1. FC Köln – FSV Mainz 05 1:1

Taktisch mit einigen interessanten Aspekten war diese nachgeholte Partie vom 13. Spieltag dennoch nicht sonderlich mitreißend für die Zuschauer. Ein wirklicher Spielfluss kam während der gesamten ersten Halbzeit nicht zustande, und auch danach blieben Torraumszenen – sieht man einmal von der hektischen Schlussphase ab – selten. Am Ende stand ein gerechtes Unentschieden, wobei die Mainzer zwischen 30. und 75. Spielminute die klar spielbestimmende Mannschaft waren.

Köln unverändert – Tuchel wechselt Spieler und System

Grundformationen

FC-Trainer Solbakken veränderte seine Aufstellung gegenüber dem 4:0-Heimerfolg drei Tage zuvor nicht. Der Norweger setzte weiterhin auf ein 4-2-3-1, welches sich gerade in der zweiten Hälfte immer mehr zu einem 4-4-1-1 entwickelte, je weiter der Abwehrblock nach hinten gedrängt wurde.

Thomas Tuchel dagegen wechselte erneut System und Personal. Der Mainz-Trainer brachte Stieber, Gavranovic und Baumgartlinger für Malli, Caligiuri und den verletzten Topscorer Ivanschitz. Auch die Grundordnung passt Tuchel – wie schon so häufig – dem Gegner an und wählte mit einem 4-3-3 ein auf dem Papier sehr offensives System, das sich jedoch defensiv als ein klares 4-1-4-1 herausstellte, bei dem die offensiv besetzten Außen weite Wege nach hinten machten und zeitweise sogar auf Höhe des einzigen defensiven Mittelfeldspielers Kirchhoff agierten.

Teils gezwungen, teils gewollt änderte der FSV auch seine Spielweise, weil aufgrund der Verletzung Ivanschitz’ die Spielmacherposition wegfiel und stattdessen mit Außenstürmern gespielt wurde. Damit konnte der FSV das Mittelfeld nicht mehr in dem Maße dominieren wie zuletzt, obwohl man defensiv die Räume dennoch sehr gut verdichten konnte. Allerdings war im Spielaufbau deutlich das Fehlen des Österreichers in der Zentrale zu bemerken. Gavranovic brachte sich in der ersten Hälfte nur zögerlich ins Spiel der Mainzer ein, zeigte dann mit Ball einige Unsicherheiten und war nicht in der Lage diesen zu behaupten.

Allagui auf dem rechten Flügel wurde deswegen sehr häufig steil geschickt gegen die anfangs hoch verteidigenden Kölner, allerdings hatte der Tunesier gegenüber seinem Gegenspieler Sereno jedes Mal das Nachsehen, fiel zudem mit einer Reihe von unnötigen Fouls unangenehm auf und fand während der gesamten Partie eigentlich nie zu seinem Spiel, trotz seines Führungstreffers. Der junge Stieber auf links fand ebenfalls nicht zu seinem Spiel, er wirkte aufgrund der ungewöhnlichen Rechtslastigkeit im Mainzer Spiel isoliert, brachte nur wenig Zählbares zustande und wurde folgerichtig in der 56. Minute durch Choupo-Mouting ersetzt. Stiebers Isolation dürfte vor allem an den eher vertikalen Bewegungen Sotos gelegen haben, der sich normalerweise verstärkt über die linke Seite einschaltet, in diesem Spiel aber immer wieder den direkten Weg nach vorne suchte.

Den großen Offensivdrang Pospechs in der ersten Halbzeit, der wohl dem Zweck diente, die offensiv stärkere linke Seite der Kölner zu überladen und in der Defensive zu binden, konnte sein Gegenspieler Peszko nur dadurch kompensieren, dass er sich weiter als gewöhnlich zurückfallen ließ, womit er jedoch zu weite Wege nach vorne zu gehen hatte und nie in gefährliche Räume vorstoßen konnte.

