Borussia M’Gladbach – Hertha BSC Berlin 0:0

Gladbachs Spielaufbau, ein zweischneidiges Schwert. So wirkte es jedenfalls. In einem taktisch interessanten, aber spielerisch eher schwachen Spiel hatte man ungemein viel Ballbesitz, aber weniger Großchancen und Schüsse auf das Tor als die Gastmannschaft aus dem Tabellenkeller. Der Elf von Lucien Favre fehlt in den letzten Wochen die Dynamik und Effektivität, auch Marco Reus‘ Zauber ist etwas verloren gegangen. Dennoch war es eine Schwächung, als jener verletzungsbedingt nach einem Foul von Lell ausgewechselt werden musste. Ohne ihn fehlte es an Kreativität und die Herthaner konnten unter Rehhagel einen durchaus überraschenden Punkt in der Fremde ergattern. Allerdings muss gesagt werden, dass man einen Schlüssel für die Offensive der Gladbacher hatte, nicht aber für deren Abwehr, die relativ sicher stand. Lediglich einen Torschuss konnte man aus dem Sechzehnmeterraum, keinen aus dem Fünfmeterraum, abfeuern.

Wechselwirkung der jeweiligen Formationen

Beide Mannschaften begannen mit einem relativ ähnlichen System, einem 4-4-1-1. Die Berliner versuchten mit einem variablen Sturmduo die Gladbacher beim Spielaufbau in ihre eigene Hälfte zurückzudrängen und dadurch ihr schnelles Kurzpassspiel auszuschalten. Ähnlich wie bei der Borussia aus Dortmund spielen die Gladbacher bei ihren offensiven Spielzügen extrem schnell mit kurzen Pässen und Vertikalspiel miteinander, da sie jedoch den Raum nicht so schnell und effektiv überbrücken können, was an mehreren Ursachen liegt, haben sie oftmals Probleme gegen ausbalancierte Mannschaften. Damit sind Teams gemeint, die das richtige Gleichgewicht zwischen einem Pressing vorne und einer kompakten Defensive besitzen. Hertha hatte dies an diesem Tag, was später im Kapitel des Gladbacher Aufbauspiels noch genauer thematisiert werden wird.

Grundformationen zu Spielbeginn

Das Sturmduo wurde bei der Gastmannschaft von Ramos und Raffael gebildet, wobei letzterer sich oftmals mit nach hinten einschaltete. Dies liegt daran, dass Raffael der etwas technisch versiertere und kreativere der beiden ist, somit hilft er der eigenen Mannschaft mehr im Umschaltspiel. Dennoch besitzt Ramos auch seine Qualitäten, die ihn für die Rolle als vorderster Stürmer prädestinieren. Er kann mit seiner Athletik und Dynamik auf die Flügel ausweichen, im Sturmzentrum eins gegen eins Situationen für sich entscheiden oder Fouls auf sich ziehen.

Unterstützt wurden diese beiden von zwei Flügelstürmern, die in der Linie dahinter agierten. Mit ihren Vorstößen hatten sie jedoch die Aufgabe, die beiden Mittelstürmer einzusetzen, sie zu kreuzen oder bis zur Grundlinie zu marschieren. Sehr viele verschiedene Aufgaben, die sowohl Rukavytsya als auch Ben Hatira vor eine große Herausforderung stellten. Glücklicherweise hatte man mit den gegnerischen Außenverteidigern relativ wenige Probleme, da sie zu den defensiveren in der Liga gehören. Allerdings ging besonders Daems öfter mit nach vorne, als man von ihm gewohnt sein mag, Rukavytsya erfüllte seine Aufgabe trotzdem. Damit man gegen die schnell konternden Gladbacher gut stand, wies Rehhagel seine Außenverteidiger ebenfalls zu einer etwas konservativeren Rolle an und nur sporadisch schalteten sie sich mit nach vorne ein.

