Valencia C.F. – FC Barcelona 2:2

Intensiv geführt, spannend, taktisch interessant und unterhaltsam – das Topspiel des La-Liga-Spieltages ermöglichte den Fußballfans unter der Woche noch einen richtigen Leckerbissen.

Die Gastgeber aus Valencia boten ein nominelles 4-2-3-1-System auf, indem besonders die Aufstellung des nominellen Linksverteidigers Mathieu im linken Mittelfeld auffiel. Der Franzose spielte eine interessante und anspruchsvolle Rolle und eine Schlüsselrolle in dieser Partie. Dies kann ebenfalls von Ever Banega gesagt werden, welcher vor der Abwehr mit Albelda ein kampfstarkes Zentrum bildete, während Canales und Pablo die offensive Dreierreihe hinter Starstürmer Soldado komplettierten.

Auf der Gegenseite hatte Trainer Pep Guardiola vorher ein „großes Spiel“ angekündigt, doch große Änderungen waren nicht ersichtlich. Das neue 3-4-3/3-3-4-System wurde erneut praktiziert, das Personal blieb bis auf zwei Ausnahmen unverändert nach dem letzten Kantersieg über Osasuna. Dabei handelte es sich um Pedro, der Villa ersetzte und damit der Mannschaft mehr Intelligenz und Dynamik gegen diesen starken Gegner verleihen sollte, sowie Keita. Jener kam für Thiago in die Mannschaft und war neben Xavi der zweite zentrale Mittelfeldspieler. Interessant war, dass er häufig auf links ging, um das kleine Loch in der Formation Barcas zu schließen, weil Abidal mit seiner Schnelligkeit mehr in der Defensive gebraucht wurde, oder jenen Raum für Fabregas zu öffnen und als Prellbock Gegenspieler zu ziehen. Neuzugang Cesc Fabregas spielte erneut als falsche 10 im Tandem mit der falschen 9 Messi in einer beiderseitig sehr freien Interpretation der Rollen. Die Dreierkette bildeten unverändert Mascherano, Puyol und Abidal, während Busquets davor als Sechser agierte.

Valencia war nach Real Sociedad die zweite Mannschaft der Saison, die gegen den Meister punkten konnte und die zweite, die sich dies verdiente, aufgrund der ersten 75-80 Minuten. Zum einen kam Barca nie wirklich in seinen Pass-Rhythmus, zum anderen sorgte Valencia immer wieder für gefährliche Aktionen.

Der „kleine Preis“ für das neue System

Mit einer neuen taktischen Ausrichtung revolutionieren die Katalanen seit dieser Saison erneut den Weltfußball. Doch wie es immer der Fall ist, hat auch dieses hochkomplexe und ausgeklügelte System allein schon deshalb seine Schwachstellen. Ein Nachteil gegenüber dem offensiven 4-1-2-1-2 der letzten Spielzeit liegt darin, dass die offensiven Außenverteidiger fehlen.

Häufig konnte man aufgrund der extremen Ausrichtung jener die gegnerischen Mittelfeldspieler sehr weit zurückdrängen, welches mehr Platz, Dominanz und folglich eher einfaches Spiel im Zentrum bedeutete. Nun kommt die Breite vorwiegend von den beiden Außenstürmern, so dass der Gegner sich auf eine nominell einfache Defensivbesetzung der Außen besinnt anstatt der zweifachen. Da Barcelona aber trotz unterschiedlicher Interpretationen und Rollen letztes wie auch diese Jahr eine einfache Besetzung aufweist, „spart“ der Gegner praktisch gesehen Spieler, die er effektiver im Mittelfeld und im Spiel nach vorne einsetzen kann.

Valencia und Mathieu entblößen Barcelona auf Links (Valencia spielte unglaubliche 59 % der Angriffe über diese Seite)

Dies war der Hauptgrund, warum Valencia, besonders in Person von Jeremy Mathieu, immer wieder gefährlich über die eigene  linke Seite Barcelona entblößte und fast ausnahmslos jeden guten Angriff über diese Flanke spielte. Dank  seiner Spielintelligenz, Dynamik, Ausdauer und seines guten Umschaltens konnte er – von der Grundidee ähnlich wie Dani Alves – sowohl sehr eng und tief das defensive Mittelfeld unterstützen, als auch nach Ballgewinn extrem schnell beim Gegenangriff auf die Außen gehen und dort den offenen Raum attackieren – dies mündete in mehreren brisanten Hereingaben, von denen je eine Abidal und Pablo im Tor unterbrachten, Soldado eine weitere auf kläglichste Art und Weise nicht.

