FC Barcelona – Real Madrid 2:2

Mit vielem hatte man rechnen können, doch dies war ein wahrhaft überraschend ablaufender Copa-Clásico.

Nach dem Hinspiel vorige Woche, welches einen Auswärtssieg für die Katalanen im Santiago Bernabéu gebracht hatte, schien die Angelegenheit im Pokal-Viertelfinale bereits klar zu sein, denn kaum jemand traute Real Madrid auf fremdem Platz zu, einen Rückstand aufzuholen – es schien gar die Spannung und der Zunder ein wenig aus dem Duell abgeflaut zu sein, doch diese Partie ließ alles wieder aufflammen.

Real Madrid wusste zu beeindrucken und machte im Camp Nou vom Start weg den Eindruck, das scheinbar Unmögliche möglich machen zu können, doch mit einem Doppelschlag der Hausherren schien kurz vor der Halbzeit endgültig alles entschieden. Dann allerdings gelang den Madrilenen das Fightback als Belohnung für eine ihrer besten Clásico-Leistungen unter Mourinho. Emotionen, spektakuläre Aktionen und Szenen, taktische Auffälligkeiten und die obligatorischen Fouls, Nickligkeiten sowie das Lamentieren und Diskutieren mit und über den Schiedsrichter und dessen Entscheidungen waren auch wieder mit dabei.

Grundformationen

Pep Guardiola ließ ohne Überraschungen die Mannschaft aus dem Hinspiel personell unverändert – keine Spieler aus der zweiten Reihe, wie man eventuell hätte annehmen können – auflaufen, wenn es auch diesmal eine klare Viererkette und eine etwas vorsichtiger und klassischer ausgerichtete Mannschaft war.

Im Gegensatz dazu veränderten sich die in Zugzwang stehenden Gäste aus der Hauptstadt hinsichtlich Spielerwahl und Ausrichtung. So ersetzte Arbeloa Altintop als rechten Verteidiger, während Pepe für Carvalho in die Innenverteidigung rückte und damit eine zusätzliche Offensivposition freimachte – es spielten sowohl Mesut Özil als auch Kaká, für die zusätzlich noch Benzema weichen musste.

Taktisch gesehen war relativ schnell ersichtlich, dass man – alternativlos – sich offensiver, höher und mit mehr Risiko ausrichtete, was sich im Spiel mit und ohne Ball niederschlug.

Anfangsphase

Direkt nach dem Anstoß presste die Offensivabteilung der Gäste im Vollsprint die ballbesitzenden Hausherren und wurden mit der ersten großen Chance belohnt, doch Higuain konnte den Fehler von Alves nicht verwerten, um einen erneuten Rekord für das schnellste Clásico-Tor der Geschichte aufzustellen.

Dieser Auftakt zeigte aber sofort, wo es die restliche Spielzeit größtenteils hingehen sollte, und in der Tat hielten die Madrilenen dieses kraftintensive Spiel lange durch und wichen auch nicht von dieser Marschroute ab, was Barcelona einige Probleme bereitete. In der Anfangsphase konnte man sich dessen noch nicht sicher sein, hat man doch schon oft gesehen, dass Mourinhos Mannen einen schnellen und aufgeweckten Start hinlegen, während Barcelona diesen etwas verschläft.

Ganz zu Spielbeginn fehlt bei Barca ein kompletter Spielrhythmus, so dass man zunächst eine Weile braucht, um sich vollends zu sortieren, was bereits seit einigen Jahren mehrfach gut zu beobachten ist und bereits von einigen Teams genutzt wurde, um in dieser Phase die noch fehlende Sicherheit mit aggressivem Pressing – oftmals auch etwas zu riskant oder frenetisch ausgeübt – auszunutzen.

Trotz einiger Lücken und einem Angreifen der sehr tief und breit stehenden gegnerischen Defensivlinie kann man durch den verkleinerten Raum in unmittelbarer Ballnähe größere Chancen für sich selbst erzielen, als wenn man abwartender steht – zur Not greift man zum taktischen Foul (was Real Madrid ergänzend zum Pressing das ganze Spiel über tat, so dass sich am Ende 29 Fouls aufsummiert hatten) oder presst mit voller Kraft rückwärts, was so früh im Spiel noch besser möglich ist.

Real Madrid presst Pinto

Selbst in den tiefen und äußeren Räumen neben dem Strafraum attackierte Real Madrid phasenweise die breite Formation Barcelonas

Barcelona und die Verbindungen

Bedingt durch die Erfahrungen des Hinspiels agierte Dani Alves auf der rechten Seite diesmal deutlich gezügelter und moderater, um keine Lücken bei schnellen Gegenstößen für Cristiano Ronaldo zu öffnen.

Dadurch spielte man hinten mit einer klaren Viererkette und einem fluiden 4-3-3-/4-2-4-Hybriden in der Betrachtung der gesamten Mannschaft. Während Busquets und Xavi sich als Initiatoren des Ballbesitzes im ersten und zweiten Drittel in gewohnter Art hervortaten, waren die vier Offensivspieler allesamt beweglicher.

Zwar hatten auch sie gewisse feste Positionen, doch sie schienen sich in Zweier-Pärchen und damit in einer Art grobem 4-2-2-2 anzuordnen. Alexis spielte fast konstant einen halbrechten Stürmer, der zwischen der Bearbeitung des Flügels und des Zentrums mit diagonalen Läufen wechselte, während Iniesta und Cesc auf halblinks rochierten und Messi als halbrechter Zehner anfing, aber mit vielen Freiheiten ausgestattet war. Wanderte er auf halblinks, wurde das Pärchen aufgelöst und er tat sich meistens mit Iniesta zusammen, während Cesc und Alexis sich weiter  vorne in off-the-ball-runs abstimmten.