Beide Mannschaften beginnen mit Pressing, doch die Gäste setzen sich schließlich durch

Anders als zu Beginn der Saison setzte Köln die Rheinhessen anfangs früh unter Druck. Zwar durften die Mainzer Innenverteidiger den Ball in der eigenen Hälfte frei führen, doch sobald die Möglichkeit eines Ballgewinns durch eine technische Unsicherheit oder fehlende Anspielstationen gegeben war, presste Köln mit drei bis vier Offensivleuten auch in der gegnerischen Hälfte. Darüber hinaus setzte man die Mainzer immer wieder an der Außenlinie unter Druck, was zwar einige Ballgewinne brachte, jedoch meist in Form von Einwürfen, sodass sich die Mainzer zunächst ordnen konnten und keinen direkten Gegenstoß der Gastgeber fürchten mussten.

Auch die Gäste setzten den Gegner frühzeitig unter Druck und attackierten dabei noch früher und flächendeckender als die Hausherren. Schon die Innenverteidiger wurden von Gavranovic isoliert, indem er sie nach außen lenkte und damit sowohl den Rückpass auf den Torhüter als auch den Querpass auf den anderen Innenverteidiger verhinderte. Der Außenverteidiger war vom Außenstürmer abgedeckt, die beiden defensiven Mittelfeldspieler von Soto und Baumgartlinger zugestellt, auch die Außen und Stürmer waren meist nicht anspielbar. So blieb den unter Druck stehenden Innenverteidigern häufig nur ein ungenauer, langer Pass in Richtung Stürmer oder Flügelspieler.

Diese Art des Pressings hielt Mainz bis in die Schlussphase hinein aufrecht, während Köln ab etwa der 30. Minute in die eigene Hälfte gedrängt wurde und den Mainzern notgedrungen die Initiative überließ. Somit gingen die Mainzer als Sieger des Pressingduells hervor und bestimmten fortan das Spiel.

Mainzer Drangphase wird mit Führung belohnt

Wie schon erwähnt verlagerten die Mainzer den Spielschwerpunkt ab etwa einer halben Stunde immer weiter in die Kölner Hälfte und setzten sich dort fest. Die Spielanlage der Gäste wirkte dabei deutlich reifer, die Innenverteidiger bauten das Spiel ruhig von hinten auf und davor verteilten die zentralen Spieler die Bälle auf die Außenbahnen. Jedoch muss gesagt werden, dass diese Spielweise in der zweiten Hälfte zwar sicher vorgetragen wurde, allerdings viel zu einseitig war.

Die Außenverteidiger rückten weit auf, sodass die Außenstürmer einschieben konnten und man bei Flanken drei potenzielle Abnehmer im Strafraum hatte. Das Problem dabei war aber, dass die Kölner darauf eine sehr einfache Antwort fanden, indem sie mit einer sehr engen Viererkette plus nur wenige Meter davor postierten defensiven Mittelfeldspielern verteidigten, wodurch die zahlreichen Flanken (insgesamt 26) nie gefährlich wurden.

Umso ärgerlicher für die Kölner, dass das Führungstor durch Allagui in der 70. Spielminute die einzige Torchance war, die aus einer Flanke aus dem Spiel heraus resultierte. Durch diesen Treffer belohnte sich der zuvor blasse Allagui selbst und bestätigte zudem seinen Trainer, der kurz zuvor nicht seinen gelbrot-gefährdeten Rechtsaußen vom Platz nahm sondern den ebenfalls unauffälligen Stieber, und damit die reale Gefahr eines Platzverweises in Kauf nahm.

Köln findet offensiv lange Zeit nicht statt

Schon die gesamte Saison hat der FC Probleme, sich mit einem ruhigen Spielaufbau aus der Abwehr heraus Torchancen zu erspielen. Die meisten Tore der Kölner resultieren aus mustergültig vorgetragenen Kontern oder individuellen Aktionen Podolskis. Gegen Mainz konnten die Kölner die sich bietenden Kontergelegenheiten nur selten ergreifen, weil sich die Gäste nach Ballverlusten sehr schnell wieder in der 4-1-4-1-Ordnung befanden und so das Vertikalspiel der Kölner unterbanden. Zudem gewannen die Gastgeber nur wenige Bälle im Mittelfeld, zum einen an den vielen Steilpässen der Mainzer in der ersten Halbzeit lag und zum anderen an der tiefen Positionierung des Kölner Defensivblocks im zweiten Durchgang.

