CF Malaga – FC Barcelona 1:3

Die beste Offensive gegen die beste Defensive Spaniens – Barcelona, der Tabellenführer, gegen Malaga, die Überraschungsmannschaft der laufenden Saison in der Champions League. Spielverlagerung blickt kurz zurück auf ein paar interessante Aspekte, vorrangig das Pressing und Offensivspiel betreffend.

Malagas Pressing

Wir beginnen dabei mit den Gastgebern und letztlichen Verlierern. Malaga konnte in dieser Saison bereits im Spiel gegen Valencia unser Interesse erwecken und uns Lob entlocken; trotz der relativ klaren Niederlage gegen Barcelona stehen wir dazu, denn selbst gegen den Branchenprimus schlugen sie sich wacker. Insbesondere ihre Asymmetrie im Pressing wusste dabei zu überzeugen. Hierzu sehen wir uns, dank laola1.tv und deren Bildrechten, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, ein paar Szenen an.

Nominell begann Malaga nämlich in einer Art 4-4-1-1/4-2-3-1, in welchem Joaquin auf rechts sehr fluid und invers spielte und Eliseu auf links eher diagonal und vertikal agierte. Isco war dabei zentral hinter Santa Cruz der Nadelspieler und Mann für das Kreative. Von dieser Formation wurde aber im Pressing stark abgewichen und über weite Strecken wurde in einem asymmetrischen 4-3-3 gepresst.

4-3-3 asymmetrisch

4-3-3 asymmetrisch

Wie hier gut zu erkennen ist, schiebt Eliseu in die Tiefe, orientiert sich an der nominellen Doppelsechs, bestehend aus Ignacio Camacho und Jeremy Toulalan, während Joaquin höher spielt. Er bildet auf rechts einen Außenstürmer, während Isco sich situativ neben Santa Cruz orientiert. Bereits einmal haben wir dabei von einer veränderten Zahlenkombination gesprochen: einem 4-l2-r2. Dies bedeutet schlichtweg, dass  es eigentlich zwei Sechser gab, wo sich links einfach ein Außenspieler anschloss und das Gleiche seitenverkehrt bei dem Sturmduo praktiziert wurde.

4-3-3 asymmetrisch

4-3-3/4-3-2-1 asymmetrisch

Auch in dieser Situation erkennt man es relativ eindeutig. Santa Cruz spielt jetzt klar als alleiniger Mittelstürmer, doch Isco und Joaquin agieren beide höher als die anderen nominellen Mittelfeldspieler. Eliseu ist außerdem eingerückter, als Joaquin. Nun könnte man dahingehend argumentieren, dass dies bloß ein Herausrücken des ballnahen Außenspielers ist, weswegen dann ballfern der Außenspieler stärker als üblich einrückt. Hierzu gibt es ebenfalls eine Vergleichsgrafik für einen Barcelona-Angriff über deren rechte Seite.

4-3-3 bei Barcelona-Angriff über rechts

4-3-3 bei Barcelona-Angriff über rechts

Das asymmetrische 4-3-3/4-3-2-1 ist jetzt sogar deutlich stärker und extremer zu erkennen, denn auf rechts fehlt der Außenspieler komplett. Erst wenn Barcelona weit in Malagas Hälfte stieß, ließen sich Joaquin und auch Isco nach hinten fallen, falls die Zeit dazu blieb.

4-4-1-1

4-4-1-1

In dieser Szene spielt Barcelona höher und ließ den Ball dort zirkulieren. Bereits zuvor gab es einen Abschluss und nun war der Ball abermals in den Reihen der Katalanen. Malaga stand in einem 4-4-1-1 dar, wo Isco vor der Mittelfeldviererkette positioniert war. In dieser Szene ist übrigens explizit das folgende Abwehrverhalten von Joaquin zu loben, denn als Alba (nicht im Bild) aus der Tiefe startet und hineinsprintet, läuft Joaquin vertikal Richtung Auslinie und hinter die Abwehr, wodurch er rechtzeitig eine gefährliche Anspielstation blockt.