Nötig wurden diese Wechselspielchen vor allem deshalb, weil Lass als halblinker zentraler Mittelfeldspieler durch sein sehr bewegliches Positionsspiel die Verbindung des in einer losen Zwischenposition agierenden Messi zur Schaltzentrale im Mittelfeld gut zustellen und kappen konnte, was gleichzeitig auch dazu führte, dass Messi indirekt Alexis aus dem Spiel nahm, welcher als Konsequenz vermehrt mit diagonalen langen Pässen oder Chip-Bällen hinter die hohe Abwehr Madrids geschickt wurde.

Real Madrid drängt Barcelonas aus dem Raum zwischen den Linien heraus und provoziert den langen Pass auf den einlaufenden Alexis

Generell gab es beim Aufbau der Verbindungen und Dreiecke für das kreiselnde Dominanz- und Ballbesitzspiel der Katalanen einige Probleme. Iniesta war in dem Dilemma, auf außen entweder abgeschnitten zu sein oder innen das Feld zu verengen, und wirkte generell nicht vollständig frisch, was ihn relativ weit von Xavi entfernte bzw. abtrennte – verstärkt wurde dies noch durch den kompakten Block aus Lass, Alonso, Kaká und Özil, der sich zwischen die beiden stellte. So konnte der Gast im Mittelfeldpressing den Raum zwischen den Linien relativ groß lassen, ohne dort eine sofortige Gefahr befürchten zu müssen, und stattdessen das Spiel Barcelonas in die Breite lenken oder einen längeren Ball provozieren.

Reals Pressing und Barcas ungewöhnliches Spiel

Auf dieser Grundlage bauten die Königlichen ihr Pressing auf, welches zwischen der offensiven Version und dem etwas vorsichtigeren Mittelfeldpressing wechselte. Beide Ausführungen hatten allerdings die relativ feste Einhaltung der Formation gemein – die Viererkette blieb oft bestehen, die beiden defensiven Mittelfeldspieler verschoben meist nur die normalen Wege in Breite und Tiefe, nur die vier Offensiven mussten etwas mehr tun, da sie auch aggressiver pressten, doch etwas wie eine fluide Dreifach-Sechs war nicht vorhanden in dieser Partie.

In aggressiver und laufintensiver Weise attackierten die Offensivspieler die Verteidiger der Katalanen und ließen ihnen kaum Zeit am Ball, was eine sehr riskante Taktik war, so dass man zu einigen vielversprechenden Pressing-Erfolgen in Form von Ballgewinnen oder gegnerischen Fehlpässen kam (Pinto wirkte hier unter Druck wenig souverän), aber auch oftmals überspielt wurde und im Mittelfeld große Räume ließ, wovon besonders Messi raumtechnisch profitierte.

Real Madrid presst früh und aggressiv, Pinto spielt einen Fehlpass im eigenen 16er

Trat dieses Szenario allerdings ein, rückte man relativ schnell zurück und presste die ballbesitzenden Spieler Barcelonas von hinten, was – wie schon in deren Heimspiel zuletzt gegen Betis – dafür sorgte, dass man nach vorne weiterspielen musste, den Rhythmus brach und eher für ein schnelles, hektisches Spiel mit vielen Umschaltmomenten als für ein geduldiges Warten auf das Einnehmen der vakanten Sturmposition sorgte.

So kamen sie durchaus zu ihren guten Möglichkeiten – wobei viele auch nicht gut zu Ende gespielt wurden, was Barcelona nun schon einige Male unterlief –, doch man hatte trotz einiger Phasen schöner und sicherer Ballstafetten nie das Gefühl einer wirklichen und allgemeinen Spielkontrolle durch die Mannschaft Pep Guardiolas. Am Ende waren es nur 59 % Ballbesitz – ein niedriger Wert, der in den vergangenen zwei Jahren seinesgleichen sucht.

In den schnellen Umschaltsituationen für Barcelona ergaben sich zwangsläufig große Räume, die eher zum Dribbling oder zum Lauf als zum Passspiel einluden, was erstens erneut den Rhythmus ankratzte und zweitens dem Naturell Barcelonas nicht so gut entgegen kam, während Real Madrid sicher stellte, dass man durch die bestehende Viererkette und das eventuelle Öffnen bestimmter weniger gefährlicher vertikaler Passoptionen einen Gegentreffer gut würde vermeiden können, auch wenn Barcelona diesen Raum zwischen den Linien nutzen würde. Kaum hatte sich jedoch Messi einmal sehr weit von Lass und Xabi entfernt und die Viererkette war durch einen Vorstoß Coentraos aufgelöst, funktionierte die Strategie nicht mehr, was mit einem Dribbling Messis und dem 1:0 durch Pedro kurz vor der Pause bestraft wurde.

Deshalb gab es auch eine etwas sicherere Variante beim Rückwärtspressing: Durch das Stellungsspiel der verbleibenden Mittelfeldspieler sowie den frontal zurückeilenden Offensivspieler wurde der ballführende Spieler oft in Form einer Schere diagonal auf die Außen abgedrängt und musste dann auf einen sich dorthin freilaufenden Spieler in der Breite spielen, was den Angriff verlangsamte und Zeit zum Zurückeilen in die Schnittstellen der eigenen Formation gab. Nun würde man das Mittelfeldpressing einnehmen, welches mit einer mittelhohen Abwehrlinie, Fokus auf Passwegszusperrung und in einem sehr engen 4-2-3-1/4-4-1-1 gespielt wurde.

Enges Mittelfeldpressing

Rollen von Coentrao und Özil

Generell waren Enge und Breite sehr interessante und wichtige Aspekte in diesem Spiel. Barcelona hatte nämlich auch deshalb Schwierigkeiten im gewohnten Passspiel, weil man es sich gegen das gegnerische Pressing, vor allem im zweiten und dritten Spielfelddrittel, durch fehlende Breite selbst zu schwer machte. Weder Messi noch Alexis okkupierten den äußeren Raum wirklich, während Alves eher defensiv spielte und auf der anderen Seite auch Iniesta zur Mitte zog.

