Donnerstag, 21.09.2017

Vorschau: Borussia Dortmund – Bayern München

Das Bundesliga-Topspiel, das womöglich die deutsche Meisterschaft entscheiden wird, verspricht höchste Spannung und wirft taktische Fragen auf.Wie wollen die Bayern das BVB-Pressing knacken? Wie viel Risiko geht Dortmund offensiv? Welche Rolle spielen Konter und lange Bälle?

Ausgangslage und Form

Die Borussen haben momentan einen Vorsprung von drei Punkten, aufgrund der besseren Tordifferenz der Bayern sind es effektiv zwei Punkte. Ein Unentschieden würde das Duell also offen halten, aber Dortmund könnte damit besser leben – auch, weil sie seit 23 Spielen nicht mehr 3 Punkte am Stück verloren haben. Die Bayern werden also sicherlich einen Sieg anvisieren.

Formationen mit den Hauptbesetzungen der letzten Spiele.

Die aktuelle Form ist bei beiden Mannschaften gut, aber nicht optimal. Die schwarzgelben Gastgeber zeigten zuletzt zunehmende Spielkultur, insbesondere durch den formstarken Ilkay Gündogan im zentralen Mittelfeld. Die Dortmunder kehren langsam zum attraktiveren, aber potentiell riskanteren Offensivspiel des Saisonbeginns zurück, was für erhöhte Offensivkraft sorgt. In den vergangenen drei Spielen erzielten sie 13 Treffer – so viele wie in den 8 Ligaspielen davor. Dafür wirken sie defensiv nicht mehr ganz so unantastbar wie zu Beginn der Rückrunde. Nachdem der BVB fast 5 Monate nicht mehr zurücklag, kassierten sie in Köln wieder einen 1:0-Rückstand. Eine Woche später gerieten sie gegen Stuttgart im eigenen Stadion sogar nach einem 2:0-Vorsprung noch ins Hintertreffen durch 3 Gegentore in 10 Minuten – das erste Ligaspiel seit einem halben Jahr, in dem Dortmund mehr als ein Gegentor kassierte. Dennoch bleibt die Defensivarbeit das Prunkstück der Borussen. Nur wenn Gegner viel Risiko gingen, kamen sie wirklich unter Druck. Dann kamen sie aber auch zu vielen extrem hochwertigen Konterchancen. Diese wurden aber immer mal wieder zu ineffizient ausgespielt.

Heynckes‘ Truppe erlebte einen schwachen Rückrundenstart, anschließend drei Kantersiege mit 20 Toren und dann ein 0:0 im Pokal-Halbfinale gegen Gladbach, das sie im Elfmeterschießen gewannen. Danach wurden ihre Leistungen konstanter. Die letzten 5 Pflichtspiele wurden mit 1 oder 2 Toren Vorsprung gewonnen. Die Bilanz von 9:2 Toren erinnert an Dortmunds Rückrundenbeginn. Dabei rotierte Heynckes viel mit dem Personal, behielt das System aber bei. Er ließ durchgängig im 4-2-3-1 mit einem spielerischen und einem destruktiven Sechser, richtigseitigen Außenverteidigern (Lahm wieder rechts) und mal mehr oder weniger rochierenden Offensivkräften spielen. Das Pressing wird recht hoch und frontal gespielt, was gut funktioniert, da Bayerns Gegner gegen die starken Individualisten Ballverluste vermeiden wollen. Bei guten Offensivverschiebungen des Gegner, deutet Bayerns Defensive aber immer wieder Abstimmungsprobleme an. Offensiv dominiert man und ist nicht mehr so leicht ausrechenbar wie im Winter. Dennoch fehlt es an abgestimmten Spielzügen. Die Münchner kommen zwar zu Chancen, zeigen aber eine hohe Abhängigkeit von Einzelaktionen und gegnerischen Fehlern.

Fragen an das Spiel

Da die Bayern einen Sieg brauchen und in den letzten 3 Spielen gegen den BVB nur ein Tor erzielten, ändert sich die Ausgangslage des Spiels im Vergleich zu den letzten Duellen. Es sind weniger die Borussen, die in Zugzwang sind und taktische Mittel finden müssen. Die zentrale Frage des Spiels ist diesmal wohl eher, wie die Gäste den Ball ins Netz bringen wollen. Daraus ergibt sich gegen Dortmund die grundlegende Frage, wie man den Ball nach vorne bringen will: Versucht man in das megastabile Zentrum des Defensivverbundes hineinzukommen oder umspielt man dieses lieber mit langen Bällen oder Flügelspiel? Wie viel Risiko geht man in der Positionierung der Spieler, wie aggressiv rücken die Außenverteidiger auf? Spielt man vielleicht sogar auf Kontergelegenheiten?

Auf diese Fragen kann Bayern viele verschiedene Antworten geben. Schon wegen der personellen Besetzung ergeben sich mehrere Varianten, da wieder alle 6 wichtigen Offensivspieler für die 5 offensiven Positionen fit sind. Wir beleuchten die diversen Möglichkeiten des Rekordmeisters später.

Überschaubarer sind die Dortmunder Optionen. Beim Tabellenführer geht es vor allem darum, ob Ilkay Gündogan aufläuft oder es wieder die defensive Doppelsechs Kehl-Bender geben wird. Eng damit verknüpft dürfte die Frage sein, wie viel Risiko Dortmund im eigenen Aufbauspiel gehen will. Werden sich die Borussen wieder auf Konterspiel fixieren und spielen nach vorne hauptsächlich mit langen Bällen oder versuchen sie Bayerns Pressing kontrolliert zu umspielen und riskieren damit Konter von Bayerns schnellen Dribblern?

BVB-Variante A: Kehl, Bender und lange Bälle

Die Hinspielvariante.

Egal wie Dortmund aufläuft, defensiv darf man sicherlich wieder mit dem 4-4-2-artigen, recht hohen Mittelfeldpressing rechnen. Kagawa und Lewandowski werden die Passewege zwischen Abwehr und Mittelfeld attackieren und situativ auch Druck auf ballführende Innenverteidiger ausüben. Die vier Mittelfeldspieler werden Pässe in die Räume vor ihnen antizpieren und dann versuchen aggressiv bei der Ballannahme zu stören um hochwertige Ballgewinne zu erzeugen und Konter einzuleiten. Wenn ein Münchner Außenverteidiger angespielt wird, wird Dortmund extrem auf seine Seite verschieben. Das Gleiche gilt bei Bayerns offensiven Flügeln. Hierbei werden Dortmunds Flügelspieler vom nahen Sechsern abgesichert.

Die passendste Besetzung für dieses aufwändige Pressing, in dem man versucht im Mittelfeld antizipativ in Zweikämpfe zu kommen, ist sicherlich jene mit Bender und Kehl im Zentrum. Mit dieser defensiven Besetzung der Doppelsechs fuhr Dortmund im Hinspiel gut, schnitt die Bayern weitestgehend von Angriffsdrittel ab und sicherte die Flügel perfekt. In der Endphase half die Körpergröße und Robustheit der beiden Sechser auch, den Strafraum zu verteidigen, als Bayern begann, lange Bälle vorne hereinzuschlagen.

Der Nachteil ist die mangelnde Spielstärke im Zentrum. Bender und Kehl brauchen deutlich mehr Raum als Gündogan und spielen weniger gefährliche Pässe. Um Ballverluste der beiden zu vermeiden verzichtet Dortmund meist auf dominantes Aufbauspiel, wenn der Gegner sich nicht extrem weit zurückzieht. Man rückt nicht weit auf, greift früh zum langen Ball. Man ist sehr auf das Konterspiel festgelegt.

Zumindest das Duo Piszczek-Kuba schaffte es in Verbindung mit dem rechtsseitig spielenden Kagawa, aus der defensiven Grundordnung heraus auch tiefstehende Abwehrreihen zu knacken. Dieses Duo bzw. Trio wird also Bayerns größte Aufmerksamkeit verlangen, falls Bender und Kehl das Zentrum bilden.

Im Hinspiel beschränkte man sich jedoch sehr auf hohe Bälle, die wenig Gefahr erzeugten. Allerdings zeigte Leverkusen mit einer noch etwas extremeren Variante, dass man durchaus mit langen Bällen und Gegenpressing auf die zweiten Bälle für viel Gefahr bei den Bayern sorgen kann. Diese Variante könnte gleichermaßen höchste defensive Stabiltät versprechen und ausreichend Gelegenheiten bieten, in den Strafraum zu kommen. Es wäre wohl der 1:0-Plan, in dem man darauf vertraut, dass die eigene Defensive stabil genug ist.

Letztlich brachten relativ risikolose Varianten die letzten Siege gegen Bayern, allerdings war das Chancenverhältnis in allen drei Duellen relativ ausgeglichen. Gerade das Hinspiel, ohne den vormals entscheidenden Sahin, steuerte lange auf ein 0:0 zu. Möglicherweise würden sich Dortmunds Siegchancen mit einem offensiveren Ansatz erhöhen.

BVB-Variante B: Gündogan, die Außenverteidiger und Kombinationsspiel

Dortmunds offensivere Variante.

Mit Gündogan hätte man die Möglichkeit, ein kontrolliertes, dominantes Spiel zu verfolgen. Es wäre eine Art Grundsatzentscheidung, ein Statement: Wir können die Bayern dominieren. Es wäre etwas, was die Bayern nicht gewohnt sind, was sie auf dem falschen Fuß erwischen könnte. Es hätte das Potential zu einem wirklich überlegenen Sieg. Es könnte aber andererseits auch dazu führen, dass Bayern zu Kontergelegenheiten kommt und sich die überlegene individuelle Klasse durchsetzt.

Spannend würde dann werden, was Dortmunds Außenverteidiger machen. Gegen Wolfsburg rückten sie sehr weit auf, um die gegnerischen Flügelspieler hinten reinzudrücken. Sollte das gegen Robben und Ribery gelingen, hätte man möglicherweise auch einen  beträchtlichen defensiven Vorteil erzeugt. Gleichzeitig hätte man dann wohl genug Raum um Gomez und Müller (sollten diese spielen) zu umschiffen.

Gerade diese Räume fehlten auch im Hinspiel, als die Schmelzer und Piszczek sich zum einen sehr stark zurückhielten, zum anderen auch kaum in den Spielaufbau einbezogen worden. Da war der Respekt vor Robben und Ribery sehr groß. Man wird sehen, ob die beiden Dribbler dieses Mal stärker defensiv gefordert werden.

Dortmunds Abhängigkeit von Bayerns Strategie, Risiko-Wechselwirkungen

Im Eindruck des Hinspiels  haben vielleicht die Bayern die Entscheidung in der Hand, welche von Dortmunds Varianten besser wäre. Die Effektivität von Kombinationsfußball, Konterfußball und langen Bällen hängt von Bayerns Defensiv- und Offensivverhalten ab.