Der nominell offensivstärkste Außenverteidiger spielte sogar in der Viererkette als linker Innenverteidiger. Felix Bastians unterstützte somit den etwas in die Jahre gekommenen Kobiashvili, der es mit dem quirligen Herrmann zu tun bekam. Dies war auch der Grund, wieso Bastians in der Innenverteidigung auflief. Hubnik übernahm die Position des rechten Innenverteidigers. Dort war wichtig, dass das defensive Mittelfeld der Berliner sehr tief spielte, um ihn zu unterstützen, besonders gegen Marco Reus. Mit Reus und Herrmann hat man ein potenziell kongeniales Duo, welches unbedingt voneinander abgeschnitten werden muss – dies gelang der Hertha sehr gut, wie wir im weiteren Verlauf dieses Artikels noch sehen werden.

so spielte man noch in der Hinrunde, wo Gladbach knapp gewann

Rechts spielte Lell und dieser musste sehr eng an den Innenverteidigern agieren. Die Ursache dafür war, dass er mit Arango einen relativ inversen, aber spielerisch extrem starken Gegenspieler hatte, welcher oftmals in die Mitte zog. Desweiteren gingen sowohl Reus als auch Hanke einige Male auf die halblinke Position in der Offensive, um sich für Doppelpässe mit abschließenden Lochpässen anzubieten. Wäre Lell hier breiter gestanden, hätte er die Schnittstelle geöffnet und die eigene Abwehr entblößt. Desweiteren musste er Hubnik unterstützen, wenn Hanke und Reus ein Sturmduo auf einer horizontalen Linie bildeten. Dies war ein weiterer Grund, wieso Rukavytsya so tief agieren musste.

Somit waren die einzigen Spieler auf dem Platz, die keinen wirklichen Gegenspieler hatten, Roman Neustädter und Havard Nordtveit. Otto Rehhagel bediente sich hier einerseits der Underdogrolle seiner Mannschaft (man konnte sich ohne wirkliche Kritik nach dem Spiel getrost tiefer positionieren) und der Vorsicht der Favre-Elf. Die beiden Sechser rückten nämlich sehr selten mit nach vorne auf und ließen die eigenen Offensivspieler im Stich, die Außenverteidiger mussten deswegen höher spielen und nur ein Viertel der Gladbacher Angriffe kam über das Zentrum.

Das Gladbacher Aufbauspiel – viel Ballbesitz, wenig Großchancen

Es war die Positionierung der Borussen im Spielaufbau, welche hauptverantwortlich war für die vergleichsweise schwache Offensive. Allerdings hatte man extrem viel Ballbesitz und lief wenig Gefahr, dass man die Kontrolle über das Spiel der Gastmannschaft überließ. Generell konnte man zwei verschiedene Formationen im Aufbauspiel erkennen. Wenn Ramos höher agierte und alleine presste, so spielte die Doppelsechs zumeist auf einer Linie. Der Grund dafür war, dass man die eigene Abwehr nicht unterstützten brauchte und deswegen lieber im Mittelfeld für mehr Mann sorgte. Die eigene Abwehr konnte mit ter Stegen und den beiden Innenverteidigern sowie den breit spielenden Außenverteidigern das gegnerische Pressing leicht überspielen, Raffael befand sich in einem leeren Raum, wo er nie Zugriff auf Mitspieler erhielt.

die Gladbacher im Spielaufbau - beide Varianten grafisch dargestellt

Deshalb kam es zumeist vor, dass sich Ramos und Raffael auf einer Linie befanden und gemeinsam die gegnerische Innenverteidigung attackierten. Die beiden hatten somit jeweils einen Innenverteidiger und stellten diese unter den Druck, dass ungenaue Pässe zu ter Stegen zu viel Risiko oder Befreiungsschläge führen würden. Borussia Mönchengladbach hatte deshalb nun einen tieferen Spieler im defensiven Mittelfeld, der sich tiefer anbot und die Abwehr unterstützte. Eine Anspielstation mehr in der Abwehr, allerdings ein weiterer Durchlaufposten vorne weniger.

Die grauen Bereiche in den beiden Grafiken kennzeichnen den überschüssigen Raum, welche die breite und tiefe Stellung der Abwehrspieler zutage förderte. Für ein risikoloses Aufbauspiel ist er enorm wichtig, da er kennzeichnet, wohin man ungenaue Bälle unter Druck spielen konnte, ohne dass der Gegner Zugriff darauf erhielt. Neustädter und Nordtveit hatten immer die Möglichkeit, sich in diesem Raum freizulaufen und ohne Bedrängnis den Ball anzunehmen. Allerdings hatten sie nach vorne aufgrund der numerischen Überzahl der Herthaner große Probleme.