Dies machte wiederum den eigenen Spielbereich nicht nur direkt enger, sondern ermöglichte es den Außenspielern der Königlichen, weiter einzurücken und die Enge noch weiter zu verstärken, was insbesondere durch Özil und auch Coentrao praktiziert wurde. Während der Portugiese sowieso stark auf die Läufe Alexis´ nach innen achten musste, engte er gleichzeitig Raum und Kombinationspotential für Messi auf dessen angestammtem Gebiet ein, indem er die Verbindung zu Alves erschwerte und ihn von diesem sowie Xavi „wegtrieb“, und konnte dabei einige Male als zusätzliche Absicherung erfolgreich für Lass agieren.

Auf der anderen Seite spielte Özil tiefer als Ronaldo und rückte recht weit mit ein, was gegen Abidal problemlos möglich war und das Zuspiel von Xavi auf halblinks weiter erschwerte, außerdem Lass und Xabi mehr Freiheiten für das Attackieren ermöglichte. In der Offensive lebte Özil, der allerdings ebenso sehr stark im direkten Duell mit Abidal aussah, von seiner zentralen Rolle und der Tatsache, dass er mit dem dynamischen Umschaltspieler Kaká interagieren konnte – entweder rochierten sie oder, klar häufiger, Kaká schuf mit seinen Läufen ohne Ball Raum für den ins Zentrum ziehenden Özil, der dadurch auch einen guten Passweg auf Ronaldo hatte, welcher wiederum durch Coentrao vorne viel Platz bekam.

Hier machte sich das ungewohnt schnelllebige Spiel und der fehlende Rhythmus Barcelonas ebenfalls bemerkbar, als dass man bei gegnerischem Ballbesitz in der Verteidigung nicht ganz so sicher und geordnet stand und das Pressing in Intensität und Höhe lieber etwas herunterfuhr, was den Spielaufbau für Real durch mehr zu Verfügung stehenden Raum und Zeit vereinfachte und zu den Chancen für die gut spielenden Madrilenen beitrug.

Iniestas Verletzung und Auswechslung

Nach diesem Ereignis nach etwas mehr als einer halben Stunde kamen die Hausherren wieder etwas besser ins Spiel und konnten vor der Pause mit einem Doppelschlag auch die etwas schmeichelhafte Führung erringen. Für die Steigerung trotz des Verlusts eines ihrer besten Spieler gibt es dabei – neben dessen Problemen in Sachen Frische und Praxis – zwei große Aspekte, welche beide mit dem neu eingewechselten Pedro zusammenhingen.

Zum einen sorgte dieser allein durch sein Naturell und seinen Typ für mehr Breite und einen klaren Anspielpunkt – auch in der Tiefe – auf halblinks, zum anderen kam er mit dem schnellen Charakter des Spiels sehr gut zurecht, was daran liegt, dass der junge Flügelspieler eine besondere Anpassungsgabe besitzt und sich quasi überall und in jeder Situation auf dem Feld orientieren, akklimatisieren, anpassen und für Balance sorgen kann.

Zweite Halbzeit

Trotz der starken Leistung in der ersten Halbzeit und vielen guten, aber haarsträubend vergebenen Möglichkeiten war für Real Madrid mit Anbruch des zweiten Durchgangs das Ausscheiden eigentlich schon klar. Von daher war das Spiel nun auch nicht mehr ganz so hochklassig und nahm erst nach einer gut 20-minütigen Verschnaufpause wieder mehr Fahrt auf.

Die eingewechselten Benzema, Granero und Callejón boten dabei gute Leistungen und sorgten für eine noch ballsichere Mannschaft, wobei dies ebenfalls Coentrao geschuldet war, der Alexis zurückdrückte und Raum im Mittelfeld machte. Auch Ronaldo gab nun aus dem Zentrum Power, was ihn und das Team wieder gefährlicher machte. Mit seinem Anschlusstor nach feinem Özil-Pass war das Spiel wieder offen, nur vier Minuten später netzte Benzema ein, nachdem man tief in der gegnerischen Hälfte durch Pressing den Ball gewonnen hatte.

Nach dem Ausgleich war die psychologische Komponente bei Barcelona interessant, da man diesmal nach einem sicheren Vorsprung in einem brisanten Spiel sich die Gegentore fing, der Gegner zurückkam und plötzlich wieder alles offen war.

So kippte das Spiel und man wurde umso unsicherer wackeliger, da man vorher umso sicherer war und sich souverän gefühlt hatte, doch nun kamen viele Flüchtigkeits- und Konzentrationsfehler und man verlor den Ball viel zu schnell an die mit Oberwasser anlaufenden Gäste. Diese wirkten überlegen sowie aufgebauscht und wurden trotz eigener Fehler und Ungenauigkeiten oftmals gefährlich, während Barcelonas Spiel nun von untypischen Fehlpässen, Ballverlusten und Missverständnissen geprägt war – für eine kurze Phase wirkt man hilf- und kontrolllos.

Fazit

Wirklich viel kann man aus diesem Spiel nicht herauslesen, doch es stellt mit Sicherheit einen Mutmacher für Real Madrid dar, die gezeigt haben, dass sie im direkten Duell sehr wohl noch ihre Chancen haben. Auch diese Partie hätten sie gewinnen können. So kommt Barcelona mit einem blauen Auge davon und wird seine Lehren ziehen, während die Madrilenen in diesem Spiel einiges finden können, auf das sich aufbauen lässt.

Ein großer und sportlicher Dank geht an die K0llegen von laola1.tv für das zur Verfügungstellen der Bilder.