Nun stellt sich die große Frage, wieso Malaga über lange Zeit so asymmetrisch agierte. Mir fielen dabei mehrere logische Gründe ein, die ich hier kurz auflisten möchte:

  • Man wollte Lionel Messi die rechte Seite versperren. Anstatt ihn bei seinen berüchtigten Läufen von rechts, wohin er sich gerne fallen lässt, zu stoppen, lockt man ihn generell in andere offene Räume und versucht die von ihm ausgehende Gefahr zu beschneiden oder zumindest berechenbarer zu machen.
  • Es wurde bereits die Aufstellung Iniestas als linkem Außenstürmer erwartet und mit dieser Formation wollten sie einen erwarteten Aspekt im Spiel Barcelonas nutzen; nämlich, dass Iniesta hereinrückt und Alba die Breite alleine geben muss, was ihn ungleich weniger gefährlich macht. Außerdem konnte dann Joaquin nach Ballgewinnen sofort die Schnittstelle attackieren. Falls damit gerechnet wurde, dann passte sich Barcelona vergleichsweise gut an: sie ließen die Außenbahn zwar gelegentlich verwaisen, hielten aber auch in Engen den Ball und situativ wich einer aus Fabregas oder Iniesta auf die Seite.
  • Man spielt bevorzugt mit dieser Asymmetrie, um Joaquin und Isco für das Zocken freizumachen, solange sie nicht zwingend hinten benötigt wurden und/oder die Distanz zu groß wurde. In gewisser Weise ergibt das, auch in Anbetracht der vorherigen Erklärung, viel Sinn, denn sie konnten dadurch schnell umschalten und hatten sofort drei Anspielstationen, die entweder den Ball starr behaupten (Santa Cruz bei langen Bällen als primärer Referenzpunkt in der Tiefe) oder ihn sofort verarbeiten und mitnehmen können (Isco und Joaquin).

Ein weiterer Grund könnte das Pressing selbst betreffen. Dazu gibt es natürlich noch ein paar Szenen.

Szene #1

Szene #1

Szene #2

Szene #2

Was fällt uns Spielverlagerern auf? In beiden Szenen wird Sergio Busquets zumindest ansatzweise von Isco abgedeckt. Dieser konnte somit nicht als primärer Ballzirkulator agieren und Barcelona sollte sukzessive nach Außen gelenkt werden. Santa Cruz und hauptsächlich Joaquin entfachten nur dann Druck, wenn sie schnell auf die gegnerischen Innenverteidiger Zugriff erhalten konnten oder die gegnerischen Zentralen in ihren Deckungsschatten nehmen konnten.

Aber Barcelona wäre nicht Barcelona und das Ergebnis kein 1:3, wenn das geklappt hätte.

Busquets‘ Entwicklung und Barcelonas Stärke

In der Anfangsphase fiel Busquets noch zwischen die Innenverteidiger ab, aber das kam später kaum noch vor. Stattdessen wich er in Halbräume aus und öffnete Räume für Xavi und Co. oder machte sich selbst in just diesen Räume frei. Die Frage ist natürlich, ob er dies auch so einfach und gleichzeitig erfolgreich bei anderen Vereinen hätte praktizieren können.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Oftmals kamen sehr knappe und scharfe Pässe in den Fuß oder lose Pässe in freie Räume durch enge Schnittstellen, wodurch Malagas Pressing ausgehebelt wurde und der Ballbesitz trotz Druck gehalten werden konnte. Natürlich ist dies eine gefährliche Spielweise, die aber dank der Präzision und Intelligenz Barcelonas sehr gut funktionierte. Einige Male kamen sogar starke Pässe, wo sich Isco von einem Spieler zum anderen orientierte, in jenen freien Raum, der kurz beim Übernehmen entstand.