Im Hinspiel spielte Bayern sehr risikolos, alle Spieler verhielten sich sehr positionstreu und es wurden kaum riskante Pässe gespielt. Daher kamen die Borussen in jener Partie nicht zu ihren Kontern. Sollten sich die Bayern wieder so verhalten, dann könnte sich bei der Wahl von Kehl und Bender ein hochklassiges, aber unspektakuläres Spiel ergeben, wie das Halbfinale zwischen Bayern und Gladbach eines war.

In diesem Fall wäre eine Konterstrategie womöglich wenig erfolgsversprechend. Sollte Bayern zudem noch auf lange Bälle vorbereitet sein und daher etwas tiefer und vertikal kompakter verteidigen, dann hätte Dortmund nicht viele Möglichkeiten, ohne spielerische Impulse aus dem Zentrum zum Erfolg zu kommen. Dann wäre wohl Gündogan die bessere Wahl, um die Räume im Mittelfeld nutzen zu können.

Sollten die Bayern aber riskanter aufrücken, wie es zum Beispiel die Stuttgarter gegen Dortmund taten, um die eigene Gefährlichkeit zu erhöhen, und einen offenen Schlagabtausch zu fokussieren, dann wären Gündogans Qualitäten womöglich wenig effizient. Dann könnte es nützlicher sein, die Defensive zu stärken und durch hochwertigere Ballgewinne die Offensive im Konterspiel zu stärken.

Ähnliches trifft zu, falls Bayern sich entscheiden sollte ein sehr hohes Pressing zu spielen. Dann würde man Dortmund eventuell zu langen Bällen zwingen, die mit Bender und Kehl erfolgsversprechender wären. Es wird spannend zu sehen sein, wie die Wechselwirkungen funktionieren. Schauen wir uns dafür nun noch die genauen Möglichkeiten der Bayern an.

FCB-Variante A: Das Standardmenü – mit Flanken-Beilage?

FCB-Variante A

Normal wäre, wenn entweder Schweinsteiger oder Kroos neben Luiz Gustavo (oder vielleicht den zuletzt eher enttäuschenden Tymoshchuk) auflaufen würde und die üblichen vier Offensiven davor rochieren. Ribery auf links-halblinks, Müller im Tandem mit Robben. Diese Variante funktionierte zuletzt ordentlich – aber eben auch nicht richtig gut. 5 Mal in Folge gab es nicht mehr als 2 Tore. Gegen Dortmund ist fraglich, ob die Offensivpower ausreicht.

Vor allem ist fraglich, ob Bayern dann überhaupt ins Mittelfeld hineinkommen. Die Rochaden hinter die gegnerischen Sechser könnten sich als Selbstschuss erweisen, wenn Dortmund den Ball in den Bereichen davor abfängt. Dann hätten womöglich Dortmunds Außenverteidiger Raum vor sich, was gerade im Fall Piszczek schlecht enden könnte für Bayern.

Von daher wäre es vielleicht eine Variante, die Flügelpositionen konstant zu tauschen. Mit Robben links und Müller oder Ribery rechts könnte man versuchen, zur Grundlinie durchzubrechen und zu flanken, wie es Wolfsburg in der 2. Halbzeit am Samstag gut gelang. Sollte man sich für diese Variante entscheiden, wäre wohl Schweinsteiger die bessere Wahl als Kroos, da er mehr Kopfballstärke und Defensivkraft verspricht und Kroos‘ spielerische Qualitäten teilweise hinfällig wären.

Das wäre eine Möglichkeit, die Dortmund kaum hundertprozentig verteidigt bekommen kann, und die gleichzeitig wenig Kontermöglichkeiten öffnet. Allerdings könnte die Durchschlagskraft nicht reichen, wenn Dortmund seinerseits starke Offensivbemühungen auf die Beine bekommt.

FCB-Variante B: Mia san mia-Angriffsfußball

Die spielstärkere FCB-Variante B

Der Gegenentwurf zum risikolosen Flankenfußball, wäre die selbstbewussteste Variante: Alle 6 Offensivspieler zusammen auf den Platz und extremes Kombinationsspiel. Dann sollten auch die Außenverteidiger riskant aufrücken, verschiedene Besetzungen sind denkbar. In der Grafik habe ich Ribery in die Mitte gestellt, der in den engen Räumen des Dortmunder Zentrums noch am besten zurechtkommen dürfte. Jedoch könnte auch Robben dorthin rochieren, oder sogar beide – mit Müller als Stürmer in einer 4-2-2-2-Ordnung und sehr aggressiven Außenverteidigern.

Wichtig wäre dabei, das Spiel direkt von hinten sehr schnell voranzutreiben, um zu verhindern, dass Dortmund durch die Verschiebungen die Räume wegfrisst. Einer weiten Verlagerung auf einen Außenverteidiger müsste die sofortige Diagonalkombination ins Zentrum hinein folgen, mit direkten Pässen und kurzen Dribblings. Höchst anspruchsvoll, aber auch höchst gefährlich. Interessanterweise deutete ein Viertligist an, wie gefährlich das den Borussen werden kann.

Hier hat Bayern das Potential quasi „unverteidigbar“ zu werden. Allerdings ist natürlich ein hohes Risiko integriert. Ballverluste im Zentrum könnten einfache Konter für Dortmund bedeuten. Auch weil es überhaupt nicht eingespielt ist, dürfte sich Heynckes höchstens in der Endphase für ein solches System entscheiden.

FCB-Variante C: Der Herbst macht alles bunt.

Nach dem Vorbild des erfolgreichen Herbst

Eine Mischung aus beiden Varianten, wäre die Rückkehr zum überragenden Herbstsystem mit einer starken Linkslastigkeit. Diese Formation bescherte den Bayern zwischenzeitlich einen Lauf von 30:2 Toren. Im linken Raum könnte man das schnelle Kombinationsspiel aufziehen, nach Spielverlagerungen auf rechts könnte man zur Grundlinie ziehen und flanken. Gegen Konter wäre man durch gutes Gegenpressing abgesichert.

Diese Variante hätte den zusätzlichen Vorteil, dass der BVB wohl kaum darauf vorbereitet wäre und aus dem laufenden Spiel heraus vermutlich wenig dagegen tun könnte. Der Grund dafür liegt aber auch auf der Hand: Dieses System ist momentan nicht eingespielt.

Es ist wohl unwahrscheinlich, dass das Personal aus dem Herbst auf Anhieb das gleiche Maß an Eingespieltheit erreicht. Die Asymmetrie des Systems würde möglicherweise arg zurückfeuern, wenn es schlecht gespielt wird. Deshalb ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass sich Heynckes für diese Variante entscheidet.

FCB-Geheimwaffe: Französisches Roulette?

Nun haben wir bereits die drei grundsätzlich möglichen Ausrichtungen für die Bayern erläutert – risikoloses Flanken, riskantes Kombinieren und eine in beider Hinsicht vereinende Mischung.

Zudem gibt es einen weiteren Kniff, den man situativ immer wieder einstreuen könnte – und das kann grundsätzlich aus allen diesen genannten Varianten heraus gespielt werden. Situativ einstreuen sollte man es deshalb, weil es ein riskantes Mittel ist. Um sich gegen die ansonsten sehr starke und sichere Dortmunder Defensive nicht frustrieren zu lassen und auf anderem Wege zu Chancen zu kommen, könnten die Bayern versuchen, einige ihrer Offensivkräfte bei Dortmunder Angriffen bewusst vorne stehen zu lassen und auf einen Konter in den freigelassenen Räumen zu warten. Insbesondere ihre schnellen Flügelspieler Ribéry und Robben eignen sich dazu, weil bei den Dortmundern aufrückende Außenverteidiger sehr wichtig und deren Vorstöße daher immer wieder auftreten werden. Hier könnten die Bayern also einige Reserven, wenn auch unter Risiko, mobilisieren. Zumal, wenn man bedenkt, dass in der Hinrunde die Defensivarbeit Ribérys gegen Piszczek sich gar nicht immer als „sinnvoll“ erwies, während auf der anderen Seite Robben und Müller sowieso einige Schwächen im Rückwärtsgang an der Außenbahn vorweisen.

Überhaupt muss man natürlich auch erwähnen, dass theoretisch möglich wäre, dass die Bayern selbst auf Konter spielen wollen. Allerdings ist es doch eher unwahrscheinlich, dass Jupp Heynckes sich für diesen Ansatz entscheidet. Dass dafür auch die Dortmunder mitspielen würde, ist eher nicht vorstellbar.

Fazit

Wie auch immer es kommen mag, Fakt ist, dass dies nicht nur eine medial noch stärker gepushte Begegnung als das Hinspiel ist, sondern wohl auch noch entscheidender und noch schwerer in ihrem ungefähren Lauf zu prognostizieren als jene vom vergangenen November. Welche der verschiedenen Möglichkeiten mit ihren jeweils unterschiedlichen Wechselwirkungen schließlich eintreffen werden, kann man erst am Mittwoch Abend sagen.

Manches allerdings, was schon vor dem Hinspiel galt, gilt nun erneut: Es gibt bei diesem Spiel so viele Aspekte, Dynamiken und Gefahren, Kreativ- und Fehlerquellen, dass immer etwas Unerwartetes passieren kann. Spielverlagerung.de freut sich auf ein hoffentlich taktisch interessantes wie unterhaltsames Spiel, das lange in Erinnerung bleiben wird!

Timo 13. April 2012 um 22:08

Ist ja trotz vieler Möglichkeiten für den FCB gerade in der Schlussphase gut gegangen für den BVB. Ich denke die werden die 6 Punkte Vorsprung jetzt über die Ziellinie retten, trotz Derbys am Samstag.