Hier nutzte man geschickt den offenen Raum und die Schnittstellen beim Gegner, welcher entweder die präzise Flanke nicht vernünftig behindern konnte oder mit der Verteidigung auf die Seite verschob, aber gegen die vier offensiven aufrückenden Valencianer – unterstützt vom vorstoßenden Banega – in Unterzahl war und somit hinten jemanden frei ließ.

Dank der Intelligenz gepaart mit exzellenten fußballspezifischen Fähigkeiten, die es für solche Angriffssituationen benötigt, konnte Valencia diese Schwachstelle offen legen – indem Barcelona die „Pyramide“ (das bis in die 1920er-Jahre vorherrschende 2-3-5-System) wieder umzudrehen beginnt, kommen die historischen Schwachstellen wieder gelegentlich zum Vorschein.

Valencias Defensivtaktik

Doch bevor man solche theoretischen Schwächen auch in der Praxis ausnutzen kann – braucht man erst einmal den Ball bzw. einen Ballgewinn. In diesem Punkt und in ihrer Verteidigungsarbeit insgesamt lag der zweite große Grund für das erfolgreiche Abschneiden Valencias in diesem Spiel.

Vorweg zu nehmen ist natürlich die Tatsache, dass – ebenso wie man bei den Angriffen Valencias hinzufügen sollte, dass ihren beiden Toren je eine ungeschickte Aktion Abidals voraus ging – Barcelona im neuen System noch nicht so eingespielt ist, was in einem engen Spiel entscheidend sein kann. Vor allem wenn ein individuell überdurchschnittlich starker Gegner sich gut einstellt, können Sicherheit und Automatismen auf psychischer wie spielerischer Ebene einige Probleme kaschieren, aber sind diese Strukturen noch in einer Findungsphase, verliert man deutlicher an Stabilität in seinem Spiel, wenn der Gegner es mit Plan stören kann.

Weiterhin braucht es zur Durchführung dieses Planes eine gute Leistung der Spieler im taktischen Bereich, um dieses Konzept auch auf den Platz übertragen zu können. Genau in diesem Bereich zeigte Valencia eine beeindruckende Leistung – das Zustellen der Passwege, die Präzision und Zügigkeit beim Verschieben, die Kompaktheit, das gegenseitige Absichern, die nötige Aggressivität und das Antizipieren von Spielsituationen und die Unterbindung jener. All dies funktionierte wirklich gut und bildete damit die Grundlage, auf der basierend man das spezifische Defensivkonzept gegen Barcelona praktizierte:

Wechselnd in einem 4-4-1-1 und einem 4-1-4-1 aufgereiht, bildete man als Mannschaft einen kompakten Defensivblock, der sich der gegnerischen Offensive anpasste. Mathieu kam sehr tief und agierte fast als ein dritter Sechser, womit er dem überragenden Banega erlaubte, gelegentlich mehr aufzurücken, um höher das Passspiel Barcelonas abzubrechen, was dank seiner intelligenten, aber ebenso physisch mehr als annehmbaren Vorstellung gut umsetzbar war.

Auch auf der anderen Seite rückte der Flügelspieler zum Erreichen der wichtigen Kompaktheit weit ein, wobei dies nicht immer konstant war, da Pablo in einigen Szenen ebenso wie Soldaldo vor dem Ball auf Konter wartete, was dank der Raumaufteilung Barcelonas sowie der guten Abdeckung des Raumes und des guten Timings durch Albelda phasenweise möglich war, und sich mit ihm die Seiten aufteilte.

Warten, isolieren, pressen – die Erfolgsformel im Mittelfeld

Generell ließ man Barcelona den Ball, sorgte durch die Wechsel innerhalb des Fünfer-Mittelfeldes meist für eine fluide Dreiecksbildung, die wie ein Schutzschild als Isolation zu Messi und Fabregas wirkte, und streute zwischendurch immer wieder erfolgreiche Perioden mit Angriffspressing zum Abbrechen des Rhythmus und zur eventuellen Zurückdrängung des Gegners ein, während man dann Barcelona zum Handeln zwang, um im richtigen Moment zu zuschnappen, zu pressen und den Ball erobern zu können. Bei jenen Balleroberungen wartete man geschickt auf den richtigen Moment, bis sich ein gegnerischer Spieler isoliert fand und konnte dann entweder im Zweikampf oder im Pärchen mit einem Kollegen den Ball gewinnen.