Neben dieser Stärke Barcelonas sollte dennoch an diesem Abend Sergio Busquets noch einmal gesondert gelobt werden. Bei aller Konstanz Xavis, Brillanz Iniestas und Messis Messihaftigkeit war doch der lange Busquets der beste Mann auf dem Platz. Herausragend im Abfangen von Angriffen, genial und beinahe fehlerlos im Passspiel sowie mit einigen guten raumnutzenden Dribblings und Bewegungen.

Joaquins Rolle

Da wir nun Barcelonas interessanteste Spielweise erörtert haben, kommen wir noch kurz auf Joaquin zu sprechen. Einmal mehr zeigte er sich überaus beweglich, rochierte ein paar Mal auf links und hatte generell eine freie Rolle. Von seiner nominellen Position als Rechtsaußen rückte er dabei sehr oft in die Position des Mittelstürmers. Diese Laufwege hatte auf der anderen Seite auch Pedro, der sich einige Male ebenfalls nach vorne schob, insbesondere um Messis Zurückfallen zu kompensieren und die gegnerische Abwehr von einem schnellen einfachen Auf-/Nachrücken abzubringen.

Allerdings kamen zu Joaquins Laufwegen noch einige horizontale Läufe bis auf den linken Flügel hinzu, was in gewisser Weise an Alexis Sanchez‘ frühere Rolle bei Barcelona erinnerte. Dieser schob als Rechtsaußen horizontal über den Platz, startete immer wieder Vertikalläufe und lief dann horizontal weiter; eine sehr sprintintensive Rolle, die womöglich auch Joaquins phasenweise defensive Entlastung erklären könnte. Langfristig wird zu sehen sein, ob sich solche Spieler bei mehreren Vereinen durchsetzen können; und ob der horizontale Läufer auch in anderen Bereichen ein taktisches Mittel werden könnte.

Die Tore – mit Fokus auf dem 1:0

Das erste Tor gefiel mir besonders – weil es zeigte, dass man eben nicht „unter Druck einfach zum Torhüter zurück“ spielen soll. Dieses Motto wurde versucht mir einst einzutrichtern, als ich in einer Ballbesitzmannschaft hätte spielen sollen. In diesem Beispiel auf höchstem Niveau schlug es fehl, weil es eben kein genereller Ratschlag, sondern ein Motto war – der Kopf schaltete sich kurz aus.

Messi presst, es steht noch 0:0

Messi presst, es steht noch 0:0

Messi presst und versperrt etwas den Weg auf die linke Seite, wo ohnehin Xavi Zugriff gehabt hätte. Caballero schlägt weit ab. Dort kommt der Ball nach etwas Flipper zu einem Malaga-Spieler, der von Iniesta unter Druck gesetzt „einfach nach hinten“ spielen möchte.

 

Malaga hat den Ball, es steht gleich 0:1

Malaga hat den Ball, es steht gleich 0:1

Jeder darf raten, was nun passiert ist.

Beim zweiten Treffer fehlte dann der Druck auf Messi im Mittelfeld, wo er einen seiner oft gespielten Raumpässe hinter die Abwehr spielte; etwas gelobbt und angeschnitten. Das 3:0 war dann ein weiteres spielerisches Highlight, wo sich Thiago auf der Seite mit einem leichtfüßigen Dribbling durchsetzte und Messi als Wand für einen Doppelpass nutzte, welcher sofort mit einem Schuss von 18 Metern gefolgt wurde. Ein schöner Freistoß von Joker Buanonotte besorgte letztlich den Entstand.

Fazit

Ein gutes Spiel zweier spielerisch starker Mannschaften mit vielen Angriffen, relativ wenigen klaren Chancen und einer Glanzleistung des FC Barcelona sowie Sergio Busquets. Die taktischen Maßnahmen wurden von Barcelona gut neutralisiert und es gab einen verdienten Sieg, der unter Umständen sogar hätte knapper ausfallen können.

Für alle, die Proxtube oder ähnliches haben, soll es beim Account von AllasFCB, nämlich hier, ein paar schöne Ausschnitte vom Spiel geben. Ebenso wie natürlich auf laola1.tv in etwas kompletter.

