Donnerstag, 21.09.2017

Deutschland – Frankreich 1:2

Deutschland verliert das Freundschaftsspiel gegen Frankreich mit 1:2. Löw hat recht risikoreich spielen lassen, jedoch passte die Abstimmung des Teams in vielen Situationen nicht.

Disclaimer: Ein Testspiel ist dazu da, um zu testen. Deutschland nach diesem Spiel schwach zu schreiben wäre ein Fehler – genauso wenig lohnt es sich, Frankreich zum neuen EM-Favoriten zu hypen. Statt dem Ergebnis bewerten wir, wie gut die Experimente der Trainer funktionierten und ob diese für die Zukunft taugen.

Der Klassiker Deutschland gegen Frankreich wurde zum Test unter Gleichen: Die Trainer stellten ihre Mannschaft schematisch ähnlich auf. Sowohl das deutsche als auch das französische Nationalteam agierte aus einem offensiven 4-2-3-1, bei dem sich der Zehner (Nasri bzw. Özil) bei gegnerischem Ballbesitz neben den Stürmer orientierte. Defensiv verschoben beide Teams aktiv in zwei Viererketten, wobei die Außenspieler jeweils nach hinten mitarbeiten mussten.

Auch in der Spielanlage haben beide Nationen viele Gemeinsamkeiten. Der Spielaufbau wird fast ausschließlich flach betrieben, hohe Bälle haben Seltenheitswert (oder werden bei Löw gar mit Liebesentzug bestraft). Aus der Verteidigung heraus wird so ein schnelles, vertikales Kombinationsspiel aufgezogen. Im Idealfall kombinierten sich die Teams mit Ein-Kontakt-Fußball von der Innenverteidigerposition bis in die Spitze, immer abwechselnd mit Vertikalpass-Ablage-Vertikalpass etc. (was auch Löws Ideal von erfolgreichem und schönem Fußball ist).

Wenn zwei Teams aufeinandertreffen, die sich schematisch so stark ähneln, entsteht oft viel Mittelfeldgeplänkel –beide Formationen neutralisieren sich und es entstehen viele Eins-gegen-Eins Duelle auf dem Feld, worunter wiederum der Spielfluss leidet. So war auch die Anfangsviertelstunde geprägt vom Abwarten. Nach und nach offenbarte sich, dass es in der Ausführung dieser Spielidee mehrere Grundunterschiede gab, die ausschlaggebend für den weiteren Spielverlauf wurden.

Spielmachende Innenverteidiger gegen 6:4-Aufteilung                                

In den letzten Partien hat Löw sehr viele große Tests gemacht – vom fluiden Mittelfeld bis hin zur Dreierkette. In dieser Partie waren die Veränderungen eher evolutionärer denn revolutionärer Natur. Die wohl größte Anpassung war die veränderte Rolle der Innenverteidiger, hin zu einem stärkeren Engagement im Spielaufbau. Mit Hummels und Badstuber konnte Löw auf zwei waschechte spielmachende Abwehrspieler zurückgreifen. Beide zeigten viel Präsenz im Spielaufbau, stießen oft aus der Innenverteidigung nach vorne und ersetzten praktisch die Sechser vor ihnen.

Grund für diesen Test ist womöglich das Fehlen Bastian Schweinsteigers, etatmäßiger Aufbauspieler der DFB-Elf. Löw fehlt ein natürlicher Ersatz für den Münchener auf der Sechserposition. Hier können weder Khedira (dynamischer Strafraum-Strafraum-Spieler) noch Kroos (Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive) diese Rolle ausfüllen. Auch Boateng führte dies nach der Pause fort (er übernahm Badstubers Position, nachdem er zunächst als Rechtsverteidiger agierte) und leitete mit einem starken Vertikalpass den Angriff zum deutschen Tor kurz vor Schluss ein.

Das Problematische an dieser Grundausrichtung war die hohe Anfälligkeit für Konter. Dadurch dass die Innenverteidiger im Spielaufbau relativ stark aufrückten, gingen auch die zentralen Mittelfeldspieler weit nach vorne. Auch die Außenverteidiger waren angehalten, offensiv mitzuarbeiten, so dass sich automatisch Lücken für schnelle Gegenstöße boten.  Nach der Partie bemängelte Löw zurecht, dass die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld zu groß waren. Mehrere Male hatte Frankreich gute Kontergelegenheiten, allerdings scheiterten sie an ihrem schlechten letzten Pass. Das direkte Spiel in die Spitze, eigentlich eine Stärke der Deutschen, muss von den Franzosen noch geübt werden. Trotzdem sollte das Experiment nicht als gescheitert angesehen werden, da schließlich wurden viele gute Angriffe von den Verteidigern eingeleitet. Zudem war es höchstwahrscheinlich nur ein Test für den Fall, dass Löw während der EM tatsächlich keinen spielmachenden Sechser zur Verfügung hat oder das Team auf einen extrem tiefstehenden Gegner trifft.

Die Franzosen hingegen kamen aus einer klassischen 6:4-Ausrichtung – sechs fast ausschließlich defensive Spieler standen vier offensiven Kräften gegenüber. Bei ihnen war es M’Vila, einer der Lieblingsschüler Blancs, der für die Anbindung zwischen Abwehr und Angriff sorgte. Um das zögerliche Aufrücken der Außenverteidiger zu kompensieren, agierte die offensive Dreierreihe Ribery-Nasri-Valbuena sehr eng beieinander. Wenn der Ball auf einer Flanke war, agierten alle drei Offensivspieler auf dieser Seite. Sie schafften so trotz der defensiven Ausrichtung des Teams Dreiecke in Ballnähe und konnten durch ihre Passsicherheit den Ball gut laufen lassen, allerdings fehlten so Anspielstationen im Strafraum (Stürmer Giroud allein auf weiter Flur) und damit auch manchmal der Zug zum Tor. Zusammen mit den Räumen, die die Deutschen ihnen nach Ballverlusten anboten, erarbeiteten sie sich trotzdem zunehmend Chancen. Vor dem 0:1 und auch vor dem 0:2 zog Stürmer Giroud einen deutschen Innenverteidiger klug heraus. Aogo, über dessen Seite beide Tore fielen, sah nicht gut aus.

Talking points

Der Hauptfaktor für das Ergebnis war, zusammenfassend gesagt, die risikofreudige Ausrichtung der Deutschen bzw. die bis weit in die zweite Halbzeit risikolose der Franzosen (erst nach zahlreichen Wechseln tauten sie ein wenig auf und ließen auch die Außenverteidiger mehr nach vorne arbeiten). Trotzdem gibt es auf deutscher Seite mehrere interessante Details, die dieses Spiel offen legte.

Probleme mit den Außenverteidigerpositionen: Nicht erst seit dieser Partie bereiten die Außenverteidigerpositionen Löw Kopfschmerzen. Sicher, der defensiv mehrfach patzende und auch offensiv blasse Aogo ist als Linksverteidiger allenfalls Ersatz für Lahm. Aber auch die rechte Abwehrseite wusste nicht zu überzeugen. Boateng stieß zwar oft nach vorne, von seinen Flanken fand allerdings keine einzige den Mitspieler. Höwedes agierte in Halbzeit zwei etwas besser, gerade sein Zusammenspiel mit Müller vor dem 1:2-Ehrentreffer war sehenswert. Doch auch ihm war anzumerken, dass er als etatmäßiger Innenverteidiger nicht über die Dynamik verfügt, die bspw. beim Hinterlaufen benötigt wird. Die Rechtsverteidigerposition ist wohl die größte Baustelle Löws.

Abhängigkeit von Özil? Auch wenn der Medienhype um Özil in Deutschland relativ klein ist (seltsamerweise), ist er der wohl wichtigste Akteur des Teams. Er genießt unter Löw viele Freiheiten und sorgt mit seinen Geistesblitzen für den nötigen Esprit im letzten Drittel. Gegen Frankreich blieb er jedoch lange Zeit blass, da er im Zentrum eng von Cabaye gedeckt wurde. In der ersten halben Stunde zeigte sich so, dass die offensiven Spieler auf die Ideen des Madrilenen angewiesen sind – sowohl Schürrle als auch Reus überzeugen eher mit ihren dynamischen Läufen in den Strafraum als mit ihrer Kreativität. Erst als Özil nach rund 30 Minuten vermehrt über die Außen kam, verbesserte sich das deutsche Spiel im letzten Drittel und aus guten Angriffen wurden auch Chancen. Für eine gute EM scheint unabdingbar, dass sich Özil in starker Verfassung befindet.

Nationalmannschaft braucht Zeit: Gladbachs Jungstar Reus erwischte keinen guten Tag. Auf dem rechten Flügel fehlte ihm die Anbindung zu seinen Mannschaftskollegen. Sowohl sein Zusammenspiel mit Boateng als auch mit Özil war verbesserungsbedürftig. So setzte er oft zum Sprint in den Strafraum an, wenn Özil ihn als ballnahe Anspielstation gebraucht hätte, oder blieb stehen, wenn er hätte starten sollen. Müller übernahm nach der Pause Reus Position im rechten Mittelfeld und zeigte, wie solch ein Zusammenspiel funktionieren sollte.

Insgesamt zeigte sich, dass Spieler, die in ihren Klubmannschaften große Leistungen zeigen, deshalb nicht automatisch die richtige Option für das Nationalteam sind. Löw hat genaue Vorstellungen, wie seine Mannschaft spielen soll, und hat ein genaues Anforderungsprofil für jede Position. Da macht es manchmal mehr Sinn, einem im Verein schwächelnden Spieler mitzunehmen statt des aktuellen Shooting-Stars. Bestes Beispiel hierfür ist der Stuttgarter Cacau, der nach seiner Einwechslung durch viel Dynamik und genaue Kenntnis der Abläufe der Offensivreihe glänzte. Dass gerade er den einzigen deutschen Treffer erzielte, war kein Zufall.

Klose vs. Gomez: Jogi Löw machte nie einen Hehl daraus, dass Klose seine bevorzugte Lösung im Sturmzentrum ist. Das ist keine Überraschung, schließlich ist der Stürmer von Lazio Rom der stärkste deutsche Wandspieler. Seine Fähigkeit, die Vertikalpässe mit dem Rücken zum Tor direkt zu verwerten, fehlt Torjäger Gomez. Überhaupt ist Klose immer gut ins Kombinationsspiel der DFB-Elf eingebunden, gerade sein Zusammenspiel mit Özil funktioniert intuitiv.

Nach Gomez‘ Einwechslung war jedoch zu erkennen, dass der Münchener Löw einiges beweisen wollte: Er arbeitete sehr stark gegen den Ball mit, versuchte immer wieder, sich als Anspielpartner anzubieten und war insgesamt aktiver als in den letzten Partien. Dennoch wirkte das Spiel bis zum Tor mit ihm (noch) nicht so vollwertig wie mit Klose, wobei in der zweiten Halbzeit nach den zahlreichen Wechseln ohnehin wenig Spielfluss aufkam.

Fazit

Dieses Freundschaftsspiel muss zusammen mit den letzten Spielen gegen Belgien, die Ukraine und die Niederlande als Teil eines größeren Puzzle gesehen werden. Löw experimentiert taktisch viel im Moment, was seiner Mannschaft zur EM nur gut tun kann – er sorgt dafür, dass sein Team schwerer auszurechnen sein wird. Dabei sind Rückschläge wie diese Partie ganz normal. Deshalb zum Schluss folgende Empfehlung für hysterische Ergebnisfanatiker: Deutschland hat trotz der 1:2-Niederlage noch alle Chancen, die EM erfolgreich zu gestalten.

walter 5. Mai 2012 um 10:28

Edit der Spielverlagerung-Redaktion:
Bitte verzichten Sie auf unsachliche Äußerungen und Polemik.

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Flowbama 10. März 2012 um 12:33

Castro kann Schweinsteiger ersetzen? Wo hast du denn den Witz her?

Und die Klischeekiste mal ungeöffnet lassen („Für mich ein sträflich vernachlässigter Spieler (hat halt keine Stuttgarter oder Freiburger Vergangenheit“).

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Flowbama 7. März 2012 um 19:38

Hält es jemand von den Foristen hier für möglich, bzw. sinnvoll, die Bender-Zwillinge auf der Rechtsverteidigerposition zu testen? Ich meine sie sind großartig auf der 6, haben ein unglaubliches „Spiel gegen den Ball“, sind zweikampfstark, dynamisch und laufen wie kaum ein anderer Bundesliga-Spieler. Denkt ihr das könnte eine Lösung sein? Umso mehr ich darüber nachdenke, umso besser gefällt mir die Idee.

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Zirkeltraining 7. März 2012 um 19:45

Der Gedanke kam mir auch schon öfters.
Wenn überhaupt, dann würde denke ich eher Lars in Frage kommen. Ich schätze ihn spielerisch nämlich höher ein als seinen Bruder. Außerdem gefällt er mir bei Leverkusen sehr, er besticht durch großes Spielverständnis und taktische Anpassungsfähigkeit.

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Flowbama 7. März 2012 um 19:49

Ja das stimmt. Los, lasst uns Jogi anrufen.

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Zirkeltraining 7. März 2012 um 20:11

Es gibt natürlich auch einige Aspekte die dagegen sprechen:
– keine Erfahrung auf der Position, keine einstudierten Automatismen etc
– „nur“ 1,83 Körpergröße, damit 9 cm (4cm) kleiner als Boateng (Höwedes)… das ist gar nicht so unwichtig, da man mit Lahm einen kleinen Spieler in der Kette und – je nach dem, ob Khedira spielt – ein relatives kleines Mittelfeld hat.

Naja, mehr fällt mir ehrlich gesagt nicht ein.

Ehrlich gesagt fände ich Clemens Fritz auf rechts auch gar nicht sooo verkehrt, aber der scheint ja im Moment keine Rolle zu spielen

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vastel 7. März 2012 um 23:50

Eigentlich wirklich keine dumme Idee!

Dann kommt in meinen Augen aber auch nur Lars in Frage, der offensiv wesentlich mehr Zug hat als Sven (wobei er sich diese Saison deutlich gesteigert hat vom reinen Abräumer weg).

Das wäre sicherlich auch nur eine Notlösung, aber wirklich gar keine schlechte… 😉

Wobei mir die Variante Lahm als RV und Schmelzer als LV immer noch am besten gefällt – der Sinn des inversen Lahm erschließt sich mir nicht, auf Rechts war er meiner Meinung nach deutlich stabiler und zog offensiv öfter mal Richtung Grundlinie. Seine angebliche Torgefährlichkeit auf Links begründet doch nur auf seinem WM-Tor.

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Flowbama 8. März 2012 um 11:31

Ja das stimmt. Außerdem kann er auf rechts auch mal flanken, ohne den Fuß wechseln zu müssen. Glaube allerdings nicht, das Jogi ihn jetzt wieder von seiner Links-Position wegreißen will, sondern ihn dort spielen lassen will, wo er im Verein spielt. Schmelzer ist mir ehrlich gesagt weniger lieb als Bender. Zu zweikampfschwach. Wenn bei seinen Offensivaktionen wenigstens etwas Brauchbares herauskommen würde, könnte ich darüber hinwegsehen, aber meistens ist das nicht der Fall. Was für ihn spricht ist seine Dynamik, er beackert seine Seite tatsächlich sehr fleißig. Das reicht mir aber nicht. Dann lieber Lars Bender auf rechts.

