Donnerstag, 24.08.2017

Deutschland – Dänemark 2:1

Deutschland steht im Viertelfinale. Die guten Dänen wurden knapp, aber souverän bezwungen und dabei demonstrierte die DFB-Elf spielerische Weiterentwicklung.

Olsen ändert die Richtung, Löw macht einen Schritt nach vorn

Dänemark startete überraschend im 4-1-4-1-System, welches offenbar an das portugiesische System des ersten Spieles angelehnt war. Kvist gab „den Veloso“ vor der Abwehr und folgte Özil, während Zimling und Jakob Poulsen davor die Mittelfeldräume schließen sollten. Eriksen ging auf den rechten Flügel für den verletzten Rommedahl. Die restliche Formation war wie erwartet.

Bei Deutschland ersetzte Lars Bender den gesperrten Boateng rechts in der Viererkette und zeigte eine absolut souveräne Leistung auf der ungewohnten Position. Der Rest des Teams blieb personell wie erwartet unverändert. Allerdings veränderten sich taktisch einige Details. Das deutsche Offensivspiel gestaltete sich vielschichtiger, als in den ersten beiden Spielen.

Die Auflösung der Zuordnungen

Gegen Portugal war Deutschlands großes Problem die hohe Positionstreue der drei Angriffsspieler Gomez, Müller und Podolski in Verbindung mit den direkten Zuordnungen des zentralen Mittelfelds. Dadurch konnten sich Portugals zentrale Mittelfeldspieler auf ihre direkten Gegenspieler konzentrieren und der Defensivverbund kam in keine Zwickmühlen beim Übergeben von Gegnern, da es bei Deutschland zu wenig Wechselwirkungen zwischen Flügeln und Zentrum gab.

Diesen Mechanismus wollte Olsen offenbar auch für seine Mannschaft nutzen und spekulierte darauf, dass Deutschland die gleichen Probleme haben würden. Löws Elf zeigte sich aber deutlich verbessert und vereitelte dadurch diesen Plan. Es gab bedeutend mehr Bewegung der drei Offensiven. Gomez bewegte sich unüblich viel in die Halbräume hinein, Müller zeigte immer wieder Drifts durch die zentralen Bereiche und auch Podolski spielte ungewohnt viel im linken Halbraum, anstatt sich auf das Halten des linken Flügels zu beschränken. Gleichzeitig bewegten sich Khedira und Özil sehr frei, wichen dabei auch viel nach außen aus.

Dadurch hatte Dänemark große Schwierigkeiten im Mittelfeld und bekam das deutsche Angriffsspiel überhaupt nicht unter Kontrolle. Ständig wurden sie in 2-gegen-1 oder 3-gegen-2-Situationen im Mittelfeld überladen und Deutschland kombinierte sich Räume heraus, um die Viererkette kontrolliert anzugreifen. Auf diese Weise erspielten sie sich viele gute Chancen und hätten schon nach wenigen Minuten 2:0 führen können. Dass es zum Halbzeitpfiff erst ein Tor gab, lag an der inkonsequenten Chancenverwertung und einiger Präzisionsmängel am Strafraum. Dort verteidigten die Dänen sehr passiv und konnten so meist zwischen Gegenspieler und Tor bleiben, um die deutsche Chancenqualität gering zu halten.

Flexible Lösung der Pressingfrage

Auch in der Defensive konnte Deutschland den dänischen Plan weitestgehend vereiteln.Dafür wählten sie eine Mischung aus Angriffs- und Mittelfeldpressing. Hauptsächlich in der Anfangsphase des Spiels rückten sie weit auf und pressten gegen die Torwartkette (siehe Vorschau) bis in den dänischen Strafraum hinein.

Bei diesem hohen Pressing hatte Khedira die Schlüsselrolle inne. Er rückte extrem laufstark aus dem Mittelfeld heraus, um auf Torwart Andersen Druck zu machen. Dabei war sein Timung und Anlaufen einige Male auffällig stark – er lief so an, dass Andersen den Ball nicht links nach vorne in Richtung Bendtner schlagen konnte, sondern ihn nach rechts außen bringen musste, wo die Dänen nicht darauf warteten. Auch Gomez und Özil verhielten sich dabei geschickt. Sie positionierten sich leicht abgerückt zwischen Torwart und Innenverteidigern und machten mit ihrem Stellungsspiel gleichzeitig Pässe auf die Innenverteidiger und flache Befreiungspässe ins Mittelfeld sehr schwierig.

Dadurch bekam Dänemark in der Anfangsphase keinen Fuß auf den Boden, die langen Bälle in die rechtsseitigen Mittelfeldräume konnten sie kaum konstruktiv verarbeiten. Wichtig dabei war natürlich, dass auch die restliche deutsche Formation sehr aufmerksam mitarbeitete und keine zu großen Lücken entstehen ließ. Auf diese Weise bekamen die Deutschen erst einmal ein psychologisches Übergewicht und drückten Dänemark hinten hinein.

Dänemark fluid, aber unausgewogen

Die Dänen ließen sich vom starken deutschen Start und der baldigen Führung allerdings nicht beeindrucken und zeigten sich sehr konzentriert und geduldig, als Deutschland begann, sich etwas tiefer zu positionieren. Nun bildeten Gomez und Özil nebeinander eine kompakte 4-4-2-Formation, welche die Dänen diagonal umspielen wollten.

Dafür bewegten sich insbesondere die zentralen Mittelfeldspieler sehr fluid zwischen den Räumen des Zentrums, um Freiräume zu finden. Kvist fiel teilweise nach hinten und Agger stieß nach vorne, Jakob Poulsen versuchte den fehlenden Zehner zu kompensieren, indem er sich stark nach vorne orientierte und Zimling stopfte die entstehenden Lücken. Die recht hoch spielenden Außenverteidiger sorgten für viel Breite und Dänemark ließ den Ball gut laufen.

Dabei suchte Eriksen seine zentrale Position, driftete von rechts viel durch die Halbräume hinter Bendtner, während Jacobsen ungewohnt früh vorstieß, damit der Ajax-Spielmacher seine gewohnten Freiheiten genießen konnte. Allerdings änderte dies nichts daran, dass er eine andere Position in der Formation innehatte. Es fehlte in Abwesenheit der Stammelf an festen Mechanismen im letzten Drittel. Mit Rommedahl fehlte der Spieler, der mit Sprints in die Tiefe für spielerische Gefahr in den Strafraum sorgen kann und Dänemarks Offensive wurde trotz großer Fluidität relativ leicht ausrechenbar.

Daher bekam die deutsche Viererkette kaum ernsthafte Probleme mit den Dänen, auch wenn es diesen mal gelang, kontrolliert in die Offensivräume zu spielen. Dass das Tor nach einer Standardsituation fiel, war bezeichnend. Hier konnten sie auch in der alternativen Formation ihre einstudierten Züge auspacken – die Flanke in den hinteren Strafraumbereich mit Zurückköpfen vor das Tor ist eine Variante, die wir bereits in unserer EM-Vorschau beschrieben.

Olsen stellt den Riegel rein

Wegen des fehlenden Zugriffes im Mittelfeld, ließ Morten Olsen seine Mannschaft nach der Halbzeitpause tiefer agieren. Das Mittelfeld spielte raumorientierter und bildete oft eine Fünferkette, vor dem Abwehrdrittel machten sie kaum noch Druck.

Dadurch fand Deutschland wesentlich weniger Zwischenräume im dänischen Verbund und hatte fortan zwar noch mehr Kontrolle, aber weniger Möglichkeit, in den Strafraum hinein zu spielen. So ließen sie den Ball meistens sehr gut und geduldig zirkulieren, aber in letzter Konsequenz fehlte es nun meistens an ein paar Zentimetern Genauigkeit, sobald es in den Sechzehner hinein ging.

Ein interessantes Detail dabei war, dass Deutschland nun phasenweise ein 4-4-2 zu spielen schien; Özil war rechts auf dem Flügel, Müller ging auf links und Podolski hinter Gomez. Diese Konstellation sollte womöglich die direkten Zuordnungen Dänemarks noch stärker durcheinanderbringen, nachdem Özil gegen Ende der zweiten Halbzeit immer seltener Aktionen am Ball hatte und fast komplett damit eingebunden war, Kvist aus seiner Position zu ziehen. Es funktionierte aber nur bedingt, da die Präzision im Zentrum darunter litt; Podolski, Müller und Gomez zeigten einige kreative Ansätze, die letztlich an kleinen Ungenauigkeiten scheiterten.

Somit beschränkten sich die Deutschen etwas darauf, den Ball ruhig durch die Reihen laufen zu lassen, und spielten nicht mit letzter Konsequenz in den Strafraum. Richtige Chancen waren daher lange Zeit auf beiden Seiten Mangelware. Was allerdings positiv war, war die kollektive Konzentriertheit und Ruhe im deutschen Spiel, die man gegen die Niederlande manchmal noch vermisste. Es gab nicht wie im Spiel zuvor halbgare Aktion in beide Richtungen (Ballzirkulation und Vertikalspiel), sondern die Mannschaft war sich meistens „einig“, ob die Situation eine ruhige oder aggressive Herangehensweise notwendig machte. Dadurch gab es insbesondere keine gefährlichen, fahrlässigen Ballverluste, aus denen noch ein dänischer Konter hätte entstehen können.

Das Auskontern der Nervosität

Das austrudelnde Spiel, in dem Dänemark auf einen Treffer der Niederlande hoffte, ohne viel zu riskieren, und Deutschland mit dem 1:1 sowieso sicherer Gruppensieger war, erhielt noch einmal Spannung, als Ronaldo im Parallelspiel die Portugiesen in Führung brachte. Nun konnte sich Dänemark nicht mehr auf dem Ergebnis ausruhen, gleichzeitig wäre Deutschland bei einem Treffer der Dänen draußen gewesen. Eine spannende Endphase und die Gefahr von deutscher Nervösität lag in der Luft.

Diese Phase wurde aber nach fünf Minuten direkt abgewürgt, als Deutschland den einzigen relevanten Konter des Spiels fahren konnte und sofort das 2:1 erzielte. Bender, der aus der Abwehr durchgesprintet war, verwandelte den entscheidenden Ball und entschied das Spiel. Um in nur zehn Minute noch richtig gefährlich zu werden, fehlte es Dänemark an Durchschlagskraft. Olsen brachte zwar Mikkelsen für Jakob Poulsen und stellte damit zurück auf das gewohnte 4-2-3-1, aber Deutschlands flexible Defensiv bekam keine großen Probleme mehr. Die Dänen sind zwar spielstark, aber kein Team, das Tore erzwingt.

Fazit

Ein völlig verdienter Sieg gegen einen spielstarken Gegner, der viele Dinge richtig machte, aber letztlich individuell zu unterlegen war. Olsen stellte gute Fragen, aber Löw hatte die passenden Antworten.

Die spielerischen Probleme, die der DFB-Elf zum Turnierstart noch zu schaffen machten, scheinen sich nach und nach aufzulösen. Das Spiel gegen die Niederlande war ein Schritt vorwärts für die Zentrale, nun kommen auch die Flügelspieler zunehmend besser ins Spiel. Sollte Löw diesen Trend aufrechterhalten, kann man in den großen Spielen ein sehr starkes deutsches Team erwarten.

Als nächstes folgt aber ein äußerst unangenehmer Gegner. Griechenland wird wohl sehr tief hinten drin stehen und ist durch seine gute Physis schwer zu knacken. Man wird sehen, welche Ideen die DFB-Elf im ersten K.o.-Spiel hat.

a neuer 22. Juni 2012 um 17:22

Als neuer Gast auf dieser Seite gefällt mir zunächst mal am besten, dass sich die meisten Teilnehmer durchaus nicht für unfahlbar halten. Da ich selbst zu denen gehöre, der seit geraumer Zeit bei fast jedem Tor (egal für oder gegen wen) einen Freund, der im Gegensatz zu mir noch die Viererkette aktiv kennen gelernt hat, fragen muss, wer nun eigentlich den Fehler gemacht hat, mich auch schwer damit tue, in einzelnen Situationen zu erkennen, ob ein Spieler gerade vogelwild herum rennt oder durch seinen Laufweg an anderer Stelle Räume schafft, einige Fragen mit Bitte um gerne auch ausführliche Antworten.

Zum Thema Klose/Gomez:
Täusche ich mich, oder galt Klose lange Zeit als der ansonsten technisch limitierte Kopfballspieler mit seltsamer Armhaltung beim laufen?
Und wenn ich das richtig erinnere: Was hat sich geändert, sein Stil oder die Wahrnehmung?
Zum Dänemark-Spiel konkret, auch hier hatte er doch zwei tolle defensive Ballgewinne, soweit ich mich erinnere in der gefährlichen Phase vor Benders Siegtor. Nur hat er nicht auch beide Bälle zuvor verloren, weil er sich als mitspielender Stürmer zeigen wollte? (Ich weiß es wirklich nicht.) Die Frage wäre dann, ist er tatsächlich mehr eine Hilfe im Aufbau oder kann er auch zur Gefahr werden, es sei an die gelbrote Karte 2010 erinnert. Persönlich habe ich Sympathie für die, die rackern, aber ist taktisch immer sinnvoll?

Nun also soll für viele Gomez der technisch limitierte Zufallstorjäger sein, und ich neige trotz seiner beeindruckenden Quote oft genug auch zu dieser Ansicht. Ich frage mich nur, woher das kommt, sind es wirklich seine breit ausladenden Bewegungen, von denen oben gesprochen wurde?
Und wenn er als Kombinationsbremse bezeichnet wird, wie es auch auf dieser Seite gescieht, dann frage ich mich, ob er nicht durch seine Präsenz oft beide Innenverteidiger bindet, was Räume für die anderen schaffen müßte.
Und was seine Schußtechnik betrifft: Es sieht oft so aus, als träfe er den Ball nicht richtig, aber ist dieser häufige Verzicht auf den Vollspann das, was ihn auszeichnet und zu seiner exzellenten Quote führt. (Vgl die vielen Gerdmüllertore mit der Pieke) Weiß jemand was über Schußgeschwindigkeiten beim Abschluss, sehen die Bälle bei Gomez oft nur langsam aus oder sind sie es? (Bei Elfern bin ich mir ziemlich sicher, das er sie stets langsam UND unplaziert schießt…)
Zu Hummels/Badstuber. Ich bezweifle nicht, dass beide um Längen besser sind als Merte. Schon 2010 war der ja schon überfordert und nur dieses unerwartete Friedrich-Hoch hat die Abwehr stabilsiert, dennoch frage ich mich, ob wirklich so wenige Fehler in der IV passieren? War das Gegentor der Niederländer nicht Folge eines naiven Abdrehens nach außen? Oder war Hummels Weg der richtige, weil in so einer Situation der andere IV oder ein Sechser für den Innenweg zuständig ist.
Die Kopfballabwehr von Hummels nach einer Ecke, die zu einer Großchance geführt hat, passiert so was einfach oder war das schlecht verteidigt? (Alles das wirklich keinerhetorischen Fragen, ich weiß es wirklich nicht…)

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Stoney 21. Juni 2012 um 00:00

Ist natürlich klar, dass es erstmal nichts verändert wenn man sich da beschwert. Letztendes ja auch vieles subjektiv. Meine nur es wäre schlimm wenn keiner reagiert. Die Provokationen fruchten dann zwar vielleicht erst recht, aber wir alle zusammen haben die Chance über das nachzudenken was so medial verzapft wird, und zeigen dass wir nicht nur in unserem Winkel verkrochen 4-4-2, 4-2-3-1 zählen können sondern uns auch in der (medienpolitischen) Wirklichkeit einmischen. Ich meine es sind zwar sicher qualitativ unterschiedliche Leute hier am Start, aber so manche hier haben echt zehnmal mehr Ahnung als ich oder ein Béla und das sollte auch irgendwie Gewicht beekommen, vor allem wenn Fälle auftreten die emminent politisch werden könnten… Ich meine bis jetzt wars noch kein großes Thema in der Deutschtürkischen Community, aber w.g. ich könnte so Einiges in die Richtung nachvollziehen.

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Martin 20. Juni 2012 um 17:41

Ich finde das Spiel der Deutschen bislang sehr überbewertet und die Ausrede „gegenerische Mannschaften stehen sehr defensiv“ ist auch kein Argument. Im Spiel gegen Dänemark hat man ganz klar gesehen, dass es dem deutschen Spiel an Schnelligkeit und Kreativität fehlt. Oftmals wurden nur Querpässe gespielt und die Bewegung fehlte. Kurze Antritte, schnelle Doppelpässe und Pässe in die Schnittstellen fehlten gänzlich. Mesut Özil versuchte in diesem Spiel viel, wenn er seinen „Schatten“ abschüttelte, richtete sich sein Blick nach vorne und wollte Bälle in die Schnittstellen spielen. Jedoch bewegte sich niemand in diese Räume (Podolski blieb links außen stehen, Müller stand 3m neben özil mit Gegenspieler rechts und Gomez kam aus dem Zentrum nicht auf ihn zu um Bälle zu fordern), deswegen sah man Özil an das es ihn aufregt. Der einzige Passweg war der rückwertige Querpass auf Schweini oder Khedira, die wiederrum nur Querpässe spielten. Dem Spiel der Dänen kam es ebenfalls entgegen, dass unsere AV auch nicht zur Grundlinie ziehen sondern, Bender rechts den Ball nach hinten spielt und Lahm links mit dem Ball nach innen zieht. So entstehen keine Lücken im Abwehrverbund. Ich verstehe auch nicht warum Löw nicht Spieler wie Reus und Götze ins Spiel gebracht hat. Diese beiden Spieler haben die Qualitäten sich in 1 zu 1 Situationen durchzusetzen, durch ihre Schnelligkeit mit kurzen Sprints Räume zu schaffen oder in die Schnittstelle zw. MF und Abwehr einzudringen. Die Unterschiede in der Bewegung im deutschen Spiel wird deutlich wenn man sich im Parallelspiel das Tor zum Ausgleich von Ronaldo anschaut: halbrechts vorm dem 16er hält ein Portugiese den Ball ( in dieser Situation war Özil auch mehrfach, konnte dann aber nicht nach vorne spielen), aus dem Zentrum kommt diesem ein Spieler entgegen und will den Ball, dabei zieht dieser den IV aus dem Zentrum und eröffnet die Lücke für den Pass in den Strafraum auf Ronaldo, der in diesem Moment in die Lücke startet. Diese Bewegungen waren im deutschen Spiel nicht zu sehen, deshalb konnte Özil nicht glänzen.

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Dortmund-Fan 20. Juni 2012 um 13:14

Es ist absolut bedauerlich, dass die öffentliche Berichterstattung so wenig Taktik beinhaltet. Da bleibt genug Zeit für Oberflächlichkeiten und Randthemen, die keinen interessieren sollten. Mir fehlen auch nach den Spielen die Daten und Fakten in den großen Medien (SPON teilweise ausgenommen), die diesen Kommentatorenschwindel relativieren könnten, der zu solch populistischen Meinungen in der Öffentlichkeit führt.

Dem Zuschauer zuhause fehlt auch der Überblick, behaupte ich. Mit den neuen Spielsystemen kommt kaum einer klar und kann die Leistungen auf dem Platz beurteilen.

Ingesamt fehlt einigen Protagonisten in den Medien die Bewertungen merklich schwer. Dazu zählen auch viele Ex-Profis. Der Fußball hat sich technisch in den letzten Jahren so rasant entwickelt, dass die Unterschiede für mich schon in der aktuellen N11 zu sehen sind. Jedenfalls bilde ich mir das ein, auch wenn es aus der Ferne schwer zu erkennen ist und ich natürlich auch nicht immer richtig liege.

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FlyingStint 20. Juni 2012 um 15:55

Der Müller hatte in der PK schon irgendwie Recht, auch wenn die Kritik ihn selbst bis jetzt noch nicht wirklich getroffen hat. Erst befördern diverse Medien die Mannschaft zur Besten aller Zeiten, um dann nach gewonnen Spielen gegen Top-Ten-Teams mehr oder weniger haltlose Kommentare abzuliefern. Das ist wie bei Obama (Cheftrainer der USA), der kurz nach seiner Wahl den Friedensnobelpreis bekommen hat und nun dafür verantwortlich gemacht wird, dass die Welt noch genau so schlecht ist wie vor drei Jahren.

Besonderes die Spielweise von Özil wird oft verkannt. Wie in Madrid auch, spielt er oft den Pass vor dem Torassist. Die Spanier verstehen das, weil Xavi und Iniesta ähnliche Spielertypen sind – wenn auch noch eine Stufe besser.

Die breite Masse hat einfach keine vollständige Ahnung vom Spitzenfussball – aber jeder Depp hat einen Twitteraccount. Das ist sogar international so. Heute weiß jeder, dass Wayne Rooneys Frisur 35.ooo Pfund gekostet hat und eher „mittel“aussieht und dabei wird einfach mal hingenommen,
dass England eher zufällig Gruppenerster geworden ist

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Stoney 19. Juni 2012 um 22:23

Das Idioten auch und besonders im Internet auftauchen, und dasse s solche auch in Deutschland gibt, ist bekannt, ebenso, dass Fußballkommentatoren eher als Sprechblasenproduzenten anzusehen sind. Beides isoliert betrachtet ist kein Problem, aber dass was jetzt mit Özil war finde ich sollte dem Béla schon etwas SChamröte ins Gesicht treiben. DER Link in unserem Spiel nach vorn (ob mit Torvorlagen oder nicht) und ständig kritisiert. Jeder beneidet uns für ihn, auch die Türken. Und die mit deutschem Pass (also deutscher NATIONALITÄT) kann ich verstehen wenn sie da die Welt nicht mehr verstehen…

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Jan Furtok 20. Juni 2012 um 05:03

2012% Zustimmung

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Fussballnarr 20. Juni 2012 um 09:01

und nebenbei übersieht man dann sogar noch geflissentlich, daß Özil den entscheidenden Pass zum 2:1 gegeben hat. Ich kapiers auch nicht!

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Denis 20. Juni 2012 um 23:12

Ist ganz einfach: An negative Aussagen erinnert man sich, positive interessieren keinen Menschen mehr. Siehe auch deinen eigenen Beitrag, oder Scholls Pfannenwenderspruch, Hoeneß‘ Greenkeeper-Aussage usw. Mal so aus der Hüfte: wer kann sich an den Wortlaut eines Komplimentes erinnern?

Rezeption, wovon auch ein Rethy letztlich lebt, funktioniert leider immer besser über das Polemische.

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Braindrain 19. Juni 2012 um 20:25

Wie meist, sehr schöne und informative Analyse. Noch einige Anmerkungen und Beobachtungen von meiner Seite.

In the Analyse wird ja gesagt, dass Kvist Özil folgte, ihn quasi also in Manndeckung nahm. Ich habe jetzt nicht nochmal eine Wiederholung des Spiels im Fernsehen angeschaut, aber im Stadion selbst sah es m. E. so aus, als ob Kvist Özil nur bis zu einem gewissen Grad folgte, snämlich solange es ihn nicht zu sehr aus seinem zentralen Raum im 4-1-4-1 herausdrängte. Wenn Özil auf die Flügel auswich und versuchte dort zu überladen, wurde er von einem der anderen Spieler (meist Zimling oder Paulsen) übernommen, der ihn wiederum aber sehr, sehr eng deckte.

Diese taktische Massnahme von Olsen verhinderte meines Erachtens gerade, dass das Zentrum der Dänen frei wurde, weil der 6er zu sehr nach außen gezogen wurde und es daher für solche Pässe wie die Schweinsteigers zu den Toren gegen Holland dieses Mal gar nicht den Raum gab .

Ich würde das als eine Art raumorientierter Manndeckung beschreiben, weil Özil wirklich konstant sehr eng wie in Manndeckung genommen wurde, aber halt abhängig von dem Raum in dem er sich befand. Auf diese Weise löste Olsen das Dilemma, dass er das zentrale Dreieck Schweinsteiger, Khedira, Özil zwar sprengen wollte, zugleich aber durch ein Nach-Außen-Ziehen Özils nicht zu viel Raum in der Mitte für unsere nachrückenden 6/8er preisgeben wollte.