Hertha verteidigt – wieso Herrmann nicht funktionierte

Spätestens nach der Auswechslung Reus‘ hatte Herrmann große Probleme. Mit de Camargo konnte er keine schnellen Kombinationen ausführen und weiters hatten die Herthaner nun leichteres Spiel in der Abwehr. Man konzentrierte sich jetzt besser und einfacher auf Herrmann, der kaum ins Spiel kam. Es gingen viel weniger Angriffe über seine rechte als über die gegenüberliegende linke Seite der Gladbacher.

hiermit reagierten die Herthaner auf die Formation der Favoriten

In der Grafik sieht man auch, wieso. Die Viererkette agiert sehr eng, Lell verschiebt sehr ballorientiert Richtung Herrmann. In diesem Szenario hat Herrmann den Ball und keine einzige Anspielstation, um mit einem Doppelpass durch die Schnittstelle kam. Bastians, der wendige Innenverteidiger, sichert einen eventuellen Alleingang ab und Kobiashvili drängt Herrmann ab. Ben Hatira half zwar einige Male auch beim Doppeln, doch bei Herrmanns größter Stärke – dem Diagonallauf in den Strafraum – konnte er nicht unterstützen. Stattdessen sicherte er den Raum vorne und den Passweg zu Jantschke. Das Ziel war, dass er immer in der Linie zwischen Jantschke und Herrmann war.

Im Zentrum stand Hubnik mit Ottl bei de Camargo, dem man vom Spielgeschehen abtrennen wollte. Hanke in seiner tieferen Position wurde von Niemeyer gedeckt. Wenn der Gladbacher Stürmer jedoch Richtung Herrmann ging, um diesem eine Anspielstation zu bieten, dann übernahm ihn Ottl. Niemeyer folgte ihm aber so lange, bis er sich in der Schnittstelle zwischen Bastians und Hubnik befand. Deswegen konnte einer der Spieler aus der Viererkette immer nach vorne ausweichen und attackieren, während sich der Sechser nach hinten fallen ließ. Lell und Rukavytsya bildeten ein Pärchen mit Arango dazwischen. Den verkappten Spielmacher der Gladbacher nahm man zwischen drei Herthaner in die Mangel und konnte ihn dadurch relativ gut absichern. Erst wenn Daems nach vorne ging, rückte Lell mehr zu Arango und Rukavytsya verfolgte Daems. Vorne lauerte Raffael auf Ballgewinne und schob manchmal nach hinten zur Unterstützung, während Ramos ganz vorne als Stoßstürmer das Spiel in die Tiefe zog.

Fazit

Es war kein starkes Spiel, die taktischen Maßnahmen waren dennoch recht interessant. Außerdem konnte man einige weitere kleine taktische Mittel erkennen, unter anderem das Aufrücken Dantes in Ballbesitz. Der Brasilianer versuchte einige Male ins defensive Mittelfeld nach vorne zu scheiben und dort die eigenen defensiven Mittelfeldspieler zum Aufrücken zu zwingen, sowie eine weitere Anspielstation darzustellen. Dennoch fanden die Gladbacher keinen wirklichen Schlüssel zum Herthaner Schloss – doch diese auch nicht, darum endete das Spiel letztlich zu Null.

emwe 9. April 2012 um 00:37

Eine durchaus interessante Möglichkeit wäre es gewesen, früh in der zweiten Halbzeit, mehr Kreativität ins Spiel zu bringen. Dazu hätte Favre mMn einen 6er (mMn Neustädter, da Nordtveit für mich der etwas robustere, schnellere und defensivstärkere ist und damit den anderen zentralen Spieler hätte entlasten können). Arango wäre ins ZM gegangen um von dor aus vermehrt Seitenverlagerungen sowie Diagonalbälle zu spielen. Auf links hätte man früher einen Younes, der als dribbel- sowie technisch starker Spieler gilt, oder einen Ring, einen schnellen, kampfstarken und durchaus kreativen Spieler, bringen können. Dieser hätte für die nötige Breite, ob der defensiven AV, sorgen müssen und in 1gg.1- Situationen möglichst Räume für Mitspieler schaffen sollen.