Dass man dies im Mittelfeld – nicht selten auch noch in der Hälfte Barcelonas – durchführen konnte, war besonders nützlich, da so das für das offensive System fast schon als überlebenswichtig zu bezeichnende Gegenpressing Barcelonas im Angriff wegfiel. Genau aus diesem Grund – so viel sei hier noch angemerkt – konnte Valencia nicht nur recht unbehelligt in diesem Ausmaße die Gegenstöße über links initiieren, sondern selbst immer wieder längere Ballbesitz-Perioden verbuchen, was zum – sich ebenfalls im subjektiven Gefühl des Spiels bestätigend – ungewohnt geringen Ballbesitz von 56 % für die Blaugrana führte.

Sobald sich die Situation ergab, dass die Position des Stürmers bei Barcelona nicht besetzt war, rückte man weiter auf und erhöhte Aggressivität sowie Risiko des Pressings, da man nun mehr Raum zwischen den beiden Reihen lassen konnte, weil in diesem Raum temporär niemand sie hätte gefährden können, womit sich Barcelona in der eigenen Enge einschnürte.

Barcelona mit eigenen Ideen gekontert und karikiert

Interessant beim Thema Enge ist, dass die Enge des katalanischen Mittelfeldes wie im Regelfall auch zu einer engen Mittelfeldformierung auf Seiten des Gegners, hier Valencias, führte, allerdings nicht Valencia schwächte, sondern von jenen auf gleichem Wege gekontert wurde. Wie es schon Schalke im Spiel gegen Bayern versucht hatte, reagierte man auf Enge ebenfalls mit Enge, mit extrem Verschieben und Einrücken. So konnte man den wichtigen Raum abdecken und Barcelona in jenem einengen, was zur obigen Isolation ebenso beitrug wie die Tatsache, dass durch die von Keita vorangetriebene Verbreiterung des Feldes eher das Mittelfeld in seiner Funktionalität etwas schwächte, indem es ihn abtrennte.

Wie die Vorarbeit durch das extreme Verschieben begünstigt wurde, so bediente man sich bei der konkreten Strategie zur Ballgewinnung einer interessanten taktischen Methode. Innerhalb des kompakten Defensivblocks versuchte man – analog und erneut als fast schon karikierender Gegenentwurf zu Barcelonas Pass-Methoden im Mittelfeld – durch eine Tandembildung, im Pressing die Ballgewinne herbeizuführen. Die beiden zentralen Mittelfeldspieler waren für das entscheidende Tackling (über 50 % aller erfolgreichen Tacklings Valencias gingen auf das Konto dieser beiden, obwohl Albelda wegen einer Verletzung nur die erste Halbzeit bestreiten konnte) oder das Abfangen des Passes gut geeignet und mussten daher zu gewissen Teilen in der defensiven Arbeit liberalisiert werden – sie attackierten primär im richtigen Moment den Ballführenden, während ihre Kollegen die Löcher füllten und sich situativ postierten. Einer unterstützte eng, die anderen übernahmen innerhalb dieser Aufgaben die Absicherung – meistens ging der Plan auf, Barcelona verlor einige Bälle und etwas die Sicherheit, spielte später noch einige Fehlpässe („nur“ 86 % Passgenauigkeit im gesamten Spiel), besonders Messi wirkte zunehmend lust- und vor allem teilnahmslos.

Wie Barcelona zurück kommen wollte

Bereits im Verlauf der ersten Halbzeit hatte Guardiola kleine Anpassungen versucht, um sein Team wieder besser in die Spur zu bekommen. Dafür bewegte sich Fabregas mehr auf die halblinke Seite, um im Loch der eigenen Formation Räume zu finden, damit man als Mannschaft das Spiel besser machen konnte. Gleichzeitig wollte man so mehr Raum im Zentrum öffnen, weshalb entweder Keita oder Xavi im Zentrum weiter vorstießen, um als Prellbock zu dienen bzw. Unterstützung zu liefern. Doch es war keine große Änderung – die Kernprobleme blieben, aber immerhin befreite man sich über das Spiel über links etwas mehr aus dem Druck.

Wie Barcelona zurück kam

Formation in den letzten 30 Minuten

Diese Änderung gab es dann zur zweiten Halbzeit, als man das System umstellte und zum anscheinend neuen Alternativsystem – dem 4-3-3 mit defensiven Außenverteidigern – wechselte. Dies versprach mehr Absicherung und Vorsicht besonders für die rechte Abwehrseite. Von einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, spiegelte man die Formation in ihren Grundzügen an der vertikalen Spielfeldachse, wenn es auch nicht ganz so extrem war, da man links mit Fabregas, Keita und Abidal weniger löchrig war. Dank der Änderung gewann man die Ruhe und den Rückenwind zurück, so dass Guardiola nach etwas mehr als 10 Minuten die ersten Wechsel vornahm und wenig später den dritten.

