FC Bayern München – Villarreal CF 3:1

Mit einem souveränen Pflichtsieg über Villarreal stellen die Bayern den Gruppensieg sicher.

Viel war vor der Partie spekuliert worden, wie Trainer Heynckes mit seiner Aufstellung auf die Heimniederlage im Topspiel gegen Dortmund reagieren würde – er setzte Müller auf die Bank und kehrte zu einem System mit drei klaren Mittelfeldspielern zurück. Kroos agierte hier auf der Zehn, Tymoschchuk und Alaba bildeten das neuformierte Duo im defensiven Mittelfeld und Robben durfte erneut Praxis auf rechts sammeln.

Extrem gebeutelt von Verletzungen und Sperren gingen die Gäste aus dem spanischen Osten in diese Partie. Juan Carlos Garrido musste erneut einige Umstellungen vornehmen und ließ seine Mannschaft in einem interessanten 4-2-3-1 auflaufen, in dem Bruno deutlich tiefer stand als sein Kollege im zentralen Mittelfeld, wobei jener sich mit dem Mann auf Rechts abwechselte, da beide stark die bayerische linke Seite sichern sollten.

Auf die eigenen Stärken besinnen

Heynckes wählte also wieder die Formation der letzten Wochen aus und löste somit einige Probleme aus dem letzten Ligaspiel auf, wobei dies nicht heißen soll, dass Thomas Müller auf der Zehn untragbar geworden ist, denn auch mit ihm hätte man gestern wohl ein gutes, wenn auch auf eine andere Weise gutes, Spiel gemacht – gegen Dortmund hatte er vor allem auch einen ganz schwachen Tag. Andererseits war ein weiterer vorteilhafter Effekt jener Formation, dass den Spielern dadurch zunächst einmal eine gewisse Sicherheit gegeben wurde.

So wie es in den letzten Wochen war, so spielten die Bayern dann in der Art und Weise auch. Es war deutlich mehr Bewegung in den einzelnen Positionen, mehr Rochaden zwischen den Rollen und mehr Rotation – also das kurzweilige komplette Tauschen der Rollen – vorhanden. Ebenso verbessert verhielt es sich mit der Staffelung, durch die man mehr Linien und mehr Interaktion kreieren und zwischen den Reihen spielen konnte.

Am wichtigsten war aber wohl, dass man das häufig gelobte Überladen, eines der zentralen Stilmittel der bisher so erfolgreichen Saison, wieder praktizierte. Gegen Dortmund fast noch ein Fremdwort, besann man sich auch ohne Schweinsteiger auf diese großartige Stärke und vor allem Kroos, aber auch Alaba und Gomez versuchten sich in Kombinationen mit Lahm und Ribéry einzubinden. Kurz gesagt: Mit all diesen Faktoren wirkte das Bayern-Spiel zwar nicht brillant, aber das musste es auch nicht, sondern wieder deutlich runder.

Bayerische Rhythmuswechsel

Wenn man auch sehr fluid spielte und keinen Zwang zum Ballbesitz verspürte in den letzten Wochen, war doch die Grundprämisse des Systems, über den Ballbesitz zu dominieren und auf der auch auf gutem Pressing aufbauenden Kontrolle des Spiels geduldig und variabel gefährliche Spielzüge aufzubauen.

In dieser Partie löste man sich von dieser Leitlinie in ungewöhnlich starkem Maße, wovon für die eigenen Verhältnisse zeitweise nur knapp im 60%-Bereich liegende Ballbesitzzeiten ein Bild zeichnen. Immer wieder veränderte man den Rhythmus und wechselte zwischen dem Ballbesitz- und einem schnelleren und fast schon konterähnlichen Stil.

Bereits im Hinspiel hatte man mit dieser Strategie, wenn auch damals in klarerer Ausführung, gute Erfolge erzielt – und das hatte seinen Grund. Die Spanier waren gruppentaktisch nicht stark genug, um mit dieser taktischen Maßnahme der Bayern mitzuhalten. Zwar versuchte das „gelbe U-Boot“ immer wieder aggressive Pressingphasen auf die Münchener Innenverteidigung einzustreuen, doch diesen gelang es, das Feld groß zu machen und dann die Bemühungen ihrer Gegner auch dank ihrer Bewegung zu umspielen.

