FC Augsburg – FC Schalke 04 0:0

Die Partie Augsburg gegen Schalke war ein 0:0 der besseren Sorte; aber keines der ganz guten.

Schalker Pressing und Augsburger Dominanz

Die Gäste formierten sich mit einem tiefen Mittelfeldpressing in einer 4-4-1-1/4-4-2-Anordnung. Dabei agierten sie in der gegnerischen Hälfte fast ausschließlich mit Ball und beschränkten sich bei der Defensivarbeit auf die eigene Hälfte. Mit diesem Mittel wurde den Augsburgern der Ballbesitz aufgezwungen, womit man eventuell vermeintliche Schwächen des Gastgebers im Offensivspiel nutzen wollte, um schnell kontern zu können. Außerdem gab es eine interessante Spielweise in der Defensive bei Schalke.

Grundformationen zu Spielbeginn

Grundformationen zu Spielbeginn

So wurde beispielsweise Daniel Baier gesondert beobachtet und gepresst. Immer wieder orientierte sich der ballferne Stürmer an Baier, während der nähere in ein loses Anlaufen des Innenverteidigers überging. Kam der Ball dann auf die andere Seite, wurde Baier übergeben und die Rolle des anlaufenden Stürmers getauscht.

Daraufhin reagierte Augsburg beziehungsweise Baier – sogar mit unterschiedlichen Maßnahmen.

Augsburgs Kombinationsspiel

Es gab mehrere taktische Mittel mit denen die Augsburger konterten. Ein wichtiger Aspekt war das Bespielen der Halbräume um Baier herum, was durch den beweglichen Koo und Jan Moravek geschah. Letzterer war wie üblich etwas unkonstant, besserte sich aber nach einer mäßigen Anfangsphase, hatte einige Ballkontakte und gute Aktionen. Koo hingegen war sogar noch stärker, obwohl er in seiner Rolle etwas seltener angespielt wurde.

Er fungierte als Nadelspieler in Engen, kreierte mit seiner intelligenten Bewegung Überzahlsituationen im Mittelfeld und fungierte auch als Raumöffner. Über die rechte Seite mit Philp, welchem von Koo der Raum geöffnet wurde, kamen einige gute Angriffsvorträge. Dies war ein weiteres taktisches Mittel der Augsburger gegen die anfänglich positionsorientiert wirkende Raumdeckung der Schalker: die offenen Außenbahnen wurden offensiv bespielt, die Außenverteidiger fielen einige Male positiv im zweiten Spielfelddrittel auf.

Neben den breiter auffächernden Innenverteidigern, den aufrückenden Außenverteidigern, den spielstarken Moravek und Koo tat auch Baier selbst etwas, um sich freizuspielen. Nach etwa zwanzig Minuten kippte er situativ zwischen die Innenverteidiger ab und konnte sich dadurch freilaufen. Er war somit am Aufbauspiel beteiligt und konnte die Ballzirkulation im ersten Spielfelddrittel stabilisieren – jener Aspekt, den Jens Kellers Mannschaft mit ihrem Pressing wohl attackieren wollte.

Um aber nicht zu wenig Mann vorne zu haben, schob Innenverteidiger Klavan ein paar Mal in die defensiven Halbräume. Außerdem versuchten die Augsburger Offensivspieler dem Spiel Tiefe zu geben. Während Moravek und Koo Räume im Mittelfeld füllten, schoben Dong-Won Ji und Sascha Mölders in die Spitze. Auch Werner versuchte mit einer hohen Position und Bewegung entlang der Linie die gegnerische Abwehrlinie in die Tiefe zu drängen.

Diese Spielweise mündete letztlich zur ersten Halbzeit in einer starken Augsburger Leistung. 5:1 Flanken, 6:4 Torschüsse und 60% Ballbesitz sprachen für den Nichtabstiegsaspiranten.

Interessanter Punkt: die Defensiv- und Pressingbewegungen

Wie erwähnt spielten die Schalker in einem kompakten 4-4-1-1 mit positionsorientierter Raumdeckung. Dabei gab es ein paar Mal ein interessantes Bewegen der Außenstürmer im Pressing. Die Frage ist natürlich, ob dies situativ aus dem Zufall entstand, eine klare Vorgabe war oder das Überbleibsel früherer Pressingorientierungen.

