Preview zu „El Clásico“

Wenn die beiden aktuell wohl besten Mannschaften der Welt in einem derartigen Spiel aufeinander treffen, kommt spielverlagerung.de fast schon nicht umhin, seinen Lesern ein kleines Preview zu diesem Duell an die Hand zu geben.

Über die Geschichte, Tradition, die kulturelle und politische Bedeutung – über so viele Aspekte – ist bereits breit gesprochen worden. Die Ausgangslage stellt sich wie folgt dar: Titelverteidiger Barcelona hat keine absolute Favoritenstellung mehr inne, sondern schwächelte seit Saisonbeginn immer mal wieder und kassierte unlängst die erste Saisonniederlage, so dass man mit einem Rückstand von sechs Punkten in dieses Spitzenspiel geht – gegen eine Mannschaft Real Madrids, die noch einmal deutliche Fortschritte seit dem letzten Jahr und viele gute Spiele in dieser Runde gemacht hat, folglich dem Rivalen aus Katalonien nun in etwa auf Augenhöhe begegnet.

Der Mathematiker, der sich an das Objekt „Clásico“ auf taktisch-berechnende Weise herantraut, ist bekanntermaßen faul und beantwortet „nur“ selbst gestellte Fragen:

1. Welche „Art“ von Spiel ist zu erwarten?

Wer Barcelona kennt, der weiß: Die Mannschaft von Pep Guardiola spielt ein ballbesitz- und dominanzorientiertes Spiel, in dem man sich mit geduldigen Kurzpass-Stafetten ins letzte Drittel vorschiebt, um hier auf den richtigen Moment für die entscheidende Kombination bzw. Aktion zum Tor hin zu sorgen, wobei man nach einem Ballverlust mit schnellem Gegenpressing den Ball zurückerobern will.

Dass sich daran viel ändern wird, ist selbst vor diesem Spiel relativ unwahrscheinlich. Auch aufgrund der Tabellensituation muss der Meister die Initiative übernehmen, während sich die Mannschaft  José Mourinhos umso mehr auf eine abwartende Haltung einlassen kann.

Wie abwartend diese Haltung allerdings genau aussehen wird, ist eine der interessantesten Fragen des Abends. Dabei muss man zum einen die Höhe der Abwehr und zum anderen die Art des Pressings im Blick haben. Im vergangenen Clásico-Marathon wechselte Mourinho zwischen und auch innerhalb der Spiele immer wieder zwischen einer sehr tiefen und einer höheren Variante mit früherem Pressing. Grundsätzlich dürfte so auch diesmal wieder die Leitlinie aussehen, wenn man auch vermuten kann, dass man aufgrund der Weiterentwicklung der Mannschaft vor allem im Pressing diesmal aktiver ohne Ball agieren wird.

Eine höhere Abwehrlinie erlaubt dem Mannschaftsverbund als solchem mehr Kompaktheit, man kann früher attackieren, durch Passwegszusperrung mehr Druck aufbauen und die Gegner voneinander isolieren. Ein interessanter Kniff wäre der sehr extreme Wechsel zwischen hoher und tiefer Abwehr, mit der man sich immer „Erholungsphasen“ einbaut, in gewisser Weise Kontrolle übernimmt und Barcelona so provoziert, dass sie sich neu einstellen und ihr Spiel anders aufbauen müssen. Ein Wechsel zwischen den beiden Abwehrhöhen könnte sogar beim laufenden gegnerischen Angriff vollzogen werden, so dass dieser sich quasi zweimal durch den Defensivblock spielen muss. Falls das Pressing einmal fehlschlägt und Barcelona gezielt den Raum hinter der Abwehr attackieren kann, könnte man Sergio Ramos etwas tiefer agieren lassen als Pepe – während der Portugiese mit herausrücken würde und pressen könnte, würde Ramos absichern, mit gewissen Freiheiten Schnittstellen füllen und sich so zum Spielfeld stellen, dass er sich schnell drehen kann und eventuelle Durchbrüche noch erlaufen kann, wobei er durch seine minimal tiefere Stellung Diagonalpässe von Messi als halbrechter Innenverteidiger noch recht gut abfangen könnte.

