SV Podcast Nr. 7,5: Barcelonas Rückschritt

Ein Spontan-Podcast über Barcas erste Schritte nach der “Ära Guardiola”.

Im ersten Post-EM-Podcast betreiben RM, MR und unser User Tank ein wenig Kaffeesatzleserei über die Entwicklung der vielleicht besten Mannschaft aller Zeiten zwischen Positionstreue und Überfluidität.

Download des Podcasts.

Article by MR

Geil, Michu und Leon Britton haben in Unterzahl 'nen Ball im Gegenpressing geholt. Tor!!!

38 Comments

  1. 16
    Felix says:

    Ihr habt ja einige Gründe genannt, warum Tito das Spiel an sich ein wenig verändert, entkompliziert hat. Mir ist noch eingefallen, was ebenfalls ein Grund sein könnte, bzw ein Aspekt, warum er so umstellt:
    In einigen Spielen braucht Barca erst etwas Zeit um wirklich ins Spiel zu kommen. Wenn man das Spiel etwas vereinfacht, dann sollte es leichter sein in das eigen Spiel zu finden und so von Beginn an die Partie zu kontrollieren.
    Im Spielverlauf kann es ja dann wieder komplizierter gemacht werden. So hätte man dann aber ein solides Warm-Up-Programm was man laufen lassen kann und was man dann langsam hochfahren könnte.

  2. 15
    Mr.Plexus says:

    Servus zusammen,
    Ich hätte eine Frage und zwar, warum gibt es bis jetzt keine Analyse der spanischen Liga?!
    Ich hätte noch eine Bitte,könnt ihr evtl. Barcelona unter Vilanova analysieren ?!
    LG

  3. 14
    Jiraiya says:

    Das bessere Pressing liegt großteils an Pedros Rückkehr in die Stammelf.
    Mit Alba und Alves + Song/Busquets auf der 6 kann man auch beliebig zwischen 4-3-3 und 3-4-3 wechseln.
    Mit Villa und Pedro wird man vllt. in dieser Saison auch wieder das 3-4-3/5-2-3 sehen, dass Barca mal gegen Atletico gespielt hat. Glaub das war 10/11.
    Gibt bei zonalmarking ein Artikel zu dem Spiel. Damals hat Busquets für die zwei IV abgesichert, die gegen Aguero und Forlan Manndeckung spielten. Und dafür zwei offensive Wingbacks und in der Mitte Xavi/Iniesta, die aber durch ihre Passsicherheit keine Probleme hatten das zu zweit zu regeln. Und vorne durch die breiten und hohen Wingbacks 3 Stürmer, die direkt nebeneinander spielen.

    IMO wird man das diese Saison sicher noch zu sehen bekommen.

    Irgendwas anderes als ein 4-3-3 wurde diese Saison auch noch nicht wirklich benötigt.
    Und ohne Abidal kann man die 3er Kette der letzten Saison nicht so einfach spielen.

  4. 13
    Solid Snake says:

    Ich fand den Podcast sehr interessant und genau richtig weiss garnicht was ihr habt.Klar kann man auch erstmal die Hinrunde abwarten und dann einen auf superschlau machen aber wo ist dann der Witz dabei.Entscheidend ist doch ob man sich gedanken macht, auch wenn es sich nachher als falsch rausstellen sollte who cares?!Auch das Line Up mit 3 Leuten hat mir gut gefallen zudem wärs ein bisschen fad wenn alle die selben Thesen vertreten würden.Macht weiter so und haut es einfach raus wenn euch danach ist ich fands super.

  5. 12
    Lea says:

    Erst mal ein interessantes Thema für einen Blog, freut mich. Allerdings finde ich es das viele Mutmaßen ein wenig irritierend. Natürlich ist es interessant sich zu überlegen wie Vilanova Barca verändern wird, und natürlich ist es auch interessant anzusehen was er faktisch verändert und verändert hat. Allerdings ist es für Zweiteres, meiner Meinung nach, einfach ein wenig zu früh. Klar ist das total okay und teilweise auch sehr interessant, aber es hat sehr wenig von dem sonst sehr analytischen und statistischen der Seite hier. Von statistischer Signifikanz würde ich die Spiele bis jetzt jedenfalls nicht sehen… Gerade was die Fluidität Barcas angeht. Wenn Barca schon die ersten 10 Minuten eines Spieles nicht richtig in ihrem Element sind, würde ich Unterschiede in den ersten “10 Minuten” des Vilanova “Regimes” als so ähnlich einstufen. Klar, können das alle klare Hinweise auf einen veränderten Spielaufbau usw. sein. Oder eben überhaupt nicht.