Überhaupt hat man jedenfalls im Stadion gut gesehen, dass die Dänen oft individuell klar schwächer (langsamer in Antritt und Endgeschwindigkeit, technisch weniger fein) waren, aber m. E. das durch eine sehr gute defensive Einteilung zu kompensieren suchten.

Es war vor allem in der ersten Hälfte auch zu sehen, dass Deutschland bei Ballverlust Dänemarks im Mittelfeld wirklich versucht hat, schnell zu kontern, aber die Konter entweder zu ungenau oder das Umschaltspiel der ohnehin defensiv eingestellten Dänen nach hinten wirklich exzellent war. Özil hat da häufiger Diagonalläufe auf die Außen gemacht (wie einst bei der WM 2010), aber der Pass zu ihm wurde meist unterbunden oder kam nicht an.

Was mich bei Podolski überrascht hat, ist, dass er wirklich konstant zuverlässig nach hinten mitgearbeitet hat, während Müller da schon mal schludert und etwas langsamer nach hinten trabt. Dafür hat Müller vor allem in der ersten Halbzeit viele öffnende Diagonalläufe gemacht, die ich bei Podolski auch etwas vermisst habe.

Überhaupt hat mich das Fussballspiel in weiten Teilen an Handball erinnert. Man spielt um den Strafraum herum und lauert auf die Lücke, in der man einen in die Spitze stoßenden Spieler quasi wie einen Kreisspieler anspielt. Die Dänen haben Özil, aber auch Schweinsteiger und Khedira, wenn sie in gefährliche Passsituationen kamen, sehr schnell zugestellt, so dass die Pässe in die Schnittstellen eigentlich nur kommen konnten, wenn früh und oft genug gelaufen wurde – das kam zu wenig. Das die Pässe in die Spitze nicht kamen, lag also nicht am zentralen Mittelfeld, sondern an den Laufwegen, die nicht gegangen wurden, da bin ich ganz bei Löw.

Zur Eckballvariante mit Bendtner. Da hat das Trainerteam m. E. zu spät reagiert. Die Deutschen spielen ja Raumdeckung beim Eckball (die großen Kopfballspieler sammeln sich größtenteils an der 5-Meter-Linie in der Zone vorm Tor) und kleinere Spieler sind dann außen oder decken den Raum vorne. Die gleiche Variante gab es ja schon beim ersten Eckball und wirkte da schon gefährlich. Schon da hätte man umstellen müssen. Beim Tor standen, glaube ich, Schweinsteiger und Bender gegen Bendtner, der sich durchsetzen konnte – erst nach dem Tor stellte Löw Hummels gegen Bendtner, danach war die Variante nicht mehr gefährlich. Ich glaube, dass daher Boateng wieder gegen Griechenland kommt, weil wir nur relativ wenige defensiv kopfballstarke Spieler haben (außer den Innenverteidigern eigentlich nur Khedira) und Standards eine Waffe der Griechen sein dürften.

Und weil verschiedentlich gefragt wurde: Ja im Stadion wurde im Laufbändern die Tore des anderen Spiels auf den Leinwänden angezeigt. Es war gefühlte 10 Minuten nach der Anzeige des 2-1 von Portugal plötzlich sehr still im Stadion, die Mannschaft spielte m. E. kurz wie unter Schock vor lauter Angst nicht das 1-2 zu bekommen. Erst als die Dänen dann mehr und mehr aufmachten und es mehr Räume gab, berappelte sie sich wieder und spielte ihre Klasse aus.

Insgesamt war der Sieg verdient, aber nicht zwingend.

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Alexander 20. Juni 2012 um 11:13

Eine allgemeine Frage an die regelmäßigen Stadion-Gänger (ich kann es aus beruflichen Grunden z.Z. nicht!):
Mir ist bei einigen Spielen der Vorrunde mehrfach aufgefallen, daß Taktik-Anweisunengen sogar von Trainern hinter Vorgehaltener Hand gegeben werden. Bei Spieler auf dem Platz z.B. bei einem Freistoß scheint mir so etwas wegen der Internationalität und der daraus resultierenden Sprachgewandheit logisch. Aber beim Trainer ?? Das würde ja bedeuten, daß Spotter im Stadion sind . Durch die zeitliche Verzögerung der Fernsehbilder scheint mir das ‚Spotten‘ der Internationalen Fernsehbilder nicht möglich (es sind ca.10-20 Sekunden!!!!). Probiert mal einen Radio-Kommentar zum “Live-Fernsehbild“ aus! Es sei den du hast Zugriff auf Regie-Bilder.
Dieses Spotten von Taktik-Infos wird immer wieder in der Handball live-Spielen der Bundesliga/CL kolportiert!

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Alexander 20. Juni 2012 um 11:18

sorry.Letzter Satz:

Dieses Spotten von Taktik-Infos wird immer wieder bei live-Spielen der Handball Bundesliga/CL kolportiert.
bin kein VerschwörungsTheorie(r)!!!!

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grasnarbe 20. Juni 2012 um 15:19

…aber ganz schön emotional dabei, wie deine beiträge zeigen!!!111

um die ko-spiele zu überleben, empfehle ich deshalb ne kalte dusche 😉

on topic: wird wohl gebräuchlich, obgleich ich das beim fussball weniger wichtig finde, weil die aktionen relativ transparent und auch langsam in der umsetzung sind. d.h., kein alles entscheidender move wie beim basketball fünf sekunden vor schluss. aber klar versucht man dem gegner so wenig informationen über die kommende taktik zu geben wie möglich.

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TMG 19. Juni 2012 um 13:55

Ist euch auch schon aufgefallen das wenn der gegner seinen Spielaufbau bei den Innenverteidiger beginnt und die Außenverteidiger der gegner schon aufgerückt sind, das özil vor zu Gomez geht um den Zweiten Innenverteidiger Anzulaufen und Deutschland dann mehr ein 4-4-2 spielt? oder hab ich da irgendwas falsch gesehen?

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Fussballnarr 19. Juni 2012 um 14:16

hab ich auch so gesehen. Stimmt! hatte es verdrängt!

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Alexander 19. Juni 2012 um 15:23

o.k. 4-4-2 in der Rückwärts-Bewegung/Pressing zugegeben aber in der Offensive ist das nicht der Fall.
Andere Baustelle: da Deutschland fast nie auf Abseits spielt
(gut so-siehe Spaniens Tor gegen Kroatien bei entsprechender Schieds-,Linien- und TorrichterLeistung ((auch der Elfmeter hätte für einen Torrichter erkennbar sein müssen- aber der Mythos der fair spielenden Spanier und der simulierenden und schnellfallenden Kroaten hat dies verhindert!!))) Image ist -fast- alles!!
versuchen sie´s mit Pässen hinter die 4er Abwehrketten -2x waren die Dänen fast erfolgreich!!
Die Lösung? Habt ihr eine ? Der mitspielende Torwart?

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Jericho 19. Juni 2012 um 15:51

Das kann nur die Lösung sein und grundsätzlich darf man sich da dann auch nicht auf eine Abseitsfalle verlassen. Natürlich kann das Wege sparen, andererseits wenn es schief geht, steht der Stürmer frei vorm Torwart. Das werde ich auch nie verstehen, wieso Verteidiger ihre Arme reflexartig hochhalten. Eventuell beeinflusst es den Linienrichter, aber viel wichtiger ist doch, dass die Situation unterbunden wird, anstatt sich auf einen anderen Menschen zu verlassen, der auch Mal einen Fehler machen kann, insbesondere wenn es enge und sehr schnelle Entscheidungen sind die man beachten muss.

Aber gut. Ein mitspielender Torwart kann da nur die Lösung sein als eine Art Libero oder Ausputzer. Neuer deutete das mal in einem Interview an, dass die Generation Torhüter, die nach ihm kommen wird, vermutlich noch weiter vorne spielen wird, zum Einen als weitere Anspielsituation für den Spielaufbau und gleichzeitig um Lücken in der Abwehrreihe zu stopfen, sollte das passieren.

Inwiefern das realistisch ist, muss man sehen. Im 1 gegen 1 außerhalb des Strafraums kann ein Torwart auch sehr schnell, sehr alt aussehen.

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Rasengrün 19. Juni 2012 um 23:16

ManU hat das zu Anfang dieser Saison ja ziemlich extrem probiert, irgendwo habe ich da mal den Begriff Keepero gelesen. Gar nicht so unpassend.

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Alexander 19. Juni 2012 um 12:45

JL (1) und unsere Mannschaft (2) sollten gewarnt sein.
(1)JL : auch System-Fußball à la Barca+Spanien hat seine Grenzen, das haben in der Saison Real Madrid und jetzt Kroatien und Dänemark eindrucksvoll, leider aber noch nicht erfolgreich gezeigt. JL scheint Spanien kopieren zu wollen. Ein solches System, welches übrigens die Russen(Sowjetunion) ab mitte der 1980 mit mäßigem Erfolg spielten, nimmt so langsam groteske Züge von Feldhandball an. Es gibt gute Gründe warum Feldhandball nicht mehr relevant ist – existiert!?
JL legt großen Wert auf die taktische Disziplin(gut so- hatten wir lange nicht) vergißt aber das Fußball noch immer -Zum GLÜCK- oft durch individuelle Klasse und Instinkt entschieden(im Erfolgsfall und auch beim Versagen) wird. Alle deutschen Tore entstanden durch Veränderung der Laufwege und Verlassen der taktischen Positionen. Mir scheint JL reagiert darauf sehr allergisch und wird wie im Portugal-Spiel zum Choleriker. Jetzt wohl eher hinter den Kulissen. Die Gehemmheit der Mannschaft in vielen Situationen und ihre kindliche und ehrliche Freude beim Erfolg dieser ansonsten abgezockten und durch-ge-managementen Profis scheint mir genauso Indiz dafür zu seien wie die erste Interview-Äußerung von LBender und Schweinsteigers Bemerkungen. Und es war kein 80m Sprint um ein Tor zu machen sonder einfach schnelles, instinktives Aufrücken nach einer Tempoverschärfung und es es genügten 3 schnelle Schritte! und kein Sprint! um das Tor zu machen. Überhaubt scheinen die LöwEN übertrainiert und müde. Auch ein Anzeichen des von mir vermuteten Autokratismus seitens JL´s.
Ich bin auch der Meinung , daß wieder Standards und Fernschüße eine größere Wertschätzung erlangen sollten und nicht als JL-Tabu gelten sollten- bei dem Potential!
(2) überhaupt die Mannschaft. Ich glaube sie ist besser als JL es ihr zutraut(sic)-
ich weiß- scheint ein Widerspruch. Aber es ist nicht solch eine JA-Sager und FußballVerwaltungsangestellten-Truppe á la Bierhoff obwohl diese gerade kräftig agieren.
Podolski ist gereift und wird in England dies weiter tuen -Start11!
Gomez- genialWeltklasse hier in dieser 1/2 bayr. Nationalmannschaft- Instinktfußballer.
Und IHR Schweinsteigers, ÖziKHediras , Boatengs, Lahms erkämpft euch die Freiheiten vom System. Hummels ein Gewinn. Bitte nie wieder Mertesacker.
Bitte nicht: Schürle !!! Auch ein Inverser der nur in die Mitte zieht! Ausfall und berechenbar wie ein Robben !!wie andere richtig analysiert haben( natürlich nicht die Medien ). Ohne Diskussionen über Gomez oder Klose neu zu entfesseln: gegen Griechenland 1 1/2 Spitzen .
NUR -MNeuer keine Freiheiten- maximal Strafraum Biittéeeee!
A propos mediale Verwurstung: dieses Expertentum-Getue und diese stichwortgebende Moderatoren sind auf dem Tieftpunkt angelangt, den die Spiele-Kommentatoren erfolgreich seit Jahren verteidigen. Das ein MScholl so etwas lostreten kann ist erschreckend.
WaldiHartmann & Co , bild…. tuen das erwartbare dazu.
Gomez hat die einzig wahre Antwort gegeben, das zeigt Größe!!
Und die Zukunft zeigte JBoateng : der analysierte kurz nach den Spiel gegen Holland so unaufgeregt, stringent und eloquent, das der verblödete Fragensteller
endlich den Mund hielt. Vieleicht scheißt ein Boateng auch mal einem JLÖW & Co
auf den Tisch.
Danke für diese Seite

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Jericho 19. Juni 2012 um 15:46

Ein bisschen widersprichst du dir Phasenweise sehr, hast aber andererseits einige interessante Gedanken angeregt. Ich versuche sie ein wenig aufzugreifen.

Ich sehe jetzt nicht, dass die deutsche Mannschaft gehemmt spielt. Man hätte am Ende den einen oder anderen Konter zum 3:1 gegen Dänemark schneller spielen können, andererseits aber auch ein unnötiges Risiko eingehen müssen. Und solche Fehlpässe machen einen Gegner auch stark. Genauso verursacht das dann auch dieses von Löw beschriebene „negative“ Laufen. Wege, die man so vermeiden kann. Ähnliches sehe ich auch mit dem Versuch zu früh abschließen zu wollen. Wie hier in verschiedenen Analysen beschrieben, sind viele Mannschaften darauf bedacht einen schlechten Abschluss zuzulassen. Ab und an geht dann vielleicht man einer rein, aber die Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass sich der vermehrte Aufwand das vier oder fünf Spieler aufrücken und einer schließt dann alleine aus 20 bis 25 Metern ab sich nicht lohnt. Punktuell gibt es sicher Momente, wo es sich anbieten kann, aber da kommt es auch auf das individuelle Gespür an (siehe Özil gegen Ghana).

Außerdem bedeutet ein Abschluss der entweder neben das Tor geht oder vom Torwart gefangen wird auch defensive Probleme. Es nimmt den Druck vom Gegner, man muss wieder weit zurück laufen und gleichzeitig kann auch ein weiter Ball vom Torwart große Teile des Defensivverbundes überspielen. Wie der Ball da dann wem zuspringt ist dann teilweise eine Fifty-Fifty Sache. Genauso kann ein spielstarker wie ein Neuer, wenn er den Ball abfängt schnell wieder umleiten und einen Gegenangriff einleiten. So ists es durchaus richtig, dass man bei der Suche nach dem Torabschluss bedenkt, in welcher Situation die Mannschaft dann ist, wenn der Ball abgegeben worden ist.

Natürlich gibt es auch Vorteile eines Distanzschusses. Eventuell geht er rein. Eventuell springt ein zweiter Ball dem Stürmer vor den Fuß. Eventuell springt er dem Gegenspieler an die Hand, es gibt Elfmeter, oder er wird unhaltbar abgefälscht. Aber die potentiellen und auch wahrscheinlicheren Risiken müssen bedacht werden.

In der Tat ist es eine interessante Frage aber auch, wieso Bender so weit aufgerückt ist anstelle von Müller. Er muss da eine Lücke gesehen haben und beim Betrachten der Wiederholungen wird zumindest klar, dass Müller sieht das Bender auf einmal vor ihm ist und er absichernd quasi Benders Position einnimmt auf Höhe der Mittellinie, um einen schnellem Gegenstoß entschlossen gegenstehen zu können.

Ich weiß nicht genau wie Löw seine taktischen Disziplinen pflegt und ich weiß auch nicht, woher du es wissen kannst, aber an Hand dieser Situation glaube ich erkennen zu können, dass es Löw wichtig ist, dass die Positionen besetzt sind und das es egal ist wer diese dann besetzt. Dies entspricht ja auch den verschiedenen Phasen des Fußballspiels. Beim Umschalten so schnell wie möglich in die für die Offensive wichtige Grundformation zu kommen und dann vorrücken. Wenn man dann den Ball länger kontrolliert, tauschen sich so langsam die Spieler dann wieder in ihre nominellen Position zurück. Auf links hat man das auch ein zwei Mal sehen können, dass Podolski und Lahm das gemacht haben.

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Alexander 19. Juni 2012 um 16:49

Natürlich müssen die taktischen Positionen besetzt werden, wurden sie auch z.B. bei Hummels Vorstößen durch Khedira und Schweinsteiger.

Ich rede auch nicht von schlechten Abschlüssen aus Zeiten des Hurra-Fußballs und davor. Ein Distanzschuß kann auch nutzbringende Reaktionen der Abwehr hervorrufen.Für den nächsten Pass oder Abschluß.
So limitiert sich die deutsche Offensive ihrer Optionen.
Abschluß bedeutet immer neue Spielsituation!!! also Umschalten auf Defensive sowie ein noch schnelleres Umschalten erforderlich macht.
Das „Einladungen´´zum schlechten Abschluß von abgezockten Mannschaften wie Portugal und Italien versucht werden, ist unstrittig . Aber auch äußerst gefährlich. Wie die Abseitsfalle!

Aber ich verstehe deinen Ansatz der Meta-Meta-Ebenen bei der Bewertung von Aufwand/Risiko/Aufrücken/negativer Laufarbeit usw. halte ihn aber nicht für relevant.
Das klingt gewichtig ist aber nur eine Variante des Unternehmensberater/Agentur/Consultant-Sprech.

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The Reverend 19. Juni 2012 um 17:48

Auf jeden Fall mal eine interessante Frage, ob Bender aus Löws Sicht überhaupt den Konter laufen durfte …

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Felix 19. Juni 2012 um 17:52

Die Frage ist schwer zu beantworten. Bei einem Ballverlust wäre die defensive Stabilität sicher gestört gewesen, aber den Raum vor ihm musste er ja eigentlich ausnutzen, wenn Müller dies nicht tut.
Und Bender hat ja auch wegen seiner Spielstärke und seinen offensiven Fähigkeiten den Vorzug bekommen. Wobei Höwedes als defensivere Alternative natürlich auch ein Seuchenjahr hinter sich hat.
Mindestens im Nachhinein wars ok 😉

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veyo 20. Juni 2012 um 15:28

In dem Interview der Süddeutschen Zeitung mit Müller steht, daß er nachdem er sah, dass Bender in den freien Raum lief er sich zurückfallen ließ und Ihm irgendwas wie:…mach du… hinterhergerufen hat.

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Flowbama 20. Juni 2012 um 18:47

Müller ließ sich hinter Bender zurückfallen und rief: „zieh durch!“

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wombat 20. Juni 2012 um 10:23

ein lustiger kommentar!

der vergleich mit dem feldhandball war gut.
als fussball-laie mit wasserball-hintergrund kann ich diesem vergleich des foristen schon was abgewinnen.
für die breite masse ist dieses selbstähnliche rasenschach oft nicht prickelnd.
für fussball-aficionados sind die spiele wahrscheinlich taktische leckerbissen.

wenn bewegung im spiel ist, kann man sich wenigstens an den technischen fähigkeiten bei den ballkreiseln ergötzen (barca), fehlt die bewegung und es gibt stehversuche, ist das sicherlich taktisch geschickt, aber ermüdend.

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Alex 19. Juni 2012 um 11:11

Wieso spielt eigentlich Khedira den offensiveren Part der Doppel 6?

Schweinsteiger ist 100 mal torgefährlicher.

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Daniel 19. Juni 2012 um 10:42

Ich habe folgendes anders gesehen:

Eigentlich zog sich Dänemark erst zurück, wenn Deutschland die erste Pressingreihe überspielt hatte. Es gab aber eine Phase in der zweiten Halbzeit da gelang den Deutschen das kaum.

Beispielsweise konnten weder Hummels noch Bartstuber ihre gefürchteten langen Pässe spielen. Man hat die IV keine Vertikalpässe spielen lassen. Gelungenes Mittelfeldpressing.
Deutschland wurde nach der Einwechslung von Schürrle und dem Siegtor von Portugal vor allem deswegen wieder gefährlich, weil Dänemark stärker pressen musste und sich so Lücken für diese Pässe ergaben.

Es wäre interessant gewesen, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn Dänemark nicht seine abwartende Haltung aufgeben hätte müssen.

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Marvin Nash 19. Juni 2012 um 10:21

Ich verstehe nicht, warum überall immer die Gomez‘, Scheweinis, Poldis und Benders erwähnt werden. DER Spieler des Turniers für mich, ist bisher Khedira. Das findet zu wenig Beachtung. selbst bei Euch, wie ich finde.

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weinsztein 19. Juni 2012 um 01:57

Dank einem Link vom Freitag (linke Wochenzeitung) lese ich heute zum ersten Mal hier mit.
Ich hätte nie gedacht, dass es eine so hochqualifizierte, diskussionsstarke Fußballseite im www gibt. Ich freue mich.

Kroatien hat gestern scheiternd angedeutet, wie Spanien zu bremsen wäre.

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Toto 18. Juni 2012 um 18:42

Im Raum zwischen Halbkreis und 16er ging es gegen Dänemark oft zu wie in einer Fußgängerzone und entsprechend war auch das Tempo im Spiel mit Ball und ohne (vor allem 2. Hälfte).
In einer Fußgängerzone gibt es Lücken, und die gab es auch in der dänischen Verteidigung. Während in der Quali unsere Jungs ihren Weg durch „ähnliche“ Abwehrriegel versucht hatten, suchen Sie ihn jetzt meistens nicht mehr. In der spanischen Presse stand zu lesen, die Deutschen wollten spielen wie Spanier, könnten es aber nicht. (sinngemäß zitiert). Ich halte das für ein Mißverständnis. Überspitzt gesagt: der Ball wird selbst beim Angriff noch verteidigt. Ich halte dieses „Klammern an den Ball“ in epischen Breite für einen Fehler. Das Ergebnis: weniger Tore für Deutschland. Denke, dass alle Gruppenspiele für D früher hätten entschieden werden können, wenn man mit stärkerem Zug zum Tor gespielt hätte. Zeitweise hatte ich gegen Dänemark den Eindruck, dass keiner mehr aufs Tor schießen wollte. Und das obwohl es einige Kunstschützen in der Nationalelf gibt. Wenn man nicht durch den Abwehrriegel kombinieren kann (um das Risiko von Ballverlusten zu vermeiden), gibt es immer noch die Möglichkeit im Strafraum auf den zweiten Ball zu gehen. Das wurde überhaupt nicht gemacht.
Meines Erachtens verzichtet die 11 auf einen guten Teil ihrer Offensivkraft. Und es ist offensichtlich, dass es sich dabei um eine taktischen Maßnahme handelt. Mein taktisches Verständnis ist nicht geschult. Würde mich interessieren, ob jemand mit mehr taktischem Sachverstand das auch so sieht.

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Felix 18. Juni 2012 um 19:09

@Toto: Ich sehe das auch so, dass ein noch ansehnlicheres und drängenderes, spektakuläreres Offensivspiel einer etwas vorsichtigeren Spielweise geopfert wurde. Das war aber auch in jedem der drei Gruppenspiele, aus unterschiedlichen Gründen, sinnvoll.
Gegen Portugal war klar, dass sie tief stehen würden und auf Konter mit den starken offensiven Außen setzen würden. Daraus folgt, dass Deutschland nicht zu stark aufrücken konnte ohne die Gefahr von sehr gefährlichen Kontern, trotzdem aber das Spiel machen musste. Ergo ein Geduldsspiel. Holland war, wie hier und sogar glaube ich im Fernsehen angemerkt, stark zweigeteilt, die (nur) offensiv starken Offensivkräfte blieben oft vorne, was auch hier dazu führte, dass Deutschland zwar oft eine Überzahl im Mittelfeld hatte, aber auch hier nicht ohne sehr große Gefahr sehr stark aufrücken konnte.
Gegen Dänemark wiederum war die Situation unsicher mit dem Unentschieden, das reichen würde und dem nicht klaren Ergebnis im anderen Spiel. Ergo war es wieder sinnvoll, nicht auf Teufel komm raus nach vorne zu spielen.
Sicherlich wären mehr Risiko und mehr Spektakel möglich, aber ich fand die taktische Ausrichtung in allen Spielen nachvollziehbar und sinnvoll und sie hat ja auch zum Erfolg geführt. Hübsch genug anzuschauen fand ich’s darüber hinaus ebenso.