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MR 8. März 2012 um 11:43

Hab auch mal über die Benders als AV nachgedacht. Allerdings fehlt ihnen dafür m.E. ein wenig die Dynamik. Die riesige Stärke im ZM ist ja bei beiden die überragende taktische Auffassungsgabe verbunden mit (insbesondere bei Sven) sensationeller Antizipation. Das können sie auf der deutlich eindimensionaleren AV-Position nicht so gut ausspielen, da wird ist die Physis wichtiger. Am Ball sind sie auch keine, die mit besonders viel Zeit viel gestalterisches anfangen können oder den Ball sonderlich dynamisch nach vorne treiben, sondern sie zeichnen sich eher dadurch aus, die Bälle mit sehr sauberer erster Berührung schnell verarbeiten zu können, was sie im Zentrum recht schwer zu pressen macht. Das Profil passt nicht so für die Außenbahn. Wobei ich mich anhand ihrer allgemeinen Stärke trotzdem nicht drauf festlegen würde, dass sie nicht helfen könnten auf den AV-Positionen. Ideal wäre die Besetzung aber nicht.

Ich würde ja mal Schürrle und Reus als RV ausprobieren vor der WM. Zumindest als Alternative bei Rückstand.

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Flowbama 9. März 2012 um 11:08

Reus und Schürrle als RV gehen aber wirklich nur bei Rückstand…^^

Ansonsten muss man leider konstatieren, dass diese Position in Deutschland unter Mangelerscheinungen leidet was die Quantität aber auch die Qualität betrifft. Für die Zukunft lege ich meine Hoffnungen auf den bei der U17-WM letztes Jahr groß aufspielenden Mitchell Weiser vom 1. FC Köln und auf Julian Koch vom BVB, sofern er sich von seiner Verletzung erholt hat.

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MR 9. März 2012 um 11:31

Ich weiß nicht, ob das wirklich stimmt, dass Deutschland da zurückhängt (neben Lahm sieht halt fast jeder AV scheiße aus) und ich würd mich auch nicht festlegen, dass man nur bei Rückstand einen Offensivmann als AV einsetzen sollte.

Ich hab den Eindruck bei der Ausbildung von AV gibt es weltweit zu wenig Mut, bzw. zu wenig Voraussicht.

Als AV muss man ja vorallem taktisch sauber und zuverlässig spielen, herausragendes müssen eher andere Positionen machen. Man muss alles bisschen können, aber nichts dringend überragend. Es gibt ja auch ganz unterschiedliche Spielertypen, die die Position im wesentliche gleich interpretieren – wieso kann Bayern beliebig zwischen Boateng und Rafinha wechseln, ohne das System großartig anzupassen? So etwas geht nur bei AVs.

Dadurch dass AV so eine Mischposition ist, werden entsprechend sehr ausgewogene Spieler da hingestellt, die dann aber wohl meistens auch nur bessere Durchschnittsspieler sind. Ein bisschen wie „naja du kannst nichts besonders gut, mach mal Viererkette rechts“. Richtig talentierte Spieler werden nicht als AV eingesetzt, sondern kommen dann eher ins Zentrum oder in die Offensive. Deshalb gibt es auf der Position nur ganze wenige Topspieler, aber einen riesigen Pool an gehobenem Durchschnitt.

Aber wenn man sich die Topleute anschaut, wo kommen die dann her? In der Bundesliga ist nach Lahm momentan Piszczek der überragende AV – der erst vor 3 Jahren dazu gemacht wurde und eigentlich ein Stürmer ist! Coentrao wurde in kürzester Zeit von einem sehr guten Flügelstürmer zu einem überragenden Außenverteidiger konvertiert. Und auch wenn ich’s nicht weiß kann ich mir nicht vorstellen, dass Dani Alves schon seit Jugendzeiten als Außenverteidiger aufläuft.

Ich glaub, überragende AV bekommt man (fast) nur, wenn man sehr talentierte Spieler von anderen Positionen umschult. Ein herausragender AV muss extrem antrittsschnell und dabei sehr ballsicher sein – aber solche Spieler werden eben hauptsächlich auf dem offensiven Flügel eingesetzt. Der Pool an AV-Talenten wird dadurch ausgetrocknet. Vermute ich.

Wie kurzfristig so eine Umschulung geht ist natürlich ne andere Sache, aber ich glaub das kann sehr schnell funktionieren wenn man Spieler hat die defensiv sehr gut ausgebildet sind und auch in Offensivposition sehr diszipliniert zurückarbeiten, wie eben zB Reus.

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Flowbama 9. März 2012 um 14:20

Deine Argumentation überzeugt mich.

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Denis 9. März 2012 um 19:07

Absolut einleuchtend! Jemand leite das dringend an den Jogi weiter.

Allerdings denke ich, man kann sich das Umschulen auch sparen, wenn Löw den Castro berufen würde (und das sage ich Kölner). Der hat sich noch mal extrem in seiner Spielanlage verbessert in dieser Saison hat hat auch im Hinspiel gegen Barca und im Rückrundenspiel gegen Bayern (da allerdings jeweils im Mittelfeld) sehr gut dagegen gehalten.
Außerdem könnte er ggf. auch Schweinsteiger ersetzen, wenn der nicht fit wird/seine Fom findet etc.
Für mich ein sträflich vernachlässigter Spieler (hat halt keine Stuttgarter oder Freiburger Vergangenheit).

Dass Argument, dass er zu klein sei und dann mit Lahm und Khedira unsere Defensive insgesamt zu wenig cm aufweisen würde, teile ich so nicht. Gegen großgewachsene Gegner kann man immer noch Boateng oder Höwedes dort spielen lassen – gegen Spanien oder Portugal dann wieder Castro. Man mus ja nicht jedes Spiel bei einem Turnier mit der gleichen Elf spielen (auch wenn Löw das anders zu sehen scheint).

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Defensiv 6. März 2012 um 14:09

Nicht vergessen, Deutschland hat gegen eine Mannschaft gespielt, die im Aufbau ist. Ich bin einverstanden Freundschaftsspiele werden die Spielweise bei der EM nicht widerspiegeln, denn Deutschland wird eh bei der EM, die 1-4-5-1 Aufstellung anbieten. Deutschland wir angesichts ihrer Spielanlage überschätzt. Was das Kontern aber angeht, unterschätzt. Der Unterschied wird diesmal sein, dass die anderen Mannschaften, wie die der Holländer, Portugiesen und Dänen, nicht so offen stehen werden wie in den Freundschaftsspielen, selbst den deutschen den Spielaufbau überlassen werden und selbst auf Konter spielen werden. Schliesslich hat man nicht immer ein Trainer gegenüber, der Maradona heisst, oder man hat nicht immer eine Mannschaft gegenüber, die ein Tor nicht anerkannt bekommt. Ich bin dann mal gespannt, ob Deutschland dann wieder 3 – 0 gewinnt wie gegen Holland im Freundschaftsspiel. Ich möchte hier mal behaupten, dass Deutschland die Vorrunde nicht „überleben“ wird. Denn beim Kontern sind die anderen drei anderen Gruppenmannschaften sicherlich viel besser als die Franzosen.

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vastel 6. März 2012 um 14:55

Deutschland in der Vorrunde raus? Wovon träumst du nachts?

Nicht vergessen, dass das ein Freundschaftsspiel war, eine bessere B-Elf aufgelaufen ist und vor allem:

Jogi und sein Trainer-Team es in der Vorbereitungszeit bis jetzt immer geschafft haben die Jungs zum Turnier auf den Punkt in bestechende Form zu bringen!

Der Gruppenphase blicke ich sehr gelassen entgegen 😉

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firedo 6. März 2012 um 16:11

ich würde nciht gleich den Teufel an die Wand malen, aber ein selbstläufer ist die Gruppenphase definitiv nicht.
es sind nur 3 spiele.
alle werden aufpassen und versuchen defesiv sicher zu stehen.
wenn dann mal ein bisschen unglück im abschluss oder vll ne komische rote karte passieren steht auhc deuitschland ganz schnelll mit dem rücken zur Wand

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Defensiv 7. März 2012 um 04:07

„eine bessere B-Elf “ ? Man kann auch damit argumentieren, dass die franz. Mannschaft auch eine B-Mannschaft hatte, es haben gefehlt, Benzema, Diaby, Diara, Gourcuff … Aber so wollen wir ja nicht argumentieren. Deutschland hat im Spiel gegen die Niederlande folgende Aufstellung angeboten „Neuer – Boateng (ab 65. Höwedes), Mertesacker, Badstuber (ab 46. Hummels), Aogo – Kroos (ab 82. Rolfes), Khedira (ab 88. Lars Bender) – Müller, Özil, Podolski (ab 65. Götze) – Klose (ab 81. Reus)“. Im Spiel gegen Frankreich sind nicht aufgelaufen, „Wiese – Boateng, Hummels, Badstuber (46. Höwedes), Aogo – Khedira (70. Lars Bender), Kroos – Reus (70. Cacau), Özil, Schürrle (45. Müller) – Klose (46. Gomez)“. Ausser Neuer, Mertesacker, und Podolski, waren da keine grossen Unterschiede zum Holland-Spiel. Sicher ist, Deutschland wird bei der EM nicht so offensiv spielen wie gegen Frankreich. Mit Schweinsteigers, Mertesackers und Lahms Rückkehr sieht alles so danach aus, dass Deutschland ultradefensiv spielen wird, wie bei der EM2008, und WM2010. Konterfussball, bis sie auf eine Mannschaft trifft bei denen Abwehr und Angriff-Reihen nicht so weit auseinander stehen und die den Ball laufen lässt und über gute Aussenspieler verfügt. Dann bekommen sie Probleme. Siehe Ghana, Serbien, Spanien. Aber wie ich es im vorherigen Post zu erklären versucht habe, die anderen Mannschaften werden dem DFB-Team nicht den Gefallen tun und so breit und „offen“ spielen und um Konter bitten. Schade Deutschland hatte 2 Jahre Zeit, um die Spielweise umzustellen. Jetzt ist es zu spät und alle denken, es hat sich etwas verändert im deutschen Spiel. Erfolg macht blind. Dabei hat das DFB-Team vor 16 Jahren viel schöner Fussball gespielt als heute. Und auch wenn die Mannschaft weiterkommt, gewinnen wird sie nicht. Am Ende gewinnen eh die Spanier …

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vastel 7. März 2012 um 10:50

Deine Schwarzmalerei und deine völligen Fehleinschätzungen werde ich nicht weiter kommentieren, da man offensichtlich nicht konstruktiv mit dir diskutieren kann.

Deutschland mit einer „ultradefensiven“ Spielweise? Schon allein diese Aussage beraubt jedwede Diskussionsgrundlage. Ich empfehle dir die (Pflicht-)Spiele der letzten 2 Jahre der deutschen NM noch einmal gründlich anzuschauen.

Die Spanier sind also jetzt schon Europameister 2012? Na dann können wir uns das ganze Turnier ja schenken. Meines Wissens hat entscheidet sich ein Turnier immer erst im Finale und nicht schon vorher, aber du kannst ja mal eine Initiative zur Regeländerung einbringen, wenn doch ohnehin schon alles entschieden ist.

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Monty 3. März 2012 um 14:30

Ach was ich noch anmerken / fragen wollte. Mir ist paarmal, vielleicht 3x bei Özil und 1-2x bei Khedira aufgefallen, dass die so eine art 135° Pass nach rechts hinten gespielt haben. Sie laufen also mit dem Ball zum gegnerischen Tor, ein pressender Spieler kommt raus, sie drehen ab und laufen ein paar Meter zum eigenen Tor und machen dann eben diesen Pass nach schräg hinten. Ist das neu oder habe ich das bisher übersehen? Machen das nur die beiden? Glaubt ihr das z.B. Spieler wie Bender durch die Nationalmannschaft und dem Zusammenspiel mit solchen Weltklassespielern profitieren können?

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Grasnarbe 5. März 2012 um 00:10

Jungfernpost. lob. sehr grosses lob an die macher dieser seite. danke!

nach gemunkel einiger wird löw keinen wm-/em-titel holen. ich glaube das auch. es ist wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich sogar. warum?

wenn man sich auf die reise macht, findet man in einigen ländern den vielzitierten, je nach aktueller lage mit mehr oder weniger überzeugung ausgesprochenen, „anspruch, den titel zu holen“. bezogen auf die wm dürften das brasilien, argentinien, spanien, frankreich, england, deutschland, holland, portugal und die ewige hoffnung „afrikanische nation im fussball-aufwind“ sein. seien wir streng und nehmen nur sieben davon. eine wm findet alle vier jahre statt. bei chancengleichheit ein titel also alle 7*4=28 jahre. soweit geht mein mathe noch.

man könnte auch die durchschnittlichsspielstärke und varianz einer nm versuchen zu ermitteln (zb durch diese rankings, durch direkte ergebnisse in einem elo-system usw.) und da einige saukomplizierte wahrscheinlichkeitsrechnungen oder simulationen drüber laufen lassen (zur not irgendwelche pcspiele „fussballmanager xy“ wenn sie die korrekten algorithmen für solche turniere intus haben, und man die spielstärken der mannschaften einstellen kann.)(und wie wir das internet kennen, hat das bestimmt einer schon gemacht. leider kenn ich aber keinen link 😉

jedenfalls würde dabei rauskommen, dass selbst die aktuell beste mannschaft (wenn sie nicht überragend stärker ist als die verfolger) in einem kurzen k.o.-turnier wie wm/em wahrscheinlich NICHT den titel holen wird.

weiter würde man sehen, dass es mathematisch gar nicht ungewöhnlich ist, dass – selbst wenn alle mannschaften exakt gleichstark wären! – eine mannschaft nicht im schnitt alle 28 jahre den titel holt. sondern zum beispiel erst nach 50. oder 70. oder 130 jahren. das gesetz der grossen zahlen greift, die mathematik ist am längeren hebel, und irgendwann stellt sich der schnitt ein. aber für sterbliche engländer/schalke-anhänger könnte es zu lang dauern…

fazit?
a) wartet ja nicht drauf, dass wir den titel holen! lassen wir uns eher überraschen oder einfach spass haben und/oder mitleiden am spiel.
b) bewertet die arbeit eines trainers nicht an einem titel oder überhaupt einem k.o.-turnier-ergebnis, sondern an der art und weise, also an den trainerentscheidungen, der eigentlichen trainerarbeit. oder meinetwegen am erfolg über viele spiele hinweg (alle qualis und turniere)
c) die älteren unter uns können ausnahmsweise dankbar für ihre alten knochen sein, weil sie ein/zwei/drei wm-titel miterleben durften.
d) nehmt jede gute wette an, ich würde sagen, bis eins zu zwo, dass spanien (die ich selbst für den favoriten halte) NICHT europameister wird.

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Monty 3. März 2012 um 14:26

Man muss einfach bedenken, dass wir in Deutschland eben noch nicht den Fußball spielen, den Löw gerne hätte. Man sieht es bei den Bayern ja auch oft wie dominant sie bis zum Tor auftreten und dann hilflos und überfordert sind und sich die Kugel hin und herschieben. Sie müssen auf Fehler warten, können keine erzwingen. Sie können kombinieren, aber nur in der eigenen Hälfte. Sie dribbeln nur um einen Freistoß herauszuholen. Deshalb mögen Sie ja auch so Typen wie Ribery, Robben und Shaqiri sie geben denen den Ball und hoffen, dass sie ein Tor machen.
Selbst im Moment sehr erfolgreiche und attraktiv spielende Mannschaften wie Gladbach und Dortmund spielen anders.
Von daher würde ich es sinnvoll finden, wenn Löw von seinem Barcelonatraum aufwacht. Reus oder Podolski sind in Ihren Vereinen Schlüsselspieler, werden permanent gesucht. Die kann man nicht mal eben als „einer von 11“ mitschwimmen lassen. Man hat ja gesehen, wie ein Reus damit zurecht kommt. Selbst ein Özil bekommt in Real Madrid mehr aufmerksam als in der Deutschen Nationalmannschaft. Selbst bei Barcelona hat Messi eine Sonderrolle, wenn er vor dem gegnerischen Strafraum den Ball bekommt, sind alle nur noch Abschlussgehilfen, geistig hellwach für einen Doppelpass… da hat keiner ein „wir in Barcelona sind alle gleichwertig, jeder kann verwandeln“ im Kopf.
Man braucht also eben doch einen Abwehrchef, einen Spielmacher, einen Topstürmer, dass widerspricht auch garnicht dem Teamgedanken. Von daher muss man sich mit dem Kader noch viel mehr auseinandersetzen, einfach nur die besten rein, dass wird nicht klappen.

