SC Freiburg – FC Bayern München 0:0

Mit einem enttäuschenden Unentschieden erlitt der Rekordmeister einen herben Rückschlag bei der Jagd auf Tabellenführer Borussia Dortmund. Hinzu kommt, dass die Gladbacher ihr Spiel ebenfalls gewannen und die Münchner sich nun auf Platz drei wiederfinden, was letztlich ein weiteres Indiz für die Krise des Titelanwärters ist. Die Freiburger konnten im heimischen Stadion mit einer von ihren Fans aufgepeitschten und kämpferisch hervorragenden Leistung zumindest einen der drei Punkte behalten. In der Schlussphase hätte man sogar mit etwas besser zu Ende gespielten Kontern den lautstarken Zuschauern den Sieg schenken können, doch auch mit diesem Unentschieden sind die Breisgauer sicherlich absolut zufrieden.

Wechselwirkung der jeweiligen Formationen

Grundformationen zu Beginn des Spiels

Abermals blieben die Gäste aus der bayrischen Landeshauptstadt ihrer üblichen 4-2-3-1-Formation treu und auch personell änderte sich wenig. In der Innenverteidigung trat man mit Boateng und Badstuber an, welche mit einer klassischen Aufgabenteilung – ein moderner und ein klassischer Innenverteidiger – für Sicherheit vor dem Kasten von Torhüter Manuel Neuer sorgen sollten. Auf den Außenverteidigerpositionen begann man einmal mehr mit Rafinha und Philipp Lahm, welche sich offensiv miteinschalten sollten und defensiv auf Unterstützung der beiden Außenstürmer hofften. Bei der Absicherung dieser vielleicht sogar zu selten vorkommenden Vorstößen wurde den Außenstürmern besonders von der defensivorientierten Doppelsechs geholfen, welche David Alaba und Luiz Gustavo bildeten. Alaba übernahm hier den vertikalen Part, spielte also zwar statt Schweinsteiger, schlüpfte aber keineswegs in dessen Rolle. Dadurch, dass Luiz Gustavo den horizontalen Part übernahm und dennoch nicht der primäre Spielmacher war, versuchte Jupp Heynckes seine Mannschaft im gesamten Feld zu stärken: einerseits durch einen im letzten und zweiten Drittel präsenteren Spielmacher, andererseits durch eine kompaktere Defensive, was allerdings nur teilweise gelang beziehungsweise im ersten Fall ziemlich wirkungslos blieb. Der österreichische Nationalspieler ging zwar einige Male mit nach vorne, erhielt aber zu selten den Ball und ließ an Präzision und Einfallsreichtum vermissen, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Durch sein Aufrücken wirkte es aber hin und wieder so, als würde man mit einer Doppelacht vor einem Sechser agieren: Toni Kroos hinter der einzigen Spitze Mario Gomez kümmerte sich nämlich ebenfalls um die Ballzirkulation und das Einleiten von Angriffen. Allerdings war es nicht das erste Mal, dass er hier etwas eingeschränkt wirkte, wenn man ihm einen Mann zur Verfügung stellen wollte. Bereits neben Bastian Schweinsteiger sah er im Bayerntrikot etwas blass aus, wenn er sich seine Aufgaben teilen musste. Die Außenbahnen in der Offensive wurden von Thomas Müller und Franck Ribéry besetzt, was bedeutete, dass Arjen Robben wieder einmal auf der Bank Platz nahm.