Barcelona beschäftigt angesichts des 6-Punkte-Rückstandes in der Tabelle mit Sicherheit die Frage, wie viel Risiko man gehen kann. Vielen dürften wohl noch das 1:1 in Erinnerung sein, welches es in derselben Paarung im vergangenen Jahr zu sehen gab und Barcelona damit fast sicher den Titel bescherte. Es bestand damals für sie nicht die Notwendigkeit, riskant zu spielen, so dass man gegen die gut verteidigenden Gegner den Ball lieber hinten herum laufen ließ. Daraus kann man allerdings keinesfalls zwingend schließen, dass man nun mit mehr Druck nach vorne spielen muss, denn auch das Gegenteil ist denkbar – dass man lieber auf Sicherheit spielt, um einen Rückstand durch einen Konter zu verhindern und dann am Schluss den entscheidenden Schlag zu setzen, dass man die übliche Geduld an den Tag legt.

2. Welche Schlüsselduelle gibt es?

Wenn es gegen den Champions-League-Sieger geht, stellen sich die meisten immer zuerst die Frage, wie man Lionel Messi stoppt. Dafür gibt es natürlich kein Patentrezept, doch stellt diese Frage eines der zentralen Schlüsselduelle dar – die Mannschaft Real Madrids muss Messi so gut wie möglich ruhig halten.

Dazu muss man den Raum zwischen den Linien im Kollektiv sehr eng machen und eindämmen, wobei Pepe wohl dennoch eine temporäre Manndecker-Rolle spielen und mit seiner Aggressivität und Kampfkraft dem Weltfußballer auch folgen wird.

Allerdings liegt letztlich der springende Punkt vielmehr darin, dass man die kreativen und für das System enorm wichtigen Akteure im Mittelfeld bekämpft – hier wird sich das Spiel höchstwahrscheinlich entscheiden. Bekämpfen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man Busquets, die takthaltende und sicher verfügbare Anspielstation, Xavi, den omnipräsenten, tiefliegenden Spielmacher, Iniesta, den extrem spielintelligenten, beweglichen und kompletten Kreativmann, und den Ausnahmespieler Messi jeweils voneinander isoliert – etwas, dass den Blancos besonders im Finale der letztjährigen Copa del Rey herausragend gelang.

Alonso, Pepe und Khedira nahmen bei dieser Arbeit mit ihren taktischen Rochaden in gewisser Weise jene Taktik vorweg, welche Getafe vor zwei Wochen anwendete, um den Katalanen die erste Saisonniederlage zuzufügen – drei flexibel und fluid agierende zentrale Mittelfeldspieler, die sich den Bewegungen ihrer Gegner anpassen anstatt eine feste raumorientierte Ordnung durchzuziehen.

Im Spiel nach vorne wird ein vielversprechender Weg erneut jener sein, mit dem man schon in der vergangenen Saison die Schwächen Barcelonas aufdeckte – Alonso spielte zwischen den Linien der eigenen defensiven Formation, sammelte Bälle und verteilte sie in die Lücken der aufrückenden Außenverteidiger, wo man schnelle Gegenstöße initiierte.

3. Welche unorthodoxen Anti-Barca-Systeme kann Real Madrid aus dem Hut zaubern?

Um diese Schlüsselduelle für sich zu entscheiden, wird Mourinhos System voraussichtlich ein sehr speziell auf Barcelona gerichtetes Kontersystem spielen lassen. Dafür eignet sich das 4-3-3 als solides System, welches man nicht groß umbauen und asymmetrisch genauestens angepasst gestalten muss, sondern man kann durch die Wahl und Positionierung der Spieler einiges bewirken – eine auf den ersten Blick unorthodox wirkende, aber in der Theorie effektive und in der Praxis gar nicht einmal unwahrscheinliche soll nun vorgestellt werden – selbstverständlich ohne Gewähr.

Vor Casillas im Tor würden Ramos und Pepe die zuletzt auch etatmäßig so agierende Innenverteidigung bilden und sich, wie bereits erklärt, bezüglich ihrer Bewegungen in der Defensive gut ergänzen. Als Rechtsverteidiger gibt es einen unbeachteten, aber sehr sinnvollen Kandidaten, der dort auch zuletzt im Stadtderby gegen Atlético getestet wurde – Lass Diarra. Der Franzose konnte unter Bedrängnis einige gute Aktionen zeigen und schob das Spielgeschehen nach vorne, doch als ihm nach dem Platzverweis mehr Raum zufiel, schien er einige Mal stark ideenlos, desorientiert und ohne wirkliche Kreativität. Wird er unter Druck gesetzt, wird er praktisch zum Handeln gezwungen und genau dies könnte gegen das Pressing Barcelonas eine wichtige Eigenschaft werden. Als Linksverteidiger scheint auf der anderen Seite Marcelo so gut wie gesetzt, der sehr ähnlich wie in der vergangenen Saison spielt, defensiv sicher agiert, gute Akzente mit nach vorne setzt und – besonders wichtig – die nötige Dynamik besitzt, um mit diesem Gegner und insbesondere seinen häufigsten Gegenspielern Alves und Messi sowie dessen Rochadespielchen mit Fábregas klar zu kommen.