Antworten

elroy 11. April 2012 um 18:31

Gut, ich gebe es zu: Sicher bin ich mir überhaupt nicht! Ja, mehr noch, ich schwanke immer wieder hin und her. Wird der BVB sich heute gegen Bayern durchsetzen? Wird er sie gar mit einem klaren 4:1 demontieren? Ich wünsche es mir. Aber bei allem Wünschen bleibt eine deutliche Restunsicherheit. Ich denke, die Chancen stehen 50:50. Die Sache steht auf der Kippe. Und das wird in den nächsten Jahren hoffentlich so bleiben. Allein das ist schon mal sehr gut – egal wessen Fan man ist.
Worum geht es heute Abend? Oberflächlich um ein Fußballspiel. Nicht viel weniger oberflächlich um eine Vorentscheidung für die deutsche Meisterschaft in diesem Jahr. In Wirklichkeit geht es um eine Grundsatzentscheidung hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Fußballs in Deutschland – um die Frage, ob sich ein Paradigmenwechsel durchsetzt.
Zwei unterschiedliche Grundphilosphien treffen aufeinander: Der Heroenfußfall der Bayern und der systemische Fußball des BVB. Gewinnen die Bayern, ist es wahrscheinlich, dass sie Meister werden. Dann scheint die Meisterschaft des BVB vom letzten Jahr als Betriebsunfall für die Strategen des FCB und die Welt ist wieder in Ordnung. Gewinnt der BVB ist auch für den dümmsten Bayernentscheider unübersehbar, dass es das Geld alleine nicht ist, womit man die Meisterschaft gewinnt.
Am besten wäre es daher, der BVB nimmt die Bayern regelrecht auseinander und gewinnt 4:1. Dann wäre es sehr wahrscheinlich, die Bayern stellen ihre Spielweise nachhaltig um und orientieren sich an einer systemischen Spielweise.
Aber ist es möglich, dass der BVB die Bayern ein viertes Mal hintereinander schlägt? Ja, unbedingt! Für den BVB spricht, dass eine systemische Spielweise wesentlich auf Routinen beruht, die dem Spiel Sicherheit geben, auch wenn der Einzelne extremen Stress hat. Zunächst einmal müssen die Dortmunder über ihr kollektives Pressing die Bayern so unter Druck bringen, dass diese unter Dauerstress kommen und sich in unsinnigen Einzelaktionen verlieren. Im günstigsten Fall gelingt es so, Ribery und Robben vom Spielfluß wegzuhalten und so zu entnerven, dass sie mit dem Kopf durch die Wand wollen. Dann verliert die ganze Mannschaft den Glauben an sich. Das zweite wird sein, dass der BVB nicht mehr als zwei oder drei hochkarätige Chancen vergibt, bevor er das erste Mal trifft. Der Schlüssel dazu wird sein, ob sich Kagawa als zentraler Ballverteiler im Angriff behaupten kann und die frei gespielten Spieler, insbesondere Lewandowski, die Nerven behalten.
Demgegenüber spricht für die Bayern, dass sie in einem Wettkampfmodus sind, der ihnen Selbstvertrauen gibt. Sie werden in einer Art Gladiatoreneinstellung mit extremer Aggressivität vorgehen, um die Dortmunder zu entnerven. Läßt der Schiedsrichter ihnen das durchgehen, und gelingt ihnen gar ein frühes Tor, könnte sich diese Einstellung zu einer Siegesgewißheit stabilisieren. Ich befürchte daher, dass der Schiedsrichter eine gewichtige Rolle spielen wird und den BVB durch einen ungerechtfertigten Elfer oder einen Platzverweis schwächen wird.

Antworten

vastel 14. Mai 2012 um 01:02

Tausche „Meisterschaft“ durch „Pokal“ und der Beitrag ist erschreckend genau…

Antworten

MM 11. April 2012 um 16:47

Die häufige Verwendung des Unwortes „womöglich“ erinnert mich sehr an meine westfälische Herkunft. BVB!

Antworten

MR 11. April 2012 um 16:54

Huch, wieso ist das denn ein Unwort? Und ist das tatsächlich ein westfälisches Merkmal? Wäre wooohl möglich, dass ich mich da angepasst hätte, da ich seit geraumer Zeit ebenfalls in der Region lebe. 🙂 Aber ich dachte das wäre ein üblicher und überregionaler Ausdruck.

Antworten

opaoma 11. April 2012 um 17:15

Womöglich geht schon, und ist was anderes als wohl möglich, also im Sinne von wo geht, da möglich.

Also kein Unwort, aber definitiv Pott-freundlich.

Antworten

Smerk 11. April 2012 um 18:09

Ihr werdet lachen, aber auch ein FCB-Fan kann wohl pottfreundlich sein, nur, dass die Schwarzgelben dauernd und eventuell möglich auch heute gewinnen, nervt den Zutiefst-Roten natürlich womöglich mehr als im möglicherweise Recht sein kann, wenn auch womöglich gerade der beschriebene Umstand die möglicherweise auf Dauer langweilende FCB-Dominanz hin zu mehr echter Konkurrenz und damit -wohl möglich- Spannung führen könnte. Dafür wäre dann aber womöglich heute ein FCB-Sieg besser, denn dann ist Gleichstand und womöglich hat dann jede Mnnschaft 4 weitere Endspiele, was möglicherweise auch nicht schlecht wäre, oder? Hää, Pottler, was sagst? 😉

Antworten

Pilki 11. April 2012 um 15:18

Die taktische Ausrichtung ist dieses Mal im Vorfeld wirklich spannend wie selten zuvor, auch wenn das eine Floskel ist.
Allein durch den zurzeit starken Linksfuß Alaba erwarte ich mir – mit Lahm als Pendant rechts – in der Offensive schwerer auszurechnende Bayern als in den letzten Duellen.

Die Vielzahl an Variationsmöglichkeiten mit Kroos und/oder Schweinsteiger, gar einem Gustavo in der IV und Müller oder Kroos im OM bietet bei den Bayern auch genug Raum zur Spekulation.

Letztendlich werden Klopp und Heynckes wohl wenig überraschen – zumindest nicht mit den ganz exotischen Optionen.
Unter Beachtung der Prestigeträchtigkeit des Duells gehe ich allerdings davon aus, dass beide Mannschaften versuchen werden ihr Spiel durchzudrücken – taktische Wechselwirkungen mehr oder weniger ignorierend.
Am ehesten kann ich mir noch vorstellen, dass Klopp den momentan bärenstarken Gündogan tatsächlich für eine stärkere Defensive opfert(das dieser Prämisse wegen Perisic wieder von Großkreutz auf die Bank verdrängt wird, bezweifelt ja ohnehin niemand), jedoch halte ich es da auch mit dasdo123 und glaube dass die Zeit reif ist für eine etwas offensivere Grundordnung.
Denn da kommt der Gedanke von MR ins Spiel, dass in der Mentaltaktischen Vorbereitung einfach mit Gündogan und Kehl genausogut versucht wird zu verteidigen, als wenn Bender auf dem Platz wäre.

Bekommt Gündogan das defensiv ausreichend gut hin ist Dortmund am ehesten für alle Eventualitäten der nominellen gegnerischen Aufstellung gewappnet. Wenn Jürgen Klopp das in den letzten Tagen gut geschafft hat ist mir als Dortmundfan am ehesten noch vor den diesmal wohl offensivstärkeren Außenverteidigern bange – aufgrund der von meiner Seite aus nicht wirklich nachvollziehbaren „Schwäche“ des BVBs bei Flanken und Standarts.

Antworten

EazySnowP 11. April 2012 um 14:55

Der Schlüssel zu einem Bayern-Sieg, der bezeichnenderweise in der eigentlich guten Analyse vollkommen unter den Tisch fällt, ist, Olic statt Gomez auflaufen zu lassen. Gomez ist ein spielerisch arg limitierter Spieler, der auf passgenaue Zuspiele von Ribery/Robben angewiesen ist, um seine Abstaubertore zu machen. Nimmt man Ribery/Robben aus dem Spiel ist Gomez ein Totalausfall. Dem gegenüber hat Olic den Vorteil sehr viel beweglicher und auch spielstärker zu sein. Er kann beim Aufbauspiel mitwirken, Eins-gegen-Eins gehen und durch sein enormes Laufpensum Räume öffnen.

Antworten

MR 11. April 2012 um 15:20

Seh ich anders. Gomez ist einer der ganz wenigen Stürmer, die Hummels und Subotic auch mal individuell richtig Dampf machen. Gibt keinen, der so regelmäßig gegen Klopps Dortmund gefährlich geworden ist wie er. (In Stuttgart schon und auch in den beiden Bayern-Spielen unter van Gaal.) Wenn der Ball natürlich nichtmal ins Angriffsdrittel kommt, wird er nicht gefährlich, Olic aber auch nicht. Räume öffnen nützt nichts, wenn kein Ball in der Nähe ist. Ich seh ihn kaum spielstärker als Gomez, körperlich natürlich und auch taktisch unterlegen. Ich behaupte, dass Gomez sich viel besser mit Ball gegen Subotic durchsetzen kann als Olic. Gomez ist unagil und kein kombinierender Stürmer, aber dass er nichts macht außer Rumstehen und Abstaubertore ist einfach ein Mythos.

So oder so darf man sich wohl sicher sein, dass Heynckes sich nicht für Olic entscheidet.

Antworten

JimmyDream 11. April 2012 um 15:33

Sehe ich genauso wie du.
Einzige taktische Möglichkeit wäre eine ähnliche Aufgabe für Olic wie gegen Marseille, dass er oft nach links ausweicht, Ribery mehr ins Zentrum rückt, um den Franzosen von Pisczcek wegzuziehen, mit dem er bisher nie wirklich zurechtgekommen ist, da Pisczcek einen ähnlichen Antritt und wohl eine noch höhere Geschwindigkeit hat.
Aber diese Aufgabe kann Gomez genauso übernehmen

Antworten

EazySnowP 11. April 2012 um 23:59

Nach dem Spiel muss ich doch noch mal kurz den Ball der vielen kritischen Äußerungen gegen meine Gomez-Schelte aufnehmen. Die Fakten zu Gomez‘ Auftritt:
Tore: 0
Torschüsse: 1
Flanken: 0
Gewonnene Zweikämpfe: 7
Ballkontakte: 19
Pässe: 4
Wie üblich untergegangen gegen einen starken Gegner. Ich weiß, er bleibt trotzdem ein Weltklassemann …

Antworten

MR 12. April 2012 um 00:24

„Wenn der Ball natürlich nichtmal ins Angriffsdrittel kommt, wird er nicht gefährlich (…) Gomez ist unagil und kein kombinierender Stürmer“

Danke für’s genaue Lesen.

Angriffsspieler für eine Niederlage verantwortlich zu machen, in der die Mannschaft kaum ins Mittelfeld kommt, ist so eine Unart…

Einen Spieler nach seinen schwachen Spielen zu bewerten übrigens auch. Mit plumpen Schlagwörtern wie „Weltklassemann“ zu argumentieren auch.

Ob ein Spieler ein gutes Spiel macht, hängt davon ab, ob er seine Qualitäten einbringen kann. Wenn man ein Spiel lang nur hohe Flanken auf Messi schlägt, macht der auch ein beschissenes Spiel. Das ändert aber nichts an den Qualitäten die er hat.

Was nicht heißt, dass eine spielerischere Lösung heute nicht hätte helfen können, aber das ist nicht mit einem Personalwechsel getan, da muss man systematische Anpassungen vornehmen.

