Dienstag, 23.12.2014

Adventskalender-Türchen 3: Kwadwo Asamoah

Juventus Turin hat nach der ungeschlagenen Meistersaison in dieser Spielzeit bereits zwei Niederlagen verkraften müssen. Sind die Mannen um Starspieler Andrea Pirlo daher auf dem absteigenden Ast? Eher nicht, denn Juventus steht weiter auf dem ersten Tabellenplatz in der Liga und kurz davor, sich in einer enorm schwierigen CL-Gruppe gegen Titelverteidiger Chelsea durchzusetzen – das alles sogar ohne den gesperrten Cheftrainer Antonio Conte. Manche mögen gar sagen, dass die Schwarz-Weißen sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert haben. Das hat viel mit dem Mann zu tun, der von den durchaus vielen Neuzugängen neben Giovinco bislang am besten eingeschlagen hat – Kwadwo Asamoah.

Zusammen mit seinem Teamkollegen Mauricio Isla kam der ghanaische Nationalspieler im Sommer für etwa 10 Millionen Euro vom Tabellendritten aus Udine nach Turin. Während Isla allerdings im Verein wie in der chilenischen Nationalmannschaft immer wieder auf diversen Flügelpositionen agiert hat, wurde der ähnlich veranlagte, aber ein wenig horizontaler, kräftiger und spielmachender agierende Asamoah fast immer im zentralen Mittelfeld, meistens auf einer Achterposition eingesetzt. Dies schien auch in Turin das Arbeitsfeld für den laufstarken und defensiv-offensiv-balancierten Ghanaer zu werden, doch gegen die beiden überragenden Achter Vidal und Marchisio gibt es aktuell selbst für Paul Pogba meistens kein Vorbeikommen.

Das fehlende Puzzleteil

Stattdessen gelang Juventus eine Art Glücksgriff, als sie Asamoah schon während der Saisonvorbereitung auf der linken Seite als Wing-Back ihrer mittlerweile zum Standard gewordenen 3-5-2-Formation aufstellten. Denn Asamoah bietet für Juventus jene Durchschlagskraft, die ihnen in der vergangenen Saison manches Mal noch abging – sie spielten damals sehr ruhig, kontrolliert und dominant, hatten auch eine hohe Anzahl an Abschlüssen, doch meistens waren dies Halbchancen oder Szenen unter Bedrängnis ohne das Überspielen der letzten gegnerischen Linie. Auf dem schmalen Grat zwischen einem erfolgreichen Auftritt der kompletten Angriffsmacht Juventus und einem harmlosen und kaum durchschlagenden Spiel konnten die Wing-Backs bei engen und/oder schwächeren Spielen die entscheidenden Akteure sein, um auch einmal mit Gewalt für Entscheidungen zu sorgen.

Doch genau daran haperte es – denn Trainer Conte fand kaum einmal die Idealbesetzung gerade für die linke Seite und seine verschiedenen Kandidaten waren zu häufig ineffektiv und konnten selten überzeugen. Genau das wurde durch Asamoah erheblich verbessert, genau das leistet Asamoah für das Team und genau darum ist Asamoah so dermaßen wertvoll für Juventus – wahrhaft ein wirklich hervorragend eingeschlagener Sommertransfer, der praktisch das entscheidende, bis dahin fehlende Puzzleteil im Teamkonstrukt darstellt.

Offensivaktionen und der Weg zum Glück

Konkret äußert sich dies auf dem Feld vor allem durch seine hohe Grundposition und seine offensiven Aktionen im letzten Drittel: Dabei stößt er auch immer wieder diagonal in offene Räume hinein wie beim frühen Treffer gegen Inter, doch primär sind Flanken und Hereingaben seine Beiträge zum Turiner Offensivspiel. Gerade nach langen Diagonalbällen kommt Asamoah immer wieder in aussichtsreiche Situationen, da er durch seine aufgerückte und breite Stellung sowie seine starke Ballverarbeitung schneller eine Hereingabe bringen kann, als der Gegner mit dem Verschieben hinterherkommt.

Eine exemplarische Szene aus dem Spiel gegen Lazio

Übrigens erinnern nicht nur die Qualität dieser Hereingaben – in 14 Ligaspielen war der Ghanaer bereits an sechs Treffern direkt beteiligt – und die kraftvollen Vorstöße aus der Tiefe an Bayerns David Alaba, sondern auch die Entwicklung. Vom hochtalentierten Achter, den die beiden physisch starken wie spielerisch überzeugenden Jungspieler vergangenes Jahr verkörperten (Alaba dabei mit einigen Problemen), wurden sie zum Schlüsselspieler auf der linken Defensivposition, wo sie eine Art „wahre Bestimmung“ gefunden haben.

juventino 6. Dezember 2012 um 22:36

Super Artikel zu einem super Spieler. Asamoah gefiel mir von Saisonbeginn, ein wirklicher Top-Einkauf. Generell muss ich sagen, dass Juve in den letzten zwei Jahren sehr gute Transfers getätigt hat. Lichti, Vidal, Pogba und eben auch Asa sind sehr stark. Das einzige was wir noch brauchen ist ein Top-Stürmer!

Eine Frage hätte ich aber noch, auch wenn sie vielleicht ein wenig sehr weit hergeholt ist. Was haltet ihr von Luciano Moggi? Abgesehen von allen menschlichen Makeln, an denen es keine Zweifel gibt, halte ich ihn für sehr, sehr begabt im entdecken von Spielern. Ich glaube im WM-Finale ’06 spielten einige Spieler die er zu Juve brachte. Seht ihr das auch so?

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Holgr 3. Dezember 2012 um 19:29

Wirklich ein klasse Einkauf von Juve. Er passt perfekt ins System und zuvor hatte Juve keine wirkliche Toplösung auf Links. Hat er vorher eigentlich auch schon manchmal auf Links gespielt? Kannte ihn bisher nur als Achter.

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AlexF 3. Dezember 2012 um 17:56

Sehr gute Wahl, eigentlich hatte ich Asamoah auf Nr. 24 getippt. Naja so kann man sich täuschen.

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Peter 3. Dezember 2012 um 17:21

Asamoah wechselte nicht für 10 Millionen Euro zu Juventus, sondern Juventus sicherte sich lediglich die Hälfte der Transferrechte an Asamoah, also eine sog. comproprieta. Im Sommer müssten sie dann die rechstlichen 50% erwerben.

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Bernhard 3. Dezember 2012 um 15:04

Wenn Ihr noch Bilder von den jeweiligen Spieler hinzugügt,wie es beim letztjährigen Kalender der Fall war, bekommt Ihr die Note “Sehr Gut” von mir! ;)

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