CF 17. Januar 2013 um 15:01

Kommt eigentlich noch eine Analyse zum zweiten Spiel zwischen Málaga und Barca. Habe mir beide spiele angesehen und ich fand das die Spielweise doch sehr Unterschiedlich war,würde mich über eine zweite Analyse und die Vorteile beider Spielweisen freuen.

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blub 16. Januar 2013 um 23:34

So das spiel ist grade eben 2:2 ausgegangen.
Man könnte einwenden es lag an Song, aber Barca hatte im ganzen zweiten Durchgang so gut wie keine Torchance und Malaga hat die einze Chance halt genutzt.
Und Song vorzuwerfen das er nicht Busquets ist, wäre unfair.
Nur Busquets ist Busqutes und für einen relativen neuzugang hat Song sich ganz gut bewegt im Barca korsett.

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Tank 16. Januar 2013 um 23:40

Es lag nicht an Song. Er war einer der besten auf dem Platz. Es lag an der ganzen Mannschaft. Fand Malaga eher schwächer als am Wochenende. Nur war Barca noch viel schwächer… statisch, ideenlos, ängstlich und ohne den richtigen Einsatzwillen…das war richtig schlecht.

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CF 17. Januar 2013 um 15:09

Würde schon sagen das es an Song lag. Erst in der zweiten Halbzeit gefiel er mir besser weil er sich oft zwischen die Innenverteidiger hat fallen lasse. Auch nur durch Songs Spielweise hatte Málaga überhaupt die Chance Barca solange zurück zu halten. Die Mitte war meistens offen da Málaga probierte die Halbräume dicht zu machen.

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Herrring 15. Januar 2013 um 23:49

Busquets hat nur eine Schwäche..er spielt für Spanien 😀

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Goldi 15. Januar 2013 um 20:45

Klasse gemacht wie immer.Bezüglich Busquets absolut richtig wie ich finde, was mir noch aufgefallen ist, dass Barcelona wie es scheint ihre beste Aufstellung gefunden hat.Kann man sich natürlich drüber streiten, aber momentan scheinen sämtliche Verletzungsprobleme im Vergleich zu den letzten Jahren wie ein Wunder weg zu sein.Pique scheint sich gefangen zu haben, und erstmals gibt es auf beiden Flügeln fast gleichermaßen Fluidität und spielerische Harmonie. Mit Messi/Alves und auch Pedro auf rechts ist das ja nichts Neues, aber wie bereits von euch oder Tank erwähnt, ist Albas Einfluss auf Iniestas und Fabregas‘ Harmonie auf links wahrscheinlich nicht hoch genug einzuschätzen. Cesc und Andres gefielen mir wirklich besonders gut am Sonntag, auch erfreulich dass Cesc seine Form nach der Verletzung beibehalten konnte.

Für die Busquets Fans zum Dessert: perfekte Ballan/mitnahme, Antizipation und rationaler Fußballverstand – die eminenten Bestandteile des modernen Fußballs vereint in einer Szene?

http://www.youtube.com/watch?v=DwsRnI1Mklo

Gibts vielleicht ja echt :))

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Padh1j0 15. Januar 2013 um 16:28

klasse Analyse, RM ! Mir fiel auf, dass so ab der 2. HZ Fabregas mehr auf den linken Flügel ging, aber nicht wie gewöhnlich um durch Rochaden diesen Raum zu besetzen, sondern um mit Iniesta zusammen diesen Raum zu beackern. Dies könnte eine Reaktion auf die besagte Asymmetrie von Malaga sein.

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fluxkompensator 15. Januar 2013 um 13:57

hallo, erst einmal vielen dank für die gute analyse; sehr gut strukturiert und angenehm zu lesen.

mich beschäftigt die rolle eliseus im defensivkonzept malagas. inwieweit seht ihr darin auch eine maßnahme gegen das spiel dani alves‘ (in kombination mit pedro und klarerweise auch messi, der ja angesprochen wurde)?