Antworten

Smerk 11. April 2012 um 15:29

Hmm, weiss nicht. Wenn Du das heimspiel gegen Marseille gesehen hast, da war Olic – den ich wirklich schätze – in der identischen Rolle wie Gomez, möchte fast sagen, er hat den Gomez-2 gegeben. D.h., es ändert meiner Meinung nach nichts, wenn Du den einen für den anderen bringst, denn ein Kaltstellen von Rib/Rob wird auch Olic der Zuspiele berauben. Wenn Du da was ändern willst, müsstest Du beide bringen und auf 4-4-2 umstellen – und das wird hächsten passieren, wenn Bayern in der 2ten Hälfte zurückliegt. Abgesehen davon: Für einen Lackl seiner Größe ist Gomez mM nach technisch sogar sehr gut, v.a. kann er links wie rechts. Das Problem ist doch eher, dass er verdammt selten saubere Zuspiele in den Fuß bekommt sondern meistens mit dem Rücken zum Gegner oder mitten im Getümmel angespielt wird. Vom Mittelstürmerinstinkt her und in der Box ist der Knabe derzeit – aus Bayernsicht – nicht zu ersetzen und aus liga- wie europaweiter Sicht ziemlich vorne dabei. Offensiv ist mir aufgefallen, dass er in den letzten Spielen sehr gut die Positionswechsel mitgemacht und oft gut mit auf -v.a. – den linken Flügel mit raus ist, wenn Rib nach innen gegangen ist, da gibts eigentlich nix zu meckern. Ausserdem hat Gomez in den letzten Spielen ein enormes Pensum auch nach hinten abgeliefert, mitverteidigt etc etc. Da hat er sehr dazugelernt. Ich würde mir im Gegenteil wünschen, dass Robben heute genauso nach hinten mitarbeitet und Rib heute einfach nen super Tag erwischt. An Gomez liegts mM nach eher nicht.

Antworten

Rudelbildung 11. April 2012 um 16:56

Sehe ich auch nicht so. Ich bin allerdings der Meinung, dass ein Olic durch seine Beweglichkeit Räume aufreißen könnte.

Ich verstehe allerdings auch, dass man diesen „riskanten“ Wechsel, da die beiden (Olic/Gomez) selten zusammen gespielt haben, nicht von Beginn an ausprobiert und eher später vollziehen könnte. Außerdem hat man mit Müller einen Spielertyp der nicht Olic ist, aber Teils diesem doch ähnelt. Müller ist wesentlich besser integriert und flexibler, Stichwort rechter Flügel, also macht es mehr Sinn ihn zu bringen, weil geringes Risiko.

Sich in so einem Spiel gegen Gomez auszusprechen kann ich gar nicht nachvollziehen. Deine Beschreibung von Gomez kann ich auch nicht ganz verstehen, Gomez ist spielerisch wesentlich stärker als du ihn beschreibst, aber er wird natürlich nie ein Messi. Für mich ist Gomez allerdings einer der komplettesten Stürmer ,die ich kenne. Bedenke aber hier ,dass komplett nicht automatisch heißt, dass er alles perfekt kann.

Gomez zu attestieren, dass er Abstaubertore schießt finde ich auch etwas überspitzt, als ein Gegen-Beispiel kann man ja seinen Treffer gegen Hannover nehmen.

Und es alles drauf zu reduzieren, dass Gomez ohne Robben und Ribery nichts ist, ist ja auch ein absurder Vorwurf. Wie gesagt, Gomez ist kein Messi oder Ronaldo, der alles alleine Regeln kann, aber so zu tun, als ob er nur ein Produkt von kongenialen Partner ist finde ich, entschuldige den Ausdruck, lächerlich.

Gomez hat immer seine Tore gemacht, siehe Stuttgart, und ist einer der komplettesten Stürmer überhaupt.

Aber du dürftest den Kommentar gerne vertiefen, weil die These mit Gomez interessiert mich ja mal sehr.

Antworten

Rudelbildung 11. April 2012 um 17:11

Normalerweise verlinke ich ja ungern und Spox ist für unsere Fragestellungen hier nicht die beste Quelle, aber ich finde der Artikel ist ganz interessant zu deiner „Gomez ist ein spielerisch arg limitierter Spieler, der auf passgenaue Zuspiele von Ribery/Robben angewiesen ist, um seine Abstaubertore zu machen.“

http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1204/Artikel/daten-analyse-mario-gomez-fc-bayern-robert-lewandowski-borussia-dortmund-vergleich,seite=2.html

Antworten

Eddy 11. April 2012 um 23:10

Erstmal danke für diesen Link. Jedoch finde ich, dass der Artikel die Unterschiede der Beiden eher noch bekräftigt. Obwohl der Artikel so geschrieben wurde, dass man das Gegenteil vermitteln möchte. Und sowohl die Torschussvorlagen als auch die durchschnittliche Laufstrecke empfinde ich persönlich nicht als „fast gleichauf“. Und allein die Zweikämpfe sagen doch alles. Aber das ist eben Statistikdeuterei.

Gomez ist für mich kein „komplettester“ Stürmer. Aber er ist auch kein reiner Abstauber. Er ist einfach ein Strafraumstürmer, eine Art die im modernen Fußball wohl am aussterben ist.

Antworten

Rudelbildung 12. April 2012 um 00:07

EazySnowP:

„Nach dem Spiel muss ich doch noch mal kurz den Ball der vielen kritischen Äußerungen gegen meine Gomez-Schelte aufnehmen. Die Fakten zu Gomez’ Auftritt:
Tore: 0
Torschüsse: 1
Flanken: 0
Gewonnene Zweikämpfe: 7
Ballkontakte: 19
Pässe: 4
Wie üblich untergegangen gegen einen starken Gegner. Ich weiß, er bleibt trotzdem ein Weltklassemann …“

Finde ich zu einfach. Gomez war nicht gut, keine Frage, aber das lag an dem gesamten enttäuschenden Auftreten der Bayern und nicht an ihm alleine. Die Mitte war in der 1. Halbzeit zu und Bayern schlug in der 1. Halbzeit eine Flanke.

Und als man so einen wie Gomez am dringendsten brauchte hatte ihn Heynckes ausgewechselt. Da sind mehr Faktoren als ein paar Zahlen zu bewerten in meinen Augen.

Können wir morgen mit der passenden Analyse von den Jungs hier machen, aber in meinen Augen muss besonders Heynckes sich hinterfragen.

Antworten

C 12. April 2012 um 04:37

„Und als man so einen wie Gomez am dringendsten brauchte hatte ihn Heynckes ausgewechselt. Da sind mehr Faktoren als ein paar Zahlen zu bewerten in meinen Augen.

Können wir morgen mit der passenden Analyse von den Jungs hier machen, aber in meinen Augen muss besonders Heynckes sich hinterfragen.“

oh ja sowie die ängstliche Start-Aufstellung, ich als Bayern Fan muss sagen, dass ist viel zu wenig wenn man gewinnen will/muss, auch wenn letztendlich das Tor glücklich war

Antworten

CJ 11. April 2012 um 14:28

Schön die verschiedenen Optionen mal klar präsentiert zu bekommen, aber ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass eines der beiden Teams seine zuletzt erfolgreiche Taktik grundlegend ändert. Beide mit Standardmenü (Bayern mit Gustavo und Kroos /Schweinsteiger und Dortmund mit Gündogan – schliesslich ist es ein Heimspiel und der Mann ist in Form), doch sicherlich etwas defensiv orientierter als gegen „kleine“ Gegner (insbesondere die Aussenverteidiger werden sich zunächst eher zurückhalten). Beide warten auf den lucky punch, ansonsten können wohl beide auch mit einem 0:0 leben (Bayern hofft in dem Fall auf Schalke und die CL). Ein Tor hätte natürlich Auswirkung, doch die taktische Grundausrichtung würden die Trainer wohl trotzdem erst in der Schlussphase ändern.

Antworten

peter_vincent 11. April 2012 um 14:11

Solche Diskussion sind eher zum Weinen und ein Grund, weshalb ich diese Seite gern habe. Hier dreht es sich zumeist um inhatliche Themen und weniger über Prollo-Vergleiche.

Meint ihr Schweinsteiger bleibt wirklich zu Beginn draußen? Ich bin da zwiegespalten. Einerseits fehlen ihm natürlich noch einige Prozentpunkte zur Normalform, andererseits bringt er durch seine Übersicht, Ballsicherheit, Erfahrung und Ausstrahlung enorme Qualität ins Bayern-Spiel.

Ich denke, er wird von Beginn an auflaufen, neben Gustavo. Ich glaube nun auch, dass Kroos ins ZOM rücken wird. Das MF-Trio also aus Gustavo – Schweinsteiger – Kroos besteht.

Antworten

Smerk 11. April 2012 um 12:56

Wenn Ihr alle mal kräftig lachen wollt, schaut euch die Diskussion hier und die zugehhörigen Artikel mal an:
http://forum.spiegel.de/f22/dortmund-vs-bayern-wer-siegt-im-spiel-der-giganten-58496-4.html
Das braucht echt niemand. Allgemeinplätze von den Reds und völlig BallaBalla von den „Fans“. MR, bewirb Dich mal bei Spiegel Online, damit da mal Substanz kommt.

Antworten

vier-drei-drei 11. April 2012 um 14:04

Wenn du mal lachen willst lies dir die Kommentare der sog. „Fussballfachleute“ unter den „Artikeln“ von bild.de durch. Bei solchen „Fachgesprächen“ zieh‘ ich jedes mal die Möglichkeit in Betracht, in ein Land auszuwandern, dessen Sprache ich nicht spreche, damit ich sowas nicht mehr lesen muss. -.-‚

Antworten

Bari 11. April 2012 um 11:12

Super Analyse! Hat mir sehr viel Spaß gemacht zu lesen, und steigert meine ohnehin sehr große Vorfreude nochmal enorm!
Hier meine Gedanken: für die Bayern ist ja das Ziel klar gesteckt – the only way is up; es wird auf Sieg gespielt. Insofern geht es ja hauptsächlich drum, wie man ein Tor schießt, ohne hinten sich zu sehr zu entblößen. Da sind mir die Varianten A und B für Bayern zu einseitig und berechenbar, bzw. man ist nicht anpassungsfähig, wenn der Erfolg ausbleibt, und man kann den Gegner nicht überraschen.
Ich habe überlegt, die Bayern können ja auch mit Schweinsteiger und Kroos auf den 6er Positionen und Müller auf der 10 spielen. Wobei ich den Kroos seine Rolle mit einer Portion Vorsicht auch sehr offensiv interpretieren lassen würde, dass eine Art 4-1-1-3-1 oder sogar 4-1-4-1 entsteht.
Das hat für mich den Vorteil, dass man eine gute Mischung aus Flanken und Kombinationsfußball bekommen kann. Für beide Angriffsvarianten wären die Löcher-reißenden Läufe von Müller mir zu wertvoll, als dass ich ihn auf die Bank setzen würde.
Sicher, das ist eine sehr offensive Aufstellung, aber ähnlich wie bei Gündogan finde ich auch bei Kroos, dass die defensiven Qualitäten sich im Laufe der letzten Spiele deutlich verbessert hat, und ich finde das Risiko einer solchen Aufstellung gar nicht so hoch.
Oder bin ich total naiv und renne in ein offenes Messer, das ich nicht sehe?
Was Dortmund angeht, würde ich als Klopp nicht auf Angriffsfußball setzen. Ein Zeichen setzen, das braucht kein Mensch. Das Zeichen kommt am Ende der Saison in der Form einer großen runden Silberscheibe.