Augsburgs Reaktion auf das Schalker Pressing

Augsburgs Reaktion auf das Schalker Pressing

Auf jeden Fall schoben Jefferson Farfán und Julian Draxler ein paar Mal überaus gut in die Halbräume, anstatt sich an den gegnerischen Außenverteidiger zu orientieren. Dadurch konnten sie Moravek, Koo oder Ji mit einem der Sechser effektiv unter Druck setzen und zwangen sie zu schnellen Rückpässen. Sobald der Pass gespielt wurde, rückte der Schalker Flügelstürmer wieder zurück und deckte die Außenbahn ab, die der Innenverteidiger nicht bespielen konnte.

Mit dieser Spielweise konnten die Schalker in der Mitte in den Halbräumen Druck entfachen, ohne mit einem einfachen Pass ausgehebelt zu werden oder den Zwischenlinienraum durch aufrückende Sechser zu entblößen. Allerdings spielten nicht nur die Schalker taktisch interessant in der Defensive, auch bei den Augsburgern wurde erfolgreich eine interessante Spielweise umgesetzt.

Die Augsburger pressten mit nur einem Stürmer und erst um den Mittellinienraum herum, orientierten sich dabei aber im Mittelfeld etwas anders. Kapitän Daniel Baier sicherte im 4-1-4-1 den Zwischenlinienraum und Zi bildete mit Moravek die Doppelacht. Dabei orientierte sich aber Zi situativ nach vorne und unterstützte bei Bedarf Mittelstürmer Sascha Mölders. Dann rückte Daniel Baier auf und es entstand ein 4-4-2, welches aber nur vereinzelt genutzt wurde.

Außerdem hatten die Augsburger Mannorientierungen der Innenverteidiger auf die beiden Stürmer. Somit wurde der oft zurückfallende Klaas-Jan Huntelaar verfolgt und konnte nicht effektiv in die Halbräume gehen. Dennoch wurde versucht, ihn möglichst bald und schnell an Baier zu übergeben, der dann den Raum mit seinem Deckungsschatten sicherte. Dadurch wollten die Augsburger verhindern, dass offene Löcher in der Abwehr entstanden.

Generell bewegten sich die Augsburger enorm viel in der Defensivarbeit, insbesondere ab Ende des zweiten Spielfelddrittels. Sie übernahmen situative Manndeckungen, versuchten überall Zugriff erzeugen zu können und schoben teilweise den Raum überfallartig zu, um Druck zu erzeugen. Einige Angriffe der Schalker konnten dadurch schnell erstickt werden und Augsburgs Ballbesitzvorteil resultierte nicht nur aus dem geduldigen Ballbesitzspiel, sondern auch dem guten Pressing.

Fazit und taktisches Spielgeschehen

Will man an der Partie als solcher ein großes Manko ausmachen, so war es wohl das Schalker Umschaltspiel in die Spitze. Teilweise war es zu unstrukturiert, zu langsam und nicht kollektiv genug, um wirklich Gefahr zu erzeugen. Die Augsburger konnten dann mit Gegen- oder Rückwärtspressing die Bälle erobern oder noch im letzten Moment die finale Aktion der Schalker durch eine Grätsche oder einen Block unterbrechen.

Dies war Mitgrund für die Nullnummer, neben zwei guten Torwartleistungen und mittelmäßigen Chancenverwertungen. Ansonsten war das Spiel durchaus gut, auch wenn es ab und zu an der nötigen Intensität fehlte. Auffällig war auch das Hin und Her des taktischen Momentum.

In der Anfangsphase waren die Schalker überlegen, dann fanden die Augsburger besser in die Partie. Dies lag vorrangig daran, dass sie die passenden Passmuster fanden (u.a. durch einen zurückfallenden und prallen-lassenden Mölders) und den Ball dadurch kontrollierten. In diese Phase – wo die Schalker auch noch stärker positionsorientiert spielten – fanden Ronny Philps situative Sturmläufe noch am öftesten ihr Ziel.