In der Folge hatte man natürlich sehr viel Raum, wovon auch die Flügelspieler profitierten, besonders aber Toni Kroos, der sehr oft viele Räume zwischen den Linien fand – auch weil Bruno zu tief stand und bei Zeiten wie ein dritter Innenverteidiger wirkte – und hier mit einer hervorragenden Leistung die Fäden ziehen konnte. Wie die Defensivlinie der Gäste es auch anstellte, immer gaben sie den Bayern Raum – entweder auf obigem Wege für Kroos oder bei weiterem Aufrücken für oft von den Münchenern gespielte Pässe hinter die Abwehr für Gomez, Robben und Ribéry, die auf diesem Wege einige Chancen direkt oder indirekt selbst vergaben, andere durch eine Abseitsstellung (5-mal lief man ins Abseits, überdurchschnittlich viel für den FCB) vereitelten, wenn auch diese nicht immer korrekterweise gepfiffen wurde.

Teilweise waren in der Art und Weise, wie Villarreal die Bayern in der Defensive attackierte, deutliche Parallelen zu den Dortmundern erkennbar, wenn man beim Querpass zwischen den Innenverteidigern den Empfänger mit dem herausrückenden Stürmer – bzw. bei einem Zuspiel auf Boateng mit Valero – unter Druck setzte und bestimmte Passwege zustellte, der ballnahe Außenspieler zum Außenverteidiger aufrückte und der Rest diszipliniert eine klare Linie hielt.

Erstens war Villarreal aber nicht so stark wie Dortmund und in der Lage, auch alle Optionen zu verschließen, zweitens verbesserten sich die Bayern und schufen nun Raum oder sorgten für Bewegung, und drittens tat man etwas sehr Wertvolles: Man lernte nämlich aus seinen Fehlern in der Form, dass wenn der Gegner einem die Räume anbot, man sie mit Bewegung und vor allem Mut auch annahm und ausnutzte.

Villarreals Defensivstrategie und Bayerns Gegenmittel

Durch diese Rhythmuswechsel und das in den jeweiligen Phasen einhergehende temporeiche und direkte Spiel wurde die eigentliche Defensivstrategie der Gäste aus einer abwartenderen Haltung heraus natürlich indirekt außer Kraft gesetzt und für bestimmte Spielphasen wirkungslos gemacht, was natürlich auch dazu führte, dass Villarreal sich nicht recht zu wehren wusste.

Normalerweise wollte man durchaus ähnlich wie beispielsweise Hannover gegen die Bayern auftreten und es war auch durchaus zu erkennen, dass man bei Möglichkeit sich sehr tief und nahe zusammen stehend – oft mit allen Feldspielern in der eigenen Hälfte – postierte und ein 4-1-3-1-1 einnahm, dessen Ziel es war, durch die enge Dreierkette das Zentrum kompakt zu halten und eng nach außen verschieben sowie durch den absichernden Spieler dahinter eine Isolation sowohl von Kroos als auch von Gomez vornehmen zu können und beim Verschieben Rückendeckung zu haben.

Besonders Ribéry sollte davon stark bearbeitet werden, stellte man doch gleich zwei Spieler zur Unterstützung auf seine Seite ab. Man versuchte ihn auf jene Weise aus dem Spiel zu nehmen, wie es die Dortmunder mit Robben gemacht hatten, doch besonders Kroos und Lahm halfen gut und konstant, so dass man in Situationen, wo das Pressing zur Anwendung kam, fast immer mindestens den Ballbesitz oder die Zirkulation halten, oder sogar sich bis zum gegnerischen Sechzehner vorarbeiten konnte. Hier wurde den Bayern die Außenbahn sehr offen angboten, was man vor allem in Person von Lahm nutzte, doch diesen großen Freiraum hätte man noch effektiver (zu ungenaue Flanken) und konsequenter (länger auf beste Option warten) verwenden können.