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Flowbama 3. März 2012 um 14:35

Aha und das heisst jetzt was genau in der Schlussfolgerung für Löw? Ziemlich inhaltsleer dein Kommentar.

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datschge 3. März 2012 um 17:21

„…Löw von seinem Barcelonatraum…“

Bitte? Es ist doch ein Unterschied, Bacelona und Spanien als Maß aller Dinge (was ja auch in den letzten Jahren zutraf) zu preisen, oder deren System platt zu versuchen zu kopieren. Letzteres hat er in meinen Augen nie versucht, die Spielweise der deutschen Nationalmannschaft unterscheidet sich grundlegend von der von Barcelona.

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ClaudioCaniggia 3. März 2012 um 11:35

@MR: Die 50 % Chance waren auch nicht auf den Turniersieg bezogen, sondern auf einen Sieg gegen einen großen Gegner in einem Spiel (Bsp.: Halbfinale gegen Spanien, Frankreich).
Bezüglich Klinsmann und dem Halbfinale gegen Italien 2006: Ich finde, dass Deutschland in diesem Spiel mehr dagegen gehalten hat, als in beiden Spielen gegen die Spanier. Es ging ja immerhin auch bis in die 2. Hälfte der Verlängerung, ehe da ein Tor fiel und Deutschland hatte bis zum Schluss gute Torchancen.
Ansonsten: Klar gibt es genug Gegenbeispiele, die zeigen, dass Deutschland große Gegner geschlagen hat. Und die Wirkung des Trainers ist auch nur ein Mosaikstück unter vielen anderen Einflüßen. Aber trotzdem hat Deutschland unter Löw den ganz großen Titel bislang nicht gewonnen, sondern in den entscheidenden Spielen verloren und mM nach auch schwach gespielt (Gegen Spanien hatte ich nicht das Gefühl, dass Deutschland ein gutes Spiel zeigt). Ich finde, der Anspruch Deutschlands sollte der sein, ein Turnier zu gewinnen und nicht immer nur 2. oder 3. zu werden. Deutschland wird immer bei Turnieren gut dastehen. Das ist an sich noch keine große Leistung. Wir haben eine große Fußballtradition, sind ein relativ großes Land. Aber für den entscheidenden Unterschied zwischen 2. und 1. Platz muss nun mal alles perfekt laufen und da schließe ich die mentale Stärke des Trainers nun mal ein. Ich denke, dass Löw in diesem Punkt den Beweis bislang eben schuldig geblieben bist, dass er einen großen Titel holen kann. Ich denke, er muss an diesem Punkt eben an sich arbeiten und das Team muss es auch.
@FedRog:
Klopp hat bewiesen, dass er Meister werden kann, mit einer Mannschaft, die, als er sie übernahm, irgendwo im Mittelfeld rumlungerte und eben gerade dem Bankrott knapp entging. Ohne viel Geld. Und jetzt ist er auf dem besten Weg, es ein 2. Mal zu tun. Daneben gelang ihm mit Mainz der Aufstieg in die BL.
Tuchel leistet bei Mainz große Arbeit, mit einer Mannschaft, die vom Etat her es sehr schwierig in der BL hat. Man kann aber sagen, er hat noch nichts großes gewonnen. Das muss er auch noch zeigen, aber in Mainz kann er das doch nicht. Ich finde bei ihm aber die Ausstrahlung, der Typ, der er ist, einfach klasse. Ist vielleicht was Subjekitves, aber ich finde ihn eben beeindruckender von seiner Art her als Löw und ich denke, dass finden einige Spieler auch.
Und Favre: ist in der Schweiz Serienmeister mit dem FC Zürich gewesen, der in der Schweiz keine Übermannschaft ist. Dann hat er Hertha fast in die CL gebracht und leistet nun in Gladbach sehr erfolgreiche Arbeit. Aber auch bei ihm finde ich vor allem die Ausstrahlung sehr positiv.

Ich finde bei Löw merkt man, dass er einfach ein Drückeberger ist bzw. es allen recht machen möchte. Bsp Ballack. Er hat ihn Kapitän sein lassen, obwohl der noch verletzt war und gar nicht in der Nati gespielt hat. Irgendwann war der in der BL so unten durch, dass Löw ihn dann auf einmal komplett abgesäbelte. In diesem Fall sieht man, dass er reaktionär agiert. Es wäre viel mutiger gewesen, ihn direkt nach der WM als Kapitän abzusägen und das wäre auch für das Selbstbewusstsein von Lahm als Kapitän bedeutend gewesen. Stattdessen hat er so lange gewartet, bis er Ballack selbst nicht mehr weh tun musste, sondern die Umstände keine andere Entscheidung mehr zuließen und dann hat er ihn komplett fallen gelassen, was ich auch gemein fand. Man hätte ihm wenigstens verbal noch eine Chance geben können. Da könnt ihr jetzt natürlich auch anderer Meinung sein, aber ich fand das nicht fair und das kommt vlt. auch bei den Spieler nicht so positiv an. Es fehlen mir manchmal bewusste, mutige Entscheidungen bei ihm so wie Klinsmann zB Kahn absetzte oder van Gaal Schweinsteiger einfach ins defensive Mittelfeld beorderte…so, ich sollte jetzt mal aufhören, hier zu schreiben und für meine Klausur lernen!

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MR 3. März 2012 um 13:48

„Aber für den entscheidenden Unterschied zwischen 2. und 1. Platz muss nun mal alles perfekt laufen“ Also gibt es zufälligerweise bei jeder WM von 32 Mannschaften immer genau eine, bei der alles perfekt läuf? Nicht null, nicht zwei, seit 60 Jahren ist es immer genau eine? Das ist nicht schlüssig, das ist eine vollkommen willkürliche Behauptung. Eine Floskel. Es läuft nie alles perfekt.

„in den entscheidenden Spielen verloren und mM nach auch schwach gespielt“ Also ist das Halbfinale ein entscheidendes Spiel, aber das Viertelfinale nicht? Außer bei der EM, da ist das Halbfinale auch noch nicht entscheidend? Wer legt das fest? Wird ein Spiel immer erst dann entscheidend, wenn man es verliert?

Klinsmann hat Kahn Monate lang in den Konkurrenzkampf geschickt.
Und übrigens wird van Gaals Schweinsteiger-Versetzung übelst glorifiziert. Ein Haufen Leute, Löw sogar mehrfach, haben schon Jahre vorher prophezeit, dass Schweinsteiger mal dort landen wird. Als Robben kam und Ze Roberto ging war es schlichtweg der erste Zeitpunkt, an dem es auf dem Flügel bessere Alternativen gab als im Zentrum.

Viel Glück bei deiner Klausur. Falls es Mathe ist, vergiss nicht den Lösungsweg logisch einwandfrei darzulegen! 😉

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Flowbama 3. März 2012 um 14:33

Ich fand den Umgang mit Ballack ehrlich gesagt auch gewöhnungsbedürftig – aber aus subjektiven Eindrücken irgendwelcher Charaktereigenschaften zu schließen, dass er unfähig wäre, einen großen Titel zu holen, halte ich für unberechtigt. Deutschland hatte in den vergangenen Turnieren das Pech, dass Spanien momentan eine wahrhaft goldene Generation an Spielern hervorgebracht hat und ein Spielsystem verinnerlicht hat, wie man zuvor selten bewundern durfte. Das macht Spanien aber nicht unbesiegbar. Abgesehen davon galten sie bereits 2006 als Turnierfavorit – und schieden gegen Frankreich aus.

Die Entwicklung der DFB-Elf unter Löw gibt Anlass zu jeder Menge Hoffnung für die EM – eine Garantie hast du unter keinem Trainer. Holland und England bieten doch den Beweis, dass selbst bei nahezu perfektem Spielermaterial es möglich ist, dass jahrzehntelang kein Titel gewonnen wird, egal wie der Trainer heißt. Ich denke die kommende EM wird eine für Löws Zukunft entscheidende. Die Erwartungen sind (zu recht!) hoch.

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ClaudioCaniggia 3. März 2012 um 15:51

Ja, die Mannschaft, die den Titel gewinnt hat alles perfekt gemacht 😉 perfekt ist doch nur eine Konstruktion, man könnte auch sagen: besser als alle anderen.
und wegen Schweinsteiger-Versetzung: Ja, viele hatten die Idee, aber die Eier, es auch wirklich durchzuziehen hatte nur van Gaal! (…da gabs auch mal son gerücht, dass er in der bayern-kabine…egal 😉 )
Und wegen den entscheidenden Spielen: ich denke das Ziel ist, zumindest aus deutscher Sicht, das Turnier zu gewinnen! Und dafür ist dann logischerweise immer das Spiel entSCHEIDend, das man verliert, weil man danach nämlich nicht mehr das Turnier gewinnen kann! Kapiert? 😉

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datschge 3. März 2012 um 17:14

Wenn man sieht, welche Probleme Ballack eigentlich wohlgesonnte Leute wie u.a. die Leverkusener Führung inzwischen mit ihm hat, ist Ballack offenkundig (aus Eitel?) einfach nicht an einer reibungslosen Klärung interessiert. Da ist schon lange nicht mehr nur Löw involviert.

Löw auszutauschen wäre im Übrigen momentan komplett kontraproduktiv, da damit die Arbeit der letzten Jahren aufgeben würde (die Nationalmannschaft hat seit einigen Jahren einen klareren Stil und Linie als die meisten Bundesligaklubs). Es sei dem, der neue Trainer hieße Hans-Dieter Flick, der hat aber noch weniger vorzuweisen als Löw.

Die Jugendarbeit wurde übrigens nicht von Klinsmann angestoßen, er war viel mehr der erste, der von den Änderungen um die Jahrtausendwende direkt profitierte.

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ClaudioCaniggia 3. März 2012 um 18:45

löw jetzt austauschen steht auch gar nicht zur debatte. ich wage halt nur die prognose, dass deutschland unter löw eher keinen titel gewinnt. prinzipiell ist die entwicklung aber positiv zu sehen.
wegen der jugendarbeit hat klinsmann einige mutige nominierungen vorgenommen, was sich vorher keiner so recht getraut hat. so hat er zb per mertesacker nach 10 bundesliga einsätzen als stammverteidiger auserkoren und auch schweini und poldi als feste größen verankert. seinen mut sieht man auch jetzt bei den usa, wo er terrence boyd spielen lässt, der bei dortmund in der 2. mannschaft steht und noch gar nicht buli gespielt hat.

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Tank 3. März 2012 um 23:39

@Claudio Canniggia
Ich finde deine These interessant, auch wenn ich ihr nicht zustimme. Ich nehme mal an, dass du deine Meinung, dass Löw kein Titeltrainer ist, sondern im entscheidenden Moment nicht in der Lage ist die Mannschaft so zu pushen, dass sie über sich hinaus wächst, vor allem auf die beiden Spanien-Spiele beziehst oder? Testspiele wie das gegen Frankreich ebenfalls als Indiz dafür zu nehmen, wäre meiner Meinung nach für deine These eher kontraproduktiv, weil es ja eben nur Testspiele sind. Wenn es also wirklich nur um die beiden Spanien-Spiele geht, dann hat deine These natürlich das Problem, dass das ziemlich wenig empirisches Material ist. Hätten sie nun 10mal immer wieder gegen Spanien verloren, dann würde die Sache schon runder werden. Aber nur 2mal? Das ist doch eher dürftig.

Außerdem müsstest du irgendwie zeigen, dass wirklich nur die Spanien-Spiele als Beispiel für die Art von Spielen taugen, in denen die Qualitäten gefragt sind, die Löw deiner Meinung nach nicht hat. Ich denke, dass könnte dir aber durchaus gelingen. Allein schon von ihrem Ruf her sind die Spanier halt inzwischen die Übermacht des Weltfußballs. Nur ein Trainer mit den psychologischen Kapazitäten, die Löw eben nicht hat, kann seine Mannschaft so pushen, dass sie gegen Spanien befreit aufspielt. Das ändert zwar den Punkt, dass es eben nur 2 Spiele waren nicht, aber wenn du das plausibel machen kannst, dann könnten dir all die anderen erfolgreichen großen Spiele unter Löw nicht um die Ohren gehauen werden.

Ich persönlich schätze Löw sehr. Vorallem dass die deutsche Mannschaft seit 2010 zu einem wirklich eigenständigen Spielstil, der sowohl Elemente des tiki-taka als auch des Premier League Hochgeschwindigkeitsfußballs vereint, gefunden hat, rechne ich ihm auf högschde Weise an. Neben Mourinhos Madrid sind sie aus meiner Sicht der derzeit interessanteste Versuch, diese beiden konträren Spielstile zu vereinen.

p.s.: Hab ich das in deinem ersten Post richtig gelesen, dass du Guardiola für einen eher mittelmäßigen Trainer hältst, der einfach das Glück hat ne gute Mannschaft zu haben? Mit Verlaub, das ist Quatsch.

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Bari 7. März 2012 um 10:57

Ich möchte MR im vollen Umfang zustimmen. Die gesamte Aussage von Dir, Claudio, finde ich erstens haltlos und zweitens auch sinnbefreit.

Haltlos, weil ich in all den Jahren mich nur an eben diese zwei Spiele gegen Spanien erinnern kann, in denen wir nicht geschafft haben, unser Spiel durchzuziehen, und das liegt nicht daran, dass wir nicht wollten oder dass Löw die Mannschaft nicht gut eingestellt hätte, sondern weil die Spanier taktisch uns vollkommen kontrolliert hat. Die Spanier waren uns an den Tagen taktisch und fußballerisch einfach überlegen, da kann man so starke Psyche haben wie man will. Und nur diese zwei Spiele als Grundlage zu nehmen, um einem Trainers die Qualifikation abzusprechen, das ist sehr gewagt, wenn nicht unsachlich. Das ist wie wenn man einen Schüler als komplett talentfrei abstempelt, weil er im gesamten Schulleben zweimal eine 4 (noch nicht mal eine 5) geschrieben hat.

Und sinnbefreit ist der Beitrag auch, weil er überhaupt nichts zu der Diskussion beiträgt, wie wir die Spiele erfolgreich bestreiten sollen. Was genau wäre die Lösung des vermeintlichen Problems (das in meinen Augen gar nicht existiert)? Klopp oder Tuchel oder Favre fordern, das ist Stammtischgerede, hat aber mit einer sachlichen, konstruktiven Taktikdiskussion nichts zu tun.

Du sagtest: „Deutschland wird immer bei Turnieren gut dastehen. Das ist an sich noch keine große Leistung.“ Das möchte ich auch vehement verneinen. Ich bin persönlich auch immer der Meinung, man muss das Maximum anpeilen und sich mit nichts zufrieden geben außer mit dem ersten Platz. Aber 2. oder 3. Plätze als keine große Leistung zu bezeichnen ist doch sehr verwegen. So weil zu kommen erfordert eine ganze Menge harte Arbeit und eine Portion Glück. Diese Leistung der N11 und von Löw muss man mit Respekt anerkennen.