    Trotz der Kritik, fand ich es einen interessanten Podcast, auch wegen der verschiedenen Wahrnehmungen, die man ja auch in den Kommentaren wieder findet. Ich würde mich sehr freuen wenn es so eine Analyse später noch mal gibt, wenn man nach einer gewissen Zeit besser sehen kann, wie anders Barca spielen ohne Guardiola.

    PS: Iniesta kann alles. Fast.

    Allgemein muss ich aber dennoch noch mal Kritik üben. Ich weiß nicht ob es anderen auch so geht, aber ich finde es teilweise recht anstrengend MR länger zuzuhören. Es wirkt alles ein wenig unruhig, auch weil manchmal anderen ins Wort gefallen wird.

    • 12.1
      MR says:

      Danke für das Feedback, die Kritik kann ich nachvollziehen. Am Reinquatschen arbeite ich sowieso. Ich neige immer sehr dazu, Podcasts wie ein normales Gespräch anzugehen, aber in einer unräumlichen Aufnahme funktioniert Parallelreden reichlich schlecht. Dass ich hier sehr unruhig klinge fand ich auch, meine Stimmlage ist auch seltsam hoch und gepresst. Lag vielleicht auch an der etwas ungünstigen Mikrofonplatzierung, musste mich die ganze Zeit nach vorne lehnen. :) Werd demnächst verstärkt auf Zuhörerfreundlichkeit achten.

  6. 11
    HerrHAnnibal says:

    Natürlich kann ich aus der Ferne nicht genau beurteilen wie stark Guardiola und Vilanova in Taktikfragen zusammengearbeitet haben aber es ist sicherlich falsch so zu tun als wäre Vilanova in den letzten Jahren nur für das Aufpumpen der Bälle verantwortlich gewesen. Auch Tito hat die Guardiola Ära maßgeblich mitgeprägt und definitiv eigene Ideen einbringen können.
    Man sah Pep und Tito ja auch in fast jedem Spiel auf der Bank diskutieren und Spieler nannten die beiden auch immer wieder in einem Atemzug wenn es um das Fachwissen und die Spielphilosophie geht.

    Vilanova tut letzendlich genau das was auch Pep getan hätte. Die Grundlagen sind ja da und es geht in einer neuen Saison darum die Feinheiten abzustimmen, die Stärken der Neuzugänge einzubauen und einige Schwächen der Vorsaison abzustellen.

    • 11.1
      PAD says:

      Ich denke jetzt einfach mal, dass dieser Post sich auf meinen bezog :P

      Natürlich ist es richtig, dass Vilanova und Guardiola zusammen über die Spielphilosophie gesprochen haben und diese so entwickelt haben. Mein Punkt ist aber der, dass ja Pep letzen Endes immer das letzte Wort hatte. Mit seinen Ideen hat er ganz sicherlich auch Einfluss auf das Spiel Barcas gehabt, aber eben nur weil Pep das dann auch so wollte und sich in seiner Philosophie dann von Vilanova beeinflussen ließ.

      Was mir dabei dann aber abgeht ist, dass Vilanova seine eigenen Ideen zu Ende denken konnte, wie das eben ein Pep gemacht hat, in dem er wie mehrfach angedeutet immer fluider in seinem Spiel wurde. Auf diesem Weg wird Vilanova immer wieder Ratschläge gegeben haben, was dabei zu beachten ist und welche Fehler möglicherweise bedacht werden müssen. Aber den eigenen Stil, den hat letzten Endes immer Pep weiterentwickelt.

      Das alles hat natürlich auch Einfluss auf Vilanova genommen und so ist es offensichtlich, dass er sich (am Anfang zumindest) nicht um 180° drehen wird. Er hat jetzt aber selbst die Macht und kann jetzt versuchen, die Sachen, welcher er bei Pep bemängelt hat von vornherein auszuschließen und darauf aufbauend seinen eigenen Stil entwickeln. Vielleicht war ihm das Spiel von Pep ja zu horizontal, vielleicht haben ihm die Flanken oder die Unausrechenbarkeit gefehlt. Es wäre halt mal sehr interessant zu erfahren, was Vilanova als ultimatives Ziel sieht, wie er seine Mannschaft am liebsten spielen sehen wollte.