Ein interessantes Mittel, um sich zu lösen, wenn man sich in der Doppelung oder Trippelung festgefahren hatte, war ein kurzes Andribbeln des Außenspielers gegen seine Gegner in Richtung Strafraumeck, eine explosive Auftaktbewegung von Gomez in vertikale Richtung nach hinten, mit der man die häufig drei um ihn herum stehenden Gegner leicht herauslockte, und schließlich ein hohes und bogenförmiges Zuspiel (17 Flanken spielten die Bayern, siehe dazu auch obige Erklärung zu den Freiräumen für Lahm) in die Diagonale auf den einlaufenden Kollegen vom anderen Flügel – sowohl Ribéry als auch Robben versuchten dieses Zuspiel ab und an, auch wenn es nicht sonderlich viel Einfluss auf das Spiel auswirkte, war es doch vorzeigbar und erwähnenswert.

Stichwort Robben: Ihn deckten die Gäste zunächst auf eine andere Art als sein französisches Pendant. Auffällig war, dass Robben extrem hoch agierte und häufig gar neben Gomez, was zum einen für mehr Torgefahr bei Bällen hinter die Abwehr sorgen und zum anderen als Anstoß für erhöhte Bewegung dienen sollte. Zu Beginn stand Robben häufig aber zu hoch, so dass er vor allem von Rafinha abgetrennt war, da jener ihn absichern musste und sich im ersten Durchgang stark zurückhielt, zudem vom sehr hoch stehenden Perez ebenso wie sein Passweg zu Robben geblockt wurde.

Das dadurch entstandene Loch nutzte zunächst Villarreal für Spielaufbau und Konter, während die Bayern dies in Person von Tymoschchuk taten, bis Robben hier aktiver wurde und seine Bewegungen nicht auf Ausflüge in die Spitze oder auf die andere Seite münzte, sondern auf der eigenen Seite die Räume nutzte, worauf Villarreal dann reagierte, indem man Perez weiter zur Stärkung des Zentrums in die Mitte zog.

Rollenverteilung im zentralen Mittelfeld

Schon gegen Augsburg hatte Tymoschchuk aufgrund dieses Loches mehr Raum bearbeiten musste, was man in diesem Spiel mit einem guten Schachzug löste. Der Ukrainer und sein Partner Alaba agierten gleichberechtigt, das hieß, dass der eine primär für die halbrechte, der andere für die halblinke Seite zuständig war, hier aber in der Vertikalen alle Freiheiten hatte. So konnten beide gleichberechtigt nach vorne aufrücken und das offensive Zentrum besetzt halten, was auch der Grund war, wieso Tymoschchuk so oft weit v0rne war, mehrere Schussversuche (4 an der Zahl) hatte, von denen einer das 2:0 einleitete. Diese Gleichmäßigkeit mit Beschränkung auf die Seiten ist eine relativ einfache Mittelfeldpartnerschaft mit einer relativ geringen Gefahr, dass die Verbindung zwischen beiden Spielern leiden könnte, da keiner alleine zurückgelassen wird. Somit gab diese eher weniger anspruchsvolle Aufteilung der Mannschaft ebenfalls die bereits angesprochene Sicherheit und bedingt einen weiteren wichtigen Punkt.

Pressing, Gegenpressing und Ballgewinne

Mögen die Bayern durch all diese Aspekte die bessere und überlege Mannschaft gewesen sein, war es letztlich doch noch ein anderer Faktor, der die entscheidende Wendung beim (frühen) Einbiegen auf die Siegerstraße gab – Pressing. Beide von Ribéry erzählten Tore wurden durch einen Fehlpass eines Innenverteidigers verursacht, der sicherlich primär dem jeweiligen Spieler anzukreiden ist, aber auch der guten Defensivarbeit der bayerischen Offensivkräfte gebührt, die aufmerksam waren und schließlich auch zwei wunderbare Tore daraus machten.

Dass die Bayern ein sehr starkes Pressing und Gegenpressing spielten, war schon sehr oft ersichtlich und wurde hier noch einmal unterstrichen. Von vorderster Front arbeiteten die Spieler gut mit und legten die Grundlage für eine Dominanz, die im Mittelfeld ihr Ergebnis fand. Man rückte hier mit allen Mittelfeldspielern fast schon in einem 4-0-1-4-1/4-0-2-3-1 weit auf – dies ist der Nutzen der Rollenverteilung im Mittelfeldzentrum bzw. man kreierte diesen Nutzen selbst – und gewann die Bälle durch sehr gute antizipative Fähigkeiten, ebenso wie es die herausrückenden Innenverteidiger machten, während Rafinha auch wegen der Absicherung in diesen Fällen etwas tiefer stand. Generell waren die Bayern aufmerksam, klärten viele Situationen, waren als Erster an freien Bällen und häufig den entscheidenden Schritt schneller.