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ClaudioCaniggia 29. Juni 2012 um 14:10

Kleine Aktualisierung hier: neues Datenmaterial! Deutschland ist gegen Italien rausgeflogen. Bei Löw besteht zwar noch die Möglichkeit einer Lernkurve, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ihm das mit nem Titel gelingt, ist seiner Statistik als Vereins- sowie Nationaltrainer nach eher gering.
Das blöde an der Sache: die meisten checken es erst, wenn es offensichtlich wird, anstatt das vorher gewarnt wird, so dass man noch was verändern könnte. So wird ein Team hochgelobt, dass bei all seinem Talent noch mehr gefordert werden müsste.
Mein Wunsch: Klopp oder Magath als Nationaltrainer, und am besten noch vor der WM! Aber bei Magath schreien wieder alle auf wegen dessen unbeliebten Methoden sei es im Training oder Management. Dabei hat er Schalke ins CL-Halbfinale gebracht, war mit WOB Meister und zeigt Mut zu unbeliebten und unkonventionellen Entscheidungen, was man bei Löw leider nur vorm Griechenlandspiel behaupten kann. Danach hat er es (mal wieder) vergeigt und diesmal gibt es keine Entschuldigungen wegen unerfahrener Spieler oä
Und sorry: Ja, das Halbfinale ist ein entscheidendes Spiel auf dem Weg zu einem Titel! (Vor allem wenn es vorher gegen Griechenland geht) Man darf nämlich in KO-Spielen keines verlieren 😀

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TheSoulcollector 29. Juni 2012 um 14:41

Ja genau Klopp und Magath haben ja keine Verträge bis 2015 oder noch länger…
Sorry, aber bei sowas muss ich dann immer mit den Augen rollen.

Sicherlich mag eine Veränderung vielleicht sinnvoll erscheinen, aber dann doch bitte realistische Vorschläge. Magath hat außerdem die letzten beiden Jahre bei Wolfsburg recht wenig aus seinen Spielern gemacht.

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ClaudioCaniggia 29. Juni 2012 um 15:31

Als ob man die da nicht rauskaufen könnte. Das war zB bei Solbakken so und bei Mourinho auch. Außerdem wird WOB unter Magath diese Saison garantiert kommen, hatten zum Ende ja schon die Tendenz nach oben.
Ich fänd Magath nicht schlecht, aber Klopp vlt. noch beser. Interessant wäre aber auch Lucien Favre und auch Tuchel.

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ClaudioCaniggia 2. März 2012 um 23:46

Ich möchte mal einen kleinen Blick von der Taktik weg hinzu auf Trainerstatistik und mentale Stärke lenken, wenngleich ich die taktischen Diskussionen hier interssant finde. Ich sehe es in diesem Punkt übrigens auch wie Kinglui, dass die Franzosen im Laufe des Spiels, vor allem in der 2. Halbzeit, ein wesentlich aggressiveres Pressing (nicht Gegenpressing) aufgezogen haben, woraus dann auch das 2. Tor entstand. Deutschland konnte sich dagegen kaum wehren, weder spielerisch noch körperlich, und in Verbindung mit dem tollen Kombinationsspiel und den individuellen technischen Fähigkeiten der Franzosen, die ich aufgrund der französischen Spielkultur grundsätzlich für besser halte, wurden sie dann übermächtig und haben verdient gewonnen. Mir hat das gefehlt, dass Jürgen Klinsmann immer betonte, dass die Mannschaft „dominant“ auftreten solle. Und das ist das, was mir bei Löw in den entscheidenen Spielen der EM 08 und der WM 10 gegen Spanien auch gefehlt hat, auch wenn sie vorher noch so mitreißend gespielt hatten (zumindest bei der WM 2010).
Unter dieser Vorwegnahme nun zu dem, wozu ich eigentlich etwas sagen wollte: und das betrifft die Erfolgsaussichten auf einen Titel unter Löw unter statistischer Wahrscheinlichkeit:
Wenn man sich mal die Vita von Löw anschaut, dann stellt man fest, dass er häufig attraktiven Offensivfussball spielen ließ, der auch relativ erfolgreich war. Aber nur relativ, denn einen großen Titel hat er mit Stuttgart damals nicht gewonnen, den DFB-Pokal sehe ich als einen solchen nicht an. Großer Titel bedeutet Meisterschaft, CL-Sieg oder wenigsten Uefa-Cup-Sieg. Löw ging nach Stuttgart in die Türkei und Österreich, beides eher unterdurchschnittliche Ligen im Vergleich zu Mitteleuropa. Die Meisterschaft holte er in Österreich, allerdings mit einer Mannschaft, die in den Jahren zuvor sowieso schon etliche Male Meister wurde.
Bei allen taktischen Fähigkeiten Löw’s meine ich, dass es ihm an innerer Überzeugung, an Selbstbewusstsein und an Ausstrahlungskraft auf die Spieler fehlt, die allesamt nötig sind, um einen wirklich großen Titel zu gewinnen. Wenn ich ihn mir so in Interviews anschaue, dann finde ich ihn zum Teil sehr fahrig und nervös; er schaut oft auf den Boden, kaut an den Fingernägeln, fachsimpelt in einem so schnellen Badisch über taktisches daher, dass man ihn mitunter gar nicht versteht. Er könnte viel ruhiger sein. Das alles ist denke ich auch wichtig für einen Trainer, die Aura, die er hat, die die Spieler wahrnehmen. Und in diesem Punkt sehe ich andere europäische Mannschaften besser bestückt.
Schaut man nach Spanien dann ist dort Del Bosque, der 2 Mal mit Real die CL gewinnen konnte und WM mit Spanien wurde.
Schaut man nach Frankreich dann ist dort mit Laurent Blanc jemand Trainer, der als Spieler Weltmeister (Frankreich) und CL-Sieger (Olympique Marseille), als Trainer mit einem relativ schwachen Verein, Girodins Bordeaux, französischer Meister wurde und es sogar bis ins Viertel- oder Halbfinale der CL schaffte.
Wenn man bedenkt, dass die Engländer vielleicht Mourinho oder Rednapp als Trainer für die EM kriegen, dann bin ich mir nicht so sicher, ob es Deutschland wirklich gelingt, solche Schergewichte rauszukegeln.
Diese Trainer haben alle schon große Dinge gewonnen, und das zum Teil in sehr jungen Jahren.
Klar, mit einer Grottenmannschaft wird man auch als Mega-Erfolgstrainer nicht sofort (Welt)Meister (Bsp. Lippi Italien 2010 oder Mourinho Real) und man kann auch als durchschnittlicher Trainer mit einem sehr guten Team viel erreichen (mM Bsp.: Barcelona unter Rijkjaard oder Guardiola (wobei man bei letzterem keinen Vergleichsmaßstab ansetzen kann, da Barca seine erste Station war)). Aber die Nationalmannschaften spielen in Europa alle auf einem ähnlich hohen Niveau. Ich denke, dass der Trainer dort den entscheidenen Unterschied ausmachen kann (ich glaube nicht, dass Griechenland ohne Rehhagel Europameister, der FC Porto ohne Mourinho oder der BVB ohne Hitzfeld die CL gewonnen hätten). Und da sehe ich bei Löw ehrlich gesagt ein bisschen schwarz. Deutschland hat nämlich in den entscheidenen Spielen bei der EM 2008 und der WM 2010 spielerische Überlegenheit und mentale Stärke fehlen lassen.
Nun hat Deutschland mittlerweile eine sehr gute Mannschaft. Die hat Löw unter Weichenstellung von Klinsmann, der beim DFB alles auf den Kopf stellte, den Jugendtrend initiierte und dafür sorgte, dass sein Konzept mit Löw weitergeführt wurde, federführend weiterentwickelt und das ist sehr positiv zu sehen. Deshalb glaube ich, dass Deutschland ein gutes Turnier spielen kann, einfach weil die Einzelspieler so gut sind und die Mannschaft und das Team kontinuierlich zusammen gearbeitet und sich etwas aufgebaut haben. Das ist mal wieder ein Zeichen, dass auch Kontinuität wichtig ist für den Erfolg. Aber wenn es dann ans Eingemachte geht, gegen Spanien oder auch gegen Frankreich, die vom Spielermaterial mit unserem mithalten können und dazu noch sehr starke Trainerpersönlichkeiten besitzen, glaube ich nicht, dass wir eine größere Chance haben als 50 % und wenn man mich darauf festnageln würde, würde ich sagen, Deutschland wird nicht Europameister. Wenn man sich die Frauen vor der WM anguckt, dachten auch alle, die werden WM und dann sind sie in der Vorrunde ausgeschieden.
Deutschlands Vorrundenaus gegen Portugal und Holland…möglich ist’s.
Ich denke, Klopp, Tuchel oder Favre wären gute Trainer für den DFB…

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FedRog 3. März 2012 um 01:04

Im letzten Satz wiedersprichst du dir doch leider selbst, Klopp und Tuchel haben soweit ich mich erinnere auch keine Champions League Titel gewonnen weder als Spieler noch als Trainer. Nur weil die beiden immoment mit für den Kader sehr erfolgreich sind, finde ich den Vorschlag nicht überzeugend. Das Löw ein hervorragender Trainer ist, ist wohl umbestritten, auch wenn sich über einige die er aufstellt Spieler streiten lässt. Warum Löw z.B. Podolski immer wieder aufstellt statt, sehr gute Alternativen Götze, Schürle, Reus.. .habe ich immer wieder kritisiert. Leider hat sich aber bei der WM 2010 gezeigt warum Podolski spielt. Die deutsche Mannschaft spielt taktisch besonders in den großen Spielen sehr gut und das liegt wohl maßgeblich an Löw.
Die deutsche Nationalmannschaft wird noch stärker wenn einige Spieler, aus der Mannschaft auch endlich wieder große Titel wie eben die Championsleague holen…also wer nicht schlecht für die EM wenn Real das dieses Jahr packtt bei Bayern siehts ja immoment nicht danach aus. Den die Spieler bekommen dadurch natürlich ein wahnsinns Selbstvertrauen und diese sinds ja letztlich die dem Druck und der Situation z.B 1:0 zurück standhalten müssen und nicht der Trainer.

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MR 3. März 2012 um 01:36

Dass Deutschland gegen Spanien in beiden Spielen Dominanz fehlte, lag zweifelsohne nicht am Trainer, sondern an Spanien. Du nennst hier Einzelbeispiele um deine Thesen zu unterstützen – völlig wertlos, denn es gibt auch tonnenweise Gegenbeispiele.

4:1 gegen England? 4:0 gegen Argentinien? 3:2 gegen Portugal? Lagen diese Siege daran, dass Capello, Maradona und Scolari die Ausstrahlung fehlte?

Ich wehre mich massiv dagegen, aus solchen kleinen Punkten umfassende Urteile abzuleiten. Löws Ausstrahlung ist sicher nicht die mitreißendste (wobei, wir kennen ihn ja nicht in der Kabine), das mag auch ein Stückchen nachteilig sein, aber dass diese Qualitäten „nötig sind, um einen wirklich großen Titel zu gewinnen“ ist doch eine aus der Luft gegriffene These. Dass es wenige Trainer von Löws Ausstrahlung gibt, die große Titel vorzuweisen haben, liegt auch zwangsweise daran, dass es ganz wenige solche Trainer gibt und den wenigen keine Spitzenmannschaften anvertraut werden. Löw wär doch auch nie als Bundestrainer geholt worden, wenn ihm Klinsmann nicht das Eis gebrochen hätte.

Löw hat aber unter Beweis gestellt, dass er auch bessere Teams schlagen kann, dass er das Team in großen Spielen zum Funktionieren bringt. Die Leute, denen Löw halt unsymphatisch ist, nehmen dann Spanien her und sagen „kann ja nichts werden“, aber die erfolgreichen Spiele werden dann mal eben ignoriert. Aber de facto gibt’s keinen Hinweis dafür, dass die Nationalmannschaft unter Löw irgendwie zum Versagen neigt in großen Spielen. Die Spiele gegen die stärkeren Spanier waren einfach nur das, was man erwarten musste. (Wo war Klinsmanns Dominanz eigentlich gegen Italien?)

„Wenn man sich die Frauen vor der WM anguckt, dachten auch alle, die werden WM und dann sind sie in der Vorrunde ausgeschieden.“
Ein taktisch rückständiges Team hat eine Leistung unter ihrem Verhältnis gebracht und ist daher ausgeschieden. Mit einer der weltweit erfolgreichsten Trainerinnen des Fußballs. Ja. Und das soll uns jetzt im Kontext was genau sagen?

Soll uns das sagen „hey, nur weil man optimistisch ist einen Titel zu gewinnen, hat man ihn längst nicht gewonnen“? Das sollte doch jedem mit ein bisschen Hirn klar sein.

Eine größere Chance als 50% forderst du. Bei 16 Teilnehmern, mit vielen Teams, die laut deiner Aussage auf gleichem Niveau sind? Das wird rein mathematisch ganz schön schwer, wenn die Konkurrenz nicht ganz viel falsch macht.

Deutschlands Turniererfolge werden im einzelnen massiv verklärt. Deutschland hat deswegen 6 Turniere gewonnen, weil man bei insgesamt 25 Turnieren teilgenommen hat und bei fast jedem zu den Topteams gehörte. Zudem glaube ich, dass dieser deutsche Pragmatismus, bei dem alles dem Sieg ganz klar untergeordnet ist, zu recht zuverlässigem Leistungsabruf geführt hat. Das zusammen ist eine Konstanz, die automatisch zu Titeln führt. Deutschland hat nicht 6 Turniere gewonnen, weil sie 6 Mal unschlagbar waren und 19 Mal chancenlos.

Man kann nur für jedes Turnier die Chancen maximieren, man gewinnt nicht einfach so einen Titel, weil man Deutschland ist und ein bisschen was richtig macht. Wobei, das noch relativierend zum Schluss, ich glaube, dass dieses Selbstbild, dieses Selbstverständnis, das sich da in Deutschland über die Jahre gebildet hat, mental ein großer Vorteil sein kann, vorallem in großen Spielen. Aber trotzdem gewinnt man nie mit Sicherheit.

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Kloppo21 2. März 2012 um 20:24

Erstmal ein Lob an eure Seite und für die tollen Berichte, so wie dieser auch einer ist! 🙂

Ihr sprecht das Thema rechter Außenverteidiger als Problem an und ich denke,dass ihr da auch vollkommen richtig liegt.
Und da wollte ich einmal wissen, was ihr von der Option Marcel Schmelzer haltet, der im Dortmunder Spiel ja einen extremen Offensiv- Drang hat und enorme Dynamik mitbringt. Dafür sollte man dann natürlich Philipp Lahm auf die rechte Seite stellen. Was sagt ihr dazu?

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Flowbama 3. März 2012 um 14:47

Ich weiß nicht ob es gut ist, den Lahm immer von Seite zu Seite zu verschieben. Zugegeben – als Profifußballer sollte das kein Problem sein. Aber Schmelzer hat bei seinen bisherigen Auftritten in der Nationalmannschaft einen sehr fahrigen Eindruck gemacht. Bei seinen Offensivaktionen springt auch nicht unbedingt soviel heraus, wie man meinen möchte (1 Tor und eine Torvorlage diese Saison). Zweikampfstärke ebenfalls mangelhaft (48% gewonnene Zweikämpfe; zum Vergleich: Aogo gewinnt beim HSV 58%).

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el tren 2. März 2012 um 16:12

Naja, kleine Unzulänglichkeiten, wie 6-7m von seiner Idealposition zu stehen, können halt spielentscheidend sein, wenn noch andere Dinge schief gehen. Und für mich bleibt es ein nennenswerter Fehler, da Boateng bewusst sein muss, dass er keinen Vorteil aus der tatsächlichen Position hat und dass es seine Aufgabe ist, Hummels zu unterstützen.

Übrigens war nicht die Idee, aus der 4-er Kette rauszugehen, sondern zentral einzurücken, bei ungefähr gleicher Höhe zu Hummels.

