Dienstag, 02.09.2014

FC Schalke 04 – Olympiakos Piräus 1:0

Ein Sieg für Schalke war erwartet, eine leichte Aufgabe aber nicht. Die Mannschaft von Huub Stevens traf auf einen tief stehenden und vertikal spielenden Gegner, eine unangenehme Kombination.

Ein Spiel der Konter und der Vorsicht

Von Beginn an entwickelte sich eine vorsichtige Spielweise beider Mannschaften, wo man auf Fehlervermeidung und das kompakte Stehen in der eigenen Hälfte bedacht war.

Sporadisch erhöhten die Schalker den Druck, doch normalerweise positionierten sie sich in einem tiefen Mittelfeldpressing. Olympiakos Piräus trieb es gar eine Stufe weiter und legte ihre Abwehr bei gegnerischen Angriffen tief hinten an. Damit spielten sie in einem Abwehrpressing, welches primär für Defensivkompaktheit sorgen sollte.

Grundformationen zu Spielbeginn

Mit dieser Taktik konnten sie Schalke trotz Unterlegenheit lange Zeit auf die Außen abdrängen oder zu Schüssen aus ungünstigen Positionen und/oder aus Bedrängnis zwingen. Die Königsblauen hatten dabei letztlich einen Dosenöffner, als der schussstarke Linksverteidiger Fuchs aus der Schwäche eine Stärke machte – zumindest bei seinem Tor, was letztlich ausreichen sollte.

Ansonsten kamen sie zu einigen scheingefährlichen Abschlüssen. Viele Schüsse wirkten gefährlicher, als sie waren, und dienten dem Torhüter als dankbare Chancen sich zu beweisen. Dennoch war der Sieg mehr als verdient, weil Olympiakos mit ihren Kontern selten durchkam und die wenigen Chancen, welche ihnen Neustädter gnädigerweise durchgehen ließ, nicht ansatzweise nutzte. Defensiv kann man aber die Leistung der Griechen ansatzweise loben.

Olympiakos ‘ Mannorientierungen

Die Gäste orientierten mit ihrer 4-2-3-1 extrem mannorientiert. Die Doppelsechs wurde von Greco und Modesto gebildet, wobei sich Greco weiter nach vorne an Jones orientierte, Modesto blieb lose an Holtby dran und sicherte ansonsten den Raum. Maniatis half hinten mit, während Abdoun und Machado sich um die aufrückenden Schalker Außenverteidiger kümmerten, wobei sie mit fortschreitendem Spielverlauf gelegentlich zocken versuchten.

Diese Mannorientierungen wurden im Zentrum des Spielfelds eng gespielt, allerdings mit Übergeben. Dadurch wollte man Löcher bei Kreuzbewegungen vermeiden, was relativ gut klappte. Oftmals war der Raum zwischen den Linien sehr frei, aber durch die Manndeckungen und damit kaum anspielbaren Spieler im Zentrum indirekt dennoch verschlossen.

Auf den Außen haben sie die Mannorientierungen deutlich starrer gespielt, doch Fuchs und Co. konnten nicht schnell genug hinterlaufen und ausreichend präzise kombinieren, um das auszunutzen. Desweiteren war es eine kleine Falle der Griechen, denn sie wollten in diese dann entstehenden Löcher kontern, was Stevens vermeiden wollte.

Dennoch gab es Handlungsbedarf nach der Pause, was wir im Artikel noch erläutern werden. Davor aber noch ein taktisch interessanter Aspekt der Griechen in der Analyse.

Olympiakos‘ Aufbauspiel und Überladungen

Ein interessanter Faktor war der Spielaufbau der Griechen, wo sich Modesto zentral zwischen die Innenverteidiger fallen ließ und Greco diagonal nach links abkippte. Damit verwaisten sie oftmals das Zentrum und forcierten den Spielaufbau über die linke Seite, wo man mit Holebas und Abdoun überladen wollte.

das doppeltasymmetrische Aufbauspiel mit der doppeltabkippenden Doppelsechs

Durch die Dreierkette im Aufbauspiel konnten sie nicht ordentlich in einem Angriffspressing bedrängt werden, weswegen sich die Schalker auch mit ihrem 4-4-2 tiefer orientierten. Sie tappten nicht in die Falle und standen tiefer, gleichzeitig hatten sie passenderweise die defensivstarken Farfan und Höwedes auf der rechten Seite. Damit konnten sie gut gegen Abdoun und Holebas vorgehen, welche bis auf vereinzelte Flanken weniger Gefahr als üblich entfachten.