Tank 31. Januar 2012 um 01:51

Dann will ich auch nochmal meinen Senf dazu geben. Das meiste wurde ja eh schon gesagt. Was ich nur anmerken will, ist dass eine besondere Betrachtung der Rolle von Dani Alves in den letzten schwächeren Barca-Spielen lohnend ist. Trotz seines Tores gegen Madrid, sehe ich seine formkurve auf einem Allzeittief. Besonders sein unpräzises und oft merkwürdig verzögertes Passspiel sei hier herausgehoben.

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bazinga 30. Januar 2012 um 12:28

Ich bin erst vor kurzer Zeit auf eure Seite aufmerksam geworden und total begeistert von den Berichten! Ich habe aber eine Frage: Habt ihr einen Artikel über Fabregas veränderte neue Rolle im Barca-Spiel bzw. könntet ihr einen verfassen? In London hatte er ja eine andere Position auf dem Feld und dadurch auch andere Aufgaben bzw. eine andere Funktion für das Spiel. Falls sowas bereits vorhanden ist, bitte ich um Entschuldigung.

Gruß 🙂

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TR 30. Januar 2012 um 13:40

Einen direkten Artikel über Cesc gibt es nicht und ist vorerst auch nicht geplant, aber in unseren vielen Spielanalysen zu Barca, die es hier: http://spielverlagerung.de/category/spanien/ und hier: http://spielverlagerung.de/category/cl/ zu finden gibt, stehen schon viele Sachen drin, insbesondere natürlich in den in-depth-Analysen. Kannst ja mal stöbern 🙂

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tactic_addicted 28. Januar 2012 um 12:29

Hallo,

eine Frage noch an den Autor:

Schlüssel zum Spiel war wieder einmal das Pressing Reals. Nur diesmal schien es erfolgreicher zu sein, als beim beim 1:3 im Ligaspiel. Worin lagen die qualitativen Unterschiede zwischen beiden Spielen im Pressingverhalten?

Antworten

RAMY 28. Januar 2012 um 14:35

Eine wunderschöne Frage ;)Ich bin zwar nicht der Autor, will es aber mal versuchen zu beantworten 😉

Ich denk es spielen drei Faktor, wieso es diesmal besser geklappt hat als beim Ligaspiel. Diese drei Faktoren heißen Ronaldo, Kaka und Coentrau.

Kommen wir als ersten zu Ronaldo. Schauen wir uns den Ronaldo von Mittwoch an und den vom Ligaspiel, sehen wir große Unterschiede. Es schien, dass er im Ligaspiel irdendwie gehemmt gespielt hat. Er hat fast jedes 1:1 Duell verloren, was dazu führte das natürlich Barca mehr Ballbesitz hatte und somit einen neuen Angriff starten konnte. Aber auch für seine Kollegen war das schlecht, denn hatte gerade mühsam einen Ball gewonnen und Ronaldo verspielte diesen Ball, somit mussten sie wieder Pressing spielen was im längeren Spiel natürlich sehr Kraftverschleißend war. Besser hat es am Mittwoch geklappt, denn er diesmal bevorzugte er einen Pass statt einem Dribbling, somit bliebt Real länger im Ballbesitzt, was wiederrum dazu führte, dass man Kräfte sparen konnte. Auch im 1:1 Duell hat er sich öfters durchgesetzt und kamm zum Abschluss, nachdem Abschluss konnte sich Real dann wiederrum besser/neu Aufstellen, was auch Kraftsparender war als im Ligaspiel.
Zudem hat Ronaldo nicht seine Kaltschnauzigkeit im Ligaspiel sehen lassen. Wer weiß wie das Spiel gelaufen wäre, falls er das 2:0 gemacht hätte oder immerhin das 2:2?!
Ein weiterer großer Unterschied war, dass er im Ligaspiel nicht defensiv gespielt hat. Diesmal hat er auch Pressing gespielt, was im Ligaspiel kaum zusehen war. Er ist auch mit nach hinten gelaufen (Bsp: Er hat z.B.: gegen Messi einen wichtigen Zweikampf im 16er gewonnen)Auch Alves hat er gut ausschalten können,dass hat man auch im Hinspiel gesehen und hat somit einer der gefährlichsten Waffen Barca’s ausgeschaltet. Während Alves im Ligaspiel große Freiheiten erleben durfte.

Ein weiterer Unterschied ist, dass diesmal Kaka spielen durfte, wegen der Verletzung von Di Maria. Mir ist aufgefallen, wenn Real im Mittelfeld oder in der Abwehr den Ball gewonnen hat, haben sie viel mehr den Ball zerkulieren gelassen, als im Ligaspiel. Das konnte denke ich nur gelingen, weil man mit Kaka einen Passsicheren Spieler hat und der zudem Kreativ ist. Während Di Maria im Ligaspiel öfters versuchte zu drippeln, meist aber stecken blieb. Auch im Umschaltmoment hatte Kaka mehr übersicht und hat öfters den richtigeren Pass gespielt. Auch das harmonieren mit Özil funktionierte besser.( lag auch vlt darin das auch Özil in besserer Form war am Mittwoch) Durch seine Dynamik konnte er die Gegenspieler mehr auf sich ziehen, während Özil mehr Platz hatte und aus dem linken Flügel in die Mitte zog und dann den Diagonalen Pass auf Ronaldo spielen konnte.(Ich glaub sowas versuchte man auch im Ligaspiel, während Özil die Rolle des dynamischen Spielers nahm und Di Maria den langen Pass versuchte, was aber nicht so gut klappte!)