      • 11.1.1
        Vinnie says:

        Barcelonas Spiel um Größere Unausrechenbarkeit im Angriff (z.B. durch Flanken und Konter, auf die Barca unter Pep ja weitestgehend verzichtet hat) zu ergänzen OHNE zu sehr von der Barcelonatypischen Spielweise abzukehren ist sicher eine Herausforderung, aber m.E. auch der Weg sich der fussballerischen Perfektion noch weiter zu nähern.

    • 11.2
      Tank says:

      Stimme deiner Hauptaussage, dass das ganze eigentlich zu früh kommt, um wirklich fundierte Aussagen über Barcelona unter Vilanova liefern zu können, voll zu. Ich denke deshalb ist es auch nur der Podcast 7,5 und darum warnt MR in seinem Vorwort ja auch schon ein bisschen vor. Aber ich denke trotzdem, dass der Podcast interessant ist, weil er durch die vielen gewagten Thesen den Zuhörern und, zumindest für mich kann ich das sagen, auch den Teilnehmenden selbst neue Denkanstöße gibt. So werde ich bei den nächsten Barcelona-Spielen besonders darauf achten, ob im Allgemeinen wirklich weniger fluide gespielt wird. Hätte ich ohne den Podcast nicht.

      Eine Sache noch, die ich gestern gelesen habe: Xavi sagt, dass man wohl dauerhaft beim 4-3-3 bleibt. Die Tatsache, dass Vilanova bisher noch kein Spiel 3-4-3 gespielt hat, ist also kein Zufall.

  7. 10
    PAD says:

    Das folgende sollte eigentlich nur ein kleiner Kommentar werden und kann jetzt wahrscheinlich schon in irgendwelche Philosophie-Bereiche eingeordnet werden :D

    Ich denke, ohne weiter über Barca als durch SV.de Bescheid zu wissen , dass Vilanova einfach erstmal die klassischen Schritte eines neuen Trainers geht. Er war zwar der Co von Guardiola, dennoch ist es ein anderer Mensch, mit einem anderen Selbstbild vom Fußball. Natürlich weicht das nicht so stark von dem von Guardiolas ab, alleine schon, weil er es ja nicht ohne Einschränkungen entwickeln konnte, da er keine Verantwortung hatte(überspizt formuliert). Ich denke, er hat verschidene Möglichkeiten, die ganze Sache anzugehen:

    1. Er übernimmt die Mannschaft auf dem Stand, auf dem sie Guardiola hinterlassen hat.

    Diese Möglichkeit ist am klügsten, wenn man unerwartet den Trainer wechselt, sei es durch Schicksalsschläge oder Differenzen mit Verantwortlichen, die über den Fußball der Mannschaft hinausgehen( Norbert Meier Kopfstoßaffäre, Ralf Rangnick o.ä. als Beispiele). Die Konsequenz ist, dass die Mannschaft weiß, wie sie zu handeln hat und in der Spur bleibt. Das kann gut, aber auch schlecht sein, je nach Situation.

    Hier ist es natürlich naheliegend, da das System Barca im Grunde funktioniert hat und natürlich auch die Fans und das Umfeld ähnliches Spiel erwarten. Das Problem ist hierbei jedoch der oben angesprochene Grund, dass Vilanova eben nicht Guardiola ist und dementsprechend gerade in Extremsituationen nicht so entscheiden kann. Selbst wenn er wollte, könnte er Pep Guardiola nicht über einen längeren Zeitraum kopieren. Wenn er also an dem Punkt käme, an dem er in Extremsituationen handeln muss wird es immer schwieriger, sich in Pep hineinzuversetzen. Er würde versuchen, unsicher zu werden und sich fragen, ob er nun doch seinen, oder Guardiolas Weg weitergeht, mit der Gefahr, dass er letzteren nicht mehr vorhersagen kann. Über kurz oder lang wird er sich darüber klar werden müssen, was ihn innerlich zerreißt und sich auf die Mannschaftsleistung übertragen wird, da sie ja auch nicht mehr wissen, welchen Weg er noch verfolgt. Je nach Zeitpunkt kann dies die Mannschaft zerrütten und unbekannte Folgen auslösen.