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Rarehero 18. Juni 2012 um 19:24

Wenn die Mannschaft in der ersten Halbzeit ihre Chancen genutzt und frühzeitig auf 2-0 gestellt hätten, hätten wir einen sehr offenen Gegner gesehen und eine konterstarke deutsche Mannschaft. Das Spiel wäre dann wohl mit drei, vier Toren zu unseren Gunsten ausgegangen, und alle würden sich in den Armen liegen und den tollen Fußball bejubeln. Ich ziehe es aber vor, dass sich die Mannschaft klug verhält, und gestern war nach dem etwas überraschenden und blöden Ausgleich klug, nicht auf Teufelkommraus nach Vorne zu spielen, sondern zu warten, bis sich die Dänen öffnen müssen.

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Toto 18. Juni 2012 um 20:11

Einerseits finde ich die vorsichtigere „Herangehensweise“ berechtigt. Es ist schon klar, dass man mit Hurra-Fußball den Titel nicht holen wird. Wenn sich keiner mehr zu schießen traut, wird man allerdings auch keinen Titel gewinnen (höchstens den des meisten Ballbesitzes).
Andererseits muss man sehen, dass wir die Dänen aufgrund einer Schiedsrichter-Fehlentscheidung schlagen konnten (wg. des nichts gegebenen Foulelfmeters). Die zurückhaltende Taktik ist also nicht zwingend aufgegangen.
Wie Du auch gesagt hast, war die Anfangsphase unserer Mannschaft überzeugend. Da haben sie ja auch frech kombiniert.
Ist es nicht so, dass man den Gegner stark macht, wenn man seine Trümpfe nicht ausspielt?

Dazu dieses Interview mit Schweinsteiger:
TV-Reporter: „Einfach nur müde oder liegt Ihnen was auf der Leber?“
Schweinsteiger: „Ich musste leider sehr viel laufen.“
Das soll wohl heißen, er musste – wie Löw vor ein paar Tagen gesagt hat – „negativ“ laufen.

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Fussballnarr 19. Juni 2012 um 10:10

Die letzten Spiele, bei denen die NM mit Hurra Stil versuchte nach vorne zu spielen, waren: gg. Polen , 2:2, gg UKR, ein glückliches 3:3, gg. Holland ein Klasse 3:0, gg Frankreich, ein verdientes 1:2.
Viel zu viel Risiko. Wenig Ertrag. Ich wette, das hat JL genau so analysiert und entsprechend umgestellt auf das heutige, etwas „langweiligere“ Spiel.

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Boerne 18. Juni 2012 um 18:05

Ich würde es sehr gerne sehen, wenn man sich Özils Manndeckung an dieser Stelle des Tuniers zu Nutzen macht. Bspw. könnte man ihn für Pdolski nach links verschieben und zentral einen international relativ unbekannten Götze oder auch Reus bringen. Somit hätte man eine unbekannte Variable und eine gewisse spielerische Unbeschwertheit im Team (ähnlich Müller 2010). Özil und Götze könnten quasi umgekehrt rochieren, d.h. Özil zieht nach innen, Götze nach außen. Somit kann man keinen von beiden effektiv manndecken. Mit Lahm und Schweinsteiger hat man zudem gute Möglichkeiten das Spiel links zu überladen und auf rechts Müllers Stärken im Erschließen freier Räume voll auszunutzen.

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Mike 18. Juni 2012 um 16:20

Schade, dass die Dänen raus sind. Sie haben mir gut gefallen. Holland zum Glück raus, war nur individuelles Talent. Obwohl auch das hätte reichen können. wir haben zwar in der „Todesgruppe“ drei von drei Spielen gewonnen, aber das nicht nur knapp, sondern zwei Schüsse vom Gegner, die etwas anders kommen und wir sind draußen.

Alle Taktik ist für den Allerwertesten, wenn man sich ein dummes Tor fängt und ich sehe die Möglichkeit bei der Abwehr immer, so sattelfest ist sie noch nicht, wobei ich Badstuber und Hummels klar vor allen anderen IV sehe, Lahm ist sowieso gesetzt und dann müssten wir endlich mal einen für links oder rechts finden.
Die Frage ist was passiert wenn Griechenland ein frühes Tor schießt und dann dicht macht. Das ist der Test bei dem ich Bedenken habe. ein Team was das Spiel mit Deutschland aufnimmt wird verlieren, eines das tief steht und kontert kann uns schlagen. Das weiß auch Löw, deswegen spielt er so vorsichtig und auch deswegen hat er Götze und Reus nicth gebracht.
Die Wm 2010 und die Spiele gegen Holland und Brasilien im Vorfeld haben alle Nationen gewarnt. wir werden nicht mehr so einfach spielen können wie 2010.

Die Griechen haben dieses Turnier gut gekämpft und da verlieren gerade Podolski und besonders Özil gerne mal die Lust. Was Özil noch zu einem Weltklassemann fehlt ist, dass er in entscheidenen Spielen, die nicth gut laufen mal richtig dagegen stellt, er taucht meist leider ab und schafft auch kaum mehr Räume mit seinen Läufen abseits des Balles, die sonst so eine Stärke von ihm sind. Gestern war auch viel Pech bei ihm dabie, solche Spiele gibt es. Aber generell muss er mal große Spiele entscheiden.
Und Gomez lässt sich leichter aus dem Spiel nehmen als Klose und wenn er selbst nicht trifft hat er nur wenig Wert im Gegensatz zu Klose. Aber da wird Löw nicht mehr wechseln, außer bei Sperre oder Verletzung. Kann ich auch nachvollziehen.

Griechenland wird ein schweres Spiel, die werden nochmal besonders motiviert sein, durch die politische Lage, der Boulevard dort macht ordentlich Stimmung.

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Daniel 18. Juni 2012 um 17:38

Ich glaube Griechenland lebt auch viel von ihrem Nimbus. Auch wenn die Russen anscheinend großes Potential hatten, sie konnten es in dieser EM nicht abrufen und haben gegen keinen der Gegner auf einem Niveau gespielt, dass eines Europameisters würdig wäre.

Was ich damit schreiben will ist: Ich sehe England (gegen Frankreich), Dänemark und auch Italien defensiv wesentlich stärker als Griechenland, die selbst in dieser doch recht schwachen Gruppe dem Gegner zu viele Torchancen ermöglicht haben.
Gegen eine wirklich starke Offensive, die Russland meiner Meinung nach nicht geboten hat, wie Frankreich, Portugal oder auch Deutschland, müssen sich die Griechen erst noch beweisen.

Sollte Griechenland wie in dem Spiel gegen Russland tatsächlich in den ersten 15 Minuten den Drang zum Tor suchen, gehen sie wohl gegen Deutschland unter, weil die im Umschaltspiel extrem stark sind und nach Russlands Blamage auch auf solch eine Aktion vorbereitet.

Mir fällt gerade auf:
Nicht irgendwelche Bayern oder Barcelona Spiele, sondern das Dortmundspiel gegen OP zuhause, ist meiner Meinung nach genau das, was die NM in den drei Spielen der EM gezeigt hat. Das passt meines Erachtens sehr gut. In ihrer Funktion in der deutschen NM normalerweise vertikal spielende Spieler sind mit angezogener Handbremse vor allem eines: gehemmt.

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Daniel 18. Juni 2012 um 17:39

Statt „Europameisters“ hätte es wohl „Favoriten“, oder „Geheimfavoriten“ heißen sollen.

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smerk 18. Juni 2012 um 15:08

Trainer ist kein Idiot.
Hamma ja alle gelesen und gehört, oder? Löw weiss, was er tut.
Fakt ist doch, dass es der N11 mittlerweile genauso geht wie dem FCB: In der Regel stekllen sich alle hinten rein, pressen so gut sie können und setzen auf Konter. Da gibts dann so was wie Dortmund, die im Spiel gegen den Ball und im Umschalten der Wahnsinn sind. So was wäre mir in der EM moch nicht aufgefallen, vom Umschalten her vielleicht Rußland gegen Polen, das war tw blitzartig. geholfen hat`s ihn auch nichts. Und sonst? Offensiv sind Spanien und Frankreich ernst zu nehmen, der Rest: erstmal dicht machen und kontern. Das ist doch die Situation, in der Löw`s Team jetzt steckt. Wenn Du da den Hurra-Stil pflegst, den hier wohl viele wollen, dann gute Nacht. Man kann diese Defensiv-Teams nur mit Geduld und gepfelgt auseinanderspielen und muss aufpassen, dass es einem nicht so geht wie dem FCB oder Barca in der CL. Der eine Konter, die eine Unachtsamkeit, der eine Ballverlust im Mittelfeld in der Vorwärtsbewegung in der 80igsten Minute, die eine schlecht verteidigte Standardsituation und das ganze Gelaber verwandelt sich in einen großen Bottisch Sch……
Mir ist es scheißegal wie, aber ich will die Jungs den Pott holen sehen und nicht in Schönheit sterben. Die 2010er Spielweise der N11 ist von den Gegnern entschlüsselt, da kann man lange warten, dass die uns -nochmal- einen Konterfußball a la Dortmund erlauben.
Es gilt die alte Regel: Defense wins Championships, ein Tor reicht völlig, wenn hinten alles dicht ist, siehe Spanien 2010. Und wo ich anfange, meinen Kasten dicht zu machen, ist auch klar: Am gegnerischen 16er, allerdings nicht mit blindem Hurra sondern mit geduldiger, kontrollierter uns stets wachsamer Offensive möglichst ohne Ballverluste im Aufbau/Angriff.
Ich finde, die N11 macht es sehr gut, sie hat sich absolut entwickelt.
Einfach abwarten und die leute mal machen lassen.

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Daniel 18. Juni 2012 um 17:20

Dortmund kontert aber nicht, weil sie normalerweise mehr Ballbesitz haben als der Gegner. Dortmund spielt risikoreichen Vertikalfussball, wie die NM in der Vorrunde. Nur bei Dortmund funktioniert das Gegenpressing derart effektiv, dass sie trotz ihrer vielen Ballverluste kaum in Konter geraten.

Das kann keine NM, spielen, nicht einmal Spanien kann derart effektives Gegenpressing leisten. Dafür sind einfach viel zu viele Abläufe von Nöten die bei schlechter Ausführung katastrophale Folgen haben können.

Egal ob Frankreich gegen England, Spanien gegen Italien, Italien gegen Kroatien, Deutschland gegen Portugal, die passstärkere Mannschaft steht immer einer geordneten und passiven Defensive im 16er gegenüber.
Dänemark und Holland sind vor allem deswegen zur Chancen gekommen, weil die deutsche Defensive eben nicht passiv ist, sondern auch vor dem Strafraum aktiv versucht den Ball zu erobern. Dadurch ergeben sich automatisch Lücken

Es muss aber das Ziel der Deutschen sein gegen so gut wie jeden Gegner den Ball aktiv zu erobern, weswegen ich dieses aktive Spiel vor dem Strafraum begrüße, auch wenn es vermutlich etwas risikoreicher ist, als den Gegner zu einem schlechten Abschluss zu ermutigen.

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Thomas Bayer 19. Juni 2012 um 21:53

Das Gegenpressing von Dortmund funktioniert leider nur in der BL sehr gut. International ist es noch verbesserungswürdig.

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Barca-Fan 18. Juni 2012 um 15:08

Sehe ich auch so mit Khedira, positive Überraschung des Turniers.

„Ein Problem im deutschen Spiel war sicherlich, dass die Manndeckung gegen Özil aus dänischer Perspektive gut funktionierte. Welche Möglichkeiten hat das deutsche Team darauf zu reagieren?“

Özil nicht von der Mitte nach Außen ziehen lassen, sondern andersrum!
Mitte überladen, wie er das bei Real Madrid gegen Barcelona in den letzten Spielen gemacht hat. In der Mitte hatte er gegen Busquets einen schweren Stand, also hat Mourinho Kaka auf die 10 gestellt und Özil ins rechte Mittelfeld. Von dort konnte er sich ungedeckt auf die 10er Position bewegen und in dem Bereich Überzahl schaffen + Zeit haben das Spiel zu beeinflussen.

IMO mangelt es D-land auch an läufen MIT dem Ball.
Poldi und Müller haben ihre Stärken eher in den läufen ohne Ball, Özil wird auch in so eine Rolle gedrängt.
Bleiben Gomez, Khedira und Schweini mit Zeit am Ball und das sind nicht die Spieler die das Tempo anziehen und mal ins 1 gg1 gehen.
Das sind Spieler wie Reus und Götze, aber die versauern ja auf der Bank. 😉

Und keiner erwartet, dass D-land so spielt wie Spanien. Das kann niemand.
Aber es gibt viele Wege attraktiv zu spielen, Deutschland sollte bitte mal anfangen und sich für eine entscheiden.
Grad ist das diese Bayern-Rumgeschieben ohne die 1 gg 1 Aktionen von Ribery und Robben und ohne Özils Einfluss.
Gegen die Griechen reicht das sicher, aber dann??!

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Daniel 18. Juni 2012 um 16:53

Sehr gute Idee. Genau das habe ich auch gedacht. Wobei ich es eher anders machen würde. Anstatt durch Özil und seinen Bewacher die Mitte zu überladen wäre es klüger Özil plus Bewacher aus der Mitte zu ziehen (also wie gehabt) und mit einem guten Ballspieler, wie Götze, Reus, aber auch Kroos, die Mitte zu überladen.

Der Vorteil wäre dass allgemein bei zu vielen Spielern auf zu engem Raum die verteidigende Mannschaft im Vorteil ist, weil sie nur den Ball wegschlagen muss und sich auf weniger Dinge zu konzentrieren brauch. Wenn man bedenkt, dass der Manndecker von Özil allgemein ein defensivstarker Spieler sein dürfte und er in solch engem Raum nicht nur Zugriff auf Özil, sondern allgemein auf den Ball hat, ist es wohl besser ihn aus dem Raum wegzuziehen.

Ich verstehe absolut, wieso das Spiel breit gemacht wird. Spanien hat bei dieser EM schon festgestellt, was ein zu enges Zentrum bewirken kann, aber wenn ich die Chance habe einen der stärksten Defgenvispieler des Gegners dauerhaft aus dem Zentrum zu ziehen und dennoch das Zentrum mit starken Passspielern zu überladen, dann sollte ich das tun.

Mir gefällt die Kroos Idee immer besser. Er hat genau diese Position bei Leverkusen bekleidet, seine Geschwindigkeit wird ihm dabei nicht zum Verhängnis, er kennt die Laufwege der NM und hat Erfahrung in solchen Spielen.
Er spielt die 6 natürlich besser, weil er dort mit weniger Gegnern konfrontiert ist und länger vor seinen Pässen überlegen kann, aber wenn der 6er im Raum vor der Abwehr fehlt hätte er genau die Zeit am Ball.

Die Griechen werden mit Özil genau dasselbe machen und deswegen bedarf es einfach einer Alternativtaktik.

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Rotador 18. Juni 2012 um 14:54

Ja, dass wird noch ganz schlimm werden für Deutschland… nee ehrlich, ich bin zufrieden mit dem Spiel. Unentschieden gebraucht, Sieg geholt. Ich habe mich auch gefragt, ob man jetzt das attraktive Offensivspiel verraten hat, um den Holzköpfen im Lande einen Titel zu liefern. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es nicht ganz so schlimm ist. Die Mannschaft hat genau soviel dosierte Offensive geboten, wie nötig. Also am Anfang, da war die Super-Offensive aus der Quali für mich wieder sichtbar. Und bis zum ersten Tor lief das Kombinationsspiel doch richtig schön. Da dachte ich dann, jetzt haben sie die Defensive zwei Spiele lang stabilisiert und fangen an, für die nächsten Spiele wieder vorne aufzudrehen.
Nach dem Ausgleich war es dann halt eher wieder kontrollierter weniger Risiko wie in den ersten Spielen. Da stellt sich schon die Frage, ist das Respekt vor gegnerischem Scouting? Nach dem Motto, nur nix verraten? Mit den Bankspielern wurde das hier ja schon angesprochen, vielleicht gilt es auch für die Spielzüge.
Dass die Dänen dann allerdings mit einer einstudierten aber schon (auch bei Spielverlagerung, Respekt) bekannten Ecke den Ausgleich machen stellt zumindest die Qualität ders deutschen Scoutings in Frage. Wahrscheinlich haben die Scouts aber einfach den Fokus auf andere Teams gelegt.

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Bayernfan 18. Juni 2012 um 14:53

Ich verstehe nicht, warum Löw Özil nicht ausgewechselt hat. Er hat zwar eine großartige Technik, spielt aber die Traumpässe nur, wenn er viel Platz hat. In so einem engen Spiel wie gestern wären meiner Meinung nach Toni Kroos wg seiner Fernschüsse und Mario Götze wg seines überragenden Kurzpassspiels besser geeignet. Besonders Götze gelingt es in solchen Partien häufig durch seine Direktpässe Platz zu schaffen, während Özil viel mit dem Ball läuft und damit das Tempo komplett aus der Partie nimmt. Dortmund hat jedoch dieses Jahr gezeigt, dass man gegen kompakte Gegner mehr Raum schafft, wenn man direkt spielt.

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Eimeck 18. Juni 2012 um 17:39

[Götze + Kroos statt Özil]
Zwei für einen einwechseln ist natürlich die Übertaktik schlechthin 🙂

Nee, im Ernst: ich frage mich auch immer, was den Özil so unverzichtbar macht, und komme nicht dahinter. Die vereinzelten brillanten Momente können es ja allein nicht sein (solche hat Poldi auch). Ich gebe allerdings zu, dass ich ihn eh nicht mag und vielleicht einen blinden Fleck habe. Oder ist er wirklich ein Kaiser ohne Kleider?
Andererseits, was wären die Alternativen?
– Götze: geht im Moment wohl gar nicht; mangelnde Spielpraxis. Den jetzt kalt ins Turnier zu werfen, halte ich für unmöglich. Nicht auf dieser Position. (Wozu ist er aber dann überhaupt dabei?)
– Kroos: ist was ganz anderes, nämlich wie hierzublog schon erwähnt eine Feststellbremse (um nicht zu sagen „Stehgeiger“) und/oder ein Not-6-er.
– Müller und Podolski könnten auch dort spielen, fehlen dann aber außen und das ist wohl gar nicht eingespielt.
– Reus – …? Ich hoffe, das ist Jogis Plan B, aber ich glaube es nicht wirklich. Das hätte man doch mal einüben müssen…?

Also – ist Özil unverzichtbar?

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gregor 18. Juni 2012 um 17:49

ich glaube man unterschätzt da die internationale signalwirkung, die so ein stammplatz in der real-startelf bedeutet. ein spieler wie özil (oder auch einer wie gomez, der die 2tmeisten tore in der cl erzielt hat) bindet automatisch mehr aufmerksamkeit der gegnerischen defensive, was dann wiederum räume für andere spieler eröffnet. das heisst nicht unbedingt, dass die taktik mit den super talentierten, aber international komplett unerfahrenen spielern wie götze oder reus nicht aufgehen könnte; bisher hat löw eben alles richtig gemacht, auch wenn gerade özil aufgrund der sonderbewachung nicht so glänzen konnte wie er das zuletzt in der primera ab und an geschafft hat.

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 20:36

Ja, ist er wohl und mit Gomez noch mehr als mit Klose, weil seine Bewegungen _ohne_ Ball oft das Startsignal für eine ganze Kette von Verschiebungen darstellen, die ein stilbildendes Element für die NM 2012 sind. Das kann man mit keiner Manndeckung der Welt verhindern, nur dadurch, dass man die Mitte von vornherein stärker besetzt. Portugal hat zentral eine sehr kompakte Dreierformation gewählt und die Dänen haben Eriksen auf den Flügel verschoben um zentral einen defensiveren Mann mehr bringen zu können (wobei man sich natürlich fragen muss, ob dass auch ohne Rommedals Verletzung geschehen wäre, aber trotzdem…). Das scheint also Schule zu machen. Eigentlich interessant, dass Özil selbst ein gutes Mittel gegen Versuche liefert ihn aus dem Spiel zu nehmen. Auf zonalmarking wurde er wohl auch deswegen als central winger beschrieben, man könnte auch sagen falsche Zehn. 😉

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schöner ist das 19. Juni 2012 um 00:04

Özil ist deshalb so gut, weil er den Ball auch in größter Bedrängnis behaupten und durchstecken kann. Özil kann mit dem Außenrist 30 Meter Flachpässe spielen, er kann sehr genaue Flanken schlagen (WENN jemand freisteht), und wenn er vor dem Tor zum Schuß kommt, ist der Ball meistens auch drin. Wenn Dt. 3 Özils hätte, könnte man sich vielleicht sogar mit Spanien vergleichen. Man muss sich einfach mal einige Madridspiele anschauen … was er tut, hat Hand und Fuß, er spielt zwar nicht immer den riskanten Ball, aber wenn, dann brennt es auch häufig.

Dass er momentan nicht heraussticht, liegt vor allem daran, dass ihm die Abnehmer fehlen, oder wie sagte Löw so schön: „Der Laufweg bestimmt den Pass.“ – Und wo kein Laufweg ist …

Davon abgesehen, Götze würde ich auch gerne sehen, aber ich weiß nicht, inwieweit der schon wieder auf der Höhe ist und auf keinen Fall würde ich Özil aus seiner freien Rolle entfernen.

Und dass Özil scheinbar viel mit dem Ball läuft liegt daran, dass er eben schauen muss, wo jemand anders auch gerade läuft. Bei Dortmund hingegen laufen alle viel, da könnte Özil wahrscheinlich wesentlich schneller einen lohnenden Pass finden.

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Eimeck 19. Juni 2012 um 11:44

Mmh, ok, das klingt einleuchtend.
Ich werde mal versuchen, ihn vorurteilsfrei genauer zu beobachten 🙂

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The Reverend 18. Juni 2012 um 14:19

Ist es erlaubt, hier die Frage nach dem besten Mann auf dem Platz zu stellen?
Keine Ahnung, ob ich dass durch eine rosarote Brille sehe (bin aber weder Stuttgart – noch Real-Fan), aber bester deutscher Spieler der EM ist meines Erachtens nach ganz klar Sami Khedira – unser eigentlicher Regisseur. Wie seht Ihr das?

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gregor 18. Juni 2012 um 15:11

sehe ich auch so. khedira und schweinsteiger harmonieren hervorragend. beiden gelingt es sehr gut, situationsbedingt die frei werdenden räume zu nutzen. wenn sich der gegner auf özil und schweinsteiger konzentriert, macht kehdira das tempo (siehe exemplarisch seine rolle beim entscheidenden konter gegen die dänen). wenn der gegner schweinsteiger platz lässt, kann dieser glänzen und khedira hält sich zurück (siehe 2 assists gegen holland). ich glaube, 99% der schland fans ist nicht klar, was für ein juwel unser zentrales mittelfeld-dreieck mit schweinsteiger, khedira und özil darstellt. alle drei absolute weltklasse! (natrülcih kann da noch mehr kommen, aber wie bereits merfach erwähnt, wir haben hier nicht gegen san marino und thailand gespielt)

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LeFlo777 18. Juni 2012 um 15:23

Absolut. Khedira spielt auf Topniveau. Gewinnt gefühlt 120% seiner Zweikämpfe, und kommt auch noch fast ohne Fouls aus. Dadurch erstickt er viele Angriffe des Gegners bereits im Keim. Und er ergänzt sich hervorranged mit Schweinsteiger. Einzig im Abschluss ist er unterdurchschnittlich.

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Amanita Muscaria 18. Juni 2012 um 13:32

Gerade erinnere ich mich an die Szene in der zweiten Halbzeit, als Bendtner von Badstuber festgehalten wird und so nicht kontrolliert abschliessen kann:
Ein Elfmeter mit Gegentor wäre das absolute worst-case-Szenario geworden. Völlig unverdient zwar, aber so kann es kommen. Auch gegen Griechenland!!