Eine mögliche Startformation für Real Madrid - alternativ könnte aber auch Pepé mit Ramos in der Innenverteidigung tauschen, wie es in letzter Zeit der Fall war. Bereits mit Carvalho gab es das Problem, dass der Portugiese tlw. zu langsam war, desweiteren kommt Ramos als Rechtsfuß die halblinke Position entgegen, um sich in der Spieleröffnung mit Diagonalbällen hervorzutun. Mna wird sehen, wie Mourinho entscheidet und dies hängt besonders davon ab, wie wichtig Mourinho die potenzielle Manndeckung Messis findet und wie offensiv Marcelo agieren wird. Oder spielt Pepé abermals im Mittelfeld und der junge Varane wird die Überraschung des Clasicos?

Im Mittelfeld wird wohl Xabi Alonso als Bindeglied zwischen den beiden defensiven „Viererreihen“ fungieren, lose Bälle aufsammeln und Sicherung bieten sowie die wichtigste Waffe nach vorne als Ballverteiler und Strippenzieher der Konter darstellen, während er im Zentrum von den ebenfalls recht tief bzw. kompakt an der Abwehr stehenden Achtern vor ihm unter- und auch ein wenig beschützt wird. Khedira hat seine Aggressivität, Laufstärke und Robustheit im Attackieren gegen die Spielmacher der Blaugrana bereits im letzten Jahr eindrucksvoll untermauert und auch Fábio Coentrão ist hier eine sehr interessante Variante.

Ebenso wie Marcelo ist der Portugiese dynamisch und offensivstark, so dass man in der Defensive sich gegenseitig absichern und die Deckung des gegnerischen Außenverteidigers und die Verdichtung des Zentrums aufteilen und abwechseln könnte sowie bei Kontern die Lücken auf außen mit einer dynamischen Pärchenbildung zu zweit schnell nutzen könnte. Umso wichtiger ist diese Dynamik Coentrãos natürlich deshalb, weil man sich so mit dem nach innen ziehenden Messi besser entgegenstellen kann. Auch das Zustellen der Passwege Xavis sollte durch die Beweglichkeit des Blondschopfs effektiver umzusetzen sein.

Größere Fragezeichen gäbe es nur für die drei verbliebenen Offensivpositionen, von denen eine für Cristiano Ronaldo reserviert ist. Özil wird wohl aufgrund des Wegfallens der Position im offensiven Mittelfeld auf der Bank Platz nehmen müssen, schon letztes Jahr hatte er konditionelle und defensiv-taktische Mängel in den Spielen gegen Barcelona aufzuweisen.

Eine Möglichkeit für die Hauptstädter wäre es, Ronaldo als zentralen Spieler aufzubieten und ihn von so viel Defensivarbeit wie möglich zu befreien sowie als Verwerter von Zuspielen im Strafraum zu nutzen, während man sich auf den Flügeln der exzellenten und fleißigen Defensivarbeit di Marías bedienen würde und auf der linken Seite sogar ein nomineller Stürmer agieren könnte – Karim Benzema hat sich ebenfalls defensiv verbessert, weicht ohnehin oft auf die Flügel aus und arbeitet mit diesen Rochaden stark für seine Mitspieler (zusätzlicher Raum für Marcelo und Coentrao), dennoch versprüht er Torgefahr und könnte somit auch Ronaldo mehr Freiheiten erlauben. Zuletzt bekam der Franzose auf der Außenbahn immer wieder Spielpraxis – vielleicht als Vorbereitung auf diesen Einsatz.

Die andere Möglichkeit sähe mit Higuaín gar einen weiteren Stürmer vor, der Ronaldo aus dem Zentrum auf die rechte Seite drängen würde, wo dieser von der taktischen Arbeit Higuaíns ebenso profitieren sollte wie von der Unterbesetzung der Formation Barcelonas auf jener Seite, um mit seiner Schnelligkeit hinter die Abwehr zu kommen. Auch könnte Benzema von außen nach innen schneiden, wobei man mit den zwei eng beieinander stehenden Stürmern auch in der Defensive interessante Positionierungen vornehmen könnte.