Gegen Ende der ersten Hälfte und Anfang der zweiten Halbzeit schien Schalke wieder stärker, was auf mehr Zugriff und eine stärkere Mannorientierung im Deckungsverhalten zurückzuführen sein dürfte. Eine solche Umstellung klingt kompliziert, kann aber beispielsweise durch einen einfachen Befehl wie „orientiert euch stärker am Mann“, „Jungs, mehr Zugriff“ oder „enger, sonst gibt’s keine Wasserflaschen mehr“ entstehen.

Danach war es wieder Augsburg, die sich taktisch gut anpassten. Ji spielte horizontaler und Moravek wurde für den etwas defensiveren Kevin Vogt ausgewechselt, welcher Baier konstanter im Aufbauspiel unterstützte. Die Auswechslung des akzeptablen Moravek lag eventuell auch an dem Faktor Ermüdung, denn er war bei seiner Auswechslung der laufstärkste Akteur (8.2 Kilometer in 65 Minuten). Auch Jens Keller reagierte „defensiv“ – er brachte Höger statt Cyprian Marica, um einerseits dem Mittelfeld mehr Stabilität zu geben und andererseits Holtby und Huntelaar höher und womöglich auch auf ihre Idealposition stellen zu können.

Letztlich war es ein gutes und offenes Spiel mit Vorteilen für die Augsburger. Beiden Teams fehlte der der letzte Schuss Intensivität und Torgefahr, um sich ein „Sehr gut“ zu verdienen; dieses dürften aber die beiden Torhüter erhalten.

Magathfan 1. Februar 2013 um 02:33

Diesen Kritikpunkt möchte ich gesondert loswerden, damit nicht mein ganzer Kommentar wegzensiert wird:

Lieber RM,

so ziemlich jeder, der diese Seite schon 2.3 mal besucht hat, weiß, dass du ein gesundes Maß an Fußballsachverstand und Fachwissen besitzt.
Das ist dir hoch anzurechnen, genau wie deine immer intensive Rechercheleistung,

Allerdings bist du stilistisch teilweise unter aller Kanone: Bandwurmsätze, plötzliche Veränderung der ganzen Sinnstruktur im Satz, Verwendung von für den Satz ungeeigneten Wörtern, teilweise umgangssprachlicher Stil.

Ich verstehe, dass ihr den Fans möglichst schnell die Analyse liefern wollt, aber besonders du solltest deine Texte unter Umständen erst am Folgetag veröffentlichen.

Zusätzlich (und ich weiß, es steht mir nichtzu, zu urteilen, ich mache es trotzdem, wer seine Inhalte öffenlich hochlädt, muss auch Kritik abkönnen): Ich habe den Eindruck, dass du ein (Achtung, Euphemismus!) sehr, sehr, sehr selbstbewusster Mensch bist, der große Stücke auf seine eigene Meinung hält. Wie oben angedeutet, nicht zu Unrecht, und um der Standardantwort vorzugreifen, Nein, ich muss diese Seite nicht besuchen, wenn’s mir nicht gefällt, aber allein schon an den beiden flapsigen One-Linern in den Kommentaren hier wird deutlich: Derjenige, der hier schreibt, ist ein respektloser, arroganter [insert expletive of your choice]

Just food for thought.

Antworten

RM 1. Februar 2013 um 09:17

Hallo,

wir zensieren nix weg.

klar, hast du Recht. Allerdings ist es mir aus gewissen Umständen kaum möglich, meine Texte effektiv korrektur zu lesen.

One-Liner? Einmal eine kurze neutrale Erklärung, die anderen beiden waren Insiderwitze mit Leuten, die ich persönlich kenne und keineswegs ernst gemeint. Hast du denn andere unfreundliche oder arrogante Kommentare von mir (,die keine kurzen Begriffserklärungen sind)?

Aber klar, werde mal darauf achten. Ich maße mir allerdings an zu sagen, dass dein vorletzter Satz so ziemlich respektloser ist, als alles, was ich bisher auf Spielverlagerung schrieb. 🙁

liebe Grüße

Antworten

MR 1. Februar 2013 um 09:20

Bist trotzdem n Arsch, Rene

Antworten

firedo 1. Februar 2013 um 09:40

zumindest der stilistischen Kritik, und auch wirklich nur dieser würde ich mich anschließen. Einige deiner Texte , insbesondere aber nicht ausschliesslich die ganz schnell veröffentlichten sind für mich kaum zu lesen. Ich finde das schade, da ich den Inhalt interessant fände aber mich oft nicht zur Mühe durchringen kann die Sätze gedanklich zu entwursten.