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The Reverend 18. Juni 2012 um 13:56

Stimmt – ein Elfmeter wäre wohl berechtigt gewesen und ob man dann im restlichen Spielverlauf noch einen Konter hätte fahren können, ist nicht wahrscheinlich. Andererseits bringt einen der Konjunktiv (hätte, könnte, müsste, sollte) NACH einem Spiel auch nicht weiter.

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Amanita Muscaria 18. Juni 2012 um 14:05

+rote Karte Badstuber !!!

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Daniel 18. Juni 2012 um 16:39

Auch wenn Trikotzupfen normalerweise direkt bestraft werden muss, lassen die Schiedsrichter im Strafraum da gewisse Dinge durchgehen.

Vor allem bei Standards.

Wenn Bendtner durch den Zupfer gefallen wäre, dann hätte es wohl einen Elfmeter gegeben.

Mir ist oft aufgefallen, dass die Aufteilung zwischen Neuer und Bartstuber nicht gepasst hat. Dabei spielen die seit einem Jahr im selben Verein.
War wohl Bartstubers schlechtestes Spiel bei dieser EM

Dennoch ein solides Spiel von ihm, was etwas über seine sonstigen Leistungen sagt.

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ex 18. Juni 2012 um 13:26

wenn ich mir hier einige Kommentare durchlesen (bspw. Dortmund-Fan, dieter.heinrich, Barca-Fan) oder die Befürworter Reus/Schürrle/Götze in die erste 11 zustecken (am besten gegen Schweinsteiger&Kedira 🙂 scheinen mir diese Einschätzungen getrieben zusein von dem Wunsch nach, ich nenne es mal „Sensations-Fussball“, so wie wir ihn 2010 geboten bekommen haben.

Möchten wir uns jedoch lange im Turnier halten, hat Löw vor zwei Jahren die richtigen Entscheidung getroffen als er den Umbau nach der WM begann. Die Räume von 2010 werden wir nicht mehr bekommen und Spanien zu adaptieren ist auch keine möglichkeit.

Die EM zeigt eine defesiv und takitisch sehr stark Manschaft. Die Angriffe wirken nicht mehr Überfallartig sondern sehr Überlegt und gut vorbereitet. Wenn dann ein riskanter Offensivfussball gefordert wird in einer Situation wo der Gegener eigentlich nur durch Konter zum Torerfolg kommen kann wäre das sehr leichtsinnig.
Wenn es dann 2:1 steht, das Spiel jetzt nurnoch klug runtergespiel werden muss und man Kroos dann vorwirft das er das Tempo rausnimmt und kein Offensivfeuerwerk abbrennt… ich bin jetzt mal ganz naiv und sag das war so gewollt… nur um ein bespiel dieser Argumentationskette mal herauszugreifen 🙂

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erichbr 18. Juni 2012 um 14:07

Diese ganze schwarz-weiß Malerei verstehe ich auch nicht.
Tatsache ist das Deutschland in 3 Spielen gute Leistungen geboten hat und verdient weiter ist – natürlich kann das mit Pech alles anders ausschauen. Aber grundsätzlich muss man akzeptieren das Mannschaften wie Portugal, Niederlange und Dänemark kein Kanonenfutter sind – da ist die Leistungsdichte bei einer EM viel zu eng.

Und das Spiel gegen Dänemark war ein gutes Spiel der deutschen Mannschaft, bis auf 15-20 Minuten. Beide Tore, vor allem das erste, war schön herausgespielt.

Bislang scheint sich Deutschland auf einem hohen Niveau stabilisert zu haben.

Vor allem 2008 gab es noch starke Leistungsschwankungen – z.B. Halbfinale gegen die Türkei oder Vorrunde gegen Kroatien.

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veyo 18. Juni 2012 um 15:06

Ich schließe mich deinem Kommentar an. Neben Spanien ist Deutschland das Team, daß einen dominanten Spielstil spielt. Die gegnerischen Mannschaften (offensivstark: Portugal, Niederlande; kompakt: Dänemark) versuchten/versuchen mit eher defensiveren Taktiken (tiefer Stehen, Özil in Manndeckung usw.) den deutschen Spielfluss zu unterbinden. Trotz der Kritik, die NA würde zu langsam, zu statisch, ohne Überraschungen spielen, hat die NA 5 Tore aus dem Spiel geschossen und stand defensiv sehr stabil. Und der letzte Aspekt ist auch der wichtigste. Löw möchte eine stabile Defensive haben um dann mit der Qualität, die er in der offensive hat die Spiele zu gewinnen, und siehe da: es klappt. In jedem Spiel wurden Chancen kreiert und kaum Chancen der gegnerischen Mannschaft zugelassen (die Dänen hatte eigentlich nur 2,5 Chancen). Außerdem kann die Mannschaft defensive Riegel knacken (Portugal, erstes Tor Dänemark) oder sogar wie gewohnt kontern (Özil hat das Tor vorbereitet!!!). Daher mache ich mir bis zum eventuellen Finale mit Spanien keine Sorgen (Wie man dann Spanien knackt, wissen dann nur die Götter oder doch Löw?)

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Dortmund-Fan 19. Juni 2012 um 16:45

Man kann das von zwei Seiten sehen. Erstmal kann man Löw nicht viel vorwerfen; 9 Punkte und ein glückliches Händchen bei den Einwechslungen, wie fast bei jedem Länderspiel ohne Freundschaftsspiestatus, das kann man schlecht kleinreden und will ich auch gar nicht.

Ich sehe aber auch eine andere Seite. Da wird zum einen der Fitnessstand eines Klose oder Mertesacker als Hauptgrund für die Bank angegeben, zum anderen trifft dies aber nicht auf andere Teile der Mannschaft zu, die schwächere Leistungen als sonst abrufen.

Defensiv passt im Moment ziemlich viel zusammen, aber das Offensivspiel hinkt halt hinterher. Das ist auch nicht verwunderlich, da die meisten Teams hinten gut gestaffelt stehen. Wenn die Deutschen die Chance haben, mit etwas Platz schnell hinten raus zu spielen, dann ist man mit den Außen sicherlich gut aufgestellt. Für das enge Spiel ohne wirklichen Raum gefielen mir Müller, Podolski und Gomez aber weniger gut. Ich würde mir deshalb wünschen, einen Reus zu sehen, der solche Situationen mit seiner Klasse auch mal selbst auflösen kann. Schürrle kann das mMn auch. Vielleicht ist deren Defensivarbeit in Teilen zu verbessern, aber das hat man Podolski auch jahrelang vorgeworfen und an ihm festgehalten. Heute kaschiert man damit gerne seine Schwäche in der Offensive, wenn es vorne enger wird und eingeübte Spielzüge nicht mehr gelingen. Individuelles hat man bis auf Gomez‘ Tor bislang wenig gesehen. Ich erinnere auch noch einmal gerne daran, dass Portugal das Spiel auch hätte gewinnen können, die Niederlande nicht einen Punkt geholt haben und das Spiel gegen die Dänen in der 2. HZ auf Messers Schneide lief. Natürlich sehnt man sich da zum vertikalen, schnellen Spiel zurück. Ich denke, dass da zumindest Reus sehr gut aufgehoben wäre. Von Götze schreibe ich nichts, denn der ist wirklich nicht richtig fit nach seiner Verletzung. Und zu Kroos sage ich besser nichts.

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Rasengrün 21. Juni 2012 um 02:42

Auf Messers Schneide? Öh… nö. Ich habe ein Spiel gesehen, in dem die Dänen sich selbst dann, als die Tabellenkonstellation es eigentlich zwingend erfordert hätte, es nicht gewagt haben mal wirklich alles nach vorn zu werfen. Und kaum gab es die ersten Anzeichen davon wurde der Raum genutzt und die Nummer war durch. Die Nervosität war da wohl vorm Bildschirm größer als auf dem Platz.
In der Konsequenz werden künftige Gegner aber nur umso bemühter sein auf gar keinen Fall in Rückstand zu geraten und das vertikale Spiel vermutlich eher noch seltener zu sehen sein. Mir erscheint die deutsche NM aber gerade wegen der bewiesenen Geduld doch ganz gut dafür gerüstet zu sein. Keine halbgaren Aktionen, ergo wenig Ballverluste in gefährlichen Situationen, also kaum gefährliche Konter. Trotzdem kann es natürlich auch mal schief gehen und ein Spiel durch eine einzige erfolgreiche gegnerische Aktion verloren gehen, aber wenn dem nicht so wäre, dann könnte man sich das Turnier auch sparen und Deutschland und Spanien den Titel direkt unter sich ausspielen lassen.

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kingberzerk 18. Juni 2012 um 13:13

Eine Minute vor dem 1:1 sagte ich noch zu meiner Frau, jetzt pennen sie wieder ein, so wie die Vorbilder vom FC Barcelona, die auch gern bei Führung einschlafen (ich liebe Barça).

Dann sagte ich noch ab Minute 52, wenn Löw bis Minute 62 nicht wechseln würde, werde mein Geduldsfaden wohl reißen. Schürrle und Klose waren natürlich die bessere Wahl. So doll habe ich Özil auch nicht gesehen.

Ich kann mich der Meinung eines Freundes nur anschließen: Es wird Zeit, dass Löw endlich mal das ganze Fleisch auf den Grill legt (Götze, Reus). Damit nahm er die Bemerkung eines argentinischen Kommentators von 2006 auf, der sich wunderte, weshalb Pekerman beim Spiel gegen die Deutschen Messi auf der Bank ließ und Riquelme gegen einen Defensivspieler auswechselte (und Crespo gleich danach).

Trotzköpfig bedauerte ich schon fast, dass das 1:0 gegen Portugal so und an diesem Zeitpunkt gefallen war. Aber das ist natürlich ketzerisch und auch dumm. Nur gut, dass die Dänen mit dem zweiten Tor so viel Mühe hatten, Chancen genug hatten sie ja, und keine schlechten.

Dieses Pro-Gómez-Geplapper in den Medien ist auch der Tatsache geschuldet, dass Lesern wenig Meinung zugetraut wird. Wie schon der kicker vor der WM zeigte, als Huntelaar an kickers Liebling Gomez als Torschützen-Favorit der Liga vorbeizog: Gomez brauche diesen Titel nicht, hieß es. Leicht abzusehen, was passiert wäre, wenn Gomez tatsächlich Torschützenkönig geworden wäre.

Aber egal. Die Spanier entdecken den Stürmer neu, ich lerne dazu und freue mich, dass es einen Horizont hinter Barça gibt, der nicht nur Stoßstürmer heißt. Wäre gern bei den Strategiegesprächen von Löw und Flick dabei.

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Amanita Muscaria 18. Juni 2012 um 13:12

Die akribischen Gegner-Analysen der Sporthochschule Köln haben sicher auch Dänemarks Eckballvarianten beleuchtet.
Lahm und Bender im Kopfball-Duell mit Bendtner sah nicht nach einer durchdachten Gegenstrategie aus, erst bei den Eckbällen nach dem Tor wurde Hummels auf Bendtner angesetzt.
Gerade gegen spielerisch unterlegene Gegner sollte man zuerst die Standards analysieren!
Die Raumverteidigung bei Ecken ist pauschal angewandt riskant, besondere Gegenspieler wie Bendtner(1,94m) verlangen nach einer Sonderbehandlung!

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vinophil 18. Juni 2012 um 18:05

Löw hat dazu ja gesagt, dass er das vor dem Eckball schon ändern wollte, es aber nicht mehr durchgedrungen ist.
Bleibt natürlich immer noch die Frage, wieso man das nicht von Beginn an gemacht hat….übersehen wurde das bestimmt nicht.

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Mark Walser 18. Juni 2012 um 13:04

Danke für die wie immer spannende und differenzierte Spielanalyse. Schade, das hier in den Kommentaren immer wieder die Messlatte „utopischer Hurra-Fussball“ ausgepackt wird, statt die taktische Leistung gegen qualitiativ ebenfalls starke Gegner zu würdigen.

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vinophil 18. Juni 2012 um 18:02

1+

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Intellektuellüberfordertereventkunde 18. Juni 2012 um 19:19

absolut.

Leider zahlt ihr gerade den Preis für Eure gestiegene Popularität. Der Anteil an Kommentaren, die sich gar nicht mehr auf die Analyse der Taktik beziehen, sondern einfach die selben Worthülsen von sich geben, die man überall lesen kann, ist mittlerweile in der Mehrheit.
Die meisten haben halt weniger Interesse daran, eine neue Sicht auf die Dinge zu gewinnen, als ihre vorgefasste Meinung zum xten Mal abzusondern in der Hoffnung, sie bestätigt zu bekommen.
Nach der EM wird sich das hoffentlich wieder geben.

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Booby 18. Juni 2012 um 20:18

+2

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The Reverend 18. Juni 2012 um 12:52

Eines der Mankos in den letzten Turnieren, war ja, dass die DFB Elf mit ihren Einwechslungen dem Gegner ab HF keine Überraschungen mehr bieten konnte (bestes Beispiel HF gegen Italien Einwechslung von Odonkor statt evtl. Asamoah bei der Heim-WM, worauf die Italiener dann vorbereitet waren). Ich denke, dass deswegen Löw mit Varianten Schürrle, Reus, Götze solange als möglich wartet, um im HF (gegen Frankreich?) und evtl. Finale gegen Spanien noch neues zu präsentieren. Ansonsten hätte man jeden einzelnen in der 3er Offensivreihe klar schon mal ersetzen können.

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Wettinho 18. Juni 2012 um 12:44

Ich glaube viele hier haben nicht verstanden, dass nicht nur Griechenland sondern ab jetzt alle Gegner ausser Spanien sich hinten rein stellen werden.
Deutschland ist nach der WM wieder mehr gefürchtet und zwar bei allen. Ins offene Messer zu laufen wird keiner mehr riskieren.
Darüber hinaus hat es Löw verpasst Kapital aus der besten Bank des Turniers zu ziehen. Es werden immer Klose und Kroos eingewechselt, weil die 2 wohl am unzufriedensten sind. Auch wenn die Einwechslung taktisch keinen Sinn macht.
Sollte man doch in Rückstand geraten, glaubt Löw wirklich, dass er einfach einen Reus oder Götze einwechselt, die keine Minute gespielt haben und die auf ein Mal ihr Potential zeigen?

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Meerschwimmer 18. Juni 2012 um 16:53

>>> glaubt Löw wirklich, dass er einfach einen Reus oder Götze einwechselt, die keine Minute gespielt haben und die auf ein Mal ihr Potential zeigen?

Genau damit „überrrascht“ Löw ja regelmässig nach scheinbar mässigen Leistungen seiner Kaderspieler: Friedrich (2008), Podolski & Klose (2010), Hummels gegen Portugal, Bender-Lars gegen Dänemark. Löw kennt die Qualitäten seines Kaders offenbar besser als die meisten anderen.

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Wettinho 18. Juni 2012 um 19:12

Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt war das alles in der Vorrunde. Ich glaube nicht, dass man einen einfach im Halbfinale und Finale rein schmeißt und hofft, dass er die große Überraschung wird.
Eine bessere Gelegenheit als im Viertelfinale wird er nicht kriegen.
1. Es ist schon ne andere Hausnummer sein Debüt gegen Griechenland zu geben als gegen Portugal, Frankreich oder Spanien.
2. Gegen Griechenland kann ein Reus oder ein Schürle schon mal beim Dribbling den Ball verlieren ohne, dass das eiskalt ausgenutzt wird. So kann man sich Selbstvertrauen holen.
Ohne dass man Angst haben muss beim kleinsten Fehler könnte man für das Aus verantwortlich sein.

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urn 19. Juni 2012 um 12:03

Meine Hoffnung beruht auf dem Überraschungsmoment, wenn ein Gegner wirklich drängen muss. Reus kann dann sehr wertvoll sein, ohne dass Gegner sich schon auf ihn eingestellt haben, weil er schon vorher mehrfach gespielt hat.
Sollte Reus jedoch gar nicht kommen, sehe ich in der Tat verschenktes Potenzial. Müller läuft und arbeitet viel, aber der Gladbacher ist ihm technisch und vom Antritt her voraus.

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Marc 18. Juni 2012 um 12:40

Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Dänen immer so gelobt wurden und auch diesmal als „spielstark“ bewertet werden.
Im Endeffekt hatten sie einen wirklich gut herausgespielten Angriff, der mit einem Pfostentreffer endete. Der Rest war Sich-hinten-rein-stellen und auf einen Konter (oder Eckball) hoffen.
Außerdem finde ich es bedenklich, dass sie auch nach Portugals Ausgleich nicht wirklich mehr in die Offensive investiert haben. Wie können sie „spielstark“ sein, wenn sie keine zwei vernünftige Angriffe in einem Spiel zusammenbringen??? Nur weil sie halbwegs gut verteidigt haben?

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Curabay 18. Juni 2012 um 21:21

Die Dänen hatten neun Torschüsse, während die Yogibande gerade drei Torschüsse mehr, also zwölf Torschüsse hatte. Vielleicht hilft das schon ein bisschen beim Verständnis.
Dazu kommt, dass der Olsenbande ein Elfer (die Badstuber-Bendtner-Aktion) nicht zugesprochen wurde. Zu diesem Zeitpunkt wären die Dänen weiter gewesen, wenn sie den verwandelt hätten und Deutschland wäre draußen. Auch bei ein paar Prozent (10) weniger Ballbesitz, den die Dänen hatte, gehört auf dem Level schon eine gehörige Spielstärke ; )

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Fussballnarr 19. Juni 2012 um 09:54

@Marc
So wie ich das sehe, hat Dänemark als taktisches Mittel gg Deutschland gewählt defensiv zu stehen und schnelle Konter auf Bendner zu spielen. Das hat m.E. nicht viel mit einer vermeintlichen schwachen Spielstärke zu tun, sondern war taktische Wahl, wahrscheinlich aus Respekt vor Deutschlands grösser eingeschätzter Spielstärke. Nichts desto trotz ist Dänemark ein zäher Gegner, der nicht zufällig auf No 9 der Weltrangliste steht. (Und in den Top 10 sind 3 Südamerikaner davor)

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Happyman 18. Juni 2012 um 11:52

Vielen Dank für die Analyse und an alle Vorredner für die (meistens) sehr fachkundigen Kommentare.

Ich fand das gestrige Spiel der deutschen Mannschaft sehr gelungen und über weite Strecke absolut souverän und teilweise auch sehenswert.
Man darf bei den hier geäußerten Kritiken mal nicht vergessen, dass wir eine EM spielen und auch wenn wir noch nicht beim perfekten Spiel angekommen sind, immerhin als einzige Mannschaft die Vorrunde mit 9P. absolviert haben. Es geht hier darum ein Turnier zu gewinnen, und nicht den Schönheitspreis für 1 perfektes Spiel.
Dementsprechend müssen einige taktischen Zwänge, die dem Zuschauer das Spiel unattraktiver machen, nun mal erfüllt werden.
Sicherlich hat auch Löw immer wieder betont, dass wir attraktiven Offensivfussball spielen wollen, aber der Sieg muss an erster Stelle stehen. Und gegen tief gestaffelte Mannschaft wird es weiterhin ein Geduldsspiel werden, dass über weite Strecke langsam und behäbig aussehen kann.

Für das Spiel gegen Griechenland erwarte ich Ähnliches. Sollte uns kein frühes Führungstor gelingen, kann das ein ganz zäher Kick werden mit tief gestaffelten, zweikampfstarken, disziplinierten Griechen.

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blub 18. Juni 2012 um 11:28

Ich fand das Spiel ziemlich gut, von beiden seiten.
Dänemark hat mit seinen Möglichkeiten gut gespielt und Deutschland hat mir zumindest zu beginn sehr gut gefallen.

Im Offensivspiel war das gegenüber den ersten 2 spielen ein fortschritt, die kleinen ungenauigkeiten die zu beginn bei einer solchen mehr fluiden spielweise passieren waren nicht so schlimm und kommen nunmal vor, besonders wenn derjenige der das am besten beherrscht(Özil) kaum am spiel teilnehmen kann.

Als die Dänen das mitlaufen aufgegeben hatten udn sich am stafraum verbarrikadieren war das „rumgerenne“ nicht mehr so wirkungsvoll, weil einfach die Räume auf die man rauswollte nicht mehr da waren (und in den 5er kombinieren ala spanien ist halt schwer mit Gomez als kombinationsbremse)
trotzdem hätte man gegen Ende der ersten und in der 2. Halbzeit den ball besser laufen lassen können. mehrfach standen Spieler ind er 4erkette mir riesigen raum nach hinten hin, den man hätte anspielen können, aber der Antritt kam äußerst selten.
(in dieser Phase hätte ich Kroos für Özil gebracht, der beherrscht so ein Spiel besser)

Btw sind tempowechsel nicht genau das was Spanien FEHLT und nicht das was sie auszeichnet?(außer man stellt sich so blöd an wie die iren)

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Flattermann 18. Juni 2012 um 13:04

„…weil einfach die Räume auf die man rauswollte nicht mehr da waren (und in den 5er kombinieren ala spanien ist halt schwer mit Gomez als kombinationsbremse)“

Das OM der Spanier : Iniesta, Xavi, Silva
Das OM der Deutschen: Podolski, Özil, Müller

man vergleiche nur die Qualitäten dieser Reihen und dann kann man schon erahnen, welche Mannschaft besser in den 5er kombiniert. Das hat nur sehr geringfügig mit Gomez/Torres zu tun.

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Druffundewerre 18. Juni 2012 um 11:07

Zur Veranschaulichung ein kleiner Nachtrag: Mir wurde als Spieler als Ideal eines flüssigen Kombinations- und Bewegungsspiels vermittelt: „Aus der Bewegung in die Bewegung“.
Heute stehen die Abwehrreihen offenbar so dicht, dass selbst bei Spitzenmannschaften der Ballführende den Ball aus dem Stand einem Mitspieler in den Stand zupasst bzw. zupassen muss.

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Usedomspotter 18. Juni 2012 um 10:33

Ich empfand das Spiel im Vergleich zu Portugal und den Niederlanden eher als Rückschritt. Nach wie vor schwache Chancenverwertung, in der zweiten Halbzeit lange Zeit gefährlich passiv und ohne richtigen Zugriff auf das Spiel. Dazu noch ungewohnt viele Abspielfehler, weil die Laufwege nicht stimmen.

Da ist noch viel Luft nach oben.

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Jojo 18. Juni 2012 um 10:10

Als erste Mal: Interesante Analyse.

Zu den vielen eher kritischen Stimmen, zum deutschen Spiel. Kann das anhand dieses Spiels nicht in der teilweise starken Form nachvollziehen.
MMn haben wir eine starke deutsche 1 HZ. gesehen, von einem Totalausfall der 3er reihe kann wirklich keine Rede sein.
Wir hatten viele Chancen (haben leider nur eine Genutz) und haben aus dem Spiel fast nichts zugelassen.
In der 2. HZ hat Olson reagiert, obwohl die Dänen noch ein Tor brauchten, wusste er dass es nicht so weiter gehen kann. Die Dänen stellen sich also im 9 Man-Block im letzten/ersten Drittel auf.

Und genau hier kommt dann die Kritik auf.
Ich habe irgendwie das Gefühl das früher die Mannschaft die sich hinbten rein stellen kritisiert wurden (vorallem wenn sie eigentlich noch ein Tor brauchen),
aber heute zu Tage Zeit Barca und mit Abstrichen Spanien die Mannschaft die gegen die Tiefe spielen muss kritisiert wird, weil sie den kompakten Block nicht so überwinden kann wie Barca teilweise.

Gegen eine so defensive Positionierung sehen auf hohem Niveau bis auf Barca und mit Abstrichen Spanien alle Mannschaften unattraktiv aus.
Das man bei einem 1:1 (was reichen würde), einem 1:1 im anderen Spiel (so dass es sowieso reichen würde) und mit dem Wissen das die Dänen irgendwann auch mal wieder kommen müssen, da sie noch eins brauchen, dass man unter all diesen Bedingungen das Ganze geduldig spielt, ist für mich, logisch und richtig.

