzept in der Theorie gut war, aber bei Schalke fehlt komplett die Agressivität. Wer Mainz gesehen hat letzte Woche weiß was ich mein: Bayern hatte enorme Schwierigkeiten bis zum Müller Tor.

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LH 9. Februar 2013 um 22:50

@ Paul
Meiner Meinung nach ist das System viel weniger auf Aufbau/Kreativität von den Flügeln angelegt, unter Van Gaal erfolgte der Aufbau oft durch den Pass auf den Flügel, vor allem in der ersten Saison agierten die Winger mehr als klassisch in einem 4-4-1-1 standen also bei Ballannahme tiefer, hatten also mehr Platz auf die gegnerischen Außenverteidiger zuzulaufen und so bestimmte Aktionen zu starten die vielleicht spektakulärer aussahen. Heute ist das Bayern Spiel viel flexibler geworden und man ist viel weniger von Soloaktionen eines Robben abhängig.

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HorstGünther 10. Februar 2013 um 01:26

Und das ist auch gut so. Die Bayern waren ja in den vergangenen Jahren und unter van Gaal beileibe nicht schlecht, aber ein Hauptkritikpunkt war auf jeden Fall die zu geringe taktische Flexibilität, es wurde eigentlich immer das gleiche versucht, und sobald Robben und Ribery entweder verletzt, formschwach, oder sehr gut verteidigt waren, hatte man ein Problem.

Aber was die Bayern diese Saison spielen ist wirklich sensationell. Völlige Souveränität, wie im vorletzten Absatz schön herausgearbeitet, kann es sich Heynckes in Ruhe erlauben den Gegner mit anderen Spielern und taktischen Mustern zu überraschen, die Situation mit dem gesperrten Boateng und dem verletzten Badstuber in der Innenverteidigung scheint ja auch absolut im Griff zu sein…

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Paul 10. Februar 2013 um 09:28

@ LH
Hm, stimmt natürlich auch. Mir gefallen seine Bewegungen eh gut, aber ich würde mir einfach mehr Akzente von ihm persönlich wünschen. Wenn kein Raum da ist, also keine Kontersituationen, könnte er trotzdem mal ein 1vs 1 probieren um dann zu flanken oder abzuschließen.
Eine andere Sache die mir bei ihm aufgefallen ist: Robbens große Stärke war sein Abschluss und seine Kaltschnäuzigkeit vorm Tor. Laut Wikipedia hat Robben seit Vertragsbeginn bei Bayern 71 Ligaspiele absolviert, in denen er 40 Tore geschossen hat, was ein sehr guter Wert ist. Momentan fehlt ihm aber auch die Torgefährlichkeit, und zwar nicht erst in dieser Saison.
Könnte man natürlich auch mit fehlender Spielpraxis begründen.

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datschge 10. Februar 2013 um 11:39

@ Paul: Bei diesem Spiel war er an allen Toren aus dem Spiel heraus beteiligt. Sein Heber ging knapp zu weit. Dafür, dass ihm (und Gomez, auch an beiden Toren aus dem Spiel heraus beteiligt) „schlechte Form“ unterstellt wird, spielt er ziemlich gut.

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datschge 9. Februar 2013 um 23:42

Robben spielt viel besser als früher: fluide, mannschaftsdienlich, hat viele hochwertige Torschussvorlagen gegeben, arbeitet inzwischen super nach hinten (bügelt unter anderem Fehler eines Kroos aus). Nur sein Markenzeichen, von rechts nach innen und dann Schuss aufs Tor, macht er kaum mehr. Ist das so schlecht?

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seils 10. Februar 2013 um 00:08

Kann mir gut vorstellen, dass gegen Arsenal die offensiven Außenspieler wieder breiter stehen. Da dürfte Robben – so er denn spielen sollte – wieder mal die Gelegenheit kriegen Spektakuläres zu zeigen. Insbesondere wenn Andre Santos wirklich sein Gegenspieler sein wird.
In diesem Spiel aber zog Heynckes die Außenverteidiger sehr hoch. Dadurch verschoben Ribéry und Robben nach Innen. Dort aber ist der Raum sehr viel dichter und eine Einzelaktion weniger erfolgsverprechend. Außerdem ist ein Kombinationsfluss natürlich sehr viel weniger ausrechenbar, als eine Individualaktion. Insofern sollte es doch freuen zu sehen, dass Robben daran in diesem Maße teilnimmt.
Zu Schalke: Standen die Außenverteidiger nicht zu breit für das Münchener Spiel? Auch die Achter (Jones und Höger) schienen mir tendenziell zu hoch zu stehen. Dadurch verlor der Raum vor der letzten Kette enorm an Dichte und die Passwinkel waren fast durchgehend hervorragend. Arjen Robben (84%) und Manuel Neuer (89%) waren die einzigen Bayernspieler, deren Passgenauigkeit unter 90% lag.

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Paul 10. Februar 2013 um 12:00

@ datschge.
Ich habe Robben überhaupt nicht schlechte Form unterstellt und habe auch schon geschrieben das er nicht schlecht war. Das einzige was ich gesagt habe ist, dass er seine absolute Topform aus dem Jahr 2010 schon lange nicht mehr in allen Belangen abrufen kann. Ich finde generell das Spiel der Bayern in dieser Saison unglaublich gut und Robben nach wie vor einen Spieler mit internationaler Klasse-mehr aber nicht mehr.
Außerdem kann man das Argument mit der erhöhten Flexibilität und den höheren AV nicht zu 100 Prozent verwenden, da Ribery ja trotzdem mit individuellen Akzenten nach vorne glänzt.