Antworten

MR 1. Februar 2013 um 09:18

RM und ich sind gut befreundet, die One-Liner sind in diesem Kontext zu sehen. Und darüber hinaus hast du offenbar den Witz nicht verstanden, der darauf basierte, dass ich eingangs die an ihn gestellte Frage beantwortet hatte.

Antworten

TaunusT 1. Februar 2013 um 10:47

Woher soll denn ein Magath-Fan auch Sinn für Humor haben? 😉

Antworten

rgdgy 1. Februar 2013 um 14:58

Ein Spiel um Macht, Sex, Intrigen und Bandwurmsätze! Fans fragen sich: SV AM ENDE?!

Antworten

Magathfan 1. Februar 2013 um 02:21

Aaaaaaalso:

– Causa Marica: Wenn ich mich recht entsinne, hat Marica genau in den ~90 Tagen, in denen JK beim VfB Interimsträne (ääääh Trainer) war, einigermaßen gut geknipst. Dies könnte eine Erklärung für seine häufige Verwendung sein. Bin mir auch ziemlich sicher, dass das zeitlich zusammenpasst, ich hatte CM damals nämlich in Comunio 😀

– 4-4-2 vs. 4-2-3-1: In meinen Augen sinnlos, mit dem Spielermaterial, welches Schalke hat, ein flaches 4-4-2 zu spielen. Man hat lauf- und kampfstarke 6er, den Wahnsinnsneustädter, jetzt statt Holtby einen neuen 10er in Raffael und zusätzlich Bastos, der über links kommen und Draxler in die Zentrale verdrängen kann. Klar, Bastos und Farfan auf den Flügeln, die einen 2er-Sturm mit Flanken füttern, kann man machen, aber meiner Ansicht nach (und der einiger Vorredner) zerstört so eine Vorgehensweise jegliches Kreativpotential, welches das Zentrum entfalten könnte. Es wäre im Endeffekt ein stumpfes „Winger wird steil geschickt, paced zur Grundlinie und spielt den Ball scharf in die Box“ 0815-Gekicke.

– Grundfehler des 4-4-2, wenn es weiter verwandt wird: Riesenloch im Zehnerraum, welches ein Hunter bspw. nicht ausfüllen kann, da er meistens vorne auf Torchancen zockt. Ein Marica leicht versetzt dahinter beraubt man mit so einer taktischen Vorgabe auch seinen Stärken (Abschluss, Torriecher). Andersrum den Hunter als „verkappte 10“ bzw. 9 3/4 birgt selbiges Problem, außerdem sind beide jetzt keine Pressing- und Laufmonster wie Mario Mandzukic, und auch nicht bis gar nicht kreativ. Anders gesagt, es ist schön, 2 Zielspieler zum Verwerten des finalen Passes zu haben, aber beraubt einen natürlich der Möglichkeit, einen Spieler mehr, der diesen spielt, aufzustellen.

Alternativ kann Keller natürlich auch einen Obasi oder Pukki als Pressingspieler und Lochfüller auf die Zehn stellen, OM hat sowas ähnliches meine ich letztes Jahr mit Valbuena gemacht, welcher natürlich auch technisch für so eine Rolle durchaus brauchbar ist. Bei CO und TP weiß ich das nicht.

Fazit: Jens Keller hat schon beim VfB gezeigt, dass er eine Gurke ist, nun wird er Schalke ungefähr Mitte März an den nächsten Trainer weitergeben, welcher dann von Platz 10 aus den Europapokal angreifen darf.