Dennoch war die Idee von Olympiakos eine gute. Man vermied konstanten Druck der Schalker im Pressing, auch wenn man sich dadurch im Offensivspiel ausrechenbar machte. Allerdings war dies kein Problem, weil das primäre Ziel das Erspielen von Kontern oder das Kommen über lange Bälle war. Allerdings hatten sie damit gegen den gut organisierten Schalker Defensivverbund, angeführt vom starken Neustädter, so ihre Probleme.

Schalke in der zweiten Spielhälfte

Nach der Pause erhöhte Schalke nicht nur die Schlagzahl, sondern war auch nochmals eine Stufe überlegener. Jones rückte noch stärker und öfter mit auf, beackerte die gesamte vertikale Linie vor sich und half auch beim Pressing mit. Höwedes auf rechts unterstützte Farfan höher, hinterlief ihn öfter und gegenüber verhielt sich Fuchs ähnlich. Dieser fing auch überraschend viele Bälle ab, wodurch Piräus kaum kontern konnte.

Ein weiterer wichtiger Faktor war die veränderte Bewegung von Lewis Holtby, der sich (noch) mehr bewegte.  Zuvor wollte er vorrangig Draxler befreien, nach der Halbzeit bearbeitete er beide Seiten, kombinierte viel mit Farfan und sogar Huntelaar erhöhte seine Flexibilität. War er zuvor noch relativ starr in der Mitte gehangen, kehrte er nach dem Seitenwechsel wieder zu seiner Rolle als ausweichender Stürmer zurück.

Stevens wollte mit diesen Bewegungen die gegnerischen Manndeckungen ausheben und Freiräume schaffen. Eine hervorragende Idee, denn die defensiv gute Leistung Olympiakos‘ lebte davon, dass sie kommunikativ nicht vor komplexe Aufgaben gestellt wurde. Die Komplexität beim Übergeben sollte durch die höheren Außenverteidiger, das bessere Pressing und die stärkeren Rochaden erhöht werden, was sich letztlich rentierte.

Piräus‘ Offensivgefahr fiel ab, Schalkes Positionierung und Druck erhöhte sich, was letztlich auch dank Neustädter möglich war. Dieser spielte defensiv hervorragend, sicherte diese 4-1-4-1-Formation mit aufrückenden Außenverteidigern ab und fühlte sich sichtlich wohl. Bei Facebook haben wir seine Statistiken schon erwähnt, hier nochmal:

Neustädter spielte 88 Pässe, gewann vier von sieben Bodenzweikämpfen, drei von drei Luftzweikämpfen, machte kein Foul, griff auf nur ein Tackling zurück, klärte und blockte den Ball je einmal. Nichts Besonderes?

Nun ja, nebenbei hatte er sieben abgefangene Pässe und achtzehn Ballsicherungen: Auf die Plätze folgen die zwei Torhüter(!) mit 16 und 13, von den Feldspielern gab es zwei Spieler mit je neun und zwei mit je acht Ballsicherungen.

Ein perfekter Spieler für diese Rolle als „abfangender Sechser“.

Fazit

Schalke gewinnt verdient in einem Spiel, wo Neustädter seine defensive Klasse zeigte (offensiv hatte er noch etwas Luft nach oben) und Stevens die richtigen Anpassungen fand.