Die Gastgeber gingen gegen diese 4-2-3-1/4-3-3-Formation mit einem 4-2-2-2 vor, welches einige interessante Vorteile besaß. Rosenthal und Caligiuri auf den offensiven Außenbahnen konnten nicht nur Druck auf die Außenverteidiger ausüben, sondern sich schnell nach hinten fallen lassen und eine Doppelung gegen die bayrische Flügelzange herstellen. Dadurch konnten die Freiburger schnell und relativ simpel zwischen einer aufgerückten Formation zum Pressing und einer tieferen Variante zum Kontern wechseln. Zwischen den beiden Außen trat man mit zwei recht ähnlich agierenden Mittelstürmern an, Santini und Jendrisek übten Druck auf den gegnerischen Defensivverbund aus und halfen auch im eigenen Mittelfeld mit, um Überzahlsituationen in Ballnähe herzustellen. Danach wurde der Ball so schnell wie möglich nach vorne gespielt, was gemeinsam mit der Doppelsechs geschah. Flum und Makiadi spielten zwar nominell auf den Positionen vor der Abwehr und obwohl man sich öfters tief vor der eigenen Viererkette aufhielt, zeigte man sich offensiv präsent. Beide Spieler rückten, wenn sich eine passende Gelegenheit bot, weit auf und versuchten mit Schwung in die Schnittstellen der Münchner Abwehr hineinzulaufen. Mit diesem Geschwindigkeitsvorteil wollte man das Linienspiel des Gegners in Chaos stürzen und sich selbst für Gassenpässe anbieten, einige Male konnte gut beobachtet werden, wie Lahm, Badstuber und Co. ihre jeweiligen Verantwortungsbereiche nicht mehr ausreichend alleine sichern konnten und deshalb auf Unterstützung der umliegenden Mitspieler angewiesen waren. Diese stark offensiv orientierten sechs Spieler wurden von einer konservativen Abwehr gesichert, welche zwar bei Bedarf hoch aufrückte, sich aber gleichermaßen nicht scheute, tief zu positionieren. Die Außenverteidiger rückten selten nach vorne mit auf und halfen lieber Diagne und Höhn in der zentralen Verteidigung dabei, eine stabile und vor allem enge Viererkette zu bilden.

Bayerns Laufwege

Die Bajuwaren hatten ihre größten Probleme beim Finden von Anspielstationen in den letzten zwei Spielfelddritteln, bei zunehmender Spielfeldhöhe und Spielzeit wurden die durchbrechenden Aktionen zum gegnerischen Tor immer seltener. Neben Gomez, der statisch wirkte, und der glücklosen Dreierreihe dahinter, waren es besonders die beiden Sechser und Außenverteidiger, welche sich ineffektiv im Aufbauspiel zeigten. Beinahe demonstrativ schob man einige Male lange Zeit den Ball lediglich hinten herum, bis entweder Badstuber einen weiten Diagonalball zur Befreiung vom gegnerischen raumorientierten Pressing fand oder sich Kroos bzw. Ribéry fallen ließen, um den Spielaufbau zu stützen. Trotzdem verliefen spätestens im letzten Drittel die meisten Angriffe im Sande, weil sich zu oft die Spieler in ungenauen Aktionen verstrickten – ob Dribblings, Schussversuche oder Kombinationen. Zu wenig Bewegung, fehlende Automatismen und eine scheinbare Formschwäche mehrerer Spieler wiesen deutlich auf, woran es den Bayern im Moment fehlt: einem geordneten und dabei dynamischen Spiel vor dem gegnerischen Tor. Wie auch unter Louis Van Gaal wirkte man entweder zu chaotisch oder zu statisch, um konstant Gefahr vor dem gegnerischen Tor entfachen zu können. Obwohl der Niederländer in seiner ersten Saison und Jupp Heynckes zu Beginn dieser Saison noch Traumfußball spielen ließen, kann man nun Parallelen im Niedergang dieses wundervollen Spielstils bewundern. In beiden Fällen lässt nicht nur das Glück nach, sondern die individuellen Leistungen zahlreicher Spieler und das offensivtaktische Spiel wie auch die defensive Sicherheit – natürlich in unterschiedlichem Ausmaß bei beiden Trainern.