Antworten

sharpe 11. April 2012 um 12:00

das ist mir aus Bayern-Sicht zu offensiv gedacht. Ich vermute auch, Bayern muss in Dortmund gewinnen, um noch eine gute Meister-Chance zu haben, aber deswegen total auf Offensive setzen? Viele glauben ja anscheinend, es wird ein von Bayern bestimmtes Spiel geben mit 60-70% Ballbesitz und Dortmundern, die auf Konter lauern. Ich glaube eher, es wird ein sehr offenes Spiel und Bayern muss vor allen Dingen aufpassen, nicht in Rückstand zu geraten, sonst wird es ganz schwer.
Wie schon MR in einem seiner Kommentare schreibt, ist die Herangehensweise des Trainers in den Vorbesprechungen sehr wichtig und hier muss Heynckes sich sehr stark auf das Defensivverhalten konzentrieren, denn wenn Bayern sich zu sehr auf die Offensive konzentriert, würde es mich nicht wundern, wenn sie ausgekontert werden und der BVB 3:0 oder so gewinnt

Antworten

Smerk 11. April 2012 um 12:44

Exakt richtig. Kroos/Schweinsteiger ist ja schön und gut, aber wer hilft dann hinten mit aus? Wenn Schweinsteiger den Unterstützer/Ausputzer geben muss, ist er vorne verschenkt und da sehe ich ihn einfach besser, weil variabler als Kroos. Auch kann ich mir, wioe sharpe, nicht vorstellen, dass Dortmund konservativ auf Konter spielen wird, im Gegenteil. Den FCB kannst Du am besten packen, wenn Du ihm den Ball nicht gibst, das weiss Klopp. Kontern kann Dortmund sowieso, als warum den Bayern den Ball lassen? Wie schon gesagt, das Spiel wird in der Verteidigung verloren, ob es von der Offensive gewonnen wird, mal sehen. Deswegen meine volle Zustimmung: FCB muss das Defensivverhalten steigern, sonst wird es eng.

Antworten

opaoma 11. April 2012 um 10:46

Wie in der Graphik im Artikerl angedeutet, wäre ja auch für die Zukunft (nicht im spiel heute) die Variante Bender + Gündogan wahrscheinlich, wenn Bender zu gewohnter Stärke findet und Gündogan stabil bleibt bzw. sich noch ein bisschen verbessert.

Antworten

daniel 11. April 2012 um 10:38

Servus,

sehr cooles Ding. Das Schöne an einer Prognose, ganz grundsätzlich und insbesondere hier, ist die Möglichkeit, auf wahrscheinliche Aufstellungen eingehen zu können und ein wenig mehr kreative Freiheiten dadurch zu besitzen, die MR hier meiner Meinung nach auch sehr gut ausnutzt.

Es macht Spaß zu lesen, was ihr euch wünschen würdet, ohne dass ihr an ein tatsächliches und abgeschlossenes Geschehen gebunden seid.

Ganz persönlich sehe ich es ähnlich, letztlich aber doch dahingehend einfacher, als dass so oder so entscheidend sein wird, ob Piszchek oder Ribery in ihren jeweiligen offensiven und defensiven Aufgabengebieten sich durchsetzen, sowie, ob Schmelzer die ausreichend Unterstützung gegen Robben bekommt oder Müller und Robben zusammen die rechte Seite beleben können.

Denn dies ist in jeder Bayernaufstellung im Grunde genommen ein sehr entscheidender Faktor. Ob sie versuchen Gomez mit Flanken ins Spiel zu bekommen oder durch eine starke und kombinationssichere Präsenz in der Mitte und auf den Halbflügeln durch Abschlüsse und Tore der Herren Robben und Ribbery aus der zweiten Reihe zu gewinnen ist dann auch schon fast geschenkt.

Um diese Duelle jedoch zu gewinnen, würde ich die kombinationsreiche Variante wählen, aber dabei Kroos die Überladung links überlassen, weil das anscheinend ohnehin diese Saison die Order ist und er damit wohl besser klar kommt, und Schweinsteiger rechts. In der Hoffnung, dass Robben, Lahm und Schweinsteiger und ein intuitiv und situativ sich anbietenden Müller die Rechte Seite beleben.
Ideal aber unwahrscheinlich wäre dann die Abwechslung in der dortmunder Box zwischen Gomez und Müller, damit Gomez sich links als Anspielstation anbieten kann, um insbesondere die Absenz Schweinsteigers bei dem System der Hinrunde zu kompensieren – zwar niemals gleichwertig, aber ganz grundsätzlich stellt sich Gomez (wie von euch bereits sehr gut beschrieben) garnicht so doof dort an.

Trotzdem glaub ich, dass Heynckes die „konservative“ Variante wählen wird – also das risikolose Flankenspiel. Was wegen der Eingespieltheit und Defensiveabsicherung garnicht mal eine so schlecht Idee ist.

Was ich mich insbesondere Frage ist, was die Umstellung Lahm (r) Alaba (l) bringen wird. Da Alaba als athletischer und schneller Außenverteidiger einen ganz anderen Typ, als den umheilich spielstarken und passsicheren Lahm darstellt. Betrachtet man dann die Unterschiede dahingehend, dass Pischzek ähnliche Fähigkeiten als schneller und athletischer Spieler hat, führt das letztlich zu einer Egalisierung der Fähigkeiten. Vorausgesetzt Alaba legt ein famoses Spiel hin – denn Piszchek ist momentan auf einem unheimlich hohem Niveau.

Was meint ihr?

Antworten

Smerk 11. April 2012 um 12:34

Ich denke, dass Alaba und Ribery zusammen die rechte Dortmunderseits aufmischen können, P.`s Form hin oder her, wenn Piszchek nicht genug Unterstützung aus der Mitte bekommt. Denn ich denke nicht, dass die Dortmunder innen groß draussen mithelfen werden, wenn sie auf Gomez, Müller und einen -wie zuletzt häufiger- in die Mitte ziehenden Robben aufpassen müssen. Dann könnte es zu Löchern in der Mitte kommen, in die ein Schweinsteiger bestens vorstoßen könnte, denn er kann den Ball verteidigen (gut gegen Konter, wenn man selbst -in der beschriebenen Situation- aufgerückt sein wird), er kann selbst versuchen, in die Box zu kommen, er kann sicher zuspielen, er kann ggfs auch aus 20 Metern draufhalten. Sollten Alaba und Ribery gut funtionieren, wird es Dortmund nicht jedenfalls mehr so leicht fallen, die Rib und Rob so kaltzustellen, wie im Hinspiel. Auch wird das Löcher in der Dortmunder Mitte reissen. Wichtig für Bayern wird sein, ob Gündogan spielt, der einen Kagawa schneller einsetzen kann, als Badstuber und Boateng zu antizipieren im Stande sind. Da grausts mir (wie gesagt, Bayernfan).

Antworten

MR 11. April 2012 um 12:38

>> „Ganz persönlich sehe ich es ähnlich, letztlich aber doch dahingehend einfacher, als dass so oder so entscheidend sein wird, ob Piszchek oder Ribery in ihren jeweiligen offensiven und defensiven Aufgabengebieten sich durchsetzen, sowie, ob Schmelzer die ausreichend Unterstützung gegen Robben bekommt oder Müller und Robben zusammen die rechte Seite beleben können. “

Wenn Bayern „normal“ spielt, dann stimmt das sicherlich. Die Sache ist aber die, dass (spätestens nach den letzten Spielen) eigentlich klar ist wie diese Fragen beantwortet werden: Schmelzer bekommt von Großkreutz IMMER genug Unterstützung und Piszczek kommt gegen Ribery richtig gut zurecht.

Deshalb bin ich der Meinung, dass Bayern sich was einfallen lassen muss. Die normalen Sachen bekommt Dortmund erfahrungsgemäß verteidigt.

Antworten

daniel 11. April 2012 um 13:39

Deshalb mein Gedanke, inwiefern D.Alaba einen Unterschied ausmachen wird.

Antworten

Doerk 11. April 2012 um 16:39

„Schmelzer bekommt von Großkreutz IMMER genug Unterstützung und Piszczek kommt gegen Ribery richtig gut zurecht.“

Zum Glück muss das Spiel erst gespielt werden.-)

Anders ausgedrückt: Wenn Bayern nicht anders spielt als in den letzten Spielen werden sie auch nicht gewinnen.

Mir wäre das allerdings ein wenig zu deterministisch, Dortmund ist stark aber auch nicht Barca, d.h. unbesiegbar.

Antworten

sharpe 11. April 2012 um 08:32

es wird auch schon in den ersten Minuten des Spiels interessant sein, zu sehen, wie offensiv beide Teams zu Werke gehen. Attackiert Bayern mit Müller(Kroos)/Gomez beide BVB-IV oder sind sie passiv? oder wird nur Hummels gestört, so dass der Spielaufbau über Subotic läuft?
genauso auf der anderen Seite. wird Badstuber ständig angelaufen oder ist der BVB defensiver orientiert?
wie im Artikel beschrieben, haben ja beide Team ein paar Möglichkeiten, die Aufstellung zu variieren. Dieses im Zusammhang mit der Herangehensweise der Mannschaften kann schnell dazu führen, dass auf der Trainerbank reagiert werden muss. Ich bin gespannt, ob Heynckes, sollte es der Fall sein, richtig handelt, bzw. überhaupt handelt. Bisher hat er mich mit taktischen Umstellungen/Auswechslungen während der Spiele nicht überzeugt.

Antworten

Till 11. April 2012 um 16:03

Das war doch aber gegen Augsburg nicht schlecht. Da kam in der 52. Minute Kroos, dann gab es 15 Minuten richtig Druck und ein Tor. Uebrigens war das dann die Variante B (mit Boateng statt Gustavo sonst identisch).

Antworten

MichiSchmitz 11. April 2012 um 02:17

Geht raus und spielt’s Fussball ist immer noch am einfachsten

Antworten

MR 11. April 2012 um 03:20

Totaler Unfug: Drinbleiben und nicht Fußball zu spielen ist bedeutend einfacher.