Auch ein wichtiger Unterschied war, dass Coentrau spielte statt Marcelo. Marcelo hat im Ligaspiel öfters nach vorne Druck gemachte, was jetzt nicht unbedingt schlecht war, eigentlich war das wichtig um Ronaldo zu ünterstützen,der ja kaum Gefahr ausstrahlte, und auch Alves teilweise in die Defensive drängte. Allerdings hatte das ein Nachteil! Vorallem in den Umschaltmomenten von Barca war seine Seite total offen, dies führte auch zum 1:3! Somit war Barca an dem Tag vorlallem durch die Flügel gefährlich. Coentrau hatte dagegen am Mittwoch (Auch im Hinspiel) nur den denfensiven Part eingenommen! Ein Sanchez wurde damit in den Umschaltmomenten total ausgeschaltet, und wenn Barca doch mal ruhig aufbaute, hat er Sanchez an Ramos übergeben und konnte sich auch als Backup von Lass (wie ja auch Tr erwähnte) um Messi kümmern.
Ich denk im Pressingspiel von Mittwoch und vom Ligaspiel gibt es kaum Unterschiede, auch in der Raumverteildigung habe ich nicht soviele Unterschiede gesehen. Beide haben ja das Ziel insbesondere, die Mitte zu zumachen(also im Bereich wo die 2 Sechser stehen)Was allgemein im Ligaspiel(vorallem in der 1.HZ) und am Mittwoch klappte. Der Unterschied war aber, dass im Ligaspiel dann Barca öfters auf den Flügel wechselte, dadurch dass aber nun Arbeloa und Coentrau eben nur den defensiv standen gab es diese Möglichkeit nicht mehr!

Diese drei Faktoren haben dazu geführt, dass am Mittwoch ‚alles‘ klappte. Im Grunde kam Barca nie ins Spiel, selbst die 2:0 Führung verleihte ihnen nicht die natürliche Ruhe. Das Tique Taka klappte nur teilweise, aber meist nur im ungefährlichen Teil des Spielfeldes. Barca wurde gezwungen, hohe Bälle zu spielen, oder zur für sie unnatürliche Dripplings(auch das hat ja TR erwähnt). Dies hat Real aber eigentlich auch im Ligaspiel in den ersten 30min geschafft, aber dadurch das einige nicht ihre normale Tagesform schafften, führte es dazu dass man das Pressing nicht 90min konsequent durchführen konnte (wegen Kraftverschleiß)aber noch wichtiger ist, dass Barca dadurch immer mehr Kontrolle bekam, und wenn einmal bei Barca die Maschine läuft kann man sie schwer aufhalten!
Ansich funktionieren solche Taktien nur wenn jeder Indivualidist seine Klasse an dem Tag zeigt. Spielt einer nicht wie gewohnt führt das zu unstabilität und es ist nur eine Frage der Zeit wann der Gegner das Spiel an sich reißt und am Ende siegt. Z.B. im Ligaspiel: Ronaldo war nicht gut drauf, strahlte keine Gefahr aus, auch sein Pressingspiel funktionierte nicht, ect. Deswegen rückte Marcelo immer mehr nach vorne, um die unstabilität die Ronaldo verursachte zu vermildern, aber dies führte, dass seine Seite total frei war, und am Ende zum 1:3,zum Knock out!

Ich hoffe, ich hab das einiger Maßen richtig analysiert. Verbessert mich wenn ich was falsch sagte. 😉 Mit freundlichen Grüßen RAMY

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tactic_addicted 29. Januar 2012 um 11:55

Danke für Ihre Anmerkungen. Sie betonen die stärkere Defensivausrichtung der Außenverteidiger von Real gegenüber dem Ligaspiel. Das würde ja dafür sprechen, dass defensivere Ausrichtungen gegen Barca von Vorteil wären. Dies hat Mourinho aber gegen Barca auch schon oft genug erfolglos praktiziert…
Vielleicht lag, wie von Ihnen erwähnt, der Schlüssel zum Erfolg im spielstärkeren Mittelfeld. Özil wurde meiner Meinung nach im Ligaspiel schon ungerechtfertigterweise kritisiert.
Wenn Sie die individuelle Steigerung von Real betonen, darf man wahrscheinlich nicht vergessen, dass auch Barca mal einen schlechten Tag haben kann…

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woody10 28. Januar 2012 um 10:21

also, am anfang mal ein ganz dickes lob für diese tolle seite, nun möchte ich mich aber den taktischen feinheiten dieses spiels widmen.

ich hätte einige sachen vielleicht nicht ganz so gesehen wie TR.
1. ich denke, pep guardiola wollte ein relativ symmetrisches 4-3-3 spielen lassen, cesc als ZM, alexis als RA, Messi als false 9 und iniesta als LA, mit der ausnahme, dass iniesta nicht zu weit außen steht und somit im zentrum mehr zugriff aufs spiel hat.
ich muss sagen, dass mir fabregas bis dato auf der 8 am schlechtesten gefallen hat. natürlich ist es MANCHMAL auch gut, dass ein ZM nachrückt und somit torgefährlich wird, aber gerade in wichtigen, großen spielen sollte barca zuerst mal darauf bedacht sein, die spielkontrolle zu erlangen und hierbei ist iniesta fabregas um mehr als einen schritt voraus. cesc sucht fast immer den letzten, vertikalen pass und bietet sich meist vertikal an, das ist lobenswert, wenn er im 3-3-4 auf der doppel-false 9 mit messi spielt, im 4-3-3 in einem spitzenspiel mit der grundsätzlichen spielanlage barcas aber nicht. xavi ohnehin, aber auch iniesta drehen noch einmal ab-spielen zurück oder quer. und das hätte barca am mittwoch auch ganz gut getan. denn wenn man immer nur in die spitze spielt, dauern die angriffe nicht so lange, das heißt das pressing muss vom gegner nicht so lange betrieben werden. werden aber viele horizontale pässe gespielt und man ist lange im ballbesitz, kann man den gegner müde spielen. das hätte es gebraucht um ein ruhigeres spiel zu haben.
2. ich habe keine auffällige pärchenbildung zwischen iniesta (den man ohnehin nicht beurteilen kann wegen seiner verltzung) und fabregas sowie zwischen messi und alexis gesehen. natürlich kommt messi mit seinem natürlichen rechtsdrang eher in berührung mit alexis, als mit einem weiter außenstehenden pedro, aber eine symbiose konnte ich nicht erkennen.
3. überhaupt, dass alexis schematisch vor messi gespielt hat, wurde mir nicht klar. ich sah alexis ziemlich weit am flügeln, von wo er seine diagonalläufe hinter die abwehr startete.

so viel von meiner seite, kann natürlich auch sein, dass ich einige sachen einfach falsch gesehen habe. möge gott es verzeihen.