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KR 29. Januar 2013 um 12:41

Nach diesem eher ernüchternden Spiel und den aktuellen Wechseln, wie würdet ihr Schalke spielen lassen? Bastos und Raffael sind natürlich schwer einzuschätzen. Meint ihr Raffael auf der 10 ist zwingend notwendig um dem Schalker Team wieder mehr Kreativität einzuimpfen? Für mich sind Marica und flaches 4-4-2 keine Option. Sollte man Draxler die 10/hängende Spitze in einem 4-2-3-1 anvertrauen? Mit Bastos auf links, Höger neben Neustädter und dem Rest der Mannschaft wie sie ist, wäre das ein intaktes erfolgsträchtiges Gebilde? Müsste man Draxler, um ihn in seiner Entwicklung optimal voranzubringen, jetzt auf der 10 ranlassen oder sollte man der Mannschaft zuliebe dort Raffael spielen lassen und Draxler weiter die linke flanke bespielen lassen? Papa wird Matip wieder verdrängen? Ayhan ist für die Rückrunde noch keine Option anstelle Uchidas?
Welches System und welche Taktik könnten Schalke jetzt stabil und kokurrenzfähig machen? Welche Strategie würde Huntelaar optimal in Szene setzen?
Ich hoffe inständig auf Antworten, weil ich hier mit niemandem philosophieren kann 😉

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LS 28. Januar 2013 um 12:51

Sehr interessante Analyse. Was mir noch gesondert auffiel war die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen bei Augsburg, was in der Form in der Hinrunde nicht zu beobachten war. Vorallem Ji hebt das Spiel der Augsburger Auf ein höheres Level. Für mich hat dieser die Chance die Überraschung der Rückrunde zu werden. Was man bis jetzt von ihm sah, ist als äußerst überzeugend zu bewerten.

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ES 27. Januar 2013 um 13:14

Eine Frage an RM: Offensichtlich waren die Gäste-AV deutlich defensiver eingestellt als sonst. So fand z.B. das klassische Überlaufen von Uchida über Farfan bzw. Fuchs über Draxler garnicht statt. War das jetzt a) Ausdruck einer generell defensiveren Marschrichtung der AV (als Lehre aus dem Hannover-Spiel) b) systemimmanent im 4-4-2, weil die beiden Innenstürmer schon nach außen ausweichen (Marica hat es ein paarmal bis an die Grundlinie gebracht), und weil im Mittelfeld die Leute fehlen, um einen vorrückenden AV abzusichern c) Ergebnis irgendeiner tollen Taktik der Augsburger ?

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MR 27. Januar 2013 um 13:44

Ich antworte mal für den Kollegen. Ich denk, das lag daran, dass der Aufrückmoment einfach nicht gegeben war. Üblicherweise rücken die AV ja nach, wenn der Ball im Mittelfeldzentrum ankommt oder hinterlaufen bei Flügel-Ballbesitz. Da Schalke aber fast nur mit langen Bällen auf die Stürmer aufbaute und die Angriffe oft einfach sehr sehr kurz waren, gab es das Aufrücken nicht zu sehen. Wenn es möglich war, wurde es es mE auch gemacht von den Schalkern.

Antworten

RM 27. Januar 2013 um 16:35

Das sehe ich ganz anders.

Antworten

TW 27. Januar 2013 um 16:41

…und wie?

Antworten

RM 27. Januar 2013 um 16:44

Ich denke, dass der Aufrückmoment einfach nicht gegeben war. Üblicherweise rücken die AV ja nach, wenn der Ball im Mittelfeldzentrum ankommt oder Hinterlaufen bei seitlichem Ballbesitz. Da Schalke aber fast nur mit langen Bällen auf die Stürmer aufbaute und die Angriffe oft einfach sehr kurzweilig waren, gab es das Aufrücken nicht. Wenn es möglich war, wurde einige Male auch praktiziert.

So sehe ich das.

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ES 27. Januar 2013 um 17:47

Da sieht man mal, dass die Welt des Fußballs doch komplizierter ist und es nicht immer nur eine Deutung gibt. Vielen Dank für den kontroversen Disput!

Antworten

RM 27. Januar 2013 um 18:18

Das sehe ich nicht so.