    2. Er übernimmt die Mannschaft und gibt ihr ein neues, nämlich sein Gesicht.

    Diese Möglichkeit geht natürlich weg von der bisherigen Spielweise und scheint nicht immer schlüssig. In der hier vorliegenden Situation sollte sie aber immer die passende Alternative sein. Während die erste Möglichkeit sich eben in Situationen bewährt, in denen ein Trainer unvorbereitet seinen Platz räumt ist hier eine längere Vorbereitung von Nöten. Der Trainer sollte sich vorbereiten können, die Spieler kennenlernen und in sein Denkschema einordnen. Gerade bei Beendigungen von längeren Trainerperioden hat man häufig recht radikale Schnitte. Ein schneller Schnitt ist aber nur dann möglich, wenn der Trainer weiß, was er für Spieler bekommt, bzw für was der komplette Verein steht. Sollte dieser nämlich versuchen, ein komplett neues Schema einzustudieren wird er zumeist scheitern.

    Hier passt es natürlich ideal. Peps Abschied war wohl schon länger mehr als reine Fiktion und Vilanova hatte so, gerade nachdem die großen Entscheidungen in den Wettbewerben vorbei waren, die Möglichkeit sich schonmal über seine eigene Philosophie klar zu werden. Dass er diese nicht direkt zu 100% umsetzt hängt damit zusammen. Er hatte ja in den letzten fünf Jahren seine Ideen kaum entwickeln können, da er sie ja permanent mit der sich entwickelnden Philosophie von Pep abgleichen musste und sie dementsprechend immer an dessen anpasste, da dieser ja das letzte Wort hatte.
    Nun, da er Cheftrainer ist, liegt es am jetzigen Co, seine Philosophie an die von Vilanova anzupassen, die sich nun weiterentwickeln wird und gewiss nicht zu 100% den gleichen Weg wie Pep Guardiolas Philosophie geht.

    Eine große Rolle kommt jetzt der legendären Talentschmiede La Masia zu. Durch sie weiß praktisch jeder, wie Barcelona grundsätzlich zu spielen hat, sodass Vilanova beruhigt bei “null” anfangen kann. Diese “null” ist in Barcelona hoch einzustufen, da viele Spieler der ersten Mannschaft die Jugendakademie durchlaufen haben und so gerade auf den höhen makrotaktischen Ebenen auf Barcelona geeicht sind. Auf dieser Basis kann Vilanova jetzt sein System aufbauen und ihm seinen Anstrich verpassen. Ich denke, von nun an wird sich das Barca-Spiel immer mehr in eine Richtung fokussieren, in welche steht natürlich in den Sternen. Was mit der Zeit kommen wird, sind unverkennbare Kennzeichen, wie sie ein jeder Trainer in seine Mannschaft bringt.

    Ich möchte hier noch kurz anmerken, dass diese Überlegungen auf dem Ansatz beruhen, dass keine Philosophie ein konstantes Gebilde ist und sich dementsprechend ständig weiterentwickelt.

  8. 9
    HerrHAnnibal says:

    Zu den Themen im zweiten Teil:

    Song ist doch in erster Linie der Nachfolger von Keita. Er bringt als 8er Physis und Zweikampfstärke ins Mittelfeld. Gerade in der CL war Keita deswegen auswärts oft in der Startelf oder wurde eingewechselt um bei einer Führung die Defensive zu stärken. Als Busquets Backup ist der Kameruner sogar ein großes Upgrade zu Keita, da der Mann aus Mali im Spielaufbau teilweise wirklich extrem überfordert war.

    Zu Cesc: Er hatte seine beste Phase in der Hinrunde als falsche 9. Er beschäftigte die Innenverteidiger, ist gut im Abschluss, kann physisch dagegen halten, kann Bälle behaupten und Lücken reißen. Und er sucht eben im Gegensatz zu seinen spanischen Mittelfeldkollegen in Tornähe den Abschluss statt immer nochmal quer zu spielen.
    In der Xavi Rolle konnte er bisher kaum überzeugen.

    Auch Messi profitiert davon wenn Cesc (oder auch Sanchez) dauerhaft im Zentrum spielt. Damit ist immer ein Unruheherd in der Nähe des 16ers. die Innenverteidiger müssen ständig wachsam sein während Cesc in den Zwischenräumen lauert, steil geht oder sich zum Kombinieren anbietet.
    Nur so entstehen dann auch die Räume für Messi und das Chaos in der gegnerischen Hintermannschaft.