Freiburgs Pressing

Spielentscheidend war wohl das mutige Forechecking der Freiburger, welche sich sichtlich motiviert von ihren frenetischen Anhängern zeigten. Da Mut aber bekanntlich nicht alles ist, war die Intelligenz dieses Pressings ebenso bewundernswert. Das Attackieren des Gegners verlief nach einem bestimmten Schema: hatte einer der beiden Verteidiger der Münchner den Ball, so blockierte man die beiden vertikalen bzw. diagonalen Passwege zu den Sechsern. Hiermit provozierte man die Innenverteidiger zu riskanten hohen Bällen oder einfachen Bällen zur Seite auf die Außenverteidiger, welche nun von den gegnerischen Außenstürmern unter Druck gesetzt wurden. Sie hatten nun kaum Zeit, einen platzierten Ball zu ihrem Vordermann zu spielen und passten wieder zurück zur Innenverteidigung – nun bewegten sich die Freiburger Mittelstürmer zum Ball und attackierten die Innenverteidiger, falls der Ball nicht ausreichend präzise oder schnell gespielt wurde. Falls das Pressing erfolgreich war, so spielte man den Ball nach hinten oder zur Seite und begann mit dem schnellen Gegenangriff. Gelang aber kein Ballgewinn, zog man sich zurück und das Spiel begann von vorne, während die beiden Sechser natürlich immer auf ungenaue und riskante Bälle nach vorne spekulierten. Erfolgten diese, so pressten sie dagegen und rückten nach Balleroberung selbst höher auf. Mit dieser Taktik war man zwar die reaktive Mannschaft, konnte aber aus einer geordneten Defensive trotzdem hoch und offensiv agieren. Eine läuferisch gute Leistung mit einem starken Caligiuri stand symbolisch für den Charakter dieser Partie.

Fazit

Kein berauschendes Spiel von beiden Seiten, die Freiburger hätten allerdings sogar den Sieg verdient gehabt. Sie erspielten sich mit ihrer intelligenten Spielweise und dem unter Druck Setzen des Gegners einige Chancen und hätten sicherlich einen Treffer verdient gehabt. Zwar hatten die Bayern mehr vom Ball, konnten sich aber kaum Großchancen erspielen und dürften nicht nur enttäuscht, sondern sicherlich auch sauer über ihre eigene Leistung sein. Zurzeit fehlt es an Bewegung und Einsatzfreude, obwohl man in der zweiten Halbzeit mit Alaba auf links und Lahm auf rechts mit zwei offensiven Außenverteidigern und dem eingewechselten Robben mehr Offensivkraft entfachen wollte.

murphy 26. Februar 2012 um 07:21

lieber rm,
ich schätze deine analysen sehr. diese bild-bestandsaufnahme benennt noch einmal deutlich die statistischen unterschiede vor und nach der schweinsteiger-verletzung in der hinrunde. (vorausgesetzt sie ist richtig)
http://www.bild.de/sport/fussball/bayern-muenchen/haben-keine-zukunft-im-sommer-kommt-der-umbruch-22834258.bild.html

die variante mit gomez auf links las sich in der theorie hervorragend schlüssig. es wäre mir eine freude eine analyse der schweinsteiger-rolle und der einhergehenden interdependenzen im bayernspiel zu lesen, gerade in rückschau auf den frappierenden (statistischen) einbruch im spiel der bayern.
bisher war immer nur vereinzelt (und meist populistisch) davon zu lesen wo und wie der spieler fehlt, eine eindringliche, fokussierende analyse fehlt bisher.
es wäre mir eine freude.

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merkur836 22. Februar 2012 um 22:29

Minute 55:30, Tymoschchuck geht über den Platz obwohl der ballführende Mitspieler 10m entfernt im Mittelfeld in Bedrängnis/Ratlosigkeit gerät, und er zeigt nur nen weiten Pass an….
Rafinha….. Man sollte meinen er sei Brasilianer, er ist der erste den ich gesehen habe der so Zweikampfscheu bei eigenem Ballbeseitz ist, das sieht ja schon fast erbärmlich aus!
Gomez! Ist das eine taktische Marschrichtung? Er darf sich im Strafraum ab der 11m Linie frei bewegen, davor bewegt der sich vertikal nur in einem 3m breiten Korridor? Obwohl er ständig gedeckt ist? Will Heynckes das so?
2. Ball abfangen a.k.a nachrücken findet nicht statt, wie kann das sein? Will Heynckes das so oder will die Mannschaft das nicht? Er schafft es einfach nicht das abzurufen was van Gaal von der Mannschaft abgerufen hat. Langsam schleicht sich bei mir das Gefühl ein das ihm die Robben/Müller-Taktik-Diskussion ganz recht kommt und von seinem Unvermögen ablenkt. Und außerdem fang ich langsam an zu glauben das ein Schweinsteiger in Topform jede Mannschaft gut aussehen lässt, er ist immernoch unterschätzt, und der Rest der Mannschaft überschätzt