Antworten

Konsti 27. Januar 2013 um 10:50

Ich kann leider garnicht alle Beitraege auf einmal beantworten, die mir gefallen haben. Ich sehe es naemlich wie die Mehrheit. Ich muss der Fairness halber sagen, dass ich die Spiele in Qatar nur auf 90elf hoeren kann.
Meiner Meinung nach war das ein fauler Kompromiss Kellers. Ich habe das Gefuehl er stellt persoenliche Sympathien zu Marica ueber den Erfolg des Teams, als wuerde er sich erhoffen, dass Marica zum absoluten, Pfeiler dieser Mannschaft wird. Denn dadurch, dass er Hoeger statt Marica aus der Startelf genommen hat, hat er die mannschaft all ihrer vorigen Pfeiler beraubt. Er hat mit dieser taktischen Massnahme das komplette Schalker Mittelfeld lahmgelegt. Und ich hatte so gehofft, dass in der Abwesenheit Jones‘ sich Hoeger in der Mannschaft festspielen kann. Durch diese Umstellung, hat Keller Schalke die Mittelfelddominanz genommen. Statt ein kreatives, komibnationsstarkes Mittelfeld gegen den Abstiegskandidaten aufzustellen, dass dann den 1-Mann-Sturm (Huntelaar o d e r Marica) mit Baellen fuettert, hat er sich fuer ein flaches 4-4-2 entschieden, und dieses durch Holtby in der defensiven Rolle auch noch destabilisiert. Keller hat sich damit auf ein Kampfspiel eingelassen, und Schalke auf die Fluegel gezwungen. Er ist damit das Risiko eingegangen die Schalker Offensivakteure ihrer individuellen Ueberlegenheit zu berauben und war wohl aufgrund des grossen Willens und des Kampfgeistes der Augsburger unterlegen.
Ich denke Schalke haette mit Hoeger auf der 6, holtby auf der 10 und Huntelaar im Sturm ueber Dominanz und Fluiditaet im Mittelfeld Augsburg an die Wand gespielt. Mit bewaertem 4-2-3-1 System und bewaertem Personal (Hoeger! ob Marica gegen Hannover staerker war als Huntelaar es gewesen waere??).
Meine anfangs genannte Befuerchtung: Wenn Keller Marica wirklich so stark sieht, muss er ihn fuer Huntelaar in der Startelf lassen. Da hatte er vielleicht Angst vor Namen und Umfeld. Das hat er sich nicht getraut und damit Draxler, Holtby, Huntelaar und Marica in suboptimale Positionen gebracht. Er hat unsere Kombinationsstaerke aufgegeben und Augsburgs Kampf angenommen.
Das stimmt mich traurig, denn entweder liege ich voellig daneben, wir haben einen taktisch-analytisch schwaechelnden Trainer oder einen, der vor unpopulaeren Entscheidungen zurueckschreckt und das Team lieber mit Kompromissen vor die Wand faehrt.

Seine wechsel sind mir auch vollkommen unverstaendlich. Pukki, Raute, Barnetta und Raffael waeren sinnvolle Konsequenzen gewesen.
Hoeger spaet zu bringen hatte fuer mich zumindest offensiv gesehen kaum noch Potenzial. Vielleicht laesst es darauf schliessen, dass er seinen Fehler in der Aufstellung eingesehen hat. Aber mit einem Jones der einen Stammplatz fordert fuerchte ich, dass eine grosse Chance verpasst wurde Hoeger in der Startelf zu etablieren. Stand heute haette ich lieber Stevens als Keller auf der Bank.

Ich freue mich auf Feedback, wie gesagt habe ich das Spiel nur gehoert.

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LdB 27. Januar 2013 um 07:05

“enger, sonst gibt’s keine Wasserflaschen mehr”
😀 😀 😀
da hätte doch Magath wieder einen Verein ^^

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ES 26. Januar 2013 um 21:19

Noch ein Nachbrenner: Wieso bringe ich dann in den letzen 12 Minuten Höger? Um das 0:0 zu halten? Kann nicht im Ernst so sein. Wenn das 4-4-2 so eine tolle Idee ist und der Marica, sagen wir mal, genug gelaufen ist, dann bringe ich doch den Pukki, der dann das Wechselspiel mit dem Hunter macht. Oder war es doch eine blöde Idee, und korrigiere ich das dann in der 78.! Minute! Verstehe es nicht.

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AP 26. Januar 2013 um 21:13

Hey RM welchen Sinn hatte das Ganze mit Baier? Was wollte Schalke damit erreichen… ? Und man konnte von Augsburg es doch erwarten, dass Sie sich schnell anpassen. Mir erschließt es sich nicht was das aus einem 4-4-2 bringen sollte.