Aber schau doch auf Youtube mal und stoppe bei Spielzeit 20:12. Meinst du nicht, dass Boatengs Position günstiger gewesen wäre, ca. 6-7m mehr zentral und knapp 1m tiefer? Ich meine er hätte realistische Chancen gehabt, das Tor zu verhindern – Giroud war nicht soo schnell und mit einem Sprint hätte der Pass u.U. abgefangen werden können.

Festhalten können wir ja dennoch, dass wir bzgl. Badstuber einer Meinung sind, da lag mir aufgrund Löws spezieller Aussage eh das Hauptanliegen 🙂

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MR 2. März 2012 um 16:29

Ich stimme el tren zu.

„Und man kann auch nicht von einem Spieler verlangen, dass er immer auf Fehler seiner Kollegen eingestellt ist!“ Nein, man MUSS es sogar. 😉 Wobei solches taktisches Fehlversagen natürlich ein spezielles Thema ist…

Das aber außen vor: Man lasse mal den Nasri nach rechts drehen und den anspruchsvollen aber absolut machbaren Pass auf Ribery spielen. In den Raum vor Hummels, durch die Gasse zwischen Badstuber und Khedira. Dann läuft Ribery mit Überzahl auf Hummels zu und dann sind sich alle einig, dass Boateng den Fehler macht.

Allerdings find ich, dass die ganze Viererkette nicht aufmerksam genug verschiebt, alle müssten in den 2 Sekunden, die Debuchy am Ball hat, schon 5 Meter weiter links stehen, dann ist Badstuber übrigens auch näher an Nasri. Boateng ist dann wegen Riberys Position das massivste Element dieses kleinen kollektiven Stellungsfehlers.

Wo hat Löw eigentlich Badstuber kritisiert? Nach dem Spiel hat er nur Kahn (überragende Kompetenz – immer einfach den Spieler kritisieren, der seine Position verlässt, egal wie und warum er es tut!) nicht widersprochen, soweit ich mich erinner, und ausdrücklich erwähnt, dass Aogo nach außen verteidigen muss.

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el tren 2. März 2012 um 16:45

Tja, also ich bin mir echt sicher. Kahn hatte damit natürlich angefangen,. Aber Löw hatte nicht nur nicht widersprochen, sondern zugestimmt und das auch nach der Wiederholung der Szene selber wiederholt … sagt mir meine Erinnerung zumindest … 😉

Tja, kann man das Gespräch noch irgendwo sehen?

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Bari 2. März 2012 um 16:51

Kann mich auch nur daran erinnern dass er Aogo speziell kritisiert hat , wobei selbst da mich gewundert hat, wo er doch normalerweise persönliche Fehlerzuweisungen nur intern ausspricht und sonscht sich nur auf högschtem Niveau sich diplomatisiert. 😉

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el tren 2. März 2012 um 17:11

Echt? Puh … hab ich dann vlt. einfach falsch wahrgenommen …

Aber ich hoffe, die Diskussion hat trotzdem Spass gemacht 😉

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Bari 2. März 2012 um 17:27

Ja, klaro, auf högschtem Niveau!

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Bari 2. März 2012 um 16:33

Na dann passt es ja 🙂

Famous last words: Boateng hatte ja nicht die Aufgabe, Giroud am Schuß zu hindern, noch Hummels bei der selben zu unterstützen, sondern den Raum hinten rechts zu decken, und das macht er ganz gut.

Ein Gegenbeispiel: Schau mal das 1-2 durch Cacau an. Da macht das franz. Pendent zu Aogo nicht den selben Fehler, dafür wird der Querpass tiefer zu Müller durchgesteckt, und er flankt goldrichtig scharf in den freien Raum hinter dem rechten AV der Franzosen, weil eben dieser sich zu sehr mittig zu Gomez sich orientert hat. Und dann kommt Cacau von rechts in den Raum gestürmt und knallt dat Ding rein. In dem Fall würde ich sogar sagen: der Fehler der Franzosen lag da bei dem rechten AV, weil er zu zentral war und den Raum hinter sich nicht gedeckt hat.

So ist das halt: man kann nicht für alle Gefahren richtig stehen.

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el tren 2. März 2012 um 16:50

Das finde ich war kein Fehlverhalten des AV, der muss ja auf den tornahen Spieler. Da ist auch sonst die ganze 4er-Kette gebunden. Cacau schleicht sich da natürlich schön an, muss aber von einem franz. MFler gedeckt werden – da wurde im MF ein wenig gepennt 😉

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Fänger 2. März 2012 um 16:11

Ich denke, man muss durchaus auch die Rolle von Hummels begutachten. Meiner Meinung nach muss er sich beim Herausrücken von Badstuber mehr zum Ball hin orientieren – also mehr nach links, um den Abstand zu Aogo zu verkleinern. Erst dann kann ja auch Boateng mehr ins Zentrum, denn er orientiert sich mehr an Hummels als an Ribery. Es wäre dann – theoretisch – so gewesen, dass er den Vortsoß des Außenstürmers hätte unterbinden können.

Aber herrlich, wie man um ein Tor diskutieren kann und welche Lawinen einzelne Entscheidungen auslösen können…

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MR 2. März 2012 um 16:33

Ich hab das gerade andersrum gesehen: Mein Eindruck ist, dass Hummels deshalb nicht weiter verschiebt, weil Boateng eben nicht einrückt. Daher muss er da ja Giroud absichern. Wieso sollte Boateng nicht einrücken, nur weil schon jemand vor ihm steht, obwohl dabei niemand hinter im steht?

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el tren 1. März 2012 um 22:53

Danke für die Analyse. Was ich noch gerne gelesen hätte wäre eine Einschätzung über das erste Gegentor. Liegt nicht daran, dass es völlig ungewöhnlich gewesen wäre, aber weil es von Löw eindeutig kommentiert hatte – allerdings anders als ich dachte.

Löw sprach Badstuber den taktischen Fehler zu, weil er aus der 4er Kette auf den Ballführenden ging. Ich dagegen sehe den taktischen Fehler bei Boateng, der zu weit außen stand und deswegen nicht auf die Situation reagieren konnte, in dem er nach innen verschiebt, damit Giroud deckt und vom Abschluss abhält. Badstuber hat durch seinen Vorstoss dagegen keine Unterzahlsituation geschaffen: da er den Ballführenden aus dem Spiel nahm ist das Spielerverhältnis (Angreiffer:Verteidiger) gleich geblieben.

Der technische(!) Fehler von Aogo spielt hierbei übrigens imo keine Rolle.

Mich würde daher eure Einschätzung interessieren – gerade weil wir den O-Ton des Hauptverantwortlichen haben.

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Max 2. März 2012 um 07:19

Es war wohl eine Kooperationsleistung der drei von Dir genannten Herren. Den offensichtlichsten Fehler macht Aogo, der nicht nach Außen verteidigt. Die beiden anderen beteiligen sich mit Stellungsfehlern. Und schon rumsts.
Damit muss man leben.

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Kinglui 2. März 2012 um 10:13

Der Aussage, dass der „technische“ Fehler von Aogo keine Rolle spielt, halte ich doch für sehr gewagt.
Er begeht aus meiner Sicht hauptsächlich auch keinen technischen, sondern einen taktischen Fehler, indem er völlig ohne Not die Mitte frei macht.
Für mich ist dies der eklatanteste Fehler bei der Entstehung dieses Gegentores. Sicherlich sind auch noch andere beteiligt, wobei der Fehler hierbei für mich nicht erst bei Badstuber, sondern bereits im defensiven Mittelfeld anfängt. Badstuber rück nur aus der Abwehr, weil (wie öfter in diesem Spiel) ein Spieler ohne Bedrängnis aus dem Mittelfeld auf die Viererkette zuläuft.
Dem Mittelfeld, Badstuber und auch Boateng kann man somit sicher eine kleine Teilschuld an dem Gegentor geben, dieses Absicherungen spielen jedoch alle keine Rolle, wenn Aogo sich taktisch und zweikampftechnisch korrekt verhält.

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el tren 2. März 2012 um 13:30

Halt, das Misverständnis möchte ich ausräumen. Unstrittig ist Aogos amateurhafter Fehler: durch seine Körperhaltung bietet er den Weg nach innen an, obwohl er den Gegner natürlich zwingend nach außen abdrängen und seinen Körper daher genau umgekehrt ausrichten muss. Aber das ist imo kein taktischer sondern eher ein individueller, technischer Fehler.

Kroos‘ Rolle ist selbstverständlich auch unglücklich: er orientiert sich nach vorne als der franz. RV den Ball hat … sieht aus als wolle er den freien 6er pressen, tut das aber nicht wirklich (zumal Schürrle sich auch zu diesem 6er orientiert) und fehlt natürlich hinten zur Absicherung.

Aber ich würde das hier wirklich auf die taktischen Entscheidungen der Abwehrkette reduzieren wollen und damit sowohl Kroos als auch Aogo rausnehmen. Beide sehen natürlich mehr (Aogo) oder weniger (Kroos) schlecht aus. Entscheidend ist aber für mich aus taktischer Sicht:

1. Sollte Badstuber aus der 4er-Kette ausbrechen und den Ballführenden attackieren?

2. Verhält sich Hummels richtig nachdem Aogo umspielt war?

3. Verhält sich Boateng richtig bzw. was hätte er anders machen können?

Meine Einschätzung ist:

zu 1: wenn er es nicht tut, ist die Situation nicht wesentlich ebsser. Nasri kann den Ball dann annehmen und flankiert von Giroud und Valbuena auf die 4er Kette zurennen. Die 4er-KEtte hat dann natürlich mehr Zeit, wird auch keinen ihrer Spieler leicht exponieren (wie mit Aogo passiert), allerdings kommt der Ball gefährlih nahe ans Tor. Und irgendwann muss der Ballführende attackiert werden – von Hummels und Badstuber, die dazu auch vorrücken und somit Girou und Valbuena jeweils von einem (Boateng und Aogo) decken lassen, ohne dabei irgendeine Hilfestellung für Boateng und Aogo bieten zu können.

Eine wirklich wesentliche Verbesserung ist das für mich nicht, zumal man immernoch auf die Deckungsarbeit von Boateng abhängig ist – wenn der Giroud dann nicht deckt (wie passiert), dann fällt das Tor imo auch. Er hätte allerdings Zeit sich auf die Situation einzustellen und einzurücken.

Der Vorteil Badstubers rausrücken muss aber auch beachtet werden: er kann ja tatsächlich auch den Ball gewinnen und damit eine Kontersituation ermöglichen. Das ist ja mal nicht zu unterschätzen!

zu 2.) Glaube nicht, dass Hummels eine Option hatte. Als Aogo umspielt war muss er auf den Ballführenden. Hat er gemacht. Macht das vom Timing sogar so, dass er sowohl in einen Torabschluss als auch den Pass sliden kann (wär ja fast gelungen).

zu 3.) Boateng steht imo eindeutig zu weit rechts. Abidal steht an der Mittellinie – keinerlei Gefahr, und bei einem Seitenwechsel kommt er da trotzdem rüber. Dagegen stehen mit Giroud und Ribery zwei Spieler potenziell gefährlich hintereinander in der Spielfeldmitte. Und an den beiden muss er sich orientieren. Daher hätte er wesentlich einrücken müssen. Beim VErlauf des franz. Angriffszugs ist er dann schon so weit weg, dass selbst ein Sprint nicht mehr geholfen hätte.

Und deswegen ist imo der größte taktische Fehler bei Boateng zu sehen. Hauptgrund: sein Verhalten (i.W. seine Positionierung) bringt nicht einen Vorteil – im Gegensatz zu Badstubers handeln (der den Ball abfangen kann). Und sogar Kroos hätte ja da vorne bei einem Gegenstoss (wenn zB Badstuber tatsächlich den Ball gewinnt) handeln können.

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Bari 2. März 2012 um 10:55

Ich denke auch, wie Kinglui schon sagte, dass der Fehler hauptsächlich bei Aogo lag. Auf YouTube kann man das Tor ja sich nochmal anschauen, bei 26sec des Videos passt Debuchy den ball von rechts hinten schön tief vertikal zum Nasri, der dem Ball entgegen lief in den freien Raum hinein zwischen Kroos und Badstuber. Weil Kroos aber sichbar keine Anstalten machte, Nasri anzugreifen, blieb Badstuber keine Wahl, als auszurücken und Nasri anzugreifen. Im Prinzip war es ja sogar so, dass Nasri zuerst näher am Badstuber stand, zur Ballannahme sich aber zum Ball und weg vom Tor orientierte, und Badstuber musste eben nachrücken.
Nasri passt dann den Ball schön mit one-touch direkt nach Außen weiter. Der entscheidene Fehler war, dass Aogo anscheinend völlig ignoriert hat, dass Badstuber vorgerückt ist. Denn wenn er das wahrgenommen hätte, dann hätte er wissen müssen, dass der Abstand zum Hummels nun sehr groß sein muss. Instinktiv muss er aufgrund des rausgerückten Nebenmannes diese Lücke bzw. Raum decken, dadurch den Gegenspieler nach Außendrängen und dann an der Seitenlinie unter Druck setzen oder zumindest zu einer hohen Flanke zwingen. Insofern ist der größte Fehler hier auf jeden Fall die taktische Fehlleistung von Aogo, der nicht aufmerksam genug war bzgl. der Laufwege seines Nebenmannes. Das ist in einer Viererkette (Stichwort Kette) aber natürlich total unabdingbar.
Natürlich fing der Fehler aber auch schon damit an, dass Kroos den Passweg zu Nasri nicht zugestellt und nach dem Pass nicht nachgesetzt hat.

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Bari 2. März 2012 um 14:39

@el tren
Ich kann Deiner Argumentation (in deiner Antwort an Kinglui) nur bis zu einem bestimmten Punkt zustimmen.
zu (1) Da bin ich auch der selben Meinung, siehe meine erste Antwort oben.
zu (2) Auch Zustimmung, Hummels macht genau das, was ihm übrig blieb. Alles andere wäre auch fatal.
zu (3) Ich möchte ja nichts unterstellen, aber es klingt ja ein bisschen so, als wollten Sie den Fehler dem Boateng unbedingt andichten 😛 Es mag sein, dass Boateng ein bisschen zu weit rechts stand, aber daraus den, wie Du das beschreibst, „größten taktischen Fehler“ zu sehen, halte ich für weder angemessen noch realitätsgetreu.
Der Fehler von Aogo war definitiv nicht technisch, sondern taktisch. Es war nicht so, dass er technisch unzulänglich gewesen wäre, um sich andersrum zu drehen. Der Fehler war, dass er sich nicht bewußt war, wo sein Nebenmann ist und weshalb er sich wie orientieren muss, und das ist ein rein taktischer Fehler. Er hat sich (bewusst oder intuitiv) für den falschen Laufweg entschieden. Und genau deswegen ist das auch der größter Fehler.
Wenn Sie nochmal das Video sich anschauen, dann sehen Sie, dass alle franz. Spieler zum Vollsprint zum Tor durchstarten, als Nasri den Ball nach Außen spielte. Bis zum Zeitpunkt der Ballabgabe durch Nasri hätte der Ball genau zu gut nach links (aus franz. Sicht) verlagert werden können. Es ist so gar so, dass wenn Aogo sich anders orientiert hätte, dann wäre der Spielzug anders verlaufen. dann wäre das Spiel evtl. verlagert worden. Und da will der Boateng ja nicht zu zentral sein.
das heißt also, dass es für Boateng unmöglich war, da schon zu entscheiden, die Seite zu verwaisen. Dass der Ball schließlich zu Giroud durchkommt, ist in dem Moment noch 2 Stationen entfernt, es wäre nicht nur abwegig zu behaupten, man könne den Spielzug genau so voraussehen, noch wäre es taktisch sinnvoll gewesen, einzurücken. Ich denke, dass Boateng in dem Fall so gar mit die geringste Schuld hat am Treffer, genau so wenig wie Hummels. Die Fehler machten Aogo in erster Linie, aber auch Kroos durch Inaktivität. Der Rest der beteiligten haben sich so verhalten, wie ich es erwarten und für in der Situation angemessen halten würde.