Hier wurde Villarreal ihr 4-1-3-1-1 zum Verhängnis, denn Bruno stand mit dem Ball quasi auf Höhe seiner Innenverteidiger und fand wegen der schwachen Staffelung kaum eine Anspielstation – Angel/de Guzman (je nach Situation) war somit gegen die bayerische Mittelfeld-Überzahl alleine gelassen, Valero wurde durch die Schutzmauer, die die bayerische Formation hier bildete, abgedeckt. Garrido korrigierte dies später und wies Bruno zur besseren Aufteilung an, doch da stand es schon 2:0.

Zweite Halbzeit

Die größte Änderung nach dem Seitenwechsel war die Tatsache, dass die Bayern mit der sicheren Führung im Rücken nun vermehrt versuchten, Robben ins Spiel einzubinden. War im ersten Durchgang noch die linke Seite sehr dominant, war in der zweiten Halbzeit zu sehen, dass man mehr über rechts aufbaute, aber vor allem, dass die Verlagerungen von links nach rechts deutlich früher gespielt wurden – nicht erst, wenn es links nicht mehr weiter ging und der Gegner bereits sortiert war, sondern schon im zweiten Drittel. Es wirkte fast wie ein Muss, Robbens Laune etwas zu heben, denn Kroos spielte immer wieder den gleichen Pass zwischen dem linken Verteidiger und dem linken Mittelfeldspieler hindurch auf Robben, der nach innen zog, während Rafinha nach vorne preschte.

Dieser wurde nun immer offensiver und sollte mit Hinterlaufen oder „Vorherlaufen“ Robben unterstützen, was allerdings nur bei einem Doppelpass in einer Szene wirklich effektiv klappte, stattdessen verlor Robben bei seinen Dribblings meist den Ball und man war hinten offen für Konter, von denen man einige bekam, aber nur einer bestraft wurde, als de Guzman traf (50.), wenn sich die Situation hier auch etwas anders dargestellt hatte, doch die Gefahr der Rafinha-Läufe wurde erkennbar.

Danijel Pranjić

Zum Schluss noch ein Lob an den kurz vor Schluss eingewechselten Musterprofi. Zwar ist Pranjić kroatischer Nationalspieler und hat höhere Ansprüche als einen Tribünenplatz, doch er meckert nie, stellt sich in den Dienst der Mannschaft und gibt sich selbst bei einem solchen unbedeutenden Kurzeinsatz größte Mühe. Erneut konnte er sich selbst mit einigen gelungenen Aktionen dafür belohnen.

Dass er ein guter Spieler ist, konnte er bereits zeigen in den letzten Jahren, als er immer überzeugte, wenn er gebraucht wurde – man erinnere sich an das Champions-League-Viertelfinale 2010, das Achtelfinale der vergangenen Saison oder den zweiten Teil der Hinrunde 2009/2010.

Nun neigt der Kroate selbst zu einem Wechsel, da er bei der kommenden EM seinen Platz haben will, während die Bayern ihn sicher gerne behalten würden – ein Teamplayer, seine größten Stärken sind seine Polyvalenz, Spritzigkeit, Dynamik, Flanken und Spielintelligenz, leider fehlt es ihm an Robustheit und Zweikampfhärte sowie an der letzten Sicherheit unter Druck.

Fazit

Viele Erkenntnisse lassen sich aus diesem Spiel nicht unbedingt ziehen, doch man konnte erkennen, dass man sich der FC Bayern sehr gewillt und fähig zeigte, aus seinen Fehlern zu lernen. Es war ein Pflichtsieg, den man mit sehr gutem Erfolg einfuhr. Als Gradmesser taugte Villarreal nicht, da sie nicht stark genug waren, wohingegen das nationale Aufeinandertreffen mit Mainz am Sonntag schon interessanter werden dürfte.

sennheitl 24. November 2011 um 01:39

Vielleicht war es Zufall, oder ist Heynkes vielleicht die abgezockteste „Trainersau“ überhaupt, der das Ligaspiel gegen übermotivierte BVB’ler riskierte um den FCB voll auf das CL-Spiel zu fokussieren.
Was sind 3 Ligapunkte gegen das jetzt schon sichere Überwintern als Gruppenerster.