Manchmal bei der Kritik am „Ballrumgeschiebe“ und der Kritik das das Hinterlaufen und die Flanken fehlen, denke ich das sich manche den Fußball einer anderen Zeit zurückwünschen.
Spiel auf die Außen und so lange Flanken bis sich ein Stürmer mal im Strafraum durchsetzt.
Oder Spiel durch die Mitte, wenn der Gegner es zulässt Lochpass (was heute fast kein Gegner einfach so zulässt) oder Distanzschuss.

Dann sollten wir aber 442, mit Schmelzer, Lahm RV, und Klose + Gomez voirne drinn spielen. Özil raus, ins Mittelfeld neben Schweini einen Defensiven der fets schießen kann (Hitzelsberger 😉 )

Also ok, etwas polemisch, was ich nur sagen will, ein Spiel ist nicht immer attraktiv, gegen einen gut stehenden 9 Block eigentlich so gut wie nie.
Lieber habe ich den Ball und mache damit nichts sonderlich konstruktives, als das ich was unkonstruktiven mache (Ball nach vorne hauen) und dann der Gegner die Chance kriegt.

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erichbr 18. Juni 2012 um 11:02

Ich finde das Löw das Spiel anschließend sehr interessant vor allem in Bezug auf Dänemark bewertet hat: „Dänemark hatte kein Interesse zu gewinnen“.

Ich versteht die überaus negativen Bewertungen des deutschen Spiels eh nicht.
-Dänemark hatte aus dem Spiel heraus 2-3 gefährliche Situationen, ansonsten haben Sie wohl Standards trainiert wir kein anderes Team.
– Dänemark stand bis auf 1-2 Spieler ausschließlich mit 2 Blöcken hinten drinnen, obwohl sie gewinnen mussten

Meines Erachtens war ausschließlich die Chancenverwertung Mangelhaft. Ansonsten muss man einfach respektieren das Dänemark richtig gut war und in der 1 oder anderen Gruppe wohl weitergekommen wäre.

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vinophil 18. Juni 2012 um 17:57

Full ack! Nur in der Spanien/ Italien Gruppe wäre es knapp geworden. Nebenbei bemerkt: wenn Dänemark nicht das späte Tor gegen Portugal bekommen hätte, wären die beiden Punkt- und Torgleich gewesen….

Irgendwie sind ganz viele Bewertungen unausgewogen; entweder alles Mist oder alles Bestens. Und außerdem wird die Stärke des Gegners auch nicht entsprechend gewürdigt.

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Jericho 19. Juni 2012 um 11:08

Generell finde ich es unter diesen Gesichtspunkten auch sehr schwer einen Spieler zu bewerten. Vielleicht ist das auch gar nicht notwendig, etwas bewerten und somit messbar machen zu wollen? Einen richtigen Maßstab wirst du da auch nie wirklich finden können. Vor allem als Außenstehender.

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Druffundewerre 18. Juni 2012 um 09:40

Hallo,

mir fiel auch bei dem gestrigen Spiel auf, dass es in der Offensive der dt. Mannschaft viele Situationen gab, in denen der Ballführende in den Stand kam. Dies war insbesondere auf den Außenpositionen der Fall. Ein ehemaliger Trainer von mir sagte mal den klugen Satz: „Wenn der Spieler, der den Ball hat, steht, steht das ganze Spiel.“ Das kann ja nicht das Ziel der angreifenden Mannschaft sein, denn wenn das Spiel steht, muss ich es als ballbesitzende Mannschaft erst wieder in Bewegung bringen, um Räume zu schaffen.

Auch in anderen Spielen, auch in anderen Gruppen, kommt es nach meinem Empfinden oft vor, dass der Ballführende in den Stand kommt und das Spiel dann wieder neu „eröffnen“ muss. Dieses Schicksal trifft offenbar vor allem Mannschaften wie Spanien und Deutschland, die sehr dominant und ballsicher agieren.
Ist das „Stehen“ das Ergebnis einer sich steigernden und anpassenden Defensive, die die Räume in Tornähe extrem gut zustellt und so die schon öfter zu beobachtenden Handballmomente (langsames Spiel um den Kreis) hervorruft?
Ich will nichts herbeireden, aber war die CL-Saison von Chelsea vielleicht ein Vorbild für spielerisch (vermeintlich) unterlegene Mannschaften?

Es wäre nett, wenn einige ihre Meinung zu diesem Thema einstellen würden.

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Datschge 18. Juni 2012 um 11:08

Gut beobachtet mit dem Stand. In meinen Augen ist das ein Resultat der generellen Defensivorientierung so ziemlich aller Mannschaften bei dieser EM. Ein Offensivfeuerwerk, welches gut stehende Defensiven geknackt hat, haben wir bisher nicht gesehen. Von Russland, Italien und Frankreich wohl am ehesten, die haben/hatten aber unter dem Ungleichgewicht einer eher schwächeren Defensive zu leiden. Kurioserweise waren im Gegenteil die traditionell und aus der Qualifikation für ihr Defensivstil bekannten Mannschaften, die bisher die meisten Gegentore bekommen haben. Den Balanceakt hat bisher niemand perfekt hinbekommen, währenddessen ist das Niveau des Defensivsspiels mit Vorbildern wie Chelsea weiter gestiegen.

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 20:17

Wenn die Spielsituation insgesamt sehr statisch wird (also stehend…), dann kann es auch ein ganz einfaches Mittel sein das aufzulösen. Einfach mal den Fuß auf den Ball und abwarten wer sich jetzt wo bewegt. Ich bin generell immer eher dafür den Ball statt der Spieler viel laufen zu lassen… Was die taktischen Trends angeht, so scheint mir das eine zum anderen zu gehören. Es gibt eine gewisse Tendenz hin zur Ballbesitzorientierung bei den spielerisch starken Teams, was in Bezug auf die Chancen heißt, dass man eher versucht Qualität statt Quantität zu generieren. Chelsea hat sozusagen die Komplementärstrategie angewandt und versucht nur Chancen niedriger Qualität zu erlauben und dafür in Kauf genommen, dass es von denen dann ziemlich viele gibt. Das ist insofern auch für schwächere Nationalmannschaften attraktiv, weil es mit erstaunlich wenig komplexen Mitteln umsetzbar ist und so Abstimmungsproblemen vorbeugt.

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Rajol 18. Juni 2012 um 09:20

Ich hör immer Schürrle, Schürrle. War das nicht der, der in der Kicker Rangliste der letzten Saison bei fast allen mitgemachten Spielen den hervorragenden 148 Platz belegt hat. Nun soll das Knorrgesicht plötzlich den Erlöser geben? Geht´s noch?
Zu Podolski: In der Hinrunde der letzten BL war der der effektivste Stürmer überhaupt. An der linken Außenlinie, zu der er meist taktisch verdammt wird, um in der Mitte Platz zu schaffen, ist er total verschenkt!! Hätte Löw ihn da gelassen, wo er bis ins Alter von 22 Jahren spielen durfte, nämlich mehr in der Mitte, so wäre er jetzt schon – und das mit 27 Jahren – für Nationalmannschaften der erfolgreichste Torschütze aller Zeiten! So siehts aus.

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OJDD 18. Juni 2012 um 10:12

Dem kann ich nur beipflichten!

Schürrle ist noch limitierter als ein Podolski scheinbar sein mag. Klingt vielleicht hart, aber für mich ist Schürrle nicht mehr als ein „Robben-für-Arme“. Podolski macht es im Rahmen seiner taktischen Vorgaben mMn sehr gut. Dazu kommt, dass das ganze Gerede um ihn dazu führt, dass er sich auch kaum noch traut, mal abzuschließen. Da gab es gestern sicher zwei Situationen, wo man auch einfach mal schießen darf. Aber das ist generell ein Problem, dass zu wenig geschossen wird. Finde ich.

Ich kann nur hoffen, dass die Auswechslung Podolskis gestern eher Belohnung (für eine gute Leistung) als Strafe war.

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Dortmund-Fan 18. Juni 2012 um 11:56

Schürrle ist limitierter als Podolski? Da musst du aber nochmal genauer hinschauen, wie ich finde.

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OJDD 18. Juni 2012 um 13:43

Schürrle kann eins: nach innen ziehen und schießen.

Wie gut das mit Lahms Spiel harmoniert wurde schon mehrfach erwähnt.

Dass Deutschland 5 Tore gegen die Schweiz bekommen hat, lag unter anderem auch daran, dass Schürrle quasi nicht nach hinten gearbeitet hat.

Dass Schürrle gegen einen RV gut aussieht, der schon 70 Minuten in den Beinen hat, liegt in der Natur der Sache. Darum bringt man ja auch frische Leute.

Einen taktischen Mehrwert hatte die Einwechslung Schürrles jedenfalls nicht.

Fazit: Dann doch lieber mit Podolski!

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BMN 18. Juni 2012 um 13:46

Schürrle und Podolski haben unterschiedliche Qualitäten.

Podolski spielt in der Nationalmannschaft mittlerweile deutlich risikoärmer als im Verein. Er geht im DFB-Dress selten in Dribblings oder spielt meist vor dem Tor lieber ab als selber abzuschließen, aber auch erst seit er LA im Mittelfeld spielt. Das Podolski auch Gegenspieler ausspielen kann hat er in der letzten Bundesligasaison für Köln mehrmals bewiesen bspw. beim Tunneltor gegen Hannover. Bei Köln spielte er auch nicht so positionsgebunden, fast ausschließlich auf links, sondern tauchte überall mal auf. Falls es gestern jemanden aufgefallen ist in der 1.Hz war Podolski auch kurz mal auf rechts zu sehen, ich denke er ist mit dem Spiel gestern endgültig im Turnier angekommen.

Schürrle neigt dazu den Ball zu leichtfertig zu verlieren. Das mag bei Leverkusen auf seiner offensiveren Position in der Mitte nicht so gravierend sein, aber als LA gegen solche Gegenspieler bei der EM ist es einfach nur naiv und gegen Dänemark wäre es auch fast zweimal passiert auf Höhe der Mittellinie. Ich sehe Schürrle auch keinesfalls auf links in der Zukunft ehrlich gesagt sehe ich ihn auch in den nächsten Jahren auch nicht als Stammspieler. Man sieht bei Bayern bzw. Robben das ein einfüssiger inverser Außenspieler meist auch einfacher zu verteidigen ist, da er nur nach Innen ziehen kann oder den Ball zurückspielen muß. Der Mittelfeldaußenspieler kann auch nicht verlangen, das bei jedem Angriff der Außenverteidiger die Grundlinie entlang läuft, um Räume zu schaffen oder als Anspielstation für den inversen Mittelfeldspieler da dieser nicht flanken kann mit dem „falschen“ Fuß. Der Verteidiger wäre dadurch recht schnell platt und außerdem wäre bei Ballverlust die Seite vollkommen offen was vielleicht beim Stand von 4:2 gegen die Schweiz egal ist, aber bei einem 2:1 gegen die Niederlande doch bitte unterlassen wird. 😉

Wobei ich noch anmerken möchte, das Schürrle von der Qualität eines Robben noch deutlich entfernt ist auch wenn es für Robben gerade unglücklich läuft.

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OJDD 18. Juni 2012 um 13:56

Deswegen ja „Robben-für-Arme“… 😉

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Fabian 20. Juni 2012 um 12:26

Die ganze Diskussion um Podolski oder Schürrle halte ich für irrelevant. Die taktische Grundausrichtung des deutschen Teams wird exakt die gleiche sein. Beide Spieler sind stark im Torabschlusss und beide ziehen gerne in die Mitte. Ich würde gerne eine Heatmap der beiden sehen. Oder eine Statistik mit den defensiven Zweikampfwerte der Beiden über die gesamte Saison. Ich gehe nicht davon aus, dass die Unterschiede gravierend sind. (Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, wo ich Heatmaps zu einzelnen Spieler finden kann)

Aus taktischer Perspektive wäre es interessanter zu fragen, welche Veränderungen es mit sich brächte, wenn Löw Kroos oder Götze auf dem Flügel spielen lassen würde. Bisher sah er beide rein in der Mitte als Back-up für die Zentrale, wobei gerade Götze aufgrund seiner defensive Zweikampfschwäche ein gewisses Risiko birgt.

Mit einem Wechsel auf den Flügel könnte sich Özil leichter seiner Manndeckung entziehen und Kroos oder Götze könnten seine Rolle in der Zentrale übernehmen. Das Spiel wäre unberechenbarer.

Zudem benötigen Podolski und Schürrle Räume in die sie hinein starten können. Diese wird es wahrscheinlich gegen Griechenland nicht geben.

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Tobias 20. Juni 2012 um 13:33

Die Heatmaps findest Du für alle Bundesligaspiele in der Spielmatrix von bundesliga.de

Ich denke nicht, dass Özil auf dem Flügel sich der Manndeckung entziehen kann. Im Gegenteil, er wird durch Außenverteiduger und den zugehörigen Mittelfeldspieler ständig gedoppelt werden. Außerdem kann er von dort nur schwer die Angriffe organisieren und die entscheidenden Lochpässe spielen. Demgegenüber hat eine nominelle Position im Zentrum den Vorteil, dass Özil durch das Rochieren (ich meine die kurzfristige Positionsänderung, oder ist das Rotieren??) auf den Flügel einen unvorsichtigen Sechser aus dem Zentrum ziehen kann. Das hat gegen Holland ja gut geklappt, die Dänen waren in der Übergabe leider flexibel genug.

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daniel 18. Juni 2012 um 09:15

Mal eine Frage an die Jungs hier.

Es wird immerzu behauptet, dass Löw auch deshalb Poldi den Vorzug blässt, weil er anstatt der anderen Varianten einen linken Fuss zum flanken hat.

Ich finde das dahingehend komisch, da Poldi – so kommt es mir vor – viel weniger Flanken schlägt als die rechte Seite. Eher ist es doch so gelagert, dass Poldi mit dem linken Fuss Lahm nicht die Möglichkeit nimmt, invers zu spielen, sowie zB. Schürrle dies Gestern das ein oder andere mal getan hat. Hinzukommt, dass er – und das behaupte ich einfach mal, dass dies Löw auch so sieht – einer der wenigen Spieler auf diesem Planeten ist, der von Links kommend mit Links auf höchstem Niveau abschliessen kann. Dies ist eine Eigenschaft, die ungeheuer selten ist und die Löw ausnutzen will. So kann er einen Spieler aufstellen, der breit steht und Lahm ein inverses Spiel ermöglicht, aber zugleich Torgefahr ausstrahlt.

Dies ist eine seltene Kombination, die meines Erachtens ausschlaggebend ist für seine Bevorzugung, trotz seiner Formkurve.

Ps: was viele immer wieder missachten, ist dass Löw nicht nur aus Loyalität und rRisikoangst sein System nicht ändert und andere Spieler (Götze, Reuß etc.) nicht bringt, sondern ganz einfach aus der Tatsache heraus, dass er a) weiss, dass sie individuell und im mannschaftskonstrukt funktionieren und b) diese verlässlichkeit im Nationalmannschaftsbereich noch um einiges wichtiger ist, als im Clubbereich, da hier die Wechselwirkungen und das taktisch mannschaftliche gefüge viel seltener trainiert werden kann. Deshalb Frage ich mich oft, ob einige denken, dass realfussball PlayStation Fußball ist, wo man einfach Personen x-beliebig austauschen kann, ohne eine horrende Summe an Wechselwirkungen bedenken zu müssen, die letztlich zu vermeidbaren Fehlern führen.

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Bayern-Fan 18. Juni 2012 um 12:16

Full Ack. Wie eine nicht-funktionierende Mannschaft in einem Turnier abschneidet, kann man deutlich an den Niederländern sehen und – regelmäßig in den Turnieren der letzten 10 Jahre – an Portugal bzw. Brasilien, in das diese Mannschaften mit großen Einzelspielern als Mitfavoriten gestartet sind.

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daniel 18. Juni 2012 um 13:12

Kurze Frage. Was heisst ack? Bzw. Full ack.

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typhson 18. Juni 2012 um 13:23

Volle Zustimmung (=

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 20:06

ack(nowledgement) = Bestätigung. Die Abkürzung bezeichnet ursprünglich ein TCP-Datenpaket, dass die erfolgreiche Übertragung rückmeldet.

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Fabian 18. Juni 2012 um 09:05

Danke für die gelungene Analyse. Ich halte die Kritik vieler meiner Vorredner für übertrieben. Die Dänen sind schwer zu spielen, da sie unglaublich kompakt stehen. Aber ab der 52. min hatten die Dänen keine gelungene Aktion nach vorne und mit dem hohen Anteil an Ballbesitz kontrollierten die Deutschen fast immer das Spiel in der Hälfte der Dänen.
Ein Problem im deutschen Spiel war sicherlich, dass die Manndeckung gegen Özil aus dänischer Perspektive gut funktionierte. Welche Möglichkeiten hat das deutsche Team darauf zu reagieren?

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Dortmund-Fan 18. Juni 2012 um 08:46

Ohne die Vereinsbrille aufzuhaben, aber ist euch eigentlich in den drei Spielen auch schon aufgefallen, dass es immer gefährlich wurde, wenn Hummels in der Spieleröffnung die 6er überbrückt hat und es danach ausschließlich und einigermaßen schnell durch die Mitte ging? Dieses langatmige Geschiebe funktionierte wirklich nur gegen die behäbigen Niederländer.

Und zu Schürrle: Der kam rein und hatte in relativ kürzer Zeit zwei richtig gefährliche Szenen. Zudem hat er gezeigt, dass er kein Problem hat, 1 gegen 1 oder sogar 2 zu gehen. Da sind Podolski und Müller auf den Außen doch beschränkter. Müller war gestern für mich der schwächste Deutsche. Zwar bemüht aber technisch nicht in der Lage, richtig Gefahr auszustrahlen. Reus hats bestimmt mit einem weinendem Auge wahrgenommen. Dass Schürrle mit rechtem Fuß auf Links das Spiel meist in die Mitte zieht, ist für mich ein Vorteil. Es mag ja aufgehen, über die Außen und durch ein Ziehen in die Breite die Abwehr knacken zu können, aber dann stehen die Angreifer meist eh schon gedeckt im Zentrum. Für mich ist es ein Vorteil, in die Mitte ziehen zu können um abzuschließen. Außerdem sieht der moderne Fußball es vor, dass Flanken auch vom AV geschlagen werden. Da muss ein Lahm/Boateng sich auch hinterfragen, wobei ich deren Rollen ansonsten gut vertreten sehe.

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Felix 18. Juni 2012 um 09:57

Nur mal um die unterschiedliche Wahrnehmung zu betrachten: für mich war Müller gestern der stärkste deutsche Spieler. Seine Läufe waren für mich entscheidend dafür, dass das Offensivspiel wesentlich variabler war als in den vorherigen Spielen und das war für mich eine zentrale Verbesserung.

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Dortmund-Fan 18. Juni 2012 um 10:46

Läuferisch ist Müller nichts vorzuwerfen. Da bin ich bei dir. Aber so gesehen müsstest du eigentlich Khedira als stärksten Deutschen auf der Eins haben. Der war um einiges variabler.

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Stefan 18. Juni 2012 um 08:26

Prinzipiell finde ich es super wenn so schnell schon Berichte von euch zu den Spielen kommen. Leider merkt man dann oft, das es eben „Schnellschüsse“ sind… Qualitativ tut ihr euch und auch uns sicher eher einen Gefallen wenn es ein bisschen länger dauert, dafür aber dann inhaltlich besser ist. Diese schnell hingeschusterten Berichte haben nicht das Niveau das man bei euch sonst kennt und dann eben auch erwartet.

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C 18. Juni 2012 um 04:20

Wie immer sehr interessant. Was vll eine Erwähnung wert gewesen wäre war eine wirklich herausragende Kombination bei der das Pressing der Dänen umspielt wurde in der 83. Minute (also ab 84:00)

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Kees 18. Juni 2012 um 03:33

Frage: Gibt es irgendwelche statistischen Hinweise, dass deutsche Mannschaften
(NM oder Vereinsmannschaften) Probleme beim Verteidigen gegen Ecken (oder
Standards) haben?

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 06:47

Berechtigte Frage, wurde neulich auch in den Kommentaren bei zonalmarking aufgeworfen.

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Tom 18. Juni 2012 um 11:46

Jepp, Werder hatte die Rückrunde arge Probleme beim verteidigen von Ecken. Allerdings gibt es bei Werder keinen deutschen IV, bzw. ein deutscher Nationalspieler.
Eventuell sieht es da eher für Deutschland gut aus, weil Sokratis von Werder kommt, auch wenn meist ein anderer seinen Gegenspieler verloren hat.
Trotzdem mal ein paar Ecken versuchen..
Aber die rechte Seite muss erst einmal ordentlich beackert werden. Von da können auch gut scharfe Flanken auf Gomez kommen. Löw wird schon seine Antworten finden.

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Boerne 18. Juni 2012 um 02:30

Ich finde es schade, dass in euren Analysen nahezu nie auf Standardsituationen eingegangen wird. Meiner Meinung nach sollte die taktische Zuordnung, Raum- oder Manndeckung, offensiv- und defensiv-Varianten auch in euren Ausführungen berücksichtigt werden. Wie will man Standards verteidigen und wie will man sie bestmöglich verwerten? Ich finde im heutigen Spiel, in dem so oft diese Situationen ausschlaggebend sind, sollten diese auch mehr Berücksichtigung in euren Analysen finden!

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dieter.heinrich 18. Juni 2012 um 02:21

Vielen Dank für die schnelle Analyse.

Ich würde Barca-Fan’s kritischer Sicht mal zustimmen wollen. Für mich (ausm Fernseher) sieht das Spiel bei weitem nicht so gut aus, wie es in den Medien (nicht unbedingt hier) gemacht wird.

Die offensive ist weitgehend iddenlos, das alte van gaalsche Ballgeschiebe – kein Wunder mit sovielen Bayern – ist eben nicht „spanisch“, weil die Tempi-wechsel machen und nen viel stärkeren Drang zum Tor haben.
Die Breit wird kaum ausgenutzt, Lahm und Podolski harmonieren nicht gut, weil keiner hinter läuft und die Ecke nutzt, und mal flankt.
Oder sind Flanken heute wegen Konergefahr ganz out? Oder weil wir nur 1 Mann Sturm spielen?
Ohne Außen – Flanken bleibt nur der Wehg durch die Mitte, aber da scheinen mir die Laufwege nicht gut abgestimmt, oder es ist viel zu eng. Deswegen gehen auch kaum 2te Reihe Schhüsse, das Zentrum steht mit Abwehrspielern voll.
Ausserdem ist der Aufbau zu langsam, wenn man mal nicht alle Gegner hinterm Ball hat wird nicht zügig genug gespielt, oder? Seht ihr das alle anders? Ist das Taktik? Oder fehlende Vorbereitungszeit?

Auch in der Defensive muss man sagen, dass doch einiges geht, also heute der Pfostenschuss der Dänen + die Bendtner Aktion (sagte schon jemand über mir). Wenn ich mir da spielstärkere Gegner vorstelle..

Und warum brechen wir in der zweiten Häfte ein – war schon gegen Holland so, da war alle Konzentration weg..

Ideen um das Spiel nach vorne besser zu machen? Wie wär es gegen die Griechen mit Schürrle oder auch Reus, (gegen Podolski), oder vielleicht mal mit zwei Stürmern, weil an den Strafraum werden wir gegen Griechenland schon locker kommen, aber in-the-box is die Leere..

Wollen wir hoffen dass es gut geht..

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TheSoulcollector 18. Juni 2012 um 07:40

Find ich schon merkwürdig, wie hier immer gefordert wird, dass Reus oder Schürrle für Podolski reinkommen sollten um dadurch zu mehr FLANKEN zu kommen. Schürrle ist Rechtsfuß, das hat man gestern wieder deutlich gesehen. In der einen Szene zieht Lahm mit dem Ball am Fuß nach innen und Schürrle macht 1 m neben ihm den absolut gleichen Lauf. Die wären sich beinahe umgerannt. Und solche und ähnliche Situationen sah man nicht nur einmal. Wenn beide nach innen ziehen, wer soll dann Flanken? Hinterlaufen geht eben nicht, wenn man einen Rechtsfuß als AV auf der linken Seite hat. Deshalb braucht man einen Linksfuß vorne.
Auf der rechten Seite ist das anders. Weil Müller dort der Spieler ist, der eher nach innen geht und dann eben Özil oder der RV den Flügel besetzen können.