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el tren 2. März 2012 um 15:22

Also dass Aogos Fehler katastrophal und amateurhaft war – keine Frage. Für mich aber dennoch kein taktischer Fehler, auch wenn es hier jetzt wirklich zu eigtl. unnötiger Kleinkariertheit führen kann. Aber als LV muss er den Gegenspieler in einer unkontrollierten Situation immer auf die Außenbahn drängen – das ist keine Frage von Intiuition. Ich nehme daher schützend für Aogo an, dass er es vorhatte (andererseits wäre es wirklich bedenklich). Hierzu hat er aber einfach die falsche Laufhaltung eingenommen, die dem Gegner die Innenseite anbietet. Deswegen für mich ein technischer Fehler, man könnte sagen in der „Lauftechnik“ begründet.

Aber egal, ich würde jetzt wirklich Aogo da raus lassen, weil sein Fehler (wie man ihn auch immer einordnet) völlig unstrittig ist. Und natürlich auch am gravierendsten … solch ein banaler Fehler darf einem Profifussballer nämlich eigtl. nicht passieren.

Zu deinem Argument bzgl. der Möglichkeit Nasris, den Ball nach Innen (Richtung Ribery) zu spielen: Das ist ein absolut erwähnenswerter, interessanter Hinweis. Aber ändert er was an meiner Einschätzung von Boateng? Macht seine Position auch bei einem pot. Abspiel auf Ribery Sinn? Oder sollte er sich gerade deswegen auch stärker an RIbery orientieren und näher ins Zentrum rücken um bei Ballbesitz Riberys Khedira zu unterstützen, insbes. eine Verdopplung auf Ribery zu ermöglichen?

Beachte auch, dass Ribery ja bei „Übereinanderlegen“ der beiden Formationen tatsächlcih sein „direktester“ Gegenspieler ist („direktester“ deswegen, weil Raumdeckung und direkter Gegenspieler sich natürlich eigtl. widersprechen).

Was Kroos angeht, auch klar. Schürrle übernimmt das das PRessing des 6ers, so dass Kroos den Passweg auf Nasri verstellen muss. Hacken dran. Aber ich reite hier weiter auf der 4er-Kette rum, weil Löw tatsächlich wortwörtlich den Hauptfehler bei Badstuber gesehen hat. Und während ich Badstubers Rauslaufen einen positiven Effekt ansehen kann, gilt das für Boatengs Positionierung nicht. Es hat Null Vorteil da zu stehen, denn Abidal ist meilenweit vom SPielgeschehen entfernt. Es gibt imo keinen Grund nicht auf annäherend gleiche horizontale Höhe zu gehen wie Giroud und RIbery.

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Bari 2. März 2012 um 15:46

Immer noch nein. Es ist einfach viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen, Boateng einen nennenswerten Fehler zuzuschreiben. Er kann sich ja nicht einfach von Ribery aus der Kette rauslocken lassen, nur weil Rib sich weiter mittig orientiert. Wir spielen ja nicht Mann-Deckung, sondern ball-orientierte Raumdeckung Boateng hat den Raum gedeckt und damit alles richtig gemacht. Über den von Ihm zu deckenden Raum kam der Angriff ja auch nicht.
Der Fehler wurde von Aogo gemacht, und damit war nix mehr zu retten. Boatengs Position ist von allen die unerheblichste.

Sagen wir mal so: Boatengs Anteil zu diskutieren ist genau so kleinkariert wie zu diskutieren, ob Aogo’s Fehler taktisch oder technisch war.

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Bari 2. März 2012 um 14:52

Nachtrag: vielleicht ist es nicht klar genug rausgekommen: Boateng hat sich nicht an Giroud orientiert, weil er davon ausging, dass Hummels ihn hat. Diese Annahme stimmte ja auch, bis Aogo den Fehler machte, und Valbuena nach innen freie Bahn hatte, weshalb Hummels Giroud stehenlassen musste. Da alles passiert aber innerhalb von 3 sekunden. Da kann der Boateng den Abstand zu Giroud auch nicht mehr überbrücken.
Fazit: wenn Aogo sich korrekt verhalten hätte, dann wäre es sicher ganz anders gelaufen, und so ist sein Fehler auch am folgenschwersten.

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el tren 2. März 2012 um 15:29

Vielleicht dachte Boateng so, aber das ist auch bedenklich. Merke: wir spielen heir Raumdeckung (hoffe ich zumindest ;)). Aufgabe der Spieler ist daher, eine möglichst effektive Position einzunehmen. Und dann lässt man Hummels auch nicht einfach allein mit der Begründung „der hat den Giroud ja“. Stattdessen ist es auch seine Aufgabe, mögliche neue Spielsituationen – bspw. auch einen Bock von Aogo – zu antizipieren und daher auch eine Hilfestellung für Hummels (oder auch Khedira) einzunehmen, falls der tatsächlich weg von Giroud rauslaufen muss. Und diese Hilfestellung ist definitiv näher im Zentrum und nicht 15 meter von Hummels entfernt imo.

Dass er ohne die Hilfestellung nicht mehr eingreifen kann, nachdem Aogo überspielt war ist klar – dann war der Drops schon gelutscht. Sein Fehler lag zuvor in seiner Stellung zu weit aussen.

Und auch klar ist, dass sein Fehler ohne jegliche Konsequenz bleibt wenn Aogo sich besser anstellt (oder Kroos …) – aber es bleibt ein Fehler … denn man weiss nie was passiert 😉

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Bari 2. März 2012 um 15:53

Immer noch nein. Genau WEGEN Raumdeckung war Boateng dort, um reagieren zu können, wenn das Spiel nach Rechts verlagert wird. Es tut mir ja Leid aber es war einfach kein Fehler, und ich glaub die meisten würde das so sehen…

Man kann sich nicht so hinstellen, dass man alles machen kann! Und man kann auch nicht von einem Spieler verlangen, dass er immer auf Fehler seiner Kollegen eingestellt ist! Wo kommen wir da hin?! Man muss doch davon ausgehen, dass der Kollege alles richtig macht, und sich dann dementsprechend verhalten – denn das ist ja der Situation, den man trainiert hat!

Also von mir immer noch ganz entschiedenes Nein zu der Behauptung, dem Boateng sei ein (größerer) Fehler unterlaufen. Ich neige eher dazu zu sagen, dass er gar keinen in der Situation gemacht hat.

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el tren 2. März 2012 um 16:19

Nochmal @Bari
„Man kann sich nicht so hinstellen, dass man alles machen kann! Und man kann auch nicht von einem Spieler verlangen, dass er immer auf Fehler seiner Kollegen eingestellt ist! Wo kommen wir da hin?! Man muss doch davon ausgehen, dass der Kollege alles richtig macht, und sich dann dementsprechend verhalten – denn das ist ja der Situation, den man trainiert hat!“

Das ist aber genau der Ansatz der Raumdeckung im Gegensatz zur Manndeckung, deren Idee du ja teilst, siehe oben „Boateng hat sich nicht an Giroud orientiert, weil er davon ausging, dass Hummels ihn hat.“ – also in Richtung ‚jeder hat einen Gegner und alles andere ist egal‘.

In der Raumdeckung wird von jedem Spieler die optimale Position verlangt, um möglichst viele Gegenpieler zu decken, doppeln und Mitspieler unterstützen zu können (bei neuen Spielsituationen, auch bei Fehlern!). Gerade die Unterstützung der Mitspieler ist essentieller Teil der Raumdeckung. Und dies hat Boateng hier einfach vermissen lassen.

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Schalker 1. März 2012 um 21:01

Da es hier so viele Diskussionen über Kroos, den Rechtsverteidiger und das allgemeine System Deutschlands gibt, fände ich dazu eine Analyse + einen Zukunftsausblick sehr interessant.

Zu Kroos : Ich sehe ihn auch nicht wirklich auf der 6er Postition – dazu fehlen meiner Meinung nach die Zweikampfwerte und die Qualität das Spiel wie Schweinsteiger auf zu ziehen -, eher als 8er im 4-1-4-1 System. Allerdings interessiert es mich wirklich mit wem hier nach Klose spielen möchte – Beispielsweise mit Reus als Spitze, da hinter mit Götze-Özil-Kroos-Müller und dahinter Schweinsteiger. Bin da sehr gespannt wie sich das offensiv im DFB-Team entwickeln wird.

Rechtsverteidiger : Vielleicht sehe ich das ein bisschen durch die Fanbrille, allerdings fand ich Höwedes gestern deutlich stärker als Boateng – auf lange Sicht sehe ich allerdings beide nicht wirklich als Rechtsverteidiger, da beide ihre angestammte Position in der Mitte haben..Castro spielt in Leverkusen eher im Mittelfeld, wäre von den technischen Vorrausetzungen aber wohl in der Lage den Posten zu übernehmen. Mir käme noch die Variante Lahm auf rechts und Pander (der sollte ja aus Hannover das schnelle umschalten gewohnt sein) auf links spielen zu lassen, in den Sinn. Ich bin mir dabei aber nicht sicher ob Löw Lahm wieder von seiner Position runter reissen will.

Deutsche Zukunft : Hier würde ich mir wirklich einen Artikel darüber wünschen (Ich habe die Seite erst vor kurzem entdeckt und bin total begeistert, wenn es so etwas schonmal gab wäre ich sehr froh über einen Link). Vor allem die Zeit nach Klose finde ich da sehr spannend..Gomez scheint ja nicht richtig in dem System integriert zu sein bzw. mehr ein Vollstrecker als ein Wandspieler zu sein. Da sich zur Zeit auch kein anderer Stürmer aufdrängt, müsste man sich wohl in den U-Nationalmannschaften umgucken..bei der U17 WM in Mexico ist mir Samed Yesil (atm bei Leverkusen) aufgefallen, der alle dafür benötigten Qualitäten hat – allerdings muss man dort die weiter gehende Entwicklung beobachten. Genauso wie Emre Can, der langfristig mit den Benderzwillingen um den Platz neben Schweinsteiger kämpfen kann. Sollte sich kein Stürmer aufdrängen, wäre immer noch die Variante mit Reus/Müller als Spitze möglich und würde bestimmt auch einige Möglichkeiten haben !

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firedo 2. März 2012 um 08:49

„Genauso wie Emre Can, der langfristig mit den Benderzwillingen um den Platz neben Schweinsteiger kämpfen kann.“

das scheint mir ein bisschen sehr langfristig gedacht zu sein.
Khedira ist ja schließlich auch noch da.
Und bis der in Rente geht, vergeht noch ne menge Zeit.

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geco 1. März 2012 um 16:11

– Zu Gomez: „Er arbeitete sehr stark gegen den Ball mit, versuchte immer wieder, sich als Anspielpartner anzubieten.“ Das sehe ich anders. Ich hätte mir bei einem 45-Minuten Einsatz wesentlich mehr erhofft. Wie zuletzt bei Bayern blieb er viel zu oft in der Mitte an einem IV kleben statt mal mit einem schnellen Antritt kurz zu kommen oder in den freien Raum zu stoßen. Außerdem verspringen ihm einfach viel zu viele Bälle, die er mal erhält. Klose ist wesentlich ballsicherer und besser eingebunden in das deutsche Angriffsspiel. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er Stürmer Nr. 1 bei der EM ist.

– mal zur Abwechslung was zu den Franzosen: Sehe ich das richtig, dass das hinten eher eine Dreier- statt eine Viererkette war? Oder zumindest eine recht assymetrische Viererkette. Im Spielaufbau standen hinten Rami, Mexes und Abidal. Debuchy meistens leicht VOR Rami als eine Art dritter Sechser, so dass das Zentrum eng war, zeitweise als Rechtsaußen (siehe beim 1:0). Sein Pendant Abidal hielt sich dagegen im Spiel nach vorne wie bei Barca arg zurück. Umso überraschender, dass Deutschland in der 1. HZ mehr über seine als über Debuchys Seite gefährlich wurde (-> Reus´ Sprints in die Tiefe um die 20.-30. Minute).

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Jose Mourinho 1. März 2012 um 19:57

ich hab auch öfter eine dreierkette gesehen..

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Flowbama 1. März 2012 um 15:54

Ihr mit euerm Castro. Falls sich jemand mal die Spiele von Leverkusen anschaut, wird er feststellen, dass Castro mittlerweile zum Mittelfeldspieler umfunktioniert wurde. Als Rechtsverteidiger ist er auch nicht besser als Höwedes/Boateng, ganz im Gegenteil.

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Kinglui 1. März 2012 um 14:45

Ok, mein Fehler. Meinte in dem Fall dann natürlich das Pressing der deutschen Offensive gegen den geordneten Spielaufbau der Franzosen.
Auch wenn die Grundausrichtung so von Löw gewollt ist, war das für mich gestern in der Ausführung jedoch auch in der 1. HZ nicht wirklich befriedigend.
Die Krux war für mich, dass die Abstände zwischen Angriff (meist Özil und Klose) und Mittelfeld einfach zu groß waren. Eine kompakte Formation aus Sturm und Mittelfeld hat man so selten gesehen. Klose und Özil standen oft relativ hoch, zumindest im Verhältnis zu den übrigen deutschen Mittelfeldspielern, die ein großes Loch haben entstehen lassen. Ich kann mich an einige Situationen erinnern in denen Klose pressen will, zurückschaut, sieht, dass weit und breit niemand nachrückt und daher das Pressing abbricht.

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Ian 1. März 2012 um 14:43

Was Kroos gespielt hat, war ’ne einzige Frechheit, der sollte sich mal lieber auf seine Leistungen konzentrieren als andauernd Interviews zu geben und preiszugeben, dass er und Bayern ja so toll seien.

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Bari 1. März 2012 um 14:58

Na, das ist aber nicht ganz so die differenzierte Art der Diskussion, die man sich auf dieser Seite wünscht. Wenn Kritik an Spieler, dann bitte detailliert.

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Rudi ratlos 1. März 2012 um 14:41

Da haben wir schon eine solche Auswahl und da laufen Leute wie Aogo und Cacau auf. Ok es war ein Test, aber was soll das Ergebnis sein? Das Cacau Gomez oder Klose ersetzen kann? Wenn schon einen 3. Stürmer suchen, dann auch Kießling/Hanke/Cacau spielen lassen. Kießling spielt genau die Rolle Stürmer die Löw gerne haben möchte.. aber ok, ich finde es gut, dass Löw nicht auf jede Erfolgsstrecke der Bundesliga reagiert und jetzt die halbe Gladbach Mannschaft bringt. Aber in dem Maße wiederspricht das schon arg seinem Leistungsprinzip. Was hat denn z.B. Rolfes in der NM zu suchen, er hat weder eine gute Form, noch eine große Entwicklung vor sich. Er verkörpert die alte Nationalmannschaft vor der wir uns alle grauen und zusäzlich würde er Bender behindern. Warum wird ein Aogo ausgekramt und ein Gonzalo Castro ignoriert? Das verstehe ich nicht.

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MR 1. März 2012 um 15:35

Ohne die Personalentscheidungen hier bewerten zu wollen: Leistungsprinzip heißt, dass derjenige spielt, der die beste Leistung verspricht, und nicht derjenige, der die beste Leistung gebracht hat. Das soll im wesentlichen doch nur heißen, dass nicht aufgrund von Symphatie oder sonstigem persönlichem Blödsinn berufen/aufgestellt wird.