Zidane89 22. November 2012 um 15:40

Hallo zusammen,
Erst einmal vielen Dank für die passende Analyse. Man hat ja schon bei dem Spiel Piräus vs. Arsenal ( 2:2) gesehen das die Griechen nicht zu unterschätzen sind. Trotzdem möchte ich Schalke nach dem Sieg und dem neuen Selbstbewusstsein, nicht so einfach wegkommen lassen. Alleine nach der Niederlage und dem “Kollektiv Versagen” gegen Leverkusen kann es sich hierbei nur um einen Pflichtsieg handeln.
Trotz dem funktionierenden Kollektiv und dem verdienten Sieg, so bleibt doch ein fahler Beigeschmack. Man erkennt, meiner Meinung nach, doch sehr starke Defizite ( trotz des starken Neustädters) im Mittelfeld und der Verbindung zwischen Defensive und Mittelfeld. Gerade bei Pressing der Gegner, war die einzige Lösung meistens der Ball zum Torwart und der nachfolgende Befreiungsschlag. Das hätte man vielleicht anders lösen können. Mir gefiel auch teilweise das Passspiel nicht, welches oft zu hart gespielt wurde und meist auch das “Klein-Klein” keinen Anklang fand. Bei einem spielerisch stärkeren Gegner wären, die Ballverluste im Mittelfeld konsequenter gegen die Blauweißen ausgespielt worden. So verloren die Griechen zu oft schon direkt nach Ballgewinn wieder den Ball an die Schalker.
Jetzt zu einzelnen Spielern, für mich war auch Neustädter der überragende Spieler, Defizite sah ich bei Holtby, der trotz der starken Laufleistung oft überhastet gehandelt hat. Allein sein Lattenschuss beweist trotzdem eine sehr gute Schusstechnik. Ich möchte die Leistung Draxlers aber auch hervorheben. Dieser spielte als LA sehr offensiv und trotzdem hatte er immer noch die Luft nach hinten zu gehen. Jones war für mich auch eine der Säulen des Spiels der es durch seine physische Präsenz geschafft hat das Mittelfeld stabil zu halten. Der Hunter ist teilweise im Spiel völlig abgetaucht, was nicht unbedingt an ihm lag, sondern meinetwegen auch an der starken Abwehr Piräus. Überzeugt bin ich trotzdem nicht.
Mein Fazit des Spiels, trotz des 2. Platzes in der Liga, bin ich nicht überzeugt das Schalke diese Position halten wird, und wenn sich Schalke in der K.O.-Phase nicht steigert, dann sehe ich wohl schwarz für die Zukunft der Blauweißen in der CL.

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Schalker 22. November 2012 um 10:44

“Offensiv mit Luft nach oben” ist für mich noch eine recht nette Umschreibung, das war offensiv für mich von Neustädter bis jetzt seine schwächste Leistung – vor allem wenn es zu seinen eigentlich starken langen Bällen kam (siehe das 1:0 von Schalke gegen Dortmund). Dieses Mal gab es da viele Missverständnisse mit Farfan und Neustädter hat sich selten so oft die Haare zerzaust (gefühlt jedes Mal, wenn er gezeigt wurde) wie heute..Defensiv wie immer sehr stark, zu den Bodenzweikämpfen kann man noch erwähnen, wo und wann er 2 davon gewonnen hat. Nämlich 2 direkt am eigenem Straufraum in der Drangphase von Piräus!

Des Weiteren denke ich, dass die Probleme von Schalke im Spielaufbau bzw. gegen tief stehende Gegner auch mit der aktuellen Personallage zu tun haben.
Es fallen mit Uchida und Höger zwei spielerisch sehr starke aus – im Vergleich dazu, wer jetzt da spielt. Wenn Uchida wieder RV spielen kann, hat Farfan wieder eine deutlich offensivere Unterstützung als zur Zeit. Genauso könnte dann Höwedes für Papadopulus (keine Frage ein enorm guter Verteidiger, aber im Spielaufbau ist das doch sehr limitiert) in die IV gehen. Höger für Jones ist so ein bisschen Geschmackssache, Jones ist deutlich dynamischer und macht mehr Läufe in die Tiefe, Höger ist dafür spielerisch stärker und war vor der Verletzung in Topform. Dementsprechend ist es vielleicht auch einfach das Problem, dass man auf allen 3 Positionen (IV, RV, DM) auf die spielerisch schwächere Alternative zurück greifen muss.