Und gegen die Niederlande sind die Deutschen nicht „eingebrochen“. Wenn man 2:0 führt und der Gegner offensichtlich Probleme mit seinem Spiel hat, dann fährt man eben etwas zurück um Kräfte zu sparen.
Und nach dem 2:1 Anschluss hat Deutschland wieder etwas angezogen und den Vorsprung doch ruhig über die Bühne gebracht.

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Felix 18. Juni 2012 um 09:54

Ich habe auch diesmal in der zweiten Hälfte keinen „Einbruch“ gesehen. Dänemark hat sich halt wahnsinnig tief hinten reingestellt und Deutschland drumherum gespielt, ohne viel zu riskieren, was bei der Situation so Sinn machte. Fand im Übrigen auch das Offensivspiel gut und frage mich wieviele Chancen denn manche sehen wollen!? Es hätte halt in der ersten Halbzeit mal noch eine der Gelegenheiten reingehen dürfen.

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Flowbama 18. Juni 2012 um 09:59

“ In der einen Szene zieht Lahm mit dem Ball am Fuß nach innen und Schürrle macht 1 m neben ihm den absolut gleichen Lauf. Die wären sich beinahe umgerannt.“

Die Szene ist mir auch in Erinnerung geblieben. Das ist nunmal das Problem bei zwei Inversen auf einem Flügel. Andererseits hat man außer Schmelzer keinen Linksfuß auf der Bank und ich weiß nicht in wie weit Schmelzer ernsthaft eine Option wäre^^

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ClaudioCannigia 18. Juni 2012 um 12:21

Ich fand das deutsche Spiel auch nicht so stark.

Positiv fand ich zwar, dass die Deutschland bis zum Schluss versucht hat, das Tor zu machen und nach vorne gespielt hat. Es wurde auch immer wieder versucht, den spielerischen, sprich kombinatorischen Weg zu suchen.
Aber an der Ausführung hat mir da noch einiges gefehlt, vor allem im “letzten Drittel” (werde ich jetzt der Einfachheit halber synonym mit “Offensive” verwenden) und in der zweiten Halbzeit:

Ich fand die Spielzüge wurden im Spielverlauf insgesamtin zu durchsichtig, es hat ein Überraschungsmoment gefehlt. Das lag mE daran, dass der ballführende Spieler meist allein gelassen wurde und die Mitspieler sich nicht ausreichend von ihren Gegenspielern gelöst, sondern sich hinter ihnen versteckt haben. So konnte der Ball auch nicht irgendwo gefährlich hingespielt werden und es wirkte alles etwas statisch. Das könnte man mit Defiziten im “Spiel ohne Ball” bezeichnen. Warum läuft sich ein Spieler nicht frei und zeigt, dass er den Ball haben möchte? Auch das Kreuzen hat mir gefehlt, dass Räume und Bewegung schafft. Dadurch war halt nur wenig Bewegung im Offensivspiel. Es wirkte fast so, als seien die deutschen Spieler irgendwie gehemmt, denn gezeigt haben sie sowas ja schon.
Dann frage ich mich bei Löw’s Spielerverwendung, warum er denn nicht mal einen Spieler mit mehr Explosivität und Kreativität (wie zB Götze) oder Torgefahr (wie zB Reus) einwechselt. Alle reden über sie, aber gespielt haben sie bislang noch nicht. Einem Müller, der oft im Gegenspieler hängen blieb, oder Özil, der bei Real über 40 Spiele gemacht hat, hätte man mal eine Verschnaufspause geben können (oder auch Götze auf links für Poldi). So wäre vielleicht mehr Frische und mehr Überraschungsmoment ins deutsche Spiel gekommen. Ich sehe die Gefahr, dass sie uns auch im weiteren Turnierverlauf nicht helfen, wenn sie nicht vorher schon ein paar Mal eingwechselt wurden und sich ein wenig in die Mannschaft einspielen konnten. Gerade gegen Dänemark oder Griechenland könnte man so ein “Risiko” doch mal gehen, wenngleich ich da gar kein so großes Risiko sehe, in Anbetracht der Erfahrung und Leistung, die diese Spieler doch schon haben bzw. zu der sie fähig sind. Da finde ich Löws Einwechselverhalten ehrlich gesagt zu risikoscheu und zu unflexibel. Man weiß ja jetzt eigtl. schon vorher, wen er bringen wird.

Ich sehe also vor allem Bedarf an spielerischer Steigerung im letzten Drittel, dh mehr Spiel ohne Ball in der Offensive, wodurch ein schnelleres Tempo gegangen und das bestehende Kombinationsspiel verschärft und gefährlicher werden könnte.

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BenSchreck 18. Juni 2012 um 01:38

Achja, liebe Spielverlagerung.de:

Könnt Ihr mir nochmal erklären, was die Pfeile im Diagramm bei den Spielern bedeuten?

Meiner Anischt nach müßte der Pfeil bei Özil entschieden länger nach links, rechts und vorne zeigen/länger werden. Das Teil von Bender reicht nicht aus, um sein Tor zu erklären.

Übrigens: hätte Khedira so gespielt wie dargestellt, hätte Deutschland sicherlich verloren (gar nicht nach hinten gearbeitet?). Und N. Bendter hat sich echt rein überhaupt nicht bewegt?

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MR 18. Juni 2012 um 03:08

Die Pfeile skizzieren grob die taktischen Bewegungen der Spieler. Wenn ein Spieler keinen Pfeil hat, bedeutet das, dass er entweder sehr positionstreu gespielt hat (auch dabei kann man sich viel bewegen) oder in Ausnahmefällen kann das auch mal heißen, dass kein dominantes Muster in den Bewegungen erkennbar war und wir zur Übersichtlichkeit daher auf die Pfeile verzichten.

Wir können nicht jeden einzelnen Lauf der Spieler (Bender beim Tor) in der allgemeinen Grafik berücksichtigen, sonst hätte jeder Spiele ja Pfeile nach überall. Die Fläche der Grafik begrenzt uns dabei auch, weshalb wir auf ein paar weniger relevante Details auch immer verzichten müssen. (Beispielsweise hätten Zimling und Kvist einige Pfeile bekommen können.)

Insbesondere bei durchgängigen Läufen (also bis an den Rand des Spielfelds, Außenverteidiger-Vorstöße, Özil-Ausweichen u.ä.) soll die Länge der Pfeile auch nicht den Endpunkt markieren, sondern die Frequenz jener Läufe.

Und tatsächlich Khediras Defensivarbeit war ja tatsächlich sehr vorwärtsgerichtet. 😉

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Barca-Fan 18. Juni 2012 um 01:22

Sehe Deutschland überhaupt nicht so stark in den letzten Spielen.
Kein Tempo, keine Überraschungsaktionen, ewiges Ballverschleppen und keine Konsequenz in den Angriffen.

Die Tore waren Zufallsprodukte (abgefälschte Flanken, Abstauber oder durchgerutschte Bälle) und 2 Tore gegen Holländer, die katastrophal verteidigt haben und Schweinsteiger alle Zeit der Welt gelassen haben um 2 Pässe zu spielen.

Defensiv räumt Hummels viel ab, aber wenn ich sehe, wie oft die Dänen, Holländer und auch Portugiesen in dem Raum zwischen den 8ern und den zwei IV zum Ball kamen… das kann nicht gut enden und das ist der Nachteil, wenn man keinen richtigen 6er auf dem Platz hat, der genau diese Räume zustellt.

In der Vorwärtsbewegung stehen sich lahm und Poldi immer auf den Füßen. Da hatten selbst die Dänen bessere Ansätze im Spielaufbau.

Und wieso Özil immernoch auf der 10 spielt und von dort nach Außen gedrängt wird, statt ANDERSRUM und Kroos/Götze auf der 10, weiß ich auch nicht.

Özil kann ja ausweichen auf die Flügel, wenn ihn einer von 2 6ern verfolgt und dann das selbe passiert wie gegen die Holländer.
Aber die Dänen heute, die Spanien und auch Italiener z.B die verteidigen dann auch beide 8er von Deutschland und das die Offensiv nicht so Qualitäten haben wie Özil oder Kroos, Götze, Reus ist ja nix neues.

Da kommt mit Griechenland vllt. ein undankbarer Gegner, weil das wieder über paar Schwächen und Probleme hinwegtäuschen kann.
Denn die sind IMO klar da.
l

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fussballdiaspora 18. Juni 2012 um 08:37

Zustimmung.

Es bleibt der bittere Beigeschmack, dass in der Mannschaft viel Potenzial verschenkt wird – das auf der Bank sitzt oder in taktischen Vorgaben erstickt wird.

Von einer Verbesserung der spielerischen Probleme habe ich gestern sehr wenig gesehen. Die offensive Dreierkette ist aus meiner Sicht immer noch dicht am Totalausfall, nicht nur Podolski.

Özil leidet an schubweiser Fallsucht, Müller an sich selbst (hat der einen Zweikampf gewonnen?).

Bei Schweinsteiger gab es gestern immerhin ein, zwei Götterfunken, sonst ist nach vorn sehr wenig zu sehen (bitte kommt mir nicht mit Kroos – der hat gestern in den wenigen Minuten gezeigt, was für eine wundervolle Feststell-Bremse er darstellt).

Lahm hat sich bemüht, Bender auch ein paar Impulse gesetzt, Khedira auffällig gut in der Defensive.

Heulen könnte ich, wenn ich Hummels spielen sehe. Die Rückpässe auf Neuer, der die dann blind nach vorn ins Nichts, Seitenaus oder zum Gegner bolzt; das Querpassgeschiebe auf Badstuber, der dann zu Lahm oder Schweinsteiger spielt. Defensiv stark, offensiv an der Kette – wie verschenkt.

Neuer flattert zweimal in der eigenen Hälfte herum, als gäbe es ein Hornissennest im Torraum.

Auch wenn die Nationalelf ins Endspiel kommt oder gar Europameister wird, bleibe ich extrem enttäuscht. Das erinnert mich doch zu stark an alte Zeiten.

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Mario 18. Juni 2012 um 08:50

Hallo,

bist du sicher, dass du gestern das Spiel Deutschland gegen Dänemark gesehen hast?

Viele Grüße

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Flowbama 18. Juni 2012 um 09:40

Kann es sein, dass sich die Erwartungshaltung einiger Leute an ein paar gut ausgespielten Kontern der WM 2010 bzw. an zwei Freundschaftsspielen 2012 (Holland & Brasilien) orientiert? Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, inwieweit Mannschaften uns mit ihrer Spielweise wieder derartig weit entgegen kommen werden.

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Felix 18. Juni 2012 um 09:49

Kroos wird als „Feststell-Bremse“ eingewechselt und erfüllt dann genau diese Aufgabe. Kann man ja auch bei einer Führung mal machen, auch wenn natürlich das Konterspiel bei der WM spektakulärer war. Hummels und Badstuber eröffnen für mich brauchbar, sehr angenehm, da zwei Leute stehen zu haben, die das so gut können. Gerade die offensive Dreierkette, inklusive des von mir nicht über die Maßen geschätzten Gomez, fand ich gestern sehr stark. Wahnsinnig gute Bewegungen (Müller mal wieder unglaublich gut dabei), gute Kombinationen. Özils Ideen funktionieren bislang im Turnier nicht so wie sonst schon oft, aber auch bei ihm sind die Laufwege ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Spiels.

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Fußballnarr 18. Juni 2012 um 11:31

@ Barca Fan und @ Diaspora
bin echt baff……
da spielt Deutschland (als No.3) in seiner Gruppe gegen die Nr. 4, die Nr. 9 und die Nr. 10 der Weltrangliste, gewinnt alle drei Spiele (das erste aufgrund der letzten 8 Minuten ein wenig glücklich, No2 und 3 hochverdient, wenn auch knapp) und dann wird über die mangelnden Fertigkeiten der Kicker und Trainer hergezogen, daß die Schwarte kracht.
Offen gestanden verstehe ich die Welt nicht mehr. Wenn man gegen solche Gegner alles richtig machen würde, wären das auch keine ernst zu nehmenden Gegner. Die Gruppe hiess nicht umsonst Todesgruppe.

Antworten

fussballdiaspora 19. Juni 2012 um 13:39

@Mario: Ja, definitiv 🙂 Grüße zurück.

@Flowbama: Selbstverständlich habe ich eine Erwartungshaltung (wenn du mich gemeint haben solltest), allerdings nicht an 2010 orientiert und schon gar nicht an den Ergebnissen.

Für mich ist das Spiel wichtig, ich schaue Fußball nicht, um einen Europa- oder Weltmeister zu bejubeln, sondern zuallererst wegen des Fußballspiels und seiner intelligenten Dynamik.

Ergebnisse täuschen allzu oft.

Sehe ich dann das Ballgeschiebe oder einen Toni Kroos, der bei einem Gegenangriff in aussichtsreicher Position vor dem Strafraum abdreht, bin ich enttäuscht. Entweder konnte der nicht oder Löw wollte nicht – und beides muss ich nicht mögen.

Ich fürchte, Löw hat einen Turnierplan und der setzt voll auf „Erfahrung“ + Hummels. Und es macht mir keine Freude, dem zuzuschauen. Europameister – geschenkt.

@Fußballnarr: Ergebnisse und Ranglisten sind Nebelbänke, die über das Spiel hinwegtäuschen. Und mich interessiert das Spiel und genau das hat mich bitter enttäuscht.

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Fussballnarr 19. Juni 2012 um 14:10

@Diaspora
„Ergebnisse und Ranglisten sind Nebelbänke, die über das Spiel hinwegtäuschen“ M.E. sind sie eher objektivierbare Messzahlen, die die Wirklichkeit abbilden, da sie sich aus messbaren Ergebnissen ableiten.
Und daher gilt für mich halt eher der alte Fussballreporter Spruch: Man spielt nur so gut wie der Gegner es zulässt.

Negativ gesehen: Wo bleibt das deutsche Offensivfeuerwerk? Nur weil sich ein paar Gegner hinten reinstellen, muss ich doch nicht vorsichtig werden und muss gnadenlos versuchen nach vorne zu spielen?

Positiv gesehen: Hey, Deutschland hat in 3 Spielen gegen echte TopMannschaften nur wenige Chancen zugelassen und weitaus mehr Chancen und GsD auch Tore erarbeitet.

Lieb Grüsse
Andreas

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Flowbama 18. Juni 2012 um 09:50

„Die Tore waren Zufallsprodukte (abgefälschte Flanken, Abstauber oder durchgerutschte Bälle)“

Inwieweit solche Tore Zufallsprodukte sein sollen, erschließt sich mir nicht ganz. Eine Flanke muss erst mal geschlagen werden, damit sie abgefälscht werden kann. Und dann muss ein Stürmer optimal zum Ball stehen, damit er sie verwerten kann. Von daher ist daran nicht unbedingt viel „zufällig“. Oder ein Abstauber: demnach müsste fast jedes Gomez-Tor reiner „Zufall“ sein. Aber wie kommt denn der Ball zum Stürmer, der nur noch einschieben brauch? Durch eine höhere Macht, durch eine Naturgewalt, durch Waldemar Hartmann? Nein, einer anderer Mitspieler hat die entsprechende Vorarbeit gemacht, also letztendlich ist auch ein Abstauber ein genauso erarbeitetes Tor wie jedes andere auch.
1. Tor gegen Dänemark: Gomez leitet den Ball mit der Hacke weiter, was war daran „zufällig“?
2. Tor gegen Dänemark: der Pass, den Klose nicht erreicht wird von Bender verwertet. Er belohnt sich dafür für einen 70 Meter Sprint über den gesamten Platz. Dem Passgeber Özil kann es ja wohl egal sein, welcher der beiden Spieler das Tor macht, oder?

Manchmal kann man es mit einer kritischen Betrachtung auch übertreiben.

Antworten

Eimeck 18. Juni 2012 um 16:01

„1. Tor gegen Dänemark: Gomez leitet den Ball mit der Hacke weiter, was war daran “zufällig”?“

Ah, bin ich doch nicht der einzige, der das so sieht. Musste mich schon auslachen lassen.

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Rasengrün 21. Juni 2012 um 02:22

„Aber wie kommt denn der Ball zum Stürmer, der nur noch einschieben brauch? Durch eine höhere Macht, durch eine Naturgewalt, durch Waldemar Hartmann?“

Großartig. „Dieses Tor wurde ihnen präsentiert von Paulaner Weizen.“

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BenSchreck 18. Juni 2012 um 01:06

Ich finde es erstaunlich, daß sich eine Seite wie „Spielverlagerung.de“ beim Kommentar bzw. der Bewertung des Spiels BRD – Dänemark fast ausschließlich an der dänischen Taktik abarbeitet.

man (meiner Ansicht nach) haben die Dänen fast zu 90% auf das deutsche Spiel reagiert, welches vom Start weg dominant war und Chancen herausgearbeitet hat. Deswegen sollte sich eine Kritik auch vor allem auf das deutsche Spiel beziehen und dessen Stärken und Schwächen mehr aufzeigen.

Leider muß ich hinzufügen, dass die Qualität der dänischen Spieler einfach nicht ausgereicht hat, um ins Viertelfinale einzuziehen. Das Fehlen von Rommedahl hat sich überhaupt nicht ausgewirkt, und „Superstar“ Erikssen war total wirkungslos im Vergleich zu Bendtner, Poulsen, Krohn-Dehli und Agger.

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Alliser 18. Juni 2012 um 02:50

„BRD“? Really?

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MR 18. Juni 2012 um 02:57

„haben die Dänen fast zu 90% auf das deutsche Spiel reagiert“ -> Genau das ist der Grund, weshalb ich deren Spiel beschreibe. Deutschland war weitestgehend „so wie immer“, da sie überlegen waren. Taktisch interessant sind ja immer die Reaktionen, die Ausbrüche aus der Normalität.

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typhson 18. Juni 2012 um 00:59

Schön ist es ja schon normalerweise nicht, aber heute fand ich die Reporter der ARD noch nerviger als sonst.

Mich hat extrem gestört wie Lars Bender in den Himmel gelobt wurde, beziehungsweise seine Leistung nur an dem Tor festgemacht wurde. Das war bei Opdenhövel so, als auch der der die Spieler interviewt hat, als auch der der Jogi Löw interviewt hat..

Das Weiterkommen war auch nicht so klar wie es dargestellt worden ist. Die Chelsea Taktik von Dänemark in der zweiten Halbzeit war ja fast erfolgreich (Pfostenschuss, Bendtner + Badstuberszene). Unverdient, wie Scholl gesagt hat, wäre das Weiterkommen imho nicht gewesen. Ob Defensiv Fußball attraktiv ist, ist eine andere Frage, aber es kann halt nicht jede Mannschaft wie Spanien spielen. Leider. Vielleicht auch glücklicherweise..

Gewundert hat mich, das der Kommentator Özil kritisiert hat, obwohl er ja immerhin erkannt hat, dass er fast die ganze Zeit einen direkten Gegenspieler hatte. Bis zur 80. hat Özil zwar kein Tor vorbereitet (kann man imho auch nicht jedes Spiel erwarten), aber trotzdem zum entstehen von extrem vielen Chancen beigetragen.

Beim Tor von Bender habe ich mich gefragt, ob der Pass eigentlich für Klose war und Özil noch mit einem Antritt von ihm gerechnet hat, oder ob zwar für Klose war und der aus versehen so steil war, oder ob der wirklich für Bender war und das zu Boden gehen von Klose und dem Verteidiger mit eingeplant war.

In den letzten zehn Minuten hat Klose leider zweimal zu spät hochgeguckt und den verpasst den Doppelpass mit Özil zu beenden, der bereits in eine Lücke gestartet war. Kann auch sein, dass das Absicht war um Zeit zu gewinnen. Fand ich schade.

Zum Schluss: Was soll das mit dem Man of the Match? Regt mich nach jedem Spieol auf. Das geht doch gar nicht. Ist dann immer ganz lustig anzuschauen, wie sich die Reporter drauf stürzen und die Spieler reagieren 😀

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Bayern-Fan 18. Juni 2012 um 01:10

Beim Tor von Bender habe ich mich gefragt, ob der Pass eigentlich für Klose war und Özil noch mit einem Antritt von ihm gerechnet hat, oder ob zwar für Klose war und der aus versehen so steil war, oder ob der wirklich für Bender war und das zu Boden gehen von Klose und dem Verteidiger mit eingeplant war.

Bei dem Tor sah man deutlich, dass Poulsen stehen blieb, als Klose am Ball vorbeirutscht, während Bender ihn überläuft. Wäre Poulsen weiter gelaufen, wäre Bender nicht an den Ball gekommen, der Pass muss also eigentlich auf Klose gedacht gewesen sein. Dass Poulsen dann für Mickelsen ausgewechselt wurde, macht die Sache noch unglücklicher für ihn.

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FlyingStint 18. Juni 2012 um 09:23

Der Man of the Match wird doch immer von einem UEFA Hansel bestimmt, der mal gerne neben seinem Lieblingsspieler stehen will. Der von gestern muss Kölner gewesen sein.

Ich frage mich auch, warum die Großartigkeit von Özil (genau wie die von Gomez) von der Masse und den Medien immer noch unterschätzt wird. Auf der anderen Seite besitzen Podolski, Müller und mit Abstrichen auch Klose fast Narrenfreiheit. Solche Sendungen wie Waldis Club sind auch deshalb nicht zu ertragen.

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schöner ist das 18. Juni 2012 um 11:37

Die UEFA ist ein Karnevals- und Marketingverein, der mit dem, was im Fußball auf dem Platz passiert, rein gar nichts mehr zu tun hat. EMOTIONEN! (Erinnert sich noch wer an die Zeit wo in jeder Sportsendung jeder 5-mal pro halbe Stunde dieses Wort ins Mikro sagte?) Die UEFA-Wdh. zeigen Szenen, die im Spiel nie stattgefunden haben und/oder Tussen, Tussen, Tussen, nie aber den Ball.

Zu Özil, Podolski und anderen. Dt. hat 3 Spiele gewonnen, alle verdient. Bei Podolski wechseln sich seit jeher Genie und Total-Blackout ab, aber Podolski ist jemand, der Spiele durch Schüsse oder durch kompromissloses Risiko entscheiden kann. Dass die Schüsse eben manchmal 20 m übers Tor gehen und die Hereingaben sonstwo landen, muss man eben in kauf nehmen. Sein Flanke auf Gomez von gestern fand ich jedenfalls Weltklasse (auch wenn P. selbst so eine Flanke nur an einem guten Tag reinmachen würde).

Zu Özil: Klar ist, das Özil am Ball einer der gefährlichsten Spieler der Welt ist. Das weiß aber auch der Gegner und nimmt ihn entsprechend in die Mangel. Die N11 löst das so, dass Özil überall auftauchen (muss) und Müller, Khedira und andere die Räume nutzen sollen. Kritik an Özil zu üben zeugt von mangelndem Sachverstand oder Durchblick, ist aber eben ein typisch deutsches Medienphänomen. „Den Helden erschaffen, den man dann wieder Bescheidenheit lehrt“ ist ein Muster, das sich im Monatstakt mit wechselnden Besetzungen wiederholt.

Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit der deutschen Mannschaft und hoffe, dass sie sich noch weiter einspielen und steigern kann.

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vinophil 18. Juni 2012 um 17:44

So zum Beispiel jetzt wieder Toni Schumacher; wahrscheinlich kann man das als Ex-Keeper nicht wissen.
Es ist schon krass, was man Land auf Land ab immer wieder für einen Mist lesen kann, da kann man die kritisierten Spieler schon verstehen, wenn sie schlecht auf die Presse zu sprechen sind.