    Momentan ist das System mit klassischen Wingern und Messi im Zentrum sehr durchsichtig. Der Argentinier holt sich immer wieder die Bälle ab und ist viel zu weit vom Tor entfernt um gefährlich zu werden. Die Winger kleben auf dem Flügel und kein Barca Spieler steht im 16er. Das ist dann wirklich wie beim Handball und sehr einfach für die tiefstehenden Gegner.
    Das ist auch ein Grund dafür, dass Xavi derzeit so vertikal spielt und oft weit vorne zu finden ist. Da ist einfach eine sehr große Lücke.

    Hier darf man aber gespannt sein wenn Villa wieder richtig eingebaut wird. Zusammen mit Alba und Iniesta ist das eine ungewohnt starke linke Seite. Wenn Alba dann offensiv wird und auf der linken Seite für die Breite sorgt kann Villa einrücken und im Zentrum auf seine Chancen lauern….

    Grundsätzlich haben mir die ersten Spiele dieser Saison noch nicht richtig gefallen aber man sollte Tito auch etwas Zeit geben um dann im Winter ein erstes Fazit zu ziehen.

  9. 8
    HerrHAnnibal says:

    Grundsätzlich freue ich mich über den neuen Podcast aber die Themenwahl ist sehr unglücklich. Barca hatte bisher nur wenige Pflichtspiele wobei speziell die Clasicos sowieso keine Rückschlüsse auf die “Standardtakik” zulassen.
    Alves plagt sich noch mit Verletzungen herum, Alba hatte praktisch keine Vorbereitung und wird wohl erst langsam integriert… Da hätte man ruhig noch 1-2 Monate warten können. Als Barca Fan muss ich trotzdem auch einige Zeilen loswerden:

    Im ersten Teil (bis min 20) geht es um die Veränderungen, die in den bisherigen Spielen zu erkennen waren. Dabei werden viele richtige Punkte angesprochen (Viele Flanken, mit Ball ins Mittelfeld ziehende Innenverteidiger, Busquets spielt höher etc) wobei MR irgendwie nicht viel Sinnvolles beitragen kann. Sorry, ist nicht böse gemeint aber das war alles sehr schwammig und deine Kollegen relativieren deine Anmerkungen immer wieder mit gutem Recht :)

    Zum grundsätzlichen Gedanken zwischen Dreierkette und klassischem 4-3-3:
    Alves spielte doch grundsätzlich immer so extrem hoch, dass hinten Abidal und die beiden Innenverteidiger eine Dreierkette bildeten. Nach der Abidal Krankheit war die Dreierkette in der vergangenen Saison dann dazu tatsächlich keine große Veränderung.
    Alves war sogar noch ein wenig höher als klassischer Winger eingesetzt und hinten stand wieder die Dreierkette.
    Dass es nicht funktionierte ist sicherlich auch auf das fehlende Tempo Abidals und auch auf Piques generell miese Saison zurückzuführen.

    In dieser Saison musste (unabhängig vom Trainerwechsel) eigentlich eine Rückkehr zur eher klasssichen symetrischenViererkette folgen weil der Alba Transfer sonst komplett sinnlos gewesen wäre. Die Abidal Rolle kann er logischerweise ja nicht ausfüllen. Das wird im Verlauf der Saison auch der spannendste Punkt weil die linke Seite im Aufbauspiel in den vergangenen Jahren eigentlich kaum bespielt wurde.

    • 8.1
      MR says:

      Kein Problem, ruhig die Kritik klar formulieren. ;) Ich fand beim Anhören auch, dass das anfangs ein bisschen blöd klingt. Lag aber mE einfach daran, dass meine Thesen nicht so ganz auf den Punkt (=schwammig) formuliert waren, wir haben dann ja aber den Konsens ausgearbeitet, auf den ich hinaus wollte.

      “Alves spielte doch grundsätzlich immer so extrem hoch” -> Spielte er aber bisher ja noch nicht, oder? Das war ja ein Teilaspekt meiner Irritierung.

      Zur Themenwahl: Wir können das ja in ein paar Monaten noch mal machen und sehen, was sich getan hat. Wie eingangs gesagt, wollte ich das eben eh mal diskutieren und da kann man’s ja auch online stellen. :) Die nächsten Tage gibt es noch den regulären Podcast Nr. 8 mit breiterer Thematik.