PS: gegen extrem motivierte, schnelle, taktisch konzentrierte Defensivmauern haben schon die Besten verloren ( Rubin Kazan-Barca )

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sennheitl 24. November 2011 um 01:33

Im Dortmundspiel ist auch die etwas schwächere FCB-Offensive am Samstag aufgefallen. Als der Arsenalspieler am Flügel durchkam, waren in der Mitte 3 rote Stürmer die den Pass durch die Überzahl ( nur noch 2 Dortmunder) leicht verwerte konnten.

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C 24. November 2011 um 00:23

Was evtl noch eine Erwähnung finden hätte können waren die mutigen Wechsel , die man so bisher selten gesehen hat:

– Pranjic auf LA Van Gaal setzte ihn dort ungern ein, sah ihn ja eher zentral
– Müller als Mittelstürmer, wobei er glaube ich eher aus dem 4-2-3-1 ein 4-2-4-0 machte und nur sporadisch ins Sturmzentrum vorstieß, halt „false 9“ mäßig
– Olic als RA (ok gegen Dortmund, aber ich denke das kann man nicht gelten lassen)

sowieso wechselt Jup anders meist sehr viel später, und bisher habe ich unter Jup noch nie Van Buyten im Sturm gesehen, diese Rolle hat sich anscheinend erledigt finde ich schade war dies doch Beweis dafür, dass Van Gaal sehr wohl taktisch variabel sein konnte.

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laterookie58 23. November 2011 um 18:21

@einige wenige: an die, die Ihr Euch über zu lange Analysen auslasst: nicht jeder hat pay- TV; dann ist die Ausführlichkeit, ja „Wortgewalt“, so etwas wie „Kopf- Kino“… Und einige von uns mögen, trotz eigenem pay- TV, noch eine Nachbetrachtung. Man kann so gut feststellen, ob man wesentliche Details, taktische Fehler oder bemerkenswerte Spieler- Leistungen nicht allein so erfasst hat. Das hohe Niveau hier wurde bereits mehrfach erwähnt!@firedo/TR: mir und einigen anderen Schreibern hilft die „4-0-1-4-1“- Schreib- bzw. Erklärungsweise. Wir sind doch alle mittlerweile vertraut mit der Schreibweise der Taktik- Systeme und somit fällt es doch wirklich leichter, glaube ich zumindest, die Version von TR zu adaptieren. Zu guter Letzt: mit wem haben wir uns eigentlich– so niveauvoll und ausführlich– ausgetauscht, analysiert, bevor wir spielverlagerung mit den Blitz- Analysen hatten???

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datschge 23. November 2011 um 16:54

Alaba würde ich weiterhin nicht als DMF bezeichnen, da er in der Rückwärtsbewegung immer noch ein großes Sicherheitsrisiko ist. Er sollte defensiv auf seiner Seite die Lücken füllen und Lahm absichern. Beim schnellen Umschalten Villareals vor dem Gegentor hatte er beste Aussicht, sah dass die bayerische Hintermannschaft nach rechts rückte und somit auch Lahm den Raum links freigab. Statt dies zu registrieren trottet er kontinuierlich locker lässig zurück, während es de Guzman ist, der den Raum sieht, ihn überholt und prompt ausnutzt. Zu keinem Zeitpunk in dieser Situation hat Alaba den Eindruck gemacht, eingreifen zu wollen.

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sharpe 23. November 2011 um 14:46

ich denke nicht, dass sie nur das nötigste getan haben. Sie haben in dieser Saison auch schon einige Mannschaften in der Allianz-Arena gedemütigt und in diesen Spielen bestimmt nicht mehr Aufwand betrieben als gestern. Aber aktuell ist die Form von September und Oktober nicht mehr da und dann schaut eben alles nicht mehr so flüssig aus. Aber es ist in meinen Augen normal, dass es bessere und schwächere Phasen in einer Saison gibt und aktuell hat Bayern eine etwas schlechtere. Wichtig ist, dass sie im Frühjahr noch in allen Wettbewerben vertreten sind und dann hoffentlich komplett in gute Form kommen.