Allerdings war es gerade in der ersten Halbzeit war es mit der Passgenauigkeit bei den Mainzern noch nicht allzu weit her, was zu einigen Konteransätzen für den FC führte, die jedoch von den Mainzern systematisch unterbunden wurden. Jedem neutralen Zuschauer dürfte die hohe Anzahl von kleinen Fouls im Mittelfeld aufgefallen sein, die viele Konter der Hausherren zerstörten.

Insgesamt 29 Fouls auf Mainzer Seite – bei vier Gelben Karten – belegen eindeutig, mit welchen Mitteln der FSV Kölner Angriffe stoppen wollten. Mit dieser Spielweise kam der FC zu keiner Phase des Spiels zurecht, die vielen Standards aus dem Halbfeld wurden leichtfertig vergeben. Und so musste am Ende erneut Podolski, der nun elf der letzten 15 Kölner Tore erzielt hat, mit einem satten Schuss aus 20 Metern für den Ausgleich sorgen.

Fazit

Mainz wirkte insgesamt sicherer im Spiel mit dem Ball, hatte aber ohne Ivanschitz offensiv zu wenig Variationsmöglichkeiten und wählte zu häufig den einfachen Pass auf die Außen. Positiv war zudem die Dominanz in einem Auswärtsspiel, negativ, dass das Spiel nach dem Führungstreffer aus der Hand gegeben wurde und man noch den Ausgleich kassierte.

Anfangs mit Vorteilen, sah sich der FC mit zunehmender Spieldauer immer weiter in die eigene Hälfte gedrängt. Die einzigen beiden echten Chancen in den ersten 75 Minuten resultierten aus individuellen Fehlern der Mainzer Hintermannschaft (48. Minute: Svensson, Bungert; 75. Minute: Fathi), aus dem Spiel heraus entwickelte sich keinerlei Torgefahr. Podolski fand bis zu seinem Tor überhaupt nicht statt und wurde von den Mainz-Verteidigern vollkommen abgemeldet.

Jedoch muss man auch die positive Reaktion nach dem Gegentor erwähnen und die im Großen und Ganzen gute Defensivleistung, auch wenn man insgesamt deutlich zu passiv agierte und bloß noch im eigenen Strafraum die Kontrolle über den Raum besaß.

Berni 14. Dezember 2011 um 19:34

Meiner Meinung nach hat Mainz gestern viel Glück gehabt. Mit einem anderen Referee wäre mindestens Alagui geflogen, und vermutlich noch ein weiterer. Köln kam sehr gut in die Partie. Besonders die Bewegung ohne Ball war sehr gut, gerade weil man es von Köln eigentlich nicht so kennt, besonders dann nicht, wenn sie das Spiel machen und der Gegner eng steht.
Dann kamen aber die vielen, vielen taktischen Fouls von Mainz ins Spiel. Eigentlich wurde nach jedem Ballverlust Foul gespielt, weil man sich der Konterstärke der Kölner bewusst war. Da der Referee das jedes Mal durchgewunken hat, kam Mainz besser ins Spiel und bei Köln ging garnichts mehr.
Dabei steht in den Regeln klar drin, dass es gelb zu geben hat, wenn ein Spieler mit seinem Foul den Konter unterbindet. Da gibts eigentlich nichtmal Ermessensspielraum.

Ansonsten stimme ich mit den anderen überein, dass es kein gutes Spiel war. Aufgrund der 5 hochkarätigen Chancen für Köln hätte Mainz sich aber nicht beschweren dürfen, wenn sie sogar noch verloren hätten. Was der Wetklo da nach der PArtie in die Sky-Mikrofone schrie, war übrigens a)respektlos der Kölner gegenüber und b) schlicht falsch. Denn um Köln gestern abzuschießen, wie er verlangte, reichte es für Mainz bei weitem nicht.

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Michael Meyer 15. Dezember 2011 um 11:45

Die Fouls von Allagui können eigentlich nicht einfach mit einer gelben Karte abgehandelt werden, da ging es doch nur darum, den Gegenspieler (Sereno) zu verletzen, was ihm ja letztlich auch gelungen ist. Dazu die Unzahl an taktischen Fouls ( von Soto z.B.). Eine schwache Schiedsrichter-Leistung.