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ThisIsJames 22. November 2012 um 00:37

Neustädter ist ein Defensivfußballgott nach dem Spiel gegen Piräus – zumindest habt ihr das bei facebook geschrieben? Interessante Sichtweise. WAZ oder der Kicker haben dies nicht so gesehen – zumindest erkennt man das nicht in ihren Noten.
Zum Spiel: Man hat die Pflichtaufgabe zu Hause erfüllt und zum Glück eine der vielen Chancen genutzt. Mehr war letztendlich auch nicht nötig. Gleichzeitig behält man die Chance Platz 1 zu bekommen. Um den Heimvorteil zu erhalten, benötigt man nun noch einen Sieg oder Hilfe von Piräus. Ich denke aber, dass das machbar ist und man als Gruppensieger die Gruppenphase beendet. Ab dem 1/8-Finale ist vieles möglich, aber die Chancenverwertung muss dazu zwingend besser werden.

Für den deutschen Fußball ist es ein sehr schöner Tag! Morgen darf das gerne so weiter gehen.

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MR 22. November 2012 um 00:43

Na wenn der Kicker das nicht erkennt, dann ändern wir unsere Meinung ab sofort.

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Leperon 22. November 2012 um 01:08

Jungs jetzt entspannt euch mal ein wenig :D Als Schalker bin ich natürlich hocherfreut, dass ein Spieler dieser Mannschaft euch so überzeugt und als Fan von Fußballtaktik find ich es auch sehr gut, dass eben diese eher unauffälligen Spieler ins rechte Licht gerückt werden! Allerdings sollte da auch noch objektive Sprache und Argumentation weitergeführt werden, was bei Sätzen wie “Dennoch war der Sieg mehr als verdient, weil Olympiakos mit ihren Kontern selten durchkam und die wenigen Chancen, welche ihnen Neustädter gnädigerweise durchgehen ließ, nicht ansatzweise nutzte.” irgendwie abhanden kommt.

Allgemein wird es euch ja nicht überraschen, dass solche Spielertypen nur langsam Anerkennung von der breiten Masse bekommen. Bei anderen reichen dahingegen schon Glanzparaden, Dribblings oder fulminante Schüsse.

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MR 22. November 2012 um 03:23

“Allgemein wird es euch ja nicht überraschen, dass solche Spielertypen nur langsam Anerkennung von der breiten Masse bekommen. ”

Natürlich nicht, gerade dadurch begründet sich ja mein Kommentar.

Ob man Renes Humor da für angebracht hält oder nicht, hat mit der Meinung des Kickers ja nichts zu tun. (Soll heißen: Ein kritisches Wort, dass sowas übertrieben ist, ist doch absolut okay. Aber war ja überhaupt nicht das Thema. Wir werden uns nicht für inhaltliche Differenzen mit dem Kicker rechtfertigen, das wär ja absurd.)

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ThisIsJames 22. November 2012 um 12:00

Ja, dies ist sicherlich mein Ansatz gewesen…. Es gab halt andere Fachpresse, die ihn nicht so stark gesehen haben.

Es verwundert u. a. deswegen diese starke Lobpreisung eines Spielers, der sicherlich gut gespielt hat, aber hier als Überspieler gefeiert wird. Vergleiche mit Busquets sind ja auch bereits gefallen. Keine Frage ein wichtiger Spieler, aber man tut den Spieler keinen Gefallen, wenn man sie gegen Durchschnittsmannschaften übermäßig abfeiert. Ist ja nicht so, dass da jetzt eine Weltklasse in der Offensive von Piräus gewartet hat.

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RM 22. November 2012 um 14:49

Klar, aber wenn die einen die auffälligen Spieler überbewerten, dann überbewerte ich halt absichtlich die unauffälligen. Und Neustädter ist halt wirklich sehr spielintelligent, außerdem gestern einer der defensiven Grundpfeiler. Ich habe ja die Liveanalyse mit TR gemacht und wir haben so oft gesehen, wie Neustädter mal wieder einen Angriff unterband, abfing oder zeitlich verzögerte. Wunderbares Stellungsspiel, als man offensiver wurde, wodurch er diese Offensive absicherte.