Wer im Verein gut spielt, muss in der evtl. völlig anders agierenden Nationalmannschaft nicht gut spielen. Bestes Beispiel Hummels: Der Grund, wieso er lange nicht berufen wurde, war nicht, dass seine Leistung zu schwach war. Aber er hätte in der Nationalmannschaft nicht die gleiche abrufen können wie beim BVB. Warum? Große Leistungsfaktoren von ihm beim BVB sind seine präzisen hohen Bälle und das antizipative Herausrücken aus der Viererkette um Pässe abzufangen. In der NM soll er die hohen Bälle nicht spielen und soll nicht aus der Kette herausrücken (vom gestrigen Experiment abgesehen), könnte also diese Art von Leistung garnicht abrufen. Wieso sollte Löw Qualitäten belohnen, die ihm nichts nützen?

Das gleiche auch damals mit Kuranyi – der glänzte ganz entscheidend deswegen, weil er bei Schalke ausschließlich vorne rumstand und auf Kopfbälle wartete während Schalke ausschließlich so angriff, dass Kuranyi mit Kopfbällen gefüttert wurde. In der Nationalmannschaft soll der Stürmer kombinieren und es wird wenig mit hohen Flanken agiert, wieso soll ich mir dann ’nen Kopfballspieler reinholen, nur weil er im Verein glänzt?

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Maxl 1. März 2012 um 14:35

Kroos ist gerade mal 21 und versucht durchaus autoritär (siehe rüde Fouls gegen Ende) aufzutreten. Ich freu mich schon wenn er mal 27/28 Jahre alt ist. Schönwetterfussballer ist denke ich ein bisschen gemein.

Wenn man bedenkt das die NM seit 1,5 Jahtren immer nur alle paar Wochen für maximial eine Woche zusammen kommt, ist denke ich das Niveau überragend. Reus, Schürrle und Hummels haben z.B. noch nie eine Vorbereitung mitgemacht. Wenn man dann noch bedenkt das Lahm, Schweinsteiger, Götze, Podolski, Bender, Mertesacker nicht dabei waren und Müller nicht in der Startelf war kann man eine knappe Niederlage gegen Frankreich, bei der man selbst gut herausgespielte Chancen hatte nicht hoch genug bewerten. Das ist schon sehr gut wie da gearbeitet wird. Man sieht, obwohl nur einmal trainiert wurde, und diese Mannschaft so sicherlich nicht in ein EM Spiel gehen wird sehr gut die Spielidee Löws.
Und wenn sie aus der EM-Vorbereitung raus gehen werden sie ein ganz anderes Niveau aufs Feld bringen. (Frankreich, Holland etc. natürlich auch.

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Flowbama 1. März 2012 um 16:10

Ich versteh ehrlich gesagt nicht, wieso manche hier auf Kroos rumhacken. Der Junge ist erst 21! Und dennoch ein brillanter Fußballer. Aber eben kein 6er, sondern ein 8er oder 10er. Leider sind diese Position für ihn in der Nationalmannschaft wohl erstmal nicht zu erreichen (es sei denn Özil verletzt sich – aber dann gibt es ja immernoch Götze). Als Stammkraft sehe ich ihn nur wenn Löw wieder mal vom 4-2-3-1 abweicht und sich am 4-1-4-1 ausprobiert.

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kune 2. März 2012 um 21:27

Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum hier Kroos so kritisiert wird. Klar hat er momentan nicht seine stärkste Phase, aber das wird wieder. Kroos hat jetzt 25 Länderspiele und sein Beitrag zur Qualifikation war nicht unwichtig. Ich habe ihn jedenfalls lieber in der Mannschaft als einen Khedira, der bei weitem nicht so ein starkes Passspiel hat. Zur Erinnerung solltet Ihr Euch mal das Götze-Tor gegen Brasilien anschauen oder das erste Tor gegen die Niederlande. Außerdem kann der Junge ordentliche Freistöße schießen, bei dem auch mal ein Tor herausspringt.

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Marvin Nash 1. März 2012 um 13:37

Ich sehe das ähnlich. Kroos ist ein begnadeter Fußballer aber mental ein Mitöäfuer und Schönwetterfußballer. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass er Schweinsteiger ersetzen kann. Er ist keiner, der das Spiel an sich reißen kann. Er ist auf der 6 nicht zu gebrauchen, weil er dafür nicht den Kampfgeist hat, er zeigt einfach auch, dass er da nicht spielen will. Für die 10 ist er zu bieder und nicht explosiv genug. Da sehe ich hinter Özil auch eher Götze als Kroos.

Kroos hat deshalb auch keine Chance auf einen Platz in der ersten Elf, wenn alle fit sind. Ich finde ihn auch als Ersatz nicht geeignet. Schweinsteiger kann er nicht ersetzen. Wenn Khedira ausfällt, sehe ich dahinter eher L. Bender, der neben Schweinsteiger besser geeignet wäre.

Wo ich mir Kroos vorstellen könnte,. wäre in einem anderen System. Nämlich das 4-1-2-2-1, was Barca lange gespielt hat. Also ein 6er, zwei 8er (von denen er einer wäre) und zwei offensiven Außenspielern. Dann funktioniert er auch neben Schweinsteiger gut und kann seine Stärken im Umschaltspiel ausspielen und seine tollen Pässe und Flanken einsetzen. Bei Bayern sah das schon teilweise so aus, wenn er zentral hinter Gomez gespielt hat, weil er kein richtiger 10er ist.

In der Nationalelf sehe ich das nicht, weil wir dann auf einen unserer tollen _echten_ Offensivkräfte verzichten müssten.

Mein Fazit: Kroos und die Nationalmannschaft, das passt zur Zeit nicht so recht. Er hat es wieder nicht geschafft, das Spiel zu gestalten, und das obwohl er mit Özil noch Hilfe hatte beim Bälle verteilen. Badstuber musste auch ständig Kroos unter die Arme greifen und hatte lange Zeit die meisten Ballkontakte. Kroos hat vieles, es fehlt ihm aber auch noch einiges und er muss seinen Platz an der Spitze erst noch finden, die Anlagen sind da.

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Kinglui 1. März 2012 um 13:23

Insgesamt eine treffende Analyse. Das einzige, was mir ein bisschen zu kurz kommt, ist die Betrachtung des Pressings.
Hier ist mir bei den beiden Mannschaften ein entscheidender Unterschied aufgefallen: Während die französische Equipe häufig ein sehr aggressives Gegenpressing bereits tief in der gegnerischen Hälfte gespielt hat, war die deutsche Elf in dieser Hinsicht sehr zurückhaltend. Klose und Özil waren zumeist relativ allein auf weiter Flur, wenn es darum ging, das Aufbauspiel der französischen Mannschaft bereits im Ansatz zu stören. Die Franzosen konnten so relativ ungestört aus der eigenen Hälfte aufbauen und schnell die eigenen 6er/8er ins Spiel bringen.
Hinzu kam die mangelnde bzw. zu langsame Rückwärtsbewegung des deutschen Mittelfelds, was dazu geführt hat, dass häufig auch in der eigenen Hälfte keine Überzahlsituationen in der Defensive geschaffen wurden.
Dass ballführende französische Spieler in vollem Tempo angelaufen wurden, hat man bis zur Hereinnahme von L. Bender so gut wie gar nicht gesehen.
In dieser krassen und häufig pomadigen Form kann das Defensivspiel von Löw m.M. nach nicht gewünscht gewesen sein.

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MR 1. März 2012 um 13:39

Bitte nicht Gegenpressing mit Pressing verschmeißen. Gegenpressing = Ballrückeroberung, also ungeordnete Situation, nach einem Ballverlust. Pressing = Balleroberung gegen geordneten Spielaufbau. Ich denke, du meinst zweiteres.

Ich denke aber, dass Deutschland in dem Punkt sogar besser war als Frankreich. In der ersten Halbzeit zumindest. Klose und Özil gehen nur ganz selten aggressiv drauf, sie sorgen meistens mit den Sechsern für Kompaktheit um dann im Zentrum der Formation den Ball gewinnen zu können, was Grundlage der deutschen Konterstärke ist und schon sehr oft sehr gut funktioniert hat. Das ist definitiv so gewünscht. Frankreich hat zwar mehr Aufwand betrieben, ist so aber vorallem mehr Risiko gegangen und hat dabei kaum Ballgewinne erzielt. Man hat sich ja anfangs ständig hinter Frankreichs Mittelfeld kombinieren können, die Abstimmung beim vorletzten Pass war gestern nur ungewöhnlich schwach. Insbesondere Reus und Özil haben viel schlechter harmoniert als man das gewöhnt ist. Frankreich hat die Bälle hauptsächlich in der Viererkette gewonnen, nicht im Mittelfeld. Das ist Deutschland öfter gelungen.

Nach den ersten ca. 30 Minuten fand ich aber auch, dass Klose und Özil da unaufmerksamer wurden. Dass die Sechser nicht stark genug nach hinten gearbeitet haben, grade in Hälfte zwei, war augenscheinlich. Es schien, als hätten sie sich zu sehr auf die herausrückenden Innenverteidiger im Pressing verlassen. Aber gerade wenn die Innenverteidiger herausrücken, müssen die Sechser zurückarbeiten um absicherende Position einzunehmen.

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BenHasna 1. März 2012 um 16:01

Na ja, ich fand Frankreich insgesamt deutlich besser eingestellt im Spiel gegen den Ball. Hatte eher das Gefühl, es wurde dann situativ gegen Özil (auch Klose) nicht so gut verteidigt, was auch ziemlich anspruchsvoll ist, und auch mal Khedira/Kroos oder die einrückenden Flügel (Schürrle, Reus) nicht gut aufgenommen. Aber speziell höher auf dem Spielfeld fand ich die Organisation Frankreichs gut, fast schon sehr gut. Allzu viele dieser typischen Vertikalpässe der deutschen IV wurden nicht zugelassen, Kroos, Aogo häufig zum Rückpass gezwungen, etc.

Weiss jetzt nicht mehr genau, wer wieviele Ballgewinne zu verbuchen hatte. Kann sehr gut sein, dass bei Frankreich nicht allzu viele Ballgewinne dabei waren, aber dafür waren auch nicht die richtigen Spielertypen auf dem Feld (Ribery, Nasri, Valbuena), das Ziel war deshalb wohl ein anderes und das eben schien mir durchaus erfüllt.
Deutschland mag einige Ballgewinne gehabt haben oder generell darauf ausgerichtet sein, aber der entscheidende Punkt schien mir nicht erfüllt. Frankreichs Spiel in Ballbesitz war sehr rechtlastig, Debuchy ist viel offensiver als Abidal, Rami ein guter Passspieler (besser als Mexes?) und Cabaye liess sich gerne mal nach rechts hinten fallen, um eben Debuchys Vorstösse zu ermöglichen, und hat dann am Ball auch eine gute Figur gemacht (kenne Cabaye sonst nicht). Dazu bewegte sich Valbuena sehr gut im rechten Halbraum. Und ich habe nichts gesehen von Deutschland, das irgendwie hätte dazu führen sollen, insgesamt dieser Rechtslastigkeit Frankreichs zu begegnen oder spezifische Elemente gezielt auszuschalten.

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Derrick 1. März 2012 um 13:16

@Ryzzle: D´accord und sehr schön, dass du die Statistiken bemühst. Ich finde es ohnehin lobenswert, auf welch hohem Niveau hier diskutiert wird. Habe mir die Spielerprofile auf bundesliga.de angesehen und hier sprechen die Kerndaten wie von dir für die Rückrunde beschrieben eindeutig für Aogo: sehr gute Zweikampfquote, bessere Flanken und Pässe, mehr Ballkontakte, etc.
Was aber gegen Aogo spricht, sind die vielen kleinen und oft entscheidenden Fehler, die er macht und die in keiner Statistik genau erfasst werden. Sein unterirdischer kicker-Notenschnitt (4,11) bildet dies zumindest indirekt ab, auch wenn Schmelle hier zugegebenermaßen von den guten Mannschaftsleistungen des BVB profitiert.

Schmelzer ist sicher kein Mann für die Scorerliste wie Flankenspezialisten a la Pander oder dem Österreicher Fuchs. Aber er verteidigt solide auf hohem Niveau, hat gegen hochklassige Gegenspieler seine Qualitäten bewiesen und trägt den Ball aus dem hinteren Halbfeld sehr dynamisch nach vorne. Dadurch entstehen oft die schnell vorgetragenen Attacken des BVB. Durch Torgefahr oder glänzende Vorbereitungen zeichnet sich leider keiner der beiden aus.

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ryzzle 1. März 2012 um 13:47

Mein Beitrag sollte auch kein Pro-Aogo sein. Ich sehe bei beiden mehr Schatten als Licht 😉

Ein Punkt, den Du angesprochen hast, ist bzgl. Schmelzer noch sehr wichtig. Und zwar die Wechselwirkungen zwischen ihm und dem Dortmunder Kollektiv. Meine These ist, dass Schmelzer mehr als jeder andere Linksverteidiger der Liga von der Mannschaft profitiert. Das liegt zum einem am System, bei dem die Defensive im Mittelpunkt steht, und zum anderen an dem ihn flankierenden Personal. Hummels, Kehl und Großkreutz sind allesamt Spieler, die in der Arbeit gegen den Ball Spitzenklasse sind und ihm viel Arbeit abnehmen.

Wie auch immer. Man muss schlichtweg hoffen, dass Lahm von Verletzungen verschont bleibt.

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MR 1. März 2012 um 13:56

Aogos Offensivstatistiken sind da aber mit Vorsicht zu geniesen, weil er im Hamburger System offensiv so extrem viele Freiheiten hat und das Spiel darauf ausgerichtet ist, dass die Außenverteidiger viele Optionen haben.

Dennoch ist er offensiv definitiv der bessere Spieler als Schmelzer, der mir ein kleines Rätsel ist. Bis ca. Mitte der Meistersaison fand ich zum Beispiel seine Flanken ziemlich gut, die bauten dann zur Rückrunde immer weiter ab bis sie richtig schlecht wurden. Schienen die letzten paar Monate wieder besser zu werden, aber pendeln sich zuletzt auf nem weiterhin recht niedrigem Niveau ein. Dafür wird er am Ball (Mitnahme, Dribbling, Abschluss) momentan irgendwie immer schwächer, wo er in der Meister-Rückrunde konstanten Aufwärtstrend zeigte mE. Da war er vor einem Jahr in meinen Augen etwas besser als Piszczek, der mittlerweile in einer anderen Liga agiert.

Dafür sieht man bei ihm nie Denk-Aussetzer und taktische Fehler, die sich Aogo gerne mal leistet, wie auch gestern. Da ist er bombensicher. Sollte man mit so riskant agierenden Innenverteidigern spielen wollen, dann ist er die bessere Option, denk ich.

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merkur836 1. März 2012 um 12:45

Den Götze haben alle schon vergessen?
Er alleine bringt der N11 mehr Variablität als Reus und Schürrle zusammen – bei Reus bin ich mir zwar ziemlich sicher das ein paar mehr Einsätze ungefähr Gleichwertig machen, aber langsam mach ich mir Sorgen um Schürrle, ich kann echt nur hoffen das es bei ihm nur eine längere Schwächephase ist…

Die Leistungen von Kroos enttäuschen mich mehr und mehr. Mal ne Frage in die Runde hier, hat jemand schonmal ein gutes Spiel von ihm gesehen wenn es in der Mannschaft (Egal ob Bayern, Bayer oder N11) grad nicht lief? Ich meine, wenn der Rest der Mannschaft perfekt funktioniert, dann kann die Positionen die er bespielt von mind. 10 anderen guten Spielern aus diesen Positionen bestückt werden ohne große Leistungsabfälle, und dann ist Kroos aber auch richtig gut. Doch sobald es im Rest der Mannschaft nicht rund läuft, war Kroos nie der Spieler der den Unterschied gemacht hat, nie derjenige der ein Aufbäumen zeigt oder irgendeine Signalwirkung hat. Ich habe auch noch kein gutes Spiel von ihm gesehen wenns auch wirklich „darauf ankam“ das jeder „über sich hinauswachsen muss“ weil der Gegner sich grad stark präsentiert.
Ich halte ihn langsam für überschätzt, für einen Schönwetterspieler, und mit Schönwetterspielern hat man noch nie in einer KO-Runde was reißen können.