      • 8.1.1
        HerrHAnnibal says:

        Das mit der “schwammigen Formulierung” trifft das Problem ganz gut…Mir wurde teilweise nicht ganz klar was du eigentlich sagen willst und die Reaktionen von Tank und RM deuten darauf hin, dass es ihnen teilweise ähnlich ging…Die waren dann recht wortkarg ;)

        Bei einigen Thesen wurde auch extrem viel spekuliert…. Die Idee, dass man im Vorfeld einen langfristigen Taktikplan für die Saison entwickelt oder schon für die Post Xavi Ära plant, halte ich für total abwegig.

        Der von euch angesprochene Plan um im Frühjahr in Topform zu sein bezieht sich ja auch die Physis und wurde auch unter Guardiola schon regelmässig angesprochen.
        Die Idee mit Xavi hast du ja dann selbst nach den Einwänden der Kollegen wieder verworfen. Es wäre wirklich schön wenn Barca so wenig Probleme hätte, dass man sich schon jetzt für die nächsten Jahre positioniert ;)

        Zu Alves:
        Im Bezug auf seine seine jetzige Rolle ist das schwierig zu sagen. Er hat ja bisher nicht immer gespielt und ist noch angeschlagen… Habe mir auch die Grafiken der Durchschnittspositionen extra nochmal angeschaut und man hat schon den Eindruck, dass es ein 4-3-3 ist wo beide Außenverteidiger gleichermassen angreifen und absichern sollten. Das war ja aber absehbar, da Alba nicht die Abidalrolle spielt und offensiver agiert. Jetzt ist die Frage ob Alves dann dauerhaft mehr defensiv absichert (und mit den Innenverteidigern eine Dreierkette bildet) wenn Alba höher spielt oder ob er auch hoch bleiben soll und dann hinten nur die Innenverteidiger und Busquets absichern…

        Aber das hängt ja auch immer mit der Gefährlichkeit des Gegners zusammen.

        Kleines Fazit nochmal:
        Hab mich über den Podcast und speziell das Thema gefreut aber finde, dass es etwas zu früh kommt und dementsprechend eigentlich noch keine verlässlichen Aussagen über den Stil Vilanovas gemacht werden können.
        Clasicos sind sowieso immer Ausnahmespiele und bisher hat man noch keine konstante Linie erkennen können.
        Darum habt ihr (eigentlich vor allem MR) teilweise sehr viele gewagte und komplexe bzw schwammige Thesen formuliert.
        Tank war der eigentliche Experte und lag mit allen Aussagen richtig während sich RM ziemlich zurückgehalten hat…

        Ich freue mich das Thema in einigen Wochen erneut aufzugreifen.

      • 8.1.2
        Zuschauer says:

        In diesem Gespräch waren vor Allem die dialogtaktischen Maßnahmen zur Kompensation von Eschers temporärem Ausfall beobachtenswert.
        Rafel übernahm hier nicht wie üblich die Aufgabe des Omniscienten sondern mehr die des Ominpresenten Diskutanten, eine Rolle in der er sich sichtlich nicht wohl fühlte. Seine besondere Stärke ist es sich in den Zwischenräumen des Dialogs zurechtzufinden, sie zu interpretieren und die Kombinationen seiner Mitdiskutanten zum Abschluss zu führen. Aus dieser hohen und sehr frei interpretierbaren Rolle bringt er zwar auch oft hörenswerte Gesprächsverlagerungen ein, doch ist sein ganzer Diskussionstil mehr auf den Gesprächsabschluss in Form von Erkenntnissen, als auf die Gesprächskonstruktion den Spielaufbau ausgereichtet.
        In seiner Rolle als tiefliegender Gesprächmacher muss er den Dialog vor Allem im Fluss halten und die anderen in Situationen bringen, in denen sie die entscheidenden Pässe spielen können. Manchmal übersah er sich anbietende Mitspieler, besonders am Anfang kam es auch zu Fehlpässen, ab der zweiten Halbzeit stabilisierte sich seine Leistung jedoch, man hatte mehr Kontrolle über das Gespräch gewonnen und durch ausgleichende Kollektivintelligenz konnte Rafelt seine Rolle nun vertikaler interpretieren. Seine besten Momente hatte er natürlich bei seinen Satzstakkatos und seinen Key-Gedanken, doch auch in solchen Momenten, machte sich der fehlende Gesprächsrythmus bemerkbar. Die Gedanken wurden zu früh gespielt, die Monologe waren nicht in das Gesamtoffensivkonzept eingebunden.
        Im Moment seines Fehlens kristallisiert sich Eschers Stärke noch mehr hervor: er diktiert den Rhythmus des Podcasts und ist bereit sich selbst zurückzuhalten, natürlich hielt auch Rafelt sich zurück, doch beschnitt er sich dabei in seiner eigentlichen Stärke oder bremste seine Vorstöße teilweise auf halbe Wege ab.
        Auch Escher zeigt vereinzelt Vertikalsätze und gedankliche Vorstöße, doch diese sind auf die Gesamtbewegung des Teams abgestimmt und können fluide aufgenommen werden, die sich dadurch öffnenden Lücken befinden sich in den für das Gespräch irrelevanten Räumen.
        Eine weitere Stärke Escher ist es, sich seinen Mitpodcastern zum Doppelpass anzubieten um so Pressingsituationen oder missglückte Angriffe aufzufangen, diesmal kam es oft vor, dass Ansätze insbesondere Tanks und auch Rafels sozusagen verdursteten.
        Es ist in diesem Zusammenhang eine Szene in der Mitte des Gesprächs zu erwähnen, in der Rafel sich dem, ohne Ball, in eine scheinbare Lücke vorstoßenden Tank zum abschließenden Doppelsatz anbot, während Maric einen seiner Diagonalgedanken aus der Tiefe in eine völlig andere Richtung spielte.
        Marics Leistung ist bis auf diese Szene jedoch tendenziell positiv zu bewerten, er rief erneut die starke Leistung aus dem ersten Podcast ab, leitete Angriffe ein, zeichnete sich aber vor Allem durch die Fähigkeit aus auf Ideen seiner Mitpodcaster schnell eingehen zu können und deren Spielzüge abzusichern.
        Tank präsentierte sich sehr offensiv man könnte fast sagen, dass er Rafels Aufgabe übernahm, jedoch auf eine andere Art und Weise, er zeichnet sich noch mehr durch seine Läufe ohne Ball aus. Seine Spielweise eignete sich sehr für den heutigen Gegner, man muss deswegen sehen, ob er sich gegen andere Mannschaften als Barcelona ähnlich stark präsentieren kann.
        Man sollte den Podcast jedoch nicht zu negativ sehen sondern eher als Hinweis darauf, zu welchen Leistungen die Mannschaft nach Eschers Rückkehr im Stande sein wird, zwar konnte Barcelona nicht entschlüsselt werden und der Versuch muss wohl als 3:1 Niederlage gewertet werden, doch darf man einem solchem Aufeinandertreffen kaum mehr Bedeutung als einem Freundschaftsspiel beimessen.
        In der Tat bin ich sogar überzeugt das wir in Zukunft noch bessere Gesprächsleistungen als bereits zuvor sehen werden.
        Fazit: Nicht aus jedem Iniesta kann man einen Xavi machen.
        P.S.: Ich rätsele seit dem ersten Podcast darüber, ob da jemand jetzt Rafel oder Rafelt heißt^^

        • 8.1.2.1
          MR says:

          Hahahaha, brillant. Kann inhaltlich auch nur zustimmen. :) Rafelt ist der Name. (Steht das nicht auch öfters im Text?)

          Zu HAnnibal: “Der von euch angesprochene Plan um im Frühjahr in Topform zu sein bezieht sich ja auch die Physis und wurde auch unter Guardiola schon regelmässig angesprochen.” Der Punkt war ja der, dass Vilanova wohl betonte, es ginge dabei eben nicht nur um die Physis. Wenn ich Lukas da richtig verstanden habe. Daher hab ich einfach mal in diese Richtung weitergedacht. Wahrscheinlich ist das grundsätzlich auch gar nicht so verkehrt, ein Toptrainer wird schon einen ungefähren Plan haben, wo die Mannschaftsentwicklung hingehen soll, aber die Detailiertheit, die ich da etwas scherzhaft skizziert hab, kann man wohl so nicht annehmen.

      • 8.1.3
        Tobias says:

        Der letzte Kommentar hat das Prädikat “Weltklasse” eindeutig verdient :D

      • 8.1.4
        Zuschauer says:

        Danke für das Lob

        Beim zweiten Drüberlesen (gute Idee, dass erst zu machen wenn ich bereits gepostets habe, nicht wahr?) fallen mir jedoch auch einige Kommata- und Rechtschreibfehler auf.

        Freut mich, dass der Text trotzdem gefällt!

  10. 7
    James says:

    Klasse Podcast, damit zeigt ihr mal wieder, dass ihr die Besten in Sachen Taktik in Deutschland seid!