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Pa 21. Februar 2012 um 13:16

Aha, ein Optimist 😉
Ich muss leider sagen, ich befürchte stark, dass die aktuelle „Krise“ am Trainer liegt. Das System der Bayern an sich würde schon funktionieren, nur eben nicht in der Ausführung, die Heynckes spielen lässt. Das Problem ist halt meiner Meinung nach einfach, dass sich das Verteidigungsspiel in den letzten Monaten bis wenigen Jahren sehr sehr stark verbessert hat. Man sieht das zB auch daran, dass die Mannschaften, die für „Überraschungen“ sorgen, wie Gladbach, für mich auch Schalke und auch Hanover letztes Jahr hauptsächlich Konterfußball spielen und extreme Probleme mit Gegnern bekommen, welche sich auf die Defensive konzentrieren. Da Bayern aber zwangsweise immer die agierende Mannschaft ist muss eben auf der Offensivfußball auf absolut modernstem und höchstem Niveau ablaufen, um diese defensivstarken Mannschaften vor Probleme zu stellen. Und am Beispiel Barcas sieht man ganz gut, dass selbst das nicht immer so einfach ist. Und die haben sehr sehr viel mehr Bewegung und Variabilität in ihrem Spiel und genau das ist es, was meiner Meinung nach den Bayern fehlt

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merkur836 20. Februar 2012 um 20:23

Naja…. vielleicht ist das alles auch nur Show, also bis zum ersten richtigen CL-Gegner um diesen dann mit einer völlig neuen taktischen Marschroute zu überrennen:)

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Garrona 20. Februar 2012 um 17:53

Was mir beim Bayern Spiel derzeit fehlt sind folgende Punkte:

* Ein Motivator / Eine Leitfigur ala Kahn, Effenberg etc. – Seit dem Kahn weg ist, fehlt dem FC Bayern ein gewisser Antreiber. Ein van Bommer konnte es bis letztes Jahr teilweise umsetzen, aber irgendwie kommt mir es vor, dass die Bayernspieler den Kopf hängen lassen, wenn Sie nicht nach 15-20 Minuten ein Tor geschossen haben

* Variabilität. Sie spielen dieses System schon seit Beginn der Saison bzw. seit sie Robben + Ribery haben. Ich vermute, dass die ersten 10-15 Spiele so erfolgreich waren, weil sich die Mannschaften nicht drauf einstellen konnten. Seit dem Sie Mannschaften in der Hinrunde ausschalten konnte (ich denke hier besonders an Hannover + Dortmund) haben die Gegner daraus gelernt und setzen diese Grundtaktik in einigen Variationen um. Der FC Bayern hat in der momentanen Verfassung und mit den Spielern keine Möglichkeiten sein System soweit umzustellen, dass Sie Gegner überraschen.

* Eine echte 10. Ich denke wenn Bayern anstatt Kroos/Müller einen richtigen Spielmacher hätten, dann wäre Sie viel variabler und könnten mehr vorne zusammenspielen. Oder Bayern stellt wie Freiburg auf (in dem Fall wäre es die Geschichte mit Gomez + Müller/Robben in die Spitze und Ribery + Robben/Müller an den Seiten)

* Umstellung des Systems durch Auswechslungen. Selbst nach einer Umstellung auf 5 Positionen durch eine Auswechslung kam keine große Veränderung ins Spiel. Klar war die ersten 10 Minuten etwas Unruhe, weil Freiburg sich umstellen musste, aber nach der 60sten (wieder 15 Minuten kein Tor) war Freiburg wieder präsenter und meiner Meinung nach näher am 1:0 als der FCBayern.

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NeZ 20. Februar 2012 um 17:15

Das derzeitige Problem bei Bayern heißt „Hoeness, Heynkes, Rummenigge“.