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Billy 15. Januar 2013 um 10:42

Ich finde das Bildmaterial mal wieder klasse!

Vielleicht könntet ihr, wie in den ersten Bildern schon geschehen noch häufiger die Spielernamen ergänzen? Mach tdas Lesen wesentlich einfacher und übersichtlicher.

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blub 15. Januar 2013 um 10:31

Ich habd as spiel nur so nebenbei verfolgt, aebr ich fand Malaga wirklich gut.
Gegen Iniesta+Fabregas ist es nunmal nicht spassig zugriff zu bekommen.

Toulalans Rückpass war relativ glücklich für Barca, sie waren überlegen aber nicht wirklich zwingend was Torchancen angeht, Malaga kam da immernoch gradso dazwischen, geschwommen sind sie aber auch nicht.

Die deutliche Überlegenheit geht in der Tat aus Busquets zurück, der alle Chnacne abgefangen hat bevor sie gefährlich werden konnten. (wenn er sich so weiter entwickelt erricht er irgendwann Benders Niveau 😛 )

Schade das malaga die wenigen Standardsituationen vergeben hat, da war noch potential für ein noch besseres Spiel.(wenn Bremen oder Barca hinten liegen sind das die interessantesten Spiele)

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LdB 15. Januar 2013 um 11:15

endlich mal jemand, der Bender genauso sieht wie ich 😀
War schon kurz davor meinen rosa eingefärbten Blick auf die Statistiken im Roman Neustädter Artikel (http://spielverlagerung.de/2012/12/10/roman-neustadter-eine-spieleranalyse-und-vergleich/) nochmal deutlich zu machen. Bender so ziemlich überall im ersten Drittel ohne zu überragen.
btw welcher Bender? Ich vermute mal Sven „Chuck“ Bender, da er eher fürs zerstören bekannt ist als Lars.

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blub 15. Januar 2013 um 12:34

ist das in diesem Kontext nicht völlig egal?^^

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LdB 15. Januar 2013 um 13:42

auch wieder wahr. in dem zusammenhang meine absolute Lieblingsbeschreibung der Benders:

„Es war einmal vor langer Zeit, genauer gesagt vor 22 Jahren, in einem fernen Freistaat.
Dort bekam das wackere und brave Ehepaar Bender vom König den Auftrag, der Welt zu zeigen, aus was für einem Holz die Menschen in diesem Freistaate geschnitzt sind. Sie sollten in die tiefsten Wälder gehen, den härtesten Baum finden und daraus drei Kinder schnitzen. Zwei Buben und ein Mädel. Sven, Lars und Chuck-eline geheißen.
Die Benders packten Wasser und Brot in ihren Proviantbeutel und machten sich sofort auf die Suche. Weit, weit im tiefen Wald fanden sie einen Specht mit verbogenem Schnabel. Voller Sorge und Mitleid fragen sie ihn, wie ihm das passieren konnte. Der Specht erzählte ihnen vom Baum mit dem härtesten Holz der Welt, den kein Specht jemals zerhacken könnte. Die Benders waren ganz aufgeregt und baten den Specht, ihnen den Weg zu zeigen, was er auch tat.
Zwei Tage später fanden sie ihn. Gut gewachsen und so hart, dass nicht nur Spechtschnäbel, sondern auch menschliche Beine unweigerlich daran zerbrechen mussten. Leider war der Baum gerade einmal vier Meter hoch, so dass es nur für Sven und Lars reichte. Heimlich waren die Eltern sogar ganz froh darüber, weil sie keine Ahnung hatten, wie sie ein Mädel mit dem Namen Chuck-eline jemals unter die Haube kriegen sollten…“

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Herrring 15. Januar 2013 um 02:30

So mein 1. Kommentar auf dieser Superseite….

ich habe zwar nur die 1. Hälfte des Spiels gesehen und ich teile deine Ansichten von dem Spiel, aber soo chancenlos war Malaga doch nicht, wie ich finde.
Ich kann mich an 1, 2 Situationen erinnern wo sie sich verdammt aussichreiche Chancen erspielen aber als der richtige Moment kam um abzuschliessen merkte man förmlich wie der Respekt für Barcelona mitspielte, oder sie legten einmal zu viel ab.
Was ich damit sagen möchte ist eigentlich, ich finde wenn Malaga öfters gegen Barcelona antritt könnte ich mir sogar Duelle auf Augenhöhe vorstellen…wie mit Madrid-Barca (letze Saison)…Madrid spielte immer mehr „ihr“ Spiel letzte Saison und mit jedem Mal sah es eigentlich besser aus gegen Barcelona.