  11. 6
    Miles says:

    Ich will mich hiermit einfach nur für den Podcast bedanken!

    Ich habe dann auch noch 2 Fragen:

    1. Ist ein Forum geplant? Und wenn ja, kann cih dort irgendwie unterstützend mitwirken?

    2. Könnte man hier unter den Kommentargebern eine Art taktischer Stammtisch einrichten? Dazu ist natürlich eine gewisse räumliche Nähe vorrauszusetzen, aber für mich ist das im Ballungsraum Köln recht frustrierend nur fankulturell interessierte Freunde zu haben, die mit Taktik kaum was anfangen können.

    • 6.1
      Tobias says:

      Forum soll in “spezieller Form” kommen. Sobald es da ist, können sich dort solche Stammtische organisieren. Ist eine nette Idee, die ich sicher auch nutzen würde (Raum Ruhrgebiet allerdings).

  12. 5
    skydiver1990 says:

    Sehr interessante Diskussion! Ich verfolge Barca auch ein wenig genauer, seit ich mal live im Bernabeu war und mir meine Ex-Freundin das geschenk hatte ;)

    Letzte Saison haben sie meiner Meinung nach die Fluidität etwas übertrieben… und ich fand, dass die Dreierkette zu anfällig war (das mag aber vllt auch an der fehlenden Schnelligkeit von Puyol, Pique und Mascherano liegen).

    Auf jeden Fall bin ich gespannt welchen Plan Tito verfolgt! Und danke für eure Denkanstöße! Ich werde den neuen (vorrübergehenden?) Stil Barcas nochmal mit anderen Augen sehen!

  13. 4
    tomson says:

    cooler podcast sehr interessante Thesen welche ihr aufstellt !

    Einen Punkt würde ich noch selbst noch beifügen, ohne den abgewanderten Alves, der ja ein sehr offensiver AV war, war das manchmal gespielte 3-4-3 viel mehr möglich als mit den aktuellen AV. Da Adriano und Alba nicht so viel Offensivstärke ausstrahlen wie Alves und mehr Stärken im Defensivbereich haben.
    Was auch für die mehr konservative Spielweise sprechen würde !

    Generelles Kompliment für über eure Arbeit möchte ich hier auch nochmal raushauen ;-)
    Dazu habe ich letztens euer Interview bei DRadio Wissen gehört….
    Hat mir gefallen, für alle die es noch nicht gehört haben hier der Link :
    http://wissen.dradio.de/sport-fussballtaktik.92.de.html?dram%3Aarticle_id=218070

    Viele Grüße

    • 4.1
      skydiver1990 says:

      Warum der “abgewanderte” Alves? Er spielt doch noch bei Barca… hält sich nur etwas mehr zurück!

      • 4.1.1
        tomson says:

        Ohh sorry…
        ich hätte wetten können, dass ich was gelesen hätte er hat den Verein verlassen ! Okay.. dann vergesst meine Meinung mit Alves :)

  14. 3
    Jourl says:

    Song war doch eigentlich “nur” die 2te Wahl, oder täusche ich mich?
    Barca wollte doch am Anfang Martinez bis sie festgestellt haben das sie um die 40mio € + Steuern nicht rumkommen

  15. 2
    mananski says:

    für mich hat sich barca etwas selbst entzaubert, dadurch dass sie wieder ein recht starres 4.3.3 spielen. bei pep wusste man nie, was er taktisch als nächstes auspackt, das war total unberechenbar. barca wirkt jetzt wieder mehr wie eine normale fussballmannschaft, halt immer noch mit den besten spielern der welt, aber die letzten jahre war das ja eine ganz andere kategorie von fussball, sowas hatte ich noch nie gesehen. die genialität von der trainerbank, das team besser als die einzelspieler zu machen, fehlt mir. aber es sind ja auch erst 4 spiele oder so gespielt…

    • 2.1
      HW says:

      Manchmal muss man einen Schritt zurück machen um dann wieder voran zu gehen. Nach ein paar Spielen in der Saison ist es vielleicht auch etwas früh um zu urteilen.

  16. 1
    Markus says:

    Solltet ihr das Konzept der Podcasts verstetigen wollen, dann wäre vielleicht auch (neben einem deutlicheren Hinweis, dass man diese als Kategorie auch einzeln abonnieren kann => http://spielverlagerung.de/category/podcast/feed/) eine Eintragung des Feeds im iTunes-Verzeichnis anzuraten. Bringt mehr Hörer :)

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