Diese alten Männer haben einfach diverse Feinheiten des modernen Fußballs schlichtweg verschlafen.

Ein neuer Trainer mit Charakter wird von Hoeness nicht toleriert – der zwar „nur“ noch Präsident ist, aber immer noch mehr Autorität & Macht als die Sockenpuppe Nerlinger hat.

Alte, traditionelle Trainer wie Heynkes werden zwar von Hoeness akzeptiert, spielen aber mit der Mannschaft Fußball von 2005.

Ein FCB-Anhänger.

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Michi 20. Februar 2012 um 18:52

Dass sich die Chefetage in das Tagesgeschäft einmischt, ist (zumindest bei FCB) nichts neues: Früher war es Beckenbauer, der dem Hoeness und den Trainern ständig dazwischen geredet hat. Heuet ist es Hoeness und Rummenigge. Nerlinger muss noch etwas „reifen“, bis er die „Stöße“ von oben etwas abfedert.

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James 20. Februar 2012 um 10:33

Bayern ist für eine Spitzenmannschaft, wie mein Vorredner schon sagte, zu eindimensional. Ich denke nicht, dass Heynckes einen großartigen Matchplan erstellt hat sonder er lies die Mannschaft so spielen wie eigtl. immer. Das ist der Unterschied zwischen ihm und den neuen Trainern (Tuchel, Dutt, AVB usw. ). Man darf aber nicht Freiburgs Leistung schmälern. Vor allem standen sie in der Abwehr sicher. Streich hat gezeigt, dass man immer noch mit einem 4-4-2 spielen kann ohne gravierende Nachteile zu haben. Das liegt natürlich auch an der überragenden Laufarbeit aber auch am intelligenten Pressing.

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sharpe 20. Februar 2012 um 08:26

Ich finde, Heynckes wurde wieder einmal eindeutig ausgecoacht. Während es Freiburg schaffte, durch kluges Anlaufen und Verschieben die allseits bekannten Passwege im Bayernspiel zuzumachen und zudem Alaba und Gustavo im Zentrum nicht in der Lage sind, das Spiel zu ordnen, bzw durch genaue, schnelle Pässe die Aussen in 1 gg 1 Situationen zu bringen, war Bayern wieder mal ohne Plan. Wie schon so oft, wirkte es so, als ob alle Freiburger genau wussten, was sie zu tun hatten, während die Bayern-Spieler hilflos wirkten. Bei Bayern wird sich nur auf die individuelle Stärke verlassen und wenn die genialen Momente eines Ribery, Robben oder Kroos fehlen, kommt nix raus und am Ende kommen alle zu dem traurigen Schluss, „wir hätten mehr laufen müssen“ „wir hätten energischer in die Zweikämpfe gehen müssen“ usw, die üblichen Floskeln also. In Wirklichkeit sind sie taktisch für eine Spitzenmannschaft einfach zu eindimensional bzw fehlt ihnen der genaue Spielplan. Vielleicht sind solche Spiele ganz gut und die Verantwortlichen erkennen endlich mal das eigentliche Dilemma, aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran.

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Artur Friedenreich 20. Februar 2012 um 02:59

Das kann man so sagen wenn man das Spiel nur aus einer Richtung betrachtet. Wenn man es das dann aber mal aus der anderen Richtung sieht, muss man sagen, dass es Freiburg taktisch wirklich excellent und diszipliniert auf den Platz gebracht hat. Ich fand es insbesondere erstaunlich, dass man die Spieleröffnung aus der Verteidigung wie beschrieben so effektiv unterbinden konnte.
Sorry, aber die Stereotype von „wenn die mehr gelaufen wären“ kann ich nur noch bedingt gut hören…

Davon ab auch von mir noch einmal allergrösste Hochachtung für eure einmalige Website. Dies ist die ultimative Bereicherung des deutschsprachigen Internets in Sachen Fussballkultur. Ihr eröffnet Räume und Perspektiven. 🙂

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Torsten 19. Februar 2012 um 22:34

Bei diesem Spiel gibt es nicht viel an Tatik zu analysieren, weil die Formationen dieses Mal keine Rolle spielten. Wären alle Bayern mehr gelaufen, gäbe es die Diskussionen hier so nicht.