4. Wie und vor allem wie stark stellt sich Barcelona auf den Gegner ein?

Eine von vielen möglichen Startformationen für den FC Barcelona

Seit dieser Saison hat Pep Guardiola mit dem Ziel der Weiterentwicklung seines Teams eine 3-4-3/3-3-4-Mischformation als neues primäres System installiert, welches allerdings noch einige Probleme in verschiedenen Aspekten der Defensive aufweist und daher von vielen als ziemlich unrealistische, da zu riskante, Aufstellung für dieses wichtige Match eingeschätzt wird.

Zwar ist dies bei weitem nicht so eindeutig, doch das 4-3-3 scheint wohl die favorisierte Variante für den spanischen Meister zu sein, dessen Aufstellung allerdings unmöglich einzuschätzen ist, da es schlicht so viele Möglichkeiten gibt.

Wählt man das etwas sichere 4-3-3 müsste man für den zusätzlichen Innenverteidiger einen Offensivspieler opfern – es könnte durchaus Cesc Fábregas treffen, der ansonsten mit Messi zwischen der rechten Seite und dem Zentrum rochieren müsste, was interessant, aber wohl nicht optimal sein dürfte (fehlende Breite, größere Defensiv-Verwundbarkeit gegen Marcelo und Coentrao). Messi würde dann eher von rechts kommen, Fábregas eher die Falsche 9 spielen. Vor allem deshalb ist es suboptimal, weil man die Außenverteidiger nicht ganz so offensiv spielen lässt wie gewöhnlich, um gegen die Konter der Madrilenen nach den langen Zuspielen Alonsos besser gefeit zu sein.

Genau dies könnte ein Argument für das 3-4-3 sein, denn bei einer defensiven Ausrichtung der drei Abwehrspieler könnte man in der Tat hier eine gute Absicherung aufbauen und würde nach vorne noch kreativer durch das Zentrum attackieren, wobei man durch zwei Flügelstürmer weiterhin auf den Flügeln präsent wäre.

Diese Breite könnte eine der möglichen Anpassungen sein, eine schematisch breitere Formation als das „Standard-4-3-3“, mit der man die von Real Madrid und der eigenen Formation enggemachte Mitte etwas entzerren und mit einer geringfügigen Änderung schon einiges bewirken könnte.

Bezüglich der Personalentscheidungen Guardiolas könnte man anmerken, dass in der Innenverteidigung Schnelligkeit gefordert ist, wodurch Piqué, Mascherano und Abidal die aussichtsreichsten Kandidaten sind, während im Angriff die Tendenz wohl zu Alexis geht, der sich in den letzten Wochen in guter Form befand und wohl passender als David Villa ist, da er technisch und im Dribbling stärker ist und außerdem sehr robust agiert, was durchaus wichtig werden könnte. Pedro ist etwas außer Form, Cuenca auf der rechten Seite wertvoller und Alexis damit in der Pole-Position.

5. Was gibt es sonst Wissenswertes oder Beachtenswertes?

Am interessantesten ist wohl die Psychologie des Spiels, allerdings nicht speziell auf die Rivalität und das Wesen des „Clásico“ bezogen, sondern auf eine generelle Strategie, wie man Barcelona beikommen kann. Es gibt zwei unterschiedliche und auch gegensätzliche psychologische Wege, um Barcelona ihre Sicherheit zu nehmen und ihr Spiel wie ihre Verbindungen zu stören – indem man sie in Sicherheit wiegt oder ihnen Angst macht.

Für Real wird wohl der zweite Weg derjenige sein, den es zu beschreiten gilt – man darf die Wichtigkeit dieses Aspektes keineswegs unterschätzen, denn gerade in so einem wichtigen und polarisierenden Spiel sollte er integraler Bestandteil der taktischen Strategie sein. In diesem Fall also: Gelingt es, bei Barca eine Angst, eine Nervosität, eine Unsicherheit zu provozieren, auch wenn es nur eine kleine ist, dann kann man den berauschenden und überlegenen Glauben an sich selbst ausschalten, weil der kleinste Zweifel aufgrund der Voraussetzungen eine vielfach größere Wirkung haben kann – sie verlieren die Sicherheit, von der sie eigentlich so abhängen. Gelegentlich war dies schon zu sehen (1. Halbzeit des CL-Achtelfinal-Rückspiels gegen Arsenal in der letzten Saison, 1. Halbzeit des Pokalfinales) und worauf könnte Mourinhos Taktik besser aufbauen, wenn nicht hierauf.