(Mir erschließt sich allerdings nicht, weshalb wir auf einem Taktikblog über die Leichtigkeit des Seins diskutieren…)

Antworten

dasdo123 11. April 2012 um 01:38

Zitat:

„Sollten die Bayern aber riskanter aufrücken, wie es zum Beispiel die Stuttgarter gegen Dortmund taten, um die eigene Gefährlichkeit zu erhöhen, und einen offenen Schlagabtausch zu fokussieren, dann wären Gündogans Qualitäten womöglich wenig effizient. “

Der Satz gefällt mir nicht so wirklich. Mir wird Gündogan zu schwach in der Defensive eingestuft. Gegen Stuttgart hat der BVB mit Gündogan kein Tor zugelassen. Erst nach dem Wechsel von Bender für Gündogan konnte der VfB 4 mal für richtige Gefahr sorgen. Dies lag aber alles weniger an Bender, sondern am mannschaftlichen Gesamtverhalten. (Wie auch gegen WOB hat man sich bei einer sicheren Führung zu früh zurück gezogen. Und nur gegen WOB hat man die Konter bzw. einen davon richtig genutzt.) Davor hat Gündogan das beste Saisonspiel für den BVB gegen den den VFB gemacht und war effizient.

Gündogan hat sich defensiv verbessert und paart dies mit tollen Offensivaktionen. Kehl/Bender sind für mich Defensiv nicht so viel stärker, als das es rechtfertigt Gündogan dafür zu opfern. Der Qualitätsunterschied zwischen den Duos ist in der Defensive gering, aber dafür in der Offensive wesentlich stärker.

Sollte der FCB so risikoreich auftreten, wie der VfB, dann kann dies auch bzw. gerade mit Gündogan für den FCB richtig böse enden. Voraussetzung ist natürlich eine bessere Chancenverwertung des BVBs.

Antworten

MR 11. April 2012 um 03:18

Ein ganz schwieriges Thema und ich neige eigentlich dazu, dir Recht zu geben. Gündogan hat sich defensiv klar verbessert und gefällt mir gerade wegen seiner Antrittsschnelligkeit oft sehr gut, vor allem im Gegenpressing. An den Toren trug er nie direkte Schuld.

De facto war Dortmund ohne Gündogan aber irgendwie noch solider in der Defensive. Diese Ausstrahlung, überall alles definitiv verteidigen zu können, das ist die letzten Spiele verloren gegangen. Ich weiß nicht recht wie das kommt, aber die Koinzidenz ist eben da – nach dem Saisonstart erneut. Konkret hab ich den Eindruck, dass man sich nicht mehr mit der gleichen Leidenschaftlichkeit in Zweikämpfe in der Luft und auf den Flügeln begibt.

Vielleicht täuscht es etwas, weil man im Offensivspiel einfach riskanter steht, was den Gesamteindruck zu ungunsten der „defensiven Ausstrahlung“ verfärbt. Vielleicht war es auch einfach bisschen glücklich, dass Dortmund vor dem Köln-Spiel nicht mal so ein Flankending gefressen hat in einer wichtigen Phase. Es wären aber (gerade mit dem Saisonstart im Hinterkopf) seltsame Zufälle. Dortmund hat nunmal plötzlich deutlich mehr Gegentreffer bekommen.

Vielleicht liegt es auch an der Vorbereitung auf die Spiele. Wie im Wolfsburg-Artikel beschrieben wird Dortmund ja langsam wieder offensiver, ballbesitzorientierter. Ich habe die Theorie (adaptiert), dass die Schwerpunktlegung bei der taktischen Vorbereitung auf ein Spiel eine wichtige psychologische Komponente ist. Wenn ich eine Mannschaft NUR auf die Defensive vorbereite wird sie besser verteidigen, als wenn ich ihr die gleichen Sachen sage und noch ein paar offensive Maßgaben dazu. (Mentaltaktische Vorbereitung. Eine Vermutung.) Wenn das tatsächlich der Faktor wäre, würde das natürlich die Strategie-Wahl von der Personalwahl etwas entkoppeln. Man könnte also auch mit Gündogan einen „defensivpuristischen“ Ansatz verfolgen.

Was Dortmund konkret scheinbar ein bisschen abgeht mit Gündogan, sind zumindest diese saugefährlichen Ballgewinne zwischen Mittelfeld und Kagawa, die Bender und Kehl antizipativ erkämpfen. (Siehe 1:0 gg Hoffenheim.) Da ist er einfach nicht so gut wie Bender und verliert da dann auch mehr Zweikämpfe.

Und definitiv ist Dortmund mit Gündogan schwächer in der Luft. Das birgt ein gewisses Gefahrenpotential – den verweigerten Elfmeter für Ibisevic im Stuttgart-Spiel kann ich da als Beispielszene empfehlen. Gündogan rückt heraus, damit Kehl den hohen Ball übernimmt, in die Lücke neben Kehl wird dann der Ball zurückgespielt nach Stuttgarter Gegenpressing und von dort durch die Gasse auf Ibisevic. Dieses vertikale Verformen der Doppelsechs ist ein gewisses Risiko.

Bin gespannt, wie sich Dortmunds Defensive so entwickelt in den Ballbesitz- bzw. Gündogan-Spielen.

Antworten

kudu 11. April 2012 um 10:30

Ich denke, die Defensivschwäche der letzten Spiele liegt nicht unbedingt an Gündogan, sondern eher an Kehl. Dieser ist mE ein wenig überspielt und ihn fehlen zzt 10% zur absoluten Topform. Mir sind bei ihm zuletzt einige Flüchtigkeitsfehler aufgefallen, die zum Glück meist durch den absichernden Spieler ausgebügelt wurden, aber ins Auge hätte gehen können. Daher plädiere ich für das Duo Bender Gündogan. Bender hat sich ausgeruht und dürfte die nötige Form zurückelangt haben, sich in jeden Zweikampf zu stürzen und mit Gündogan können wir den Anteil am qualitativ hochwertigen Ballbesitz erhöhen. NIcht zu vergessen seine Fähigkeiten was Distanzschüsse angeht, was in einem engen Spiel den Ausschlag geben kann.

Antworten

dasdo123 11. April 2012 um 11:54

Danke für dein nächtliches Reply ;).

Man kann sicherlich festhalten, dass es in der Defensive mit Kehl und Bender ein Stück besser laufen wird. Dies steht außer Frage. Die Betonung liegt dabei auf der Defensive.
(Die Frage wäre auch dabei, ob es gegen den FCB klug ist, wieder komplett dem Gegner das Spiel machen zu lassen. Man macht sich damit schon ein wenig kleiner als man ist. Ich kann mich selbst in der CL nur an ein Spiel erinnern, dass man so defensiv angegangen ist, wie das Hinspiel gegen den FCB. Wenn man gegen Arsenal oder OM sich zutraut das Spiel zu machen – wieso nicht gegen den FCB?)

Ich möchte daher einen Verweis auf die letzte Saison machen – auf Bender und Sahin. Sahin ist auch kein Kopfballungeheuer gewesen, dazu kommt seine schwache Antrittsschnelligkeit. Wenn man dies nüchtern betrachtet, dann hat er die denkbar schlechtestens Vorrausetzungen für einen 6er bzw. 8er. Es ist der taktische Gesamtleistung der Mannschaft zu verdanken, dass man mit Sahin nicht regelmäßig überrannt wurde und natürlich auch einem sehr starkem Stellungsspiel von Sahin und Bender.

Ich denke vom Stellungsspiel her fehlt Gündogan vielleicht noch eine halbe bis ganze Saison unter Klopp. Dies kann er aber durch seine Grundschnelligkeit leichter ausgleichen als Sahin. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Sahin zwei Jahre Anlauf gehabt hatte, bevor er das System so gestalten konnte.

Gündogan hat schon einen unheimlichen Sprung gemacht innerhalb einer viel kürzeren Zeit. Dass die Defensive mit Kehl/Gündogan noch nicht ganz so solide wirkt, wie vielleicht unter Kehl/Bender, sehe ich dann aber der fehlenden Eingespieltheit geschuldet.

Ich kann deine Gedanken zum Teil teilen. Es ist gar nicht so lange her – in der Winterpause – da habe ich gegen schwächere Gegner für das Duo Bender oder Kehl und Gündogan oder Leitner plädiert. Aufgrund der Defensivmängeln*, die bei beiden (Leitner/Gündogan) noch zu sehen gewesen sind, wäre ich gegen starke Gegner mit der defensivere Variante Kehl/Bender glücklicher gewesen.

*Zu riskante Pässe im Mittelfeld – teilweise zu viel Leichtsinn.

Mittlerweile sehe ich es aber so, dass ein Gündogan in solchen Spielen für viel mehr Gefahr nach vorne sorgen wird als er nach hinten zulässt, aber das hatten wir ja schon 😉

Bzgl. der zweiten Bällen kommt dies bei Gündogan aus meiner Sicht nicht ganz so zum tragen, wie bei Kehl oder Bender, weil Ilkay wesentlich weiter vorne steht. Dass er aber diese Gier genauso drauf hat, wie die anderen beiden hat z. B. das 2:0 gegen Wob gezeigt. Dort hat er sich den Ball erkämpft bzw. behauptet und das Tor erzwungen. Den Vorteil von Ilkay Positions konnte man beim Tor gegen Fürth sehen. Die Überzahl wurde dadurch am Strafraum geschaffen. Auch das 4:1 gegen Köln wäre mit Bender bzw. Kehl in der Position von Gündogan nicht gefallen.

Ich denke, wenn der BVB heute Abend mit Großkreutz für Perisic spielt, dann ist die Defensive über die Außen richtig stark. In der Mitte kann der BVB mit Kehl oder Bender den Spielern das Leben schwer machen und mit Gündogan das Spiel geschickt verlangern und Tempogegenstöße durchführen, die der Bayern-Abwehr weh tun wird.

Und ich bin auch gespannt, wie sich die Defensive weiter entwickelt mit Gündogan. Der BVB hat da wieder einen Goldjungen geholt ;).

Antworten

maverick.91 11. April 2012 um 01:34

Super Artikel.
Ich denke es wird ähnlich laufen wie im Rückspiel der letzten Saison.
Dortmund wird den Bayern die ersten 2 Drittel anbieten und dann versuchen schnell nach vorne umzuschalten.
Da ist Bayerns Defensive nämlich am anfälligsten und gleichzeitig ist die Marschrichtung ja klar:
Bayern MUSS gewinnen um mehr als eine minimalchance auf die Meisterschaft zu haben, Dortmund muss nur nicht verlieren um alles weiter selbst in der Hand zu haben.
Ich erwarte daher einen defensiv eingestellten BVB und nen FC Bayern wie man ihn kennt: 70% Ballbesitz, nix draus gemacht und am ende Statements wie „Das war ganz unglücklich das wir da nicht gewonnen haben“ und „der Rasen war schuld“ (ja ich bin über die letzten zwei Jahre meines Bayern-fan-daseins ein bischen zynisch geworden 😉 )
Ich glaube auch das ein Gündogan in dieses Spiel passen würde. Sowohl als Umschaltstation als auch als jemand der nach Balleroberung mal mit nem Dribbling das Gegenpressing umgeht um dann Raum zu haben.