Die vielen langen Bälle sind doch ein klares Anzeichen dafür, daß weder Alaba, noch Kross, kein Gustavo oder Timoschtschuk das Spiel nach vorne aufbauen können.
Bis auf Lahm, gilt das auch für die Außenverteidiger.

Wie soll ein weiter Stürmer (ohne Anbindung) hier helfen?!

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Hansi 20. Februar 2012 um 03:52

Kann sein das ich mich irre, aber ich glaube das war das Laufintensivste Spiel der Bayern (ich rede von den Werten – nicht gefühlt) in dieser Saison, ganz so einfach ist es also nicht.
Aber was alle irgendwie übersehen, es könnte ja auch sein, dass Bayern vielleicht gar nicht so schlecht war, sondern Freiburg einfach besser?! Die Laufstärkste Mannschaft der Liga ist ahlt auch (zumal jetzt unter Trainer Streich) ein extrem unangenehmer Gegner, gegen den man in der jetzigen Verfassung nur schwer bestehen kann. In Mainz hat der SC die Anfangsviertelstunde verschlafen, sind danach aber mit 10 Mann über 85 Minuten genauso viel gerannt wie Mainz, Wolfsburg brauchte schon ein Abseitstor und ein unglücklich abgefälschten Ball um zu gewinnen.
Sprich Bayern kann mehr, aber auch nur soviel wie der Gegner zulässt, das darf ruhig auch gewürdigt werden

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AlexF 19. Februar 2012 um 22:10

Den Artikel zu möglichen Lsöungen gab es schon.
Aber was auch seit van Gaal nicht mehr wirklich vorhanden ist, ist der großen individuellen Klasse ein funktionierendes SPielsystem zu geben, also die sogenannte „Handschrift“.

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FohleninGips 19. Februar 2012 um 21:50

Zuerst einmal hab ich mich gewundert, dass ihr keine Analyse zum Topspiel Gladbach – Schalke gemacht habt. Hatte mich schons ehr darauf gefreut…

Hm.. Wenn man den Anspruch der Bayern ( nämlich die Meisterschaft ) in Betracht zieht, ist der dritte Platz einer Mini-Krise gleich kommend.

Trotzdem wird das noch ein spannender Vierkampf dort oben, denn Schalke bleibt ebenfalls dran.

Ich finde, dass Bayern einen weiteren Stürmer braucht. Denn Gomez ist ein hervorragender Abstauber und bringt eine beeindruckende Physis mit, aber er wirkt oft sehr statisch mit kleinen technischen Fehlern in der Ballannahme.

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Garrona 20. Februar 2012 um 17:42

Es gibt eine kurze Analyse von Spielverlagerung auf 11 Freunde zum Spiel Gladbach – Schalke. Siehe

Leider werden nicht alle Berichte hier ebenfalls gepostet, sondern man muss einige Seiten abklappern um alle Analysen zu lesen.

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TE 20. Februar 2012 um 19:20

Danke für den Link. Grundsätzlich lassen sich alle unsere Artikel über Twitter und Facebook verfolgen. Außerdem findet man unsere Berichte, die anderswo veröffentlicht werden oben in der Leiste unter „Gastspiele“ gesammelt. Tut uns Leid, wenn ab und an ein Artikel unter den Tisch fällt.

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Garrona 20. Februar 2012 um 20:50

Ahh den link Gastspiele kannte ich bisher gar nicht ;).

Danke für die Info – ich hab mich bisher immer durch alle mir bekannten Seiten durchgehangelt.

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datschge 19. Februar 2012 um 21:07

Mir fehlt ein wenig eine detailliertere Analyse der personellen Änderung zur Halbzeitpause. Praktisch hatte Heynckes seine zwei momentanen Hauptvarianten probiert, was für Heynckes Verhältnis schon recht radikal ist: Erst mit Müller auf der rechten Außenbahn und Kroos auf der 10, dann mit Robben rechts, Müller auf der 10 und Kroos auf der 6/8, während Lahm auf die rechte Seite musste. Nach anfänglichen Pushen nach der Halbzeitpause ist diese Änderung vollständig verpufft, keine der Varianten war hilfreich, wirkliche Alternativen haben sich mal wieder weder taktisch noch aus dem Spiel heraus abgezeichnet, noch sollte man Angesicht der letzten und dieses Spiels größere taktische Änderungen erwarten.