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Flowbama 27. Januar 2012 um 19:42

Enttäuschende Analyse. Es war allerdings schön zu sehen, wie Barcelona im eigenen Stadion teilweise an die Wand gespielt wurde.

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Gipsy 27. Januar 2012 um 18:06

Interessant ist, dass Real in der 2.Halbzeit ca. 50 % Balbesitz hatte und daher viel Druck ausüben konnte. Leider haben sie mit Mourinho einen Trainer der in den Duellen mit Barca nicht auf Ballbesitz aus war oder ist und daher Barca jedesmal die Spiele kontrollierte. In diesem Spiel war Real bzw. Mourinho gezwungen in der 2.Halbzeit mit technisch stärkeren Spielern zu agieren und dies hätte sich beinahe bezahlt gemacht. Jedoch denke ich, daß Real auch in Zukunft mit Spielern wie Alonso und/oder Khedira vor der Abwehr wenig Chancen gegen Barca hat, da diese Spieler zu wenig Ballsicherheit ausstrahlen…als Barca-Fan muss man froh sein dort einen Spieler wie Busquets zu haben, der defensiv sehr klug spielt und aufgrund seiner Technik so gut wie keinen Ball verliert.

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Zirkeltraining 27. Januar 2012 um 18:32

Xabi Alonso ist in meinen Augen sehr ballsicher.

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Gipsy 28. Januar 2012 um 10:45

Habe diese Aussage auf Spiele gegen Barca bezogen und ich bin der Meinung das Alonso in keinem Clasico gut ausgesehen hat, da er defensiv sowie im Spielaufbau nicht sicher genug ist…gegen andere Gegner sieht dies sicherlich anders aus! Stell dir mal vor man würde Busquets mit Alonso tauschen, also ich denke Barca hätte dann viel größere Probleme mit Real!

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vastel 27. Januar 2012 um 18:32

Abwarten bis Sahin wieder vollkommen fit ist! Für so etwas ist er der ideale Spielertyp. Mourinho hat sich schon was dabei gedacht.

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RAMY 28. Januar 2012 um 12:30

@vastel: Da bin der gleichen Meinung. Ich denk Sahin wurde vorallem speziell für die Clasicos geholt. Er ist ein Spieler der auch Pressing spielen kann(was ja elementar wichtig is um für Mou zu spielen)aber bei eigenem Ballbesitzt ruhig bleibt und eben die Technik besitzt auch bei Druck vom Barca den genauen Pass zu spielen. Das habe ich bei Alonso in den letzten Clasicos nicht immer gesehen, wobei er es am Mittwoch relativ gut gemacht hat! Ich weiß jetzt nicht wenn Sahin spielt, dass dann der Ballbesitztnanteil bei 50:50 liegen wird, aber ich denk mit Sahin kann man dann Barca auf der einen Seite im Angriff überfallen, wie wir es Mittwoch gesehen haben, aber auch selber ruhig den Angriff aufbauen.

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tactic_addicted 27. Januar 2012 um 16:09

Was meint denn:

„frontal zurückeilender Offensivspieler“ ?

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TR 27. Januar 2012 um 17:50

Nun, etwas unglückliche Formulierung, meint eigentlich nur den Offensivspieler, der nach hinten zurückpresst (vor allem Kaká).

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AS 27. Januar 2012 um 12:25

Wieder ein toller Artikel.
Dennoch eine kleine Anmerkung nach dem Motto „sachliche Kritik auf hohem Niveau“
Ich finde das letzte Bild „enges Mittelfeldpressing“ ungünstig gewählt um eine Pressingsituation darzustellen.
Auf dem Bild sieht es so aus , als ob der Ballbesitzer nur gestellt wird, und nicht direkt attackiert, ausserdem sind doch einige Passwege nicht sauber zugestellt, so sehe ich einige möglichkeiten wie Barca zu guten chancen kommen kann.

zum einen, der große Abstand zwischen Barcas 2 und 4 der bei einem langen Ball und einem einlaufen der beiden vorderen Barcaspieler extrem schwer zu verteidigen wäre und zum anderen.
und zum 2. denke ich ist sehr gefährlich, das die 6 von RM in diesem Falle zu weit von seinem Gegenspieler entfernt steht um im falle eines Passes zu seinem Gegenspieler und anshcließendem direkten weiterleiten zu dem im Deckungsschatten der 10 RM´s stehenden Spielers eine extrem gefährliche Situation entstehen könnte. Zumal die 4 Barcas dann herauseilen müsste was den abstand zur 2 automatisch noch weiter entzerren würde.
Zumal das bekannte Kurzpassspiel barcas ja jederzeit diese Aktionen sucht.

Nur als kleine Anmerkung. Da ich das Spiel nicht gesehen habe und die Aktion jetzt nur statisch zu dem Bild zuordnen kann ist dies vielleicht eine kleine Hilfe für euch aus einer anderen Perspektive.