Für Keita und Pedro kamen Adriano und Villa und dann Thiago für Puyol, was die Einführung des spielmachenden und vertikalen Innenverteidigers nach dem Vorbild von Frank Rijkaard aus dem großen Ajax-Team der 90er bewirkte– heute verkörpert durch die Amsterdamer Alderwereild und Vertonghen sowie Pique. Jener stand aber nicht zur Verfügung, so dass erneut Busquets in diese Rolle schlüpfte und mit seinen Vorstößen das Mittelfeld zusätzlich stärkte.

Interessant zum einen, dass Alves den Rechtsverteidiger und Adriano aber den Rechtsaußen gab, womit man Alves‘ Dynamik gegen die starke linke Seite des Gegners nutzen wollte, zum anderen, dass Xavi höher stand als Thiago, was einfach zur generellen Anordnung der Spieler passte und die Räume intelligenter abdeckte, aber auch dazu führte, dass Thiago mehr Raum hatte, den Ball nach vorne tragen konnte und mit seiner etwas dynamischeren Art besser die linke Seite ergänzte, wo man nun vermehrt die abschließenden Offensivakzente setzte – Messi wachte gegen einen immer müder werdenden Gegner auf und nutzte dies in den letzten 10-15 Minuten gnadenlos aus. Trotz schwacher Leistung lieferte er mit zwei typischen Stichpässen in die Schnittstelle auf einen einlaufenden Spieler (Pedro, Fabregas) die beiden Vorlagen und war die Quelle für die Szenen, in denen man am gefährlichsten war.

Fazit

Das von ihrem Trainer versprochene „große Spiel“ konnte Barcelona nicht bieten, dafür wurde es ein solches aus einer anderen Perspektive, welches viel Diskussionsstoff und Interessantes für die Fußballfreunde bot und den Zuschauer zufrieden gestellt haben dürfte.

Valencia konnte dank einer starken Defensivarbeit und dem Ausnutzen eines Loches bei Barcelona zur Pause verdient führen: Man konterte Barcelona mit Enge und der Tandembildung im Mittelfeld, bildete eine Schutzwand zu Messi, wählte die richtigen Formen des Pressings und die richtige Spieleranordnung und webte in dies alles die Charakteristika der einzelnen Spieler sehr sinnvoll ein, die auch alle eine individuell sehr lobenswerte Leistung boten. Offensiv entblößte man die rechte Defensivseite des Gegners und musste sich vorwerfen lassen, zur Pause aus der Situation nicht mehr als ein 2:1 gemacht zu haben.

Nach der Pause konnte Guardiola mit guten Wechseln zwar die Tendenz des Spieles wenden, aber im Grundsatz war es weiterhin recht ausgeglichen, erst die Ermüdung Valencias zum Schluss erlaubte es dem CL-Sieger, seine schleichend zugenommene Kontrolle in Form von Torgefahr herauszulassen. Am Ende wären sogar die  Chancen auf einen Sieg vorhanden gewesen, was dem Spielverlauf aber nicht entsprochen und den Gastgebern nicht gerecht worden wäre.

Zum Abschluss noch eine Erwähnung der Leistung von Valencias Trainer Emery, der nicht nur taktisch seine Mannschaft sehr gut einstellte, sondern auch individuell die Spieler mit ihrer Rolle und den Lauf-, Pass- und Bewegungsmustern der Gegner gut vertraut machte. Während der Partie zeigte er an der Seitenlinie große Ausdauer und gab ununterbrochen taktische Anweisungen, Hilfestellungen, Sicherheit und Motivationen. Er lebte das Spiel und seine Akteure dankten es ihm und taten es auch.

Stepi 24. September 2011 um 12:38

Ich stimme den Beobachtungen zur Dreierkette überein, es scheint so, als würde das 3-4-3 eine Renaissance feiern. Vorallem für Mannschaften in weniger ausgewogenen Ligen scheint es ein Schlüssel zur Dominanz zu sein. Nach der letzten Weltmeisterschaft wundert mich das ein wenig, ich würde mich freuen, wenn Ich bei euch mal einen Artikel zum Comeback des 3-4-3 lesen dürfte.

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HerrHAnnibal 22. September 2011 um 20:28

Das muss dir nicht „Leid tun“. Mir hat dein Artikel und auch die grafische Darstellung der Formationen sehr gut gefallen. Auch die „average positions“ Grafik und die Grafik über die prozentuale Verteilung der Angriffe ist sehr hilfreich um den Spielerlauf zu beschreiben…

Der Artikel bei ZM war mMn nicht besonders treffend und ich habe das dort auch in den Kommentaren zum Ausdruck gebracht. Da hat mir deine Analyse besser gefallen.