Wenn Malaga ihr Kurzpassspiel besser organisiert, sprich mehr Anspielstationen kreirt und noch mehr mit Schneid spielt ist sicher mehr drin als ein 1:3, wenn das 0:1 nicht durch so einen blöden Rückpass entsteht sieht das Spiel auch ganz anders aus.
Klar wie du sagtest tolles Pressing von Barcelona in der Situation aber du sagst ja auch selber Malaga darf den Rückpass nicht als „Allzweckmittel“ sehen, von daher geht das mehr auf Malagas Kappe…

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RM 15. Januar 2013 um 08:47

Hallo!

Danke für den Kommentar. Bin da über weite Strecken bei dir. Bezüglich Malaga: Schade, dass mein Lob nicht klar wurde. Im Fazit schreibe ich bspw. „Die taktischen Maßnahmen wurden von Barcelona gut neutralisiert und es gab einen verdienten Sieg, der unter Umständen sogar hätte knapper ausfallen können.“ – ein 1:2 oder 2:3 wäre mMn passender gewesen.

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Tank 15. Januar 2013 um 13:19

Klar war Malaga gut, aber man darf auch nicht vergessen, dass Barcelona so ab der 75. Minute oder so extrem viel Platz hatte und noch 2-3 Tore hätte machen können. Okay, haben sie nicht, aber das könnte auch daran liegen, dass man (besonders nach dem 3:0) nicht mehr mit letzter Entschlossenheit aufs Tor gegangen ist.

Nun kann man argumentieren, dass Malaga hinten nicht offener geworden wäre, wenn sie nicht das doofe 0:1 kassiert hätten. Möglich, aber es fällt auch auf, dass sehr viele Barcelona-Gegner, unabhängig vom Spielstand, eine schlechte letzte Viertelstunde haben. Sehe das Spiel daher ein wenig anders. 3:0 oder eben das 3:1 sind meiner Ansicht dem Spielverlauf angemessen.

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RM 15. Januar 2013 um 13:25

Nun ja, am Anfang hatte Malaga die eine oder andere nette Chance. Am Ende stand es 2:4 bei den Torschüssen und 7:12 insgesamt. Womöglich wäre ein 0:2 wohl das beste Ergebnis gewesen – Barcelona war defensiv bis auf paar Sachen eigentlich ziemlich gut und Malaga ebenfalls, Barcelona dafür offensiv und im Passspiel ungleich besser.

Und ich stimme dir übrigens nicht zu beim „besten Iniesta“, ebenso wenig bei Messi. Ach ja, du hast eine Mail – da kann man sich dann eventuell über Sachen unterhalten.

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Tank 15. Januar 2013 um 14:45

Ah, da bin ich gespannt drauf. Über Messi kann man sicher reden, er ist halt immer so so gut, das Vergleiche schwer fallen. Aber Iniestas aktuelle Form bin ich bereit bis zum bitteren Ende zu verteidigen. 😛

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AP 15. Januar 2013 um 15:56

bitte den Dialog hier weiterführen…

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M 15. Januar 2013 um 22:32

jaaa
ich fänd die Standpunkte und Argumente auch sehr interessant.
Verschiedene Wirkungsweisen Messis also?
Bzw verspricht das ja in der Tat n bisschen ausführlicher zu werden.
Vielleicht kann man das gar in Form eines Interviews machen?
oder noch besser:
ein Gespräch als (zwischendurch Party-)Podcast!