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Stammtischparole 23. November 2011 um 14:21

@TR: Vielen Dank für die klasse Analyse! Mir ist aufgefallen, dass Lahm im Spielaufbau extrem hoch agierte und seine Position hinten links frei ließ. Diese wurde dann meistens von Alaba (manchmal sogar von Kroos) übernommen. Glaubst du, sowas wurde vom Trainer angeordnet oder machte er es selbstständig, um Ribery gegen die enge Deckung zu unterstützen? Oder liegt, wie so oft, die Wahrheit in der Mitte? 😉

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Berni 23. November 2011 um 11:49

Die Bayern zeigten, wie so oft, nur das nötigste. aber gerade darin liegt noch der größte Unterschied zu Vereinen wie Barca oder Madrid.
Den Bayern fehlt einfach der Killer-Instinkt, um solch schwache Gegner zu demütigen. Gut, einige mögen nun sagen, dass das nciht so schlimm sei und man Kräfte sparen müsste, aber man darf die psychologische Wirkung auf kommende Gegner nicht unterschätzen. Wieviele Punkte (Siege) holen Barca, Madrid und Spanien schon alleine dadurch, dass die Gegner schon vom Anpfiff an die Hosen voll haben und sich kaum trauen nach vorne zu spielen?

Bei Bayner muss man immer Angst haben, dass sie den Gegner wieder stark machen nach einem 2-0 oder 3-0. Völlig unnötig, und kostet am Ende mehr Kraft und Nerven als man hätte einsparen können.

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Alildo 23. November 2011 um 11:35

Danke für den wiedermals sehr gelungenen Bericht. Mein Vorredner hat es ja schon erwähnt, die Analyse ist sehr lang. Aber – und das ist ja das gute – er ist zu keiner Stelle langatmig oder uninteressant. Und wo bekommt man in der deutschen Medienlandschaft schon so viel geballte Information und Wissen geboten.

Mich hat das Spiel gestern eher genervt. Ich will nicht sagen, dass ich mich stellenweise in van-Gaal’sches Ballgeschiebe zurückerinnert fühlte – aber die Variablität war doch sehr gering. Dadurch waren die Bayern sehr berechenbar, weshalb sie dann doch zweimal (dank ihres hervorragenden Pressings) auf individuelle Fehler des Gegners angewiesen waren, um einen Torerfolg zu verbuchen.
Klar, bei 3:1 gibt’s nicht viel zu meckern und Priorität hatte gestern bestimmt erstmal, Sicherheit ins Spiel. Doch fehlten mit in vielen Momenten einfach Kreativität, Tempowechsel und Abwechslung im Spielaufbau. Ob das nun an einer bestimmten Personalie festzumachen ist (Robben/Schweinsteiger), sei mal dahingestellt. Aber genug gemeckert, alles in allem war das ein ungefährdeter und sehr dominant vorgetragener Sieg. Punkt.
Und danke, dass ihr Pranjic mal lobt, auch wenn normalerweise Schicksale einzelner Spieler nichts in einer taktischen Analyse verloren haben. Aber auch gerade das finde ich sehr gut, weil ihr den Blick hinter den Rand der Taktiktafel wagt. Weiter so!

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firedo 23. November 2011 um 11:04

Schöner Artikel, wenn auch fast ein bisschen zuu lang.

Eine Anmerkung habe ich aber:
Formationen mit 5 Linien finde ich nach wie vor unglücklich.
Und wenn dazu noch eine der Zahlen eine Null ist wie bei „4-0-1-4-1“ wirds meiner Meinung nach albern.

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Alildo 23. November 2011 um 11:22

Ich glaube, das soll an dieser speziellen Stelle nur veranschaulichen, dass die Formation bei Pressing ab dem defensiven Mittelfeld um eine Linie nach vorn gesetzt wird. Das finde ich weder schlimm, noch albern, sondern schlichtweg hilfreich.

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firedo 23. November 2011 um 11:44

Es ist unbestritten, dass es sich um eine Geschmacksfrage handelt, und man es auch anders sehen kann.

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