Donnerstag, 19.10.2017

Olympique Lyon – Olympique Marseille 2:0

Am sechsten Spieltag der Ligue 1 trat Olympique Marseille in Lyon an und wurde von der Heimmannschaft in der ersten Halbzeit solide ausgekontert. Olympique Lyon  erobert mit dem 2:0-Sieg die Tabellenspitze und schickt Marseille damit auf den letzten Tabellenplatz.

Für Didier Deschamps Mannschaft verläuft die Saison mit nur drei Punkten aus sechs Spielen bisher katastrophal.

Spielsysteme der ersten Halbzeit.

Formationen

Rémi Garde bot ein typisches 4-2-3-1 auf, musste aber auf López, Ederson, Gourcuff und Cris verzichten. Auf der 10 spielte der 20-jährige Clément Grenier, dahinter im defensiven Mittelfeld Maxime Gonalons. Die Innen-verteidigung bildeten Bakary Koné und Dejan Lovren.

Deschamps stellte Loïc Rémy ins Sturmzentrum, dahinter eine 4er-Reihe mit Mathieu Valbuena, Lucho González, Benoît Cheyrou und Jérémy Morel. Als alleiniger defensiver Mittelfeldspieler war Alou Diarra vorgesehen.

Diarra in Not und perfekte Kontertore

Nach einer druckvollen Anfangsphase von Lyon übernahm Marseille die Ballkontrolle, blieb dabei aber völlig harmlos. Der Ballbesitz der Gäste war nicht ihrer Stärke geschuldet, vielmehr überließ Lyon ihnen den Ball und griff erst ab der Mittellinie an, um dann überfallartig vorzustoßen.

Alou Diarra war mit der 4-1-4-1 Taktik seines Teams kein Gefallen getan, wiederholt musste er ins eins-gegen-eins gehen und konnte sich dreimal nur per Foul helfen (in nur einer Halbzeit). Schon nach einer Viertelstunde hatte er das Glück, dass ein Foul von ihm an Gomis nicht einmal gepfiffen wurde, obwohl er sogar eine Gelbe Karte verdient gehabt hätte. Diarras Probleme waren aber nicht die Ursache für Marseilles Probleme, eher die Folge einer ideenlosen und statischen Offensive, die viel zu leicht den Ball verlor.

Die Situation beim 1:0 durch Gomis: Lyon steht kompakt und Källström erobert in der Mitte den Ball. Dann wird der freie Raum auf der anderen Spielfeldseite genutzt und Bastos kann das Tor vorbereiten.

Lyon verlegte sich schon in der ersten Hälfte aufs Kontern und so fiel auch das 1:0 durch Gomis (17.). Källström leitete den Spielzug mit einer Balleroberung ein, Michel Bastos trug den Ball auf dem Flügel nach vorne und bediente Gomis, der leicht abseits stand. Die Abseitsstellung sollte den perfekt vorgetragenen Konter und die gute Defensivarbeit vorher nicht schmälern. Wie in der Grafik zu erkennen, verteidigte Lyon mit einem 4-4-1-1, das, aufgrund des Marseiller Angriffs über Lyons rechte Seite, auf diese Spielhälfte verschoben wurde. Insgesamt sind 9 Feldspieler hinter dem Ball, Michel Bastos im linken Mittelfeld, als Källström im Zentrum den Pass abfing. Der Schwede lief noch über die Mittellinie und zog Gegenspieler auf sich, bevor er Bastos anspielte. Wie in der Grafik zu erkennen, spielte Marseille sehr eng im Angriff, Bastos steht bei seinem Konter nur der recht Außenverteidiger im Weg, welcher aber auch schon auf dem Weg nach Vorne gewesen war. Bastos erhöhte dann auch in einer beinahe identischen Szene (29.) auf 2:0. Diesmal eroberte Gonalons den Ball und Bastos entschied sich selbst abzuschließen.

Halbzeit 2

Nach der Pause brachte Marseille André Ayew für Diarra und Morgan Amalfitano für den blass gebliebenen Jérémy Morel (der aber eine der wenigen Chancen Marseilles im ersten Durchgang hatte). Der ebenfalls schwache Lucho rückte mit Cheyrou ins defensive Mittelfeld, Ayew spielte davor auf der linken Seite, Amalfitano rechts. Die Devise war klar, Marseille wollte sicherer stehen und mit neuen Kräften das Angriffsspiel beleben. Die Verunsicherung war der Mannschaft aber anzumerken, besonders wenn Lyon mal früh Druck aufbaute.

Marseille machte das Angriffsspiel jetzt breiter, auch mit Hilfe der Außenverteidiger, und brachte Lyon zumindest in die ein oder andere brenzlige Situation im Strafraum. Am Ende des Spiels hatte Marseille trotz doppelt so vieler Flanken und Hereingaben (30) wie Lyon seltener aufs Tor geschossen (9 zu 12). Es fehlte die Abstimmung im Angriff. In der 53. Minute z.B. suchte Azpilicueta 14 Sekunden eine Anspielstation beim Einwurf, seine Mitspieler standen einfach im Strafraum und warteten auf den Ball, der dann sehr schnell verloren wurde und fast einen weiteren Konter über Bastos eingeleitet hätte.

Fazit

Marseille zeigte eine schwache Vorstellung, agierte in der ersten Halbzeit zu risikofreudig in der Defensive und zu statisch im Angriff. Die unnötigen Fehlpässe wurden von Lyon in der ersten Halbzeit gnadenlos ausgenutzt. Lyon beschränkte sich auf das Nötigste gegen den schwachen Gegner und zeigte eine solide Leistung, bis auf ein paar kleine Wackler in der Abwehr in der zweiten Hälfte.

(Die Statistiken wurden bereitgestellt von www.ligue1.com/)

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