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RM 15. Januar 2013 um 22:51

Lustig: wir haben gerade den Podcast aufgenommen. Sogar zwei mit dem werten Herrn Tank, einen sehr philosophischen (wo es nicht um Barcelona geht) und einen zu Barcelona, der an Teil 1 anknüpft. Mal sehen, wann die kommen, wshl. nächste Woche, vielleicht früher.

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M 15. Januar 2013 um 23:15

topmann!

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Tank 15. Januar 2013 um 00:37

Ah, habe gehofft, dass ihr das Spiel covered. War auch ein echter Leckerbissen. Malaga hat in meinen Augen ziemlich vieles ziemlich gut gemacht. Sie haben mit Hirn gepresst, also ohne sich frühzeitig zu verausgaben. Sie hatten eine gewisse Härte in vielen Aktionen, haben aber nur selten Gelb würdig hingelangt. Und nach vorne haben sie ihren Flachpassstil erstaunlich diszipliniert beibehalten und ein hohes Maß an Eingespieltheit gezeigt.

Aber hat alles nix genützt. Ihr macht das am Beispiel des Pressings ja schon gut deutlich: Malaga hat es tatsächlich geschafft, die Räume eng zu machen. Viel mehr kannst du im Pressing gegen Barca halt nicht erreichen. Aber Barcelona hat diese engen Räume mit einer gruseligen Souveränität bespielt. Kontrollierte Vorstöße nach vorne, die, typisch für Barca, mit zunehmender Spieldauer immer gefährlicher wurden, kaum Ballverluste nach hinten. Wenn ich mich recht erinnere, hatte Malaga bis zum Schluss keine echte Chance aus dem laufenden Spiel heraus. Insgesamt war Barcelona gestern einfach noch mal eine Klasse besser als ein schon richtig guter Gegner.

Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass die seit 2008 bestehende Barcelona-Mannschaft grade den zweiten Gipfel ihrer Schaffenskraft erreicht bzw. in den letzten Wochen erreicht hat. Der erste war im Spätherbst 2010 und gipfelte im 5:0 gegen Madrid. Nun fehlt der aktuellen Hochphase noch ein krönendes Spiel, aber die Leistungen über die letzten 1-2 Monate waren einfach so… souverän ist wirklich das beste Wort dafür. So souverän war man in den letzten 5 Jahren selten.

(Dazu muss man aber natürlich sagen, dass man sich für tolle Spiele im Winter nix kaufen kann. Aber man legt ja grade ein solides Fundament für die Meisterschaft.)

Stellvertretend dafür die Leistungen Lionel Messis. Der hatte in den durchweg hervorragenden letzten Jahren durchaus Phasen, wo er zwar getroffen hat wie blöd, aber spielerisch unter seinen Möglichkeiten blieb. Nun ist ein Messi, dem außer 2-3 Toren pro Spiel nicht so viel gelingt zwar auch nicht zu verachten, aber ich finde den mehr mitspielenden, kreativen Messi, der vielleicht „““nur“““ 1 Tor schießt bedeutend besser. Nicht umsonst gilt das 5-0 gegen Madrid auch ohne Tor als eines seiner besten Spiele. Genau diesen Messi sehen wir in den letzten Wochen und Monaten immer häufiger. Ein Zeichen dafür, dass in der Mannschaft etwas grundlegend richtig läuft.

Vielleicht noch ein kleiner Rückbezug zu dem Barca-Podcast vom September: Da wurde ja die These verfochten, dass Barca zwar nicht schlechter geworden ist, aber einige herausstechende Merkmale ihres Spiels (Fluidität, evtl. krasse Kurzpassstafetten) etwas zurückgeschraubt wurden. Ich war damals schon skeptisch und bin es heute umso mehr. Fluidität und tiki-taka sind auch unter Vilanova reichlichst vorhanden. Nicht signifikant weniger als unter Pep würd ich sagen. Nun hat sich das aber auch durch drei Faktoren ergeben, die im September so noch nicht abzuschätzen waren:

1. Jordi Albas Offensivdrang hat es ermöglicht Iniesta nominell auf außen zu stellen und Fabregas in die erste Elf zu integrieren. Fabregas, Iniesta und Xavi auf engstem Raum bedeuten natürlich Fluidität und tiki-taka bis zum Abwinken. War im September aufgrund von Verletzungen noch nicht drin.