Aber Favre, der absolute Kenner seines Fachs, wird sehr wohl wissen, was er tut und getan hat und desewgen sitzen wir auch vor dem PC und grübeln, wie er es hätte anders machen können und er sitzt auf der Trainerbank des Bundesligavierten.

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Rudelbildung 9. April 2012 um 11:24

Natürlich hast du vollkommen recht, dass Favre der Kenner ist, was ich mich frage, sind wie viel besagte Statistiken in die Überlegungen einfließen.

Wie ich vorher ja schon geschrieben hatte sind die Gladbacher schwach nach Standardsituationen und Dribblings, während man Otto vieles vorwerfen kann, aber seine Teams defensiv gut einzustellen kann er.

Daher wundert mich ein wenig, dass besagte Auswechslungen wie ihr sie auch anmerkt nicht stattfanden und aus einem taktischen Aspekt noch mehr, dass man die Außenverteidiger und einen 6ner nicht höher geschoben hat.

Nach der Auswechslung von Reus stand man natürlich vor dem nächsten großen Problem, das darf man nicht vergessen.

Für mich wirkte es ein wenig, als ob Gladbachs Motto war: „Qualität setzt sich am Ende durch“/die Hoffnung auf einen Lucky Punch

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MR 9. April 2012 um 11:37

„Aber Favre, der absolute Kenner seines Fachs, wird sehr wohl wissen, was er tut und getan hat und desewgen sitzen wir auch vor dem PC und grübeln, wie er es hätte anders machen können und er sitzt auf der Trainerbank des Bundesligavierten.“

Dazu eine Anmerkung: Man liest in Diskussionen und Kommentaren allerortens ständig und immer mögliche Wechsel und Umstellungen zur Stärkung der Offensive. Auf 50 solche Überlegungen kommt dann vielleicht mal eine Idee, die der Defensivkraft zuträglich ist. (Tendenziell unabhängig von Teams und Ergebnissen. Auch wenn eine Mannschaft 3:2 verliert.)

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Grasnarbe 10. April 2012 um 12:27

interessante beobachtung, mr. das augenmerk der öffentlichkeit liegt auch insgesamt auf der offensive. schon kinder können wahrscheinlich dreimal mehr offensive spieler aufzählen als defensive…

was allerdings meiner meinung nach richtig ist, und vielleicht auch unterschätzt wird von trainern, ist das „offensive auswechseln“ bei stand unentschieden. natürlich immer abhängig von der situation (der tabellenletzte wird beim unentschieden einen teufel tun und offensiv wechseln) bietet da die drei-punkte-regel seit jahren einen vorteil, der mmn nicht genug genutzt wird.

und noch einen schritt allgemeiner, weil oben über favres untätigkeit gerätselt wird: ich glaube tatsächlich, dass im coaching noch sehr viel luft nach oben ist – selbst bei guten trainern wie favre. beim american football beschäftigt sich ein ganzes team von coaches während des spiels mit der taktik, inklusive beobachtung von der tribüne wg besserer sicht, alle im funkkontakt miteinander. im fussball lümmeln je nach spielstand die trainer samt cotrainer emotional zwischen apathie, unzufriedenheit auf der – oft tiefergelegten und deshalb als beobachtung völlig ungeeigneten – trainerbank oder springen an der seitenlinie jähzornig oder eben beim torerfolg für eine minute euphorisch umher. ein professionelles arbeiten im team sieht anders aus. zugutehalten muss man den trainern, dass die grundaufstellung nie ideal gewählt werden kann, weil die gegnerische nicht bekannt ist (und wahrscheinlich die auch auf den gegner angepasst und damit geändert wird). deshalb ist die grafik „wechselwirkungen der formationen“ wichtig, kann aber aus o.g. grund nicht automatisch dem trainer als versagen angekreidet werden (macht ihr ja auch nicht). umso wichtiger ist die reaktion im spiel, die wie gesagt mmn noch ausbaufähig ist.