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Häschber 19. Februar 2012 um 20:44

Auch mir fehlt ein wenig die Tiefe. Die taktischen Umstellungen Heynckes hätte ich gerne noch beschrieben gehabt.
Aber auch sonst wie immer; eine schöne Beschreibung, die einem eine Vorstellung von einem nicht gesehenen Spiel gibt.

Eine Frage zu einer oben benutzten Graphik: Wie um Himmelswillen hat es Rafinha geschafft, nur 5km und so weniger als Neuer zurückgelegt zu haben?!

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Leperon 19. Februar 2012 um 22:20

Rafinha hat nur 45 Minuten gespielt, Neuer 90. Im Vergleich: Robben hat ebenso 45 Minuten gespielt und eine geringere Laufleistung.

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Torsten 19. Februar 2012 um 22:22

Rafinha hat das geschafft, weil er kaum gelaufen ist. Der Hauptgrund für seine Auswechslung sehe ich darin, daß er kaum etwas für das Spiel nach vorne gemacht hat. Und hatte Rafinha sich doch einmal vorne verirrt, war er nicht schnell genug zurück gelaufen.

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Michi 20. Februar 2012 um 11:05

Gebe Torsten Recht, es kann nicht (nur) an der Spielzeit liegen. Ein Außenverteidiger müsste auch in einer Halbzeit mehr laufen als ein Torwart in zwei.

Lahm hat im Interview nach dem Spiel gesagt, dass die Mannschaft unmotiviert sei. Warum? Erreicht der Trainer seine Spieler nicht? Kommt zu wenig Druck von der Bank, ist man zu sicher, dass man aufgestellt wird? Scheisst der Kapitän seine Leute auf dem Platz zu wenig zusammen, wenn sie zu wenig investieren? Wahrscheinlich von allem etwas.

Was mir immmer wieder auffällt bei Heynckes ist, dass ich das Gefühl bekomme, er lässt kein Passspiel trainieren. Die Spieler geben sinnlose Kurzpässe ab, ohne Raumgewinn und im letzten Moment. wenn sie 2 oder 3 Gegenspieler in unmittelbarer Nähe haben. Und dann bleiben sie zugestellt stehen, so dass sie nicht angespielt werden können. Als Folge geht der Ball zurück zu Badstuber.

Man müsste mal ausprobieren, ob der nach links ausfallende Gomez, wie vor paar Tagen vorgeschlagen, tatsächlich eine Lösung ist. Man könnte weiter denken und sich eine weitere Spielerei vorstellen: man bildet zwei rotierende Vierrecke im Angriff: Ribery-Gomez-Alaba-Lahm links und Kroos-Müller-Rafinha-Schweinsteiger rechts.

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kiyou 19. Februar 2012 um 20:14

Ich finde die Analysen zutreffend, aber was ist hier vermisse sind die Lösungen für Bayernprobleme. Wie hat man agieren müssen? Gegenpressing?

Man den Eindruck, dass die Bayernmannschaft gegen extrem pressende Mannschaft keine Lösung hat. Ausserdem vermisse ich die Flexibilität den Taktik zu änderen z.B. weg 4-2-3-1 zu 4-2-2

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laterookie58 19. Februar 2012 um 18:52

@RM: dank Deiner Analyse konnte ich das nicht- gesehene Spiel besser einordnen!
Mehrfach-Belastung der Bayern hin oder her: mit dem Anspruch derartige Fehler, wiederholte, im taktischen Bereich…? Als wenn man darauf hofft, daß die individuelle Klasse einiger Spieler und die Summe aller Erfahrungen es immer wieder „raushauen“ würde. Denn: die Handschrift eines Trainers entdecke ich seit Langem schon nicht mehr bei Bayern!