Bin auf jeden fall sehr gespannt, nicht zu letzt weils hier am Donnerstag bestimmt wieder einen grossartigen Artikel mehr geben wird.

Antworten

Doerk 10. April 2012 um 22:29

BVB B vs. FCB C:

Dortmund wird eher abwartend spielen, aber Gündogan auf der Bank zu lassen, wäre sehr ängstlich von Klopp. Glaube ich daher nicht. Bin sehr gespannt, wie sich Gündogan gegen wirklich starke Gegner beweist.

Ich glaube, dass sich Bayern diesmal weniger durch Borussias starkes Pressing beeindrucken lässt, zumal man in Variante C Spieler wie Schweinsteiger und Kroos in der Mannschaft hätte, die wenige Bälle verlieren. Ich denke auch, dass man in den letzten beiden Spielen Borussia ein wenig unterschätzt, bzw. sich selbst überschätzt hat. Diesmal geht man, denke ich, mit einer realistischeren Einstellung ins Spiel.

Antworten

MR 10. April 2012 um 22:45

Naja, zu wissen, dass der Gegner stark ist, macht den aber auch nicht schlechter. Bayern ist m.E. keineswegs an Überheblichkeit gescheitert bei den letzten beiden Duellen, sie hatten einfach jeweils keine Mittel (oder Dortmund hatte noch etwas mehr).

Antworten

Doerk 11. April 2012 um 12:38

Im Spiel der Rückrunde der letzten Saison wurde medial vorab lanciert, dass man mindestens mit 2 Toren Unterschied gewinnen würde. Das spricht nicht unbedingt für viel Respekt vor Borussia Dortmund. Zudem muss man berücksichtigen, dass dies die späte Van Gaal-Ära war, in der sich ein stereotypes Offensivspiel mit einem katastrophalen Defensivverhalten paarte. Im übrigen hat in der Zeit ja nicht nur Dortmund, sondern auch Inter Mailand (ebenfalls 3 Tore) und Schalke in München gewonnen.

Im Hinspiel dieser Saison hat man sich mE ein wenig überschätzt: Oder warum wurde Robben eingesetzt, der zuvor 2 1/2 Monate verletzungsbedingt ausgefallen war? Müller auf die 10 zu setzen anstelle von Kroos (natürlich wg. Ausfall Schweinsteiger) war ebenfalls recht riskant, nachdem der diese Position quasi dieselben 2 1/2 Monate nicht gespielt hatte und diese Position deutlich offensiver und riskanter spielt als Kroos. Man hat offenbar im Vorfeld nicht damit gerechnet, gegen Dortmund zu verlieren.

Antworten

MR 11. April 2012 um 16:47

Ich wollte damit garnicht bestreiten, dass Bayern womöglich überheblich war vor den letzten Spielen; ich meine nur, dass das nicht der Punkt war. Allerdings seh ich die Überheblichkeit schon auf Führungsetage, Außendarstellung und teilweise Fans beschränkt. Wenn die Mannschaft das übernommen haben sollte, dann war es auf dem Platz m.E. nicht sichtbar und nicht relevant.

Kollege TR und ich haben uns gestern nochmal eine Aufzeichnung vom 1:3 letzten Jahres angeschaut und Bayern schien da im Spiel keineswegs arrogant. Es war eigentlich sogar so, dass sie unüblich aggressiv nach vorne gespielt haben. Auch van Gaals Maßnahmen (Schweinsteigers Abkippen, Umspielung des Zentrums) zeigten, dass man in der Mannschaft allerhand Respekt gehabt haben muss vor Dortmund.

Und inwiefern war es überheblich, Robben einzusetzen? Man hätte ein Schonen von Robben genau so interpretieren können, von wegen „den brauchen wir garnicht“. Man hat ihn doch sicherlich in der Hoffnung eingesetzt, er könnte helfen und Dortmund überraschen, und nicht, um jemand anderen zu schonen oder so. Auch die zurückhaltendere Herangehensweise ans Offensivspiel ließ Bayerns Respekt erahnen.

Ausschlaggebend war bei beiden Spielen, dass man keinen Angriffsplan hatte (0:1) bzw. dass er nicht aufging (1:3). Es war m.E. nicht so, dass man auf Sparflamme gespielt hätte oder unaufmerksam gewesen wäre, oder wie auch immer sich Überheblichkeit äußern würde.

Antworten

Rudelbildung 10. April 2012 um 22:49

Doerk: „Dortmund wird eher abwartend spielen, aber Gündogan auf der Bank zu lassen, wäre sehr ängstlich von Klopp. “

Wieso wäre das ängstlich von Klopp? Wenn Bayern wie du schätzt mit Variante C aufläuft wäre es doch eher taktisch klug oder?

Für mich wirkt es eher so, als ob Dortmund mit der normalen Variante mit Bender und Kehl auf jeden Fall erstmal auf der sicheren Seite ist und diese notfalls anpassen könnte, während die B Variante mit Gündogan auch in gewissem Masse darauf hoffen muss, dass die Bayern nicht mit einem äußerst spielstarken Zentrum mit Schweinsteiger und Kroos (und evt. auch noch Gustavo in der Innenverteidigung) auflaufen.

Antworten

Doerk 11. April 2012 um 06:11

Ich stemme der Analyse zu, dass man mit Kehl/Bender sicherer hinten steht, aber weniger spielerische Momente einbringen kann. Ich denke, dass Borussia stärker agieren will als in den letzten beiden Spielen als man sehr stark presste, aber den Ball eher den Bayern überliess, die damit eher nichts anfangen konnten.

Ich denke, Klopp wird dieses Mal weniger abwartend, sondern offensiver agieren. Gündogan ist in Topform, daher wird er meiner Meinung nach kommen.

Antworten

Till 10. April 2012 um 22:02

Taktisch habe ich hier wenig hinzuzufuegen. Ich denke allerdings, dass Schweinsteiger und Kroos bei Bayern am Anfang spielen werden.

Schweinsteiger hat sich selbst fuer fit erklaert („Ich haette gegen Augsburg auch noch eine Verlaengerung spielen koennen.“) Heynckes wird wohl nicht seinen wieder gesunden Vize-Kapitaen, den er mit Xavi auf eine Stufe stellt, im Spitzenspiel auf die Bank setzen. Kroos wurde gegen Augsburg geschont, auch um die Sperre zu vermeiden. Kroos spielt bei Heynckes immer, zumindest oefter als Mueller. Das ist dann Variante C zu Beginn. Ich denke nicht, dass das sehr viel mehr uneingespielt ist als andere Varianten mit dem „Chef und Regisseur“. Schweinsteiger ist wieder da, und Kroos spielt wieder auf der 10, das war’s dann auch mit neu. Aber bestimmt auch sicher mit Alaba und nicht Rafinha.

Dortmund sollte sich doch auf dies vorbereiten. Nimmt man Schweinsteigers Aeusserungen und Heynckes‘ Vorliebe fuer Kroos ernst, sehe ich dies als die wahrscheinlichste Formation der Bayern. Und Mueller war nun wirklich nicht herausragend besser als alle anderen und unverzichtbar in den letzten Spielen, so gut er auch ist. Bei Rueckstand dann noch Mueller auf der Bank fuer Variante B so ab der 60. Minute.

Antworten

MR 10. April 2012 um 22:37

„Schweinsteiger ist wieder da, und Kroos spielt wieder auf der 10, das war’s dann auch mit neu.“
Das sollte man aber nicht unterschätzen, in diesem Fall. Kroos ist einfach ein völlig anderer Spielertyp als Müller. Kurz gesagt ist Müller Stürmer und Kroos zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Wechsel ändert die ganze Balance bei Bayern, wenn sie versuchen es optimal zu spielen.

Deshalb war Schweinsteigers Ausfall ja so ein riesiges Problem, trotz Robbens Rückkeher – die ganze Spielbalance wurde durcheinandergeworfen. (Hat ja damals keiner verstanden in den Massenmedien, weil die ja immernoch nicht den Unterschied zwischen einer Position und einer Rolle kennen.)

Wir hatten zu dem Thema im weiteren Sinne nen Artikel bei Eurosport: http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/spielverlagerung/gr%C3%BCnde-robbens-bank-anstellung-091448788.html

Antworten

Till 11. April 2012 um 16:14

Also ist dann das Neue, jetzt wieder ohne zweiten Stuermer aber mit einem zentralen Mittelfeldspieler mehr zu spielen.

Ich sehe das weniger schwierig in der Umstellung als die von Dir angesprochene und sehr gut analysierte Herbstsituation. Auf links gibt es dann sicher die Moeglichkeit der Uerberladung mit Ribery, Alaba, Kroos, Schweinsteiger, alle sehr gut am Ball.

Da wird es mehr Laeufe auf den Fluegeln geben mit dann (hoffentlich aus Bayern-Sicht) einem der zentralen Mittelfeldspieler oder halt Robben/Ribery auf Strafraumhoehe hinter Gomez. Das kann dann durchaus mehr als im Herbst mit Variante A (Flanken) kombiniert werden.

Auf rechts spielen Lahm und Robben allerdings weit besser zusammen als im Herbst Mueller und Rafinha, eingespielt auch schon von den vergangenen Jahren. Das kann der Gegner nicht ignorieren. Kroos und Schweinsteiger haben beide die Uebersicht und Faehigkeit, das Spiel auch mal schnell zu verlagern. Herbst 2.0, wenn man so will. Ich sehe einen Schritt vorwaerts.

Antworten

MR 11. April 2012 um 16:35

Vom Potential her hast du Recht ja. Die Frage für heute ist eben, wie gut das alles abgestimmt ist. Sowas ist schwer von heute auf morgen zum funktionieren zu bekommen.

Und außerdem steht dann noch, was eigentlich passiert wenn dieses System auf Dortmunds Pressing prallt. Das passierte im Herbst ja nicht. Es wäre sicher eine laute Kollision mit vielen schönen, farbenfrohen Explosionen, aber wer weiß, welche Seite da die meiste Wucht abbekommt.

Gerne sehen würde ich das auf jeden Fall. Ich vermute aber, dass das frühstens im Pokalfinale passieren wird.

Antworten

Till 11. April 2012 um 19:19

Und 40 Minuten vor Anpfiff ist Schweinsteiger auf der Bank. MR hatte Recht, Variante A ist die gewaehlte von Bayern.

Antworten

Smerk 11. April 2012 um 12:18

Erstmal 1000000fachen Dank für den Artikel und für ALLE Diskussionsbeiträge, Leute ihr glaubt gar nicht, was das für eine Freude ist, Texte von Leuten zu lesen, die echt einen Plan haben. Das sei in Anbetracht der Dummgrütze gesagt, die man in Fanforen (FC Bayern.de) oder anderen Foren (FCB-Xing-Gruppe, …Jesus…) so lesen muss.