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ThePikeman 18. Juni 2012 um 00:48

Ich bin gespannt, ob Löw im Spiel gegen Griechenland wieder auf Bender als Aussenverteidiger setzt. Ich halte ihn für wesentlich spielstärker als Boateng und mit etwas mehr Spielpraxis auf der Position auch in der Defensive als fast gleichwertig. Dänemark hat die rechte Deutsche Seite als Schwäche ausgemacht aber dank Benders guter Arbeit und mit Müllers Hilfe dort keinen großartigen Stich machen können. Auch offensiv hatte ich den Eindruck, das Müller mit dieser besseren Unterstützung wesentlich wirkungsvoller war.
Vielleicht sollte Bender noch ein wenig an seinenFlanken arbeiten.

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Jay 18. Juni 2012 um 01:43

Bender wäre der Richtige, weil die Griechen nur sehr selten vor unser Tor kommen werden. Da kann man durchaus einen spielstärkeren Mann auf die RV-Position setzen als einen gelernten IV à la Boateng.

Kann mir auch vorstellen, dass Löw an ne Dreierkette denkt, um die Griechen zu knacken.

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BenSchreck 18. Juni 2012 um 02:06

Hallo Jay:

erstens „denkt“ Herr Löw immer sehr langsam, wenn es darum geht, ein System zu ändern, und zweitens – viel entscheidender – war Boateng bisher sehr spielstark (Pfostenschuß gegen Portugal, Flanken): auf der rechten Angriffsseite lief in den Spielen mit seiner Beteiligung sehr viel. Das „System Löw“ sieht durchaus vor, dass bei einem 4-5-1 die AV nach vorne gehen.

Aber: Kompliment an Lars Bender! Das war eine richtig schöne Überraschung!

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ThePikeman 18. Juni 2012 um 02:17

Ich kann mir nicht vorstellen, das Löw das Risiko eingeht die Verteidigung so grundlegend umzustellen. Mit zwei mitspielenden Aussenverteidigern kann man ähnlich offensiv spielen.

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FlyingStint 18. Juni 2012 um 08:57

@BenSchreck:
Der Pfostenschuss von Boateng war gegen Israel.

Richtig gut konnte Bender gar nicht sein. Besonders in der ersten Halbzeit sah man, dass er mit seiner Position und dem Ball mehr Probleme hatte als mit dem Gegner. Mangelnde Abstimmung mit Müller ermöglichte die einizige gefährliche Chance der Dänen in HZ 2.
Trotzdem finde ich, dass (beide) Bender(s) geborene Außenverteidiger sind – es muss ihnen nur jemand sagen und sie müssten auch im Club außen spielen.

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Mars_el 18. Juni 2012 um 00:47

Weiß hier jemand ob Dänemark diese Eckballvariante „Langer Ball auf Bendtner und dann in die Mitte ablegen“ öfter spielt, oder ist die komplett neu?

Sonst wär das für mich ein klarer Scouting-/Trainerfehler.

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Sachsenhäuser 18. Juni 2012 um 08:51

Lt. Spielverlagerung eine bereits erprobte Variante. Aber die Mannschaft hat umgehend aus dem Fehelr gelernt, und die personelle Zuordnung bei Eckbällen geändert.

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soistes 18. Juni 2012 um 09:46

Spielverlagerung EM-Vorschau S. 41

„Hinzu kommen diverse kurz ausgeführte Varianten und indirekte Versuche, bei denen beispielsweise zum ballfernen Strafraumeck geflankt wird, um einen Spieler von dort zurück vor das Tor köpfen zu lassen. Bei jedem dänischen Standard fällt auf, wie präzise alle Spieler auf die Variante vorbereitet sind.“

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Flowbama 18. Juni 2012 um 10:12

Noch besser wäre es natürlich, solche Fehler gar nicht erst zuzulassen. Standards (insbesondere Ecken) sind eine der großen Schwächen der deutschen Mannschaft wie ich finde, das gilt sowohl offensiv wie defensiv. Offensiv erwartet man mittlerweile von Freistößen und Ecken rein gar nicht mehr und defensiv hat man regelmäßig die Hosen voll. Das Dänemark hat wieder gezeigt warum.
Wie alle Deutschland oder Bayern-Fans wissen, waren Eckbälle in den letzten Jahren oft entscheidend, dass deutsche Mannschaften keinen internationalen Titel holen konnten. Insofern würde ich mir in diesem Bereich etwas mehr Sicherheit wünschen.

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RWDJojo 18. Juni 2012 um 10:30

Jogi Löw und sein Trainerteam sind dafür bekannt, dass man nur wenig Wert auf Standards legt, weil man andere Dinge für wichtiger erachtet.

Die dänische Eckballvariante war zwar nicht außergewöhnlich, aber absolut sauber gespielt, so dass Deutschland in meinen Augen kaum eine Möglichkeit hatte, diese zu verteidigen.

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Sonar 18. Juni 2012 um 11:48

Das stimmt, aber da war es zu spät: Die Dänen hatten ja bereits zuvor eine ähnliche Eckballvariante ausprobiert. Schon da hätte man aufhorchen und die Verteidigung anpassen müssen.

Die Eckballverteidigung macht mir wirklich Sorge. Ich weiß nicht, wieviel Löw in dieser Hinsicht macht, aber m.E. sollte da wirklich Gewicht drauf gelegt werden. Denn ich sehe zwei Hauptangriffspunkte, die die deutsche Mannschaft meist bietet: Ecken und hohe Bälle in den Rücken der Abwehr. Letzteres hat viel mit der allgemeinen Spielanlage zu tun, an ersterem könnte man eventuell gezielter arbeiten.

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smerk 18. Juni 2012 um 12:02

@Flowbama und RWDJojo:
Anders rum wird ein Schuh draus: Gegen die perfekt einstudierte Ecke wird man defensiv immer eher die Chance aben, sich eins einzufangen, als das ganze gut abzuwehren. Die Offenssive weiss, was kommt und wie sie`s machen muss. Verteidigst Du gegend den Mann, blockt dich evtl. einer weg – siehe Boateng gegen Chelsea durch Lampard -, sollte das gegen den Raum gehen, wie gestern, geht`s alleine schon wegen einem ungünstigen individuellen Matchup schief.
Was ich damit sagen will: Warum zum Henker werden Ecken so gering geschätzt. Die raäumliche Situation ist immer gleich, das kann man offensiov doch perfekt einstudieren?
Ich versteh die Trainer wie löw oder auch Heynkes nicht, Man.United 99, Spanien 2010, Chelsea 2012, verdammt noch mal, lernen die nichts dazu?

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JAS 18. Juni 2012 um 12:51

Jup, das finde ich auch Smerk. Löw hat sich zuletzt geradezu abfällig über Standards geäussert. Wenn überhaupt, lässt er die durch Flick trainieren. Eine Arroganz, die hoffentlich nicht zum Stolperstein wird….

Vor allem wenn man Schützen wie Özil, Schweinsteiger oder wenn er spielt Kroos, Abnehmer wie Gomez, Hummels oder Badstuber und Raumschaffer wie Boateng und Khedira verfügt ist das absolut nicht nachvollziehbar. Da liesse sich so viel machen…. 🙁

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Flowbama 18. Juni 2012 um 13:29

Ich verstehe aber gar nicht wie Löw diese Eckbälle so gering schätzen kann. Das ist meines Erachtens grob fahrlässig und führt im schlimmsten Fall dazu, dass der Titel wieder durch eine Standardsituation flöten geht.
Aber auch offensiv: Ein lapidares „wir wollen unsere Tore anders erzielen“ von Löw erklärt rein gar nicht, warum man die Chance nicht nutzt, aus dieser denkbar einfachen, leicht einzustudierenden Situation Kapital zu schlagen. Gerade weil ich meisten Teams gegen uns arg defensiv agieren, wäre das ein probates Mittel, gerade da wir, wie bereits von anderen Kommentaren hier angesprochen wurde, die nötigen Spieler dazu haben. Übrigens nicht nur gegen defensive Teams: Auch gegen Spanien müsste die deutsche Mannschaft meines Erachtens die Lufthoheit haben. Also: Ein oder zwei Eckballvarianten einstudieren und dann nutzen. Wenn schon kein Tor daraus fällt, dann doch wenigstens Gefahr ausstrahlen.

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Bayern-Fan 18. Juni 2012 um 14:14

Auch beim Spiel gegen Portugal gab es zwei gefährliche Situationen nach Ecken von der deutschen rechten Seite, z.B. der Pfostenschuss in der 43. Minute. Wenn man das auch noch im Kopf hat, war diese Variante der Dänen sehr klug ausgesucht.

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crs 19. Juni 2012 um 09:49

laut zeitungsbericht haben die dänen die verabredeten handzeichen gegenüber den anderen spielen verändert. mit erfolg.

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xenon 18. Juni 2012 um 00:30

Für mich wirkte die zweite Hälfte doch sehr statisch. Wenn man mal vom ballführenden Spieler abgesehen hat standen alle deutschen Spieler mehr oder weniger statisch herum und haben auf einige wenige Einzelaktionen/Pässe meisst von Özil gewartet. Erst mit der Einwechselung Schürrle’s schien sich die Situation zumindest optisch etwas zu verbessern. Ich fand es teilweise auch erschreckend wie frei die Dänen dann doch in unserer Hälfte spielen konnten.

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BenSchreck 18. Juni 2012 um 00:59

Hallo allerseits + Xenon,

sehr präzise geschildert. Wenn Özil in „Manndeckung“ genommen wird, muß er (wie er es auch getan hat) sehr weite Wege gehen. Deshalb warteten die Mitspieler oft vergebens auf seine Pässe.

Die Einwechslung von Schürrle hat Löws Fehler deutlich gemacht: wenn auf der linken Seite die einzigen Impulse von Lahm oder Özil kommen, fehlt da einfach ein Mitspieler. Podolski hat in seinem 100. Spiel einmal an der richtigen Stelle gestanden und vollstreckt: sonst nichts. Ich verstehe nicht, wie ein Trainer einer Nationalmannschaft eine Position (links vorne) einfach leer/unbesetzt läßt und der gegnerischen Abwehr so die Arbeit viel leichter macht. Nebenbei bemerkt waren diesmal auch von Herrn Schweinsteiger keine innovativen Aktionen erkennbar.

Zurück zum Thema: dadurch, daß Özil immer nach außen gedrängt wurde und Schweinsteiger einen schwachen Auftritt zeigte, fehlten die sonst so gefährlichen „vertikal-Pässe“: die kamen und wurden auch wirksam meist durch Khedira oder Schürrle.

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Bayern-Fan 18. Juni 2012 um 01:14

In der Theorie ist aber das Problem auf der linken Seite mit Schürrle, dass er als Rechtsfuß eher nach innen zieht, wo das Spiel sowieso schon eng war, während Podolski nach außen gehen kann, um dann zu flanken. Lahm ist ebenfalls ein Rechtsfuß, weshalb Hinterlaufen auch keine Option ist.

Es gab eine Situation nach der Hereinnahme von Schürrle, in der genau das so eingetreten ist: Lahm spielt nach außen, um das Spiel in die Breite zu ziehen, aber Schürrle zieht nach innen.

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ekMUC 18. Juni 2012 um 01:22

Ich fand Schweinsteiger nicht schwach, mein Eindruck war, dass er enorm viel gelaufen ist und die Lücken, die Özil bei seiner „Flucht“ vor Kvist(?) gerissen hat, zugemacht hat. Und dadurch bekam er den Ball leider nicht so oft passend für Vertikalpässe…
Die Dänen standen einfach sehr tief, aber der ein oder andere Sprint durch die Schnittstellen und vielleicht mal kombiniert mit einem Lupfer über die Kette hätten meiner Meinung für (noch) mehr gefährliche Szenen gesorgt…

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BenSchreck 18. Juni 2012 um 01:43

@ekmuc

sorry, ist natürlich richtig: Schweinsteiger war nicht „schwach“ oder schlecht, sonder sehr deutlich mit Defensiv-Arbeit beschäftigt. Irgendwie erwarte ich von Spielern dieses Kalibers immer überraschende Offensiv-Szenen.

Mein Fehler.

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waschecht 18. Juni 2012 um 02:06

Denke ich eher nicht. Podolski hat ein viel besseres Spiel gemacht, als in den ersten beiden Partien. Nicht nur das Tor, sondern auch eine gute Vorlage für Müller.
Insgesamt liefen viel mehr Angriffe über links, auch weil sich Özil mehr nach links orientierte.

Bezüglich Schürrle muss ich sagen, er hatte eine gute Aktion, als er beherzt in den Strafraum startete. Der Abschluss war okay, aber dann doch nicht Weltklasse. Leicht gelupft wäre der Schuss drin gewesen. Später ist Schürrle fast gar nicht mehr aufgefallen.

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Boerne 18. Juni 2012 um 02:24

Für mich sehr interessant, dass Özil mittlerweile nahezu in allen Spielen manngedeckt wird. Betrachtet man das zukünftige Potential der N11, wird einem warm ums Herz. Geht man davon aus, dass Götze ins Team finden wird/muss, Schweinsteiger momentan doch außer Form ist und auch ein Kroos weiterhin eine Option für die Stammelf sein muss, ergeben sich zukünftig nahezu unbegrenzte Möglichkeiten eines sehr spielstarken Mittelfeldes. Es wird spannend sein zu sehen, wie Löw vor allem Götze ins Team einbaut, sich dadurch die Variabilität erhöht und gleichzeitig die defensive Ballance gesichert wird. Ich freu mich! Die momentanen Leistungen ordne ich – gemessen am Potential – relativ bescheiden ein.

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BMN 18. Juni 2012 um 02:48

Welche Impulse gingen denn von Lahm über links aus ?
Podolski hat die Großchance von Müller, erste Sahne, in der 5min. vorbereitet, Gomez eine passgenaue Flanke aufgelegt, die Gomez dann leider nicht ganz getroffen hat.
Ich weiß nicht wie man da sagen kann von Podolski ging keine Gefahr aus. „Nebenbei“ hat er noch das 1:0 geschossen. Der Freistoss war auch einer der besseren der DFB-Elf bei der bisherigen EM. Zwei Ballgewinne in der eigenen Hälfte in den ersten 25min. und im Gegensatz zu den vorherigen Spielen auch „offensivere“ Pässe im Aufbau gespielt.

Als Schürrle reinkam hat er das Spiel von Außen viel zu sehr in die Mitte gezogen, hat fast ausschließlich die Rückpässe (im Dreieck) gespielt für die Podolski immer kritisiert wird und fast zweimal unnötig den Ball kurz hinter der Mittellinie verloren. Der Torabschluß war auch schwach. Die einzig nennenswerte Szene war ein gelungenes Dribbling.
Für mich absolut keine Verbesserung im deutschen Spiel zu Podolski. Im Gegenteil über links ging 5min nach der Einwechslung von Schürrle, obwohl der „frisch“ war, eher überhaupt nichts mehr.

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 06:08

Der gewohnheitsmäßig scharf kritisierte Podolski ist nach Ansicht der UEFA man of the match.
Das fand ich jetzt zwar dann doch nicht so ganz, aber es war deutlich zu erkennen wie sehr es ihm gut tat, dass die gesamte Offensivabteilung (inklusive Gomez, der für mich vom taktischen Verhalten her sein bisher bestes Spiel bei diesem Turnier gemacht hat, auch wenn diesmal kein Tor für ihn dabei herausgesprungen ist) deutlich flexibler agierte. Musste sie auch, da Özil allein die disziplinierten Dänen nicht aufreißen konnte, aber das beweist gute Lernfähigkeit. Die schlechtere Chancenverwertung steht aber möglicherweise trotzdem damit in einem mittelbarem Zusammenhang, vollends automatisiert kann das noch gar nicht sein und so ist eine höhere und vor allem kontinuierlichere Konzentration vonnöten.

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 06:42

und @bmn: Sollten den von Lahm überhaupt in erster Linie Impulse über links ausgehen? Ich habe Lahm in der NM eigentlich noch nie eine klassische LV-Rolle spielen sehen, so wie man ja überhaupt auch nur sehr selten hohe Flanken von den Außenbereichen in den Strafraum sieht. Seine besten Szenen in Sachen Impulse hat Lahm doch eher, wenn er schon relativ früh in die Mitte zieht. Vielleicht sollte man da nach der falschen Neun nun auch von der falschen Drei sprechen? (Oder Zwei? Habe ich mir nie merken können…)

Eine Stärke, die übrigens dann am besten zur Geltung kommt, wenn Podolski tut, wofür er regelmäßig dann im Nachgang verbale Haue bekommt, nämlich seine Position hält und sich relativ passiv verhält. Umso erfreulicher war die erste Halbzeit gestern, da zeichnete sich ab, dass sich auch in dieser Partnerschaft auf der linken Seite mittlerweile Automatismen bilden, die es erlauben von dieser starren Linie abzugehen.

Hätte ich mir vor zwei Jahren noch nicht träumen lassen, aber so langsam beginnt mich Podolski taktisch zu beeindrucken. Da habe ich mich wohl von seinen kehligen Guttural-Lauten in Interviews täuschen lassen, nach mittlerweile 100 Länderspielen ist Podolski vielleicht nicht mehr der jugendlich-frische Himmelsstürmer, aber da ist offenbar doch mehr Substanz als ich dachte. Zumindest erfüllt er seine taktische Aufgabe meist diszipliniert und das in einer Phase, die man eigentlich noch als unabgeschlossene Transformation bezeichnen muss.

Wenn ich mir das übliche Muster der Kritik an ihm anschaue, dann drängt sich mir auch die Frage auf, ob und wie sehr diese gebetsmühlenartige Kritik nicht auch von einer gewissen Sehnsucht nach dieser Unbekümmertheit getragen ist. Immerhin werden als Alternativen dann meist Reus und Schürrle angeführt, die sich heute in einer ähnlichen Position im Mannschaftsgefüge finden wie Podolski vor der WM 2006. Die geradlinige Einfachheit des vertikalen Überfallspiels war offenbar sehr publikumsgemäß, die höhere taktische Komplexität des ballbesitzorientierten Spiels lässt sich den angemalten Massen offenbar deutlich schwerer vermitteln. Zum Glück sieht das beim Kader besser aus, auch bei Podolski. Noch ist die Umstellung nicht abgeschlossen, aber man darf die stärkeren Phasen des gestrigen Abends als Ausblick betrachten was da in Zukunft vielleicht möglich sein wird. Vielleicht sogar schon in diesem Turnier, neun Punkte in der „Todesgruppe“ sollten doch eigentlich auch eine gewisse Sicherheit erzeugen.

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smerk 18. Juni 2012 um 11:53

@rasengrün:
Sehe Podolski ebenfalls gut, was die taktische Disziplin anbelangt. Man sollte bitte mal bedenken, dass er und Lahm auf der linken Seite echt nichts anbrennen lassen. Ich fand die Zweikampfhärte und Dynamik von Podolski gestern super, das ist körperlich einfach eine ganz andere Nummer als auf der anderen Seite Müller, der einfach zu sehr ein Spargel ist, um nicht alle Nase lang von Gegner weggechekt zu werden ohne dass es ein Foul ist. Also ist – wenn man die offensiven Aussen betrachtet – schon eine gute Mischung, links einen etwas härteren Dynamiker, der positionstreu und v.a. richtig-füßig die Seite hält, rechts den quirligen, spielstärkeren Dnamiker, der die Position variiert und Löcher aufreissen kann. Man stelle sich mal zwei Müllers links und rechts vor, die rennen sich ja gegenseitig übern Haufen und machen jede Ordnung zunichte.
Letztlich finde ich diese Art der Aufstellung schon vernünftig, insbesonder, weil man eben Alternativen wie Schürrle und Götze hat, die dann eben anders agieren können, wenn nötig.
Zuletzt: Ich fand Özil in allen Spielen deutlich unter Form, ich hätte ihn gestern zur Halbzeit durch Kroos ersetzt. IMHO kommt er mit der Manndeckung 0,0 klar, da fehlt es mM nach auch an der robusten Körperlichkeit, um dem Manndecker auch mal so weh tun zu können, dass der auch mal den entscheidenden halben Meter wegbleibt. Das soll jetzt kein Aufruf zum Romholzen sein, nur: einen Khedira oder Schweinsteiger deckst du als Gegener keine 90 min so eng, ohne gelegentlich mal selbst über den Rasen zu kullern. Ich bin gespannt, wie sich unsere Ball-Künstler gegen die sehr körperlich und reichlich deftig spielenden Greichen halten werden. Ich hoffe, dass sie sich nicht den Schneid abkaufen lassen sodnern gegebenenfalls im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten dagegenhalten. Mit reinem offensiven Schönspiel und Ballbesitzfußball wird man da nichts reißen, v.a. sehr ich nicht, wann und wie man g e g e n die Griechen je zu einem Konter kommen sollte.
Ich bin gespannt, was Löw sich einfallen läßt.

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BMN 18. Juni 2012 um 13:01

@Rasengrün
Ich bezog mich bei dem Impulssatz alleine auf den Kommentar vom User „BenSchreck“ 😉 , der etwas weiter oben auch von „Impulsen“ sprach.

Werde nächstesmal nochmal eine Anmerkung bei sowas machen, damit der Bezug zum vorherigen Kommentar einfacher ist.

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severalseasons 20. Juni 2012 um 22:53

Absolut richtig!

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drumsMalta 21. Juni 2012 um 11:59

Hm, mir ist aber auch aufgefallen, dass einige Chancen zum schnellen Siel ausgelassen wurden. Zum Beispiel sah man Podolski einige Male starten, aber weder Özil noch Schweinsteiger (die zugegebenermassen unheimlich viel querlaufen mussten) haben das wahrgenommen.

Da waren mindestens zwei-drei Situationen, in denen Podolski von Links Gefahr hätte bringen können, so er denn angespielt worden wäre.

Und irgendwann dann war die Luft ein bisschen raus.

Ich denke aber auch, dass gegen die Griechen mehr möglich sein wird – die haben längst nicht die internationale Klasse der Dänen, von denen fast alle international spielen – man hat die Erfahrung und Olsens brillante Einstellung des Teams deutlich sehen können, wie ich finde.

Liest man den heutigen Spiegel, könnte man aber meinen die NM sei am Ende. Unfassbar, wieviel Negativität da ist und wie konsequent taktische Finessen wie auf dieser brillanten Website hier beschrieben doch von Journalisten ignoriert werden können…

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Felix 21. Juni 2012 um 14:16

Das die Presse Müll schreibt liegt daran, dass die an der Wahrheit nicht interessiert sind. Man bekommt halt mehr Aufmerksamkeit, wenn man alles schlecht redet 😉

Die Griechen sind physisch und mental stark. Die kämpfen für ein ander und argieren als Team. Ihnen fehlt zwar die individuelle Klasse, aber das können sie kompensieren, da sie kompakt stehen und auf diese Spielweise eingeschworen sind.
Es wird defintiv ein Geduldsspiel, aber wir haben die Klasse uns durchzusetzen.

Ich glaube man unterschätzt auch die klimatischen Faktoren schnell. In der Ukraine scheint das Wetter stark zu schwanken, mal regnet es wie aus Eimern und dann ist wieder unerträgliche Hitze. Deswegen sind Ruhephasen während des Spiels sicher nicht verkehrt…

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fakjea 18. Juni 2012 um 11:21

Insbesondere in der zweiten Halbzeit ist mir die statische Positionstreue von Podolski, Gomez, Özil bzw Khedira und Müller negativ aufgestoßen. Die Offensivreihe stand bei Ballbesitz starr auf der 16er Linie; aufgrund Özils „Manndeckung“ fanden vertikale Pässe nicht statt, in diesen Situationen hätte ich mir gewünscht wenn die Offensivspieler dem Ballführenden Özil oder Schweinsteiger entgegengekommen wären. Wurde der Ball am linken oder rechten Flügel gespielt, boten sich in Richtung offensivem Zentrum keine Anspielstationen. Mit der Hereinnahme von Klose und Schürrle konnte dem wenigstens etwas entgegengewirkt werden. Ich denke, dass bei ballbesitzorientiertem Spiel zu wenig Positionswechsel stattgefunden haben. die deutschen 6er waren in der zweiten Hälfe sehr oft von der Offensivreihe abgetrennt – insbesondere im Zentrum vorm 16er – und Özil mit wenig Raum zu klaren Aktionen im Stande. Die wenigen Vertikalpässe, die versucht werden konnten waren so jedenfalls leichte Beute für den Dänischen Defensivverbund.