Die „average positions“ Grafik der ersten Halbzeit hätte ich übrigens auch noch eingefügt. Du hast das ja in deinem Kommentar auch verlinkt und es verdeutlich eindrucksvoll wo Alves im Laufe der ersten 45min aufzufinden war. Alves war schliesslich tatsächlich der offensivste Spieler bei Barca.

Mathieu war ja in den letzten Duellen zwischen Barca und Valencia oft im Mittelfeld im Einsatz um eben die Runs von Alves einzugrenzen. Gestern war wirklich entscheidend, dass Barca selbst keinen Spieler hatte um die Läufe von Mathieu einzuschränken. Alves zu offensiv, Xavi und Mascherano zu zentral. Dies wirbelte praktisch die komplette Defensive bei Barca durcheinander und sorgte dann indirekt auch für die großen Lücken im Zentrum wo Abidal auf sich alleine gestellt war.

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Ian 22. September 2011 um 17:56

ZM beschreibt es genau andersherum – vom 433 zum 343.

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TR 22. September 2011 um 18:29

Hallo, Ian!
Wie wir bereits in unseren letzten Artikeln angemerkt haben, sind wir der Meinung, dass Alves die Position eines Außenstürmers einnimmt, was wir mit seiner erneut offensiveren Rolle und den weniger gewordenen unmittelbaren Defensiv-Aufgaben belegen möchten, hier noch einmal die Average Positions als Verdeutlichung: http://p.twimg.com/AZ5NmRqCIAEXG4I.png (Alves höchster Spieler).
Bezüglich der Formation nach den Auswechslungen denke ich, dass hier die Bezeichnung eines Systems nicht so wichtig ist, es geht eher um die Ausführung. Auch wenn es von beiden Seiten anders benannt wurde, herrscht über die Ausführung Einigkeit. Busquets war der spielmachende IV, der aus der Abwehr heraus rückte. Zitat ZM: „This could have meant Busquets going to centre-back, but in fact he shuttled between a centre-back position and a holding role. When Barca had the ball, he was in midfield, with a lopsided back three of Alves, Mascherano and Abidal behind. (…)3. Seeing that Busquets was attempting to play ahead of the defence (…) Barca dominated possession to allow Busquets into midfield“ – klingt für mich eher nach Aufrücken und nicht nach fallen Lassen.

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HerrHAnnibal 22. September 2011 um 19:24

Der Artikel bei ZM enthällt einige Fehler. Ich stimme den Ausführungen im Text zum Spielverlauf dort zwar weitestgehend zu aber die Grafiken zu den Formationen sind einfach falsch.

Alves spielte als klassischer Winger auf der rechten Seite. (Dies auch nicht besonders gut aber das ist ein anderes Thema) und die ESPN Statistiken zu den Durchschnittspositionen belegen das auch. Alves war der offensivste Spieler bei Barca.

Bei Barca stimmte die Zuordnung im rechten Mittelfeld überhaupt nicht und Mathieu hatte immer wieder zuviel Platz. Mascherano musste immer wieder auf dem Flügel aushelfen wodurch dann im Zentrum gerade der Unglücksrabe Abidal auf sich allein gestellt war.

Eine einfach Maßnahme wäre gewesen Xavi und Keita die Seiten tauschen zu lassen. Das hätte einige Probleme dieser 3-4-3 Formation entschärft. In Hälfte 2 war es zuerst eine klassische 4er Kette bei Barca (bis zum Wechsel von Thiago für Puyol)

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TR 22. September 2011 um 19:54

@HerrHAnnibal:
Ja, zunächst spielte man ein klares 4-3-3 zu Beginn der zweiten Halbzeit, das ist in der Tat nicht gut dargestellt im Artikel – das tut mir natürlich Leid.

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HW 23. September 2011 um 09:33

@HerrHAnnibal

Bezüglich Alves‘ Position fällt mir die WM ein, als er auch nur Ersatzmann war und dann rechts im Mittelfeld aufgeboten wurde .
Bei ZM wurde richtig bemerkt, dass er nicht immer 1 vs. 2 spielen kann. Alves profitiert von einem Stürmer, der vor ihm den Weg „frei räumt“ (Verteidiger nach innen zieht). Dazu ist er gut darin in Angriffspositionen zu stoßen. Spielt er schon in der ersten Reihe ist das schwerer.

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