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Felix 10. Februar 2013 um 12:11

Ich muss sagen, dass der typische Robbenspielzeug (in die Mitte ziehen, Schuss aufs lange Eck) extrem ausrechenbar war und es nur seiner besonderen Klasse geschuldet war, dass es trotzem häufiger mal funktioniert hat. Dazu war damals das Spiel sehr auf ihn ausgerichtet, bzw hin sehr von ihm ab.
Mittler Weile spielt man kollektiv eben viel stärker und dadurch wird die Mannschaft insgesamt nochmal deutlich besser. Robben scheint in diesem neuen Spiel mit seiner Spielanlage weniger gut zu passen, als es der von dir angesprochene Ribery tut. Eine Veränderung der taktische Ausrichtung wirkt sich auf Spieler unterschiedlich aus. Und solche Änderungen lassen sich auch im Fußball selten auf einen einzelnen Spieler allein zurück führen. Ribery und Alaba harmonieren einfach sehr gut, während Lahm vor sich wechselnde Mitspieler hat und diese anders unterstützt.

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seils 10. Februar 2013 um 13:57

@Paul
„Außerdem kann man das Argument mit der erhöhten Flexibilität und den höheren AV nicht zu 100 Prozent verwenden, da Ribery ja trotzdem mit individuellen Akzenten nach vorne glänzt.“

Die höher – respektive: hoch – stehenden Außenverteidiger verdichten den Raum im Zentrum vor der letzten Abwehrkette. Robbens „signature move“ war es, mit Tempo (also aus der Tiefe) diesen Bereich zu attackieren. Da er nun erstens nicht mehr so tief steht und zweitens nicht mehr so breit, fehlen ihm entscheidende Meter um diese Hochgeschwindigkeitsbewegungen entsprechend (erfolgreich) durchführen zu können. Hinzu kommt, dass der Raum – wie gesagt – dichter ist. Das wirkt sich auf den Trickdribbler Ribéry naturgemäß nicht so gravierend aus, wie auf den Tempodribbler Robben.

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datschge 10. Februar 2013 um 16:43

@Paul: Die Unterstellung war von Taktikneuling u.A., sollte nicht auf Sie gemünzt sein. Finde auch nicht, dass Ribéry „glänzt“, jenfalls tut er das definitiv nicht mehr in der „spektakulären“ Art von früher. Er ist aber außerordentlich mannschaftsdienlich und ruft seine Leistung auf einem selbst für Bayernspielerverhältnisse stabil hohem Niveau ab. Vielen fällt eine mannschaftdienliche Spielweise sonst aber weniger auf, wie man z.B. bei Gomez sehen kann.

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uli 9. Februar 2013 um 21:27

Fehlt bei der Szene aus der 46. Minute ein GIF?

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RM 9. Februar 2013 um 21:43

Nein, das soll nur ein Standbild sein – Kroos ließ sich nach hinten fallen, Martinez ging nach vorne. Das war jener Effekt, den ich in dem Absatz davor erwähne, wo das Aufrücken eines ZM das Zurückkommen eines Offensivspielers ermöglicht.

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I.M.N.Alias 9. Februar 2013 um 21:25

Beizutragen habe ich hier nichts außer Lob: Spielverlagerung.de macht großartige Arbeit, und ein jeder Artikel (gerade und vor allem aber von RM!) wird mit größter Aufmerksamkeit von mir gelesen.
Zu den Bayern kann ich nur das Echo spielen: Beeindruckend.

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LH 9. Februar 2013 um 21:10

Klasse wie schnell eure Analysen immer kommen. Bayern heute mit einer sehr stabilen und souveränen Leistung, vorallem die defensive Stabilität gepaart mit der offensiven Fluidität die du gut im Artikel beschreibst war beeindruckend. Martinez einmal mehr mit einem meiner Meinung nach herrausragenden Spiel.

Denke eher nicht das gegen Arsenal im Aufbau so fluide wie heute agiert wird, wird man diese Saison vermutlich nur gegen schwächere Gegner in nicht allzu wichtigen Spielen sehen ( wenn ich nicht Irre wurde in der Hinrunde gegen Lille in der Championsleague von der Spielanlage her relativ ähnlich gespielt, danach allerdings nur noch sporadisch). Allerdings ergibt sich natürlich der von dir angesprochene Aspekt der „taktischenUnausrechenbarkeit“ für den Gegner. Vielleicht überrascht mich Jupp und wir werden diese Art der Spielanlage noch öfter in der Championsleague sehen. Wird sicher gerade aus taktischer Sicht gegen Arsenal ein sehr sehr interessantes Spiel werden.

Bin sehr froh das du n ein paar lobende Worte für Gomez findest und seine Werte für die Mannschaft im Bezug auf das geschickte okkupieren der gegnerischen IV und sein gutes Rückwärtspressing hervorhebst. der Pass auf Robben war natürlich ganz stark. Hoffe wirklich das Guardiola Gomez eine faire Chance gibt und nicht einfach ein neuer Stürmer gekauft wird. Gerade mit einem so starken Trainer kann Gomez sich vielleicht noch einmal in vielen Berreichen verbessern. Sah man ja bereits in der 2. Saison des Feierbiests.

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