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datschge 22. November 2012 um 14:13

“Fachpresse”

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ThisIsJames 22. November 2012 um 16:13

Sorry, mir geht das hier bei einigen Usern ziemlich auf den Geist, wie man seriöse Zeitungen versucht schwach zu schreiben und denen Fußballsachverstand madig machen möchte. Gerade der Kicker hat einiges an Know-How.

Sicherlich kann man anderer Meinung über die Beurteilung verschiedener Spieler sein. Aber so tun als ob es nur “hier” die wahre Sicht auf den Fußball gibt, halte ich doch für Quark.

Hat nichts mit SV oder den Autoren zu. Gegen diese richtet sich diese Kritik nicht!

Ich halte es für völlig richtig und wichtig die Spiele aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Aber, und jetzt wiederhole ich mich, empfand ich das Offensivspiel als ziemlich schwach von Piräus. Natürlich kann man nun über die Wechselwirkungen der Defensive von S04 in diesem Zusammenhang diskutieren. Aber die Qualität vom Gegner war halt nicht mehr als Buli-Durchschnitt. Deswegen war die Leistung von Neustädter nicht schwach oder ähnliches, dies sage ich ja gar nicht, aber es relativiert sie aus meiner Sicht.

Ihr könnt ja in euren Kritiken gerne einen anderen Weg gehen und die Defensivspieler hypen. Für mich wäre der Ansatz aber genau in der Mitte zu finden.

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marten 22. November 2012 um 20:30

‘Kicker’ verdient den Ausdruck ‘Fachpresse’ schon lange nicht mehr.
Was daran verquer ist, einen Spieler hervorzuheben, der generell zu wenig Aufmerksamkeit bekommt versteh ich auch nicht.
Zumal die Meinung nicht nur auf dem Spiel gegen Piräus gründet. Neustädter hat auch starke Spiele gegen bessere Mannschaften gemacht.

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ThisIsJames 22. November 2012 um 22:30

marten, ob du den Kicker als Fachpresse siehst oder nicht, macht für mich keinen Unterschied. Wie ich das sehe habe ich ja bereits geschrieben. Hängt schließlich alles von dem jeweiligen Autoren ab.
Auch gibt es einen Unterschied zwischen “hervorheben” und hypen.
Und in einer Spielanalyse zu einem Spiel geht nun mal um dieses eine Spiel und nicht um andere.

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datschge 24. November 2012 um 05:33

“Fachpresse” (sowie verwandte Worte wie z.B. “Experte”, “Berater” usw.) ist ein dem Neusprech zuzuordnendem Unwort, welches hauptsächlich von Leuten verwendet wird, die einen entsprechenden Eindruck bei nicht Involvierten erzeugen wollen. Dies beschränkt sich nicht auf den Bereich Sport, sondern betrifft alle Bereiche, die ein gewisses Maß an Fachwissen zum Verständnis voraussetzen. Sobald man sich mit einer Materie tiefergehend beschäftigt, ist in jedem Bereich beim Einstieg über die übliche Presse u.Ä. eine zwangsläufig vereinfachte Darstellung (die immer eine Form der Manipulation darstellt) nachvollziehbar. Die Frage ist hierbei immer, wie mit dieses Vereinfachungen umgegangen wird: Werden diese offen Angesprochen, oder unter dem Teppich gekehrt? Anhängern der oben genannten Unwörtern ist zu oft letzterer Ansatz zu eigen, gerade die freizügige Verwendung der Begriffe soll in der Regel darüber hinwegtäuschen. Deswegen sollte Verwendung eines solchen Begriffes immer zuallererst stutzig machen.

Kicker ist keine “Fachpresse”, Kicker ist im Rahmen des Gebotenem ein verlässlicher Informationslieferant.