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FCler 16. Dezember 2011 um 18:37

Zunächst einmal Danke an diese Seite, die in meinen Augen eine der wenigen vernünftigen ist, wenn es um Spielzusammenfassungen geht. Mit Sicherheit die einzig neutrale. Auch diese Zusammenfassung ist wieder sehr gut gelungen, allerdings denke ich dass man der „Taktik“ der Mainzer noch etwas hinzufügen sollte (da stimme ich mit meinen Vorrednern zu 100% überein):
Bereits nach 10 Minuten sagte ich zu meinem Kumpel: „Wenn Mainz so weitermacht spielen sie noch vor der Halbzeit mit 10 Mann!“ Und so wäre es normalerweise auch gekommen. Allein 3 Teilweise recht harte Fouls an Podolski innerhalb von maximal 10 Minuten (den ersten 10 noch dazu) von einem einzelnen Spieler, jedes dieser Fouls unterband eine gute Konterchance der Kölner. Und dafür gab es grad mal eine Ermahnung. Traurig aber wahr: Die mangelnde Spielqualität war zumindest auf Seiten des FCs nicht Unfähigkeit oder mangelndem Einsatz geschuldet. An Stelle z.B. Podolskis hätte ich mich so lange es 0:0 stand auch zurückgehalten, wenn ich zu erwarten habe, dass ich bei jedem Ballkontakt teilweise rüde von den Beinen geholt werde. Zumal bei der momentanen Verletzungsmisere.
Auch wenn ich das Ganze sicherlich nicht ganz objektiv sehe (als FCler) kann ich dazu nur sagen dass ich sowas (im Schnitt 1 Foul / 3 Minuten gepfiffen) selbst in der Kreisklasse selten erlebt habe. Ich frage mich also: Wieviele Fouls darf man begehen, ehe man eine Karte bekommt? Am Dienstag war die Antwort: So viele wie man will. Meiner Meinung nach (wiedermal) eine ziemlich bescheidene Schiedsrichterleistung, die das Spiel nachhaltig zerstört hat – natürlich dank der Mainzer, die diese Schwäche eiskalt ausgenutzt haben. Nimmt man die Aussagen Wetklos hinzu, über die wir hier wohl nicht weiter reden müssen, insgesamt ein sehr unangenehmes und unsymphatisches Auftreten der Mainzer.
In meinen Augen war dies auch der einzige Grund, warum Köln den Mainzern das Spiel überliess – wie es ohne die ständigen Fouls ausgesehen hätte, konnte man in der Anfangs- und Endphase erkennen: Ein druckvolles Auftreten der Kölner, dem Mainz nicht viel entgegen zu setzen hatte.

Fazit: Schade, es hätte ein schönes Spiel werden können! Dank völlig überfordertem Schiedsrichter und einer Mainzer Mannschaft, die dies eiskalt ausnutzte, wurde da leider nichts draus. Das gehört aber heutzutage scheinbar auch zum Fussball, daher muss man sich damit wohl oder übel abfinden.

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tactic_addicted 14. Dezember 2011 um 17:08

Ich habe dieses Spiel nicht gesehen, jedoch die Partie der Mainzer gegen den HSV am letzten Wochenende im Stadion.
Sehr viele Dinge dort stimmten auch schon mit der hier geschilderten Partie überein. Mainz spielte ein 4 – 3 – 3, und verschob diszipliniert die beiden 3er-Ketten. Dadurch wurde das Mittelfeld enorm kompakt gehalten und quasi undurchdringlich. Hamburg wollte dem begegnen, in dem es das Spiel breit machte. Einige Spieler standen schon an der Außenlinie. Jansen z.B. hat sich sehr weit fallengelassen, stand immer zwischen den Linien. Die Anspiele und seine Ballbehandlungen waren aber nie ausreichend gut, um die Mainzer in Verlegenheit zu bringen.
Das offensive Spiel der Mainzer ohne Ball schien mir aber eher statisch. Nur Soto war technisch in der Lage, auch in einer Bedrängnissituation den Ball zu halten oder vernünftig weiterzuspielen.
Teilweise, wie auch hier geschildert, ziehen die Mainzer die Spieler so weit zurück, dass kurzzeitig fast 5 Mann auf einer Linie vor der Abwehr stehen. Das hat ebenfalls alle Hamburger Angriffe fast im Keim erstickt.
Jedoch muss man festhalten, dass die Mainzer Mannschaft vom individuellen Potential nicht ausreichend stark besetzt ist, um guten Offensivfußball zu spielen. Durch die hohe taktische Disziplin und die gute Grundordnung, die Tuchel zusammenstellt, kann man sich zwar behaupten, jedoch nie den Gegner demontieren wie noch letzte Saison.
Diese individuellen Mängel zeigten sich im Aufbauspiel dadurch, dass ständig Fehlpässe erfolgten.