Macht weiter so jungs ich finde eure Seite genial
Best wishes AS

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el tren 27. Januar 2012 um 13:18

Finde das Stellungspiel von RM da völlig in Ordnung. Lediglich Coentrao steht etwas verloren, da er keinen Gegenspieler hat. Er könnte in die Mitte einrücken und es Ramos erlauben den Schritt nach rechts zu machen und damit Alexis „inneren“ Laufweg zu blocken.

Ansonsten hat Busi mit Ausnahme von Abidal keinen leichten Anspielpartner. Messi ist zwar ungedeckt aber der Passweg ist von Kaka verstellt (der ja Busi angreift). Passwege zu Iniesta und Xavi sind zwar frei, aber sie sind einerseits eng gedeckt (von Xabi und Lass) und können andererseits durch wenige Schritte von Özil bzw CR gedoppelt werden. Auch der Passweg zu Cesc oben links ist nicht so unkompliziert. Özil könnte hier noch einen Meter zurückmachen und ihn wirklich verstellen, aber selbst so könnte er, wenn gedankenschnell, noch dazwischen gehen. Ein Lobpass wäre möglich, aber Cesc ist dann immernoch von Arbeloa gedeckt.

Interessant ist auch Pepes Position. Er steht aufmerksam bereit um Messi anzugreifen, sollte er doch an den Ball kommen. Rückt aber nicht so weit aus der 4er Kette raus, als dass er damit Alexis eine 1:1 Situation gg Ramos erlauben würde – was übrigens durch einrücken Coentraos auch verhindert werden könnte. Letzteres wäre übrigens dringend notwendig sollte Pepe tatsächlich gegen Messi vorrücken oder gegen Cesc rausrücken müsste (was natürlich auch nötig wäre sollt er angespielt werden).

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Busi 27. Januar 2012 um 12:22

Ich kann Madrid für das Spiel nur loben. Zunächst dachte ich, Özil und Kaka seien (wie im vorigen Spiel Carvahlo und Altintop) nicht in genug höher Konkurrenzstimmung, um an so einer Partie teilzunehmen. Im Fall von Özil war das eine ganz falsche Einschätzung, denn er, wie die ganze Mannschaft, einen brutalen spiellangen Pressing geübt hat, was zur Folge hatte, daß Barcelona nie bequem und ruhig den Ball spielen konnte. Folge diese Pressings, wie der Artikel sagt, sind Pintos und der Abwehr Probleme, um den Ball nach vorne zu spielen, und zumindest eins der beiden Tore, wo Madrid durch Kopfball einen Pass unterbricht, der zum Ausgleichstor wird.
Für mich entscheidend: die abgeschwächte rechte Seite durch Auswechslung von Iniesta (Pedro) und Cesc (Thiago). In solchen Spielen muss Messi immer von ganz hinten kommen, denn irgendein Gegner klebt sich stets an ihn schon weitab vom Strafraum. Iniesta und Cesc sicher Schnellkombination, Tempokontrolle und Ballbesitz, während Pedro zwar den Feld breit und tief macht, aber sich nicht immer im Zweikampf durchsetzt oder, so weit vom Tor, ein nicht o effektives Pressing macht. Thiago war dieses Spiel meiner Meinung nach überlegen.
Das Spiel war klasse, die Analyse genauso.

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HW 27. Januar 2012 um 10:30

Bezüglich der 59% Ballbesitz. Das ist für Barca zwar wenig. Aber die extrem defensiven Ausrichtungen vieler Gegner sind zumindest ein Teilgrund für die sonst so hohen Werte. 59% bei einem Spiel zwischen zwei Spitzenteams, ist ein immernoch hoher Wert. Es kann ja nicht immer eine 5:0-Demontage sein.

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Guybrush 29. Januar 2012 um 22:11

59% wäre viel wenn zwei Mannschaften die gleiche Taktik fahren. Barca spielt aber nun mal auf Ballbesitz, Real nicht unbedingt. Da ist 59% nicht allzu viel.

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el tren 27. Januar 2012 um 10:29

Auch wenn es am Anfang des Artikels kurz erwähnt wurde, kommt mir bei der weiteren Analyse ein Aspekt zu kurz: RM schaffte es i.W. auch durch eine Fülle zynischer, taktischer Fouls des Spielfluss von Barca zu unterbinden und gute Situation schon im Keim zu ersticken.

Nun will ich damit die Leistung RMs nicht mal schmälern – immerhin ist das nämlich eine legitimie Taktik. Positiv daran ist zudem das teamweite Pressing, wodurch sich die notwendigen Fouls und die damit natürlich verbundenen gelben Karten nicht auf wenige Spieler konzentrierten wie sonst (und RM damit früh in Unterzahl bringen oder zumindest die Härte rausnehmen lassen), sondern sich relativ gleichmässig auf immerhin 7 Spieler verteilten, wodurch einfach die Menge an möglichen Fouls erhöht wurde.

Soweit so gut … Aber nichtsdestotrotz hätte Lass zwingend kurz vor der HZ vom Platz gestellt werden müssen. Das hätte RM wiederum sehr wahrscheinlich den Zahn gezogen (Granero hätte zB nicht auf dem Platz gestanden) und Barca ermöglicht, ihr Spiel besser umzusetzen und das Spiel ungefährdet nach Hause zu bringen. Diese „Kleinigkeit“ hätte bei der Analyse daher eine stärkere Rolle spielen müssen imo.

Ansonsten aber natürlich thumbs up zum Artikel 🙂

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datschge 27. Januar 2012 um 18:13

Man muss in diesem Fall betonen, dass die taktischen Fouls eine notwendige Komponente des Pressingspiels sind, um situationelle Nachteile eines fehlgeschlagenen Pressversuches abzumildern. Und als solches Mittel wird es auch sehr gerne von Barca genutzt. Diskussionswürdig ist eher die Härte, Geschicklichkeit und Trickserei beim Foulspielen, das betrifft aber nicht nur taktische Fouls.