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MR 19. Februar 2012 um 18:44

„aber dass die Bayern können, wenn sie wollen, weiß auch jeder.“ Also wollen sie nicht gewinnen? 😉

In den letzten 10 Spieltagen hat Bayern eine 17:10 Torebilanz und nur 17 Punkte geholt, was deutlich schwächer als Schalke (26:10, 22 Pkt), Gladbach (21:4, 23 Pkt) und Dortmund (21:5, 26 Pkt) ist.

Spätestens im Vergleich mit den zwischenzeitlich 30:2 Toren ist das eine massive Krise. Die extrem starke Phase erklärt auch die weiterhin aktzeptable Tabellensituation. Die bayrische Krise hat sich gerade erst mit der Dortmunder Krise zu Beginn aufgehoben. Aber die Dortmunder Krise ist eben schon längst vorbei, während Gladbach immer besser wird.

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vastel 19. Februar 2012 um 18:10

„Hinzu kommt, dass die Gladbacher ihr Spiel ebenfalls gewannen und die Münchner sich nun auf Platz drei wiederfinden, was letztlich ein weiteres Indiz für die Krise des Titelanwärters ist.“

Bitte nicht in die gleiche Bresche wie die einschlägig bekannte Presse hauen!

Am 22. Spieltag mit einem 4-Punkte-Rückstand von einer „Krise“ zu sprechen, halte ich für arg überzogen.

Eklatante Mängel sind natürlich vorhanden, das steht außer Frage, aber dass die Bayern können, wenn sie wollen, weiß auch jeder. Die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden, also bitte Ball flach halten und beim Spiel bleiben.

Dennoch danke für die Analyse! 🙂

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AW 19. Februar 2012 um 18:57

Betrachtet man die Kosten, die vor der Saison in Neueinkäufe geflossen sind und die regelmäßig für Spielergehälter entstehen, so kann der Anspruch nicht sein, 4 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter zu haben.

Ich finde, es ist sogar Gegenteiliges der Fall. Heynckes, der Hoeneß auf seiner Seite hat und von diesem wiederum in der Presse protegiert wird, steht weit weniger in der Kritik als es van Gaal bespielsweise in der Saison zuvor bei ähnlichen Ergebnissen stand.

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HW 20. Februar 2012 um 12:17

vastel ging es wohl eher darum, dass bei einer taktischen Analyse nicht um die Tabellekonstellation, sondern um die Taktik und das Spiel gehen sollte. Wenn es eine Kriese gibt, dann sollte sie taktisch beleuchtet werden und nicht an der Platzierung fest gemacht werden. Aber das kann man natürlich sehen wie man will. Und taktische oder spielerische Defizite zeigen sich auch am Tabellenstand. Bei 12 verbleibenden Spieltagen ist die Meisterschaft auch noch nicht weg.

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Ben 19. Februar 2012 um 23:51

„… aber dass die Bayern können, wenn sie wollen, weiß auch jeder.“

Ich glaube genau das ist der springende Punkt: offensichtlich „wollen“ die Bayern im Moment nicht und bei einer Mannschaft mit dieser Qualität und diesen Ansprüchen kann man dann schon von einer Krise oder einem Tief sprechen. Damit ist nicht die wöchentliche Boulevard-FC Bayern-Wir-sägen-den-Trainer-ab Krise gemeint, aber wenn sie gegen Mannachaften wie Freiburg nicht gewinnen „wollen“ sollte man sich als Verantwortlicher nicht zurücklehnen und auf Bayerndusel hoffen.

Ich stimme aber zu: es sind noch ein paar Wochen zu gehen und den Titel jetzt abzuschreiben wäre etwas verfrüht.

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Tobias 19. Februar 2012 um 17:32

Der Artikel ist zwar wie immer ganz gut, dieses Mal fehlt mir aber etwas die Tiefe. Wieso war Kroos so aus dem Spiel genommen? Hatte die Einwechslung von Robben für Rafinha auch taktische Änderungen bzw. andere Spielzüge zur Folge oder wurde einfach nur wild getauscht (Alaba als LV, Kroos als 6er, Müller auf die 10) und alles blieb beim Alten?

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