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severalseasons 18. Juni 2012 um 14:45

Merkwürdig, da wurde immer gegen Gomez und für Klose ins Feld geführt, letzterer sei spielstärker -merkwürdigerweise gilt das Gleiche wohl nicht im Fall Podolski, der der große Schwachpunkt im deutschen Spiel zu sein scheint. Keine nennenswerten spielerischen Akzente, keine Tempoläufe, kaum Kombinationssicherheit. Irgendwie macht Löw zu wenig aus dem großen Potential, dass da im Mittelfeld bereit steht. Da die offensiven Mittelfeldspieler sowieso ständig rochieren sollten, braucht es keinen klassischen Linksaußen wie Podolski, der spielerisch einfach zu limitiert ist. Warum nicht mal mit Kroos in der Mitte, Özil auf links etc? Auch Reuß und Götze verdienen eine Chance (und ich bin Bayern-Fan!).

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BMN 18. Juni 2012 um 15:50

Weil Gomez und Klose vorne drin eine ganz andere Position mit anderen Aufgaben spielen als Podolski…und nun sage mir mal wo Podolski der Schwachpunkt im deutschen Spiel sein soll ?!

Offensiv kam über die rechte Seite aller bisherigen Gegner nichts nennenswertes (Nani + Meireles und Robben + van der Wiel, alles Klappspaten…), gut der deutsche Boulevardsportberichterstatter spricht das alleine Lahm zu…im Ausland und von Mitspielern wie Schweinsteiger und Mertesacker wird dagegen Podolski ausdrücklich für die Defensivarbeit gelobt, aber seit der
„Beckmannschen Sportberichterstattung“ in Deutschland wird eh lieber immer eine negative Schlagzeile erzeugt oder mit quasi nicht vorhandenen Problemen ein Fass aufgemacht. Die Generation, die mit so schwachsinnigen Formaten wie RAN groß geworden ist, will halt bedient werden..sieht man ja auch an den selten dämlichen Fragen nach dem Spiel oder das einer wie Opdenhövel oder die KMH Fußball moderieren darf.

In der Offensive der deutschen Mannschaft ist es überhaupt nicht die Aufgabe von Podolski ständig in irgendwelche Dribblings zu gehen, dafür haben wie Leute wie Özil und Mannschaften mit zuvielen „Edeltechniker“ sind auch meist an Schönheit gestorben, siehe Brasilien bei den letzten Turnieren.

Dieses ständige rumgenörgel an Podolski ist wirklich nervig und meistens überhaupt nicht nachvollziehbar, aber wahrscheinlich haben Löw, Arsene Wenger etc. nur keine Ahnung und die ganzen Kritiker schauen immer 90min nur auf eine Podolski-Kamera und analysieren ausschließlich die Laufwege etc. von ihm natürlich können sie aber nach dem Spiel auch sämtlichen anderen Spieler über den Klee loben für teilweise deutlich schlechtere Leistungen. Selbstverständlich kennen sie auch, die von Löw an Podolski übertragenen Aufgaben bis ins Detail und können sich daher erlauben alles zu kritisieren, da sie auf der Playstation oder beim Bundesliga Manager zweimal hintereinander Meister geworden sind.

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severalseasons 18. Juni 2012 um 20:13

Das Argument, Gomez/Klose hätten andere Aufgaben als Podolski ist in diesem Kontext irrelevant. Was ist denn bis jetzt spielerisch schon Großartiges von ihm gekommen? In der Regel ist Podolski viel früher als die anderen beiden in den Spielaufbau einbezogen, es ist daher wichtig, dass auf seiner Position Ideen entwickelt werden. Wenn er angespielt wird, dann passt er meist den Ball nur über zwei, drei Meter zurück, wobei oft der Spielfluss ins Stocken gerät. Er ist einfach nicht so kombinationssicher und technisch oder spielerisch versiert wie die genannten Alternativen (Schürrle, Reus, Götze, Kroos), entwickelt nicht so viele Ideen. Und mittlerweile ist Schürrle viel torgefährlicher, der hat leider nur unter Dutt Probleme mit seiner Entwicklung gehabt -warum auch immer. Podolski ist im besten Fall ein Mitläufer, auch – trotz des Dänemark-Spiels – längst nicht mehr so torgefährlich. Und wenn man schon auf die mediale Berichterstattung zu sprechen kommt, dann ist es ja eher so, dass ein populistischer Pro-Podolski-Trend zu verzeichnen ist.

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BMN 18. Juni 2012 um 20:57

Klar ist das ein Unterschied…verliert Podolski einen Ball im Aufbau ist das viel verheerender als wenn Gomez oder Klose in der gegnerischen Box den Ball verlieren.

Gegenfrage was hat Schürrle gestern besser gemacht ?
Schürrle hat weder das Spiel breit gezogen (eher das Gegenteil) so das Räume entstehen konnten. Podolski war in der 1Hz. sogar mal rechts am Ball, was er ja angeblich auch nie macht. Schürrle hingegen ist nicht großartig durch seine Laufarbeit aufgefallen, was für einen Einwechselspieler echt ein Armutszeugnis ist. Er hat genau die Kurzpässe zum Hintermann gespielt die du Podolski ankreidest ! Im übrigen hat Podolski diese Pässe gestern fast garnicht gespielt im Gegensatz zu den Partien davor…Podolski hat zweimal super für Müller und Gomez aufgelegt, Schürrle nicht einmal für irgendjemanden. Und Schürrle hat bei seiner Chance vor dem Tor versagt, damit kommen wir auch gleich zum vorletzten Punkt.

In welchem Universum ist Schürrle torgefährlicher ? Egoistischer ja, aber torgefährlich sicher nicht. Schau dir mal die Partien an in denen Schürrle getroffen hat in Freundschaftsspielen oder Ergebniskosmetik zum 5:2.
Das letzte Tor gegen die Schweiz war auch lächerlich, krasser Torwartfehler von Benagalio, der Schuß war eigentlich überhaupt nicht gefährlich. Letzte Bundesligasaison geht in dem Punkt auch eindeutig an Podolski, also bitte wer hat da eher das Recht auf dem Platz zu stehen.

Und die Berichterstattung sei Pro-Podolski ist jawohl auch ein Witz überall durfte man lesen das Podolski raus soll. Selbst Löw hat nach der Partie gegen die Niederlande die Defensivarbeit von Podolski nochmal ausdrücklich gelobt, weil er so heftig in der Kritik stand.

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 21:19

Es ist eben gerade die neugefundene taktische Disziplin, die Podolski in die Kritik rückt. Die Vent-Kundschaft will Spektakel und verzeiht es ihrem ehemaligem Liebling nicht, dass er zu so einer, für mich bei ihm ziemlich überraschenden, Seriosität gefunden hat. Darum soll es jetzt ein weiterer (austauschbarer) Jüngling richten. Beginnt mir so langsam ernsthaft auf den Keks zu gehen…

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severalseasons 18. Juni 2012 um 22:50

1. Dass Löw sich vor seine Spieler stellt, ist ja wohl selbstverständlich, eine andere Option hat er nicht. Allerdings hat er sich in der Vergangenheit oft genug kritisch zu Podolski geäußert, und dass er ihn ausgewechselt hat, ist ja wohl auch ein Zeichen, dass er nicht zufrieden war und über diese Seite mehr erwartet. Die rechte war insgesamt in allen Spielen die aktivere, und würde mit Lahm auch noch besser funktioneren, was sich aber aus den bekannten Gründen verbietet.
2. Schürrle kam zu der schwierigsten Phase auf den Platz, und soll schon in fünfzehn Minuten überzeugen, wo bei Podolski zweieinhalb Spiele nötig waren, um eine einigermaßen ausreichende Leistung abzurufen?

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Rasengrün 18. Juni 2012 um 23:27

1. Dass Löw sich vor seine Spieler stellt, ist ja wohl selbstverständlich, eine andere Option hat er nicht. Allerdings hat er sich in der Vergangenheit oft genug kritisch zu Podolski geäußert, und dass er ihn ausgewechselt hat, ist ja wohl auch ein Zeichen, dass er nicht zufrieden war und über diese Seite mehr erwartet. Die rechte war insgesamt in allen Spielen die aktivere, und würde mit Lahm auch noch besser funktioneren, was sich aber aus den bekannten Gründen verbietet.
2. Schürrle kam zu der schwierigsten Phase auf den Platz, und soll schon in fünfzehn Minuten überzeugen, wo bei Podolski zweieinhalb Spiele nötig waren, um eine einigermaßen ausreichende Leistung abzurufen?

Die rechte Seite soll auch die aktivere sein, es wäre ja auch schlimm, wenn dem nicht so wäre angesichts der Tatsache, dass der Rechtsdrall schon beim linken Außenverteidiger einsetzt und sich über Khedira und Özil fortsetzt. Das ist bewusst gewählt und ich vermute, dass dahinter ein ganz simples Kalkül steht: Es gibt wesentlich weniger gute linke Verteidiger als rechte und von denen scheint mir dann noch ein höherer Anteil ihre Stärken eher in der Offensive zu haben (wohl eine Folge der relativ vielen inverted winger auf links offensiv).
Ob die Auswechslung nun eine Abstrafung war halte ich doch für reichlich fraglich. Die Situation war etwas verfahren zu dem Zeitpunkt, ein neues Element zu bringen war da schon angezeigt und eine größere Abänderung auf einer Position als den Spielfuß zu wechseln wäre wohl nur durch eine systematische Veränderung möglich. Hat nur relativ wenig gebracht. Ich halte inverted winger auch nicht unbedingt für das geeignetste Mittel, wenn der Raum eh schon knapp ist. Es geht doch nicht darum welcher Spieler unter Laborbedingungen für sich genommen nun der bessere, effektivere, jüngere, sympathischere oder weiß der Teufel was ist, sondern um die Erfüllung von Aufgaben. So wie die verteilt sind sehe ich Podolski nach wie vor vorn. Und zwar mit Abstand.
Ich weiß nicht, inwiefern Löw in der Vorbereitung Alternativsysteme tatsächlich einüben gelassen hat, aber wenn da nicht gehörige Vorarbeit geleistet wurde, dann ist eine grundlegende Umstellung im Turnier nicht zu erwarten. Gibt auch keinen Grund, wenn man die deutlich stärkste Turniergruppe ohne Punktverlust abschließt. nach dem Turnier sollte man das allerdings unbedingt in Erwägung ziehen, es rücken so viele flexible Offensive nach, dass man daraus unbedingt etwas hochfluides zu formen versuchen sollte. Wobei ich Podolski in solchen Formationen immer noch eher sehe als bspw Gomez, da wäre für Schürrle schon eher ein Platz als in der aktuellen Formation. Für abgeschlossen halte ich die Entwicklung dieser Mannschaft jedenfalls noch lange nicht

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severalseasons 19. Juni 2012 um 08:50

Ich möchte die Diskussion „Podolski vs. Schürrle (bzw. eine andere Option)“ nicht ad infinitum weiterführen, da die Standpunkte klar sind. Mir wär nur lieb, wenn man für abweichende Meinungen der anderen nicht immer fußballfremde Begründungen heranziehen würde (z.B. Berichterstattung in den Medien, Sympathie etc.), – mir geht es primär um das Fußballerische, und da sehe ich -nicht als einziger- Podolskis Rolle in der Nationalmannschaft schon länger kritisch, und seine bisherigen Auftritte konnten diesen Eindruck nicht verwischen. Noch einmal: wie viel Druck hat er denn entwickelt in drei Partien, wie viele Akzente gesetzt oder Spielzuspitzungen erzwungen? Ist er wirklich so oft nach links rausgegangen, mit Tempoaufnahme und Druck auf die Verteidiger? Wohl kaum. Oft läuft das Spiel eher an ihm vorbei. Und die anderen sind m.E. einfach spielintelligenter und kombinationssicherer, und auf diesen Qualitäten beruht die Grundidee des deutschen Spieles, wie Löw (und hoffentlich viele von uns auch) es sehen will.

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BMN 19. Juni 2012 um 11:09

Dann solltest du in deiner Argumentation aber auch belegbare Argumente bringen ;).

Floskeln wie „viel torgefährlicher“ hören sich ja schön an, aber ich sehe immer noch nicht wie du dies begründest.
Viele sehen auch andere Spieler in der DFB-Elf kritisch, ich kenne z.B. niemanden der Schürrle in der Stammelf sehen will (oder Kroos). Im Grunde nutzt du Popolismus selber, aber kreidest mir diesen an. Und was Schürrle in den 30min tolles geleistet hat das einen Wechsel begründet, hast du mir leider auch noch nicht mitgeteilt. Ich meine oben diverse Sachargumente gebracht zu haben, auf die du leider alle nicht eingegangen bist sondern stattdessen immer dasselbe geantwortet hast nur anders verpackt.

Und wenn Podolski der Spielidee von Löw nicht dienlich wäre, würde er dann spielen ? Ich denke nicht.

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BMN 19. Juni 2012 um 11:13

Das soll natürlich Populismus heißen 🙁
*peinlich*

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severalseasons 19. Juni 2012 um 14:13

@BMN -Die größere Torgefahr Schürrles lässt sich sehr gut dadurch belegen, dass er in fast jedem seiner bisherigen Länderspiele getroffen hat, ein Umstand, der dir vielleicht entgangen ist. Und warum sollte die Tatsache, dass Du persönlich niemanden kennst, der für Kroos oder Schürrle plädiert, ein objektiver Grund dafür sein, sie nicht zu bringen? Diese Art der Argumentation ist ja wohl ein Witz, zudem Du mir unterstellst, MEINE Begründungen wären populistisch. Da passt offenbar etwas nicht ganz zusammen. Mir fehlen immer noch die Belege für die Tatkraft von Podolski (oh ja, er hat ein Tor geschossen). Ich habe keine Floskeln angeführt, sondern Beobachtungen, u.a. die, dass bei Zuspiel an Poldi eben meist nichts Konstruktives herauskommt bzw. der Ball verloren geht. Wann hätte er denn bei der EM mal einen erfolgreich umspielt??? Warten wir einfach mal ab, wie’s weiter geht, aber wir werden sehen, dass Podolski immer einer der ersten Wechselkandidaten sein wird.

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BMN 19. Juni 2012 um 16:06

Schürrle hat in 45% seiner Länderspiele getroffen, Podolski in genau 44%, das ist ja quasi ein unglaublicher Unterschied in der Torgefahr zwischen den beiden.
Wobei Schürrle ausschließlich in Freundschaftsspielen oder zur Ergebniskosmetik getroffen hat, da ist nicht ein 1:0, 2:1 oder dergleichen dabei (kannst du gerne auf der DFB-Seite nachschauen unter dem Spielerprofil)
Podolski hat hingegen noch in 21% seiner Spiele ne Torvorlage vorzuweisen und Schürrle kommt auf ganze 6,6%. Das DFB Team hat mit Podolski eine Siegquote von 69%, wobei Podolski auch noch die Krüppeljahre 2004/2005 mitgespielt hat auch hier ist Schürrle mit 60% deutlich schlechter !

Und die Tatsache das ich niemand kenne der Schürrle spielen sehen will ist ne Anspielung auf deinen Satz (ich zitiere) „und da sehe ich -nicht als einziger- Podolskis Rolle in der Nationalmannschaft schon länger kritisch“. Das ist das gleiche in grün nur anders verpackt…

Und wo sind bitte deine Argumente, du deutest an und behauptest mit Schürrle wäre alles besser und meinst unter der Hand Podolski ist eh scheiße und macht das Spiel langsam bla
Da ist nicht eine Begründung drin sondern nur Mutmassungen oder Behauptungen. Ich fragte was Schürrle in den 30min besser gemacht hat in Sachen Laufwege etc. da kam bisher von dir garnichts !
Und die Behauptung das Podolski den Ball verliert ist auch totaler Nonsens der hat statistisch mit die beste Passquote der DFB-Offensivspieler bei der EM und hat mehr Ballgewinne als Ballverluste im Zweikampf zu verzeichnen (siehe UEFA-Statistik).

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BenSchreck 19. Juni 2012 um 16:25

mein letzter Satz zum Thema Podolski:

Wo Ihr Euch so schön streitet: Arsen Wenger wird sich noch wundern, was er da gekauft hat.

In Köln konnte Lukas P. schön glänzen, da dort das gesamte Spiel auf ihn zugeschnitten war (und dort ist er auch richtig viel gelaufen). Bei einem größeren Verein wie z. Bsp. Bayern München hatte er gefühlte 3 Starteinsätze in 2 Jahren.

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Felix 19. Juni 2012 um 16:51

Ein Argument für Poldi ist, dass er Linksfuß ist und wir keine wirkliche Alternative haben, die auch Linksfuß ist., außer Özil, aber der würde die Rolle auf LA auch ganz anders füllen.
Es gibt Argumente für und gegen Poldi und in Löws Augen scheinen die positiven zu wiegen, bzw kein anderer individuell wie mannschaftlichsbezogen mehr zu überzeugen.
Schürrle hat einen anderen Spielstil als Poldi und ein Wechsel würde auswirkungen auf die gesamte Offensive und auch Defensive haben. Bei der Entscheidung für die Aufstellung spielen viele Dinge hinein, die wir nicht bewerten können. Fußball wird immer mehr ein Schachspiel, nur dass man seine Figuren auswählen kann, mit denen man spielen will.
Ein Faktor mal als beispiel, den man nicht wirklich einschätzen kann: Der „Raul-Faktor“. In den letzten 2 Jahren hatte Schalke alleine wegen der Anwesenheit dieses Spieler einen Vorteil, da jeder Gegner Respekt vor ihm hatte und entsprechend reagiert hat. Das ist etwas was man nur schwer bewerten kann.
Außerdem kennt Löw die Spieler deutlich besser, kennt seine Spielidee und kennt auch die Gegner viel detaillierter. Und letztlich muss er auf Basis der Fakten und Eindrücke entscheiden wer spielen soll und Poldi ist da immernoch die grundsolidere Option.

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severalseasons 19. Juni 2012 um 16:58

@BenSchreck: kann Dir nur zustimmen!

@BMN: ich empfehle Dir, die bisherigen Spiele noch mal anzuschauen, dann kannst Du mal in Ruhe auf die Effizienz von Podolski achten. Seine Pass-Statistik kommt dadurch zustande, dass er oft ungefährliche Kurzpässe – meist an den Geber – zurückgespielt, die nichts forcieren, das Spiel nicht weiterbringen. Und es ist tatsächlich meine Überzeugung, dass Podolski spielerisch/technisch limitierter ist als all die Alternativen. Ohne ihn wären wir stärker, weniger ausrechenbar. Und die anderen Statistiken pro Podolski zu lesen ist geradezu hanebüchen, z.B. die, dass mit Poldi x% der Spiele gewonnen wurden, als ob da nicht eine Unmenge verschiedenster Faktoren zusammenkommt. Welche Argumente (die bestimmt in Deinem Fall keine Behauptungen sind) führst Du nochmal für Podolski an? Dass Löw ihn aufstellt? Dass er einen linken Fuß hat? Welche genialen Laufwege soll Podolski denn vorgeführt haben, in genau welchem Spiel bei der EM? Du maßt Dir an, die Entscheidungsgewalt darüber zu haben, was in diesem Forum als Argument gelten darf und was nicht, und hast selbst nicht ein einziges für Podolski zur Hand (ja, er hat ein Tor geschossen). Schürrle hatte übrigens gleich nach seiner Einwechslung (ich wiederhole mich gern: wohlgemerkt zu einer schwierigen Spielphase) eine recht gefährliche Aktion, die sogar der SZ eine Notiz wert war. (Oh, Vorsicht, Populismus -und das angesichts eines Spielers wie Podolski, der wie kein anderer vom Boulevard gehätschelt wird…). Mir geht es, wie ich oben schon sagte, gar nicht um Schürrle speziell, sondern um die bestmögliche Nutzung des gesamten Potentials der deutschen Equipe, vor allem im offensiven Mittelfeld – und das ist mein letztes Wort dazu…

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BMN 19. Juni 2012 um 18:24

SZ Spielerbewertung zu Schürrle:
„Löste Podolski ab, hatte gleich eine Chance, die er vergab. Die gute Nachricht: Er braucht nur noch 85 Länderspiele, dann hat er auch 100.“

Jo, die SZ war überzeugt von der Darbietung…
Komisch auch das auf jedem Sportportal im Ausland, das ich lese Podolski deutlich besser bewertet wurde als Schürrle unabhängig vom Tor sowie in dt. Sportmedien Podolski auch meist besser abschneidet in der Einzelkritik bspw. RPP sah ihn als „auffälligste Akteur im ersten Durchgang“ aber hey, das ist ja dann wieder Populismus…

So, bin raus ist mir zu blöde.

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severalseasons 19. Juni 2012 um 20:53

Nur zur sachlichen Richtigstellung das von mir gemeinte Zitat aus der SZ vom 19.6. („Ungewohntes am Polditag“):

„Verbale Kritik an Poldolskis Spiel war am Festtag in etwa so deplatziert wie ein winterbefelltes Sibirisches Reh im Okanovangobecken, aber hatte Löw nicht auf subtile Weise seinem Poldi-Unmut zum Ausdruck gebracht, indem er erstmals Schürrle für ihn brachte, als noch 26 Minuten zu spielen waren? Ein kleiner Wink mit der Auswechseltafel? Im ungewohnten Rampenlicht wandelte sich die frische Kraft geschwind in ein belebendes Element, nach drei Minuten sauste er über links und prüfte mit ebenfalls vortrefflicher Schusstechnik Torwart Andersen. Allein, er traf ja nicht ins Tor. (…) Auch ein von Beginn spielender Schürrle wäre keine Sensation mehr, spätestens im WM-Finale in zwei Jahren. Ein Gedanke, mit dem sich Poldi am Polditag nicht belastete.“

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Juri 18. Juni 2012 um 00:03

waren wir nicht viel zu langsam in den Kombinationen in der zweiten Hälfte? die doppelpaesse sahen aus wie in zeitlupe.

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Michael 17. Juni 2012 um 23:56

Stimmt, die „Gefahr von deutscher Nervosität“ war selbst im TV zu riechen…Gewöhnt euch doch mal solche sinnfreien Phrasen ab, das würde eure Seite noch lesenswerter machen…

Deutschland hat noch nie gegen Griechenland verloren und das wird auch nicht nächsten Freitag passieren, machen wir uns doch nichts vor….

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LW 18. Juni 2012 um 00:05

Muss ich dir zustimmen, Griechenland sollte kein Gegner werden, individuell schwächer als Dänemark und eine ähnliche Taktik, die gegen Deutschland nicht zu funktionieren scheint.

Mir hat gegen diese tiefe Abwehr am Anfang gefallen, wie schnell die Deutschen versucht haben, sich durch die engen Räume zu kombinieren, aber das Tempo konnte leider nicht hochgehalten werden…

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BenSchreck 18. Juni 2012 um 01:10

Und den auch noch:

Da bei dieser EM absolut überhaupt nichts von meinen Tipps hinhaut (oder die Russen, Italiener, Polen und Holländer gut bei den Wetten gesetzt haben), gibt es nur eine Lösung: Deutschland fliegt gegen Griechenland mit 0:1 raus und wird Europameister.

Eine Schande ist das.

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Aaron A. Anderson 17. Juni 2012 um 23:51

Is Boateng ned gelb gesperrt? (Und nicht verletzt wie oben geschrieben)

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MR 17. Juni 2012 um 23:55

Ups. Aussetzer. War gesperrt ja, ist korrigiert. Danke.

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