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ES 26. Januar 2013 um 21:10

Danke, wieder gute Analyse, dieses Wechseln von Huntelaar und Marica beim Pressen war in der Tat auffällig, wirkte aber im Spielgeschehen etwas konstruiert und hölzern. Am Ende hat es zu keinem gescheiten Zugriff geführt, die Augsburger hatten für einen potentiellen Zweitligisten gegen einen potentiellen CL-Ligisten viel zu viele Chancen und Übergewicht im Mittelfeld. Umschaltspiel war schlecht, ja, vielleicht auch weil ein Höger da gefehlt hat (z.B. 2;0 gegen Dortnund). Keine Ahnung, was JK gegen Höger hat. Aber sagen wir mal vereinfacht, dass Holtby auf der 6 auch nicht besser ist als Höger, dann hat er effektiv Holtby als 10er gegen Marica als zweite Sturmspitze ersetzt. nichts gegen Marica, der. deutlich weniger grottig spielt als am Anfang der Saison. Aber wenn ich den Schlsselspieler des letzten Spiels faktisch aus dem Spiel rausnehme, was glaube ich denn dadurch zu erreichen? Noch ein Wort zum Umschalten: Keiner der beiden IVs ist da im Moment hilfreich. Höwedes scheint das Fußballspielen gerade völlig verlernt zu haben (bei aller Stärke in der Devensive), und Matip, der es von seinem fußballerischen Vermögen könnte, ist wegen seiner regelmäßigen Aussetzer (auch der besten Chance der Aburger, dem Pfostenschuss, ging wieder mal ein Bock von Matip voraus) zu sehr verunsichert. Positiv immerhin, dass wie richtig bemerkt, die TW-Leistung diesmal stimmte.

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blob 26. Januar 2013 um 19:42

Ist der Wechsel von 4231 auf 442 vielleicht schon ein Vorgriff auf einen unmittelbar bevorstehenden Abgang Holtbys? Schließlich hat Schalke neben ihm keinen zweiten „richtigen“ Zehner für ein 4231.

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AP 26. Januar 2013 um 21:14

Rafael?

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ES 26. Januar 2013 um 21:21

Wenn es ein Vorgriff ist, dann lasse ich Holtby draußen.

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blub 26. Januar 2013 um 17:52

Keller hat es heute geschafft meine Erwartungen zu untertreffen. Und das ist ganz schön schwierig.

Vorausgesetzt ich komme auf die Idee das ich den DM Baier abdecken muss, fällt zumindest MIR zuerst Holtby ein (laufstark und so) und nicht ein 442. Vor allem weil dann Höger neben Neustädter spielen kann.

Imo lag der bessere Schalker zugriff am Ende daran das man 3 Spieler in der Zentralen hatte und nicht nur 2. SOr ichtig hab ihc den zugriff von högers einwechslung nicht gesehen.

Antworten

Max 26. Januar 2013 um 18:18

Hallo erstmal, ich bin seit kurzem aktiver Leser dieser Seite und sie gefällt mir ausgesprochen gut. Ein Lob an dieser Stelle!
Nun zur Sache
Stimm ich dir 100%ig zu blub. Von dem hier im Artikel angesprochenen Mittelfeldpressing habe ich relativ wenig gesehen. Wie denn auch bei einem 4-4-2 wo man im Zentrum nur zwei 6er hat und die beiden Stürmer völlig unkoordiniert die IV anlaufen. Ok im Artikel wird gesagt ein paar Mal haben Draxler und Farfan geschickt die Halbräume zugestellt, aber das war wie gesagt nur ein paar Mal und meiner Meinung nach eher Zufall als von JK so eingestellt.
Schalke kann in einem 4-2-3-1, mit Höger neben Neustädter und Holtby auf der 10 so stark sein. Die Krise, die unter Stevens keine war, (wurde hier in einem Artikel schön beschrieben) wird nun meiner Meinung nach kommen.
Ich halte zwar wenig davon nach drei Spielen schon über einen Trainer zu urteilen, aber ich sehe bei ihm so gut wie gar keine taktische Finesse.

Antworten

RM 26. Januar 2013 um 18:20

Tiefes Mittelfeldpressing = Attackieren innerhalb der eigenen Hälfte. Das gab es schon; wie aggressiv und effektiv das umgesetzt wurde, darf jeder selbst beurteilen.

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