Fazit

Es dürfte nicht nur das elektrisierendste, sondern vielleicht sogar das taktisch interessanteste Match dieser europäischen Hinrunde werden. Entschieden wird das Spiel am Ende wohl im Mittelfeld. Bei Real Madrid gegen den FC Barcelona kann aber so viel passieren, es kann auch komplett anders laufen, als hier in diesem Preview vermutet.

Selbstverständlich wird es eine ausführliche taktische Nachberichterstattung geben, bis dahin wünschen wir allen unseren Lesern viel Spaß mit einem hoffentlich tollen „El Clásico“.

Allen Fans des katalanischen FCBs und auch anderen Interessierten sei noch dieses nicht unbedingt „Clásico“-spezifische, aber doch relevante wie interessante Interview unseres Autors RM mit dem Internet-Video-Analyst AllasFCB ans Herz gelegt.

Axtschwinger 10. Dezember 2011 um 17:37

Tolle Preview, macht Lust auf das Spiel. Ein zentraler Aspekt wurde meiner Meinung nach vergessen, nämlich der Schiedsrichter. Angeblich hat die spanische Presse Mourinhos Zehn-Punkte-Plan aufgedeckt, in dem als wichtigste Regel steht, den Schiedsrichter unter keinen Umständen anzusprechen. Egal ob dieser Plan existiert oder nicht, der Ratschlag könnte in meinen Augen extrem wichtig werden. In den letzten Duellen lief es immer darauf hinaus, dass Real sehr agressiv auftrat, bisweilen sogar überhart. Barca hat darauf reagiert indem man absichtlich viele Fouls kassierte und oftmals (allen voran Alves und Villa) dann mehr daraus machte, als es war. Man kann darüber streiten was unsportlicher ist, aber ich denke, dass das Spiel, zumindest wenn es lange unentschieden steht, von der ersten roten oder von vielen gelben Karten entschieden werden könnte.(siehe Championsleague Hinspiel )

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TR 10. Dezember 2011 um 17:42

Sehr richtiger Punkt, der Umgang mit dem Schiedsrichter könnte in der Tat das Zünglein an der Waage eines engen Spiels werden.

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laterookie58 10. Dezember 2011 um 17:13

@TR und meine „Mit- Kommentatoren“: sicher zum x- ten Mal: was habe ich eigentlich gelesen, dazu gelernt, bevor ich diese Seite entdeckt habe??? Tolle Analyse von TR, mal wieder, die ich in groben Zügen auch glaube zu verstehen! Danke! Jetzt muß ich nur noch das Spiel irgendwo live erwischen… Ich freue mich schon auf die „Nachbearbeitung“.

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Tank 10. Dezember 2011 um 04:08

Dass ihr bei eurem Ausstoß an qualitativ hochwertigen Artikeln noch traut das Wort „Faulheit“ in den Mund zu nehmen, ist schon beachtlich.
Als Barca-Fan würde ich es natürlich faszinierend finden, wenn Guardiola sich wirklich traut das 3-4-3 gegen Madrid zu spielen. Am besten mit Fabregas auf der ’10‘ und Alexis und Cuenca auf den Außen. Wenn ein Trainer die Chuzpe hat, sowas in einem solchen Spiel zu wagen, dann der katalanische Schöngeist mit dem lichten Haarschopf. Das 3-4-3 ist aber natürlich auch ein großes Risiko, was die Räume vor den beiden Barca-„Außenverteidigern“ angeht. Trotzdem bildet diese Formation die logische Weiterentwicklung des Barca-Systems. Graham Hunter behauptet in einem Interview zum Classico, dass das SuperCup Rückspiel die bisher einzige herausragende Leistung Barcelonas in dieser Saison war. Ich stimme nicht zu. Die Partien gegen Villareal und das 8-0 gehörten zu den schönsten, besten und kunstvollsten Spielen, die Barca unter Guardio… jemals gespielt hat. Wenn es richtig funktioniert, aber auch nur wenn es perfekt funktioniert, können aus dem 3-4-3 fluidere Bewegungsmuster entstehen, als das im 4-3-3 möglich wäre.