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Miles 22. November 2012 um 01:13

Jetzt mal ehrlich, als ob dieser Notenkram von Journalisten, die keinerlei Ahnung von Taktik, den Aufgaben eines Spielers während des Spiels sowie auch nur das geringste bischen Trainingslehre haben, die nach und während eines Spiels alle 22 Spieler beobachten und ihre Leistung im Rahmen eines Teams an Hand eines grob vereinfachenden Notenschemas werten, irgendeine Aussagekraft hätte.

Jeder, der nicht nur den Spieler mit Ball im Blick hat, erkennt die strategischen Fähigkeiten von Roman Neustädter. Solche Spieler werden so oft unterbewertet, weil Sie am Ball selten bis gar nichts Spektakuläres machen, mit ihre Positionsspiel Angriffe aber einleiten oder gegnerische versanden lassen oder den Ball abfangen. Und damit sind Sie häufig wichtiger als ein ach so toller Dribbler wie Ben Arfa und co.

Das erinnert mich an eine Szene im Spiel BVB gegen Ajax wo Sven Bender im Stand einen ballführenden Gegenspieler fixiert und in höchster Spannung darauf wartet los zu sprinten/laufen. Nur war das kein Zweikampf, wie das sich die meisten bei der Beschreibung vorstellen. Der Gegenspieler war ca. 30 Meter entfernt kurz hinter der Mittellinie.

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opaoma 22. November 2012 um 10:00

Richtig, Bender ist in der Hinsicht immer wieder ein Phänomen. Gerade die letzten Spiele wieder, wenn jemand mit ihm in den Zweikampf geht ist sowieso Sense, aber selbst wenn nicht scheint er schon vorher zu wissen wo der Ball hingeht und fängt ihn ab.

Und immer ins Gesicht, hoffentlich nix schlimmes schon wieder :(

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HW 22. November 2012 um 13:03

Ich vermute viele Journalisten haben schon Ahnung von Taktik. Nur achten sie nicht unbedingt darauf. Außerdem geht es bei den Kickernoten auch nicht unbedingt um diese “unauffälligen” Spielweisen.
Ich meine mich zu erinnern vor Jahren die Erklärung gelesen zu haben wie Kickernoten zustande kommen. Nach dem Motto: Man kann 85 Minuten mittelmäßig spielen und dann mit dem entscheidenen Tor die Note 1 oder 2 bekommen und als Verteidiger nach guter Leistung mit einem Fehler eine 5.
So ist das nuneinmal und darum lese ich kaum Kicker & Co. und vor allem nicht die Schulnoten.

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TheSoulcollector 22. November 2012 um 10:44

Es ist doch nichts neues, dass gerade Defensivspieler im Schnitt schlechtere Noten bekommen. Offensivspieler fallen im Spiel einfach mehr auf durch Dribblings, Vorlagen und eben auch Tore. Torhüter glänzen durch ihre Paraden.
Beim Kicker sitzen keine Fußballexperten sondern auch nur Journalisten, also interessierte Laien. Unauffällige Spieler kriegen von denen also verstämdlicherweise schlechtere Noten.

Umso wichtiger ist es ja, dass man diese Spieler auch mal in den Fokus der Öffentlichkeit bringt und ihre Leistung entsprechend würdig. Da ist spielverlagerung ein Vorreiter und ich hoffe, dass man dann bei kicker, BILD und im Doppelpass irgendwann mal erkennt, welchen Wert Spieler wie die Benders, Neustädter, Martinez und Co. haben. Auch wenn sie nicht immer durch offensive Aktionen auffallen.

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ThisIsJames 22. November 2012 um 12:58

“Beim Kicker sitzen keine Fußballexperten sondern auch nur Journalisten, also interessierte Laien. ”

Wie kann man nur so einen Quatsch schreiben? Ein besseres Pauschalurteil hattest du grad nicht in der Schublade herum liegen, oder?

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blub 22. November 2012 um 13:34

Momentchen mal, zwischen Bild/Doppelpass und Kicker ist noch ne ganze menge Luft.

Auch beim Kicker sind mir die Noten auch noch zu ergebnisorrientiert, und besonders im negativen Fall von einzelnen Aktionen abhängig, aber so unterbewertet werden die unauffälligen Spieler nicht.

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