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dns 8. April 2012 um 22:47

„Mit Reus und Herrmann hat man ein potenziell kongeniales Duo, welches unbedingt voneinander abgeschnitten werden muss – dies gelang der Hertha sehr gut“ … allerdings nicht unbedingt durch taktische Maßnahmen – eher durch medizinische. 😉

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RM 8. April 2012 um 23:03

Durchaus richtig, allerdings auch in den Anfangsminuten recht gut gemacht – und nach der Einwechslung de Camargos ja auch. Trotzdem zugegeben, eine etwas unglückliche Formulierung meinerseits! By the way, danke für das Schmunzeln, welches du mir gerade aufs Gesicht gezaubert hast.

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Niklas 8. April 2012 um 19:21

Finde richtig, was RM in seinem Kommentar Beitrag geschrieben hat. Was Gladbach wirklich fehlt, ist ein spielmachender 6er. Sowohl Neustädter und als auch Nordveit sind mit dieser Aufgabe überfordert. Ein solcher hätte im gestrigen Spiel vllt. ein wenig mehr Spielverlagerungen eingestreut, denn aufgrund des ballorientierten Verschiebens der Hauptstädter, ergab sich Raum auf der ballfernen Seite. Solche Seitenwechsel kamen meiner Meinung nach zu selten. Solche Seitenwechsel hätte man machen können, indem man die ganze Zeit mit einem deep playmaker, der sich zwischen die IV fallen lässt, gespielt hätte, sodass beide Außenverteidiger (auch der ballferne) höher stehen und man so mindestens eine Anspielstation für einen Seitenwechsel hätte. Diese hohe Stellung des ballfernen Außenverteidigers fehlte komplett. Was das Spiel gestern zusätzlich statisch wirken ließ, waren fehlenden Rochaden zwischen den Offensivspielern oder Überladen einer Seite. Denn so hätte man etwas für Unordnung sorgen können. Stattdessen hatte die Berliner Defensive eine klare Aufteilung, wer welchen Spieler zustellt.

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Henrik 8. April 2012 um 21:25

Gladbach hat ein Team, was ursprünglich auf Konter ausgerichtet war und jetzt, wo sie das Spiel oft selbst machen müssen, finden sie oftmals keine Lösung. Das liegt auch daran, dass es mit Daems und Jantschke zwei Außenverteidiger gibt, die eher defensiv als offensiv ausgerichtet sind. Ein ausgeprägtes Flügelspiel mit Pärchenbildung und Hinterlaufen kann so nicht aufgezogen werden. Gladbach spielt sehr vertikal und gerät ins Straucheln wenn sie den direkten Weg zum Tor nicht finden und geduldig ihr Spiel aufbauen müssen.
Wendt als Außenverteidiger und Arango in einer zentraleren Position wären Alternativen für diese Spiele. Ich denke Schritte in diese Richtung wird Favre für die nächste Saison planen. Die Sommerpause bietet Zeit, Lösungen zu finden, wie man mit viel Ballbesitz bei tiefstehenden Gegnern effektiver umgehen kann. Für den Rest dieser Saison vertraut Favre auf die eingespielten Automatismen, um die Spieler nicht unnötig zu überfordern.

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elkjaer 8. April 2012 um 22:23

Ich denke, Eure Analyse zeigt wieder sehr gut die „Probleme“, die Gladbach gerade hat. Die Gegner haben sich auf die diagonalen Laufwege von Reus und Herrmann ganz gut eingestellt, wie z.B. die enge Viererkette von Hertha zeigt. Dafür kam Borussia in den Spielen zuletzt häufiger mal auf dem Flügel durch, meist aber mit Daems oder Jantschke, und deren Flanken sind nicht präzise genug, um Hanke oder de Camargo in gute Position zu bringen. Außerdem sind die Standardsituationen zu harmlos, gerade bei Spielen wie gegen Hertha wäre es aber enorm wichtig, auch mal darüber in Führung zu gehen, um anschließend Räume zum Kontern zu bekommen.
Alles in allem aber immer noch Jammern auf hohem Niveau, wenn man sieht, wie wenig Chancen die Gegner in den vergangenen drei Spielen hatten (auch wenn es unter dem Strich für Borussia wenig erfreulich war).