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HerrHAnnibal 10. Dezember 2011 um 13:37

Dazu wird es definitiv nicht kommen. Gerade gegen Real spielte Guardiola immer mit einer sehr zurückhaltenden 4er Kette. Das sind die einzigen Spiele wo Alves bei Barca wirklich als klassischer Rechtsverteidiger agiert bzw die Viererkette auch wwirklich ihrem Namen gerecht wird.

Man liest in vielen Foren von den tollen Vorteilen des 3-4-3 weil man einen zusätzlichen Mittelfeldspieler hat. Das ist doch kompletter Unfug.

Barca`s „typisches 4-3-3“ ist im Endeffekt eine Dreierkette. Dani Alves spielt doch da grundsätzlich eher einen Winger als einen Aussenverteidiger. Man hat de facto eine Dreierkette mit Abidal und den beiden IV.

Die Raumaufteilung im Mittelfeld unterscheidet sich dann in einigen Details aber letztendlich sind beide Systeme (in der Art wie sie von Barca interpretiert werden grundsätzlich sehr ähnlich)

Ein Nachteil beim 3-4-3 ist, dass wirklich die Stürmer das Spielfeld in die Breite ziehen sollen. Und das ist der Hauptgrund warum David Villa in dieser Saison wenige gute Spiele gemacht hat. Der agiert viel zu oft an der linken Außenlinie und kann seine großen Stärken (Abschluss, Torriecher) nicht einbringen.

Wenn Dani Alves im 3-4-3 im Mittelfeld eingesetzt wird ist das praktisch identisch zu einem 4-3-3 mit Alves als RB.

Real wird heute mMn im 4-3-3 spielen. Im Mittelfeld 3 Kämpfer (zB Lass,Alonso,Khedira) und davor Benzema, Ronaldo, di Maria.

Bei Barca gehe ich ebenfalls von 4-3-3 aus.

Alexis Cesc Messi
Iniesta Xavi
Busquets
Abidal, Mascherano, Pique, Alves

Messi und Cesc werden sich natürlich immer wieder ins Mittelfeld fallen lassen um dort Überzahl zu schaffen und dann in die Spitze vorstossen. Villa statt Alexis ist ebenfalls denkbar wobei der Chilene in den letzten Spielen einen guten Eindruck machte und mit seinen Dribblings sicherlich für Chaos sorgen kann.

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Tank 10. Dezember 2011 um 20:29

Dass der zusätzliche Mittelfeldspieler im 3-4-3 Unfug sein soll, sehe ich nicht so. Dagegen spricht meiner Ansicht nach schon, dass Spieler wie Xavi selbst davon gesprochen haben, dass das 3-4-3 ebendiesen Vorteil hat.
Eine Ausnahme könnte, wie von dir genannt, gegebenfalls das 3-4-3 mit Dani Alves als rechter Mittelfeldspieler sein, aber bisher war das ja nun eher selten die Variante der Wahl. Xavi als rechter Mittelfeldspieler könnte zum Beispiel wohl kaum Alves‘ Part übernehmen und als RV aushelfen.
Den „Nachteil“ der sehr weit außen spielenden Außenstürmer im 3-4-3 halte ich für das Spiel gegen Madrid für unumgänglich, da Alves auch im 4-3-3 nicht wie gewohnt mit nach vorne gehen kann um das Spiel breit zu machen. Diese Aufgabe wird heute Abend wohl oder übel an den Außenstürmern hängen bleiben. (Es sei denn Pep versucht ganz was anderes.)

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Jose Mourinho 10. Dezember 2011 um 01:48

Diese Aufstellung von Real Madrid hatte ich auch genauso im Kopf. Allerdings würde ich Ronaldo lieber auf den linken Flügel sehen so kann er seine Geschwindigkeit & Dribblings besser ins Spiel setzen. Wichtig wird es sein den Raum zwischen Abwehrlinie und Mittelfeld zuzumachen. In diesen Raum bewegt sich Messi sehr oft. Im Copa-Finale hat man ja keine klassische Raumdeckung mit Pepe gespielt sondern Pepe hielt sich eben genau in diesem Raum auf.
Ein 4-2-3-1 ist also schonmal ausgeschlossen. Das Pepe aus der Abwehr rückt sehe ich auch nicht als gute Lösung an (siehe Supercup

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