2. Barcelona hat in letzter Zeit gegen weniger krass pressende Teams als noch zu Saisonbeginn gespielt. Das ermöglichte ihnen schon vor der 75. Minute oder so zu ihrem „alten“ Spiel zurückzukehren. Es scheint sich bei Barcas Gegnern die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass zu krasses Pressing körperlich nicht machbar ist. Zumal gegen eine eingespieltere Barca-Elf mit Iniesta und Fabregas.

3. Iniesta und Busquets spielen die letzten Wochen auf dem absoluten Gipfel ihrer Schaffenskraft. Wir sehen ohne Zweifel den besten Iniesta und den besten Busquets bisher. Beide sind Spieler, die in den letzten Wochen Fluidität und tiki-taka verkörpert haben.

Same procedure as every year also bei Barca, nur halt in einer krass gut eingespielten Variante, die so langsam auch defensiv wieder sicherer steht.

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MCC 14. Januar 2013 um 23:27

Hmm, irre ich oder gab es da neulich in Spanien diese eine Mannschaft, die momentan richtig am Straucheln ist, sodass jeder halbwegs Fußballinteressierte sich fragt, was da passiert? Die mit diesen weißen Trikots, glaube ich. Verdammt mir fällt der Name nicht ein…na egal, die sind ja bloß spanischer Meister geworden in der letzten Saison. Wird schon nicht so wichtig sein, gucken wir lieber noch ein paar unfassbar interessante Spiele vom FC Barcelona….

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RM 14. Januar 2013 um 23:35

Zu denen kommt eine ausführliche Problemanalyse in unserem geplanten Ebook.

Und auch ihr Spiel gegen Malaga wurde analysiert.
Der Clásico sowie die Spiele gegen Valencia und eventuell gegen Rayo Vallecano stehen ebenfalls auf der to-do-Liste. Das Spiel gegen Osasuna habe ich mir übrigens angesehen, aber sowas will ich nicht analysieren.

Das letzte Barcelona-Spiel war übrigens länger her (gegen den 2. Atlético), als das von Real und Real hatte seitdem nur zwei Ligaspiele.

Aber keine Sorge, Real kommt noch. Frühestens nächstes Wochenende und spätestens in einer Problemanalyse im Ebook im Februar.

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mananski 14. Januar 2013 um 23:45

Das interessante an dem Spiel war Malaga, und eigentlich geht es in dem Artikel ja auch nur um sie. Bei Barca weiß doch eh jeder wie sie spielen, aber Malaga hat gerade ein richtig talentiertes Team beisammen, die auch noch eine nicht so normale Formation spielen. Waren allerdings trotz guter Ansätze chancenlos

Antworten

AP 15. Januar 2013 um 16:50

Barca hat mit diesem Spiel in der Liga einen neuen Rekord aufgestellt. Mal nebenbei einen 84 jahre alten Rekord gebrochen. 18 von 19 Spielen gewonnen… 55 von 57 Punkten geholt.

Dazu einen 70jahre alten Rekord überboten, indem Sie in 37 Spielen hintereinander min. 1 Tor, immer gemacht haben…

Also ich finde diese unfassbar interessante Spiele haben jede Berechtigung hier analysiert zu werden. Und das nicht oft genug.

Antworten

GH 14. Januar 2013 um 23:11

Sehr gute Analyse mit den Bildern.
Was aber noch verbesserungswürdig wäre, ist, dass man bei den jeweils einzelnen Bildern weiterklicken zu einem anderen Bild kann.
Auf abseits.at ist dies bereits der Fall.
Das würde das Anschauen der Bilder erheblich vereinfachen.

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