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Benjamin 1. März 2012 um 17:42

Ich halte Kroos auch für überbewertet. Technisch ist er unbestritten sehr stark, er kann gut passen und hat ein gutes Auge, ist laufstark, zweikampfstark, etc. Aber sein Positionsspiel ist grauenhaft, ihm scheint es völlig zu fehlen, sich an das Spiel anzupassen. Als er mit Schweini zusammen Doppel-6 war, haben die sich gegenseitig neutralisiert, statt zu ergänzen. Als 10 bekommt er es nicht hin, einen gescheiten Ball auf Gomez zu spielen, …

Mir scheint, er funktioniert nur, wenn der Rest der Mannschaft zufällig zu seinen Laufwegen passt, er bekommt es weder hin, sich anzupassen, noch, das Spiel entsprechend zu gestalten. Mag vielleicht an mangelnder Autorität durch sein Alter liegen oder was weiss ich, aber für mich ist er kein Spieler, mit dem man Titel gewinnt.

Ist sicher kein Zufall, dass ihn keiner als 6 oder 10 haben will, sondern nur als „8“. Ne 8 macht der Schweinsteiger aber nebenher…

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Jogi ;) 1. März 2012 um 19:45

Ich sag nur Deutschland gegen Ukraine, als Kroos der wohl beste Mann in einer schwachen ersten Halbzeit war und auch ein Traumtor geschossen hat. Außerdem ist doch Özil genauso oder war Özil schon einmal gut, wenn die Mannschaft ansonsten schwach war?

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merkur836 1. März 2012 um 22:05

Jupp, Özil hatts immerwieder bewiesen!

Mir gehts (vielleicht auch nur meine ganz persönliche meinung) darum das solche Spieler wie Özil grade den Unterschied machen! Er ist ein Spieler für den man sich eine gegnerische Mannschaft richtig anstrengen muss ihn auszuschalten, man muss einen Özil 90 minuten lang beackern, man darf ihn nicht einmal aus den Augen lassen, denn dann kommt eine geniale Situation von ihm, egal ob öffnender Pass, Torvolage oder ein Tor selbst. Hab nicht die genaue Zahl im Kopf, aber wieviele 1:0 Tore er schon mindestens vorbereitet hat. Sowas macht eine Offensivkraft zu einem entscheidenen Spieler der der Phrase gemäß „den Unterschied macht“.
Götze ist auch so einer, bestes Beispiel sein 1:0 gegen die Bayern in dieser Saison. Als Endergebnis steht
FCB 0:1 BVB ‚Götze
Entscheidene Spieler entscheiden entscheidene Spiele (sorry für die Phrasendrescherei:))
Götze ist 19, Kroos „schon“ in seiner dritten Saison…. Potential ist da, seh ich, aber schon sehr lange keine Entwicklung mehr!

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Bari 1. März 2012 um 11:21

„hohe Bälle […] werden bei Löw […] mit Liebesentzug bestraft.“

Haha! Brilliant!!

Sehr gute Analyse und absolut treffend. Ich bin fast stolz, dass meine eigene Beobactungen und Meinungen zu dem Spiel sich so gut mit diesem Artikel deckt. 🙂

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Derrick 1. März 2012 um 10:18

Sehr schöner Artikel!

Statt Aogo, der für mich in den letzten Jahren viel zu viel Spielzeit in der Nationalmannschaft bekam, hätte Löw ruhig auch andere Spieler testen können. Für Aogo spricht wenig, seine dynamischen Offensivvorstöße resultieren nur selten in Chancen und defensiv zeigt er sich oft überfordert.

Ich möchte mal folgende drei Alternativen ins Spiel bringen:

1) Schmelzer: Kam schlecht in die Saison, da er in der Vorbereitung verletzt war, hat sich aber stabilisiert und spielt in Dortmund den Part solide runter. Hat CL und Euro-League Erfahrung, seine Flanken und Vorstöße sind zumindest beim BVB effektiver als die von Aogo

2) Castro: Kein Lieblingsschüler Löws. Für eine Nominierung spricht aber vieles. Trotz seines jungen Alters hat er schon eine unglaubliche Erfahrung (200 Buli-Spiele, CL, Kapitän Leverkusen), ist enorm vielseitig und spielt auch gegen starke Mannschaften gut, wie das Barca-Spiel gezeigt hat. Momentan in guter Form, zudem spielstark

3) Christian Pander: Zumindest eine Alternative für Lahm, die mehr Sinn hat als Aogo. Sehr starke Standards und Flanken, gefährlich durch Fernschüsse, allerdings ist er defensiv auch mal für nen Wackler gut.

Noch kurz zu Özil: Ich habe immer wieder beobachtet, dass es Abstimmungsprobleme mit ihm und dem Rest des Teams gab, am Schluss des Spiels war er richtiggehend sauer und schießt den Ball bei einem Einwurf Frankreichs mit voller Wucht gegen die Bande. Dennoch für mich ein starkes Spiel von ihm, er hat seht gute Pässe in die Tiefe gespielt und immer wieder für Raumgewinn gesorgt.

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ryzzle 1. März 2012 um 11:35

Deiner Einschätzung zu Schmelzer muss ich widersprechen. Er lebt eindeutig von seiner Dynamik und Laufstärke. Seine größten Schwächen: Flanken, Abschluss, Offensivzweikämpfe. In den letzten Spielen wurden ihm regelmäßig riesige Räume auf seiner linken Seite offeriert, die er einfach nicht mit verwerten konnte. Er ist insofern völlig ineffektiv und verursacht bei mir (BVB-Fan) anhaltende Kopfschmerzen.

Rückrunden-Statistik:

Hannover: 3 Flanken (0 angekommen), 5 Torschüsse (5 vorbei).
Hertha: 2 Flanken (1 angekommen), 0 Torschüsse
Leverkusen: 1 Flanke (0 angekommen), 3 Torschüsse (3 vorbei).
Nürnberg: 1 Flanke (0 angekommen), 1 Torschuss (1 vorbei).
Hoffenheim: 2 Flanken (1 angekommen), 0 Torschüsse.
Hamburg: 1 Flanke (0 angekommen), 1 Torschuss (1 vorbei).

Macht im Ergebnisse 20% (2 von 10) angekommene Flanken und 100% Torschüsse (10 von 10), bei denen der Torhüter nicht eingreifen musste. Dabei werden in dieser Statistik (Quelle: Bundesliga.de Spiel-Matrix) seine – ebenso wenig erfolgsversprechenden – Halbfeld-Flanken nicht mal als Flanken erfasst. Würde man die noch einfließen lassen, sähe die Statistik noch düsterer aus 😉

Diese fußballerischen Defizite sind wohl auch der Grund dafür, dass Löw Aogo vorzieht.

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dudeldidu 1. März 2012 um 10:03

zum rechten Aussenverteidiger: wer kommt als Alternative noch in Frage? Jantschke, Beck, Owomoyela?

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Flowbama 1. März 2012 um 16:06

Es gibt einfach keine Alternative, solange man Lahm nicht klonen kann. Diese Position ist in Deutschland leider schwer zu besetzen. Den Innenverteidigern geht auf dieser Position einfach die Dynamik/Technik ab und etatmäßigen Außenverteidigern fehlt schlichtweg die Klasse (z.B. Beck).

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HummelsFan 1. März 2012 um 18:26

Einer für die Zukunft könnte Julian Koch werden. Vor seiner Verletzung hat er sehr stark gespielt. Vllt. wird das ja einer.

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sharpe 1. März 2012 um 08:36

Reus fand ich nicht so schlecht, ich sah in stärker als Schürrle. In deiner Schlussfolgerung kommt es so raus, als würde er nicht in die Mannschaft passen, dass sehe ich total anders. In meinen Augen ist er durch sein gutes Kombinationsspiel und seine Laufwege geradezu prädestiniert für Löws vertikales Offensivspiel. Es ist eigentlich viel besser geeignet als z.B. Podolski. Dass es im ersten Spiel von Beginn an nicht gleich optimal klappt, ist doch nur normal, aber wenn sich Özil und Reus ein bißchen besser aufeinander eingestellt haben, könnte das die Offensivqualität der Mannschaft nochmals erhöhen. Ich könnte mir Reus/Özil/Müller hinter Klose gut vorstellen. Und wenn Reus über links kommen würde, also Lahm hinter sich hätte, würde das der Mannschaft noch besser zu Gesicht stehen, weil Lahm hinter Poldi ein bißchen an Qualität verliert, weil dieser sich oft aus dem Spiel rausnimmt, bzw. viele Situationen nicht richtig erkennt. (nix gg Poldi, auch er hat natürlich viele Qualitäten, aber auch einige Schwächen).

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Calli Camp 1. März 2012 um 09:27

Danke. Wie immer gern gelesen.
Zum rechten AV: Ich frage mich seit geraumer Zeit, warum Castro hier keine Chance kriegt? In den U-Mannschaften hat ja meines Wissens gespielt. Zu klein? Oder hat das andere Gründe.
Ich verfolge Leverkusen nur sporadisch, habe aber den Eindruck, dass er da seit geraumer Zeit konstant gut spielt und ja auch immer mal wieder als Kapitän aufläuft.

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Rudi ratlos 1. März 2012 um 15:04

Warum sollen unsere Jungs eigentlich so flach spielen, wenn sie doch so groß und Kopfballstark sind? Achja stimmt, weil Barcelona das auch so macht. Alle kopieren und bejubeln Barcelona. Aber wenn man dann mal einen Spieler hat, der ähnliche körperliche Eigenschaften und technische Fähigkeiten besitzt und dazu noch auf einer Position die quasi garnicht besetzt ist… dann scheitert es daran, dass der Junge aus Leverkusen kommt? Das er ein eher zurückhaltender Mensch ist statt ein Gaudi-Müller? Sorry aber mit Leistungsprinzip hat das nichts zu tun. Solange in der RV kein Castro steht, ist das alles Klüngel!

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Herm 1. März 2012 um 07:57

Es kann nur im Interesse für die Nationalmannschaft und vor allem für Löw sein, dass das Spiel knapp verloren gegangen ist, eventuell schwächt das nun den Hype ein wenig ab.
Was bei überzogenen Erwartungen (die derzeit definitiv vorliegen) passieren kann, hat ja die Frauen-Nationalmannschaft bei der letzten WM gezeigt. In den letzten Wochen/Monaten hat man mehr und mehr das Gefühl gehabt, ein zweiter Platz wäre bei der EM schon eine Enttäuschung. Nach dem Sieg gegen die ersatzgeschwächten Niederländer war man hierzulande schon Europameister, nun hoffe ich dass Löw und sein Team in Ruhe zur EM hinarbeiten können – ohne überzogene Erwartungshaltung.

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tacitc_addicted 1. März 2012 um 06:21

Danke für diese Analyse,

habe heute wieder mit Kopfschütteln die Spiegel-Schlagzeile „Frankreich zu stark für Deutschland“ gelesen. Da können wieder einige Leute den Sinn eines Freundschaftsspieles nicht richtig einschätzen. Wenn die Franzosen spielen wie in einem KO-Spiel, und die Deutschen rumexperimentieren, dann ist das einfach nun mal das natürliche Ergebnis.
Müller hat nach dem Spiel gesagt: Die Offensivspieler haben die Abwehr komplett alleine gelassen und die Anbindung hat komplett gefehlt. Das sieht man gerade vor dem 0:1, als anstatt eines Mittelfeldspielers Badstuber zum Doppeln auf Außen geht und natürlich hinten aufmacht.
Aber man darf es nicht überbewerten. Hätte man im Spiel gegen die Ukraine nicht auf das alte System umgeschaltet, hätte man auch dort 0:3 verlieren können.
Immer zeigt sich, dass wenn man das Tempo kurzzeitig anzieht, auch mal schnell ein Tor fällt wie beim 1:2.

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Louis 1. März 2012 um 01:20

Ein paar Punkte sind gut getroffen, insbes. die Rolle und die Folgen der „spielmachenden“ IV.

Zu Klose:
Es ist ja nichts Neues, dass Klose ein Stürmer ist, der sich sehr am Spiel beteiligt, v.a. mit Poldi/Özil/Müller sehr gut harmoniert. Mein Eindruck heute war, dass er NOCH tiefer als sonst aus dem Mittelfeld agierte. Ergab sich das nur situationsbedingt oder könnte dies Absicht gewesen sein? Direkte Folge war oft, dass Özil änlich Messi der tornächste Offensivspieler war, jedenfalls zentral.
Oder ist dies einfach ein „Rudiment“ des bereits gezeigten Positionswechsel-Spiels Klose/Özil/Müller (während Poldi die linke Seite hält), nur ohne Müller und ohne Beteiligung des noch nicht eingebundenen Reus?

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MB 1. März 2012 um 12:52

Klose hat ja als falsche Neun die oft zitierte „Messi-Rolle“ als zurückfallender Stürmer übernommen. Meiner Meinung nach war dieses extreme Zurückfallen gestern durchaus so geplant, weil auch die Außenstürmer zumindest zu Beginn sehr oft den diagonalen Weg in die Spitze gesucht haben, anstatt auf ihren Flügeln zu bleiben.

Ob Löw tatsächlich ein System mit diagonal einlaufenden Außenstürmern und einem zurückfallendem Klose als zweitem Spielmacher neben Özil plant, bleibt abzuwarten.

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MR 1. März 2012 um 13:42

Vielleicht dann perspektivisch ja auch mit jemand anderem als Klose. Bei der Vielzahl nachrückender spielstarker Offensivspieler eine interessante Variante, gerade Reus und Schürrle sind Klasse für diese Rolle geeignet, denke ich. Mit Müller und Podolski als Stürmer auf dem Flügel ergänzt sich das ja.

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Louis 1. März 2012 um 18:11

Das ist jetzt sicherlich eine Frage der Definition, aber ich sehe Messi weniger als „zurückfallenden Stürmer“, sondern als sich in Richtung Strafraum orientierenden Mitteldfeldspieler, der – wenn er keinen Mittelsstürmer vor sich hat – dadurch ein „falscher“ Stürmer ist. Das kann ein Missverstehen üblichen Sprachgebrauchs („falsch“ = zurückfallend) sein, entspricht m.E. aber der Entwicklung des Spielertypus Messi (analog vielleicht Fabregas).
Deswegen meinte ich, die andere Seite der Medaille eines tief agierenden Klose ist ein strafraumnaher Özil und das heißt, dass man mögliche Vorteile nicht nur in der Rolle Kloses (z.B. Überzahlsituationen im Mittelfeld), sondern auch in der Rolle von Özil finden könnte. Diese könnten zum einen in einer erhöhten Unberechenbarkeit liegen (hatten wir hier im Zusammenhang mit Positionswechseln schon einmal diskutiert). Zum anderen egibt sich vielleicht ein ganz anderes Potenzial an spielerischen Lösungen von Angriffssituationen. Ich erinnere mich z.B. an ein Tor von Real Madrid in der Liga: Özil läuft als vorderster Mann in Richtung gegnerisches Tor und legt mit der Hacke blind den Ball zurück auf Benzema, der von der Strafraumgrenze verwandelt (habe leider den Gegner vergessen, sonst hätte ich die Szene herausgesucht).

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