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unsportal 28. Januar 2012 um 12:47

Klar hätte man Lassana Diarra vom Patz stellen können. Das erste Foul war nicht zwingend gelb, aber es gab gelb. Das zweite Foul war zu 100% gelb. Also hätten wir 1,5 gelbe Karten. Im Gesamtbild gesehen ist es nicht zwingend notwendig Lass vom Platz zu stellen. Nur den Tunnelblick auf das zweite Foul gelegt aber schon!
Wenn wir beim Thema Gelb-Rot sind, können wir aber auch das oft verschwiegene Foul Messis an Pepe herausnehmen, das klar gelb war. Gut, gab es ja auch. Aber die Verhinderung eines Freistosses durch Ramos ist ebenso gelb. Genau so eine Aktion brachte er schon einmal gegen Real Madrid CF und hat dafür die gelbe Karte bekommen. Bei konsequenter und richtiger Umsetzung der Regeln hätten Real Madrid ohne Lassana Diarra spielen müssen und der FC Barcelona ohne Messi.

Welche Spieler wohl wichtiger für ihre Mannschaften sind, darüber muss man nicht diskutieren. Das Weiterkommen Real Madrids wäre nicht unbedingt einfacher geworden, da Barcelona wohl noch mehr gemauert hätte, denn die wichtigste Anspielposition in der Offensive wäre schon unter der Dusche.

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RAMY 28. Januar 2012 um 13:17

Ich gib dir recht, dass Lass zwingend Gelb-Rot bekommen hätte müssen! Wie schon von ‚datschge‘ erwähnt hat sind diese taktischen Fouls sehr wichtig für Real Madrid gewesen, um zu einem eine gefährliche Situation zu unterbrechen, aber um auch Barca nicht in ihren Rhythmus zu lassen.

Aber wenn wir schon vom Schiedsrichter reden, muss erwähnt werden, dass die Benachteiligung auf Seiten Real Madrid’s größer war! Interessant ist beispielerweise, dass beim erwähnten Foul von Diarra schon die 1min Nachspielzeit überschritten wurde. Das Tor von Alves ist in der 48 passiert, also 2min mehr die eigentliche Nachspielzeit. Bei Real hingegen wurde pünktlich abgepfiffen, obwohl ein Freistoß noch vor der Endzeit der 3min Nachspielzeit gepfiffen wurde! Somit unterbrach der Schirie eine gefährlich Freistoßsituation für Real.
Genauso lächerlich war das angebliche Foul von Ramos an Alves, womit folglich das frühe Anschlusstor nicht gezählt wurde.
Auch die Gelb-Rote-Karte von Ramos ist ein Witz(womit ein Kopfballstarker Spieler aus den reihen von Real genommen wurde)!Während Alves nur in der 2HZ 4 gelbwürdige Fouls machte und nicht einmal eine gelbe Karte bekam.
Auch die Situation Benzema gegen Puyol war kritisch, einige Schiries pfeiffen da Elfmeter.
Zudem habe ich zweimal Hand von Barca(Busquets und Abidal) im 16er gesehen. Im Spiel Barca gg Betis gab es eine ähnliches Handspiel wie das vom Busquets, allerdings gab es dafür Elfmeter.(Faireshalber muss aber gesagt werden, dass der Schirie, allerdings da keine gute Sicht drauf hatte.)

Zugegeben, ich bin Realfan.Vielleicht übertreibe ich in der einen oder anderen Situation. Aber ich denk, man kann nicht sagen, dass Barca Pech beim Schirie hatte. Eher das Gegenteil ist passiert, sogar die Internationale Presse meinte, dass Real in einigen Situationen keinen Glück beim Schirie hatte.

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HW 27. Januar 2012 um 10:25

Ein tolles Spiel. Real kann erhobenen Hauptes das Camp Nou verlassen, auch wenn sie sicher enttäuscht sind. Beide Mannschaften haben gut gespielt. Dass bei Barca die Fehlerquote steigt, wenn sie von einem Top-Team bedrängt werden ist klar.
Trotzdem haben sie eingie tolle Aktionen gezeigt und Real mit der Zeit in den Griff bekommen.
Nach etwa 10 Duellen in den letzten Jahren, die meist mit extrem unterschiedlichem Ansatz geführt wurden, müssen wir keine Sättigung fürchten wenn beide Mannschaften diesen neuen Weg weiter gehen. Real scheint nach diesem Spiel extrem motiviert zu sein, Barca hat endlich wieder eine langfristige Herausforderung vor Augen.
Welche Rolle der „Aufstand“ vor dem Spiel für Real gespielt hat, ist schwer zu sagen. Die Spieler motiviert sowas extrem, ganz ungelegen kam es Mourinho sicher nicht (auch wenn er dadurch selber in die Schusslinie geriet). Diesen Pressingansatz hätte Real vor einem Jahr noch nicht so spielen können, Mourinho muss sein Team auch erst konstruieren (wie jeder andere Trainer).
Bei Barca scheinen die Verletzungssorgen größer zu werden. Sie können froh sein im Mittelfeld und Sturm so aufgerüstet zu haben. Aber es wurde auch deutlich wie risikoreich Barcas Spiel ist. Ein weltklasse Verteidiger wie Pique (oder auch Puyol) bekommt nicht immer solche Problem. In der Abwehr hat Guardiola nicht die größte Auswahl um Spiele gegen dieses Real Madrid zu überstehen. Aber das liegt auch daran, dass es auf dem Markt keine Verteidiger für den Barca Stil gibt, die muss man selber backen.

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Stepi 27. Januar 2012 um 01:12

Danke für die treffende Analyse. Eine andere Frage, findet der Afrika Cup bei euch auch noch statt ?

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TR 27. Januar 2012 um 17:49

Spätestens ab den K.O.-Spielen sind wir dann wohl dabei 😉

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