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Rudelbildung 13. April 2012 um 15:27

Hier sah ich heute erst eine interessante Statistik: Gladbach war letzte Saison das Team mit dem wenigsten Ballbesitz der Liga und hat diese Saison nach den Bayern den zweitmeisten der Liga. Das nenne ich mal eine Umstellung, die erstaunlich reibungslos verlaufen ist bis jetzt.

Das die Probleme jetzt erst so extrem auftreten ist schon beeindruckend.

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FohleninGips 8. April 2012 um 18:28

Sehe ich auch so. Ring wäre doch eine gute Option als 6er, auch wenn er meist für Herrmann oder Arango kam. Wie seht ihr das? Mir gefiel er richtig gut ( schon in der Vorbereitung ).

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asti80 8. April 2012 um 16:01

Ich kann mich auch irren, aber mir scheint das auf der Doppelsechs von Gladbach eher Spieler des Typs „klassischer 6er“ unterwegs sind . Da wäre eigentlich ein verkappter Spielmacher a la Nuri Sahin gar nicht mal so verkehrt.

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RM 8. April 2012 um 16:16

Man stelle sich vor, wenn Gladbach neben Xhaka, der angeblich fix sein soll, auch noch Sahin holt. Das wäre für uns Taktikgeeks ein Fest vom feinsten, obgleich extrem unrealistisch. Eventuell noch der ein oder andere starke Flügel und dann wären die Gladbacher mit großer Sicherheit kein one-season-wonder.

Aktuell sind sie nämlich in meinen Augen etwas aus dem Rhythmus geraten und aufgrund der zu defensiven Ausrichtung im Kollektiv sowie den Sechsern im speziellen zu ausrechenbar, wenn die drei wichtigsten Offensivakteure (Arango, Herrmann, Reus) nicht in Topform sind – da kann Hanke noch so viel arbeiten, wie er will. Letztlich ist er nur dann so wertvoll, wenn die Räume, welche er öffnet, von seinen kreativeren Partnern genutzt werden.

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Rudelbildung 8. April 2012 um 15:05

Super Artikel mal wieder!

Meine Frage ist folgende: Ist das Gladbacher System vielleicht zu statisch, welches es jetzt so langsam Möglich macht es zu unterbinden?

2 eher Defensive Außenverteidiger, sowie zwei eher konservative zentrale Mittelfeldspieler sind zusammen mit 2 Innenverteidigern ganze 6 Spieler, die wenig bis gar nicht am Offensivsspiel teilnehmen. Das Dante schon fast versucht die beiden 6er nach vorne zu zwingen durch sein aufrücken sagt ja auch schon einiges oder?

Wie eure Grafik ja auch gut aufzeigt konnte man die erste Pressing-Linie der 2 Hertha Stürmer leicht umsspielen, sah sich dann aber mit maximal 6 Spielern 8 Hertha Spielern gegenüber. Da Arango oft einrückt wird der Raum natürlich auch sehr eng im Zentrum, was sowieso schon Überladen war.

Es wirkt für mich schon seit längerem so, dass den Gladbachern Spieler vom Typ Reus und Hermann fehlt. Und besonders wenn einer fehlt ist der andere der einzige der mal mit einem Dribbling oder einem genialen Pass für Überraschungen sorgen kann. Generell gewinnt Gladbach auch zu wenig Dribblings pro Spiel, laut whoscored ist man dort 16. ligaweit.

Gerade für ein Team mit viel Ballbesitz (Gladbach ist 2. ligaweit) ist es ja nicht genug sich zu Torerfolgen spielen zu können, sondern auch die Einzelkünstler für solche Aktionen zu haben oder nach Standardsituationen zu treffen. Bei ersterem habe ich das Gefühl, dass Reus und Hermann auch durch Verletzungen nicht mehr so hervorstechen und zum anderen sich die Teams besser drauf eingestellt haben. Bei den Standardsituationen sieht man ja, dass die Gladbacher im unteren Drittel der Bundesliga rangieren.

Ich überlege also ein wenig, was die Gründe dafür sind und ob man nicht vielleicht besser damit fährt dem Gegner mehr Ballbesitz zu überlassen und mehr auf Kontern zu setzen.

Sehen das andere hier auch so?

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