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laterookie58 14. Dezember 2011 um 16:54

Zeitlich hatte es nicht gepasst, irgendwo das Spiel oder Ausschnitte im TV anzusehen. Mittlerweile verlasse ich mich schon auf eine von Euren brillianten Analysen!!! Ich habe mich beim Lesen gefühlt, als wenn ich zeitweise neben den Trainern oder an der Linie hätte stehen dürfen… Ihr seid mein „Kopf- Kino“. Vielen Dank!

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despite 14. Dezember 2011 um 14:58

Ich frage mich, warum Tuchel die Marschroute der zahlreichen Flanken ausgegeben hat, obgleich ihm doch bereits vor dem Spiel gewusst haben sollte, dass er einerseits weder Kopfballungeheuer noch Flankengötter auf dem Platz hatte und andererseits ein Geromel kein schlechter IV ist. Können die Experten weiterhelfen?

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Max 14. Dezember 2011 um 17:19

Ich würde hier vermuten, dass dies eine Verlegenheitslösung war. Enges Zentrum, daher Ausweichen auf die Flügel und danach dann die Flanke. Beim Tor von Allagui hat es dann ja auch noch geklappt.

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sharpe 14. Dezember 2011 um 14:04

Ich fand die Partie auch nicht so uninteressant. Es war zu erkennen, dass die Mainzer ihr Spielsystem ab Mitte der ersten Hälfte durchsetzen konnten, nur fehlt ihnen im letzten Drittel die individuelle Klasse. Aber gegen den Ball haben sie deutlich besser gearbeitet als Köln. Allerdings hat Solbakken die Mannschaft auch noch lange nicht da, wo er hin will. Mit Kopenhagen hat er vergangene Saison ein perfekt organisiertes 4-4-2 gespielt, mit 2 sehr hoch und eng beieinander stehenden Ketten und 2 echten Stürmern. Da konnte man schon beim ersten Zusehen die Handschrift des Trainers erkennen. Davon ist Köln noch weit entfernt. Ich denke, in der Vorbereitung auf die Rückrunde wird Solbakken versuchen, mit der Mannschaft taktisch den nächsten Schritt zu machen, denn nach eigener Aussage ist er ja zu Beginn der Saison von seiner eigentlichen Marschroute abgerückt, weil er gemerkt hat, dass die Spieler zu diesem Zeitpunkt überfordert waren.

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Max 14. Dezember 2011 um 13:37

Solbakken scheint in Phase 2 übergehen zu wollen: nicht nur das Zustellen der Räume, sondern jetzt zusätzlich auch das situative Pressing.
Letzteres hat dann ja noch nicht so gut geklappt, vor allem weil die Mainzer nach Ballgewinnen die Konteransätze der Kölner durch taktische Fouls schnell unterbanden.
Das Tor von Allagui fiel dann nach einem Kölner Ballverlust, als deren Defensive noch nicht richtig sortiert war. Beide Mannschaften waren eigentlich nicht wirklich imstande den jeweils gegnerischen Abwehrriegel zu knacken. Die Mainzer weil Köln die Räume eng machte und Köln weil die Mainzer die einzige Stärke der Kölner, die schnellen Konter, gut unterbanden.
Letztlich ein leistungsgerechtes Unentschieden – spielerisch unschön, taktisch interessant.

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Eric7 14. Dezember 2011 um 11:16

Klasse Bericht. Habe mir den auf dem ersten Blick doch recht müden Kick gestern ebenfalls angesehen und schon währenddessen gehofft, einen Bericht auf eurer Seite zum Abgleich meiner Beobachtungen lesen zu dürfen. Habe letztlich alles genauso gesehen. Das Mainzer Offensivspiel (die angesprochenen zahlreichen und vor allem ungefährlichen Flanken) bzw. das sture Festhalten daran, fand ich ziemlich einfallslos, wobei diese These durch das letztlich ja doch noch gefallene Kopfballtor widerlegt werden kann. Nichtsdestotrotz war es mir zu wenig.

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