Aber nun zur Sache:
Schweinsteiger könnte, wenn er wirklich fit ist, im Mittelfeld den Unterschied ausmachen, da er der balllsicherste 6er des FCB ist und gleichzeitzig die -sagen wir mal- abgebrühtesten Pässe und Flanken auf die Aussen oder auf Gomez spielen kann. Auch kann ich mir vorstellen, dass er besser mit einem hinterlaufenden Lahm interagieren kann, als Kroos und erst Recht Gustavo. Die Frage ist an der Stelle: Wen stellst du daneben? Gegen die verdammt schnellen, wendigen und technisch sicheren Kagawa und Lewandowski werden Badstuber und v.a. Boateng (der immer für 1-2 Aussetzer pro Spiel gut ist) alt aussehen, wenn von der 6 keine Hilfe kommt.
Das spräche definitiv für Gustavo als defensiven 6er, weil er eben ein super Balldieb ist und so evtl. die Gefahr schon im Mittelfeld gebannt werden kann. Ob auf der 10 Müller oder Kroos besser ist … schwierig. Kroos ist der bessere Passer und Distanzschütze, Müller hat dafür oft ein geniales kreatives Chaos, das man nicht gut verteidigen kann. In absoluter Hochform sind beide nicht.
Ich glaube, dass das Spiel letztlich in der Verteidigung gewonnen oder verloren wird. Denn Dortmund ist im Spiel gegen den Ball einfach viel zu gut, als dass der FCB ohne ein paar satte Konter gegen sich durchkommen wird. D.h., wenn Badstuber und Boateng nicht 110 % geben und Hilfe von den 6ern bekommen , gute Nacht (bin Bayernfan). Andererseits: Wenn Hummels und Subotic etwas anbieten, könnte es gegen hinterlaufende Bayern-Aussen und einen Ribery in Topform gomezmäßig scheppern. Offensiv wird es für Bayern darauf ankommen, wie gut die Dortmunder Aussen und die 6er Robery in den Griff bekommen. Wenn beide mit ihren Hintermännern ZUSAMMENspielen, könnte das interessante Situationen in Richtung Dortmunder Grundlinie ergeben. Wenn beide zu sehr den Dribbler raushängen lassen, werden Lahm und Alaba v.a. nach hinten rennen müssen, und zwar schnell.
Schau ma mal, ich bin gespannt.

Antworten

peter_vincent 10. April 2012 um 20:35

Wenn der BVB auf eine Starke Defensive baut und kontern will, wäre Bender/Kehl – wie auch im Artikel schön erklärt – die logischere Konsequenz.

Kontertaktik UND Gündogan/Kehl halte ich jedenfalls für (fast) ausgeschlosen.

—–

Persönliche denke ich, dass Klopp offensiv („Variante B“) aufstellen wird. Ich vermute, der BVB will ein Zeichen setzen. Dortmund hat zudem mehr zu gewinnen als zu verlieren. Dazu glaube ich nicht, dass man einen Spieler (Gündogan) im formhoch „opfert“.

Bei den Bayern erwarte ich Schweinsteger/Gustavo im ZM und Müller davor.

Sollte der BVB hingegen mit einer defensiveren Aufstellung ins Spiel gehen, wäre Kroos statt Müller meine Wahl.

Wir werden sehen: Hoffentlich wird es so oder so ein attraktives Spiel und die taktische Analyse wird sicher auch sehr interessant!

Antworten

Rudelbildung 10. April 2012 um 22:12

Super Artikel, auch die länge war mehr als optimal. Das fällt anderen, mir inklusive, bei solchen Spielen immer am schwersten.

Gerade den Absatz zu den Dortmundern fand ich mit vielen richtig interessanten Statistiken unterlegt, die Dortmunds Dominanz auf wirklich gute Art und Weise untermauern. Auch der Absatz Fragen zum Spiel untermauert gut die Problemstellung in meinen Augen. Sind die Bayern bei einem Unentschieden nicht am besten bedient, wenn man sich das Restprogramm der Dortmunder anguckt (unter anderem Schalke (A) und Gladbach (H)?

Zu den Aufstellungen:

„Er ließ durchgängig im 4-2-3-1 mit einem spielerischen und einem destruktiven Sechser, richtigseitigen Außenverteidigern (Lahm wieder rechts) und mal mehr oder weniger rochierenden Offensivkräften spielen.“-

Danach zu deuten kann man mit der Variante Schweinsteiger und Gustavo rechnen, oder? Auch wenn ich sagen muss, dass ich ein großer Fürsprecher der Bayern B-Variante bin und sie auch für erfolgsversprechend halte. (Boateng oder Gustuavo wäre nur die Frage)

Flanken sehe ich ganz klar auch als ein probates Mittel gegen die Dortmunder, die Frage ist nur ob man gerade Robben dazu bekommt? Hier würde auf Lahm eine wichtige Rolle als Hinterlaufer zukommen, allerdings hat man auf der Gegenseite mit Großkreutz einen Außen der besseren Sorte, wenn es um die Defensivarbeit geht.

Da ich eher pragmatisch bin als Trainer-Typ würde ich als Dortmunder Trainer wohl die bewährte und sichere Variante A nehmen und damit Bender und Kehl auf der 6 spielen lassen. Wie auch richtig erwähnt wird ist das wohl die „1:0“ Variante. Die Frage ist sicherlich, was will Dortmund, auf jeden Fall gewinnen oder auf keinen Fall verlieren?

Dortmunds Plan B ist für mich eine Option, und wie du richtig sagst eine nach dem Motto „wir können dominieren“-aber vielleicht sollte man nicht ausgerechnet in so einem entscheidenden Spiel versuchen dem FC Bayern zu zeigen wie der Hase läuft? Das Risiko erscheint mir etwas zu hoch.
Ich bin ja ein großer Fan von der sehr offensiven Variante, auch weil ich denke, dass Bayern über die Flügel und mit Flanken zum Erfolg kommen muss. Dortmund zeigte sich hier in den letzten Wochen verhältnismässig Anfällig und hat auch 2 Gegentore per Kopf bekommen. Natürlich meckern auf hohem Niveau, aber diese kleinen Dinge können so ein Spiel ja entscheiden.

Eine letzte Frage, wieso ist die Variante mit einem zweiten reinen Stürmer, der durch seine Beweglichkeit Löcher aufreist nicht mehr besprochen? Hier denke ich nicht nur an Müller, sondern auch an Olic, den ich ganz bestimmt für eine Option halte.

Antworten

Klaus 10. April 2012 um 20:14

Hallo,

wie immer toller Artikel.

Aber warum hast du bei FCB Variante B Gustavo auf IV gesetzt?

Antworten

Rudelbildung 10. April 2012 um 22:16

Mein Tipp wäre, dass man hier auf Gustavo setzt, weil er der passsichere Spieler der beiden (Gustavo und Boateng) ist. Gustavo bringt 93% seiner Pässe an den Mann, er wäre also die bessere Option im Aufbauspiel, der im Hinspiel oft Probleme hatte mit dem Dortmunder Pressing.

Gustavo ist auch ziemlich gut in der Luft, sein Problem könnte allerdings die Zweikampfstärke sein. Wie jemand hier richtig anmerkte sind 53% nicht gerade viel für einen eventuellen Innenverteidiger.

Antworten

C 11. April 2012 um 17:25

Ein gelungenes Beispiel dafür wie Statistiken lügen können, bei den 93% handelte es sich überwiegend um risikolose Pässe, und zu der zweikampfschwäche ist zu sagen dass er immer versucht möglichst schnell in den Zweikampf zu kommen (man könnte auch sagen Druck aufzubauen) wohl wissend dass er aufgrund seiner Schnelligkeit noch eine 2. Chance bekommen kann, wobei die Kern Aussage dass Boateng schwächer im Passspiel und stärker in Zweikämpfen dennoch so richtig ist, aber die Unterschiede sind nicht derart drastisch.

Antworten

Rudelbildung 11. April 2012 um 17:38

C:

Das die meisten Pässe „risikolos“ sind stimmt natürlich, aber natürlich sind es nicht alle, das muss schon festhalten. Ich gebe dir aber vollkommen recht, dass die Unterschiede zwischen Boateng und Gustavo nicht „derart drastisch“ sind, das wollte ich damit aber auch nicht sagen.

Fakt ist, dass es Unterschiede gibt und in diesen Duellen sind selbst die kleinsten Unterschiede entscheidend. Das war eher meine These.

Ich finde auch nicht, dass dies in dem Sinne ein Beispiel dafür ist, dass Statistiken lügen, weil die Zahlen an sich sind ja korrekt. Allerdings ist die Frage auf jeden Fall wie man sie benutzt. Alleine kann sie nie ein Argument zementieren, wir sind aber noch nicht bei Churchill, der angeblich mal sagte: „Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.“

Wie du richtig sagst, die Kernaussage ist sicherlich richtig, genau wie deine Aussage ja auch 100% richtig ist. Was ich mich Frage ist ob Gustavos „früh draufgehen“/Druck aufbauen und das Vertrauen in die 2. Chance so clever wäre für eine IV Position? Ich bin mir hier natürlich bewusst, dass Gustavo sich sicherlich anpassen kann, interessierte mich nur, was du dazu sagst?

Antworten

MR 10. April 2012 um 22:29

Richtig erklärt von Rudelbildung. Ist natürlich kein Muss, man kann die Varianten ja teilweise kombinieren. Aber ich dachte ich schmeiß mal alles rein, was man reinschmeißen kann. Hab überlegt, ob ich noch Olic als Außenverteidiger reinschreib, aber das fand ich dann doch zu unrealistisch. 🙂

Antworten

Rudelbildung 10. April 2012 um 22:43

Respekt, die Variante mit Olic als Außenverteidiger hatte ich nicht auf dem Kasten! 🙂

Antworten

asti80 10. April 2012 um 19:27

Ein sehr interessanter Bericht, muss ich offen sagen 🙂

Meine Prognose zum Spiel:

Dortmund wird eher versuchen auf Konter zu spielen, da sie von der bayerischen Spielstärke wissen. Und wenn sie selbst auf Offensive spielen, laufen sie Gefahr eines der bayerischen Konter zu kassiern. Und je eher Bayern ein Tor schießt umso mehr spielt das ihnen in die Karten.

Was die Aufstellung der Teams angeht, ich tippe auf die Variante Gündogan/Kehl, mit Stärke auf Konter. Während Bayern eher die Variante Schweinsteiger/Gustavo mit Kroos als 10er präferieren würde. Müller käme im weiteren Verlauf des Spiels als Ersatz für Kroos ins Spiel, damit er dann durch seine beeindruckende Auffassungsgabe Lücken im BVB-Defensivverbund ausnutzen kann.

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*